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Full text of "Zeitschrift des Mährischen Landesmuseums"

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ZEITSCHRIFT 


DES 


MÄHRISCHEN  LANDESMÜSEUMS 


HERAUSGEGEBEN  VON  DER 


MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSCHAFT 


REDAKTION 

PROF.  A.  RZEHAK 
K.  SCHIRMEISEN  SCHULRAT  E.  SOFFÉ 

X.  BAND 

ERSTES    HEFT 


BRUNN 

DRUCK  VON  RUDOLF  M.  ROHRER 
1910. 


ai  tfl 


Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Sitzungsberichte * 

S  ehr  a  in    Wilhelm,    Dr.,    Die   Porträt-Lithographien    der    mähr.   Landes- 

Bibliothek 15 

Tuppy  Johann,  Über  einige  Reste  der  Iserschichten  im  Osten  des  Schön* 

hengstzuges ^2 

Czižek  Karl,  Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens  (III.  Nachtrag)   ...  87 

Zdobnitzky  W.,  Beitrag  zur  Ameisenfauna  Mährens 113 

Landrock  Karl,  Neuer  Beitrag  zu  einer  Dipterenfauna  Mährens  ....  126 


Zur  Beachtung! 

Da  die  „Mährische  Museumsgesellschaft"  die  Rechtsnachfolgerin 
ist  sowohl  der  ehemaligen  „K.  k.  mähr.-schles.  Gesellschaft  zur  Be- 
förderung- des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landeskunde"  als  auch 
der  späteren  „K.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft"  und  der 
„Museunissektion  der  k.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft",  so 
sind  alle  Sendungen  von  Büchern  und  Zeitschriften  nur  an  die 

„ Mährisch  e  3Iuseunis(jesellschaft" 

(La  i  ulesb  ibl  lot  h  eh'  ) 

zu  adressieren.  Hingegen  sind  die  für  die  ehemalige  „Historisch- 
statistische Sektion"  der  k.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft  be- 
stimmten Sendungen  an  den  „Deutschen  Verein  für  die  Geschichte 
Mährens  und  Schlesiens"  zu  richten. 

Für  das  Kuratorium: 

Prof.  A.  Rzehak, 

Vize-Präsident. 


Sitzungsberichte. 


1.  Kuratoriumssitzung  «am  13.  Jänner  1909. 

Der  für  die  Periode  1909 — 1911  zum  Präsidenten  gewählte 
Herr  Direktor  Dr.  Fr.  Kameníček  begrüßte  herzlichst  die  Er- 
schienenen und  gedachte  in  warmen  Dankesworten  der  Verdienste,  die 
sich  der  abgetretene  Präsident,  Herr  Hochschulprofessor  A.  R  z  e  h  a  k, 
sowie  die  ausgeschiedenen  Herren  Kuratoren  Dr.  D  o  1  a  n  s  k  ý, 
Dr.  Suj  an  und  Professor  Dr.  Van  da  s  um  die  Gesellschaft  und 
das  Museum  erworben  haben.  Der  Herr  Präsident  versprach,  sich 
mit  größter  Energie  der  Interessen  des  Museums  annehmen  zu 
wollen.  Er  berührte  den  gegenwärtigen  Stand  der  Baufrage  des 
Museums  und  die  projektierte  Neuordnung  und  Aufstellung  der 
Sammlungen  sowie  die  Personalangelegenheiten.  Er  beantragte, 
das  Kuratorium  möge  die  zu  seiner  Konstituierung  notwendigen 
Wahlen  vornehmen.  Nachdem  die  Revisoren  des  Protokolles,  die 
Kommission  für  die  Ernennung  korrespondierender  Mitglieder  und 
der  Konservatoren  sowie  die  Mitglieder  der  Bibliothekskommission 
ernannt  worden  waren,  wurden  die  zahlreichen  Einlaufe  erledigt. 
Einzelne  Abteilungen  des  Museums  blieben  unter  Leitung  aner- 
kannter Fachmänner.  Dem  Herrn  Professor  Em.  Bayer  wurde 
die  zoologische,  Herrn  Dr.  Fr.  Dvorský  die  ethnographische, 
Herrn  Dr.  A.  F  i  s  c  h  e  1  die  historische  und  die  Kunstabteilung, 
Herrn  Professor  Dr.  J.  Jahn  die  geologisch-paläontologische  und 
petrographische,  Herrn  Schulrat  Fr.  Rypáček  die  volkskundliche, 
Herrn  Professor  A.  Rzehak  die  archäologisch-prähistorische, 
Herrn  K.  Schirmeisen  die  mineralogische,  Herrn  Professor 
Dr.  K.  Van  da  s  die  botanische  Sammlung  zugewiesen.  Die 
Kustodenbibliothek  wurde  in  ihrem  gegenwärtigen  Bestände  auf- 
gelöst  und    die  Bücher,  um  deren  Benutzung  zu  erleichtern,  jeder 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1.  1 


Abteilung  als  Handbibliothek  zugewiesen.  Eine  längere  Debatte, 
die  in  dieser  Sitzung  nicht  zu  Ende  geführt  werden  konnte,  ent- 
spann sich  über  den  Neubau  des  Museums  und  die  mit  demselben 
im  engsten  Zusammenhange  stehende  Frage  der  Anschaffung  neuer 
Kasten.  Da  bei  Anschaffung  und  Aufstellung  von  Kasten  für  die 
in  den  letzten  Jahren  neuangelegten  und  erworbenen  Sammlungen 
ein  Wechsel  in  den  von  einzelnen  Abteilungen  bisher  innegehabten 
Lokalitäten  eintreten  müßte,  wurde  die  Debatte  über  diesen  Punkt 
abgebrochen  und  bis  nach  einer  diesbezüglichen  Einigung  der  Vor- 
stände der  hierbei  in  Betracht  kommenden  Abteilungen  verschoben. 
Bei  dieser  Gelegenheit  besprach  Herr  Professor  Dr.  J.  J.  J  a  h  n 
ausführlich  die  von  ihm  in  seiner  Abteilung  in  Aussicht  genom- 
menen Arbeiten.  Herr  Landesschulinspektor  Kurator  Vlk  refe- 
rierte hierauf  über  ein  Ansuchen  mährischer  Tonkünstler,  für  die- 
selben vom  Landtage  zur  Herausgabe  ihrer  Kompositionen  ähnliche 
Subventionen  zu  erwirken,  wie  sie  bereits  seit  einer  Reihe  von 
Jahren  zuteil  wurde.  Nach  einer  kurzen  Debatte  beschloß  das 
Kuratorium,  dem  Landesausschusse  das  Ansuchen  auf  das  Wärmste 
zu  empfehlen.  Weiter  referierte  Herr  Kurator  Welzl  über  das 
Gesuch  eines  schwer  erkrankten  mährischen  Musikers  um  eine 
Unterstützung  durch  das  Land.  Herr  Kurator  Dr.  F  i  s  c  h  e  1  be- 
richtete über  Gutachten,  die  die  Kunstkommission  der  Museums- 
gesellschaft  bei  Kunstankäufen  durch  das  Land  erstattete,  und 
brachte  die  vom  Landtage  gefaßten  Beschlüsse  betreffend  den 
Ankauf  von  Werken  bildender  Künstler  beider  Nationalitäten  zur 
Kenntnis.  Kurze  Berichte  über  eventuelle  Ankäufe  in  den  ihnen 
unterstehenden  Abteilungen  erstatteten  noch  die  Kuratoren 
Dr.  F  i  s  c  h  e  1  und  Schulrat  B,  y  p  á  c  e  k.  Für  die  Sammlungen  des 
Museums  spendeten:  Herr  Konservator  der  Mährischen  Museums- 
gesellschaft  Fachlehrer  Dr.  C  z  i  ž  e  k  6  Kartons  Dipteren  ;  Herr 
Kurator  Dr.  Fr.  Dvorský  Mineralien  und  Petrefakten;  Fräulein 
Frieda  Erlacher  11  Ansichtskarten  ;  Herr  Kurator  Dr.  A.  F  i  s  c  h  e  1 
2  Kunstblätter  des  Malers  Mucha;  Herr  F.  N  o  v  o  t  n  ý  3  volks- 
kundliche  Gegenstände;  Pfarrer  A.  Ličman  2  Kunstgegenstände. 
Als  Mitglieder  der  Museumsgesellschaft  wurden  aufgenommen  die 
Herren:  M.  Bei  in,  Landesofnzial,  Dr.  J.  Brügel,  k.  k.  Bezirks- 
richter, A,  D  w  o  ř  a  k,  Landesakzessist,  Fräulein  Dr.  J.  E  c  k  a  r  d  t, 
Lyzeallehrerin,  F.  F  r  a  n  k,  Lehrer  des  Landeserziehungshauses, 
Ed.  Hawliczek,  Oberkommissär    der  Unfallversicherungsanstalt, 


Dr.  Tb.  H  ii  cl  e  c,  Supplent  des  N.  Bundes  am  theologischen  Aluniate, 
J.  M  e  1  u  z  í  n,  k.  k.  Gerichts  adjunkt,  C.  Ptáček,  Landesakzessist, 
Dr.  A.  Kuziczka,  k.  k.  Bezirkshauptmann,  F.  Stupka,  Landes- 
offizial,  sämtliche  in  Brunn  und  F.  Wolf,  Lehrer  in  Sebrowitz. 

2.  Kuratoriumssitzung  am  10.  Februar  1909. 

Der  Präsident  Herr  Direktor  Dr.  F.  Käme  nicek  begrüßte 
die  Erschienenen  und  gedachte  mit  warmen  Worten  des  Ablebens 
des  um  das  Landesmuseum  hochverdienten  Ministers  i.  R.,  Geheim- 
rates und  Professors  Dr.  A.  Rezek,  und  des  langjährigen  werten 
Mitgliedes  der  Gesellschaft,  Herrn  Landesschulinspektors  I.  L  o  št  á  k. 
Die  Anwesenden  erhoben  sich  zum  Zeichen  ihrer  Trauer  von  ihren 
Sitzen.  Dann  wurde  die  Zuschrift  des  Herrn  Professors  E.  Bayer 
dem  Kuratorium  zur  Kenntnis  gebracht,  laut  der  er  mit  Rücksicht 
auf  seine  eigenen  Arbeiten  auf  seine  bisherigen  Funktionen  im  Museum 
resignierte.  Der  Präsident  dankte  dem  Herrn  Professor  für  seine 
reiche  Tätigkeit  im  Museum.  Mit  der  durch  diesen  Abgang  er- 
ledigten Stelle  im  Kuratorium  wurde  durch  Wahl  der  bisherige 
Ersatzmann  Herr  Professor  I.  Šíma  betraut,  dem  —  da  Herr 
Kurator  k.  k.  Schulrat  F.  I.  Rypáček  durch  Krankheit  verhindert 
ist,  die  volkskundlichen  Sammlungen  zu  führen  —  diese  Abteilung 
zugewiesen  wurde.  Die  Redaktion  des  nächsten  Bandes  der  Zeit- 
schrift des  mährischen  Landesmuseums  wurde  dem  k.  k.  Professor 
Herrn  Dr.  H.  T  raub  anvertraut.  Als  Direktor  der  zoologischen 
Sammlungen  wurde  Herr  Hochschulprofessor  Dr.  K.  Vandas 
gewählt.  Nachdem  die  zahlreichen  Einlaufe  erledigt  worden  waren, 
erstatteten  die  Herren  Direktor  der  Landesbibliothek,  Kaiser- 
licher Rat  Dr.  W.  Schräm  und  Amanuensis  Dr.  H.  J  a  r  n  í  k  den 
Jahresbericht  der  Bibliothek  für  das  Jahr  1908.  Weiter  wurde 
der  Voranschlag  der  K  o  m  m  i  s  i  o  n  zur  naturwissenschaft- 
lichen Durchforschung  Mährens  pro  1909  genehmigt  und 
über  die  Art  der  Besetzung  einer  Dienerstelle  sowie  über  Be- 
stellung eines  Hausverwalters  ein  Entschluß  gefaßt.  Auf  Befür- 
wortung des  Herrn  Professors  Dr.  J.  J.  Jahn  wurde  der  Antra  g 
betreffend  einen  Ankauf  von  Büchern  nach  dem  verstorbenen  Hoch- 
schulprofessor Hofrat  A.  Makowsky  für  die  Kustodenbibliothek 
angenommen.  Herr  Dr.  F  i  s  c  h  e  1  referierte  über  das  Ansuchen 
zweier  bildender  Künstler  um  Unterstützung  durch  das  Land.  Herr 
Professor  Dr.  J.  J.  Jahn    und  Herr  Dr.  A.  Fisc  hei  erstatteten 

1* 


Bericht  über  die  endgültigen  Vorbereitungen  zur  Übernahme  der 
Maskasaminlung  in  den  Landesbesitz.  In  die  Kommission  für  die 
Überführung  der  Reliquien  Dobrovský  s  und  C  h  y  t  i  1  s  wurde  an 
Stelle  des  ausgetretenen  Herrn  Dr.  J.  D  o  1  a  n  s  k  ý  Herr  Kurator  Kon- 
sistorialrat  I.  Kaspar  gewählt.  Den  Sammlungen  haben  ge- 
spendet: Professor  A.  B  e  r  1  e  x  e  in  Florenz  2  Exemplare  Acerontomon, 
Konsistorialrat  E.  D  o  m  1  u  v  i  1  in  Wall.  Meseritsch  1  Bild,  Kon- 
sistorialrat  Dr.  K.  Eichler  in  Brunn  musikalisches  Manuskript 
Titls,  E.  Hanisch,  Inspektor  in  Trebitsch,  Goldhaube  und 
Mineralien,  Dr.  I.  H  eifert  in  Brunn,  Gedenkmünze,  I.  Knies, 
Oberlehrer  in  Slinp,  Hermelin,  Professor  H.  Laus  in  Olmütz. 
Herbar,  A.  Musil,  Komponistenswitwe  in  Brunn,  1  Partitur, 
Med.  Dr.  O.  H  a  v  e  1  k  a  in  Brunn,  Bandwurm,  Professor  Dr.  I.  P  o  d- 
pěra  in  Brunn,  Herbar,  G.  Simonides,  Pfarrer  in  Jamnv. 
Siegelabdrücke.  Auf  weitere  drei  Jahre  wurden  folgende  Herren 
Konservatoren  ernannt:  A.  Burghau  s  er,  k.  k.  Obergeometer, 
B.  Dworzak,  k.  k.  Oberingenieur,  I.  Götz,  k.  k.  Musikprofessor, 
Dr.  St.  Souče  k,  k.  k.  Gymnasialprofessor  in  Brunn,  H.  L  a  u  s. 
Professor  in  Olmütz,  V.  I.  Procházka,  Geolog  in  Tischnowitz, 
A.  Raab  in  Königsfeld,  P.  Schreiber  in  Zwittau,  H.  Z  i  m  m  e  r- 
m  a  n  n  in  Eisgrub.  Als  Mitglieder  wurden  aufgenommen:  Dr.  J.  H  e  1- 
fert,  Jaroši.  Koudela,  S.  Mi  li  ci  6,  A.  Müller,  Fräulein 
E.  R  e  i  1 1  e  r,  sämtliche  in  Brunn  und  1.  Hloušek,  Kooperator 
in  Daubrawnitz. 

3.  Kuratoriiimssitzung  am  8.  März  190D. 

Der  Präsident  Herr  Direktor  Dr.  Fr.  Kameníček  berührte 
die  neuen  Anschaffungen  in  den  Sammlungen  und  einige  Personal- 
angelegenheiten. Nachdem  die  zahlreichen  Einlaufe  erledigt  waren, 
fanden  Vorbesprechungen  bezüglich  der  Generalversammlung  der 
Mährischen  Museumsgesellschaft  statt.  Der  Jahresbericht  und  der 
Rechnungsabschluß  für  das  Jahr  1908  sowie  der  Voranschlag  für 
1910  wurden  genehmigt.  Die  Generalversammlung  wurde  auf 
Sonntag  den  25.  April  um  10  Uhr  vormittags  (im  Sitzungssaale 
des  Landeskulturrates)  festgesetzt.  Der  Direktor  der  Landesbiblio- 
thek Herr  kaiserlicher  Rat  Dr.  W.  S  c  h  r  a  m  und  Herr  Amanuensis 
Dr.  H.  Jarník  erstatteten  Berichte  über  die  Beschlüsse  der 
Bibliothekskommission  und  über  die  Bedürfnisse  der  Bibliothek 
für    das    Jahr    1910.     Herr   Dr.  A.  Fischel    referierte    über  das 


Ansuchen  einer  mährischen  Künstlerin  um  Unterstützung  durch 
das  Land  und  den  Ankauf  eines  Bildes.  Herr  k.  k.  Schulrat,  Pro- 
fessor E.  Söffe  referierte  über  das  Ansuchen  deutscher  Schrift- 
steller um  eine  Landessubvention.  Weiter  wurde  ein  Beschluß 
über  die  Anstellung  eines  neuen  Museumsdieners  gefaßt.  Als 
Konservator  der  Gesellschaft  wurde  auf  weitere  drei  Jahre  Herr 
Ant.  Baue  r,  Bürgerschuldirektor  in  Neutitschein,  ernannt.  Als 
Mitglieder  der  Gesellschaft  wurden  aufgenommen:  J.  Brett  - 
Schneider,  Landesoberrechnungsrat,  J.  H  á  v  i  1  e  k,  Landesbeamter 
in  Brunn,  F.  Kafka,  Landesrechenwart,  J.  S  chu  ster,  k.  k.  Reli- 
gionsprofessor, J .  S  y  ř  i  š  t  ë,  Architekt  und  Gewerbeschulprofessor, 
sämtliche  in  Brunn.  Den  Sammlungen  haben  gespendet:  Offizial 
A.  Boček,  Fledermäuse;  K.  Červenka,  Verwalter  in  Smichov, 
Medaille  ;  J.  D  o  s  t  á  1,  Lehrer  in  Rampersdorf,  Hasen  und  Kanin- 
chen; J.  Felzmann,  Direktor  der  Taubstummenanstalt  in  Brunn, 
2  volkskundliche  Gegenstände;  Sanitätsrat  Dr.  A.  Fleischer, 
Embryo  und  1  Viper;  Professor  Dr.  A.  Grobben  in  Wien, 
Separatabdruck;  Dr.  J.  Helfert  in  Brunn,  Publikation  und 
Münzen;  J.  Knies,  Oberlehrer  in  Sloup,  Fledermäuse;  Vereinigung 
bildender  Künstler  in  Göding,  Prämie;  Leitung  der  Volksschule 
am  Winterhollerplatz,  75  Druckwerke. 

4.  Kuratornimssitzuiig  am  5.  April  1909. 

Herr  Präsident  Direktor  Dr.  Fr.  Kameníček  verständigte 
die  Herren  Kuratoren  von  einer  Mitteilung  des  mährischen  Landes- 
ausschusses, womit  den  Herren  Professoren  der  tschechischen  Technik 
Dr.  K.  Van  da  s  und  Dr.  J.  J.  Jahn  für  die  im  Landesmuseum 
geleistete  Arbeit  volle  Anerkennung  ausgesprochen  und  ihr  Verbleiben 
im  Museum  nicht  nur  für  wünschenswert,  sondern  geradezu  für 
geboten  gehalten  wird.  Ferner  beglückwünschte  er  den  Kaiserlichen 
Rat,  Direktor  der  Landesbibliothek  Dr.  W.  Schräm  zu  seinem 
25jährigen  Dienstjubiläum  und  legte  das  wertvolle  Werk  des 
Hochschulprofessors  Dr.  K.  V  and  a  s  „Reliquiae  Formanekianae', 
vor.  Weiter  berührte  er  den  Stand  einiger  Museumsfragen,  ins- 
besondere die  Neubaufrage.  Nachdem  zahlreiche  Einlaufe  erledigt 
waren,  besprach  das  Kuratorium  die  Angelegenheit  der  Neu- 
aufstellung  der  Sammlungen.  Herr  Professor  Dr.  J.  J.  Jahn 
stellte  in  einem  ausführlichen  Referate  den  Antrag  auf  zweckmäßige 
Dislokation  der  Sammlungen  und  auf  die  Organisierung  der  Arbeit. 


6 

Sein  Entwurf  wurde  angenommen,  sodaß  die  Möglichkeit  geboten 
ist,  nicht  nur  die  naturwissenschaftlichen  Sammlungen,  sondern 
auch  die  volkskundliche  „Sammlung  Kretz"  aufzustellen  und  dem 
Publikum  zugänglich  zu  machen.  Nachdem  weitere  Einrichtungen, 
die  insbesondere  die  Regelung  der  Museumsarbeiten  betreffen, 
besprochen  waren,  gelangten  die  Anträge  des  Konservators  der 
Mährischen  Museumsgesellschaft  Ingenieur  J.  L.  O  e  r  v  i  n  k  a  und 
des  Med.  Dr.  J.  Smyčka  betreffend  Organisierung  der  Museums- 
arbeit in  Mähren  zur  Beratung.  Herr  Professor  Dr.  J.  J.  J  a  h  n 
referierte  über  das  Ansuchen  des  städtischen  Museums  in  Neu- 
titschein bezüglich  der  Überlassung  von  Doubletten  aus  der 
„Sammlung  Maska".  Herr  Vizepräsident,  Hochschulprofessor 
À.  Rzehak  stellte  einige  Anträge  auf  Erwerbung  neuer  Samm- 
lungen. Zu  Konservatoren  der  Museumsgesellschaft  wurden  auf 
weitere  3  Jahre  ernannt  die  Herren:  Ed.  Domluvil,  k.  k.  Reli- 
gionsprofessor in  Wall.-Meseritsch,  Rud.  Dvoř  á  k,  Gymnasial- 
direktor  in  Hohenstadt,  Rom.  Form  á  n  e  k,  k.  k.  Oberpostrat  in 
Brunn,  Karl  G  e  ri  ich,  Oberlehrer  in  Ober-Gerspitz,  Ernst 
H  a  n  i  s  c  h,  Herrschaftsinspektor  in  Trebitsch,  Ferd.  H  e  r  č  í  k, 
Hochschulprofessor  in  Brunn,  Jos.  Hladík.  Direktor  der  Lehrer- 
bildungsanstalt i.  P.  in  Freiberg,  Leo  Janáček,  Orgelschuldirektor 
in  Brunn,  Jos.  K  1  v  a  ň  a,  Gymnasialdirektor  in  Gaya,  Flor.  K  o  u- 
d  e  1  k  a,  k.  k.  Bezirksobertierarzt  in  Wischau,  Dr.  Martin  K  ř  í  ž, 
k.  k.  Notar  in  Steinitz,  Fr.  Lipka,  Mag.  Pharmazie  in  Bosko- 
witz,  Jar.  P  a  1 1  i  a  r  d  i,  k.  k.  Notar  in  Mähr.-Budwitz,  Dr.  Mauritz 
Remeš,  Arzt  in  Olm ütz,  Dr.  Fr.  Slavík,  Universitätsdozent  in 
Prag.  Als  Mitglieder  der  Gesellschaft  wurden  angenommen:  Josef 
Cer  m  á  k,  k.  k.  Statthaltereioberingenieur,  Vincenz  Eis,  k.  k. 
Polizeikommissär,  Karl  Hut  tel,  k.  k.  Finanzkommissär,  sämtliche 
in  Brunn;  Fräulein  Anna  Cícha,  Lehrerin.  Fräulein  Ludmilla 
Savrda,  Lehrerin,  Josef  Š  o  c,  Lehrer,  sämtliche  in  Sebrowitz; 
ferner  Fr.  Hejny,  Lehrer  in  Bochtitz  und  Dr.  Eduard  Schnabel, 
Realschulprofessor  in  Göding.  Den  Sammlungen  haben  gespendet: 
Josef  Dostál,'  Oberlehrer  in  Rampersdorf,  ein  Wasserhuhn;  Frau 
Marie  H  ein  dl  in  Brunn,  Münzen;  Ministerialrat  Med.  Dr. 
A.Melichar,  eine  Sammlung  Homopteren  ;  cand.  ph.il.  M.  Servit 
in  Prag,  eine  Sammlung  Flechten;  Verein  der  bildenden  Künstler 
„Manes"  in  Prag,  Kataloge;  Professor  Josef  U 1  i  č  n ý  in  Trebitsch. 
ei  ne  ungemein  wertvolle  Sammlung  Konchylien. 


5.  Hauptversammlung  vom  25.  April  1910. 

Der  Präsident,  Direktor  Dr.  J.  Kamení  ček,  begrüßt  die 
Anwesenden  und  teilt  zunächst  mit,  daß  die  Frage  eines  Neubaues 
für  das  mährische  Landesmuseum  dank  der  Sympathien,  deren  sich 
das  Museum  beim  Referenten  des  Landesausschusses,  Herrn  Landes- 
hauptmannstellvertreters Jelinek  erfreut,  in  ein  günstiges  Stadium 
getreten  sei.  Der  Landesausschuß  spricht,  wie  der  Vorsitzende 
weiter  mitteilt,  sein  Bedauern  über  die  Differenzen  aus,  die  seit 
der  Anstellung  des  Kustos  Dr.  Karl  Ab  salon  zutage  getreten 
sind,  und  anerkennt  die  Verdienste  der  Professoren  Dr.  Van  da  s 
und  Dr.  Jahn,  deren  Weiterverbleiben  im  Kuratorium  er  für 
wünschenwert  und  notwendig  bezeichnet.  Der  Vorsitzende  gibt 
schließlich  bekannt,  daß  zu  korrespondierenden  Mitgliedern  ernannt 
worden  sind:  von  der  tschechischen  Sektion:  Realschul  direktor 
Dr.  Franz  S  chu  j  an,  Statthaltereivizepräsident  Viktor  Houdek 
und  Professor  Josef  U 1  i  c  ný  (Trebitsch),  von  der  deutschen  Sektion  : 
Universitätsprofessor  Dr.  J.  L  o  s  e  r  th  (Graz),  Universitätsprofessor 
Dr.  Theodor  P  i  n  t  n  e  r  (Wien)  und  Hochschulprofessor  Eduard 
Donath  (Brunn).  Es  wird  sodann  zur  Tagesordnung  über- 
gegangen und  zunächst  der  gedruckt  vorliegende  Tätigkeitsbericht 
der  Museumsgesellschaft  für  das  Jahr  1908  genehmigt.  Das  An- 
denken der  verstorbenen  Mitglieder  wird  durch  Erheben  von  den 
Sitzen  geehrt.  Den  Beamten  des  Museums  und  der  Landesbibliothek 
spricht  die  Versammlung  in  voller  Würdigung  ihrer  ersprießlichen 
Tätigkeit  Dank  und  Anerkennung  aus.  An  dem  vorgelegten  Kassa- 
berichte beanständet  Professor  Czerny  die  Höhe  der  Verwaltungs- 
auslagen, die  von  Jahr  zu  Jahr  steigen.  Kurator  Abg.  Dr.  F  i  s  c  h  e  1 
begründet  diese  Ausgabenerhöhung  mit  dem  Steigen  der  Kohlen- 
preise, gibt  aber  zu,  daß  nicht  mit  der  nötigen  Sparsamkeit  vor- 
gegangen worden  sei.  Deshalb  habe  das  Kuratorium  die  Anstellung 
eines  Hausverwalters  beschlossen,  der  speziell  die  Regieauslagen 
genau  zu  beurteilen  wisse.  Der  Kassabericht,  den  die  Rechnungs- 
prüfer Oberofüzial  P  r  o  k  u  p  e  k  und  Kaiserlicher  Rat  Mascha 
in  Ordnung  befunden  haben,  wird  genehmigt.  Im  Anschluß  an 
den  Kassabericht  sowie  an  den  Voranschlag  für  1910  knüpft  sich 
eine  längere  Debatte  wegen  Erhöhung  des  Mitgliedsbeitrages. 
Kurator  W  e  1  z  1  beantragt,  es  sei  für  das  heurige  Jahr  von  einer 
Erhöhung  Umgang  zu  nehmen,  und  das  Kuratorium  zu  ersuchen,, 
die    Angelegenheit   nach    gründlicher    Erwägung    auf    die    Tages- 


Ordnung  der  nächstjährigen  Vollversammlung  zu  stellen.  Dieser 
Antrag  wird  nach  eingehender  Debatte  angenommen.  Professor 
Czerny  verweist  in  einer  Anfrage  an  den  Präsidenten  auf  die 
in  Brunn  zirkulierenden  Gerüchte,  daß  die  Museumsgesellschaft 
mehrere  tausend  Kronen  Schulden  habe.  Vorsitzender  Professor 
Dr.  Kameníček  stellt  fest,  daß  im  vorigen  Jahre  eine  für  An- 
käufe zur  Verfügung  stehende  Dotation  um  den  Betrag  von  50.900  K 
überschritten  wurde.  Professor  Dr.  Jahn  stellt  fest,  daß  die  in 
Rede  stehenden  Ankäufe,  die  für  die  zoologische  Abteilung  gemacht 
wurden,  zum  größten  Teil  nichtmährische  und  darunter  viele 
unbrauchbare  und  defekte  Gegenstände  betrafen.  Der  jetzige  Leiter 
der  zoologischen  Abteilung,  Professor  Dr.  V  a  n  d  a  s,  beleuchtet 
die  Ankäufe  für  diese  Abteilung.  Auch  er  stellt  fest,  daß  viele 
bedeutungslose  und  defekte  Gegenstände  erworben  worden  sind. 
Mehrere  davon  seien  gegen  den  Willen  Dr.  Bayers  gekauft 
worden.  Der  Vorsitzende  Professor  Kameníček  bittet,  diese 
Angelegenheit  endlich  ruhen  zu  lassen  und  nicht  weiter  darüber 
zu  sprechen.  Er  und  Professor  ßzehak  stellen  fest,  daß  der 
Präsident  für  Ankäufe  nicht  verantwortlich  gemacht  werden  könne, 
da  die  Abteilungsdirektoren  eine  ganz  selbständige  Stellung  inne- 
haben. Nach  einer  weiteren  Auseinandersetzung  zwischen  Professor 
Dr.  V  a  n  d  a  s  und  Dr.  Dvorsky  wird  der  Voranschlag  genehmigt. 
Mit  der  Wahl  der  Herren  Lehrer  S  t  e  h  1  i  k  und  Professor 
Dr.  T  raub  zu  Ersatzmännern  des  Kuratoriums  schließt  die  Voll- 
versammlung. 

6.  Kuratoriumssitzung  am  10.  Mai  1909. 

Wegen  der  besonderen  Wichtigkeit  zahlreicher  Punkte  des 
Programms,  die  eingehende  Informationen  und  lange  Debatten 
erforderten,  mußte  ein  Teil  der  Geschäfte  zurückgelegt  werden; 
die  Sitzung  wurde  am  17.  Mai  fortgesetzt.  Präsident  Herr  Direktor 
Dr.  Kameníček  teilte  mit,  daß  mit  der  Übersiedlung  und  Neu- 
aufstellung der  mineralogischen  und  geologisch-paläontologischen 
Sammlungen  bereits  anfangs  Mai  begonnen  wurde,  und  berichtete 
über  das  Fortschreiten  dieser  Arbeiten.  Er  gedachte  weiter  des 
Verlustes,  den  die  Gesellschaft  und  das  Museum  durch  das  Aus- 
scheiden des  verdienstvollen  Mitarbeiters  Herrn  Schulrates  Professor 
Fr.  Rypáček  aus  dem  Kuratorium  erlitten  haben.  Die  durch 
sein  Abgehen  erledigte  Stelle  eines  Vorstandes  der  volkskundlichen 


9 

Sammlungen  wurde  durch  Herrn  Kurator  Professor  J.  Š  i  m  a 
besetzt.  Da  Schulrat  Professor  Fr.  Rypáček  wegen  Krankheit 
auch  auf  die  Stelle  als  Redakteur  der  Museumszeitschrift  ver- 
zichtete, wurde  zum  Redakteur  Herr  Professor  Dr.  H.  Traub 
gewählt.  Nach  Erledigung  vieler  wichtiger  Einlaufe  wurde  an  die 
Abänderung  der  Statuten  der  Kommission  zur  naturwissenschaft- 
lichen Durchforschung  Mährens  geschritten,  welche  in  dem  Sinne 
beschlossen  wurde,  daß  das  Kuratorium  in  die  Kommission  stets 
zwei  Fachleute  entsenden  wird.  Hierauf  wurde  ein  ausführlicher, 
vom  Herrn  Vizepräsidenten  Professor  A.  R  z  e  h  a  k  und  Herrn 
Kurator  Professor  Dr.  J.  Jahn  ausgearbeiteter  Entwurf  einer 
Instruktion  für  die  Kustoden  angenommen.  Weiter  wurde  dem 
Landesausschusse  ein  Gesuch  um  Subvention  zum  Sammeln 
mährischer  Volkslieder  zur  Berücksichtigung  empfohlen.  Herr  Vize- 
präsident Professor  A.  R  z  e  h  a  k  und  Herr  Kurator  Professor 
Dr.  J.  Jahn  berichteten  über  einige  beachtenswerte  Sammlungen, 
die  für  das  Landesmuseum  zu  erwerben  wären.  Herr  Kurator 
Dr.  A.  Fischel  stellte  einige  Anträge  auf  Vermehrung  der  Kunst- 
sammlungen. Zum  Konservator  wurde  auf  weitere  3  Jahre  Herr 
K.  Czižek,  Fachlehrer  in  Brunn  gewählt.  Als  Mitglieder  wurden 
aufgenommen:  Med.  Dr.  J.  Bakeš,  Primararzt,  A.  Burian, 
Augustinerordenspriester,  J.  C  á  h  a,  k.  k.  Finanzoffizial,  Dr. 
E.  Kostka,  k.  k.  Finanzprokuraturskonzipient,  Dr.  F.  Moudry, 
k.  k.  Realschulprofessor,  J.  N  a  v  r  á  t  i  1,  k.  k.  Statthaltereikonzipist, 
Dr.  F.  Racek,  Landessekretär,  A.  Uhlíř,  Oberbuchhalter,  sämt- 
liche in  Brunn;  ferner  F.  Švábeníl,  Kooperator  in  Landshut, 
Fräulein  F.  Tošnar,  Lehrerin  in  Hussowitz  und  F.  V  e  g  e  r, 
Fachlehrer  in  Austerlitz.  Den  Sammlungen  haben  gespendet: 
Direktor  A.  Czerny  in  Mähr.-Trübau,  Mineralien;  K.  Weeger, 
Hausbesitzer  in  Brunn,  einen  Hecht;  Professor  Dr.  J.  Z  a  viel  in 
Göding,  eine  Spitzmaus. 

7.  Kuratoriumssitzuug  am  14.  Juni  1909. 

Präsident  Direktor  Dr.  Fr.  Kamen  íček  teilt  mit,  daß  die 
Übersiedlung  der  mineralogischen,  geologisch-paläontologischen, 
petrographischen  und  zoologischen  Sammlungen  beendigt  und  mit 
den  Installationsarbeiten  in  diesen  Abteilungen  bereits  begonnen 
wurde.  Bei  dieser  Gelegenheit  wurde  über  einige  Einrichtungen  und 
Erfordernisse,    die    diese  Dislokationsarbeiten    betreffen,    Beschluß 


10 

gefaßt.  Nach  Erledigung  zahlreicher  Einlaufe  wurde  ein  Bericht 
über  die  Besprechung  der  Abteilungsvorstände  betreffend  den 
Museums-  und  Galerieneubau  erstattet.  Dann  wurden  die  von  den 
Herren:  Vizepräsidenten  Prof.  A.  Rzehak  und  Kurator  Professor 
Dr.  J.  J.  Jahn  ausgearbeiteten  Instruktionen  für  die  Abteilungs- 
vorstände angenommen  und  die  Urlaube  für  die  Beamten  festgesetzt. 
Herr  Kurator  Dr.  A.  Fischel  referierte  über  Ankauf  von  Kunst- 
werken. Herr  Direktor  der  Landesbibliothek,  Kaiserlicher  Kat  Dr. 
W.  Schräm  überreichte  einen  ausführlichen,  die  Angelegenheiten 
der  Landesbibliothek  betreffenden  Antrag.  Nachdem  einige  kleinere 
Gesuche  erledigt  worden,  wurde  der  Preis  des  auf  Kosten  des 
mährischen  Landesausschusses  herausgegebenen  Werkes  des  Herrn 
Professors  Dr.  K.  Vandas„Reliquiae  Formánekianae"  auf  12  Kronen 
festgesetzt.  Zu  Konservatoren  der  Mährischen  Museumsgesellschaft 
wurden  ernannt:  J.  Kakš,  k.  k.  Finanzkommissär  in  Brunn: 
F.  Kretz,  Schriftsteller  in  Ung.-Hradisch;  R.  Reissig.  Direktor 
des  philharmonischen  Vereines  in  Brunn;  J.  Svozil,  Realschul- 
professor in  Proßnitz;  M.  Ursiny,  Hochschulprofessor  in  Brunn. 
Als  Mitglieder  wurden  aufgenommen:  Böhmischer  Leseverein, 
Guido  Parízek,  Hypothekenbankoffizial,  Eugen  Rippl,  stud.  phil., 
sämtliche  in  Brunn;  ferner  Jos.  Obcházel,  k.  k.  Staatsbahn- 
assistent in  Schimitz,  Raimund  Smutný,  Fachlehrer  in  Blansko, 
Wenzel  Strniska,  Kaplan  in  Lomnitz  und  Adolf  Türk, 
Fachlehrer  in  Zwittau.  Den  Sammlungen  haben  gespendet:  Pro- 
fessor Em.  Bayer  in  Brunn,  Separatabdruck;  Konsistorialrat 
Jos.  Kašpar  in  Brunn,  Publikationen  und  Zuckerfabrikdirektor 
Adalbert  Worliczek  in  Mähr.-Kromau  eine  prähistorische 
Bronzenadel. 

8.  Knratoriumssitzung  am  4.  Oktober  190i>. 

Der  Präsident  Direktor  Dr.  Fr.  Kam  en  íček  gedachte  mit 
warmen  Worten  des  Ablebens  der  um  das  Museum  und  die  Gesell- 
schaft hochverdienten  Hochschulprofessoren  S.  Magnif.  J.  Lička  und 
Hofrat  A.  Regner  R.  v.  Bleyleben.  Die  Anwesenden  erhoben  sich 
zum  Zeichen  ihrer  Trauer  von  ihren  Sitzen.  Der  Präsident  unter- 
breitete dem  Kuratorium  eine  Reihe  von  Angelegenheiten,  die 
während  der  Ferien  erledigt  wurden.  Nachdem  zahlreiche  Einlaufe 
erledigt  worden,  wurde  ein  Bericht  über  den  Stand  der  Museums- 
dotationen erstattet.  Dann  wurden  einige  Beschlüsse  betreffend  die 


11 

Übersiedlung  und  Neuaufstellung  der  Sammlungen,  insbesondere 
der  mineralogischen  nnd  der  volkskundlichen  gefaßt.  Herr  Kurator 
Dr.  A.  Fischel  referierte  über  einige  Angelegenheiten  der  Kunst- 
abteilung. Der  Antrag  des  Herrn  Ingenieurs  J.  L.  Červinka  auf 
Organisation  der  archäologischen  Arbeiten  in  Mähren  wurde  zur 
Kenntnis  genommen  und  weitere  Verhandlungen  auf  eine  günstigere 
Zeit  verschoben.  Herr  Kurator  Professor  J.  Šíma  stellte  einige 
Anträge  betreffend  Einrichtungen  in  den  volkskundlichen  Samm- 
lungen. Dann  wurden  dringende  Personalangelegenheiten  berührt. 
Es  wurde  beschlossen,  möglichst  bald  die  vom  Landtage  schon 
bewilligte  Stelle  eines  Dieners  zu  besetzen  und  an  den  Landes- 
ausschuß einen  Antrag  auf  Systemisierung  einer  dritten  Kustos- 
stelle zu  richten.  Zum  Konservator  der  Mährischen  Museums- 
gesellschaft wurde  Herr  Professor  Dr.  J.  Podpěra  ernannt,  Als 
Mitglieder  wurden  aufgenommen:  E.  Brüll,  Privatbeamter,  P.  Kohn, 
stud.  ing.,  A.  Kolář,  k.  k.  Finanzrechnungspraktikant,  O.  Opálka, 
Lehrer,  F.  Šťastný,  k.  k.  Professor,  L.  Vrtěl,  k.  k.  Postrechnungs- 
offizial,  K.  Wlczek,  Landesoffizial,  sämtliche  in  Brunn  und 
R.  Křivý,  Kaplan  in  Lomnitz.  Den  Sammlungen  haben  gespendet: 
Professor  E.  Bayer,  Druckwerk;  S.  Durchlaucht  regierender  Fürst 
Liechtenstein,  Gemälde;  Konsistorialrat  E.  Domluvil,  volks- 
kundliche Gegenstände;  Dr.  Dvorský  übergibt  Bronzefund;  Direktor 
Dr.  F.  Kameníček  übergibt  Bronzeplakette;  A.  Worliczek  in 
Mähr.-Kromau,  Bronzenadel;  K.  Zeinlik  in  Malomèiïtz,  diluviale 
Gegenstände;  Museumsverein  in  Iglau,  Bronzeplakette;  E.  Buchta, 
Bild;  Professor  Dr.  St.  Souček,  Münzen  und  einen  Ring.  Der 
Landesbibliothek  spendeten  :  Kurator  Dr.  A.  Fischel,  E.  Baron 
S.  M  a  1  y,  Jos.  Kotzmann,  Landesbank,  Advokat  Dr.  J.  Ekstein, 
Professor  Dr.  H.  Herz,  Kurator  H.  Welzl,  Norddeutsche  Loyd 
in  Bremen,  Brünner  Ruderverein,  Direktor  Tb.  Suchánek, 
Hochschulprofessor  A.  R  z  e  h  a  k,  Oberingenieur  E.  S  t  r  n  i  s  c  h  t  i  e, 
Holzmaistersche  Museumsstiftung  in  Mähr.-Trübau,  Schriftsteller 
B.  Kohnstein  in  Iglau,  Schriftsteller  E.  Jelinek  in  Wien, 
Direktor  Dr.  W.  Schräm,  W.  Oharek  bischöflicher  Rat, 
Professor  A.  S  m  r  č  e  k,  Kurator  Professor  Dr.  Dvorsky,  Direktor 
K.  V  o  r  á  č  e  k,  k.  k.  Finanzkommissär  J.  K  a  k  š,  Pfarrer  J.  Z  h  án  èl 
in  Strutz,  "VV.  Peřinka,  k.  k.  Steueroff izial  in  Kremsier,  Schrift- 
steller Dr.  M.  Hýsek  in  Prag,  Konsistorialrat  E.  Domluvil  in 
Wall.-Meseritsch  und  Skriptur  Dr.  H.  Jarník, 


12 

9.  Kuratoriumssitzung  am  8.  November  1909. 

Der  Präsident  Direktor  Dr.  Fr.  Kamení  cek  begrüßt  herz- 
lichst den  vom  Landtage  gewählten  Vertreter  des  Landes  im 
Kuratorium,  Reichsratsabgeordneten  und  Advokaten  Dr.  H.  Bulin 
und  den  Konservator  Professor  Dr.  J.  Podpèra.  Die  Resignation 
der  Herren  Hochschulprofessor  Dr.  J.  J.  Jahn  und  Dr.  K.  Vandas 
auf  ihre  Fuktionen  im  Museum  wurde  zur  Kenntnis  genommen 
und  den  beiden  Herren  für  ihre,  bisherige  Tätigkeit  der  wärmste 
Dank  des  Kuratoriums  ausgesprochen.  Die  erledigten  Vorstands- 
stellen wurden  durch  die  Herren  Kurator  Professor  Dr.  Dvorský 
(zoologische  Abteilung)  und  Professor  Dr.  J.  Podpèra  (botanische 
Abteilung)  besetzt.  Dem  Herrn  Hofrat  Professor  W.  Ěehorovsky, 
der  aus  Gesundheitsrücksichten  seine  Stelle  als  Vorstand  der 
mathematisch-naturwissenschaftlichen  Sektion  der  tschechischen 
Vortragsklasse  niedergelegt  hatte,  wurde  für  seine  bisherige  Arbeit 
der  Dank  ausgesprochen.  Die  Nachricht,  daß  die  Frage  des  Museums- 
neubaues ihrer  Lösung  sich  nähere,  wurde  mit  Befriedigung  zur 
Kenntnis  genommen.  Dann  wurden  Beschlüsse  über  einige  Gesuche 
und  Bedürfnisse  des  Museumspersonals  gefaßt.  Die  Herren  Kura- 
toren Professor  Dr.  Fr.  Dvorský  und  Fachlehrer  K.  Schirmeisen 
referierten  über  den  Verlauf  der  Arbeiten  in  einzelnen  Abteilungen. 
Herr  Professor  Dr.  J.  Podpěra  besprach  einige  Erfordernisse 
der  botanischen  Abteilung.  Herr  Kurator  Dr.  J.  Šíma  erstattete 
Bericht  über  die  Exposition  der  volkskundlichen  Abteilung  in  der 
Ausstellung  im  Augarten.  Weiter  referierten  die  Herren:  Kurator 
Professor  Dr.  Dvorský  über  die  Gesuche  zweier  wissenschaftlicher 
Organisationen,  Kurator  Dr.  A.  Fischel  und  Kurator  Professor 
J.  Si  ma  über  einige  Kunstangelegenheiten.  Herr  Direktor  L.  Janáček 
erstattete  einen  schriftlichen  Bericht  über  das  Gesuch  eines  Ton- 
künstlers. Auf  Grund  dieser  Referate  wurden  diesbezügliche  Beschlüsse 
gefaßt.  Zu  Konservatoren  wurden  ernannt  :  Professor  E.  Bayer 
in  Brunn,  Bürgerschuldirektor  A.  Czerny  in  Mähr.-Trübau, 
Photograph  J.  Haupt  in  Iglau,  Oberlehrer  J.  Hausotter  in 
Kunewald,  Berzirksarzt  Dr.  E.  Heřman  in  Freudental,  Kanzlei- 
vorstand K.  Lick  in  Zwittau,  Hochschulprofessor  A.  Smrček 
in  Brunn,  Oberlehrer  A.  V  o  g  1  e  r  in  Hobitschau,  Oberlehrer  A. 
Vrbka  in  Znaim.  Als  Mitglieder  wurden  aufgenommen  :  Professor 
J.  Filous,  Realschuldirektor  i.  P.  S.  Horvát h,  Hochschul- 
professor Dr.  K.  Vandas,    sämtliche    in    Brunn    und    stud.    phil. 


V.  H  a  a  s  in  Prag.  Den  Sammlungen  haben  gespendet:  Jos.  Dostál, 
Lehrer  in  Rampersdorf,  eine  Schnepfe;  Graf  AI.  Kálnoky  in 
Lettowitz,  eine  Orgel  mit  Vorbehalt  des  Eigentumsrechtes;  Professor 
Dr.  J.  Podpěra,  paläontologische  Objekte. 

10.  Kuratoriumssitzung  am  6.  Dezember  1909. 

Der  Vorsitzende  Herr  Direktor  Dr.  Fr.  Kameníček  begrüßte 
die  Anwesenden  und  teilte  mit,  daß  die  leiblichen  Überreste  J. 
Dobrovsky's  und  J.  Ckytil's  am  11.  Vovember  d.  J.  vom 
Altbrünner  Friedhofe  auf  den  Zentralfriedhof  übertragen  wurden, 
und  dankte  allen,  die  sich  um  diese  Aktion  verdient  gemacht  haben. 
Der  Vorsitzende  gab  ferner  bekannt,  daß  infolge  Resignation  des 
Hofrates  und  Hochschulprofessors  W.  Re  borovský  Herr  Professor 
Dr.  J.  Podpěra  zum  Präses  der  mathematisch-naturwissenschaft- 
lichen Abteilung  der  böhmischen  Vortragssektion  und  Herr  Professor 
Fr.  Černý  zum  Sekretär  der  philologisch-historischen  Abteilung 
derselben  Sektion  an  Stelle  des  ausgetretenen  Herrn  Dr.  H.  Jarník, 
Skriptors  der  Landesbibliothek,  gewählt  wurden.  Der  Vorsitzende 
erwähnte  dann  den  baulichen  Zustand  des  Museumsgebäudes  und 
sprach  über  einige  Personalien.  Nach  Erledigung  eines  zahlreichen 
Einlaufes  berichtete  der  Direktor  der  Landesbibliothek,  Kaiserlicher 
Rat  Herr  Dr.  W.  S  c  h  r  a  m  über  Angelegenheiten  der  Landesbibliothek. 
Hierauf  wurde  die  Ergänzungswahl  eines  Mitgliedes  der  Kunst- 
kommission vorgenommen  und  wurde  zum  Nachfolger  des  Hoch- 
schulprofessors Herrn  Fr.  Heroik,  der  auf  die  Mitgliedschaft  in 
der  Kommission  verzichtete,  Herr  Jar.  S  y  ř  i  š  t  ě,  Architekt  und 
Professor  an  der  Staatsgewerbeschule  in  Brunn,  gewählt.  Ferner 
berichteten  die  Herren  Kustoden  über  Einrichtungen  in  den  Samm- 
lungen. Kustos  A.  Palliardi  referierte  über  den  Verlauf  und 
der  Beendigung  der  Übertragung  der  Sammlungen,  Kustos  Dr.  K. 
Ab  solo  n  über  Arbeiten  in  der  zoologischen  und  botanischen 
Abteilung,  Sekretär  Dr.  J.  H  elf  ert  über  Einrichtungen  und  Er- 
fordernisse der  Abteilung  für  Volkskunde,  der  Kunstabteilung  und 
der  Museumskanzlei,  Geologe  W.  J.  Procházka  über  die  geo- 
logisch-paläontologische und  petrographische  Abteilung.  Über  die 
von  den  Herren  Kuratoren  Professor  Dr.  Fr.  Dvorsky,  Dr.  A. 
F  i  s  c  h  e  1,  Professor  J.  Šíma  und  Direktor  K 1  v  a  ň  a  abgegebenen 
Gutachten  und  gestellten  Anträge  wurden  entsprechende  Beschlüsse 
gefaßt.     Zu  Konservatoren    wurden  ernannt:    Benno    Branczik, 


14 

Bankprokurist  in  Brunn;  M.  Jahn,  Schriftsteller  in  Komarowitz; 
Josef  Klí  r,  akademischer  Maler  in  Brunn;  Wilhelm  Mrs  tik, 
Schrifsteller  in  Diwak;  Jaroslav  Syřiště,  Architekt  und  Gewerbe- 
schulprofessor, in  Brunn;  Johann  Vaňha,  Direktor  der  Landes- 
versuchsanstalt in  Brunn;  Dr.  Johann  Zavřel,  k.  k.  Realschnl- 
professor  in  Königgrätz.  Als  Mitglieder  wurden  aufgenommen  : 
W.  B  e  a  m  t,  Privatbeamter,  F.  Brychta,  Jurist,  J.  Coufal, 
k.  k.  Realschulprofessor,  E.  Grabscheit,  Oberlehrersgattin,  A. 
G  r  a  f,  Sparkassaoberbeamter,  A.  H  e  x  m  a  n  n,  Beamtin,  E.  J  u  n  g, 
Postbeamter,  Ad.  L.  Krejčík,  Archivsadjunkt,  F.  Lauf  er, 
Textilakademiker,  E.  Pauk,  Professor  der  böhmischen  Handels- 
akademie, JUC.  S.  Silbiger,  Universitätshörer,  A.  Slovák, 
Konsistorialrat  und  Realschulprofessor,  Christine  Stejskal.  Fach- 
lehrerin, M.  Ursíny,  k.  k.  Hochschulprofessor,  J.  Vydra,  k.  k. 
Gymnasialprofessor,  A.  Wild t,  Ingenieur,  H.  Wittreic h,  Privat- 
beamter, Th.  Wranitzky,  Bürgerschuldirektor  a.  D.,  sämtliche 
in  Brunn,  T.  Sojka,  Katechet  in  Trebitsch.  Für  die  Sammlung 
spendeten:  Professor  Albin  Kučera,  Flußbarsch;  Konservator 
Kaplan  Aug.  Kratochvíl,  Urne  ;  Kustos  Dr.  K.  A  1)  s  o  1  o  n, 
2  Diapositive;  Geologe  V.  J.  Procházka,  2  Kristalle  und 
Rauchquarz  ;  Lehrer  Josef  Dostál  in  Rampersdorf,  Lerchenfalke. 


Die  Porträt-Lithographien  der  mähr.  Laiides 

Bibliothek. 


Von  Dr.   Willi.  Schräm. 


Unsere  Landesbibliothek  besitzt  eine  Sammlung  von  Porträts 
hervorragender  Persönlichkeiten  in  verschiedenen  Reproduktionen. 
Den  wertvollsten  Bestandteil  dieser  interessanten  Kollektion  bilden 
die  Porträt-Lithographien,  im  ganzen,  wenn  wir  von  den 
wenigen  Bildnissen  unbekannter  und  bis  jetzt  unbestimmbarer  Per- 
sonen absehen,  257  Blätter  (zumeist  in  Folio). 

Um  dieselben  einem  größeren  Publikum  zugänglich  und  be- 
nutzbar zu  machen,  habe  ich  den  nachfolgenden  Katalog  verfaßt, 
dem  ich  zur  Einleitung  nur  einige  wenige  Bemerkungen  über  die 
Entstehung  und  Entwicklung  der  Porträt-Lithographie  in  Oster- 
reich vorausschicken  will. 

Alois  Senefelder,  der  geniale  Erfinder  der  Lithographie, 
wollte  nach  seinen  in  München,  Offenbach  und  Baden  errun- 
genen Erfolgen  das  neue  von  ihm  im  Jahre  1797  erfundene  Re- 
produktionsverfahren  auch  in  Wien  einführen,  stieß  hier  aber 
überall  auf  ungeahnte  Schwierigkeiten.  Zensurpolizeiliche  Bedenken, 
die  unfreundliche  Haltung  der  Wiener  Kunsthändler,  die  unge- 
schickte Einmischung  seiner  Mutter,  welche  hinter  dem  Rücken 
des  Erfinders  für  ihre  Söhne  Theobald  und  G-eorg  ein  Privilegium 
zur  Errichtung  einer  lithographischen  Anstalt  erwirken  wollte, 
stellten  sich  ihm  in  den  Weg.  Endlich,  am  28.  Jänner  1803,  erhielt 
er  das  gewünschte  Privilegium  auf  10  Jahre.  —  Die  Zustellung 
des  diesbezüglichen  Aktes  erfolgte  erst  am  18.  Mai.  Er  begann 
seine  Verlagstätigkeit  mit  der  Herausgabe  einer  Reihe  von  Musi- 
kalien, konnte  aber  bei  seinen  Erstlingsprodukten  mit  den  präch- 
tigen Erzeugnissen  des  Wiener  Notenstichs  nicht  konkurrieren. 
Wie  wir  dem  quellenmäßigen    und     instruktiven  Aufsatze:      „Zur 


16 

Geschichte  der  Einführung  der  Lithographie  in  Wien" 
von  J.  Seh.,  abgedruckt  im  Katalog  Nr.  761)  des  bestbekannten 
Bücher-  und  Kunstantiquariats  Gilhofer  &  Ranschburg  entneh- 
men, hat  der  Vertrieb  der  Musikalien  dem  beklagenswerten  Er- 
finder im  ersten  Monate  des  Bestandes  seiner  Druckerei  10  Gul- 
den 48  Kreuzer,  im  zweiten  nur  1  Gulden  36  Kreuzer  abgeworfen. 
Senefelder  geriet  in  solche  finanzielle  Bedrängnis,  daß  er  sein 
Privilegium  im  Jahre  1805  an  Sigmund  Anton  Stein  und 
Rochus  Kraszniczky  um  600  Gulden  verkaufte  und  im  Oktober 
des  nächsten  Jahres  über  Aufmunterung  des  Barons  Christoph  von 
A  retin  nach  München  zurückkehrte,  wo  er  die  Steindruckerei 
bald  in  Aufnahme  brachte. 

Die  Firma  Stein  &  Co.,  welche  Senefelders  Privilegium 
übernommen  hatte,  verband  mit  großer  Rührigkeit  einen  tüchtigen 
Geschäftssinn  und  gelangte  zu  raschen  Erfolgen.  Stein  gab  im 
Jahre  1806  ein  großes  Kostümwerk,  enthaltend  die  bildliche  Dar- 
stellung der  uniformirten  Bürgerschaft  in  Wien,  heraus.  Das  Titel- 
blatt zeigt  uns  das  Porträt  des  Stephan  Edlen  v.  Wohl- 
leben, Bürgermeisters  und  Chefs  sämtlicher  Bürgergarden  von 
Wien  (nach  einer  Vorlage  J.  Doplers  von  Karl  Müller  mit  der 
Feder  auf  Stein  gezeichnet).  Dieses  Bildnis  ist  die  erste  in  Wien 
hergestellte  Porträtlithographie.  Bald  darauf  (1806)  erschien  das 
erste  selbständige  Porträt  (das  Bildnis  des  Sängers  und  Ko- 
mikers Joh.  B.  Ellmenreich)  im  Verlage  der  Stein'schen  ehem. 
Druckerei  (am  Graben  im  Patemostergassel).  Zu  hoher  Bedeutung 
gelangte  die  Porträtlithographie  in  dem  1817  durch  den  Grafen 
Pötting  gegründeten  „lito graphischen  Institute",  welches  ge- 
rade diesen  Zweig  der   Reproduktion    mit   großem   Eifer    pflegte. 

Das  Porträt  wurde  für  die  Lithographen  eine  einträgliche 
Quelle  des  Erwerbes,  wozu  einerseits  die  billige,  anderseits  die 
rasche  Vervielfältigung  das  ihrige  beitrug.  Unter  den  zahlreichen 
Künstlern  dieser  Art,  welche  sich  dem  Publikum  zur  Verfügung 
stellten,  war  Josef  Kriehuber  der  unbestrittene  Meister.  Über 
ihn  hat  der  Kunstschriftsteller  Wolfgang  v.  Wurzbach  ein 
umfangreiches  und  vortreffliches  Buch  geschrieben  (Josef  Kriehuber. 
Katalog  der  von  ihm   lithographierten    Porträts,    München    1902). 

])  Dieser  Katalog-,  der  1906  in  Wien  erschien,  bringt  ein  Verzeichnis 
von  1725  Porträts,  die  von  Meistern  der  Wiener  Porträtlithographie  stammen 
und  zum  Teil  noch  heute  bei  der  genannten  Firma  erhältlich  sind. 


17 

Wir  können  nur  kurze  Andeutungen  geben.  —  Unser  Künstler 
wurde  am  14.  Dezember  1800  zu  Wien  als  der  Sohn  eines  Gast- 
wirtes geboren,  der  selbst  zeichnete  und  malte  und  sich  sogar  mit 
dem  Bilderhandel  beschäftigte.  Nachdem  er  mehrere  Jahre  an  der 
Wiener  Akademie  studiert  hatte  und  durch  mehrfache  Preise  aus- 
gezeichnet worden  war,  ging  er  um  1818  als  Zeichenlehrer  des 
Fürsten  Sangusko  nach  Slavouta  in  Polen.  Dort  erteilte  er  Unter- 
richt und  porträtierte  das  Gestüt  des  Fürsten.  Er  soll  auch  den 
fürstlichen  Pferdeliebhaber  selbst  porträtiert  haben.  Seine  früheste 
Porträtlithographie,  mit  J.  K.  gezeichnet  und  von  München  1816 
datiert,  stellt  die  spätere  Kaiserin  Karolina  Augusta  als  Prinzessin 
dar.  Nach  vierjährigem  Aufenthalte  in  Polen  kehrte  er  nach  Wien 
zurück,  wo  er  für  den  Verlag  Trentsensky  die  damals  so  belieb- 
ten Pferdestücke  und  Schlachtenbilder  auf  Stein  zeichnete  und 
seine  Studien  an  der  Akademie  bis  zum  25.  Jahre  fortsetzte.  Für 
den  Verlag  des  lithographischen  Instituts  lieferte  er  68  treffliche 
Bildnisse  von  ungarischen  Heerführern,  Herzogen  und  Königen 
(nach  Zeichnungen  von  Schmied).  Noch  mehr  bewundert  wurden 
die  6  Schauspielertypen  aus  F.  Raimunds  Zaubermärchen  „Der 
Bauer  als  Millionär",  welche  er  (gleichfalls  nach  Zeichnungen 
Schmied' s)  lithographierte.  Sehr  populär  wurde  Kriehuber  durch 
die  Bildnisse  von  beliebten  Schauspielern  und  Musikern,  die  er 
für  den  Mechettischen  Kunstverlag  ausführte.  Bald  wollten  alle 
Persönlichkeiten,  die  in  der  Öffentlichkeit  einen  Namen  hatten, 
nur  von  ihm  abkonterfeit  sein.  Mitglieder  des  Kaiserhauses,  Ari- 
stokraten, Diplomaten,  Heerführer,  Gelehrte  und  Kirchenfürsten, 
Arzte,  Künstler  und  Industrielle  beeilten  sich  dem  Meister  zu 
sitzen.  In  den  40er  und  50er  Jahren  verfertigte  er  bisweilen  3 — 4 
Porträts  an  einem  Tage  und  für  jedes  Bildnis  erhielt  er  100 
Gulden  oder  noch  mehr.  Seine  materielle  Lage  wurde  sehr  günstig. 
Da  er  aber  ein  kavaliermäßiges  Leben  führte,  eine  vielköpfige  Fa- 
milie zu  erhalten  hatte  und  der  künstlerische  Stift  des  Litho- 
graphen infolge  der  Photographie  nach  1860  immer  weniger  in  An- 
spruch genommen  wurde,  konnte  Josef  Kriehuber,  das  große  Genie, 
bei  seinem  Tode  am  30.  Mai  1876  seinen  Angehörigen  wenig  mehr 
als  seinen  berühmten  Namen  hinterlassen.  Meister  Kriehuber 
dürfte  ungefähr  2500  Porträtlithographien  ausgeführt  haben,  von 
denen  Wolfgang  v.  Wurzbach  2369  genau  verzeichnet  und  be- 
schreibt. Die  größte  Sammlung  der  Kriehuber'schen  Lithographien 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1.  & 


18 

(1800  Blätter)  befindet  sich  gegenwärtig  auf  dein  erzherzoglichen 
Schlosse  Hernstein  bei  Berndorf  in  Xieder-Österreich.  Sie  wurde 
seinerzeit  von  den  Erben  Kriehubers  an  den  Erzherzog  Leopold 
verkauft  und  ist  jetzt  Eigentum  des  Erzherzogs  Rainer. 

Wer  die  Kriehuber'schen  Blätter  studiert,  kann  sich  an  den 
echt  wienerischen  Eigenschaften  dieser  Meisterwerke  nicht  genug 
satt  sehen.  Überall  Treffsicherheit,  Eleganz  und  Geschmack.  Ins- 
besondere fesselt  uns  die  geistreiche  Charakteristik  von  Blick  und 
Haar.  Josef  Meder,  der  ausgezeichnete  Kunstkenner  und  Kunst- 
historiker, schreibt  in  seinem  Aufsatze  über  die  Lithographie  in 
Österreich-Ungarn  (Heft  XXXVI  der  vervielfältigenden  Kunst  der 
Gegenwart,  3.  Lieferung  des  IV.  Bandes)  über  unsern  Meister: 
„Kriehuber  ist  Realist,  seine  Köpfe  haben  eine  präzise  Modellierung, 
der  Fleischton  ist  wahr  und  kräftig.  Die  Hauptwirkung  verlegt  er 
in  die  Augen,  welche  er  bis  zur  vollsten  Lebendigkeit  ausarbeitet; 
sie  sprechen  und  leuchten  und  lassen  oft  sogar  die  Farbe  der 
Pupillen  erkennen."  Unter  den  zeitgenössischen  Lithographen,  auf 
deren  Schaffen  Kriehuber  unverkennbaren  und  günstigen  Einfluß 
übte,  wären  mit  besonderem  Lobe  die  Deckers,  Eybl,  Faust 
Herr,  Lanzedelli,  Lieder,  Robert  The  er  und  Josef  Eduard 
Teltscher1)  zu  nennen.  Als  seine  eigentlichen  Schüler  sind  vor 
allem  Prinzhofer,  A.  Strixner,  Dauthage,  Eduard  Bauer 
und  Eduard  Kaiser  zu  erwähnen,  welche  die  gesunde  Realistik 
ihres  Meisters  in  ihren  ausgezeichneten  Bildnissen  offenbaren.  In 
den  Sechzigerjahren  kommt  die  Lithographie  immer  mehr  und 
mehr  aus  der  Mode.  Die  Photographie  und  andere  aus  ihr  heraus- 
gebildete Reproduktionsarten  halten  überall  siegreichen  Einzug. 
Nach  dieser  Einleitung  sei  es  mir  gestattet,  über  unsere  hier 
katalogisierte  Sammlung  einige  orientierende  Mitteilungen  zu 
machen.  Den  Grundstock  derselben  bilden  die  Porträts  zahlreicher 
hervorragender  Mitglieder  der  ehemaligen  k.  k.  mähr.-schles.  Acker- 
baugesellschaft, die  seinerzeit  in  einem  Album  vereinigt  waren, 
und  eine  große  Zahl  von  militärischen  Porträts,  die  von  einem 
Spender  herrühren  dürften.  Im  Laufe  der  Zeit  kamen  durch 
Schenkung  und  durch  Kauf  —  namentlich  in  den  letzten  Jahren 
—  die  übrigen  Stücke  hinzu.     Meister   Kriehuber    ist    in    unserer 


:)  Über  Teltscher,  der  das  Lithographieren  1825 — 1827  in  Brunn  bei 
Trassier  erlernte  und  später  in  Wien  fortsetzte,  vergleiche  meinen  Aufsatz 
„Mährische  Aquarellisten"  (Annales  musei  Franciscei  MDCCCXCVII  p.  205  ff.) 


19 

Kollektion  durch  86  Blätter  vertreten.  Wir  finden  unter  denselben 
neben  Mitgliedern  des  österr.  Kaiserhauses  und  hohen  Militärpersonen 
unter  anderen  die  Bildnisse  des  gefeierten  Rechtslehrers  Doktor 
Ludwig  Arndts  Bitter  v.  Arnesberg  (Nr.  4),  des  Hof  kaminer- 
Präsidenten  Peter  Josef  Freiherrn  v.  Eichhoff  (Nr.  40),  des 
mährischen  Historikers  Christian  Bitter  d'Elvert  (Nr.  42),  des 
berühmten  zu  Brunn  geborenen  Violinvirtuosen  Heinrich  Wilhelm 
Ernst  (Nr.  46),  des  mährischen  Abgeordneten  Dr.  Karl  G-iskra 
(Nr.  67),  des  Wiener  Mineralogen  Karl  Haidinger  (Nr.  75) 
des  mährischen  Industriellen  Leopold  Georg  Haupt  (Nr.  77),  des 
österr.  Historiographen  Friedrich  Hurter  (Nr.  88),  des  obersten 
Kanzlers  der  k.  k.  vereinigten  Hofkanzlei  Anton  Friedrich  Grafen 
Mittrowsky,  der  auch  als  mähr.  Gubernator  und  Begründer  des 
Franzens-Museums  eine  hervorragende  Rolle  spielte  (Nr.  133),  des 
Rechtsgelehrten  Dr.  Theodor  Pachmann  (Nr.  153),  des  Direktors 
der  mähr.-schl.  Ackerbaugesellschaft  Fürsten  Hugo  zu  Salm  (Nr. 
173),  des  Adalbert  Freiherrn  v.  Widmann  (Nr.  237  u.  Nr.  238) 
der  später  eine  Reihe  von  Jahren  als  mähr.  Landeshauptmann 
fungierte,  des  aus  Wischau  gebürtigen  Wiener  Bürgermeisters 
Dr.  Andreas  Zelinka  und  vieler  anderer. 

Auch  die  Nachahmer  und  Schüler  Kriehubers  sind  durch 
ziemlich  zahlreiche  und  gute  Blätter  vertreten.  Von  Eybl  besitzen 
wir  beispielsweise  die  Porträts  des  mähr.  Schriftstellers  Johann 
Jakob  Heinrich  Czikann  (Nr.  30),  des  ungarischen  Staatsmannes 
Franz  Deák  (Nr.  35),  des  Brünner  Bischofs  Franz  Anton  Gindl 
(Nr.  66),  des  mähr.  Gouverneurs  Karl  Grafen  von  Inzaghi  (Nr. 
97),  des  Anton  Friedrich  Grafen  Mittrowsky  (Nr.  134),  des 
Hofrates  und  Freiherrn  Konstantin  v.  Münch-Bellinghausen 
(Nr.  140),  des  Olmützer  Erzbischofs  Maximilian  Josef  Freiherrn 
v.  Sommerau-Beeckh  (Nr.  209),  des  rühmlichst  bekannten  auf 
Burg  Pernstein  geborenen  Kompositeurs  Anton  Emil  Titl  (Nr. 
219)  etc.  Von  Teltschers  Meisterhand  stammen  die  Porträts  des 
im  Jahre  1797  in  Brunn  eingewanderten  ehemaligen  französischen 
Kapitäns  Johann  Heinrich  d'Elvert  (Nr.  41)  und  des  Brünner 
Bischofs  Wenzel  Urban  Ritter  v.  Stuffler  (Nr.  212V).  Von 
Bildnissen  Prinzhofers  sei  Nr.  53  (Erzherzog  Karl  Viktor  Fer- 

l)  Andere  Porträtlithographien  Tetschers  (11),  darunter  auch  das  Bildnis 
des  Brünner  Stadtpfarrers  Max  Reisenhofer  (1827),  befinden  sich  in  seinem 
Nachlasse,  der  im  Franzens-Museum  aufbewahrt  ist. 

2* 


20 

dinand,  gel)oren  zu  Brunn),  Nr.  112  (Statthalter  Graf  Lažansky) 
und  Nr.  254  (Husarenrittmeister  Zdenko  Graf  Zierotin)  hervor- 
gehoben. —  Von  den  Arbeiten  des  Faust  Herr  interessieren  uns 
lebhaft  die  Porträts  des  Staatsministers  Franz  Grafen  Kolowrat- 
Liebsteinsky  (Nr.  104)  und  des  in  Brunn  geborenen  Wiener 
Fürsterzbischofs  Vinzenz  Eduard  Milde  (Nr.  132).  Unter  den  15 
Porträts  des  Eduard  Kaiser  ragen  hervor  Nr.  12  (Feldzeugmeister 
Ritter  v.  Benedek),  Nr.  45  (Erzherzog  Ernst  von  Österreich), 
Nr.  89  (  Rechtsgelehrter  und  Staatsmann  Antun  Hye  Freiherr  v. 
Gluneck),  Nr.  116  (Erzherzog  Leopold  von  Osterreich),  Nr.  180 
(der  Direktor  der  Briinner  technischen  Hochschule  Dr.  Florian 
Schindler),  Nr.  191  (der  bekannte  Publizist  Franz  Schuselka); 
alle  die  genannten  übertrifft  'aber  das  von  Kaiser  im  Jahre  1853 
lithographierte  Bildnis  unseres  Monarchen  (Nr.  55).  Eine  genaue 
Durchsicht  unseres  Kataloges  wird  die  Freunde  der  Porträtlitho- 
graphie mit  den  übrigen  Künstlern  und  ihren  in  unserem  Besitze 
befindlichen  Werken  bekannt  machen. 

Nur  auf  3  Lithogi'aphen,  die  außerhalb  des  Kreises  der 
eigentlichen  Wiener  Schule  stehen,  möchte  ich  noch  in  Kürze 
hinweisen,  nämlich  auf  Patricius  Kittner,  A.  Jovanovié  und 
Karl  Klíč. 

Der  Brünner  Miniaturmaler  Patricius  Kittner  (geboren 
16.  März  1809,  gest.  18.  Juni  1900),  der  durch  Jul.  Leischings 
Aufsätze  in  den  „Mitteilungen  des  mähr.  Gewerbe-Museums"  (1906 
Nr.  8  und  1909  Nr.  3)  und  durch  die  daselbst  veranstaltete  Pa- 
tricius Kittner- Ausstellung  (7. — 28.  März  1809)  endlich  zur  wohl- 
verdienten Anerkennung  gelangt  ist,  war  auch  ein  gar  trefflicher 
Porträtlithograph.  21  seiner  diesbezüglichen  Arbeiten,  zumeist  aus 
den  Jahren  1840 — 1851  stammend,  wurden  bei  der  genannten 
Ausstellung  dem  kunstliebenden  Publikum  zur  Besichtigung  dar- 
geboten und  fanden  ungeteilten  Beifall.  —  In  der  Sammlung  un- 
serer Landesbibliothek  ist  Kittner  durch  die  Bildnisse  des  mähr.- 
schles.  Gouverneurs  Alois  Grafen  v.  Ugarte  (Nr.  222),  der  mähr. 
Statthalter  Leopold  Grafen  Lažansky  und  Gustav  Grafen  Cho- 
rinsky  (Nr.  113  und  Nr.  25),  des  Majors  der  Brünner  National- 
garde Anton  Justian  (Nr.  99),  des  mähr.  Landschaftsbuchhalters 
Ignaz  K rinner  (Nr.  107),  des  Feldmarschall-Leutnants  Josef 
Ritter  von  Malter  (Nr.  123)  und  des  mähr.-schles.  Gubernial- 
rates  Anton  Schmid  (Nr.   183)  vertreten. 


21 

Von  dem  merkwürdigen  serbischen  Lithographen  A.  Jo  va- 
no vie,  dessen  Lebensgang  und  Schaffen  leider  noch  nicht  genü- 
gend erforscht  ist,  besitzen  wir  das  aus  dem  Jahre  1853  stam- 
mende vorzüglich  ausgeführte  Bildnis  des  Fürsten  von  Montenegro 
Daniel  I.  (Nr.  34). 

Der  akademische  Maler  Karl  Klíč,  der  als  ausgezeichneter 
Illustrator  großer,  zumeist  österreichischer  und  englischer  humo- 
ristischer Blätter  weit  und  breit  berühmt  geworden  ist,  hat 
sich  auch  als  tüchtiger,  treffsicherer  Lithograph  bewährt.  Sein  in 
Brunn  auf  Stein  gezeichnetes  Gruppenbild  „Ze  sněmu  moravského 
1864"  (Nr.  257)  gehört  zu  den  wertvollsten  Stücken  unserer 
Sammlung.  Von  seinen  Einzelbildnissen,  die  sehr  selten  auf  dem 
Kunstmarkt  auftauchen,  ist  nur  das  Brustbild  des  Generals  Joh. 
Freiherrn  v.  Löwenthal  (1874)  in  unserer  Bibliothek  vorhanden. 
—  Den  eigentlichen  Weltruf  aber  erlangte  Karl  Klíč,  der  am 
31.  Mai  1841  in  Arnau1)  in  Böhmen  geboren  wurde,  durch  seine 
im  Jahre  1879  erfundene  Methode  der  Heliogravüre,  die,  von 
ihm  immer  mehr  vervollkommt,  als  Rembrandt- Heliogravüre 
in  Europa,  namentlich  in  England,  zur  größten  Blüte  und  zu  den 
höchsten  Erfolgen  gelangt  ist. 

In  der  Sammlung  der  Landesbibliothek  befinden  sich  Blätter 
mancher  verdienstvoller  Lithographen,  über  deren  Tätigkeit  und 
Bedeutung  noch  viel  zu  wenig  bekannt  ist.  Hier  stünde  der  Spezial- 
forschung  noch  ein  dankbares  Feld  offen.  Ich  verweise  insbeson- 
dere auf  folgende  Namen:  "VV.  Hörn  (in  den  Dreißigerjahren  in 
Brunn  tätig),  J.  Bekel  (der  in  Prag  lebte  und  von  dem  meister- 
hafte Porträts  des  Fr.  L.  (Jelakovský  und  Dr.  Fr.  Lad.  Rieger 
in  unseren  Mappen  verwahrt  sind),  F.  Sir  (Schier)  und  F.Kolár. 


1.  Albrecht,  Erzherzog  von  Österreich,  General  der  Kaval- 
lerie usw.  Kniestück,  stehend,  n.  1.,  Kriehuber  1851.  Gedruckt 
bei  J.  H.  Höfelich,  Verlag  von  L.  T.  Neumann  in  AVien. 

2.  Alexander,  Prinz  von  Hessen,  k.  k.  Feldmarschalleutnant, 
Kniestück,  stehend,  Eduard  Kaiser  nach  der  Natur  1859. 
Druck  von  Reiffenstein  und  Rösch,  Verlag  von  L.  T.  Neu- 
mann in  Wien. 


*)  Im  Ottuv  slovník   heißt  es  irrtümlich,    daß  er  um    das  Jahr    1850  in 
Prag-  geboren  wurde. 


22 


ri.  Âmerling  Karl  Slavomil,  geb.  1807  in  Klattau,  gest.  1884 
in  Prag,  Arzt.  Philosoph,  Pädagog,  Technolog,  Naturforscher, 
Schriftsteller.  Brustbild,  sitzend  n.  r.,  Luise  Berka  1849. 
Druck  von  Sir  in  Prag.  Unter  dem  Bilde  die  gedruckten 
Worte:  „Učitel  Svatého  uemá  nic  k  své  ochraně  než  čistotu 
svého  učení.    Nezhyne  Národ,   který  (i)  sám  v  sebe  důvěren". 

4.  Arndts  Ludwig,  Ritter  v.  Arnesberg,  Dr.,  Professor  des  römi- 
schen Rechts  und  Mitglied,  des  österreichischen  Herrenhauses, 
geb.  1803  zu  Arnsberg  in  Preußen,  gest.  1878  in  Wien. 
Brustbild,  en  f.  n.  1.  Kriehuber  1861.  Druck  von  J.  Haller 
in  Wien.  Unterhalb  der  facs.  Adresse  die  Widmung:  „Dem 
gefeierten  Rechtslehrer  von  seinen  dankbaren  Schülern". 

5.  d'Aspre,  Konstantin  Freiherr,  Feldzeugmeister  und  Maria- 
Theresien-Ordensritter,  geb.  in  Brüssel  1789,  gest.  zu  Pa- 
dua  1850.  Kniestück,  n.  1.,  Kriehuber  1850.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelich  und  verlegt    von    L.    T.    Neumann  in    Wien. 

6.  August  v.  Auenfels,  Georg  Freiherr,  Generalmajor,  Vertei- 
diger der  Festung  Karlsburg,  Maria-Theresien-Ordensritter, 
geb.  zu  Broszkowce  in  Kroatien  1773,  gest.  1852  zu  Wien. 
Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.  Kopiert  von  Kriehuber  1851. 
Gedruckt  bei  J.  Höfelich,  Verlag  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

7.  Augustin,  Vinzenz  Freiherr  v.,  Feldzeugmeister  und  General- 
Artillerie-Direktor,  geb.  in  Pest  1780,  gest.  zu  Wien  1859. 
Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  L  Kriehuber  1850.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelich,  Verlag  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

8.  Barco,  Josef  Freiherr  v.,  Feldmarschall-Leutnant,  Maria- 
Theresien-Ordensritter,  geb.  zu  Wien  1798,  gest.  1861.  Kniestück, 
stehend,  n.  r.  Kriehuber  1851.  Gedruckt  bei  J.  Rauh  in  Wien. 

9.  Bartensteiu,  Emanuel  Freiherr  v.,  Herr  auf  den  Majorats- 
lehen Hennersdorf,  Johannestal  und  Matzdorf  in  Osterr.- 
Schlesien,  Besitzer  der  Güter  Deutsch-Knönitz  in  Mähren 
und  Deutsch-Liebau  in  Böhmen,  gew.  k.  k.  Ländrat,  mähr. 
Landstand,  o.  beisitzendes  Mitglied  der  k.  k.  mähr.-schles. 
Gesellschaft  zur  Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Natur-  und 
Landeskunde,  geb.  1769  in  Wien,  gest.  18.  Februar  1838  in 
Brunn.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  W.  Hörn,  Brunn  1836. 

10.  Bartensteiu,  Josef  Freiherr  v.,  Sohn  des  Emanuel  Freiherrn 
von  Bartenstein.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  Kriehuber  1839.  Ge- 
druckt bei  J.  Höfelich. 


23 


11.  Belrupt,  Heinrich  Graf,  gew.  mähr.  Landtagsabgeordneter 
und  Landesausschußbeisitzer,  geb.  17.  Februar  1825.  Brust- 
bild, en  f.  n.  r.  Dauthage.  Lithographie  aus  dem  Werke: 
„Das  Parlament".  Druck  von  L.  Schilling  in  Wien. 

12.  BenedeK,  Ludwig  Ritter  v.,  österr.  Feldzeugmeister,  geb. 
1804  in  Ödenburg,  gest.  1881  in  Graz.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  1.  Eduard  Kaiser  1857.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs 
und  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

13.  Benedict  Markus,  Talmudist  und  Ober-Landesrabbiner  in 
Mähren,  geb.  zu  Sürge  in  Ungarn,  gest.  1836  zu  Karlsbad. 
Brustbild,  gez.  und  lith.  von  S.  Argolese  in  Prag.  „Dem  isr. 
Spitalvorsteher  Moises  Fischel  in  Prag  achtungsvoll  gewidmet." 
Schadhaftes  Blatt. 

14.  v.  Berg,  Abgeordneter  für  Jülich.  Brustbild  n.  r.  Ed.  Uber. 
Druck  von  Wilh.  Hermes  in  Berlin. 

15.  Bertoletti,  Barone,  Generale  ď  Artiglieria  e  Capitano  della 
R.  Guarda  Nobile  Lombardo  Veneta'  geb.  1775  in  Mailand, 
gest.  1846  als  L  k.  Feldzeugmeister  in  Wien.  Kniestück, 
stehend.  D'après  nature  p.  F.  Wolf  1845.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelich  in  Wien. 

16.  Böhm,  J.  v.,  Jurist.  Kniestück,  stehend.  Eduard  Kaiser  1848. 
Gedruckt  bei  J.  Rauh,  verlegt  von  Josef  Bermann  in  Wien. 
Unter  dem  Bilde  die  Worte:  „Herkules  reinigte  nicht  mil- 
den Stall  des  Augias,  er  holte  auch  die  goldenen  Apfel  aus 
dem  Garten  der  Hesperiden". 

17.  Bozkowitz,  Ladislaw  v.,  Geschichtschreiber,  Dichter  und 
Gründer  eines  mährischen  Museums  1495.  Brustbild,  eine  mit 
einer  Feder  geschmückte  Mütze  auf  dem  Haupte.  Litho- 
graphie aus  der  lithographischen  Anstalt  der  k.  k.  mähr, 
schles.  Ackerbau-Gesellschaft,  wohl  als  Phantasiebild  von 
Jos.  Edm.  Horky  ausgeführt  (1828?). 

18.  Brück,  Karl  Ludwig  Freiherr  v.,  k.  k.  österreichischer  Finanz- 
minister, geb.  zu  Elberfeld  im  Herzogtum  Berg  1798,  gest.  zu 
Wien  1860.  Kniestück,  stehend,  n.  r.  Kriehuber  1855.  Gedruckt 
bei  Josef  Stoufs  und  verlegt   von  L.  T.  Neumann   in    Wien. 

19.  Brückner  Peter,  Provinzial  des  Ordens  der  frommen  Schulen 
der  böhmisch-mährischen  Provinz,  k.  k.  Rat,  Doktor  der 
Theolosde    und    Direktor    der    k.    k.    Theresianischen    Ritter- 


24 

Akademie.  Brustbild,  im  Lehnstuhl  sitzend.  Göbel  pinx.  1823. 
Lanzedelly  in  lap.  del.  Lithogr.  Institut  in  Wien x). 

20.  Burow  -Julie  (Frau  Pfannenschmidt).  Schriftstellerin,  geb.  zu 
Kydullen  (im  ehemaligen  Neu-Ostpreußen)  1806,  gest.  zu 
Bromberg  1868.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Kriehuber  1857  nach 
einem  Gemälde  von  Joh.  Brandeis.  Druck  von  J.  Haller. 
I.  Prämie  zu  Kobers  Album  1857  (Verlag  von  J.  Kober  in  Prag). 

21.  Karl  Ludwig,  Erzherzog  von  Österreich,  geb.  30.  Juli  1833, 
gest.  19.  Mai  1896.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.  Kriehuber 
1862.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  und  verlegt  von  L.  T.  Neu- 
mann in  Wien. 

22.  Karl  Ludwig,  Erzherzog  von  Osterreich,  Feldmarschall, 
Gouverneur  und  General-Capitaine  des  Königreiches  Böhmen, 
geb.  5.  September  1771,  gest.  30.  April  1847.  Brustbild,  oval, 
en  f.  n.  1.  Fr.  Lieder  und  von  Saar  lithogr.  Gedruckt  bei 
Mansfeld  &  Co. 

23.  Chlumecký,  Johann  Ritter  v.,  Exzellenz,  k.  k.  österreichischer 
Handelsminister,  geb.  1834  in  Zara  (1889  in  den  Freiherrnstand 
erhoben,  1897  in  das  Herrenhaus  berufen);  Brustbild,  Litho- 
graphie aus  dem  Werke  „Das  Parlament". 

24.  Chmel  Josef,  Geschichtsforscher,  geb.  am  18.  März  1798  zu 
Olmütz,  gest.  28.  November  1858  zu  Wien.  Brustbild.  Dau- 
thage  nach  der  Natur  gez.  und  lith.  1853.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelich  und  verlegt  von  Josef  Bermann  in  Wien. 

25.  Choriusky,  Gustav  Graf,  k.  k.  Statthalter  in  Mähren.  Knie- 
stück, stehend,  en  f.  n.  1.  Kittner  1861.  Druck  von  Johann 
Haller  in  Wien. 

26.  Clam-Gallas,  Eduard  Graf,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant, 
Ritter  des  Maria-Theresien-Ordens,  geb.  zu  Prag  1805,  gest. 
zu  Wien  1891.  Kniestück,  stehend  en  f.  n.  1.  Kriehuber  1849. 
Gedruckt  bei  Joh.  Höfelich  und  verlegt  von  L.  T.  Neumann 
in   Wien. 

27.  Coufigliachi,  Ab.  Luigi.  Brustbild.  G.  B.  Cecchini  dis.  Pr. 
Lit.  Deyé,  Venez. 

28.  Coronini-Cronberg,  Johann  Graf,  k.  k.  Feldmarschall-Leut- 
nant, Militär-  und  Zivil-Gouverneur  im  Banat  und  in  Serbien, 
geb.  zu  Görz  1794,  gest.  1880.  Kniestück,  stehend,  n.  1.  Krie- 


*)  Brückner  wurde  1747  zu  Ottenthai  in  Niederösterreich  geboren  und 
starb  1825  in  Auspitz.  Vgl.  Notizenblatt  1888,  Nr.  9. 


25 

liuber  1853.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich  und  verlegt  von  L.  T. 
Neumann  in  "Wien. 

29.  Csorich,  Anton  Freiherr,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant  und 
Kriegsminister,  geb.  zu  Mahichno  (Kroatien)  1705,  gest.  zu 
Wien  1864.  Kniestück,  stehend,  n.  1.  Kriehuber  1850.  Ge- 
druckt bei  Joh.  Höfelich  und  verlegt  von  L.  T.  Neumann 
in  Wien. 

30.  Czikaim,  Johann  Jakob  Heinrich,  mähr.  Schriftsteller  und 
Beamter  der  obersten  Justizstelle  in  Wien,  geb.  zu  Brunn 
10.  Juli  1789,  gest.  ebenda  10.  Juni  1855.  Brustbild,  in  Uni- 
form. Eybl  1833. 

31.  Čelakowský  Fr.  L.,  Dichter  und  Philolog,  geb.  zu  Strakonitz 
7.  März  1799,  gest.  in  Prag  5.  August  1852.  Sitzend  im 
Leimstuhl,  J.  Bekel  lit.  w  Praze  1841.  U  Machka  tisk. 
Číslo  1.  Unter  dem  Bilde  faksimiliert  die  Worte  : 

Gen  sworny  ducji! 

I  welikost  dá  ke  mnohosti  Buh. 

Fr.  L.  Čelakowský. 

32.  Dahlen  von  Orlaburg,  Franz  Freiherr,  k.  k.  Feldmarschall- 
Leutnant  (später  General-Feldzeumgeister),  geb.  zu  Orlat  in 
Siebenbürgen  1779,  gest.  in  Graz  1859.  Kniestück,  stehend, 
n.  1.  Kriehuber  1851.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich  in  Wien. 

33.  Dahlej'iip  B.,  Feldmarschall-Leutnant.  Kniestück,  stehend,  in 
der  Rechten  ein  Blatt  mit  der  Bezeichnung:  „Venedig  1849". 
Nach  dem  Leben  lith.  von  Eduard  Kaiser  1850.  Gedruckt 
bei  J.  Rauh. 

34.  Daniel  I.,  Fürst  von  Montenegro.  Kniestück,  stehend,  en  f. 
A.  Jovanovic  lith.  1853.  Pečat  J.  Heflich.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelich  in  Wien.  (Text  in  serbischer  Sprache). 

35.  Deák  Ferencz  (Franz),  ungar.  Staatsmann,  geb.  1803  zu 
Sötjör  im  Komitat  Szala,  gest.  1876  zu  Budapest.  Sitzend  im 
Lehnstuhl,  en.  f.  n.  1.,  Eybl  lith.  Nyomt  Leykum  A.  Bécsben. 

36.  Degenfeld-Schonburg,  August  Graf,  Feldmarschall-Leutnant 
(später  Feldzeugmeister,)  Ritter  des  Maria-Theresien-Ordens, 
geb.  zu  Groß-Kanisza  1798,  gest.  in  Altmünster  bei  Gmunden 
1876.  Kniestück,  stehend,  n.  r.  Kriehuber  1850.  Gedruckt  bei 
J.  Rauh  und  verlegt  von  L.  T.  Neumann. 

37.  Drechsler  Josef,  Professor,  Kapellmeister  und  Kompositeur, 
geb.    zu    Wällisch-Birken    (ve    Vlachové    Březí)    in    Böhmen 


26 


am  26.  Mm   L782,  gest.  zu   Wien  27.  Februar  1852.  Brustbild 

nach  \ oin  blickend  mit   Brillen.  Winter  Lith.   L844.  Q-edruckt 

bei   Eořegschj. 
38.  Edelmann    Johann,    k.    k.    mähr.-schles.    Oberlandesgerichts- 

Präsident,  geb.  22.   Dezember   L826    in   Neuhaus    in    Böhmen. 

Brustbild,  en  f.  n.  I.    Franz  Th.   Würbel.    Druck    und   Verlag 

\  «  >  1 1  Stern   und  Steiner  in   Wien. 
89.  Egger,    Franz    Ritter   v.,   enier.  Professor  d.   Rechte,  geb.  zu 

Ort  am  Traunsee   I7(;r»,  gest.  nach   L885.  Brustbild,  en  f.  u.  r. 

Kriehuber  L880.  G-edruckt  bei  Mansfeld  &  Cô. 

10.  Elchhoff)  Peter  Josef  Freiherr  \..  k.  I<.  Eofkammer-Prä- 
sident,  geb.  zu  Bonn  I7'.io.  gest.  zu  Wien  L866.  Kniestück, 
stehend,  en  f.  n.  I.  Kriehuber   L847.    Q-edruckt   bei   J.    Rauh. 

11.  d'Elvert  Johann  Heinrich  Friedrich,  k.  französischer  Kapitän 
im  Emigranten-Korps  des  Prinzen  von  Oondé,  später  franzö- 
sischer Sprachlehrer  in  Brunn,  geb.  L768  in  Rossele  in  der 
Nähe  von  Homburg  an  der  Grenze  von  Lothringen,  seit  Ende 
November  L797  in  Brunn,  wo  er  L830  starb.  (Er  ist  der  Vater 
des  mähr,  Historikers  (  üiristinn  Ritter  d'Elveri  und  des 
I  iandesgerichts-Präsidenten  Friedrich  Freiherrn  d'Elvert, 
deren  Lithographierte  Bildnisse  hier  gleichfalls  |JNr.  12  u.  43] 
verzeichnet  werden).  Brustbild,  pur  son   Eleve  J.  E.  Teltscher, 

Q-edruckt   im    lithogr,    Institut,   ohne    Adresse. 

12.  d'Elvert,  Christian  Ritter,  Hofrat,  mährischer  Geschicht- 
schreiber, geb.  II.  April  1803  zu  Brunn,  gest.  als  k.  k.  Ober- 
Finanzrat  i.  R.  und  Altbürgermeister  von  Brunn  ebendaselbst 
am  28.  Jänner  L896.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.  Krie- 
huber   L858.    hrnek    von   J.    Müller    in    Wien. 

18.  d'Elvert,  Friedrich  Freiherr,  k.  k.  Landesgerichts-Präsident, 
geb.  zu  Brunn  I.  März  1812,  gest.  ebenda  am  22.  April  1901. 
Brustbild  (als  Landtags-Abgeordneter-).  F.  Würbel  issu. 
Lithographie  aus  dem   Werke   „Das  Parlament". 

1 1.  Erben  Josef,  Statistiker  und  Kartograph,  geb.  28.  April  1830 
m  Kosteletz  a.  d.  Adler.  Kniestück,  stehend.  ( Tisk  F.  Lipse 
\    Praze.)    Lithographie.    Unter   dem    Bilde   der  Ausspruch: 

..  V    prácí    iiteelm.    spokojenost',    bohatství,    svobodu,    moc!" 

15.  Ernst,  Erzherzog  von  Osterreich,  Kniestück,  stehend.  Eduard 
Kaiser  L858.  G-edruckt  bei  doset'  Stoufs  and  verlegt  von  L. 
T.  Neumann   in   Wien. 


27 

46.  Ernst;  Heinrich   Wilhelm,  Violinvirtuose,  geb.  zu  Brunn  1814, 

.  zu  Nizza  10.  Oktober  18Ç5.  Brustbild,  sitzend,  en  f.  n.  1. 
Kriehuber  1846.  Gedruckt  bei  -I.  Höfelich,  rerlegl  von  Pietro 
Mechetti  qm.  Carlo  in  Wien.  Qnten  mit  eigener  Sand  die 
Unterschrift,  eine  Notenzeile  and  die  Worte:  „Zu  freundlicher 
Erinnerung.  Weymar  22.  März  1849. 

47.  Ethair,  Miss  Rosina,  Kunstreiterin,  fastganze  I"1  tend, 
die  Reitgerte  iri  der  Bechten.  Prokopb  Jit h.  Druck  ron  L 
Sternlicht  in  Brunn. 

1-.  Feehner,    G.    H.,    Med.   Doktor.    Brustbild,    sitzend.    Staub. 

brückt  im  lithogr.   Institut  in    Wien. 
li«.  Feistmantel;    k.  k.  österr.   Ministerialrat.    Brustbild,    sitzend. 

V.  Schertle.  Gedruckt  bei  J.  Jung   in    Frankfurt   a.  M.   and 

verlegt  ebenda  von  J.  ]).  Sauerländer. 

50.  Ferdinand;  Kronprinz  i  ..  »  »  terreich.  Kniestüi  lend, 
n.  !..  im  Frack,  in  der  Bechten  eine  Etoile.  Lithographie. 
H>  ■               öd  Anton   Ziegler  in    Wien. 

51.  Ferdinand  I.,  Kaiser  von  Österreich.  Brustbild,  en  f.  n.  I. 
Gez.  in  Wien,  litli.  in  Innsbruck  von  Wilh.  Hörn  im  lithogr. 
Institut   der    W  ben    Buchhandlung. 

■  >i.  Ferdinand,     Kur]    Josef,     Erzherzog     von 

tbild,   en  f.   n.   !..    in    Busarenuniform.    Kriehuber    1841. 
brück   von   Johann    Böfelich. 
53.  Ferdinand^     Karl    Viktor.    Erzherzog    von    Osterrei 

.  zu  Brunn  15.  Dezember  1849.  Brustbild,  n.  r..  Prinz- 
hofer  1  -  iruckt    bei    J.    Rauh    in    Wien,    Verlag    von 

hak   und  Irrgang  in    Brunn. 
Ferdinand  Max,  Erzherzog  ron  Osterreich.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  r..  in  der  Bechten  ein  Fernrohr,  in  A  dm  irai  s  uniform. 
Kriehuber    1854.    Gedruckt   >Kri  J.  Höfelichs    Witw< 
von   !..  T.  Neumann   in    Wien. 
o.'j.  Franz  Josef  !..  Kai  i    terreich.   Kniestück,   stehend, 

n.  r.,  in  der  Bechten  die  K*])]><-.  koloriert.  Eduard  Kaiser  1853 
Gedruckt  bei  J.  Höfelich  in   W 
hç).  Kranz  Josef  !..   Biaiser   vor.  ich.    Kniestuck,    stehend, 

en  f.  n.  r..  in  der  Rechten  ein  Schriftstück  haltend.    Stadler. 
.  ruckt  hei  J.  Höfelich  '  ternos  Witwe  &  Sohn 

in   Wien.  Aul"  der  Bäckseite  ein  ^-druckť-r 
tags-Lokalitäten. 


28 


57.  Franz  Karl,  Erzherzog  von  Österreich.  Kniestück,  stehend, 
die  Rechte  auf  einer  Stuhllene.  Kriehuber  1836.  Gedruckt 
bei  Hanfstängel  in  München.  Verlag  von  Pietro  Mechetti  qm. 
Carlo  in  Wien. 

58.  Franz  Karl,  Erzherzog  von  (Österreich.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  r.  Kriehuber  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelicb,  verlegt 
von  L.  T.  Neumann  in   Wien. 

59.  Fürsteuberg  Friedrich,  Landgraf,  Fürsterzbischof  von  Olmütz. 
Kniestück,  im  Lehnstuhl.  Kriehuber  1854.  Gedruckt  bei  J. 
Höfelichs  Witwe. 

60.  Fürstenberg,  Josef  Ernst  Egon  Landgraf  zu,  fast  Küiestück. 
Kriehuber  1858.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in  Wien. 

61.  Fux  Hugo  Dr.,  Advokat  und  Landeshauptmann-Stellvertreter 
von  Mähren,  geb.  zu  Gewitsch  am  4.  Juni  1844,  gest.  zu 
Brunn.  Brustbild.  Gezeichnet  im  Auftrage  des  mährischen 
Landes-Ausschusses  von  Josef  Kotzmann  1901.  Druck  von 
M.  Perna  in  Brunn. 

62.  Fux  Hugo  Dr.,  Advokat  und  Landeshauptmann- Stellvertreter 
von  Mähren.  Brustbild.  Gezeichnet  von  J  osef  Kotzmann  1905. 

63.  Garibaldi  Josef,  italienischer  Befreiungskämpfer,  geb.  1807 
zu  Nizza,  gest.  1882  zu  Caprera.  Kniestück,  stehend.  Ge- 
zeichnet und  lith.  von  Hartwich.  Druck  und  Verlag  von 
A.  Sacco  in  Berlin. 

64.  Gastl  Franz,  Buchhändler  und  Buchdruckereibesitzer,  geb. 
zu  Brunn  24.  November  1798,  gest.  ebendaselbst  25.  Februar 
1855.  Brustbild.  Artist,  lithogr.  Anstalt  von  Reifenstein  & 
Rösch  in  Wien. 

65.  Gerstner,  Josef  v.,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant  und  Landes- 
Gendarmerie- Kommandant.  Kniestück,  stehend.  Kriehuber 
1853.  Gedruckt  bei  J.  Höfelicb. 

66.  Gintll  Franz  Anton,  Bischof  von  Brunn  1 1832-1841),  dann 
einige  Wochen  Fürstbischof  von  Gurk,  geb.  15.  September 
1786  zu  Ratten  in  Steiermark,  gest.  24.  Oktober  1841  in 
Gurk.  Halbfigur,  sitzend  im  Lehnstuhl.  Eybl  1840.  Gedruckt 
bei  J.  Höfelich. 

67.  Giskra  Karl,  Dr.,  mährischer  Landtags-  und  Reichsrats- 
Abgeordneter,  1866  Bürgermeister  von  Brunn,  1868 — 1870 
Minister  des  Innern,   geb.    29.   Juni    1820    zu    Mähr.-Trübau, 


29 


gest.  1.  Juni  1879  in  Baden   bei  Wien.    Kniestuck,    stehend, 
im  Frack.  Kriehuber  1861.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in  Wien. 

68.  Goldmark  Josef,  Dr.,  Abgeordneter  für  die  Stadt  Wien,  vom 
Bezirke  Schottenfeld,  geb.  1818  zu  Keresztur  in  Ungarn, 
gest.  18.  April  1881  in  New- York.  Sitzend  im  Lehnstuhl,  mit 
Brillen.  Eduard  Kaiser  1848.  Gedruckt  bei  J.  Rauh,  Verlag 
von  A.  Paternos  Witwe  &  Sohn  in  Wien.  Unter  dem  Bilde 
faksimiliert  die  Worte:  „Die  Reaktion  malt  die  Freiheit  nie 
ohne  Blut  und  Mord.  Sie  stellt  sie  als  eine  Syrene  dar,  die 
nur  im  rothen  Meere  leben  soll''. 

69.  Gomperz,  Julius  Ritter  v.,  Reichsrats- Abgeordneter  (später 
Herrenhaus-Mitglied),  geb.  zu  Brunn  21.  November  1824, 
gestorben  ebendaselbt  21.  Februar  1900.  Brustbild.  Dauthage 
1880.  Lithographie  aus  dem  Werke  „Das  Parlament". 

70.  Goržkowški,  General  de  Cavalerie  (Gorzkowski  von  Gorzkow, 
Karl  Ritter  von,)  geb.  zu  Babyce  in  Galizien  1778,  gest.  zu 
Venedig  1858.  Kniestück,  stehend.  Prinzhofer  1846.  Gedruckt 
bei  J.  Rauh. 

71.  Grabner  L.,  Professor  der  Forstakademie  zu  Maria-Brunn. 
Brustbild.  Kriehuber  1848.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 

72.  GraifenriecL,  A.  E.  E.  v.,  Hauptmann.  Kniestück,  stehend. 
Kriehuber  1855.  Gedruckt  bei  J.  Stoufs  in  Wien. 

73.  Grillparzer  Franz,  Dichter,  geb.  15.  Jänner  1791  in  Wien, 
gest.  ebendaselbst  21.  Jänner  1872.  Brustbild,  den  Blick 
nach  vorn  gerichtet.  Nach  der  Natur  gemalt  von  Ferdinand 
Axmann  1868.  (Das  Originalgemälde  ist  Eigentum  des  ersten 
Kaufmännischen  Vereines  in  Wien.)  Lith.  von  Ferdinand 
Axmann,  Salzburg  1872.  Druck  der  k.  k.  Hof- Kunst- 
druckerei von  Reiffenstein  &  Rösch  in  Wien.  Verlag  von 
Ferdinand  Axmann.  Imp.  Fol. 

74.  Gyulai,  Franz  Graf,  Feldmarschall-Leutnant  (später  Feld- 
zeugmeister), geb.  1798  zu  Pest,  gest.  1868  in  Wien.  Knie- 
stück, en  f.  n.  r.  Kriehuber  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich 
und  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

75.  Haidiiiger  Karl,  Mineralog  und  Geolog,  geb.  zu  Wien  am 
10.  Juli  1756,  gest.  ebendaselbst  16.  März  1797.  Brustbild, 
en  f.  n.  r.  Kriehuber  1856.  Gedruckt  bei  J.  Höfelichs  Witwe. 
Erinnerungsblatt  an  die  100.  Wiederkehr  seines  Geburtstages 
nach  einem  Miniatur gemälde  vom  Jahre  1786. 


30 


76.  Haiiimerstein,  Wilhelm  Freiherr  v.,  General  der  Kavallerie, 
geb.  zu  Hildesheim  3.  März  1785,  gest.  zu  Brunn  13.  Februar 
1861.  Kniestück,  stehend.  Alexander  Kaiser.  Gedruckt  bei 
J.  Rauh  und  verlegt  von  A.  Paternos  Witwe  &  Sohn  in  Wien. 

77.  Haupt  Leopold  Georg,  k.  k.  priv.  Leinenfabrikant,  usw.  geb. 
zu  Mähr.-Rothmühl  am  24.  April  1796,  gest.  23.  Sept.  1851. 
in  Brunn.  Brustbild,  nach  vorn  blickend.  Kriehuber  1831. 
Gedruckt  im  lithogr.  Institut,  in  Wien.  Mit  Bleistift  von 
fremder  Hand  unter  dem  Bilde  die  Bezeichnung:  Leopold 
Haupt. 

78.  Hauslab,  Franz  Edler  v.,  Feldmarschall-Leutnant  und 
Feldartillerie-Direktor  der  Hauptarmee  in  Ungarn,  geb.  zu 
Wien  1798,  gest.  1883.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.  Krie- 
huber 1849.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich  und  verlegt  von  L.  T. 
Neumann  in  Wien. 

79.  Haynaii;  Julius  Freiherr  v.,  k.  k.  Feldzeugmeister,  geb.  zu 
Kassel  1786,  gest.  zu  Wien  1853.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1. 
Kriehuber  nach  der  Natur  1849.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich 
und  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

80.  Hehl,  Franz  Freiherr  v.,  Exzellenz,  Mitglied  des  Herrenhauses, 
geb.  28.  Juni  1808  in  Olmütz  (nicht  in  Osterreichisch-Schle- 
sien  um  das  Jahr  1810,  wie  Wurzbach  in  seinem  biogr. 
Lexikon  angibt).  Brustbild,  en  f.  n.  r.  F.  Wür  (bei).  Litho- 
graphie aus  dem  Werke  „Das  Parlament". 

81.  Heine  Heinrich,  Dichter  und  Schriftsteller,  geb.  13.  Dezember 
1  797  (nach  anderen  1799)  zu  Düsseldorf,  gest.  17.  Februar  1856 
in  Paris.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  Lieder  gez.  Lithographie. 

82.  Heintl,  Dr.  Franz  Ritter  v.,  Nationalökonom  und  Landwirt, 
n.  ö.  Landes- Ausschuß-Rat,  gel),  zu  Altstadt  in  Mähren  am 
30.  Oktober  1769,  gest.  zu  Wien  am  15.  April  1839.  Brust- 
bild. Staub.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  8b. 

83.  Heintl,  Dr.  Franz  Ritter  v.,  Vorstand  und  Direktor  mehrerer 
Humanitätsvereine  Wiens,  k.  k.  Ober-Finanzrat,  geb.  22.  April 
1796  in  Wien,  gest.  ('?).  Kniestück,  im  Lehnstuhl,  n.  1.  mit 
Brillen.  Kriehuber  1856.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in  Wien. 
Mit  dem  faksimilierten  Ausspruche:  „Mein  Wunsch  ist  nütz- 
lich zu  sein". 

84.  Held  Ritt.  Brustbild.  Nach  der  Natur  gemalt  und  lithogr. 
von  Rob.  Theer  1857.  Druck  von  J.  Höfelich. 


31 


85.  Heiith  Job.  Alex.,  Major  und  Kommandant,  dann  Präses 
des  Witwen-  und  Waisen-Institutes  des  Brünner  bewaffneten 
Bürger-  und  Scbützenkorps  und  Vizebürgermeister  der  kgl. 
Hauptstadt  Brunn,  geb.  7.  Mai  1806  in  Brunn,  gest.  1892  eben- 
daselbst. Kniestück,  im  Lebnstubl  sitzend.  Nach  der  Natur 
gezeichnet  und  lith.  von  H.  Ferstier  1853.  Gedruckt  von 
M.  Perna  in  Brunn. 

86.  Hess,  Heinrich  Freiherr  v.,  k.  k.  Feldzeugmeister,  gel),  zu 
Wien  1826,  gest.  ebendaselbst  1870.  Kniestück,  stehend.  Krie- 
huber  nach  der  Natur  lith.  1819.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich 
und  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

87.  Holtei,  Karl  v.,  Dichter,  geb.  24.  Jänner  1798  zu  Breslau, 
gest.  ebendaselbst  12.  Februar  1880.  Brustbild,  en  f.  n.  1. 
Kriehuber  1856.  Gedruckt  bei  J.  Höfelichs  Witwe.  Prämie 
zu  Kobers  Album  1856.   Unter  dem  Bilde  faksimiliert: 

Viel  hab'  ich  im  Leben  erlebt,  geseh'n, 

Viel  Gutes,  viel  Übles  ist  mir  gescheh'n, 

Meine  redlichsten  Freunde:  Kummer  und  Schmerz, 

Meine  bittersten  Feinde:  ich  und  mein  Herz. 

C.  v.  Holtei. 

88.  Hurter  Friedrich,  österr.  Hof-Historiograph,  geb.  zu  Schaff- 
hausen  19.  März  1787,  gest.  zu  Graz  27.  August  1865.  Brust- 
bild,   en  f.  n.  1.  Kriehuber    1846.    Gedruckt   bei   J.    Höfelich. 

89.  Hye  Anton,  Freiherr  v.  Gluneck,  österr.  Rechtsgelehrter  und 
Staatsmann,  1867  Justizminister  und  Leiter  des  Unterrichts- 
Ministeriums,  geb.  26.  Mai  1807  zu  Gleink  (Gluneck)  in  Ober- 
Österreich,  gest.  8.  Dezember  1894  in  Wien.  Brustbild. 
Eduard  Kaiser  1848.  Gedruckt  bei  J.  Rauh,  verlegt  von 
Josef  Bermann  in  Wien. 

90.  Hye  Anton,  Freiherr  v.  Gluneck,  österr.  Rechtsgelehrter  und 
Staatsmann  usw.  Brustbild.  R.  Fenz  1895.  Herausgeber  Ed. 
Ullmayer  in  Wien.  Druck  von  L.  Schilling  in  Wien. 

91.  Jabloiiowski,  Felix  Fürst,  General-Major  (später  Feldmar- 
schall-Leutnant), geb.  zu  Wien  1808,  gest.  in  Schönbrunn 
bei  Wien  1857.  Kniestück,  stehend.  Kriehuber  1850.  Gedruckt 
bei  J.  Höfelich,  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

92.  Jablonský,  Josef  Ritter  v.,  Kommandant  des  10.  Jäger- 
Bataillons    (später    Freiherr    und    General-Major,)     geb.     zu 


32 

Radkersburg  1806.  Kniestück,  stehend.  Kriehnber  1850. 
Gedruckt  bei  J.  Höfelich,  verlegt  von  L.  T.  Neumann 
in  Wien.  Mit  der  faksimilierten  Unterschrift:  Jablonský, 
Obstlt, 

93.  Jacoby  Johann,  Dr.,  Abgeordneter  für  Berlin.  Brustbild, 
sitzend.  Nach  der  Natur  auf  Stein  gezeichnet  von  Ed.  über, 
Druck  von  Wilhelm  Hermes  in  Berlin. 

94.  Jarisck  H.  Anton,  Dr.,  Schulmann  und  Weltpriester,  geb. 
zu  Böhm.-Leipa  23.  Sept.  1818.  Fast  ganze  Figur,  stehend. 
Unter  dem  Bilde  in  faksimilierter  Schrift:  „Durchglüht  nur 
erst  wieder  die  Herzen  das  Feuer  katholischen  Glaubens. 
dann  erblüht  der  Welt  Friede,  Segen  und  Heil.  Jarisch". 
Eybl  1855.  Gedruckt  bei  A.  Leykum  in  AVien. 

95.  Jenull  Sebastian,  Doktor  der  Rechte,  k.  k.  Hofrat,  Rektor 
magnificus  der  k.  k.  Universität  in  Wien,  geb.  zu  Winklern 
in  Ober-Kärnten  1777,  gest.  zu  Wien  1848.  Halbe  Figur, 
sitzend.  Strixner  lith.  Gedruckt  bei  J.  Rauh,  verlegt  von 
Josef  Bermann  in  Wien. 

96.  Jireček  Josef,  Dr.,  Philolog  und  Literarhistoriker,  1871  Kul- 
tusminister, dann  Exzellenz,  geb.  9.  Okt.  1825  zu  Hohen- 
mauth,  gest.  25.  Nov.  1888  in  Prag.  Brustbild.  Dauthage. 
Lithographie  aus  dem  AVerke  ..Das  Parlament".  Druck  von 
Schilling  in  AVien. 

97.  Inzaghi,  Karl  Graf  v.,  Gouverneur  von  Mähren  und 
Schlesien  (später  Oberster  Kanzler  der  vereinigten  Hofkanzlei), 
Humanist,  geb.  5.  Dez.  1777,  gest.  zu  Graz  17.  Mai  1856. 
Brustbild,  sitzend.  Eybl.  1832.  Gedruckt  im  lithogr.  Institut 
in  AVien. 

98.  Johanu  Bapt.  Jos.  Fab.  Seb.,  Erzherzog  von  Osterreich,  geb. 
22.  Jänner  1780  zu  Florenz,  gest.  zu  Graz  10.  Mai  1850. 
Halbfigur,  mit  verschränkten  Armen,  in  Zivilkleidung.  Krie- 
hnber del.  L.  Fischer  lith.  Druck  von  J.  Höfelich. 

99.  Justian  Anton,  k.  k.  Rittmeister  in  der  Armee  und  Major 
der  Brünner  Nationalgarde.  Kittner  1 849.  Druck  von  Trassier 
und  Perna  in  Brunn. 

100.  Kalina  J.,  böhmischer  Dichter,  geb.  in  Haide  9.  Nov.  1816. 
gest.  in  Prag  22.  Juni  1847.  Brustbild.  J.  Papácek  1847. 
Mit  faks.  Namenszuge  und  folgenden  faks.  Verszeilen: 


33 

Z  ti  umu  vybrán,  pojat,  objat 
Ivéž  ze  svého  více  ráje, 
Ve  pustý  svět  vsedni  láje 
Žalostný  nepoznám  po  vrat. 

101.  Klievenhiiller-Metsch,  Franz  Graf,  Feldzeugmeister,  geb.. 
1783,  gest,  zu  Prag  (?).  Kniestück,  stehend.  Kriehuber.  Ge- 
druckt bei  J.  Höfelich  und  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in 
Wien. 

102.  Klier  J.,  k.  k.  Rat  und  Ober-Einnehmer  der  k.  k.  Universal- 
Staats-  und  Banko-Schuldenkassa.  Kniestück,  stehend.  Krie- 
huber 1856.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in  Wien. 

103.  Knicaiiin,  Stefan  P.,  serbischer  National-General,  geb.  1809 
zu  Knie  in  Serbien,  gest.  zu  Belgrad  1855.  Ganze  Figur, 
stehend,  in  serbischer  Nationaltracht.  Kriehuber  1849.  Ge- 
druckt bei  J.  Rauh  in  Wien. 

104.  Kolowrat-Liebsteinsky,  Franz  Graf,  Staats-  und  Konferenz- 
Minister,  geb.  zu  Prag  1773,  gest.  zu  Wien  1861.  Brustbild 
in  schöner  Umrahmung,  mit  Wappen.  J.  Ender  pinx. 
F.  Herr  lith. 

105.  Kopřiwa  Josef,  Dr.,  gest.  in  Joslowitz  25.  September  1855 
als  k.  k.  Bezirksvorsteher.  Kniestück,  sitzend,  mit  Brillen. 
Prokoph    lith.    Val.     Butschek's     Steindruckerei     in     Brunn. 

106.  Kostersitz  Ubald,  inf.  Propst  und  lateran.  Abt  des  Chor- 
herrn-Stiftes  Klosterneuburg.  Brustbild.  Josef  Bauer  1883. 
K.  k.  Hof-Kunstdruckerei  von  G.  Reifi'enstein,  Verlag  von 
Josef  Bauer  in  Wien. 

107.  Krinner  Ignaz,  k.  k.  Rat,  mähr,  stand.  Landschaftsbuchhalter, 
im  Lehnstuhl  sitzend.  Kittner  1847.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 

108.  Krolmus  Václav,  činný  oud  jednoty  pomologické  v  Praze 
a  opatrovny  maličkých  v  Plzni  nové,  spoluzakladatel  matice 
České,  farář  na  Zvikovci  nad  Mži  (geb.  zu  Brezinka  14.  Feb. 
1787,  gest.  zu  Prag  24.  Okt.  1861).  Brustbild.  Šír  reis.  Tisk 
od  Machka.  Unten  die  gedruckte  Bemerkung:  Od  jeho  ctitelův. 

109.  Kudler  Josef,  Dr.,  k.  k.  o.  ö.  Professor  an  der  Universität 
in  Wien,  1851  in  den  Ritterstand  erhoben,  geb.  zu  Graz 
10.  Okt.  1786,  gest.  zu  Wien  6.  Feb.  1853.  Brustbild,  Blick 
nach  vorn  gerichtet.  Ant.  Wallner  gez.  und  lith.  Gedruckt 
bei  Mansfeld  &  Co.  in  Wien. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1.  o 


34 

110.  Kullak  Theodor,  Klavier- Virtuos  und  Kompositeur,  geb.  1818 
zu  Krotoczyn  in  Preußen,  gest.  1.  März  1882  in  Berlin. 
Brustbild.  Albert  Decker  1842.  Gedruckt  bei  ,T.  Höfelich. 
Unter  dem  Bilde  die  eigenhändige  Widmung:  Herrn  Wodiczka 
zu  freundschaftlicher  Erinnerung  von  Th.  Kullak.  Brunn,  den 
27.  Jänner  1843. 

111.  Laiig,  General.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  in  der  Rechten 
den  Federhut,  die  Linke  am  Säbelknauf.  Prinzhofer  1854. 
Gedruckt  bei  J.  Höfelichs  Witwe. 

112.  Lazansky,  Leopold  Graf,  Statthalter  von  Mähren,  geb.  im 
Jahre  1808,  gest.  zu  Brunn  7.  November  1860.  Kniestück, 
stehend,  en  f.  n.  1.,  im  Frack,  die  Rechte  an  der  Hüfte,  die 
Linke  auf  ein  Tischchen  aufgestützt,  auf  dem  Dokumente  mit 
folgenden  Aufschriften  ruhen:  „Mähr.-Invalidenfond",  „Elisa- 
beth-Stiftung  zur  Erziehung  armer,  kleiner  Mädchen",  „Franz 
Josef- Stiftung  für  erwerbsunfähige  Hilfsarbeiter".  Prinzhofer 
1854.  Gedruckt  bei  J.  Höfelichs  Witwe  in  Wien.  Verlag  von 
A.  Hauptmann  in  Brunn. 

113.  Lažansky,  Leopold  Graf,  Statthalter  von  Mähren.  Brustbild. 
Kittner  1 854.  Nach  Prinzhofer.  Verlag  von  A.Hauptmann  in  Brunn. 

114.  Lebzeltern,  Wilhelm  Freiherr  v.,  Feldmarschall-Leutnant, 
geb.  1787,  gest.  zu  Wien  1869.  Kniestück,  stehend  im  Mantel, 
n.  1.,  in  der  Rechten  Hut  und  Handschuhe,  die  Linke  am 
Säbelknauf.  Prinzhofer  1851.  Gedruckt  bei  J.  Rauh  in  Wien. 

115.  Leitner  K.  Gottfried,  Ritter  v.,  österreichischer  Dichter,  geb.  zu 
Graz  18.  November  1800,  gest.  20.  Juni  1890.  Brustbild, 
n.  1.  Kriehuber.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  8°. 

116.  Leopold,  Erzherzog  von  Osterreich.  Kniestück,  stehend,  die 
Rechte  auf  die  Hüfte  gestützt,  die  Linke  am  Säbelknauf. 
Eduard  Kaiser  1857.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs.  Wien  bei 
L.  T.  Neumann. 

117.  Liebich  Christoph.  Brustbild  n.  r.  F.  Šir,  Prag  1854.  Mit 
der  Devise: 

„Sylván  reicht  Ceres  und  Pomona  die  Hand, 
Für  Völkerglück,  für  Staatenwohl  sei  Euer  Freundschaftsband". 

Christoph  Liebich. 

Von  den  scheidenden  Hörern  der  Forstwissenschaft  am 
polytechnischen  Institute  zu  Prag  im  Jahre  1854  aus  Dank- 
barkeit gewidmet, 


35 

118.  Liechtenstein,  Franz  Fürst,  Feldmarschall-Leutnant.  Kniestück, 
stehend,  n.  r.,  die  Eechte  an  der  Fei db ine,  die  Linke  am 
Säbel.  Rechts  auf  einem  Tischchen  Tschako  und  Handschuhe. 
Kriehuber  1849.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien  bei  L.  T. 
Neumann. 

119.  Liechtenstein,  Friedrich  Fürst,  Feldmarschall- Leutnant. 
Kniestück,  stehend,  n.  r.,  die  Linke  am  Tschako.  Kriehuber 
1850.    Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien   bei   L.  T.  Neumann. 

120.  Lindlieinij  Alfred  v.,  Landtags-Abgeordneter  für  Nieder- 
Osterreich.  Brustbild.  Dauthage  1880.  Lithographie  aus  dem 
Werke  „Das   Parlament". 

1.21.  Löwenthal,  Johann  Freiherr  v.,  General.  Brustbild.  Klíč. 
Druck  von  Heinrich  Gerhart,  Wien.  Mit  der  Widmung:  „Von 
seinen  Freunden  und  Verehrern  am  9.  Dezember  1874". 

122.  Maager  Karl,  Kaufmann,  1860  Mitglied  des  österr.  Reichsrates, 
geb.  zu  Kronstadt  1813.  Brustbild.  Dauthage  1860.  Gedruckt 
bei   Josef  Stoufs  und   verlegt  von  Josef   Bermann  in  Wien. 

123.  Malter,  Josef  Ritter  v.,  Feldmarschall-Leutnant  und  Ober- 
Kommandant  der  National-Garden  in  Mähren  und  Schlesien, 
geb.  zu  Graz  1784,  gest.  zu  Wien  31.  März  1864.  Kniestück, 
stehend,  die  Rechte  aufgestützt,  die  Linke  am  Säbelknauf. 
Kittner  in  Brunn  1849.    Gedruckt  bei  J.  Höfelich   in  Wien. 

124.  Maly,  Dr.  Freiherr  v.,  k.  k.  Sektions-Chef  und  General- 
Direktor  für  Post  und  Telegraphen,  geb.  am  4.  April  1808 
in  Nennowitz,  gest.  24.  November  1878  in  Brunn.  Brustbild. 
Kreyherr.   Druck  von  Justin  Wendland  in  Berlin. 

125.  Mamula  Lazar,  Baron,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant,  geb.  zu 
Gonierze  in  Kroatien  1795,  gest.  zu  Wien  1878.  Kniestück, 
stehend,  en  f.  n.  r.,  in  der  Rechten  die  Handschuhe,  in  der 
Linken  Säbel  und  Federhut.  Kriehuber  1853.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelich  und  verlegt  von  L.  T.  Neumann  in  Wien. 

126.  Maria  da  Gloria,  Donna,  Reine  de  Portugal  et  des  Algarves. 
Brustbild.  Lithographie.  Gedruckt  bei  J.  Jebmeyer,  verlegt 
von  Josef  Bermann  in  Wien. 

127.  Mascou,  Anton  Albert  Freiherr   v.,    Brustbild.    Lithographie. 

128.  Metternich-Winneourg,  Le  Prince,  Staats-  uud  Konferenz- 
minister, Haus-,  Hof-  und  Staatskanzler,  geb.  zu  Koblenz  am 
15.  Mai  1773,  gest.  zu  Wien  am  11.  Juni  1859.  Brustbild, 
en  f.  n.  1.  Lieder  gez.,   lith.  von  C.  Engelmann. 

3* 


36 

129.  Metzler  A.,  Med.  Doktor  usw.  Halbfigur  sitzend,  en  f.  n.  r. 
Johann  Stadler.  Gedruckt  bei  M.  R.  Toma  in  Wien. 

130.  Micklitz  Robert,  Direktor  der  mähr.-schles.  Forstschule,  später 
Oberlandesforstmeister  und  k.  k.  Ministerialrat,  geb.  24.  Feb. 
1818  in  Deutsch-Paulowitz  in  Osterr.-Schlesien,  gest.  24.  Okt. 
1898.  in  Wien.  Brustbild.  V.  Schertle.  Druck  von  Karl  Roth, 
Verlag  von  J.  D.  Sauerländer. 

131.  Milde  Vincentius  Eduardus,  .Princeps  Arehi-Episcopus  Vien- 
nensis  etc.,  geb.  zu  Brunn  am  17.  Mai  1777,  gest.  zu  Wien 
am  14.  März  1854.  Brustbild,  sitzend,  en  f.  n.  1.,  in  der 
aufgestützten  Linken  ein  Buch.  Kriehuber  pinx.  Ferdinand 
Dehwehrt  lith.  Lith.  Anstalt  des  L.  Mohn. 

132.  Milde  Vinzenz  Eduard,  Fürst-Erzbischof  von  Wien,  der 
Gottesgelehrtheit  Doktor,  Großkreuz  und  Prälat  des  k.  k. 
österreichischen  Leopold-Ordens,  Protektor  des  Priester- 
und  Defizienten-Institutes  in  Wien,  Präsident  des  Leopoldinen- 
Vereines  usw.  In  den  Jahren  1802 — 1605  gewes.  Katechet  an 
der  Normal-Hauptschule  bei  St.  Anna  und  in  den  Jahren 
1805  — 1810  Professor  der  Erziehungskunde  und  Professor 
der  Katechetik  und  Methodik  an  der  Universität  zu  Wien. 
Brustbild,  Blick  nach  vorn  gerichtet.  F.  Herr  lith.  Gedruckt 
bei  M.  R.  Toma  in  Wien. 

133.  Mittrowsky,  Anton  Friedrich  Graf,  Oberster  Kanzler  der 
k.  k.  vereinigten  Hofkanzlei  und  Präsident  der  Studien- 
Hofkommission,  geb.  zu  Brunn  am  20.  Mai  1770,  gest.  zu  Wien 
1.  September  1842.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Gez.  und  lith.  von 
Kriehuber.  Gedruckt  und  zu  haben  im  lith.  Bureau  von 
Mansfeld  &  Co.  in  Wien. 

134.  Mittrowsky  de  Mittrowitz  et  Nemysl,  Antonius  Frid.  e  conii- 
tibus,  Brustbild,  sitzend  im  Lehnstuhl,  en  f.  n.  r.,  mit  Brillen. 
Lieder  pinx.  Eybl  lith.  Impress:  ab  A.  Leykum  Viennae. 
(Gewidmet  von  der  Akademie  der  Wissenschaften  in  Wien 
1839.)  Mit  ornamentaler  Umrahmung. 

135.  Mittrowsky,  Wilhelm  Graf,  corr.  Mitglied  der  k.  k.  mähr.- 
schles.  Ackerbaugesellschaft.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Kriehuber 
1835.  Gedruckt  bei  Leykum  und  Co. 

136.  Mittrowsky  v.  Nemyssl,  AVladimir  Graf,  k.  u.  k.  Geheimrat, 
Herrschaftsbesitzer,  Herrenhausmitglied,  geb.  zu  Brunn  17.  Juni 
1814.   Brustbild,   en  f.  n.  r.  Janek   (Ad.)   lith.   1860.    Druck 


37 

von  J.  Haller  in  Wien.  Unter  dem  Namen  die  faks.  Worte: 
„Durch  die  Kenntnis  der  Natur  gelangt  der  Mensch  zu  einer 
höheren  Anschauung  Gottes.  Wladimir  Gf.  Mittrowsky." 
Noch  tiefer  die  gedruckte  Widmung:  „Die  naturwissenschaft- 
liche Sektion  ihrem  Vorstande." 

137.  Mohs  Friedrich,  Mineralog,  geb.  zu  Gernrode  am  29.  Jänner 
1772,  gest.  zu  Agorda  bei  Belluno  am  29.  September  1839.  Knie- 
stück, sitzend,  n.  r.,  die  Rechte  auf  der  Stuhllehne.  Kriehuber 
lith.  Wien  1839.  Gedruckt  bei  F.  A.  Kunike  sei.  Witwe. 

138.  Moiiteimovo,  Wilhelm  Graf  (seit  1864  Fürst),  General-Major 
(später  Feldmarschall-Leutnant  und  Kavallerie-Truppen-Divi- 
sionär  in  Wien),  geb.  zu  Parma  im  Jahre  1821.  Kniestück, 
stehend,  en  f.  n.  r.,  im  offenen  Mantel,  in  beiden  Händen 
den  Säbel.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 
Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

139.  Müller  Anton,  Naturforscher,  geb.  1798  in  Brunn,  gest.  am 
3.  Juli  1864  in  Wien.  Brustbild,  nach  rechts  gewendet,  mit 
Brillen.  Julius  Müller  lith.  1849.  8°. 

140.  Münch-Bellinghauseii,  Konstantin,  Freiherr  v.,  k.  k.  Hofrat. 
Brustbild,  en  f.  n.  1.  Eybl  lith.  1832.  Gedruckt  im  lith.  Institut 
in  Wien.  Gewidmet  von  dem  Brünner  Kreisamts-Personale 
1831  (sie!)  — 

141.  Napoleon  (IL),  Franz  Josef,  Herzog  von  Reichstadt  (1811 — 
1832).  Kniestück,  stehend,  n.  1.,  in  der  Rechten  den  Hut,  die 
Linke  am  Säbelknauf.  A.  R.  R.  E.  v.  Radmannsdorf  lith. 
AVien  bei  Johann  Schönberg. 

142.  Neuber  Friederike  Karoline,  Schauspielerin,  in  der  Rolle  der 
„Elisabeth",  geb.  zu  Reichenbach  in  Sachsen  am  19.  März 
1697,  gest.  zu  Laubegast  bei  Dresden  am  30.  Nov.  1760. 
Brustbild,  en  f.  n.  r.  Nach  Karl  Lödels  Kupferstich  gemalt 
von  Hausmann.  Lith.  Anstalt  von  J.  G.  Bach,  Leipzig. 

143.  Nisclielwitzer  Oswald,  Gutsbesitzer  von  Mauthen  in  Ober- 
Kärnten,  Reichsrats-  und  Landtags- Abgeordneter  (gest.  1894). 
Brustbild,  en  f.  n.  r.  F.  Würbel.  Lithographie  aus  dem  Werke 
„Das  Parlament". 

144.  Nöttig  Carolus,  Episcopus  Brunensis,  geb.  zu  Bölten  bei 
M.- Weißkirchen  am  23.  Okt.  1806,  gest.  in  Brunn  14.  Jänner 
1882.  Brustbild,  sitzend  im  Lehnstuhl.  Dauthage  lith.  1873. 
Verlag  des  Künstlers. 


38 

145.  Niigent,  Laval  Graf,  Feldmarschall,  geb.  in  Irland  1777, 
gest.  zu  Wien  1862.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.,  die  Hände 
am  Säbel,  links  auf  einem  Tischchen  Mantel,  Federhut  und 
Handschuhe.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 
Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

146.  Onciul  Aurel,  Ritter  v.,  Generaldirektor  der  Landes-Lebens- 
versicherungsanstalten  in  Mähren.  Gez.  von  J.  Kotzmann  1902. 

147.  Oppolzer  Johann,  berühmter  Arzt  und  Kliniker,  geb.  am 
3.  Aug.  1808  zu  Gratzen  bei  Budweis,  gest.  am  16.  April 
1871  zu  Wien.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  A.  Machek  pinx.  et  impr. 
Fr.  Schier  lith. 

148.  Ott,  Dr.  Rudolf  v.,  Advokat  und  Bürgermeister  der  Stadt 
Brunn,  geb.  am  2.  Feb.  1806  in  Brunn,  gest.  ebendaselbst 
am  30.  Dez.  1880.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Gez.  von  Emil  Pirchan. 

149.  Otteutkal,  Philipp  Otto  Ritter  v.,  k.  k.  mähr.-schles.  Finanz- 
Landes-Direktor.  Kniestück,  stehend,  n.  r.,  mit  verschränkten 
Armen,  im  Frack.  Kriehuber  1855.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs 
in  Wien. 

150.  Ottinger,  Franz  v.,  Feldmarschall-Leutnant,  geb.  in  Oden- 
burg  1792,  gest.  zu  Wien  1869.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1., 
die  Hände  auf  den  Säbel  gestützt.  Kriehuber  1850.  Gedruckt 
bei  J.  Höfelich.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

151.  Pal)st  Heinrich  Wilhelm,  rationeller  Landwirt,  geb.  zu  Maar 
im  Großherzogtum  Hessen  1798,  gest.  zu  Hütteldorf  bei  Wien 
1868.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  die  Linke  an  der  Weste, 
in  der  Rechten  eine  Rolle.  Eybl  1852.  Gedruckt  bei  A.  Ley- 
kum  in  AVien. 

152.  Pacher  Josef  Adalbert,  Klaviervirtuos  und  Komponist,  geb. 
zu  Daubrawitz  in  Mähren  am  29.  März  1818,  gest.  zu 
Gmunden  am  3.  Sept.  1871.  Halbfigur,  sitzend,  nach  rechts, 
im  Mantel.  Kriehuber  1846.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien, 
bei  Ant.  Diabelli  &  Co.  Unterschrift  faksimiliert.  Darunter 
eigenhändig  mit  Tinte  geschrieben:  „Meinem  lieben  Freunde 
J.  Maly". 

153.  Pachmann  Theodor,  Dr.,  Rechtsgelehrter,  k.  k.  o.  ö.  Professor, 
geb.  zu  Horatitz  in  Böhmen  am  9.  Nov.  1801.  Brustbild  en  f. 
nach  rechts,  Kriehuber  1862.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in 
Wien.  Unterhalb  der  Unterschrift  rechts:  „Dem  hochverdienten 
Rechtslehrer,  die  dankbaren  Schüler." 


39 

154.  Pellico  Silvio,  italienischer  Dichter,  geb.  am  24.  Juni  1788 
zu  Saluzzo,  gest.  31.  Jänner  1854  in  Turin.  Brustbild,  n.  r. 
Reviglio  della  Veneria  Leonzio  lito.  Torino,  Lit.  Gio.  Giordana. 

155.  Pfeiffer  Josef,  Priester  und  Lehrer.  Halbfigur,  sitzend  im 
Lehnstuhl,  in  der  Rechten  einen  Stift,  die  Linke  aufgestützt. 
Decker  Gabriel  1851.  Gedruckt  bei  J.  Rauh  in  Wien.  Mit 
faks.  Namenszuge  und  darunter  die  gedruckte  Widmung: 
„Ehrfurchtsvoll  gewidmet  von  seinen  dankbaren  Schülerinnen." 

156.  Prießnitz  Vinzenz,  Wasserheilkünstler,  geb.  zu  Gräfenberg 
am  4.  Okt.  1799,  gest,  ebendaselbst  am  28.  Nov.  1851.  Ganze 
Figur,  stehend,  n.  r.,  die  Rechte  in  der  Tasche,  in  der  Linken 
den  Hut.  Im  Hintergründe  die  Gräfenberger  Kuranstalt.  Karl 
Göbel  1850.  Gedruckt  bei  J.  Rauh   in  Wien. 

157.  Prokesck-Osten,  Anton  Freiherr  v.,  k.  k.  Feldmarschall- 
Leutnant,  geb.  zu  Graz  am  10.  Dez.  1795,  gest.  am  7.  Juli 
1872.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.,  mit  verschränkten  Armen, 
mit  faks.  Unterschrift.  Kriehuber  1855.  Gedruckt  bei  Josef 
Stoufs  in  Wien. 

158.  Proskowetz,  Emanuel  Ritter  v.,  mährischer  Reichrats-  und 
Landtags-Abgeordneter  (später  Herrenhausmitglied),  geb.  am 
11.  Dezember  1818  zu  Prag,  gest.  am  26.  Dezember  1909 
in  Wien.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  Gez.  von  Josef  Bauer  1879. 
Lithographie  aus  dem  Werke  „Das  Parlament".  Druck  von 
L.  Schilling  in  Wien. 

159.  Puchner,  Anton  Freiherr  v.,k.k.  Feldzeugmeister,  geb.  zu  Schem- 
nitz  1779,  gest.  zu  Wien  1852.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r., 
den  rechten  Arm  aufgestützt,  die  Linke  am  Säbel.  Kriehuber 
1849.   Gedruckt   bei  J.  Höfelich.  AVien,  bei  L.  T.  Neumann. 

160.  Radetzky,  Josef  Wenzel,  Graf  R.  de  Radetz,  Feldmarschall, 
geb.  am  2.  Nov.  1766  zu  Trzebnitz  bei  Klattau  in  Böhmen, 
gest.  am  5.  Jänner  1858  zu  Mailand.  Brustbild,  wird  von  der 
Siegesgöttin  bekränzt,  auf  Stein  skizziert  von  Gust.  Reitter. 
Druck  von  Val.  Butschek  in  Brunn. 

161.  Kaimaiin  Johann  Anton,  Doktor  der  Medizin,  suppl.  Professor 
an  der  medizinischen  Klinik  für  Wundärzte,  Mitglied  der 
medizinischen  Fakultät  zu  Wien,  geb.  15.  Jänner  1810  in 
Freiwaldau,  gest.  zu  Baden  bei  Wien  am  19.  Oktober  1857. 
Im  Lehnstuhl  sitzend,  en  f.  n.  1.,  mit  verschränkten  Armen, 
mit  Brillen.  Eybl  1838.  Gedruckt  bei  A.  Leykum. 


40 

162.  Rainer,  Erzherzog  von  Österreich,  geb.  am  11.  Jänner  1827 
in  Mailand.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.,  in  der  Rechten 
die  Handschuhe,  die  Linke  am  Säbelknauf.  F.  Leybold.  Druck 
von  J.  Kaller.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

163.  Ramberg,  Georg  Freiherr  v..  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant, 
geb.  zu  Hannover  1786,  gest.  zu  Teplitz  in  Böhmen  1855 
Kniestück,  stehend,  in  der  Rechten  Handschuhe  und  Feder- 
hut, die  Linke  am  Säbel.  Kriehuber  1851.  Gedruckt  bei  J. 
Höfelich.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

164.  Kam ini Uli,  Wilhelm  Freiherr  v.,  k.  k.  Generalmajor  (später 
Feldzeugmeister),  geb.  zu  Nemoschitz  in  Böhmen  im  Jahre 
1815,  gest.  187?.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  die  Linke 
am  Säbel,  die  Rechte  auf  ein  Tischchen  gestützt,  auf  dem  der 
Federhut  und  eine  Landkarte  ruhen.  Kriehuber  lith.  1855. 
Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in  Wien.  Wien  bei  L.  T.  Neumann. 

165.  Ratli,  Josef  Freiherr  v.,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant,  geb. 
zu  Budweis  1772,  gest.  zu  Linz  1852.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  r.,  in  der  Rechten  die  Handschuhe,  die  Linke  am 
Säbelknauf.  Stadler.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien  bei  L. 
T.  Neumann. 

166.  Reisebach,  Siegmund  Freiherr  v.,  Generalmajor,  geb.  zu  Wien 
1809.  Kniestück,  stehend,  n.  1.,  die  Hände  auf  den  Säbel  ge- 
stützt, Kriehuber  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien,  bei 
L.  T.  Neumann. 

167.  Rieger,  Dr.  Fr.  Ladislav,  poslanec  Železnobrodský  na  snemě 
říšském,  geb.  zu  Semil  in  Böhmen  am  10.  Dez.  1818,  1897 
in  den  Freiherrnstand  erhoben,  gest.  in  Prag  am  3.  März  1903. 
Stehend  im  Nationalkostüm,  nach  rechts  gewendet,  die  Rechte 
aufgestützt,  Mit  faks.  Namenszuge  und  der  Devise:  „Nedejme 
se!"  Jos.  Manes  kres.  J.  Beckel  lith.  Tisk  u  Fr.  Síra. 
Herausgegeben  vom  Vereine  bildender  Künstler  in  Prag. 

168.  Rieger  Gottfried,  Kompositeur,  geb.  zu  Troplowitz  in  Osterr. 
Schlesien  1764,  gest.  zu  Brunn  am  13.  Okt.  1855.  Brustbild, 
en  f.  n.  r.  W.  Hörn,  Brunn  1836.  Gedruckt  bei  A.  Leykum 
in  Wien,  mit  faks.  Namenszuge. 

169.  Ripka  Edler  v.  Rechthofen,  Adolf,  kaiserlicher  Rat,  mähri- 
scher Landtags-Aageordneter.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Gez.  von 
Dauthage.  Lithographie    aus   dem    Werke    „Das   Parlament". 


41 

170.  Robert  Julius,  Zuckerfabrik-Besitzer  nud  Chef  des  Groß- 
handlungshauses Robert  &  Komp.  in  Seelowitz.  Gez.  von 
Josef  Würbel. 

171.  Rosner  Jakob,  k.  k.  Hofrat.  Brustbild,  oval,  en  f.  n.  1.  Deker 
in  lap.  del.  Lith.  Institut  in  Wien. 

172.  Rössler  J.  Anton,  Priester  des  Ordens  der  frommen  Schulen, 
Subdirektor  des  k.  k.  Konviktes,  Professor  der  Humanitäts- 
klassen am  k.  k.  akademischen  Gymnasium  zu  Wien.  Von 
seinen  dankbaren  Schülern  in  tiefster  Ehrfurcht  geweihet 
1829.    Halbe   Figur,    sitzend,    n.    1.    Eybl.    Gedruckt    im    lith. 

Institut  in  Wien.  4°. 

173.  Salm,  Fürst  Hugo  zu,  Direktor  der  k.  k.  mähr.-schles.  Acker- 
baugesellschaft von  1849 — 1864,  wirkl.  Geh.  Rat,  geb.  am 
13.  Sept.  1803,  gest.  am  18.  April  1888,  Brustbild,  en  f.  n.  1. 
Kriehuber  1841.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 

174.  Saurau,  Franz  Graf  v.,  Oberster  Kanzler,  geb.  zu  Wien  1760, 
gest.  zu  Florenz  1832.  Halbfigur,  sitzend  im  Lehnstuhl,  en  f.n.r.Fr. 
Lieder  und  von  Saar  lith.  Gedruckt  bei  Mansfeld  et  Co. 

175.  Schaaffgotsche,  Johann  Anton  Ernst  Graf,  sechster  Bischof 
von  Brunn  und  Domherr  von  Olmütz,  geb.  am  16.  Feb.  1804, 
gest.  zu  Brunn  am  31.  März  1870.  Kniestück,  sitzend  im 
Lehnstuhl,  en  f.  n.  r.  Faust.  Herr  1842  lith.  Gedruckt  bei 
Johann  Höfelich. 

176.  Scliaaffgotsche,  Josef  Graf,  Exzellenz,  Herrenhausmitglied, 
Landstand  in  Mähren,  geb.  am  17.  Sept.  1794,  gest.  am  17. 
Jännner  1874.  Brustbild,  n.  r.,  halb  in  den  Mantel  gehüllt. 
Lith.  W.  Hörn,  Brunn  1836. 

177.  Šafařili  Pav.  Jos.,  Slawist,  Geschichts-  und  Sprachforscher, 
geb.  zu  Kobeljarovo  in  Ungarn  am  13.  Mai  1795,  gest.  zu 
Prag  am  26.  Juni  1861.  Halbfigur,  sitzend  im  Lehnstuhl,  die 
Rechte  auf  der  Lehne.  Šír  lith.   1843. 

178.  Šembera  Alois  Vojtech,  Universitätsprofessor,  slawischer 
Historiker  und  Philolog,  geb.  am  21.  März  1807  in  Hohen- 
mauth,  gest.  am  23.  März  1882  in  Wien.  Brustbild,  en  f .  n.  r. 
F.  Kolář  lith.  1861.  J.  Jost  tiskl.  Nákladem  c.  k.  univ.  kneh- 
kupeetvi  Leop.  Grunda  ve  Vídni.  Unter  dem  Bilde  der  faks 
Namenszug  und  die  Worte; 

„Hajme  mužně  pravdy,  práva: 
tím  jen  vzejde  vlasti  sláva.'- 


42 

179.  Schindler  Augustin,  Dr.,  mähr.-schles.  Landesadvokat  und 
Astronom,  geb.  am  22.  Sept.  1766  in  Neutitschein,  gest.  in 
Brunn  am  17.  Juni  1848.  Lith.  AV.  Hörn  in  Brunn  1836. 
Druck  von  A.  Leykum  in  Wien.  Ohne  Adresse. 

180.  Schindler  Florian,  Dr.,  k.  k.  Direktor  der  technischen  Lehr- 
anstalt in  Brunn  (1849 — 1867).  Im  Lehnstuhl  sitzend,  n.  1., 
die  Linke  aufgestützt.  Eduard  Kaiser  lith.  1854.  Gedruckt 
bei  J.  Höfelichs  Witwe. 

181.  Šír  Jan,  mistr  tkalcovský  v  moravském  Novém  Městě.  Zesnul 
v  pánu  v  79  roce  věku  svého  1850.  Darunter  14  biogr.  Vers- 
zeilen  und  die  Widmung:  „Jeho  ctitelům  věnovali  vděční 
synové  František  Sír,  i  Jan  Šír.  U  Síra  v  Praze.  4°. 

182.  Schlick,  Franz  Graf  v.,  General  der  Kavallerie,  geb.  zu  Prag 
1789,  gest.  zu  AVien  1862.  Kniestück,  n.  1..  die  Hände  am 
Säbel,  über  dem  rechten  Auge  die  Binde.  Kriehuber  lith. 
nach  der  Natur  1849.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien,  bei 
L.  T.  Neumannu. 

183.  Schmid  Anton,  k.  k.  mähr.-schles.  Gubernialrat,  Ritter  des 
k.  k.  österreichischen  Leopold-Ordens.  Brustbild,  en  f.  n.  r. 
Kittner  lith. 

184.  Schneider  Franz,  Priester,  Schulmann,  geb.  im  Dorfe  Groß- 
ramerschlag  bei  Neuhaus  in  Böhmen  am  1.  Oktober  1794, 
gest.  zu  Prag  16./17.  März  1858.  Brustbild,  en  f.  n.  1.,  mit 
verschränkten  Armen.  A.  Machek  gez.  F.  Schier  lith.  1839.  Von 
den  Hörern  der  Baukunst.  Mit  faks.  Unterschriften  und  vier 
deutschen  Verszeilen. 

185.  Schneider  Franz,  Besitzer  der  Herrschaft  Radeschin.  Brust- 
bild, mit  verschränkten  Armen.  Joh.  Passini  lith.  1848.  Ge- 
druckt bei  A.  Leykum  in  Wien. 

186.  Schönhals,  Karl  v.,  k.  k.  Feldmarschall -Leutnant  (später 
Feldzeugmeister),  geb.  1788,  gest.  zu  Graz  1857.  Kniestück, 
stehend,  en  f.  n.  r.,  die  Hände  auf  den  Säbel  gestützt.  Krie- 
huber lith.  nach  der  Natur  1849.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 
AVien,  bei  L.  T.  Neumann.  Mit  faks.  Unterschrift. 

187.  Schreibers  Karl  Franz  Anton,  Naturforscher  und  Direktor 
des  k.  k.  Hofnaturalienkabinetts  in  Wien,  geb.  zu  Preßburg 
1775,  gest.  zu  AVien  1852.  Brustbild,  en  f.,  mit  verschränkten 
Armen.  Ohne  Angabe  des  Lithographen.  4°. 


4:3 

188.  Šrom,  Dr.  Franz  Alois  Ritter  v.,  mährischer  Reichsrats-  und 
Landtags-Abgeordneter,  Landeshauptmann-Stellvertreter  usw., 
geb.  am  20.  Aug.  1825  in  Milenau  bei  M.- Weißkirchen,  gest. 
am  19.  Mai  1899  in  Brunn.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  F.  Würbel 
lith.  Aus  dem  Werke:  „Das  Parlament". 

189.  Derselbe.  Brustbild,  n.  r.  Fritz  gez.  1894.  Lithographie  aus 
dem  „Ordens-Ritter- Album".  Verlag  der  art.  Anstalt  Fried. 
Schilling  in  "Wien. 

190.  Schur  F.,  protestantischer  Pfarrer  in  Bielitz,  Brustbild,  im 
Pelzrock,  mit  Brillen,  en  f.  n.  r.  E.  Skomal  lith.  1880.  Verlag 
von  E.  Skomal  in  Bielitz.  K.  k.  Hof  kunstdruckerei  von  G. 
Reiffenstein  in  Wien. 

191.  Schuselka  Franz,  Publizist  und  Abgeordneter  des  Frankfurter 
Parlaments  im  Jahre  1848,  geb.  zu  Budweis  am  15.  Aug. 
1812,  gest.  am  2.  Sept.  1886  zu  Heiligenkreuz  bei  Baden. 
Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  L,  die  Linke  auf  die  Hüfte  ge- 
stützt. Eduard  Kaiser  lith.  1848.  Gedruckt  bei  J.  Rauh.  Mit 
faks.  Namenszuge  und  der  faks.  Devise:  „Herzlich  und  herz- 
haft!"   Verlag    von  A.  Paternos  Witwe   und    Sohn   in  Wien. 

192.  Derselbe.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  Dauthage  1861.  Gedruckt  bei 
Josef  Stoufs  in  Wien.  Mit  faks.  Unterschrift. 

193.  Schwarzeiiberg,  Edmund  Fürst,  als  Feldmarschall-Leutnant, 
geb.  zu  Wien  1803,  gest.  auf  Schloß  Worlik  in  Böhmen  1873. 
Knienstück,  en  f.  n.  1.,  die  Rechte  gestützt,  in  der  Linken 
den  Federhut.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 
Wien,  bei  L.  S.  Neumann.  Mit  faks.  Unterschrift, 

194.  Sclrwarzenl)erg?  Friedrich  Fürst  zu,  k.  k.  General-Major, 
geb.  zu  Wien  1800,  gest.  ebenda  1870.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  r.,  in  offenem  Mantel,  die  Hände  auf  den  Säbel  ge- 
stützt. Kriehuber  lith.  1854.  Gedruckt  bei  J.  Rauh  in  Wien. 
Mit  faks.  Namenszuge. 

195.  Schwarzenfoerg,  Karl  Philipp  Fürst  zu,  Feldmarschall,  geb. 
am  15.  April  1771,  gest.  am  15.  Okt.  1820.  Ganze  Figur, 
stehend,  en  f.  n.  r.,  den  Hut  in  der  Linken,  in  der  aufge- 
stützten Rechten  die  Handschuhe.  Lith.  von  Michael  Stohl. 
Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 

196.  Schwai  zenbergv,  Karl  Borromäus  Philipp  Fürst,  als  Feld- 
marschall-Leutnant, geb.  1802  zu  Wien,  gest.  ebenda  1858. 
Kniestück,    stehend,    nach   links,    die   Rechte    aufgestützt,    die 


44 

Linke  am  Säbel.  Auf  einem  Tischchen  links  Federhut  und 
Mantel.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien, 
bei  L.  T.  Neumann. 

197.  Schwarzenberg,  Felix  Fürst,  Feldzeugmeister  (?).  Kniestück, 
sitzend  im  Lehnstuhl,  mit  offenen  Waffenrock,  die  Linke  am 
Säbelknauf.  L.  Müller  lith.  M.  Stohl  pinxt. 

198.  Schwoy  F.  J.,  Geschichtschreiber  und  Topograph  Mährens, 
geb.  zu  Groß-Herlitz,  den  11»  Dez.  1753,  gest.  zu  Nikolsburg 
den  10.  Okt.  1806.  Brustbild,  n.  1.  F.  C.  von  Hötzendorf  del. 
Horky  excud.  Aus  der  lith.  Anstalt  der  k.  k.  mähr.-schles. 
Gesellschaft  zur  Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Natur-  und 
Landeskunde.  Sehr  primitive  Arbeit? 

199.  Sedlačzek  von  Harkenfeld,  Johann  Nep.,  k'  k.  mähr.-schles. 
Gubernialrath,  Staatsgüter-Administrator,  Landwirt,  geb.  zu 
Hohenbruck  in  Böhmen  am  9.  Mai  1760,  gest.  in  Brunn  am 
19.  Jänner  1827.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  Richter  del.  Lanzedelly 
in  lap.  del. 

200.  Sedlnitzky,  Anton  Graf,  Exzellenz,  Direktor  der  k.  k.  mähr.- 
schles.  Gesellschaft  für  Ackerbau,  Natur-  und  Landekunde 
(1845—1849),  geb.  zu  Troplowitz  1776,  gest.  zu  Troppau  1850. 
Brustbild,  en  f.  n.  1.,  A.  v.  Medvey  pinx.  Albert  Theer  lith. 
Gedruckt  bei  Johann  Höfelich. 

201.  Seidler  Karoline,  geb.  Wranitzky,  königliche  Hofopernsän- 
gerin zu  Berlin,  geb.  zu  Wien  1794,  gest.  zu  Berlin  1872. 
Brustbild,  oval,  en  f.  n.  r.  Gez.  von  Däge  nach  einem  Ge- 
mälde der  Berliner  National-Galerie,  lith.  von  G.  Lüderitz, 
Druck  von  W.  Korn  in  Berlin. 

202.  Serényi,  Otto  Graf,  Exzellenz,  Landeshauptmann  von  Mähren, 
geb.  am  23.  Sept.  1855.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Gez.  von  Josef 
Kotzmann  1907. 

203.  Simfoscheiij  Karl  Freiherr  von,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant, 
geb.  zu  Mailand  1794,  gest.  zu  Teplitz  in  Böhmen  1870. 
Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  in  der  Rechten  den  Hut,  die 
Linke  am  Säbelknauf.  Prinzhofer  lith.  1854.  Gedruckt  bei 
J.  Höfelichs  Witwe.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

204.  Skene  Alfred,  Bürgermeister  von  Brunn  (1864 — 1866),  Groß- 
industrieller, mährischer  Landtags-  und  Reichsrats-Abgeord- 
neter,  geb.  zu  Verviers  in  Belgien  am  15.  Mai  1815,  gest.  in 
Wien  1887.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  die  Rechte  in  der 


45 

Tasche,  die  Linke  aufgestützt.  Dauthage  lith.  1864.  Gedruckt 
bei  Josef  Stoufs  in  Wien,    Druck  und  Verlag  des  Künstlers. 

205.  Skrbensky,  Johann  Karl  Freiherr  v.,  Sr.  k.  k.  A.  Majestät 
Kämmerer,  Hospitaliter-Ritter  des  heil.  Johann  zu  Jerusalem, 
Sr.  königlichen  Hoheiten  zu  Saxen  Teschen  Rat,  k.  k.  Major, 
Erbherr  der  Herrschaft  Schönhoff,  geb.  am  13.  April  1826, 
gefallen  in  der  Schlacht  bei  Custozza  am  24.  Juni  1866.  Lan- 
zedelly  del.  Ged.  im  lith.  Inst,  in  "Wien. 

206.  Skřivan  Gustav,  Oberrealschuldirektor  in  Wien,  fast  ganze 
Figur,  stehend,  n.  1.,  mit  Brillen,  die  Linke  aufgestützt.  Eduard 
Kaiser  1861.  Druck  von  J.  Haller.  Lithographie.  Unten  die 
gedruckte  Bemerkung:  „Von  den  dankbaren  Schülern  der 
VI.  Klasse  der  öffentlichen  Ober-Realschule  auf  dem  Bauern- 
markte in  Wien  im  Studienjahre  1860/61  ihrem  Direktor  in 
Ehrfurcht  gewidmet, 

207.  Smietk  Anton,  Steuer-Einnehmer  in  Auržinowes  1830.  Brust- 
bild, en  f.  n.  1.,  Anton  Machek  gemalt  und  gedruckt.  F. 
Schier  lith. 

208.  Sochor,  Ritter  von  Friedrichsthal,  Dr.  Eduard,  Reichsrats- 
Abgeordneter  für  Galizien.  Brustbild,  en  f.  n.  r.  Dauthage 
1880.  Lithographie  aus  dem  Werke  „Das  Parlament". 

209.  Somerau-Beeckhj  Maximilian  Josef  Freiherr,  v.,  Erzbischof  von 
Olmütz,  geb.  zu  Wien  21.  Dez.  1769,  gest.  zu  Olmütz  am 
31.  März  1853.   Brustbild,  sitzend,  nach  rechts,    F.  Eybl  lith. 

210.  Tan  der  Strass,  Karl  Dr.,  Bürgermeister  der  Stadt  Brunn, 
gel),  am  5.  Mai  1817,  gest.  am  29.  Mai  1880.  Brustbild, 
en  f.  n.  r.  Gez.  von  Ig.  Eigner. 

211.  Strauß  Josef,  Musikdirektor  und  Kompositeur,  geb.  in  Brunn 
am  19.  März  1793,  gest.  in  Karlsruhe  am  1.  Dez.  1866.  Brust- 
bild, n.  r.,  nach  dem  Leben  gez.  von  Bd.  Höfling.  Druck  von 
J.  Jung  in  Frankfurt  a.  M.  Verlag  der  Hofkunsthandlung 
von  J.  Veiten  in  Karlsruhe.  Hinterlegt  bei  dem  Groß.-Bad. 
Ministerium  des  Innern.  Unter  dem  Bilde  in  faks.  :  Redliches 
Wollen  —  feste  Ausdauer.  Karlsruhe  1865. 

212.  Stuffler,  Wenceslaus  Urbanus  eques  de,  Dei  gratia  episcopus 
Brunensis,  suae  sacrae  caesareo-regiae  Apostolicae  Majestatis 
ad  inclytum  per  Moraviam  et  Silesiam  gubernium  consiliarius 
geb.  zu  Brunn  am  27.  Sept.  1764,  gest.  ebendaselbst  am 
24.  Mai  1831.  Brustbild,  sitzend,  en  f.  n.  1.  Teltscher. 


46 

213.  Sušil  Franz,  Theologie-Professor,  Schriftsteller  und  Dichter, 
Sammler  mährischer  Volkslieder,  geb.  am  14.  Juni  1804  in 
Neu-Raußnitz,  gest.  am  31.  Mai  1868  in  Bystritz  a.  Host. 
Brustbild,  en  f.  n.  r.,  in  der  Rechten  ein  Buch.  Zeleirý  kreslil, 
Kolář  lith.  Tisk  od  J.  Rauha.  Mit  faks.  Namenszuge  und 
folgenden  vier  faks.  Verszeilen: 

Dvé  krásek  spanilých  duše  mé  ovládnulo  stánek, 
Zemská  jedna,  druhá  s  vj'siny  pošla  nebes. 
Církev  a  vlast  —  ty  v  mojích  milují  sestersky  se  ňadrech, 
Každá  půl,  každá  má  moje  srdce  celé. 

214.  Sztankovičs,  Ludwig  Freiherr  v.,  k.  k.  General-Major  (später 
Feldzeugmeister),  geb.  zu  Edelény  in  Ungarn  1805,  gest.  1868. 
Kniestück,  stehend  en  f.  n.  r.,  in  der  Rechten  die  Handschuhe, 
die  Linke  am  Säbel.  Kriehuber  1852.  Gedruckt  bei  J.  Höfe- 
lich.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

215.  Teuchert,  Friedrich  Freiherr  v.,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant 
(später  Feldzeugmeister),  geb.  zu  Ung.-Hradisch  am  21.  Mai 
1797,  gest.  zu  Ischl  am  27.  Juni  1872.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  r.,  im  Mantel,  die  Linke  am  Säbel.  Mit  faks.  Unter- 
schrift. Kriehuber  1862.  Gedruckt  bei  Josef  Stoufs  in  Wien. 

216.  Tkaer  Albrecht,  Agronom,  geb.  1752  zu  Cella  (Hannover), 
gest.  1828  auf  dem  Gute  Mögelin  bei  Berlin.  Porträtstatue, 
stehend.  A.  Schütze.  Lith.  Atelier. 

217.  Thuii,  Leopold  Leo  Graf,  Minister  des  Kultus  und  Unter- 
richtes, geb.  zu  Teschen  am  7.  April  1811,  gest.  zu  Wien  am 
am  17.  Dez.  1888.  Brustbild,  n.  r.  Stadler  lith.  1851.  Ge- 
druckt bei  J.  Höfelich.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

218.  Thurn -Yallesassina,  Georg  Graf,  Feldmarschall-Leutnant, 
Kommandant  des  8.  Armeekorps,  geb.  zu  Prag  1788,  gest.  zu 
Wien  1866.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.,  den  Säbel  unter 
dem  linken  Arme.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Rauh. 
Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

219.  Till  Anton  Emil,  Kompositeur,  1848—1870  Kapellmeister 
am  Hofburg-Theater  zu  Wien,  geb.  auf  Burg  Pernstein  in 
in  Mähren  am  2.  Oktober  1809,  gest.  zu  Wien  am  21.  Jänner 
1882.  Brustbild,  en  f.  n.  1.  mit  Brillen.  Eybl  lith.  1843.  Ge- 
druckt bei  A.  Leykum  in  Wien.  Kunstbeilage  der  allgem. 
Wiener  Musik-Zeitung.  III.  Jahrg.  1843. 


47 

220.  Toggenburg",  Georg  Ritter  v.,  k.  k.  Handelsuiinister,  geb.  zu 
Laax  in  Graubündten  1811,  gest.  (?).  Kniestück,  en  f.  n.  L, 
im  Lehnstuhl  sitzend.  Kriehuber  lith.  1855.  Gedruckt  bei 
Josef  Stoufs  in  Wien.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann.  Mit  faks. 
Unterschrift. 

221.  UchatiuSj  Franz  Freiherr  v.,  österreichischer  Artilleriegeneral 
und  Artillerietechniker,  geb.  am  20.  Okt.  1811  zu  Theresien- 
feld  in  Nieder-Osterreich,  gest.  am  4.  Juni  1881  zu  Wien. 
Brustbild,  en  f.  n.  r.,  im  offenen  Mantel.  Wischniowsky  Lt.  1881. 

222.  Ugarte,  Alois  Graf  v.,  Gouverneur  von  Mähren  und  Schlesien, 
geb.  am  9.  März  1784,  gest.  am  25.  April  1845.  Brustbild, 
en  f.  n.  1.,  mit  Brillen.  Lith.  von  Kittner.  Gedruckt  bei  Joh. 
Höfelich. 

223.  Urbaii  Karl,  General-Major,  geb.  1802  zu  Krakau,  gest.  als 
Baron  und  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant  am  1.  Jänner  1877 
zu  Brunn.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  die  Hände  auf  den 
Säbel  gestützt.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Rauh. 
Wien  bei  L.  T.  Neumann. 

224.  Veit,  W.  H.  (Wenzel  Heinrich),  Kreisgerichtspräsident,  Kam- 
mermusik-Komponist, geb.  zu  Rèpnic  in  Böhmen  am  19.  Jänner 
1806,  gest.  zu  Leitmeritz  am  16.  Feb.  1864.  Brustbild,  sitzend, 
ein  Notenblatt  in  der  Hand.  Thaddaeus  Mayer  (1847?). 

225.  Vetter  von  der  Lilie,  Felix  Graf,  Landeshauptmann  von  Mähren, 
geb.  am  18.  März  1830.  Brustbild,  n.  r.  Gezeichnet  im  Auf- 
trage des  mährischen  Landes- Ausschusses  von  Josef  Kotzmann 
im  Jahre  1886.  Druck  von  M.  Perna  in  Brunn. 

226.  Vieuxtemps  Henri,  Komponist,  geb.  am  20.  Februar  1820  zu 
Verviers  in  Belgien,  gest.  am  6.  Juni  1881  zu  Mustapha 
Paschah  bei  Algier.  Als  Knabe,  Halbfigur,  en  f.  n.  r.,  die 
Violin  spielend.  Kriehuber  lith.  1834.  Gedruckt  bei  Leykum 
&  Komp.  Vienne  chez  Artaria  &  Co. 

527.  Violand  Ernst  Dr.,  Abgeordneter  des  Korneuburger  Bezirkes 
in  Nieder-Osterreich  V.  U.  M.  B.,  geb.  zu  Wolkersdorf  in 
Nieder-Osterreich  1821,  gest.  zu  Peoria  in  Nord- Amerika  am 
5.  Dez.  1875.  Kniestück,  stehend,  die  Rechte  aufgestützt,  die 
Linke  am  Säbelknauf,  baarhaupt,  um  die  Brust  die  Trikolore. 
Eduard  Kaiser  lith.  1848.  Gedruckt  bei  J.  Rauh.  Verlegt 
von  A.  Paternos  Witwe  &  Sohn  in  Wien.  Unter  dem  Bilde 
in  faks.:  „Die  Demokraten  der  Gegenwart  können  fallen,  aber 


48 

die  Sonne  der  wahren  Völkerfreiheit   wird   auf  ihre  Leichen- 
hügel strahlen.  Dr.  Ernst  Violand". 

228.  Wagner  Michael  Job.,  Bischof  von  Belgrad,  apostolischer 
Vikar  der  k.  k.  Heere,  k.  k.  Hof-  und  Burgpfarrer  und  Dom- 
herr zu  Raub,  geb.  in  Linz  am  19.  Sept.  1788,  gest.  zu 
St.  Polten  am  23.  Oktober  1842.  Sitzend  im  Lehnstuhl, 
en  f.  iL  1.,  in  der  aufgestützten  Linken  ein  Buch.  Eybl  lit li . 
1834.  Verlag  des  lith.  Institutes  in  Wien. 

229.  Wallmoden-Gimborn,  Karl  Graf,  als  k.  k.  Feldmarschall- 
Leutnant,  geb.  zu  Hannover  1792,  gest.  nach  1879.  Kniestück, 
stehend,  en  f.  n.  1.,  mit  offenem  Mantel,  die  Rechte  einen 
Handschuh  haltend,  auf  ein  Tischchen,  die  Linke  auf  den 
Säbel  gestützt.  Mit  faks.  Unterschrift.  Kriehuber  1851.  Ge- 
druckt bei  J.  Höfelich.  Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 

230.  Walliiiodeii-Criinbom,  Ludwig  Graf,  General  der  Kavallerie, 
geb.  zu  Wien  1769,  gest.  1862.  Kniestück,  stehend,  n.  r.,  die 
Hände  am  Säbel,  auf  einem  Tische  rechts  Mantel  und  Feder- 
hut. Kriehuber  lith.  1851.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien, 
bei  L.  T.  Neumann. 

231.  Waniek.  Landwirt  (?).  Brustbild,  sitzend,  en  f.  n.  1.  Gabriel 
Decker  1844.  Gedruckt  bei  J.  Rauh. 

232.  Wattmann,  Josef  Edler  v.  (später  Freiherr),  Doktor  und 
o.  ö.  Professor  der  praktischen  Chirurgie,  Direktor  des  k.  k. 
Operateur-Institutes,  Mitglied  der  medizinischen  Fakultät  in 
Wien  usw.,  geb.  zu  Oberlangbath  bei  Ebensee  am  6.  März  1789, 
gest.  in  Wien  am  am  14.  Sept.  1866.  F.  Eybl.  Verlag  des 
lith.  Institutes  in  Wien. 

233.  Wawra,  Ritter  von  Fernsee,  Heinrich  Dr.,  Marinestabsarzt 
und  Botaniker,  geb.  zu  Brunn  am  2.  Feb.  1831,  gest.  1887. 
Brustbild  in  Marineuniform,  en  f.  n.  1.  Eduard  Kaiser  lith. 
nach  einer  Photographie.  Gedruckt  bei  Anton  Hartinger  & 
Sohn  in  Wien.  Beilage  zur  Osterreichischen  Botanischen 
Zeitschrift  1867.  Nr.  1. 

234.  Weis  Karl.  Kniestück,  im  Lehnstuhl,  n.  r.,  mit  Brillen,  die 
Linke  auf  das  Knie  gestützt,  die  Rechte  auf  der  Stuhllehne. 
Kriehuber  lith.   1858.   Druck  von  J.  Haller  in  Wien. 

235.  Weiss  Anton,  k.  k.  Oberstleutnant  im  Korps  der  Ingenieur- 
Geographen  und  Chef  der  militärischen  Zeichnungkanzlei. 
Kniestück,    en    f.    n.    1.,    in    der    Rechten    den    Federhut,    die 


49 

Linke  am  Säbelknauf.  Gabriel  Decker  lith.  1853.  Gedruckt 
bei  J.  Rauh  in  Wien.  Mit  faks.  Namenszuge  und  darunter 
gedruckt:  „Ehrfurchtsvoll  gewidmet  von  den  Offizieren  der 
k.  k.  Militär-Zeichnungskanzlei  des  k.  k.  militär-geographischen 
Institutes  1858." 

236.  Widmaiin,  Adalbert  Freiherr  v.,  beisitzendes  Mitglied  der 
mähr.-schles.  Ackerbaugesellschaft,  später  mähr.  Landeshaupt- 
mann, geb.  am  14.  Jänner  1804,  gest.  23.  Aug.  1888.  Brust- 
bild, en  f.  n.  r.,  lith.  W.  Hörn,  Brunn  1836.  Gedruckt  bei 
A.  Leykum  in  Wien. 

237.  Widmann,  Adalbert  Freiherr  v.,  Brustbild,  nach  rechts  ge- 
wendet. Kriehuber  1844.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 

238.  Widmaim,  Adalbert  Freiherr  v.,  Brustbild,  nach  rechts  ge- 
wendet. Kriehuber  1844.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Mit  Tinte 
beigefügt  die  eigenhändige  Unterschrift. 

239.  Widmann,  Adalbert  Freiherr  v.,  Exzellenz,  mährischer  Landes- 
hauptmann. Brustbild,  en  f.  n.  r.,  F.  Würbel  1880.  Litho- 
graphie aus  dem  Werke  „Das  Parlament". 

240.  Wildner  Ignaz,  Edler  v.  Maithstein,  Dr.,  Rechtsgelehrter, 
Hof-  und  Gerichtsadvokat  und  suppl.  Professor  des  gericht- 
lichen Verfahrens  des  Lehen-,  Handels-  und  AVechselrechtes 
an  der  k.  k.  Universität  in  Wien,  geb.  zu  Krumau  1802, 
gest.  in  Wien  am  13.  Nov.  1854.  Halbfigur,  im  Lehnstuhl, 
en  f.  n.  1.  Kriehuber  1838.    Gedruckt    bei    Johann    Höfelich. 

241.  Wilhelm,  Erzherzog  von  Osterreich  usw.  Kniestück,  stehend, 
n.  r.,  die  Linke  am  Säbel,  rechts  auf  einem  Tischchen  der 
Federhut,  im  offenen  Mantel.  Kriehuber  lith.  1855.  Gedruckt 
bei  Josef  Stoufs  in  Wien.  Wien  bei  L.  T.  Neumann. 

242.  Wimpffen,  Franz  Graf,  Feldmarschall-Leutnant  (zuletzt 
General-Feldzeugmeister),  geb.  in  Prag  am  2.  April  1797, 
gest.  zu  Görz  am  26.  Nov.  1870.  Kniestück,  n.  1.,  die  Linke 
am  Säbel.  Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 
Wien,  bei  L.  T.  Neumann.  Mit  faks.  Unterschrift. 

243.  Windisch-Grätz,  Alfred  Fürst  zu,  k.  k.  Feldmarschall,  geb. 
zu  Brüssel  am  11.  Mai  1787,  gest.  zu  Wien  am  21.  März 
1862.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  i\,  die  Hände  auf  einen 
Stock  gestützt.  Kriehuber  lith.  1852.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich. 
Wien,  bei  L.  T.  Neumann.  Mit  faks.  Namenszuge. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1.  ■* 


50 

244.  Winterlioller  Gustav,  k.  k.  Statthaltereirat,  Bürgermeister 
und  Ehrenbürger  der  Landeshauptstadt  Brunn,  Reichsrats- 
und Landtagsabgeordneter,  geb.  am  14.  April  1833  in  Brunn, 
gest.  ebendaselbst  29.  Juli  1894.  Brustbild,  nach  vorn.  Gez. 
von  Bach  ('?).  Lithographie. 

245.  Wohlgemuth,  Ludwig  Freiherr  v.,  Feldmarschall-Leutnant, 
geb.  zu  Wien  1788,  gest.  zu  Pesth  1851.  Kniestück,  stehend, 
en  f.  n.  r.,  in  der  Rechten  die  Handschuhe,  in  der  Linken 
Federhut  und  Säbel.  Kriehuber  1849.  Gedruckt  bei  J.  Rauh, 
Verlag  von  A.  Paternos  AVitwe  &  Sohn. 

246.  Wohlgemuth,  Ludwig  Freiherr  v.,  Feldmarschall-Leutnant. 
Ganze  Figur,  stehend,  en  f.  n.  r.,  den  Säbel  unter  dem  linken 
Arme.  Lith.  von  (?).  Gedruckt  bei  J.  Rauh,  Verlag  des  W. 
Skallitzky. 

247.  Wratislaw  von  Mitrowicz,  Eugen  Graf,  als  General  der 
Kavallerie,  geb.  zu  Wischopol  bei  Kost  in  Böhmen  1786, 
gest.  in  Wien  1867.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  r.,  in  der 
Rechten  Federhut  und  Handschuhe,  die  Linke  am  Säbel. 
Kriehuber  lith.  1850.  Gedruckt  bei  J.  Höfelich.  Wien,  bei 
L.  T.  Neumann. 

248.  Wratislaw  von  Mitrowicz,  Eugen  Graf,  als  General  der 
Kavallerie.  Ganze  Figur,  stehend,  en  f.  n.  r.,  die  den  Feder- 
hut haltende  Linke  auf  eine  Mauer  gelehnt.  Lith.  von  (?). 
Gedruckt  bei  J.  Rauh,  Verlag  des  W.  Skallitzky. 

249.  Zap  Karel  Vladislav,  böhmischer  Schriftsteller,  geb.  zu  Prag 
am  8.  Jänner  1812,  gest.  zu  Beneschau  am  1.  Jänner  1871. 
Brustbild,  n.  1.,  mit  Brillen.  Lit.  a  tisk  Farského  v  Praze. 
Unter  dem  Bilde  faksimiliert:  Nic  nedbej  —  své  dělej.  Karel 
Vladislav  Zap".  Ganz  unten  die  Widmung:  „Věnováno  od 
žáků  c.  k.  české  vyšší  reální  školy." 

250.  Zedlitz,  J.  Ch.  Freiherr  v.,  Dichter,  geb.  zu  Johannesberg 
in  Österr.-Schlesien  am  28.  Feb.  1790,  gest.  in  Wien  am 
15./16.  März  1862.  Im  Lehnstuhl  sitzend,  n.  1.  Lith.  Anstalt 
von  Pobuda,  Rees  &  Komp.  4°. 

251.  Zeisberg,  Karl  Ritter  v.,  k.  k.  Feldmarschall-Leutnant,  geb. 
zu  Breslau  1788,  gest.  im  steierischen  Bade  Steinhof  1863. 
Kniestück,  en  f.  n.  1.,  die  Hände  auf  den  Säbel  gestützt.  Mit 
faks.  Unterschrift.  Kriehuber  lith.  1851.  Gedruckt  bei  Job. 
Höfelich.   Wien,  bei  L.  T.  Neumann. 


252.  Zelinka  Andreas,  Dr.,  Bürgermeister  der  k.  k.  Reichshaupt- 
und  Residenzstadt  Wien,  Mitglied  des  Herrenhauses  usw., 
geb.  zu  Wisch  au  am  23.  Feb.  1802,  gest.  in  Wien  am 
21.  Nov.  1868.  Kniestück,  stehend,  en  f.  n.  1.,  im  Frack,  die 
Rechte  aufgestützt,  mit  Brillen.  Kriehuber  lith.  1868.  Druck 
von  J.  Stoufs  in  Wien. 

253.  Zierotin,  Franz  Josef  Graf  und  Herr  v.,  Freiherr  v.  Lilgenau 
k.  k.  Kämmerer  und  Geheimer  Rat  usw.,  Humanist,  Forst- 
und  Landwirt,  geb.  am  6.  April  1772  in  Ullersdorf  oder 
Brunn,  gest.  in  Brunn  am  30.  Mai  1845.  Brustbild,  en  f.  n.  1., 
mit  Brillen,  im  Mantel.  Ciarot  pinx.  Guapmann  1839  in  Wien. 
Gedruckt  bei  M.  R.  Toma  in  Wien. 

254.  Zierotin,  Zdenko  Graf,  Husarenrittmeister,  geb.  am  23.  No- 
vemb.  1812  in  Brunn,  gest.  am  18.  Novemb.  1887,  sitzend  im 
Lehnstuhl,  n.  r.,  in  der  aufgestützten  Rechten  eine  Zigarre. 
Prinzhofer  lith.  1853.  Gedruckt  bei  J.  Rauh  in  Wien. 

255.  Zobel  von  Giebelstadt,  Thomas  Freiherr  v.,  k.  k.  Feldmarschall- 
Leutnant,  geb.  in  Bremen  1799,  gest.  in  Villach  1869.  Knie- 
stück, stehend,  im  offenen  Mantel,  die  Rechte  an  der  Feld- 
binde. Lith.  von  Eduard  Kaiser.  Druck  von  J.  Haller.  Wienr 
bei  L.  T.  Neumann.  Mit  faks.  Namenszuge. 

256.  Zoebel  Anton,  Dr.,  Hochschulprofessor,  Landes-Ausschuß- 
Beisitzer,  geb.  zu  Brunn  am  6.  Jänner  1852,  gest.  in  Wien 
am  25.  Juni  1902.  Brustbild,  en  f.  n.  r.,  mit  Brillen.  J.  Kotz- 
mann lith.  Brunn  1898.  Lith.  und  Druck  von  Rud.  M.  Rohrer. 
Mit  faks.  Namenszuge. 

257.  Ze  sněmu  moravského  1864.  Gruppenbild  von  24  slawischen 
Abgeordneten.  Lith.  von  Klíc  1864.  Tiskem  Voitěcha  Tůmy 
v  Brně.  Mit  den  faks.  Namenszügen  aller  dargestellten  Personen. 


4* 


Über  einige  Beste  der  Iserschichten  im  Osten 


des  Schönhengstzuges. 

Von  Johann  Tuppy. 


Wie  ein  Blick  auf  die  geologische  Spezialkarte  von  Lands- 
kron  und  Mahr.-Trübau1)  lehrt,  bilden  die  der  Kreideformation 
angehörenden  Iserschichten  ausgedehnte  Komplexe  in  der  west- 
lichen Hälfte  des  durch  das  genannte  Kartenblatt  dargestell- 
ten Gebietes,  während  sie  in  der  östlichen  Hälfte  desselben  (öst- 
lich vom  Schönhengstzuge)  lediglich  durch  die  Plänersande  von 
Landskron;  Ober-Johnsdorf  und  Olbersdorf  vertreten  erscheinen. 
Unzweifelhaft  existieren  jedoch  auch  auf  dem  zuletzt  erwähnten 
Terrain  noch  andere  bedeutendere  Reste  der  Iserschichten,  welche 
zum  Teil  schon  in  den  Bereich  des  benachbarten  Kartenblattes 
Gewitsch  und  Brüsau  hineinragen.  Indem  der  Schreiber  dieser 
Zeilen  im  folgenden  einige  derartige,  den  Iserschichten  offenbar 
angehörige  oder  aequivalente,  aber  auf  der  Karte  als  solche  nicht 
ausgeschiedene,  sondern  derzeit  dem  unteren  turonen  Pläner  zu- 
geteilte Lokalitäten  in  Kürze  schildert,  hofft  derselbe,  einen  be- 
scheidenen Beitrag  zur  geologischen  Durchforschung  seines  Heimat- 
landes geliefert  und  Anregungen  zu  weiteren  Feststellungen  in 
dieser  Richtung  gegeben    zu  haben.     Die    Bestrebungen    des    Ver- 


*)  Die  Karte  zeigt  bezüglich  der  Kreideformation  die  Ausscheidungen 
Cenoman,  unterer  turoner  Pläner,  Iserschichten,  Sande  des  Pläners,  Priesener 
Schichten  und  Kieslingswalder  Schichten.  Hiervon  faßt  das  Cenoman  die  Pe- 
rutzer  und  Koritzaner  Schichten,  der  untere  turone  Pläner  die  Weißenberger 
und  Malnitzer  Schichten  der  böhmischen  Geologen  zusammen,  während  die 
Sande  des  Pläners  als  Fazies  der  Iserschichten  angesehen  werden.  Die  Bezeich- 
nungen Priesener  Schichten  und  Kieslingswalder  Schichten  decken  sich  mit 
den  analogen,  in  der  böhmischen  Kreide  üblichen  Benennungen.  (Man  vergleiche 
hierüber  Dr.  E.  Tietze:  Erläuterungen  zur  geologischen  Karte  von  Landskron 
und  Mähr.-Trübau,  Wien  1904,  S.  14—26.) 


53 


fassers  wurden  von  der  „Kommission  zur  naturwissenschaftlichen 
Durchforschung  Mährens"  in  Brunn  gefördert,  indem  die  genannte 
Körperschaft  demselben  behufs  Bestreitung  der  materiellen  Auslagen 
eine  Subvention  verlieh.  Ihr  sowie  Herrn  Bürgerschuldirektor  Alois 
Czerny  in  Mähr.-Trübau,  der  dem  Schreiber  der  vorliegenden  Arbeit 
nicht  nur  die  Benutzung  seiner  Bücher-  und  Petrefaktensammlung 
gestattete,  sondern  ihm  auch  seine  reichen,  im  beschriebenen  Ge- 
biete gemachten  Erfahrungen  in  uneigennützigster  "Weise  zur  Ver- 
fügung stellte,  sei  hiermit  der  schuldige  Dank  ausgesprochen. 

I.  Lage  und  Beschaffenheit  der  in  Frage  kommenden 
Ablagerungen. 

Es  erscheint  wohl  angezeigt,  zunächst  eine  gedrängte  karto- 
graphische und  petrographische  Beschreibung  aller  Örtlichkeiten, 
welche    im    folgenden    den  Iserschichten    angegliedert    werden,    zu 


sut«  afù6tf 


a  =  Urgestein,    b  =  Cenoman,    c  =  unterer  turoner  Pläner,    d  =  Iserschichten. 


geben,  und  der  Verfasser  beginnt  dieselbe  mit  der  des  ausgedehn- 
testen Komplexes,  als  welcher  das  auf  den  Territorien  der  Ge- 
meinden Ranigsdorf  und  Grünau  gelegene  Gebiet  zu  betrachten  ist. 
Verfolgt  man  die  von  Mähr.-Trübau  durch  die  erstgenannte 
Gemeinde  ziehende  Bezirksstraße  bis  zum  östlichen  Ausbiß  der 
auf  der  geologischen  Spezialkarte  Landskron  und  Mähr.-Trübau 
eingezeichneten  kleinen  Oenomanpartie  und  schlägt  dann  unmittel- 
bar neben  dem  Hause  Nr.  38  den  nach  Norden  abzweigenden 
Eeldweg  ein,  so  fallen  dem  aufmerksamen  Beobachter  schon  nach 
wenigen  Schritten  die  auf  den  Weg  geworfenen,  ziemlich  großen 
Stücke  eines  feinsandigen,  oft  sehr  mürben  Pläners  in  die  Augen, 
der  glaukonitisch  ist,  meist  gelbe,  gelbgraue  oder  weißlichgraue 
Farben  zeigt  und  dem  Materiále  mancher  Varietäten  der  Iser- 
schichten völlig  gleicht.  Hohle,  mit  braunem  Mulm  gefüllte  Bäume, 
welche  offenbar  von  Spongien  herrühren,  Konkretionen  reinen 
Kalksteins  sowie  Limonitknollen  sind  keine  Seltenheit.    Besonders 


54 

interessant  erscheint  jedoch  der  Reichtum  an  verschiedenen,  auf 
die  Iserschichten  Böhmens  hinweisenden  organischen  Resten.  Diese 
Gesteinsstücke  entstammen  den  zu  beiden  Seiten  des  Weges  ge- 
legenen Feldern  und  werden  daselbst  bei  der  Bestellung  derselben 
ausgeackert,  in  die  Fahrgeleise  geworfen,  mitunter  auch  zu  Hau- 
fen geschlichtet.  Derartige  größere  Steinanhäufungen  finden  sich 
besonders  weiter  nördlich,  jenseits  eines  in  der  Karte  eingezeich- 
neten Streifens  von  Alluvium.  Sie  -ergeben  durchgehends  eine  loh- 
nende Ausbeute  an  Petrefakten  und  die  Felsen,  welche  das  Ma- 
terial derselben  geliefert  haben,  liegen  offenbar  in  geringer  Tiefe 
unter  der  Kulturdecke.  Unmittelbar  hinter  dem  Anwesen  Nr.  38 
treten  sie  zu  beiden  Seiten  einer  leicht  eingeschnittenen  Wegstelle 
auch  etwas  zutage  und  man  kann  hier  ein  deutliches,  etwa  15 
Grad  betragendes  Einfallen  der  Schichten  nach  Nordosten  beob- 
achten. 

Auch  die  Feldwege,  welche  von  der  Gemeinde  Grünau  nach 
dem  nordsüdlich  gegen  Pohres  verlaufenden,  ebenfalls  als  Allu- 
vium eingetragenen,  schmalen  Talstreifen  parallel  zur  Kaiserstraße 
Mähr.-Trübau  —  Müglitz  führen,  weisen  derartige  fossilienreiche 
Gesteinsbrocken,  welche  jedenfalls  von  einer  unter  der  Acker- 
krume liegenden  Felslage  herrühren,  in  reichlicher  Menge  auf. 

Als  ideale  Grenzen  dieses  Terrains  könnten  folgende  Linien 
dienen.  Im  Westen:  Eine  vom  Höhenpunkt  401  des  „Roten  Hübeis" 
nach  Nordwest  gezogene  Gerade  bis  zu  dem  links  vom  Buchstaben 
R  im  Namen  „Rotes  Wirtshaus"  befindlichen  Knie  der  Kaiser- 
straße Mähr.-Trübau — Müglitz.  Im  Norden:  Eine  Gerade  von  die- 
sem Knie  bis  zum  „Roten  Wirtshaus",  von  da  an  die  Kaiser- 
straße bis  zu  der  auf  der  geologischen  Spezialkarte  eingetra- 
genen Lehm-  und  Lößpartie,  dann  der  südlich  der  Kaiserstraße 
fallende  Teil  der  Begrenzungslinie  der  genannten  Ausscheidung, 
ferner  die  den  Höhenpunkt  374  rechtwinkelig  einschließenden 
Wege  bis  zu  der  an  einer  Serpentine  der  Kaiserstraße  liegenden, 
gewöhnlich  Pohres-Maut  genannten  Häusergruppe  (an  der  West- 
seite des  Buchstabens  P  im  Namen  Pohres).  Im  Osten:  Eine  von 
dieser  Häusergruppe  ausgehende  bogenförmige  Linie,  welche  ihre 
Wölbung  der  Gemeinde  Grünau  zukehrt,  ungefähr  in  der  Mitte 
zwischen  den  Höhenpunkten  392  und  384  hindurchgeht  und  deren 
südlichster  Teil  mit  dem  von  der  Südspitze  Grünaus  nach  Süd- 
west (Ranigsdorf)  führenden  Fahrweg  zusammenfällt.     Im   Süden: 


55 

Eine  durch  den  Höhenpunkt  401  ('nördlich  von  Ranigsdorf  auf 
dem  „Roten  Hübel")  zur  Triebe  (slawisch  Třebovka)  gezogene 
Parallele  bis  zum  Schnitt  mit  einer  durch  den  Höhenpunkt  384 
(Kirche  von  Grünau)  nach  Südwest  gerichteten  Geraden. 

Diese  dem  Lauf  der  Triebe  parallele  Linie  fällt  in  ihrer 
östlichen  Hälfte  mit  dem  sogenannten  „Bäckenrand"  zusammen, 
auf  dem  der  vorgenannte  nach  Ranigsdorf  führende  Feldweg  ver- 
läuft. Auf  diesem  so  umgrenzten  Terrain  wäre  nur  das  schmale, 
von  Süd  nach  Nord  gegen  Pohres  streichende  Tal,  dessen  Sohle 
alluviale  Bildungen  aufweist  und  an  dessen  beiderseitigen  Hängen 
der  untere  turone  Pläner  in  geringer  Mächtigkeit  unmittelbar  über 
der  Talsohle  zum  Vorschein  kommt,  auszuscheiden  und  auch  die 
von  dem  eben  beschriebenen  Streifen  Alluvium  nach  Westen  ab- 
zweigende Partie  ist  selbstverständlich  von  Iserschichten  frei  zu 
denken. 

Nahe  dem  nördlichsten  Teile  dieser  Lokalität  befindet  sich 
ein  relativ  bedeutender  Aufschluß,  der  nicht  verfehlt  werden  kann, 
wenn  man  den  durch  das  vorhin  genannte  Pohreser  Tal  nord- 
südlich fließenden  kleinen  Bach  von  Ranigsdorf  aufwärts  bis  in 
die  Nähe  der  Kaiserstraße  verfolgt.  Am  linken  Ufer  bemerkt  man 
hier  in  einem  kleinen  Gehölz  leicht  den  erwähnten  Aufschluß.  Das 
Material  desselben  ist  den  früher  geschilderten  Lesesteinen 
ganz  gleich,  von  grauer,  weißlichgrauer,  gelbgrauer  bis  gelber 
Farbe  und  in  den  oberen  Lagen  ziemlich  petrefaktenhaltig.  Der 
Glaukonit-  und  Kalkgehalt  ist  wechselnd,  in  der  Regel  sind  die 
glaukonitreichsten  Gesteinsproben  relativ  die  kalkärmsten  und  um- 
gekehrt. In  den  vollständig  horizontal  gelagerten  Schichten  treten 
häutig  große,  dunkler  grau  oder  gelb  gefärbte  Partien  eines  reinen 
Kalksteines  auf,  der  sehr  fest  erscheint  und  äußerst  feinkörniges 
Gefüge  zeigt.  Auch  Limonitknollen  sowie  dendritische  Gebilde 
werden  oft  gefunden  und  auch  Höhlen  nach  Spongien  sind,  beson- 
ders in  den  höheren  Lagen,  reichlich  vorhanden. 

Ein  kleiner  Aufschluß  mit  gelbem,  glaukonitischen  Gestein  und 
gleichfalls  horizontaler  Schichtung  liegt  nördlich  der  Kaiserstraße 
in  unmittelbarer  Nähe  der  bereits  mehrfach  erwähnten,  „Pohres- 
Maut"  genannten  Häusergruppe.  Er  lieferte  merkwürdigerweise 
nur  wenige  und  für  die  Altersbestimmung  unwesentliche  Petrefakten, 
trotzdem    die    hier    zutage   tretenden  Schichten  eine  direkte  Fort- 


56 

Setzung  der  im  vorher  erwähnten  Bruche  aufgeschlossenen  sein 
müssen;  denn  eine  ideale  Fortsetzung  seiner  Gesteinsbänke  nach 
Süden  fällt  zum  Teil  noch  in  die  oberen  Lagen  des  erstgenannten 
Aufschlusses.  Übrigens  bietet  sich  dem  aufmerksamen  Beobachter 
hier  noch  mehrfach  Gelegenheit,  an  den  Wegböschungen  das 
Zutagetreten  der  Iserschichten  und  ihre  Lagerung  zu  kon- 
statieren. 

"Wir  wenden  uns  nun  der  .Besprechung  des  sogenannten 
Himmelsschlusses  zu,  einer  Ortlichkeit,  welche  sich  der  eben  be- 
schriebenen im  Westen  angliedert.  Dieser  nördlich  der  Gemeinde 
Ranigsdorf  gelegene  Bergrücken  ist  durch  das  Auftreten  eines 
zum  Teil  intensiv  rot  gefärbten  Pläners  gekennzeichnet,  welchen 
Dr.  E.  Tietze  auf  Seite  20  seiner  „Erläuterungen  zur  geologischen 
Karte  der  im  Reichsrate  vertretenen  Königreiche  und  Länder" 
dem  unteren  turonen  Pläner  zuteilt. 

Der  rote  Pläner  findet  sich  daselbst,  derzeit  wenigstens,  nir- 
gends anstehend  vor,  sondern  es  handelt  sich  stets  nur  um  mehr 
oder  weniger  große  Lesesteine  der  Acker,  die  in  Gesellschaft 
anderer  (weißlich  bis  gelblich  geiärbter)  Plänerbrocken  umher- 
liegen oder  zu  Haufen  geschichtet  sind.  Die  Farbentöne  erscheinen 
sehr  verschieden  und  variieren  von  rosen-  und  ziegelrot  bis  tief 
dunkel-  und  violettrot;  mitunter  trifft  man  auch  Stücke,  welche 
zum  Teil  rote,  zum  Teil  weißliche,  beziehungsweise  gelbliche  Fär- 
bung besitzen.  Zwei  Stellen  des  Himmelsschlusses  zeichnen  sich 
durch  ihren  Reichtum  an  solchem  roten  Pläner  besonders  aus. 
Die  eine  derselben  liegt  südlich  der  Kaiserssraße,  u.  zw.  etwas 
westlich  des  Knies,  das  diese  Straße  links  vom  Buchstaben  R 
des  Namens  „Rotes  Wirtshaus"  zeigt,  die  andere  südlich  vom 
Zeichen  H  im  Worte  „Himmelsschluß".  Der  Verfasser  hat  zahl- 
reiche Stücke  des  roten  Pläners  untersucht  und  in  demselben 
sowie  in  den  weißlich  bis  gelblich  gefärbten  Begleitsteinen  die 
meisten  Vertreter  derselben  fossilen  Fauna  bemerkt,  deren  Vor- 
kommen in  den  früher  beschriebenen  Ablagerungen  eben  die  Zu- 
weisung der  letzteren  zu  den  Iserschichten  notwendig  machte.  So 
konnte  zum  Beispiel  unter  anderen  Lima  iserica  Fr.,  Serpula  soci- 
aux Goldf.,  Biflustra  Pražáli  Xov.  und  Micraba.tia  cf.  corontda 
Goldf.  in  tief  roten  Plänerstücken  nachgewiesen  werden.  Es  unter- 
liegt daher  wohl  keinem  Zweifel,  daß  der  rote  Pläner  des  Him- 
melsschlusses jedenfalls  den  Iserschichten  angehört  und  somit  be- 


57 

deutend  jünger    erscheint,     als  Tietze  und     andere     angenommen 
haben1). 

Das  hier  in  Frage  kommende  Terrain,  welches  demnach 
auch  den  Iserschichten  anzugliedern  wäre,  würde  beiläufig  durch 
das  schiefwinkelige  Parallelogramm  umgrenzt  werden,  dessen  Nord- 
seite von  dem  "Worte  Himmel  in  der  Bezeichnung  „Himmelsschluß", 
dessen  Süd-  und  Ostseite  von  der  Kaiserstraße  und  dessen  West- 
seite von  dem  durch  den  Anfangsbuchstaben  H  des  Wortes  „Him- 
melsschluß"  nach  Süden  laufenden  Feldweg  gebildet  wird.  Südlich 
der  Kaiserstraße,  also  außerhalb  dieses  Viereckes,  liegt  nur  die 
früher  erwähnte  Stelle  unweit  und  links  des  Zeichens  R  im  Na- 
men „Rotes  Wirtshaus".  Hier  existiert  auch  ein  kleiner  Aufschluß, 
welcher  einen  gelblichgrauen,  glaukonitischen  Pläner  mit  spon- 
gienähnlichen  Gebilden  aufweist,  der  aber  sonst  gänzlich  petre- 
faktenleer  scheint.  Man  findet  zwar  unter  den  Abraumsteinen  hie 
und  da  solche  mit  Fossilien,  welche  für  die  Iserschichten  als  be- 
zeichnend gelten,  allein  dieselben  entstammen  nicht  dem  Materiále 
des  Bruches,  sondern  sind  von  weiter  oben  abgerollte  Lesesteine 
der  Acker.  Die  hier  anstehenden  Ablagerungen  müssen  unbedingt 
noch  als  unterer  turoner  Pläner  angesehen  werden,  dessen  aufge- 
bogene, ungefähr  20  Grad  nach  Nordosten  einfallende  Schichten 
daselbst,  wie  wenig  weiter  östlich  (unterhalb  des  Buchstabens  R 
im  Namen  „Rotes  Wirtshaus")  etwas  zutage  treten.  Diesen  Pläner 
finden  wir  dann  wieder  östlich  von  Ranigsdorf  über  der  Sohle 
des  Triebetales,  u.  zw.  mit  horizontaler  Schichtung  aufgeschlossen 
und  auch  am  Nordende  der  Gemeinde  Grünau  erblicken  wir  ihn 
in  einem  großen  Steinbruch  entblößt,  dessen  Schichten  beiläufig 
15  Grad  nach  Westen  einfallen.  Das  beigegebene  ideale  Profil, 
welches  durch  einen  Schnitt  von  der  am  „Roten  Hübel"  befind- 
lichen Phyllitpartie  zum  Nordende  von  Grünau  (Höhenpunkt  421) 
entstanden  gedacht  wird,  soll  diese  Verhältnisse  sowie  die  in  dem 
früher  genannten,  von  Pohres  südwärts  streichenden  Taleinschnitt 
veranschaulichen. 


l)  Hiermit  soll  selbstverständlich  keineswegs  behauptet  werden,  daß  die 
rote  Farbe  eines  Kreidesedimentes  unter  allen  Umständen  auf  die  Zugehörig- 
keit zu  den 'Iserschichten  deutet.  Gleichwie  rote  Partien  im  cenomanen  Sand- 
stein nichts  Seltenes  darstellen  (zum  Beispiel  in  Wojes  bei  Moletein),  so  liegt 
eben  auch  kein  Grund  gegen  die  Annahme  eines  lokalen  Auftretens  der  roten 
Färbung-  in  anderen  Abteilungen  der  Kreideformation  vor. 


58 

Ganz  ähnliche  Zustände,  wie  sie  nördlich  der  Triebe  herr- 
schen, nehmen  auch  auf  dem  südlichen  (rechten)  Ufer  dieses  Flüß- 
chens  zwischen  dem  östlich  von  der  Haltestelle  Ranigsdorf  der 
mährischen  Westbahn  gelegenen  „Breitenwald"  und  der  sogenannten 
„Talmühle",  dem  früher  erwähnten  „Bäckenrand"  gerade  gegen- 
über, ihren  Anfang1).  Am  rechten  Ufer  der  Triebe,  unmittelbar 
neben  dem  Bahnkörper,  sieht  man  auch  hier  wagrecht  geschichteten, 
unteren  turonen  Pläner  anstehen,  der  sich  bis  zur  Eisenbahnstation 
Rostitz — Rattendorf  verfolgen  läßt;  ersteigt  man  jedoch  zwischen 
dem  „Breitenwald-'  und  der  „Talmühle"  an  irgend  einer  Stelle  die 
auf  der  Karte  als  Liskaberg  bezeichnete  Anhöhe  und  unterzieht 
die  daselbst  allenthalben  umherliegenden  Lesesteine  einer  genaueren 
Betrachtung,  so  macht  sich  die  Übereinstimmung  ihrer  Petre- 
fakteneinschlüsse  mit  denen  von  Ranigsdorf — Grünau  bald  auf- 
fällig bemerkbar.  Auch  auf  diesem  Terrain  werden  die  genannten 
Klaubsteine,  welche  ebenfalls  aus  einem  gelben  oder  grauen  bis 
weißlichen,  meist  mürben  und  glaukonitischen  Pläner  bestehen, 
bei  der  Bestellung  der  Felder  ausgeackert  und  auf  die  Wege  ge- 
worfen oder  zu  Haufen  geschichtet.  Man  kann  dieselben  in  allen 
Größen  auf  den  Wegen  und  Rainen  des  Gebietes  antreffen  und 
selbst  die  Acker  sind  noch  durchgehends  mit  kleineren  Brocken 
und  Splittern  desselben  Materials  förmlich  übersäet.  Zweifellos  be- 
stehen somit  auch  hier  unter  der  Kulturdecke  bereits  in  geringer 
Tiefe  Reste  von  Schichten,  die  nicht  dem  unteren  turonen  Pläner 
angehören,  sondern  als  Fortsetzung  der  jüngeren  Ablagerungen 
von  Ranigsdorf — Grünau  angesehen  werden  müssen,  welche  jedoch 
den  Rand  der  von  E.  Tietze  an  dieser  Stelle  verzeichneten  Partie 
unteren  turonen  Pläners  nirgends  erreichen2).    Nach  Süden  lassen 

l)  Die  Ausdrücke  „Bäckenrand",  „Talmühle"  und  „Breitenwald"  sind 
Bezeichnungen,  welche  im  gewöhnlichen  Sprackgebrauche  der  Bevölkerung 
sehr  häufig  angewendet  werden,  die  jedoch  auf  den  Karten  nicht  vorkommen. 
Dasselbe  gilt  auch  bezüglich  des  mehrfach  gebrauchten  Namens  „Pohres-Maut". 

-)  Dr.  E.  Tietze:  Die  geognostischen  Verhältnisse  der  Gegend  von 
Landskron  und  Gewitsch,  AVien  1902,  Jahrb.  d.  k.  k.  geolog.  Reichsanstalt, 
S.  395.  Das  hier  in  Frage  kommende  Gebiet  (südlich  der  Triebe)  erscheint 
zwar  in  der  zitierten  Abhandlung  geologisch  beschrieben,  das  entsprechende 
Blatt  der  geologischen  Spezialkarte,  nämlich  Zone  7,  Kolonne  XV  der  Gene- 
ralstabskarte 1  :  75000,  ist  jedoch  derzeit  noch  nicht  erschienen.  Daher  mußte 
auch  diesem  Teile  der  vorliegenden  Arbeit  das  genannte  Blatt  der  General- 
stabskarte zugrunde  gelegt  werden,  während  bei  der  Abfassung  der  früheren 
sowie  der  später  folgenden  Abschnitte  die  geologische  Spezialkarte  (Zone  6, 
Kol.  XV)  benutzt  wurde. 


59 

sich  die  Spuren  dieser  jüngeren  Sedimente,  die  wir  auf  Grund 
der  paläontologischen  Untersuchung  gleichfalls  den  Iserschichten 
zuweisen  müssen,  bis  an  die  Gemeinde  Rostitz  selbst  verfolgen, 
so  daß  also  die  ganze,  auf  der  Generalstabskarte  mit  Liskaberg 
bezeichnete  Kuppe  samt  Umgebung  nicht  dem  unteren  turonen 
Pläner,  sondern  obigen  Schichten  zuzuteilen  wäre. 

Eine  ungefähre  Umgrenzung  des  hier  von  den  Iserschichten 
eingenommenen  Terrains  kann  folgendermaßen  geschehen:  Man 
ziehe  auf  der  Generalstabskarte  (1  :  75.000)  an  der  Außenseite 
der  Buchstaben  s  und  z  des  Namens  Rostitz  je  eine  von  Süd 
nach  Nord  verlaufende  Linie,  dann  vom  Südwestende  des  Zeichens 
s  längs  des  Kammes  der  gegen  die  Häuser  von  Rostitz  abfallen- 
den Lehne  eine  nach  Südost  gehende  Strecke  bis  zum  Schnitt  mit 
einer  vom  Südostende  des  Buchstabens  z  parallel  zu  dem  zwischen 
Rattendorf  und  Rostitz  nach  Norden  (zur  Talmühle)  laufenden 
Feldweg  gezeichneten  Linie.  Diese  vier  Linien  schließen  mit  der 
Geraden,  welche  die  Zone  6  von  der  Zone  7  trennt,  ein  unregelmäßiges 
Fünfeck  ein,  in  dessen  Innern  sich  die  Liskaberg  genannte  Anhöhe 
befindet  und  das  man  sich  als  mit  Iserschichten  bedeckt  vorzustellen 
hat.  An  der  früher  erwähnten,  gegen  die  Häuser  der  Gemeinde 
Rostitz  gekehrten  Lehne  sieht  man  die  letzteren  auf  der  Höhe  in 
vier  Brüchen  aufgeschlossen,  in  denen  man  ein  deutliches,  etwa  30 
Grad  betragendes  Einfallen  der  Schichten  nach  Nordosten  beob- 
achten kann.  Das  hier  anstehende  Gestein  ist  gelblichgrau,  glau- 
konitisch und  zeigt  stellenweise  bläuliche,  kalkige  Einlage- 
rungen. 

Kleineren  und  weniger  zusammenhängenden  Komplexen, 
welche  der  daselbst  abgelagerten  fossilen  Fauna  nach  ebenfalls 
den  Iserschichten  angehören,  begegnen  wir  noch  mehrfach  im 
Norden  des  zuerst  geschilderten  Terrains  von  Ranigsdorf — Grünau. 
Hier  wären  vor  allem  zwei  Aufschlüsse  in  der  Gemeinde  Ditters- 
dorf  zu  nennen.  Schon  E.  Tietze  bemerkt  in  seinem  Werke  „Die 
geognostischen  Verhältnisse  der  Gegend  von  Landskron  und  Ge- 
witsch" auf  Seite  646,  daß  er  „bei  Dittersdorf  an  der  Nordseite 
des  Dorfes  Steinbrüche  gesehen  habe,  welche  etwas  jünger  aus- 
sehenden Pläner  aufgeschlossen  haben".  Da  der  genannte  Autor 
an  dieser  Stelle  seiner  Publikation  ausschließlich  von  „unterem 
turonen  Pläner"  spricht,  den  er  mit  den  Weißenberger  und  Mal- 
nitzer  Schichten  parallelisiert,  so  kann  sich  die  Bezeichnung  „etwas 


60 

jüngerer  Pläner"  in  Anbetracht  unserer  Verhältnisse  nur  auf 
solchen  der  Iserschichten  beziehen. 

Daß  E.  Tietze  hier  nur  unverläßliche  Spuren  einer  späteren 
Bildung  vorfand,  erscheint  leicht  erklärlich;  denn  die  betreffenden 
Brüche  stellten  damals  zwei  ganz  kleine,  nur  selten  benutzte  Auf- 
schlüsse vor  und  von  Fossilien  wurde  nur  wenig  und  Belangloses 
gefunden.  Infolge  eines  in  den  Jahren  1901  bis  1902  zur  Aus- 
führung gekommenen  Straßenbaues  wurden  jedoch  diese  Brüche 
bedeutend  erweitert  und  der  Schreiber  dieser  Zeilen,  welcher  sie 
wiederholt  besuchte,  war  imstande,  auch  hier  ein  Petrefaktenma- 
terial  zu  sammeln,  das  hinreichte,  beide  Örtlichkeiten  als  Äqui- 
valente der  Iserschichten  anzusprechen.  Dieser  Ansicht  ist  auch 
Herr  Professor  Rzehak  in  Brunn,  dem  Herr  Bürgerschuldirektor 
AI.  Czerny  einige  Exemplare  der  Dittersdorfer  Petrefakten  be- 
hufs Untersuchung  übersandte,  indem  er  die  Fauna  dieser  Schichten 
als  „im  ganzen  den  Iserschichten  von  Zwittau  entsprechend"  be- 
zeichnet1). 

Die  Gemeinde  Dittersdorf,  eine  kleine  Ortschaft  des  Mähr.- 
Trübauer  Gerichtsbezirkes  (nicht  zu  verwechseln  mit  dem  gleich- 
namigen Dorfe  bei  Abtsdorf  in  Böhmen)  liegt  5  km  nordöstlich 
der  Stadt  M.-Trübau  und  3  km  östlich  der  Pfarrgemeinde  Altstadt. 
Die  Häuser  des  Dorfes  stehen  zerstreut,  zum  Teil  in  der  Sohle 
eines  flachen,  von  Ost  nach  West  sich  ausdehnenden  Tales,  zum 
Teil  bereits  auf  den  das  erwähnte  Tal  bildenden  Hängen.  Die 
Talsohle  wird  überall  von  miozänem  Tegel,  der  sich  auch  im 
Süden  ziemlich  weit  an  den  hier  anfangs  sehr  niedrigen  Lehnen 
hinzieht,  gebildet.  Dieser  an  Fossilien  arme  Tegel  breitet  sich  so- 
nach viel  weiter  aus,  als  die  geologische  Spezialkarte  Landskron — 
Mähr.-Trübau  angibt,  besitzt  jedoch  keine  bedeutende  Mächtigkeit; 
denn  der  in  der  Talsohle  fließende  Bach  hat  an  einigen  Stellen 
des  östlichen  Dorfteiles  sein  Bett  bis  auf  das  Liegende  des  Tegels, 
als  welches  hier  stets  Plänerschichten  erscheinen,  ausgewaschen. 
An  den  nördlichen  Lehnen  des  Tales  zeigt  sich  als  felsbildendes 
Gestein  ebenfalls  Pläner,  den  das  Kartenblatt  als  unter  turon  ver- 


a)  Herr  Professor  A.  Rzehak  hatte  die  Güte,  diese  Ansicht  Herrn 
A.  Czerny  brieflich  mitzuteilen.  Im  selben  Schreiben  hat  der  ersterwähnte  For- 
scher auch  die  Resultate  der  Bestimmung  einiger  der  eingesandten  Petrefakten 
übermittelt.  In  dem  später  folgenden  Gesamtverzeichnisse  der  Versteinerungen 
sind  dieselben  durch  ein  *    kenntlich  q-emacht. 


61 

zeichnet  hat  und  der  von  einer  nicht  sehr  mächtigen,  mitunter 
lehmigen  Dammerdeschicht  überlagert  ist. 

Am  rechten  Ufer  des  Ortsbaches,  bereits  in  der  Nähe  des 
westlichen  Dorfendes,  befindet  sich,  unmittelbar  hinter  dem  An- 
wesen Nr.  51  und  auch  zu  diesem  gehörig,  ein  Steinbruch,  der 
seine  etwa  2,3m  lange  und  l1jiin  hohe  Hauptwand  dem  Dorfe,  also 
dem  Süden,  zukehrt.  Er  liegt  ungefähr  200  Schritte  westlich  des 
von  der  Dorfstraße  abzweigenden  Verbindungsweges  der  Gemein- 
den Dittersdorf — Petersdorf  und  rund  100  Schritte  nördlich  der 
genannten  Dorfstraße. 

Das  Gestein,  welches  hier  zu  Schotter-  und  Bauzwecken  ge- 
brochen wird,  stellt  einen  feinsandigen  Pläner  vor,  der  in  den  un- 
teren Lagen  ziemlich  fest,  in  den  oberen  etwas  mürbe  und  zer- 
klüftet erscheint.  Er  ist  dem,  welchen  wir  bei  Panigsdorf — Grünau 
sowie  bei  Postitz  kennen  gelernt  haben,  völlig  gleich.  Wir  finden 
auch  denselben  Glaukonit-  und  Kalkgehalt,  ähnliche  Partien  fast 
reinen  Kalksteines,  die  im  Innern  mitunter  schöne  Kalkspatgeoden 
bergen,  ferner  Tafeln  von  Faserkalk  und  Knollen  von  Markasit, 
Hämatit  und  Limonit.1)  Die  Höhlungen  nach  Spongien  treten  hier 
in  den  höchsten  Teilen  so  zahlreich  auf,  daß  das  Gestein  bis- 
weilen vollständig  zerfressen  erscheint  und  technisch  unbrauchbar 
wird.  Auch  in  der  Farbe  ist  dieser  Pläner  dem  früher  beschrie- 
benen ganz  gleich  und  wir  finden  demnach  weißlichgraue,  gelblich- 
graue, gelbe  und  graue  Farbentöne.  Die  Schichten  fallen  unter 
einem  Winkel  von  10  Grad  nach  Südwesten  ein. 


*)  Die  Limonitknollen  stellen  nichts  anderes  als  metamorpliosierten 
Markasit  oder  Pyrit  vor.  Einige  Stücke,  welche  im  Innern  noch  einen  Kern 
von  Schwefeleisen  enthalten,  lassen  dies  deutlich  erkennen.  Das  letztere  ist 
zweifellos  organischen  Ursprungs  und  aus  faulenden,  Schwefelwasserstoff  ent- 
wickelnden Lebewesen  bei  Gegenwart  von  eisenhaltigen  Wässern  entstanden. 
(Man  vergleiche  z.  B.  :  Zeitschrift  für  Mineralogie,  Geologie  und  Paläontologie, 
Rochlitz  i.  S.,  1907,  Seite  39.) 

Der  Faserkalk  erscheint  in  Tafeln  bis  1  cm  Dicke,  welche  gewöhnlich 
eine  Fläche  von  mehreren  cm2  einnehmen,  und  die  längste  Achse  der  Kristall- 
individuen steht  immer  senkrecht  auf  die  Tafelrichtung.  Sehr  oft  ist  der  Kalk 
bereits  verschwunden,  so  daß  im  Gestein  nur  noch  niedrige  leere  Räume  sicht- 
bar sind,  deren  größte  Grenzflächen  durch  je  zwei  parallele  Ebenen  von  un- 
regelmäßiger Kontur  gebildet  werden.  Man  findet  solchen  Faserkalk,  bezie- 
hungsweise die  leeren  Räume  danach  auch  im  Materiále  der  Rostitzer  Brüche, 
ferner  in  den  Lesesteinen  von  Ranigsdorf  sowie  in  denen  des  Liskaberges  und 
des  Himmelsschlusses. 


62 

Einige  Schritte  südwestlich  und  in  einem  merklich  tieferen 
Niveau  liegt  der  zweite,  bedeutend  kleinere  Aufschluß,  unmittelbar 
hinter  dem  Hause  Nr.  50  und  zu  diesem  gehörig.  Sein  Gestein 
stimmt  in  bezug  auf  die  petrographischen  Eigenschaften  sowie 
bezüglich  der  Petrefakteneinschlüsse  mit  dem  des  erstgenannten 
Bruches  genau  überein,  eine  Lagerung  ist  jedoch  hier  wegen  der 
vollständigen  und  unregelmäßigen  Zerklüftung  nicht  konstatierbar. 

Auf  der  geologischen  Speziálkarte  sind  beide  Ortlichkeiten 
leicht  aufzufinden.  Sie  liegen  nämlich  in  nächster  Nähe  des  Zu- 
sammenstoßens der  drei  Ausscheidungen  „unterer  turoner  Pläner", 
„miozäner  Tegel",  „Löß  und  Lehm",  welches  ungefähr  in  der 
Mitte  der  als  Dittersdorf  bezeichneten  Häuserreihe  sichtbar  wird, 
u.  z.  noch  in  der  Südwestecke  der  unter  turonen  Plänerpartie. 
Der  Kürze  halber  ist  im  folgenden  der  zuerst  beschriebene  (grö- 
ßere) Aufschluß  stets  als  Bruch  I,  der  zuletzt  geschilderte  (kleinere) 
als  Bruch  II  bezeichnet.  Diese  beiden  Aufschlüsse  waren  es,  die 
Herr  E.  Tietze  anläßlich  der  geologischen  Aufnahme  des  Karten- 
blattes Landskron — Mähr.-Trübau  besuchte  und  für  deren  Mate- 
rial er  schon  damals  eine  spätere  Ablagerung  als  wahrscheinlich 
hinstellte. 

Über  das  Terrain,  welches  sich  unmittelbar  nördlich  dieser 
zwei  Ortlichkeiten  bis  zum  Kamm  der  zwischen  Dittersdorf  und 
Petersdorf  befindlichen  Anhöhe  erstreckt,  läßt  sich  nichts  Be- 
stimmtes feststellen.  Die  auf  den  Feldwegen  liegenden  Gesteins- 
brocken stimmen  zwar  mit  den  Ablagerungen  der  beiden  Auf- 
schlüsse genau  ü berein,  allein  man  hat  es  in  diesem  Falle  nicht 
mit  Lesesteinen  der  Acker,  sondern  mit  behufs  Wegbesserung 
aus  den  zwei  Brüchen  zugeführtem  Materiále  zu  tun.  Aber  in  der 
Umgebung  des  erwähnten  Kammes,  beziehungsweise  auf  diesem 
selbst,  nahe  der  Waldlisière,  an  derselben  und  im  Walde  begegnen 
wir  wieder  unzweifelhaften  Aequivalenten  der  Iserschichten,  die 
einer  Erwähnung  wert  erscheinen. 

Der  von  Dittersdorf  in  nordöstlicher  Richtung  nach  dem  so- 
genannten Zigeunerplatze  führende  Feldweg,  welcher  auf  der  geo- 
logischen Speziálkarte  etwa  1300  Schritte  oberhalb  dieser  Ortschaft 
zwei  nahe  beisammenstehende  Sternchen  zeigt,  geht  ungefähr  700 
Schritte  hinter  dem  Punkte,  den  das  zweite  Sternchen  markiert, 
durch  einen  kleinen  Aufschluß  hindurch,  welchen  wir  den  Bruch 
III  nennen  wollen.     Bund  200  Schritte  südlich  dieser  Ortlichkeit, 


63 

also  rechts  von  dem  erwähnten  Wege,  finden  wir  ebenfalls  einen, 
n.  z.  etwas  größeren  Aufschluß,  der  schon  von  weitem  sichtbar 
erscheint  und  welcher  als  Bruch  IV  bezeichnet  werde.  Er  liegt 
unmittelbar  an  einem  Fahrwege,  der  beiläufig  200  Schritte  nord- 
östlich des  ersten  Sternchens  von  dem  früher  besprochenen,  nach 
dem  Zigeunerplatze  laufenden  Weg  abzweigt.  Wird  diese  Abzwei- 
gung bis  in  die  Nähe  des  Waldes  verfolgt,  so  gelangt  man  zu 
einem  langgestreckten  Bruche  von  geringer  Höhe,  der  als  Bruch 
V  bezeichnet  sei,  und  etwa  400  Schritte  nordöstlich  (schon  im 
Walde)  liegt  endlich  noch  ein  in  Betracht  kommender  Aufschluß, 
welchen  wir  als  Bruch  VI  ansehen  wollen. 

Die  Aufschlüsse  III,  IV,  V  und  VI  stimmen  bezüglich  ihres 
Materials  mit  den  Brüchen  I  und  II  genau  überein  und  zeigen 
einen  unter  sehr  tlachem  Winkel  nach  Südwest  einfallenden,  gelb- 
lichgrauen  bis  gelben,  glaukonitischen  Pläner. 

Alle  vier  Brüche  werden  leider  selten  benutzt  und  sind  in- 
folgedessen stark  verfallen.  Die  Ausbeute  an  Petrefakten  ist  daher 
eine  spärliche,  namentlich  in  VI,  dieselbe  genügt  jedoch,  um  die 
Zugehörigkeit  der  Orte  III,  IV  und  V  zu  den  Iserschichten  sicher- 
zustellen. Die  im  Aufschlüsse  VI  gefundenen  organischen  Reste 
stimmen  zwar  mit  denen  der  übrigen  Ortlichkeiten  gleichfalls 
ziemlich  überein,  sind  aber  durchgehends  solche,  die  bei  einer 
Altersbestimmung  des  Gesteins  nicht  in  Betracht  gezogen  werden 
können,  nämlich  zweifelhafte  Bruchstücke  von  Dentalium,  Pinna 
decussata  Goldf.,  Lima  multicostata  Gein.,  Exogyra  conica  Sow. 
und  Fragmente  von  Fucoiden.  Da  jedoch  das  Material  dieses 
Bruches  in  Ansehung  seiner  ganzen  Lagerungsverhältnisse  schwer- 
lich zu  einer  wesentlich  andern  Zeit  abgesetzt  worden  sein  kann, 
als  das  in  den  benachbarten  Brüchen  aufgeschlossene,  so  dürfte 
wohl  auch  hier  eine  Zuweisung  zu  den  Iserschichten  vollständig 
gerechtfertigt  erscheinen. 

Die  in  den  letzten  vier  Brüchen  aufgeschlossenen  Sedimente, 
welche  unzweifelhaft  einst  untereinander  und  auch  mit  denen  der 
Brüche  I  und  II  sowie  mit  den  Ablagerungen  von  Banigsdorf, 
Grünau  und  Rostitz  zusammenhingen,  können  jetzt  wohl  nur  noch 
zum  Teil  miteinander  in  Verbindung  stehen;  denn  zwischen  III 
und  IV,  ferner  zwischen  III  und  VI  erscheint  der  Zusammenhang 
durch  einen  zum  und  durch  den  Wald  führenden  Taleinschnitt 
unterbrochen.  Auch  die  Aufschlüsse  I  und  II  sind  von  den  zuvor 


64 

aufgezählten  durch  einen  Streifen  lehmiger  beziehungsweise  tege- 
liger Ablagerungen,  der  sich  durch  die  Beschaffenheit  der  daselbst 
befindlichen  Acker  und  Wiesen  verrät,  getrennt. 

Jedenfalls  gehören  auch  die  etwas  nördlich  der  Ortlichkeit 
III  auftretenden,  petrefaktenleeren,  sandsteinartigen,  glaukonitischen, 
grobkörnigen,  bisweilen  leicht  zu  Sand  zerfallenden,  mitunter  aber 
auch  durch  kieselige  Bindungsmittel  gefestigten  Gesteine  zu  den 
Iserschichten.1)  Sie  dürften  zweifellos  eine  etwas  jüngere  Lage 
derselben  repräsentieren  und  haben  wohl  einst  die  früher  beschrie- 
benen, petrefaktenreichen  Sedimente  vollständig  überzogen.  Solche 
Gesteine  sowie  der  hieraus  entstandene  Sand  bedecken  zum  Teil 
den  Gipfel  der  zwischen  Dittersdorf  und  Petersdorf  befindlichen 
Anhöhe  nördlich  des  Aufschlusses  III  und  in  einem  merklich 
höheren  Niveau.  Ahnliche  sandartige  Partien  bemerkt  man  ferner 
nordöstlich  des  Bruches  V  am  Waldrande,  nur  sind  sie  hier  be- 
reits als  loser  Sand  mit  eingestreuten,  noch  zusammenhängenden 
Brocken  entwickelt2).  Eine  Umgrenzung  dieser  sandigen  und  sand- 

1)  Manche  Brocken  derselben  stellen  eine  fast  glasartige  Masse  vor  und 
dergleichen  Stücke  erinnern  lebhaft  an  analoge,  schon  von  Geinitz  beschriebene 
Vorkommnisse  im  „Oberen  Quadersandsteine"  Deutschlands  (H.  B.  Geinitz: 
Das  Quadersandsteingebirge  oder  Kreidegebirge  in  Deutschland,  Freiberg  1849 — 
1850,  Seite  21  und  44).  Diese  Gebilde  befinden  sich  übrigens  auch  auf  den 
früher  geschilderten  Gebieten  von  ßanigsdorf,  Grünau  und  Rosfitz  sowie  am 
Himmelsschluß,  allerdings  nur  als  zerstreut  umherliegende  Klaubsteine.  In 
größerer  Masse  treten  sie  noch  östlich  von  der  Gemeinde  Grünau  auf.  Sie  be- 
decken daselbst  an  der  Berglehne  gegen  Seibelsdorf  ein  Terrainstück,  das  man 
sich  beiläufig  durch  ein  Viereck  begrenzt  denken  kann,  dessen  Eckpunkte  vom 
Südende  der  Häuserreihe  Grünaus,  von  den  an  der  Ostseite  dieser  Gemeinde 
befindlichen  zwei  Kreuzen  und  vom  Anfangspunkte  des  Verbindungsweges 
Grünau — Oharlottendorf  (etwas  östlich  der  Grünauer  Kirche)  dargestellt  werden. 
Ob  die  Plänerunterlage  dieser  sandsteinartigen  Gebilde  hier  ebenfalls  den 
Iserschichten  zuzuzählen  wäre,  konnte  nicht  ermittelt  werden,  da  dieselbe  bis 
nun  keinerlei  Paläonten  lieferte. 

2)  Derartige  sandige  Abscheidungen  sind  auch  in  der  westlichen  Hälfte 
der  Kartenbereiche  Landskron — Mähr.-Trübau  und  Brüsau — Gewitsch  keine 
Seltenheit.  Sie  werden  daselbst  von  E.  Tietze  als  „Sande  des  Pläners"  be- 
zeichnet und  ebenfalls  den  Iserschichten  beigezählt,  so  zum  Beispiel  bei  Mohren, 
Körber  und  Überdörfel.  Im  Gebiete  östlich  des  Schönhengstzuges  kämen  nur 
die  schon  im  Eingang  erwähnten  Plänersande  von  Landskron,  Olbersdorf  und 
Ober- Johnsdorf,  deren  Zugehörigkeit  zur  Kreide  übrigens  noch  unsicher  ist. 
als  analoge  oder  ähnliche  Bildungen  in  Betracht.  (Man  vergleiche  diesbezüglich 
Dr.E.Tietzes  „Erläuterungen  zur  geologischen  Karte  Landskron— Mähr.-Trübau", 
Seite  21,  28  und  24  sowie  dessen  „Geognostische  Verhältnisse  der  Gegend  von 
Landskron  und  Gewitsch",  Seite  587.) 


65 

steinartigen  Ablagerungen  erscheint  leider  derzeit  unmöglich,  da  das 
in  Betracht  kommende  Terrain  zum  größten  Teile  mit  Wald  be- 
deckt ist. 

Auch  das  Gestein  eines  am  Nordabhange  des  Eeichenauer 
Berges  gelegenen  und  von  der  Gemeinde  Reichenau  in  Betrieb 
erhaltenen  Bruches  muß  unbedingt  (zum  Teil  wenigstens)  den 
Iserschichten  zugerechnet  werden.  Dasselbe  ist  in  seinen  oberen 
Lagen  dem  der  Dittersdorfer  Brüche  sehr  ähnlich.  Wir  linden 
hier  unter  der  Kulturdecke  wieder  einen  mürben,  gelblichen  bis 
weißlichen  Pläner  mit  bedeutendem  Glaukonitgehalt,  in  dem  mit- 
unter Partien  reinen  Kalkes  auftreten  und  der  Spongienhöhlen 
sowie  reichlich  Kolonien  von  Serp/ila  social is  Goldf.  aufweist. 
Die  unteren  Schichten  dieses  Aufschlusses  stellen  ein  festes, 
graues,  sehr  kalkreiches  und  wenig  glaukonitisches,  fossileeres  Ge- 
stein vor,  das  wir  wohl  noch  als  unterturon  anzusehen  haben. 
Die  Bezeichnungen  „obere  Lagen"  und  „untere  Schichten"  sind 
für  diesen  Ort  allerdings  nicht  absolut  richtig;  denn  da  die 
Schichten  desselben  sehr  steil  einfallen  (62  Grad  nach  Nordosten), 
erscheinen  die  ersteren  (jüngeren)  eigentlich  als  vordere,  die  letz- 
teren (älteren)  als  hintere  Lagen. 

Mit  den  im  vorigen  Absatz  erwähnten  jüngeren  Schichten 
vom  Reichenauer  Berge  standen  einst  sicher  auch  die  Ablagerungen, 
welchen  wir  in  der  Gemeinde  Triebendorf  begegnen,  in  Verbindung. 
Wieder  ist  es  E.  Tietze,  der  hier  bereits  Äquivalente  der  Iser- 
schichten vermutete,  indem  er  auf  Seite  637  seines  Werkes  „Geo- 
gnostische  Verhältnisse  der  Gegend  von  Landskron  und  Gewitsch" 
sagt,  daß  er  daselbst  „ein  glaukonitisches  Gestein,  welches  dem 
(Jallianassensandstein  von  Zwittau  völlig  gleicht",  angetroffen  habe, 
das  „vielleicht  eine  Andeutung  der  Vertretung  der  Iserschichten 
in  dieser  Gegend  vorstelle".  Der  Ort,  den  der  genannte  Autor 
mit  obigen  Worten  meint,  liegt  am  linken  Ufer  des  Triebendorfer 
Baches,  u.  z.  in  der  Nordhälfte  der  Gemeinde  Triebendorf,  un- 
mittelbar dort,  wo  das  Triebendorfer  Tal  eine  Beugung  nach 
Nordwesten  erleidet.  Er  ist  auf  der  geologischen  Spezialkarte  als 
eine  kleine  Insel  des  unteren  turonen  Pläners  ausgeschieden,  also 
nicht  den  Iserschichten  einverleibt,  jedenfalls  aus  dem  Grunde, 
weil  dem  Autor  keine  Fossilien  von  diesem  Orte  zu  Gesichte  kamen. 
Der  Schreiber  vorliegender  Zeilen  hat  an  dieser  Stelle  einen 
horizontal  geschichteten,  gelblichen,  glaukonitischen  Pläner  gefunden, 

Zeitschrift  des  mähr.  Lundusmuseuais,  X..   1.  ■> 


66 

welcher  mit  dem  der  früher  beschriebenen  Lokalitäten  genau  über- 
einstimmt. An  Petrefakten  konnte  hier  allerdings  auch  nur  sehr 
weniges  und  belangloses  entdeckt  werden,  da  die  Gesteinsschichten 
größtenteils  von  Vegetation  überwuchert  erscheinen;  dagegen  lie- 
ferten die  am  gegenüberliegenden  (rechten)  Ufer  in  mehreren 
Brüchen  gut  aufgeschlossenen  Sedimente,  welche  in  petrographischer 
Beziehung  den  vorgenannten  gleichen,  so  ziemlich  alle  Vertreter 
der  fossilen  Fauna  von  Ranigsdorf,  Grünau,  Dittersdorf  usw. 

Diese  Ablagerungen,  welche  im  nördlichen  Teil  wagrechte 
Schichtungen  aufweisen,  im  südlichen  unter  einem  "Winkel  von  5 
bis  10  Grad  nach  Nordwesten  einfallen,  gehören  demnach  ohne 
Zweifel  nicht  dem  unteren  turonen  Pläner,  sondern  den  Iser- 
schichten  an,  woraus  sich  auch  die  Zugehörigkeit  der  kleinen 
Plänerinsel  des  linken  Ufers  zu  den  letzteren  von  selbst  ergibt, 
da  die  Gesteinsbänke  des  linken  Ufers  nur  eine  Fortsetzung  der- 
jenigen des  rechten  sein  können.  Die  im  Bachbette  selbst  bloß- 
liegenden Sedimente  sind  allerdings  echter  unterturoner  Pläner 
und  müssen  als  das  Liegende  dieser  Iserschichten  angesehen 
werden. 

Auf  der  von  Triebendorf  gegen  Mariakron  und  Petersdorf 
ansteigenden  Hochfläche  läßt  sich  das  Vorhandensein  der  Iser- 
schichten auf  Grund  der  Klaubsteine  der  Acker  ziemlich  weit 
gegen  Osten  verfolgen,  während  als  der  südlichste  Teil  dieses  Ge- 
bietes der  beim  Höhenpunkt  397  markierte  Steinbruch  gelten  kann. 
Bemerkenswert  wäre  auch  der  Umstand,  daß  unter  den  Lese- 
steinen der  Felder  hie  und  da  Stücke  eines  roten  Pläners  auf- 
treten, wie  wir  sie  bereits  am  Himmelsschluß  kennen  gelernt 
haben. 

Als  ideale  Grenzen  des  hier  den  Iserschichten  zufallenden 
Terrains  könnten  ungefähr  folgende  Linien  dienen.  Im  Norden: 
Der  durch  den  Höhenpunkt  392  in  nordwestlicher  Richtung  gegen 
Triebendorf  verlaufende  Feldweg.  Im  Osten:  Eine  im  großen  und 
ganzen  nordsüdlich  streichende  Gerade,  welche  den  vorgenannten 
Höhenpunkt  (392)  mit  dem  Ursprünge  des  Triebendorfer  Baches 
verbindet.  Im  Süden:  Der  letzterwähnte  Bach  bis  zum  Ostzipfel 
der  miozänen  Tegelpartie  von  Altstadt.  Im  Westen:  Die  Grenz- 
linie des  unteren  turonen  Pläners  (längs  des  rechten  Ufers  des 
Triebendorfer  Baches)  bis  zur  Einmündung  des  als  Nordgrenze 
angenommenen  Feldweges.     Vom    linken    Ufer    des   Triebendorfer 


67 

Baches  wäre  nur  die  kleine,  schon  mehrfach  erwähnte  Plänerinsel 
oberhalb  der  Dorfmitte  den  Iserschichten  einzubeziehen. 

Höchstwahrscheinlich  setzen  sich  die  eben  beschriebenen  Ae- 
quivalente  der  Iserschichten  auch  noch  weiter  nach  .Norden  fort. 
Hiefür  sprechen  einige  Aufschlüsse  in  Budigsdorf  und  Tattenitz, 
welche  ein  Material  zeigen,  das  den  der  Triebendorfer  Ablage- 
rungen sehr  ähnelt,  sowie  gewisse  Petrefaktenvorkommnisse  aus 
Zohse  (bei  Landskron),  die  sich  in  den  naturhistorischen  Samm- 
lungen des  k.  k.  Staats-Obergymnasiums  zu  Landskron  befinden. 
Leider  war  es  dem  Verfasser  bis  nun  unmöglich,  eine  gründliche 
paläontologische  Untersuchung  dieses  Teiles  des  Kartengebietes 
vorzunehmen,  und  derselbe  sieht  sich  aus  diesem  Grunde  genötigt, 
die  Beschreibung  dieses  Terrains  auf  einen  späteren  Zeitpunkt 
zu  verschieben. 

II.  Verzeichnis  der  Petrefakteiivorkommnisse. 

Die  Zugehörigkeit  der  eben  geschilderten  Örtlichkeiten  zu 
den  Iserschichten  kann  fast  durchgehends  mit  großer  Sicherheit 
aus  den  Resten  der  daselbst  einst  vorhanden  gewesenen  Fauna, 
also  aus  den  aufgefundenen  Fossilien,  gefolgert  werden.  Aus  die- 
sem Grunde  möge  im  folgenden  ein  genaues  Verzeichnis  aller  bis 
nun  gesammelten  Versteinerungen  Platz  finden,  wobei  behufs  Ver- 
meidung von  Mißverständnissen  bezüglich  der  gebrauchten  Fund- 
ortangaben noch  nachstehendes  bemerkt  sei. 

Das  zuerst  beschriebene  Terrain  von  Ranigsdorf — Grünau 
erscheint  durch  den  bereits  erwähnten,  von  der  Pohreser  Serpen- 
tine der  Kaiserstraße  Mähr.-Trübau — Müglitz  nach  Süden  fließen- 
den Bach  (auf  der  geologischen  Karte  durch  den  schmalen  Strei- 
fen Alluvium,  in  dem  sein  Bett  verläuft,  leicht  auffindbar)  in 
zwei  Teile  getrennt,  von  denen  der  am  rechten  Ufer  liegende  zu 
Ranigsdorf,  der  am  linken  befindliche  jedoch  zu  Grünau  gerechnet 
wird.  Es  deutet  demnach  die  Bezeichnung:  Fundort  „Grünau" 
auf  das  Terrain  des  linken  Ufers,  der  Name  „Ranigsdorf"  auf 
das  des  rechten.  Unter  „Grünauer  Bruch •'  ist  der  früher  beschrie- 
bene Aufschluß  am  linken  Ufer  dieser  Örtlichkeit  verstanden, 
unter  „Pohres-Maut"  oder  „Pohreser  Bruch"  der  kleine  Aufschluß 
bei  der  an  der  Pohreser  Serpentine  gelegenen  Häusergruppe.  Die 
Ausdrücke  „Dittersdorf  I"  bis  „Dittersdorf  VI"  beziehen  sich  auf 


68 

die  sechs  Aufschlüsse  von  Dittersdorf  in  der  früher  angenom- 
menen Eeihenfolge.  Die  Namen  „Liskaberg",  „Rostitzer  Brüche", 
„Reichenauer  Berg",  „Himmelsschluß"  und  „Triebendorf-  erschei- 
nen hinreichend  genau,  wenn  man  die  bei  der  kartographischen 
Beschreibung  gebrachten  Angaben  beachtet. 

Bezüglich  der  aufgezählten  Petrefakten  sei  schließlich  noch 
erwähnt,  daß  dieselben,  soweit  sie  vom  Verfasser  selbst  gesammelt 
oder  erworben  wurden,  in  den  Besitz  des  mährischen  Landesmu- 
seums zu  Brunn  übergegangen  sind.  Ihre  Bestimmung  erfolgte 
fast  durchgehends  nach  dem  Werke  von  Dr.  A.  Fric:  Studien  im 
Gebiete  der  böhmischen  Kreideformation,  Band  II,  III,  IV  und 
V,  Prag  1877,  1883,  1889,  1893.  In  den  wenigen  Fällen,  wo  eine 
andere  Quelle  benutzt  werden  mußte,  erscheint  dieser  Umstand 
stets  ausdrücklich  angeführt.  Eine  Anzahl  Arten  konnte  übrigens 
auch  direkt  mit  sicher  bestimmten  Stücken  der  böhmischen  Kreide 
verglichen  werden  und  auch  die  Besichtigung  der  Sammlung  des 
Herrn  Franz  Fischer,  Oberlehrers  in  Laubendorf  (Ostböhmen), 
welche  eine  bedeutende  Zahl  von  Paläonten  aus  den  Weißen- 
berger,  Malnitzer  und  Iserschichten  des  westlichen  Teiles  unseres 
Kartenbereiches  (bestimmt  durch  Herrn  Prof.  Dr.  G.  Laube  in 
Prag)  enthält,  lieferte  wertvolle  Anhaltspunkte  für  die  Deutung 
und  Sichtung  unseres  Petrefaktenmaterials. 

Pisces1). 
Oxyrhina  Mantelli  Ag.? 

Ein  sehr  schön  erhaltener  Zahn,  der  wahrscheinlich 
dieser  Art  angehört,  wurde  1905  von  stud.  phil.  Hans  Wil- 
schowitz  in  Dittersdorf  I  gefunden.  Das  Objekt  dürfte 
vom  Finder  der  Universitätssammlung  in  Wien  geschenkt 
worden  sein. 

Osmeroides? 

Anhäufungen  von  Schuppen  werden  mitunter  in  den 
kalkigen  Partien  von  Dittersdorf  I  angetroffen.  Der  Schreiber 
vorliegender  Zeilen  möchte  dieselben  auf  Grund  einiger  deut- 


1)  Fischreste  sind  im  mährischen  Turon  sehr  selten  und  bestehen  ge- 
wöhnlich nur  aus  Zähnen  oder  Schuppen.  An  ganzen  Exemplaren  lieferte 
unsere  Gegend  nur  ein  einziges  Stück  von  Beryx  Zippei  Ag.  Dasselbe  ent- 
stammt dem  unteren  turonen  Pläner  von  Firkelsdorf  und  befindet  sich  in  der 
Sammlang  des  Herrn  Direktors  A.  Czerny  in  Mähr.-Trübau. 


69. 

licher  erhaltenen  Exemplare  der  Art  Osmeroides  divaricatus 
Grein,  zusprechen,  welche  Fric  aus  den  Priesener  Schichten 
anführt. 

Ceplialopoda. 

Nautilus  rufiatus  Fr.  et  Schi. 

In  den  kalkigen  Konkretionen  von  Dittersdorf  I  und  V. 
Ein  15  cm  großes  Exemplar,  das  die  charakteristischen  Ra- 
dialrippen deutlich  zeigt,  befindet  sich  im  Besitze  des  Herrn 
Bürgerschuldirektors  A.  Czerny  in  Mähr.-Trübau. 

Scaphües  Geinitxii  d'Orb. 

Ein  einziger  Steinkern  von  ziemlicher  Größe  aus  dem 
Pohreser  Bruche. 

Gastropoda. 

Turritella  multislnata  Reuss. 

Fand  sich  bisher  als  einziges,  unvollständiges  Exemplar 
im  Grünauer  Bruche. 

Fitsus  Renauxianus  d'Orb. 

Von  dieser  Art  besitzen  wir  ein  Negativ,  welches  aus 
Dittersdorf  III  stammt.  Kommt  nach  Fric  nur  in  den  Wei- 
ßenberger  Schichten  vor. 

Dentalium? 

Als  solche  seien  einstweilen  die  zylindrisch-röhrenför- 
migen, rein  weiß  gefärbten,  nicht  sicher  bestimmbaren  Frag- 
mente von  8 — 12  mm  Durchmesser,  welche  in  Dittersdorf  I, 
II,  III,  IV,  VI,  Ranigsdorf,  Grünau,  im  Grünauer  Bruche, 
ferner  am  Liskaberge  und  am  Himmelsschluß  beobachtet 
werden  können,  angeführt. 

Pelecypoda. 

Miitielltt  Bingmercnsis  Mant. 

Ein  Steinkern  vom  Reichenauer  Berge.  Er  befindet  sich 
in  der  Sammlung  Czerny  zu  Mähr.-Trübau. 

Trigonia  limbata  d'Orb. 

Im  Grünauer  Bruche.  Fragmente  von  Steinkernen  auch 
in  den  Klaubsteinen  von  Ranigsdorf  und  vom  Liskaberge. 
Sehr  selten. 


70 

Area  Sckwàbmaui  Zittel. 

Ein  Schalenfragment  aus  den  Lesesteinen  von  Ranigs- 
dorf  weist  eine  Oberflächenskulptur  auf,  welche  mit  der  für 
die  obige  Bivalve  charakteristischen  übereinstimmt. 

Pinna  decussata  Goldf. 

Ein  sehr  häufig  auftretendes  Fossil  unserer  Gegend. 
Findet  sich  in  Dittersdorf  I,  II,  III,  VI,  in  Ranigsdorf, 
Grünau,  Triebendorf,  ferner  am  Reichenauer  Berge,  am  Him- 
melsschluß und  am  Liskaberge,  u.  z.  meist  in  Bruchstücken 
des  Steinkernes. 
Lithoäomus  spatulatas  Reuss. 

Ein  Steinkern  aus  Dittersdorf  IV.  Andeutungen  auch  in 
den  Lesesteinen  von  Ranigsdorf. 

Oasirochaena  amphisbetena  Gein. 

Der    größere    Teil    des  Steinkernes  eines  großen  Exem- 
plars aus  den  Rostitzer  Brüchen. 
Modiola  tijpica  Forbes. 

Öfter  in    den  Klaubsteinen  von  Ranigsdorf,    leider    nur 
in  unvollständigen  Stücken. 
Panopaea  gurgitis  Brongn. 

Immer  als  Steinkern,  ziemlich  selten  ganz.  Dittersdorf  I, 
Rostitzer  Brüche. 

Venus  sp. 

Steinkern  einer  Venus  finden    sich    mitunter    in  Ditters- 
dorf I  und  in  Ranigsdorf  sowie  am  Liskaberge. 
GcrriUia  soknoides  Defr. 

Ein  Negativ  des  Steinkernes  aus  den  Rostitzer  Brüchen. 
Perna  subspatulata  Reuss. 

Im  Grünauer  Bruche  als  Steinkern. 
Inoceramus  Brongniarti  Sow. 

Sehr  häufig,  oft  bis  2  dm  lang.     Dittersdorf  I — V,    Ra- 
nigsdorf, Grünauer  Bruch,  Liskaberg,  Triebendorf. 
*  Lima  äff.  Lupiniana  d'Orb. 

Eine  sehr  oft  vorkommende  Art.  Alle  Stücke  zeigen  im 
Gegensatze  zu  den  von  A.  Fric  erwähnten  Vorkommnissen 
bedeutendere  Größe,  nämlich  bis  25  mm.  Dittersdorf  I — V, 
Reichenauer  Berg,  Ranigsdorf,  Grünau,  Grünauer  Bruch, 
Liskaberg,  Rostitzer  Brüche,  Triebendorf. 


71 

Lima  sp. 

Unter  dieser  Bezeichnung  sei  vorläufig  eine  an  Größe 
und  Gestalt  der  vorigen  nahekommende  Lima,  die  jedoch 
höher  gewölbt  erscheint  und  schärfere  Radialrippen  aufweist, 
verzeichnet.  Sie  findet  sich  in  Dittersdorf  I,  II,  Ranigsdorf, 
im  Grünauer  Bruche  und  in  Triebendorf. 

Lima  elongata  Sow. 

Tritt  spärlich  auf  in  Dittersdorf  II,  V,  Triebendorf,  in 
den  Rostitzer  Brüchen,  im  Grünauer  Bruche,  am  Reichenauer 
Berge  sowie  in  den  Lesesteinen  von  Ranigsdorf  und  vom 
Liskaberge. 

*  Lima  mttlticostata  Gein. 

Sehr  häufig,  mitunter  bedeutende  Größe  erreichend.  Die 
Rippenzahl  beträgt  gewöhnlich  20 — 30.  Dittersdorf  I,  II,  III, 
IV,  VI,  Ranigsdorf,  Grünau,  Pohres-Maut,  Grünauer  Bruch, 
Liskaberg,  Himmelsschluß,  Rostitzer  Brüche,  Reichenauer 
Berg,  Triebendorf. 

Lima  iserica  Fr. 

Ebenfalls  sehr  zahlreich,  in  der  Größe  von  7 — 14  mm. 
Der  Steiakern  zeigt  niemals  eine  Spur  der  feineren  Schalen- 
skulptur, so  daß  eine  Verwechslung  mit  Lima  pseudocardium 
Reuss.  meist  naheliegt.  Nur  besser  erhaltene  Negative  des 
Kernes  lassen  die  für  Lima  iserica  bezeichnenden  Knotenlinien, 
welche  auf  demselben  als  Grübchenreihen  sichtbar  werden, 
erkennen.  Es  bestehen  somit  hier  bei  Lima  pseudocardiam 
und  Lima  iserica  ganz  dieselben  Erhaltungsumstände,  wie  sie 
Fric  für  die  analogen  Vorkommnisse  der  böhmischen  Kreide 
angibt  (Iserschichten,  Seite  113).  Fundorte:  Dittersdorf  I,  II, 
Ranigsdorf,  Grünau,  Grünauer  Bruch,  Liskaberg,  Rostitzer 
Brüche,  Himmelsschluß,  Triebendorf.  Unsere  Exemplare  be- 
sitzen in  der  Regel  bis  30  Rippen,  während  Fric  für  die 
böhmischen  Vorkommnisse  die  Rippenzahl  20  angibt. 

Lima  aspera  Mant.  ? 

Ein  schlecht  erhaltenes  Exemplar  aus  Dittersdorf  I,  das 
vielleicht  dieser  Art  angehört. 

Pecten  Nilssoni  Goldf. 

Findet  sich  sehr  oft  in  Dittersdorf  I,  II,  in  Triebendorf, 
im  Grünauer  Bruche,  am  Reichenauer  Berge,  in  den  Rostitzer 


72 

Brüchen,  in  den  Lesesteinen  von  Ranigsdorf  und  Grünau, 
ferner  in  denen  des  Liskaberges  und  des  Hirnmelsschlusses. 
Der  ungünstige  Erhaltungszustand  der  kleineren  Exemplare 
läßt  auch  die  Annahme  zu,  daß  es  sich  hei  diesen  um  Vor- 
kommnisse von  Pecten  Jaevis  Nüssoni  handelt. 

*  Pecten  curratus  Gein. 

Stellt  entschieden  das  am  häufigsten  .auftretende  Petre- 
fakt  vor.  Dittersdorf  I — V,  Ranigsdorf,  Grünau,  Pohres-Maut, 
Grünauer  Bruch,  Liskaberg,  Rostitzer  Brüche,  Himmelsschluß, 
Reichenauer  Berg,  Triebendorf. 

*  Pecten  Dujardinii  Rom. 

Auch  diese  Art  findet  sich  öfter,  so  in  Dittersdorf  I, 
II,  IV,  V,  am  Reichenauer  Berge,  in  Triebendorf,  in  den 
Lesesteinen  von  Ranigsdorf  und  des  Liskaberges,  im  Auf- 
schluß von  Pohres. 

Peclen  deeemco&tatus  v.  Münster. 

Etwas  spärlicher  als  der  vorige.  Die  Bestimmung  er- 
folgte nach  Dr.  August  Reuss:  Die  Versteinerungen  der 
böhmischen  Kreideformation,  Stuttgart  1845 — 1846,  IL  Abt., 
Tafel  XXXIX,  Fig.  14,  Text  Seite  28.  Fand  sich  in  Ditters- 
dorf I,  II,  V  und  im  Grünauer  Bruche  sowie  am  Reichenauer 
Berge.  Fric  führt  ein  Fossil  dieses  Namens  nicht  an. 

Vola  quinquecostata  Stol. 

Seltenes  Vorkommnis.  Bisher  nachgewiesen  in  Ditters- 
dorf I— III. 

*  Exorjijra  conica  Sow. 

Sehr  häufig.  Dittersdorf  I — VI,  Ranigsdorf,  Grünau, 
Grünauer  Bruch,  Liskaberg,  Himmelsschluß,  Reichenauer 
Berg,  Rostitzer  Brüche,  Triebendorf.  Größere  Exemplare 
finden  sich  namentlich  in  Dittersdorf  I  und  II,  ferner  in  den 
Lesesteinen  von  Ranigsdorf. 
Exogijra  lateralis  Reuss. 

Gleichfalls  nicht  selten.    Dittersdorf  I — IV,  Ranigsdorf, 
Grünauer  Bruch,  Liskaberg,  Himmelsschluß,  Rostitzer  Brüche, 
Triebendorf. 
Otsfea  dïluviana  Linné. 

Von  dieser  Art  wurde  ein  großer,  negativer  Abdruck  im 
Grünauer  Bruche  angetroffen. 


73 

Ostrea  semipkoia  Sow. 

Kommt  nicht  selten  in  den  Klaubsteinen  von  Ranigsdorf 
sowie  im  Aufschlüsse  von  Grünau,  in  Dittersdorf  III  und  in 
Triebendorf  vor.  Die  Exemplare  sind  fast  kreisrund,  ähnlich 
denen,  welche  A.  Fric  in  den  tieferen  Lagen  der  böhmischen 
Trigoniaschichten  vorgefunden  hatte  (A.  Fric,  Iserschichten, 
Seite  121). 

Ostrea  hippopodium  Nilss. 

Zumeist  in  schwer  bestimmbaren  Fragmenten.  Am  besten 
noch  in  Dittersdorf  I  und  II. 

Ânomia  subiruncata  d'Orb. 

Ein  großes  kreisförmiges  Exemplar  von  20  min  Durch- 
messer aus  Dittersdorf  V.  Ganz  gleiche  Stücke  liefert  ein 
Bruch  im  Callianassensanu Istein  bei  Zwittau. 

Bryozoa. 

*  Biflustra  Prazdki  Nov. 

Diese  Art  kann  für  unsere  Gegenden  geradezu  bezeichnend 
genannt  werden.  Sie  findet  sich  fast  überall  und  stets  sehr 
häufig.  Dittersdorf  I,  II,  IV,  V,  Ranigsdorf,  Grünau,  Reiche- 
nauer  Berg,  Grünauer  Bruch,  Liskaberg,  Rostitzer  Brüche, 
Himmelsschluß,  Triebendorf. 

Diaxtopora  aeupunetnta  Nov. 

Ist  bei  uns  selten  und  kommt  in  den  Rostitzer  Brüchen 
sowie  in  den  Lesesteinen  des  Liskaberges  vereinzelt  vor. 

Petalophora  seriata  Nov. 

Mitunter  in  den  Klaubsteinen  vom  Liskaberge  und  von 
Ranigsdorf.  . 

Heteropora  magnifica  Nov. 

Auch  diese  Art  dürfte  wohl  eine  häufige  Erscheinung  un- 
serer Fauna  gewesen  sein  und  eine  bedeutende  Anzahl  von 
leeren,  im  Gestein  auftretenden  Kanälen  mögen  von  ihr  her- 
rühren. Von  zwei  Stücken,  die  eine  bessere  Erhaltung  zeigen, 
stammt  eines  aus  den  Lesesteinen  von  Ranigsdorf,  das  andere 
aus  denen  des  Himmelsschlusses. . 

*  Entalophora? 

In  den  mürberen  Gesteinspartien  beinahe  aller  hier  be- 
schriebenen Lokalitäten  (ausgenommen  nur  Dittersdorf  V  und 


74 

VI  sowie  Pokres)  finden  sich  ungemein  oft  zierlich  verästelte, 
aber  fast  immer  leere  Kanäle,  die  durch  meist  nicht  sicher 
bestimmbare  Bryozoen  hervorgebracht  wurden.  Diese  gehören 
vielleicht  mehreren  Arten  an  und  seien  einstweilen  unter 
obiger  Bezeichnung  zusammengefaßt.  Jedenfalls  sind  dieselben 
von  Entalophora  raripora  Nov.  verschieden  und  das  Resultat 
einer  eventuellen  Bestimmung  könnte,  dem  äußeren  Habitus 
der  Kanäle  nach,  nur  zwischen  Entalopliora  Oeinitxii  Reuss, 
Hetcropora  magnißea  Nov.  und  Petalophořa  seriata  Nov. 
schwanken.  Einige  Vorkommnisse  von  Dittersdorf  I,  Ranigs- 
dorf  und  vom  Liskaberge  glaubt  der  Verfasser  bestimmt  als 
E.   Oeinitxii  Nov.  ansprechen  zu  können. 

Crustacea. 

Enoplocljjtltia  Leachii  Mant. 

Von  dieser  in  den  Iserschichten  Böhmens  seltenen  Art 
wurden  einige  Scheerenbruchstücke  südlich  von  Triebendorf 
in  dem  nächst  dem  Höhenpunkte  397  gelegenen  Steinbruch 
gefunden.  Bezüglich  des  Auftretens  dieser  Krabbe  in  den 
Iserschichten  vergleiche  man  A.  Fric  und  Josef  Kafka:  Die 
Crustaceen  der  böhmischen  Kreideformation,  Prag  1887, 
Seite  32. 

Callianassa  antiqua  Otto?. 

Auf  einem  in  der  Hof  wand  des  Hauses  Nr.  51  von  Ditter- 
dorf  befindlichen  Ecksteine,  der  unzweifelhaft  aus  dem  Bruche 
I  stammt,  entdeckte  Herr  A.  Czerny  ein  Scheerenstückchen, 
das  möglicherweise  einer  Krabbe  dieser  Art  angehörte.  Eine 
sichere  Bestimmung  ist  wegen  der  Unvollständigkeit  des  Ob- 
jektes wohl  ausgeschlossen.  Das  Fragment  (der  größte  Teil 
einer  Hand)  liegt  auf  einer  kalkigen  Konkretion  und  zeigt 
weiße  Farbe.  Ein  zweites  Krabbenfragment,  das  wahrschein- 
lich ebenfalls  dieser  Art  zuzuzählen  sein  dürfte,  rührt  aus 
den  Rostitzer  Brüchen  her.  Dasselbe  besteht  aus  dem  Nega- 
tiv eines  Beingliedes  und  befindet  sich  gleichfalls  auf  einer 
Partie  reinen  Kalksteines. 

Termes. 

*  Serpula  social/s  Goldf. 

Diese  Serpula  ist  an  den  meisten  Ortlichkeiten  mit  Si- 
cherheit nachgewiesen  worden.    Dittersdorf  I,  II,  IV,  Ranigs- 


75 

dorf,  Grünau,  Reichenauer  Berg,  Grünauer  Bruch,  Liskaberg, 
Rostitzer  Brüche,  Himmelsschluß,  Triebendorf. 

Serpula  ampuJacea  Sow. 

Ist  ebenfalls  nicht  selten,    wenn  auch  bei  weitem  nicht  so 
zahlreich  wie  die  vorige.  Dittersdorf  I,  II,  Ranigsdorf,  Grünau, 
Liskaberg,  Himmelsschluß. 
Serpula  gordialis  Schiott. 

Ein  einziges  Vorkommnis  in  Dittersdorf  V. 

Ecliinodermata. 

Cidaris  cf.   Vendocinensis  Ag. 

Herr  A.  Czerny  besitzt  einen  wohlerhaltenen  Abdruck 
einer  Platte  dieses  Echiniden,  welcher  aus  den  Lesesteinen 
von  Ranigsdorf  stammt.  Ein  zweites,  leider  weniger  gutes 
Stück  fand  sich  auf  dem  Liskaberge. 

Cidaris  sccptrifera  Mant. 

Diese  oder  wenigstens  eine  derselben  sehr  nahekommende 
Art  hat  an  manchen  unserer  Lokalitäten  im  Gesteine  Hohl- 
räume hinterlassen,  die  von  ihren  Stacheln  herrühren.  Solche 
Hohlräume,  welche  die  Oberflächenbeschaffenheit  des  Stachels 
im  Negativ  erkennen  lassen,  fanden  sich  bis  5  cm  lang  in 
den  Lesesteinen  von  Ranigsdorf  und  Grünau,  ferner  auch  in 
denen  des  Himmelsschlusses  und  des  Liskaberges.  Fric  führt 
diese  Art  erst  in  den  Priesener  Schichten  an. 

Mieraster  cf.  cor  testudiniarum  Goldf. 

Häufig  in  den  mürberen  Gesteinspartien  von  Dittersdorf 
I — IV,  vom  Reichenauer  Berge,  des  Grünauer  Aufschlusses, 
der  Rostitzer  Brüche,  ferner  in  den  Klaubsteinen  von  Ranigs- 
dorf, Grünau,  vom  Himmelsschlusse  und  vom  Liskaberge. 
Auch  in  Triebendorf  ist  er  nicht  selten.  Er  findet  sich  immer 
als  Steinkern  und  nur  Negative  des  letzteren  zeigen  manch- 
mal die  Struktur  der  Schale.  Mitunter  trifft  man  auch  Ab- 
drücke einzelner  Platten  an,  welche  dann  ebenfalls  die  Scha- 
lenoberfläche im  Negativ  erkennen  lassen. 

Der  Echinide,  welcher  in  der  vorliegenden  Arbeit  unter 
obigem  Namen  verzeichnet  erscheint,  tritt  in  unseren  Gegen- 
den auch  bereits  in  Lagen  auf,  die  durch  das  gleichzeitige 
Vorkommen    von    Inoceramus   labiatus  Gein.    als    Unterturon 


76 

sicher  charakterisiert  sind1),  so  z.  B.  in  der  Steinwand  bei 
Mähr.-Trübau,  in  Zohse  bei  Landskron,  in  Uttigsdorf  bei 
Mähr.-Trüban  und  am  Schönhengst.  E.  Tietze  führt  ihn  als 
Hèmiaster  Reguhtsanus  d'Orb.  an  (Geognostische  Verhältnisse 
der  Gegend  von  Landskron  und  Gewitsch,  Seite  436  und 
589);  trotzdem  glaubte  der  Verfasser  durchgehends  obigen 
Namen  vorziehen  zu  sollen,  da  der  an  den  aufgezählten  Or- 
ten vorkommende  Seeigel  von  H.  Regitlusanus  durch  die 
vordere,  sehr  deutliche  Einbuchtung  sowie  durch  die  hintere 
Zuspitzung  stark  abweicht  und  im  ganzen  Aussehen  sowie  in 
der  Schalenskulptur  mit  Mieraster  cor  testudiňarium,  welchen 
A.  Fric  in  den  Teplitzer  Schichten  anführt  und  der  früher 
als  Micraster  cor  anguinum  Ag.  bezeichnet  wurde  (Beuss: 
Die  Versteinerungen  der  böhmischen  Kreideformation  II, 
Seite  56),  viel  besser  übereinstimmt. 
Pentacrinus  Agassi:,  i  i  Has. 

In  einem  großen  Lesesteine  von  Grünau  wurden  die 
Abdrücke  mehrerer  Stielglieder  eines  Crinoiden  gefunden,  die 
mit  dem  von  Naumann  abgebildeten  Gliede  obiger  Art  über- 
einstimmen (Atlas  zu  C.  F.  Naumanns  Lehrbuch  der  Geo- 
gnosie,  II.  Hälfte,  Tafel  LIV,  Fig.  19).  Auch  in  den  sand- 
steinartigen Blöcken  von  der  Ostseite  Grünaus  treten  An- 
deutungen solcher  Glieder  auf.  A.  Fric  verzeichnet  über  ein 
derartiges  Vorkommnis  nichts. 

Coelenterata. 

Micrabatia  cf.  coronula  Goldf. 

Tritt    vereinzelt    in    den    mürberen    Gesteinslagen    auf. 
Dittersdorf  I,  II,  Banigsdorf,  Grünau,  Liskaberg,  Himmelsschluß. 
Spcmgitcs  saxonicuš  Gein.  ? 

Gebilde,  welche  dieser  Spongie  ähneln,  trifft  man  mit- 
unter in  den  Lesesteinen  des  Himmelsschlusses  und  in  denen 
von  Banigsdorf.  Sehr  häufig  erscheinen  dieselben  im  unteren 
turonen  Pläner,    wo    sie  oft  ganze  Bänke    vollständig    durch- 

*)  Inoceramus  labiatus  Gein.  kann  nach  Dr.  Alfred  Slavik  (Die  Schickten 
des  hercynischen  Procän-  oder  Kreidegebietes,  ihre  Deutung  und  Vergleichung 
mit  anderen  Kreidegebieten.  Sitzungsberichte  der  konigl.  böhm.  Gesellschaft 
der  Wissenschaften  in  Prag,  1891,  Seite  215)  als  vorzügliches  Leitfossil  für 
die  Weißenberg-er  Schichten  angesehen  werden. 


77 

setzen,  so  z.  B.  im  Triebetal  hinter  Ranigsdorf  und  an  der 
Steinwand  bei  Mäkr.-Trübau.  Unsere  Exemplare  lassen  die 
typischen,  birnförmigen  Anschwellungen,  wie  sie  an  den  Stük- 
ken  von  Zwittau  beobachtet  werden  können,  meist  vermissen 
und  zeigen  in   der  Regel  mehr   unregelmäßige  Verdickungen. 

Foraminifera. 

Flabellina  ellipUca  Nills. 

Ein  einziges  Stück  aus  den  Lesesteinen  des  Himmels- 
schlusses. 

Plantae? 
Fucoides?  columnaris  Fr. 

Eine  größere  Anzahl  dieser  derzeit  noch  rätselhaften 
Gebilde  wurde  anläßlich  der  Eröffnung  des  Aufschlusses 
Dittersdorf  VI  gefunden.  Als  vereinzeltes  Vorkommnis  konnte 
dasselbe  auch  in  den  Klaubsteinen  von  Ranigsdorf  und  Grü- 
nau sowie  in  denen  des  Liskaberges  und  des  Himmelsschluses, 
ferner  am  Reichenauer  Berge  und  in  Dittersdorf  V  konstatiert 
werden.  

Die  im  vorstehenden    aufgezählten  Paläonten    verteilen    sich 
demnach  auf  die  einzelnen  Ortlichkeiten  folgendermaßen: 

Ranigsdorf. 

í)entalium?  Exogyra  lateralis  Reuss. 

Trigonia  limbaia  d'Orb.  Ostrea  semiplana  Sow. 

Area  Schwabenaui  Zittel.  Bifl  astra  Prazáhi  Nov. 

Pinna  decussata  Goldf.  Petalophora  seriata  Nov. 

Modiola  t//pica  Forb.  Heteropora  magnifica  Nov. 

Venus  sp.  Entalophora? 

Inoceramus  Brongniarti  Sow.        Entalophora  Geinitzii  Reuss. 

Lima  äff.  Dupiniana  d'Orb.  Serpula  socialis  Goldf. 

Lima  sp.  Serpula  ampulacea  Sow. 

Lima  elongata  Sow.  (  Maris  cf.   Vendoeinensis  Ag. 

Lima  multicostaia  Gein.  Oidaris  seeptrifera  Mantell. 

Lima  iserica  Fr.  Micraster    cf.    cor    testudinarium 

Pecten  Nilssoni  Goldf.  Goldf. 

Pcctcn  cur  ratas  Gein.  MicrabaUa  cf.  corouulu  Goldf. 

Pecten  Dujardinii  Rom.  Spongites  saxon  i  eus  Gein.? 

Exogyra  conica  Sow.  Fucoides?  columnaris  Fr. 


78 


Grünau. 


Dentalium? 

Pinna  decussata  Goldf. 
Lima  äff.  Dupiniána  d'Orb. 
Lima  multicostata  Gein. 
Lima  iserica  Fr. 
Pecteň  Nilssoni  Goldf. 
Pect  en  curvatus  Gein. 
Exogyra  conica  Sow. 
Bifhistra  PraMki  Nov. 


TSntalopkora? 
Serpula  socialis  Goldf. 
Serpula  ampulacea  Sow. 
Cidaris  sceptrifera  Mantell. 
Mieraster    cf.    cor   tesludinarium 

Goldf. 
Pentaerinus  Agassi;  i  i  Has. 
Micrabatia  cf.  coronula  Goldf. 
Fucoides?  columnaris  Fr. 


Grünauer  Bruch. 


Turritella  multistriata  Reuss. 

Dentalium  ? 

Trigonia  limbata  d'Orb. 

Perna  subspat ulata.  Reuss. 

Inoceramus  Brongiiiarti  Sow. 

Lima  äff.  Dupiniana  d'Orb. 

Lima  sp. 

Lima  elongatä  Sow. 

Lima  multicostata  Gein. 

Lima  iserica  Fr. 

Serpula 
Mieraster  cf.  cot 


Pecten  Nilssoni  Goldf. 

Pecten  curvatus  Gein. 

Pecten  decemcostatus   v.    Münster. 

Pecten  Dujardinnii  Rom. 

Exogyra  conica  Sow. 

Exogyra  lateralis  Reuss. 

Ostrea  diluviana  Linné. 

Östren  semiplana  Sow. 

Bifhistra  PraMki  Nov. 

EntaJopliora'f 
socialis  Goldf. 
■  testudiuarium  Goldf. 


Scapliites  Geinitxii  d'Orb 
Lima  multicostata  Gein. 


Pokres-Maut. 

Pecten  curvatus  Gein. 
Pecten  Dujardimi  Rom. 


Himmelsschluß. 


Dentalium? 

Pinna  decussata  Goldf. 
Lima  multicostata  Gein. 
Lima  iserica  Fr. 
Pecten  Nilssoni  Goldf. 
Pecten  curvatus  Gein. 
Exogyra  conica  Sow. 


Exogyra  lateralis  Reuss. 
Bifhistra  PraMki  Nov. 
Heteropora  mugnifwa  Nov. 
Entalophora? 

Serpula  socialis  Goldf. 
Serpula  ampulacea  Sow. 
Cidaris  sceptrifera  Mantell. 


79 


Micrasier  cf.  cor  testudinarium 

Goldf. 
Micrabatia  cf.  coronula  Goldf. 


Spongites  saxon/eus  Gein.? 
Flabellina  elliptica  Nilss. 
Fucoides?  columnaris  Fr. 


Liskafoerg. 


Dentalium? 

Trigonia  limbata  d'Orb. 
Pinna  dccussata  Goldf. 
Venus  sp. 

Lnoccramus  Brongniarti  Sow. 
Lima  aff.  Dupiniana  d'Orb. 
Lima  elongata  Sow. 
Lima  multicostata  Gein. 
Lima  iserica  Fr. 
Pecten  Nillsoni  Goldf. 
Pecten  carvatus  Gein. 
Pecten  Dujardinii  Rom. 
Exogyra  conica  Sow. 
Exoggra  lateralis  Iteuss. 


Biflustra  Prazâlà  Nov. 
Diastopora  acupunctata  Nov. 
Petalopliora  seriata  Nov. 
Entalopliora? 

Entalophora  Oeinitxii  Nov. 
Serpula  socialis  Goldf. 
Serpula  ampulacaea  Sow. 
Cidaris  cf.    Vendocinensis  Ag. 
Cidaris  sceptrifcra  Mantell. 
Micrastcr    cf.     cor    tcstudinarium 

Goldf.     ' 
Micrabatia  cf.  coronula  Goldf. 
Fucoides?  columnaris  Fr. 


Rostitzer  Brüche. 


Oastrochaena  amphisbaena  Gein. 
Gervillia  solenoidcs  Defr. 
Panopaca  gurgitis  Brongn. 
Lima  aff.  Dupiniana  d'Orb. 
Lima  elongata  Sow. 
Lima  multicostata  Gein. 
Lima  iserica  Fr. 
Pecten  Nilssoni  Goldf. 
Pecten  curvatus  Gein. 


Exoggra  conica  Sow. 
Exoggra  lateralis  Reuss. 
Biflustra  Prazáki  Nov. 
Diastopora  acupunctata  Nov. 
Entalophora? 

Cullianassa  antiqua  Otto? 
Serpula  socialis  Goldf. 
Micrasier    cf.     cor    tcstudinarium 
Goldf. 


Dittersdorf  I. 


Oxyrhina  Mantel li  Ag.? 

Osmeroidcs  divaricatus  Gein. 

Nautilus  rugatus  Fr.  et  Schl. 

Dentalium? 

Pinna  decussata  Goldf. 

Pauopaea  gurgitis  Brongn. 


Venus  sp. 

Lnoceramus  Brongniarti  Sow. 

lÂma  aff.  Dupiniana  d'Orb. 

Lima  sp. 

Lima  multicostata  Gein. 

Lima  iserica  Fr. 


80 


Lima  aspera  Mant? 
Pecten  Nilssoni  Goldf. 
Pecten  curvatus  Gein. 
Peilen  Dujardinii  Rom. 
Pecten  decemcostatus  v.  Münster. 
Vola  quinqueçostata  Stol. 
Exogyra  conica  Sow. 
Exogyra  lateralis  Reuss. 
Ostrea  hippopodium  Nilss. 


Biflustra  Prazáki  Nov. 

Entalophora  Oeinitxii  Reuss. 

Entalophora? 

Callianassa  antiqua  Otto.? 

Serpula  socialis  Goldf. 

Serpula  ampulacea  Sow. 

Micraster    cf.     cor    testudinarium 

■  Goldf. 

Mir niha tin  cf.  coronula  Goldf. 


Dittersdorf  II. 


Dentalium? 

Piinm  decussata  Goldf. 

Tnoceramus  Brongniarti  Sow 

Lima  äff.  Dupiniana  d'<  )ib. 

Lima  sp. 

Lima  elongata  Sow. 

Lima  multicostata  Gem. 

Lima  iserica  Fr. 

Pecten   Nilssoni  Goldf. 

Pecten  curvatus  Gein. 

Pecten  Dujardinii  Rom. 

Pecten    decemcostatus  v.  Münster. 


JW<7  quinqueçostata  Stol. 
Exogyra  conica  Sow. 
Exogyra  lateralis  Renss. 
Ostrea  hippopodium  Nilss. 
Biflustra  Prazáld  Nov. 
Entalophora? 
Serpula  socialis  Goldf. 
Serpula  ampulacea  Sow. 
Micraster    cf.    cor    testudinarium 

Goldf. 
.)Li'-ral)ii)i<i  cf.  coronula  Goldf. 


IHttersdorf  III. 


TPusus  Renauxianus  d'Orb. 

Dentalium? 

Pinna  decitssata  Goldf. 

Inoceramus  Brongniarti  Sow. 

Lima  a  ff.  Dupiniana  d'Orb. 

Lima  multicostata  Gein. 


Pecten  curvatus  Gein. 
Vota  quinqueçostata  Stol. 
Exogxra  conica  Sow. 
Exogyra  lateralis  Reuss. 
Ostnu  semiptana  Sow. 
Entalophora? 


Micraster  cf.  cor  testudinarium  Goldf. 

Dittersdorf  IV. 

Dentalium?  Lima  multicostata  Gein. 

Lithodomus  spat  ata  las  Reuss.  Pecten  car  rat  as  Gein. 

Inoceramus  Brongniarti  Sow.  Pecten  Dujardinii  Rom. 

Lima  äff.  Dupiniana  d'Orb.  Exogyra  conica  Sow. 


81 


Exoggra  lateralis  Reuss. 
Biflustra  Prazáki  Nov. 
Entalopkora? 


Serpula  soeialis  Goldf. 
Micraster    cf.    cor    testudinariuni 
Goldf. 


Dittersdorf  T. 

Nautilus  rugatus  Fr.  et  Schl.       Pecten  decemcostatus   v.    Miinstei 


Inoceramus  Bronguiarti  Sow. 
Lima  aff.  Dupiniana  d'Orb. 
Lima  eU  najata  Sow. 
Pecten  eurvatus  Gein. 
pecten  Dujardinii  Rom. 


Exoggra  conica,  Sow. 
Ostrca  semiplana  Sow. 
Anornia  subtruncata  d'Orb. 
Biflustra  Prazáki  Nov. 
Serpula  gordialis  Schlott. 


Fucoides?  columnaris  Fr. 


Dentalium? 

Pinna  decussata  Goldf. 

Fucoides?  columnaris  Fr. 


Dittersdorf  VI. 

Lima  multicostata  Gein. 
Exogyra  conica  Sow. 


Reichenauer  Berg. 


Mu  I  ici  la  Ringmercnsis  Mant. 
Pinna  decussata  Goldf. 
Lima  aff.  Dupiniana  d'Orb. 
Li  un  i  c  longa  la  Sow. 
Lima  multicostata,  Gein. 
Pecten  Nilssoni  Goldf. 
Pecten  eurvatus  Gein. 
Pecten  Dujardinii  Rom. 


Pecten  decemcostatus  v.  Münster. 

Exogyra  conica  Sow. 

Biflustra,  Prazáki  Nov. 

Entalopkora? 

Serpula  soeialis  Goldf. 

Micraster    cf.    cor    testudinariuni 

Goldf. 
Fucoides?  columnaris  Fr. 


Triebendorf. 


Pinna  decussata  Goldf. 
inoceramus  Brougniarti  Sow. 
Lima  aff.  Dupiniana  ďOrb. 
Lima  sp. 

Lima  elongata  Sow. 
Lima  multicostata  Gein. 
Lima  iserica  Fr. 
Pecten  Nilssoni  Goldf. 
Pecten  eurvatus  Gein. 
Pecten  Dujardinii  Rom. 


Exogyra  conica  Sow. 
Exogyra  lateralis  Reuss. 
Ostrea  semiplana  Sow. 
Bi /lustra  Prazáki  Nov. 
Entalopkora? 

Enoploclythia  Leachii  Mant. 
Serpula  soeialis  Goldf. 
Micraster    cf.    cor    testudinariuni 
Goldf. 


Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1. 


82 

III.  Stellung  der  untersuchten  Örtlichkeiten  im  Systeme  der 
böhmischen  Kreideformation. 

Betrachten  wir  die  vorstehenden  Verzeichnisse  eingehender, 
so  bemerken  wir  sofort,  daß  uns  eigentlich  kein  einziges  Leitfossil 
der  Weißenberger,  Malnitzer  oder  anderer  Schichten  entgegentritt, 
während  auffallende  Erscheinungen  der  Iserschichten  nur  an  weni- 
gen Orten  fehlen.  Sehen  wir  auch  von  dem  merkwürdig  häufigen, 
auf  Iserschichten  deutenden  Vorkommnissen  der  Exogyra  conica  und 
der  Lima  multicostata,  ferner  von  der  Seltenheit  der  Fischreste  als 
minder  beweisend  ab1),  so  kann  doch  das  Auftreten  einer  ganzen 
Reihe  von  Petrefakten  konstatiert  werden,  die  eine  Parallelisierung 
dieser  Ablagerungen  mit  den  oben  genannten  Schichten  vollständig 
gerechtfertigt  erscheinen  lassen,  wie: 

Nautilus  rugatus  Fr.  et  Schi.        Heieropora  magnifica  Nov. 
Area  Schwahenaui  Zittel.  Petalophora  striata  Nov. 

Modiola  typica  Forb.  S&rpula  socialis  Goldf. 

Perna  subspatulata  Reuss.  Serpula  ampulacea  Sow. 

Lima  äff.  Dupiniana  d'Orb.  Serpula  gordialis  Schiott. 

Lima  iserica  Fr.  Cidaris  ef.    Vendocinensis  Ag. 

Mierabatia  cf.  coron ula  Goldf., 

vor  allem  aber  die  Massenvorkommnisse  der  Biflustra  Prazáki 
Nov.  und  der  Entalophorai?). 

Von  den  gesammelten  Arten  gehen  den  Iserschichten  Böh- 
mens (nach  Fric)  nur  Osmeroides  divaricatus  Gein.,  das  fragliche 
JJentalium,  ferner  Fusus  Iieuauxiauus  d'Orb.,  Peeten  decemcostatus 
v.  Münster,  Micrastcr  cf.  cor  testudiuarium  Goldf.,  Cidaris  seeptri- 
fera  Mant.  und  Pentacrinus  Agassixii  Has.  ab,  von  denen  jedoch 
keine  einzige  bezeichnend  (leitend)  für  den  unteren  turonen  Pläner 
oder  für  eine  andere  Abteilung  der  Kreide  ist. 

Die  entwickelten  Schlüsse  lassen  sich  sinngemäß  auch  auf 
jede  der  Lokalitäten  Ranigsdorf,  Grünau,  Grünauer  Bruch,  Him- 
melsschluß, Triebendorf  (rechtes  Bachufer).  Reichenauer  Berg, 
Dittersdorf  I — V,  Liskaberg,  Rostitzer  Brüche  einzeln  anwenden, 
so  daß  wir  die  Ablagerungen  an  obigen  Orten  mit  vollem  Recht 
als  den  Iserschichten  Böhmens  äquivalent  ansehen  können.  Aber 
auch  die  Zugehörigkeit  der  übrigen  beschriebenen  Sedimente  und 
Aufschlüsse    zu    diesen    Schichten    kann    nicht   bestritten    werden, 

*)  Dr.  A.  Fric:  Iserschichten.  Seite  138  (Schlußbemerkung). 


83 

sobald  man  die  Lagerungsverhältnisse  derselben  mit  denen  der 
benachbarten  Ortlichkeiten  sowie  die  gemeinschaftlichen  petrogra- 
phischen  Eigentümlichkeiten  in  Betracht  zieht.  Im  folgenden  soll 
nun  noch  ein  Versuch  unternommen  werden,  die  Stellung  dieser 
Ablagerungen  im  Systeme  der  böhmischen  Iserschichten  zu  be- 
stimmen. Hiebei  wird  es  genügen,  die  vorhandenen  Aufschlüsse 
Avieder  im  ganzen  zu  betrachten,  da  ja  die  petrographischen  und 
geologischen  Verhältnisse  dieser  Sedimente  das  Vorhandensein 
einer  gleichzeitigen  Abscheidung  als  gewiß  erscheinen  lassen. 

Bekanntlich  gliedert  A.  Fric  die  Iserschichten  in  vier 
Horizonte: 

1.  Byšicer  Übergangsschichten, 

2.  Kokořiner  Quaderschichten, 

3.  Choroušker   Trigoniaschichten, 

4.  Kaniner  Bryozoenschichten. 

Ein  Vergleich  der  fossilen  Fauna  unserer  Lokalitäten  mit 
der  eines  jeden  der  vorstehenden  Horizonte  macht  uns  die  sehr 
gute  Übereinstimmung  derselben  mit  der  Fauna  der  Trigonia- 
schichten bald  offenbar.  Sämtliche  Arten  unserer  Fauna  (mit  den 
wenigen  früher  aufgezählten  Ausnahmen)  kommen  nämlich  auch 
in  den  zuletzt  erwähnten  Schichten  vor,  darunter  relativ  viele, 
welche  in  ihnen  überhaupt  erst  ihren  Ursprung  nehmen,  bezie- 
hungsweise zwar  in  den  tieferen  Abteilungen  der  Kreide  (Kory- 
tzaner,  Weißenberger  und  Malnitzer  Schichten)  auftreten,  aber 
den  Übergangs-  und  Quaderschichten  abgehen. 

Zu  den  ersteren,  die  also  in  den  Trigoniaschichten  über- 
haupt zum  erstenmal  erscheinen,  gehören: 

Nautilus  rugatus  Fr.  et  Schi.  Heteropora  magnifica  Nov. 

Trigonia  limbata  d'Orb.  Entalophora? 

Area  Schwabenaui  Zittel.  Biflustra  Prazdld  Nov. 

Modiola  typica  Forb.  Cidaris  cf.    Vendocinensis  Ag. 

Lima  äff.  Dupiniana  d'Orb.  Micrabatia  cf.  coronula  Goldf. 

Als  Arten,  welche  in  älteren  Abteilungen  der  oberen  Kreide 
vorkommen,  in  den  Übergangs-  und  Quaderschichten  aber  fehlen, 
wären  zu  nennen: 

Oxyrhina  Mantelli  Ag.  Mutiella  Bingmerensis  Mant. 

TurrilcUa  multistriata  Reuss.         Pcrna  subspatulata  Reuss. 

6* 


84 

Li  met  elongata  Sow.  Aiiomia  suhtyuncata  d'Orb. 

Lima  aspera  Mant.  Peialophora  seriata  Nov. 

Exogyra  eonicet  Sow.  Serpala  a/up/ilaeea  Sow. 

Ostrea  dilariana  Linné.  Flabe/tina  elliptica  Nilss. 

Von  den  aufgebrachten  Fossilien  gehen  den  Bryozoenschich- 
ten  überdies 

Oxirhina  MeniteUi  Ag.  Pcrna  subspatulata  Reuss. 

Nautilus  rugatus  Fr.  et  Schi.  Lima  elongata  Sow. 

Trigohia  limbata  d'Orb.  Lima  aspera  Mant. 

Area  Šchwabenaui  Zittel.  Ostrea  diluviana  Linné. 
Gastrochaena  amphisbaena  Gein.  Östren  semiplana  Sow. 

Panopaea  gurgitis  Brongn.  Ostrea  hippopodium  Nilss. 

Oervillia  solenoides  Defr.  Gidmis  cf.   Vendocinensis  Ag. 

ganz  ab,  die  in  den  Trigoniaschichten  gewöhnliche  Erscheinungen 
darstellen. 

Die  Zugehörigkeit  der  in  Frage  kommenden  Ablagerungen 
zu  den  Trigoniaschichten  erhält  daher  einen  hohen  Grad  von 
Wahrscheinlichkeit,  um  so  mehr  als  auch  die  große  Häufigkeit  der 
Lima  mulUcostata  und  der  Lima  iserica  für  den  genannten  Hori- 
zont sehr  bezeichnend  ist.  (Man  vergleiche  Dr.  A.  Fric:  Studien 
im  Gebiete  der  böhmischen  Kreideformation  III,  Seite  14  und 
113,  ferner  das  Verzeichnis  der  in  den  Iserschichten  Böhmens 
gefundenen  Petrefakten  auf  Seite  78 — 83  desselben  Werkes.) 

Auch  in  petrographischer  Beziehung  stimmen  alle  hier  ge- 
schilderten Ortlichkeiten  mit  den  Trigoniaschichten  Böhmens  vor- 
trefflich überein.  Man  lese  z.  B.  die  Beschreibung  dieser  Schichten 
bei  A.  Fric  auf  Seite  13  des  bereits  mehrfach  zitierten  Werkes 
über  die  Iserschichten: 

„Die  meist  kalkig  plänerigen  Trigoniaschichten,  welche  man 
auch  als  eigentliche  Iserschichten  im  engeren  Sinne  des  Wortes 
bezeichnen  könnte,  bestehen  aus  einer  ganzen  Reihe  von  festeren 
und  mürberen  Lagen,  die  bald  mehr  kalkig,  fest,  bald  mehr 
plänerig,  mürbe,  stellenweise  auch  sandig  sind Größten- 
teils sind  es  kalkige,  sandige  Pläner,  welche  feste  graue  Knollen 
führen " 

Da  die  eben  entwickelten  Folgerungen  eine  Parallelisierung 
der  beschriebenen  Lokalitäten  mit  den  Trigoniaschichten  ganz 
zwanglos  möglich  erscheinen  lassen,    kann  auch  noch  eine  weitere 


85 

Präzisierung  der  Lage  derselben  vorgenommen  werden,  wenn  man 
zwei  auffallende  Tatsachen  in  Betracht  zieht,  u.  zw.  das  fast  voll- 
ständige Fehlen  der  Callictnassa  antiqua  und  das  ungemein  häufige 
Vorkommen  der  Spongienhöhlen.  Beide  Momente  deuten  nämlich 
unter  obigen  Umständen  auf  die  unteren  Lagen  der  Trigonia- 
schichten1),  so  daß  sich  das  Resultat  der  vorstehend  mitgeteilten 
Untersuchungen  in  die  "Worte  zusammenfassen  läßt: 

Alle  in  der  vorliegenden  Arbeit  beschriebenen  Ablagerungen 
von  Ranigsdorf,  Grünau,  Pohres,  Rostitz,  Dittersdorf,  Triebendorf, 
vom  Himmelsschluß,  vom  Reichenauer-  und  Liskaberge  gehören 
sicher  den  Iserschichten  an  und  sind  höchstwahrscheinlich  den 
unteren  Trigoniaschichten  Böhmens  äquivalent.  Dasselbe  gilt  auch 
von  dem  roten  Pläner  des  Himmelsschlusses,  welcher  nur  eine 
lokal  rot  gefärbte  Varietät  des  Materials  der  Iserschichten  vor- 
stellt. 

Die  durch  das  massenhafte  Auftreten  der  Callictnassa  antiqua 
gekennzeichnete  Lage  der  Trigoniaschichten  (Etage  5  nach  Fric), 
welche  im  westlichen  Teile  des  Kartenbereiches  (Zwittau  und  Um- 
gebung) in  größerer  Ausdehnung  entwickelt  erscheint,  fehlt  an 
sämtlichen  beschriebenen  Örtlichkeiten  bereits  vollständig. 

Der  Schreiber  dieser  Zeilen  hofft  somit,  den  Beweis  erbracht 
zu  haben,  daß  auch  im  Osten  des  Schönhengstzuges  unzweifelhafte 
und  keineswegs  unbedeutende  Reste  von  Iserschichten  oder  von 
Äquivalenten  derselben  existieren  und  daß  diese  sehr  wahrschein- 
lich mit  den  unteren  Trigoniaschichten  Böhmens  gleichalterig  sind. 
Jedenfalls  stellen  sie  die  Überbleibsel  einer  Decke  vor,  die  einst 
den  unteren  turonen  Pläner  überlagerte,  derzeit  aber  bis  auf 
relativ  geringe  Spuren  verschwunden  erscheint.  Von  dieser  Partie 
unteren  turonen  Pläners,  welche  das  Liegende  der  besprochenen 
Iserschichten  bildet,  sagt  E.  Tietze  auf  Seite  646  seiner  Abhand- 
lung „Die  geognostischen  Verhältnisse  der  Gegend  von  Landskron 
und  Gewitsch"  sehr  treffend,  daß  sie  „den  unversehrten  Ostflügel 
einer  Mulde  vorstelle,  deren  teils  etwas  zerstörter,   teils  auch  ver- 

l)  Die  Höhlen  nach  Spongien  werden  von  A.  Fric  an  verschiedenen 
Stellen  seines  Werkes  über  die  Iserschichten  als  charakteristisch  für  die  unteren 
Lagen  der  Trigoniaschichten  angeführt,  z.  B.  Seite  53,  61  und  73.  Bezüglich 
des  Auftretens  der  CaUianassa  antiqua  vergleiche  man  Dr.  A.  Fric  und  Josef 
Kafka:  Die  Crustaceen  der  böhmischen  Kreideformation,  Seite  42  und  43. 


86 


deckter  Westflügel  durch  die  Kreide  des  Reichenauer  Berges  und 
des  Eichwaldes  gebildet  werde  und  die  man  als  Fortsetzung  der 
Landskroner  Mulde  betrachten  müsse,  die  sich  dann  noch  weiter 
südlich  bis  zu  den  Kreidebergen  von  Rattendorf  (Rostitz)  und 
Rowen  erstrecke." 

Zur  Zeit,  als  diese  Mulde  entstand,  war  auch  die  Absetzung 
der  hier  besprochenen  Iserschichten  bereits  vollendet;  denn  wir 
sahen,  daß  sich  die  letzteren  im  großen  und  ganzen  ihrer  Unter- 
lage anschmiegen.  Die  Frage,  ob  in  dieser  Mulde  einst  auch  jün- 
gere Kreidegebilde  vorhanden  waren,  oder  ob  die  Sedimentbildung 
des  kretazischen  Meeres  hier  mit  dem  Absätze  der  unteren  Tri- 
goniaschichten  abschloß,  kann  wohl  schwerlich  einigermaßen  sicher 
beantwortet  werden,  da  es  an  diesbezüglichen  einwandfreien  An- 
haltspunkten gänzlich  fehlt. 


Mitteilungen  der  Kommission 

zur  naturwissenschaftlichen  Durchforschung  Mährens. 

Zoologische  Abteilung,  Nr.  IG. 


Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens. 

(III.  Nachtrag1).) 
Von  Karl  Czižek,  Brunn. 


Abermals  kann  die  Zahl  der  für  Mähren  bekannten  Zweiflügler- 
arten um  eine  nicht  unerhebliche  Anzahl  neuer  Spezies,  die  in  dem 
nachstehenden  Verzeichnisse  veröffentlicht  werden  sollen,  vermehrt 
werden.  Erfreulicherweise  ist  die  Kenntnis  der  Dipterenfauna 
unseres  Heimatlandes  auch  nicht  mehr  auf  die  weitere  Umgebung 
Brunns  beschränkt,  da  nun  bereits  aus  anderen  Landesteilen  Be- 
richte vorliegen.  So  hat  der  Verfasser  selbst  mit  der  Erforschung 
des  Altvatergebietes  begonnen  und  vorläufig  die  Familien  der  Platy- 
pezidae,  Pipunculidae  und  Syrphidae  bearbeitet2),  während  Herr 
Karl  Landrock  im  Vorjahre  die  Erfoschung  der  Karpathen- 
gegenden  in  Angriff  genommen  hat. 

Ein  sehr  erfreulicher  Bericht  liegt  nun  auch  aus  dem  süd- 
lichen Mähren  vor.  Hier  hat  in  den  Jahren  1882  bis  1905  Herr 
Oberforstmeister  i.  R.  Alexander  Siebeck  in  der  Umgebung  von 
Frain  und  Znaim  gesammelt.  Sein  handschriftliches  Verzeichnis 
südmährischer  Dipteren,  das  er  mir  gütigst  zur  Benutzung  über- 
ließ, enthält  eine  bedeutende  Zahl  von  Arten,  die  bisher  in  Mähren 


1)  Czižek  K.:  Beiträge  zu  einer  Dipterenfauna  Mährens.  Zeitschrift 
des  mährischen  Landesmuseums,  VI.  Band,  2.  Heft,  1906. 

Czižek  K.:  Neue  Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens.  Ibidem, 
VII.  Bd.,  1907. 

Czižek  K.:  Beiträge  etc.  II.  Nachtrag.  Mitteil,  der  Landesdurch- 
forschungskommission.    Brunn  1908. 

2)  C  z  i  ž  e  k  K.:  Die  Zweiflügler  des  Altvaters  und  des  Teßtales.  Zeitschrift 
des  Mährischen  Landesmuseums,  IX.  Band,  2.  Heft,  1909. 


88 

noch  nicht  aufgefunden  wurden  und  von  denen  ich  annehme,  daß 
sie  in  ihrem  Vorkommen  auf  das  südliche  Mähren  beschränkt  sind. 

Einen  sehr  schätzenswerten  Beitrag  zur  Dipterenfauna  Mährens 
verdanken  wir  ferner  Herrn  Professor  Dr.  M.  B  e  z  z  i  in  Turin,  der 
die  von  Herrn  Dr.  Karl  Absolon  in  den  Höhlen  des  Mährischen 
Karstes  gesammelten  Zweiflügler  bestimmte  und  in  einer  inter- 
essanten Arbeit  „Ulteriori  notize  sulla  ditterofauna  délia  caverne" 
(Atti  della  Soc.  ital.  di  Sc.  Nat.  v.  XL  VI)  veröffentlichte.  Ins- 
gesamt werden  in  dieser  Abhandlung  25  Fliegenarten  als  Höhlen- 
bewohner aufgezählt;  von  diesen  Dipteren  sind  14  Arten  für 
Mähren  neu. 

Der  vorliegende  Nachtrag  schließt  mit  1434  Arten  ab,  gegen- 
über dem  letzten,  1907  erschienenen  Verzeichnisse  somit  mit  einem 
Zuwachs  von  266  Arten.  Hierzu  kommen  noch  168  von  Herrn  Karl 
Landrock  veröffentlichte  Spezies,  so  daß  bisher  1602  Zweitiügler- 
arten  für  Mähren  konstatiert  werden  konnten. 

Brunn,  im  Jänner  1910.  K.   Cz. 


Blepharoceridae. 

ii68Blepharocera  fasciata  Westw.     Schin.  IL  638. 

1  c?  vom  Erzberg  bei  Marschendorf  im  Teßtale  in  einer  Sumpf- 
wiese;  10.  VIII.  1907. 

Ohironomidae1). 

1169  Corynoneura  miuuta  Winn.     Schin.  IL  594. 

Stimmt    genau    mit    der    kurzen  Beschreibung  Schiners.     Von 
den  ihr   bei  oberflächlicher   Betrachtung  gleichenden  Arten 


*)  Die  Chironomiden  wurden  nach  Meigen  und  Schiner  bestimmt.  Das 
in  Strobl  zitierte  neuere  Werk  v.  d.  Wulps  stand  mir  leider  nicht  zur  Ver- 
fügung. Seine  Einteilung  des  alten  Genus  Chironomus  Mg.  in  7  Gattungen 
ist  mir  auch  nur  aus  Professor  Mik  s  Referat  in  der  Wnr.  Ent.  Ztg.,  1884, 
pag.  201,  bekannt  geworden. 

Die  Schinerschen  Beschreibungen  vieler  Chironomus- Arten  sind  unzu- 
länglich und  kaum  genügend  zum  sicheren  Erkennen  mancher  Ä.rten.  Von 
ganzen  Reihen  sagt  Schiner  selbst,  daß  er  sie  nicht  kennt  und  nur  die  Be- 
schreibungen anderer  Autoren  zitiert.  In  dieses  Verzeichnis  habe  ich  nur  jene 
Arten  aufgenommen,  die  mit  der  Beschreibung  Schiners  in  den  meisten  und 
wesentlichsten  Merkmalen  übereinstimmen.  Alles,  was  zweifelhaft  erschien, 
wurde  weggelassen. 


89 

der  Gattung  OrthoahJdius  sofort  zu  unterscheiden  durch  das 
Gattungsmerkmal,  die  im  Umrisse  keulenförmigen  Flügel 
ohne  vorstehenden  Flügellappen. 

3  c?J  Schreibwald  4.  VI.,  1  <?  Czernowitz  3.  VI. 
ii70  Tany tarsus  flavipes  Mg.     Schin.  II.  597. 

Metatarsus  viel  länger  als  die  Schiene,  Flügel  zart  behaart. 
Körper  braunschwarz,  am  Rückenschild  glänzend.  Hinter- 
leib fahlgelb  behaart,  Arme  der  Haltezange  gelb.  Beine 
reingelb,  nur  die  Spitzen  der  Schienen  mit  braunem  Punkte. 
Hinterbeine  ziemlich  dicht  behaart.  Ohne  Fühler  5 — 6  mm. 
(Schiner:  4x/2  mm). 

c?£.  Mühlgraben  der  Schwarza  nächst  dem  Schreibwalde  4.  VI., 
1.  VII.  und  30.  IX. 
ii7i  Taiïy tarsus  pusio  Mg.    Schin.  II.  597. 

Metatarsus  doppelt  so  lang  als  die  Schiene.  Flügelfläche  dicht 
behaart.  Rückenschild  gelb  mit  schwarzen  Längsstriemen 
Hinterleib  grün  (in  getrockneten  Stücken  stark  verdunkelt), 
Haltezange  gelb.     Beine  gelblich.     472  nim. 

Karthaus.    16.  VI. 
1172  Tanytarsus  flavellus  Zett.     Schin.  II.  598. 

Nach  der  Größe  der  Weibchen  (Schin.  1/2'"  =  ll/smm)  gehören 
auch  die  an  demselben  Orte  gefangenen  Männchen  hierher, 
obwohl  sie  bedeutend  größer  sind  und  fast  die  Größe  von  tenuis 
und  lularellus  erreichen,  während  Schiner  von  den  Männchen 
sagt,  daß  sie  „etwas  größer"  sind  als  die  Weibchen. 

Das  $  hat  einen  grünen  Körper,  der  Rückenschild  ist  durch 
die  breiten  Rückenstriemen  blaßgelb,  der  Hinterleib  ist  ein- 
farbig grün,  gegen  das  Ende  intensiver,  aber  nicht  verdunkelt 
wie  bei  tenuis.  Metatarsus  fast  doppelt  so  lang  wie  die 
Schiene.  Das  ?  ist  ganz  blaß  rotgelb,  die  Flügelfläche  ist 
stärker  behaart. 

Zwittatal  zwischen  Bilowitz  und  Adamstal,  13.  VI.,  auf  Gebüsch. 
im  Tanytarsus  hilarellus  Zett.     Schin.  II.  598. 

Hinterleib  intensiv  grün  mit  sehr  schmalen  dunklen  Einschnitten. 
Die  kastanienbraunen  Rückenstriemen  sind  glänzend  und 
so  breit,  daß  sie  fast  die  ganze  Oberseite  des  Thorax  ein- 
nehmen; auch  die  Brustseiten  sind  braun. 

Vom  Altvater  und  aus  dem  Teßtale  bei  Groß-Ullersdorf. 
August.    Nur  çJJ. 


90 

im  Tanytarsus  tenuis  Mg.     Schin.  II.  598. 

Gleicht  der  vorigen  Art  und  auch  flavellus.  Der  Hinterleib 
ist  aber  einfarbig  grün  (ohne  dunkle  Binden)  und  die  letzten 
Einge  sind  braun.  Das  $  ist  bedeutend  größer  als  das  von 
flavellus. 

Teßtal,    Groß-Ullersdorf,    Ende    Juli.      Von    einem    Fenster, 
3  Já1,  1  $• 
ii75  Chironomus  nubeculosus  Mg.     Schin.  II.  598. 

Braunschwarz.  Rückenschild  mit  3  braunen  Längsstriemen. 
Hinterleib  braun,  dicht  fahlgelblich  behaart.  Arme  der 
Haltezange  ziemlich  lang,  braunschwarz.  Beine  gelb 
(Schin.  sagt  loc.  cit.  „hell  pechbraun"),  die  Schienen  an  der 
Spitze  mehr  oder  minder  gebräunt.  Die  Farbe  der  Beine 
scheint  sehr  veränderlich  zu  sein;  ich  besitze  Stücke  mit 
an  der  Spitze  gebräunten  Schenkeln,  1  $  hat  ganz  braune 
Vorderschenkel.  Flügel  schwach  wolkig,  was  nur  dann  deut- 
lich hervortritt,  wenn  sie  gegen  eine  dunkle  Fläche  gehalten 
werden;  die  Trübung  ist  besonders  deutlich  an  den  Längs- 
adern und  an  der  Gabel. 

Die  Stücke,  die  ich  für  Chironomus  nubeculosus  halte,  sehen 
dem  Tanytarsus  flavipes  ähnlich  und  sind  auch  ungefähr 
von  gleicher  Größe. 

Vom  Schwarzaufer  bei  Jundorf,  6.  VI.   und   vom  Mühlgraben 
im    Schreibwald,    1.    VII.     Nicht    selten.     1    <S    aus    Neu- 
titschein, 17.  VII. 
H76  Chironomus  laetus  Mg.     Schin.  IL  598. 

Schwarzbraune  Art.  Die  Eindrücke  des  Rückenschildes  und 
die  Stelle  vor  dem  Schildchen  grau.  Schwinger  braun  mit 
blassem  Stiel.  Flügel  in  gewisser  Richtung  weißlich  mit  sechs 
Schattenflecken.  Siehe:  Mik,  Wnr.  Ent.  Ztg.,  1884,  p.  201. 
Altvater,  Teßtal.    Juli. 

ii77  Chironomus  flexilis  Zett.     Schin.  IL  599. 

Grün.  Rückenschild  mit  drei  gelben  Längsstriemen.  Hinter- 
leib hellgrün,  die  letzten  Ringe  bei  1  <$  ganz  schwarz,  bei 
2  <S<$  schwarz  gefleckt.  Flügel  nackt  mit  einer  blassen 
Schattenbinde.  Beine  weiß,  die  Spitze  aller  Schenkel  und 
die  Hinterschienen  schwärzlich. 

3  (Sd,  1  $.    Mühlgraben  der  Schwarza,    Schreibwald.    1.  VII. 


91 

ins  Chironomus  quadrimaculatus  Mg.    Schin.  II.  600. 

Flügel  in  gewisser  Richtung  weißlich  mit  4  Schattenflecken, 
2  in  der  ersten  Hinterrandzelle.  Rückenschild  rostrot 
mit  3  nicht  sehr  deutlichen  schwarzen  Längsstriemen,  vor 
dem  Schildchen  weißgrau  schimmernd.  Hinterleib  schwarz, 
Haltezange  gelb.  Beine  gelb,  die  Schenkel  auf  der  Wurzel- 
hälfte in  größerer  Ausdehnung  gebräunt.  Schenkel-  und 
Schienenspitzen  schwarz,  Tarsen  gelb.  Ohne  Fühler  372  mm, 

1  c?,  Bilowitz,   auf  dem  Wege  nach  Adamstal.    30.  VI. 
im  Chironomus  scalaeuus  Sehr.     Schin.  II.  600. 

Schwarzbraun.  Rückenschild  vor  dem  Schildchen  grau.  Hinter- 
leib braun,  die  Basis  lichter.  Beine  blaßgelb.  Flügel  mit  drei 
Schattenflecken,  von  denen  die  beiden  vorderen  eine  auf  der 
Mitte  unterbrochene  Binde  zu  bilden  scheinen.   Fast  3  mm. 

Billowitz,  13.  VI.  je  1  c?9-     Schreibwald,  nicht  selten.  1.  VII. 
U80  Chironomus  pictulus  Mg.  Schin.  IL  600. 

Schwarz,  Hinterleib  mit  weißen  Einschnitten.  Beine  schwarz 
und  weiß  geringelt.  Querader  der  Flügel  fleckenartig  braun, 
außerdem  mit  drei  Schattenflecken,  die  gegen  den  Flügel- 
hinterrand zu  liegen.     Fast  8  mm. 

Schwarzaufer    bei    Jundorf   26.  VI.,    Schwarzamühlgraben   im 
Schreibwald,  17.  VI. 
ii8i  Chironomus  plumosus  L.  Schin.  IL  601. 

12  mm.  In  der  Färbung  sehr  veränderlich.  Rückenschild 
gelb  mit  drei  breiten,  grau  bereiften,  schwarzen  Striemen 
o.  ganz  schwarzgrau.  Hinterleib  fahlgelb  mit  großen,  braunen 
Rückenflecken  oder  fast  ganz  schwarzbraun,  die  letzten 
Segmente  immer  grau  bereift. 

Die  lichten  Exemplare  aus  Karthaus,  Ponawkabach,  16.  und 
22.  VI.,  die  dunklen,  fast  ganz  schwarzgrauen  Stücke  aus 
Holásek,  16.  IV. 

ii82  Chironomus  intermedius  Staeg.  Schin.  IL  601. 

1  cT,  das  ich  wegen  der  hellgrünen  Färbung  des  Hinterleibes  hierher 
stelle,  aus  Jundorf.  6.  VI.  Es  ist  nicht  kleiner  als  plumosus. 
ii83  Chironomus  anuularius  Mg.  Schin.  IL  602. 

Vordertarsen    nur   schütter   behaart.     Hinterleib    schwarz    mit 

weißlichen  Einschnitten. 
Steinmühle,  1  J,  17.  VI. 


92 

ii84  Chiroiiomus  riparius  Mg.  Schin.  II.  602. 

Sehr    häufig.     Die    Hinterleibsbinden    sind   bald  ganz  schmal, 

bald  sehr  breit. 
Czernowitzer  Au,  11.  VI.,  Jundorf.  6.  VI.,  Schwarzamühlgraben, 

26.  VI.,  Karthaus  22.  VI. 

1185  Chironomus  veuustus  Staeg.,  Schin.  II.  603. 

Sehr  gemein  im  Grase  und  auf  Gebüsch,  an  Flußufern  und 
Teichrändern.  Ebenso  veränderlich  in  der  Zeichnung  des 
Rückenschildes  und  des  Hinterleibes  wie  riparius.  Die 
Hinterleibsflecken  sind  bald  kleiner,  bald  größer,  oft  breiten 
sie  sich  bindenartig  aus. 

Schwarzaufer  bei  Kumrowitz,  21.  VI.,  Zwitta   bei  Czernowitz, 
12.  VI.,  Karthaus,  23.  VI. 
ii86  Chironomus  psittacinus  Mg.  Schin.  IL  603. 

Lebhaft  hellgrün.  Rückenschild  mit  3  sehr  undeutlichen 
kastanienbraunen  (Schiner  sagt  „grauen  oder  graurötlichen") 
Längsstriemen.  Hinterrücken  grün  (S  c  h  i  n  e  r  sagt  rostgelb, 
Zetter  stedt  schwarz!).  Beine  gel  blich  grün,  alle  Schenkel, 
Schienen  und  Tarsen  an  der  Spitze  braun.  Vordertarsen 
stark  behaart.  —  Ich  halte  das  mir  vorliegende  Stück  trotz 
der  etwas  abweichenden  Beschreibung  S  c  h  i  n  e  r  s  für  einen 
psittacinus  und  nicht  für  tendens,  der  ebenfalls  oft  bebartete 
Vordertarsen  besitzt.  Ich  kenne  tendens  J1  nicht,  er  muß 
aber,  wenn  Schiners  Angaben  richtig  sind,  größer  sein 
(fast  872  www),  während  mein  Stück  kaum  7  mm  groß 
ist.  Es  hat  auch  in  trockenem  Zustande  jene  schöngrüne 
Farbe,  die  S  chiner  als  Unterschied  zwischen  beiden 
Arten  erwähnt. 

1  <$  aus  Neutitschein,  17.  VII. 

im  Chironomus  albimanus  Mg.  Schin.  IL  604, 

Braunschwarz,  stark  glänzend.    Beine  braun,  die  Schenkel  an 
der  Basis  lichter.     Metatarsus  der  Vorderbeine  weiß,  etwas 
länger  als  die  Schiene. 
W,  1  2  aus  Neutitschein  17.  VII. 
us«  Chironomus  tendens  Fabr.  Schin.  IL  605. 

1  $.  Schreibwald,  6.  VI. 
1189  Chironomus  viridis  Mg.,  Schin.  IL  605. 

Schreibwald,  1.  V1L,  Czernowitzer  Au,  17.  VI. 


93 

ii90  Chiron oiiiii s  brevitibialis  Zett.  Schin.  IL  605. 

Ich  rechne  hierher  alle  jene  dem  Çhironomus  viridis  sonst 
täuschend  ähnlichen  Stücke,  bei  denen  die  Schienen  der 
Vorderbeine  außerordentlich  verkürzt  erscheinen.  Bei  viridis 
ist  die  Vorderschiene  ebenfalls  nie  gleich  lang  mit  dem 
Vorderschenkel,  sondern  immer  etwas  kürzer  als  dieser. 
Bei  brevitibialis  ist  die  Schiene  aber  um  gut  1/3  kürzer  als 
der  Schenkel,  wodurch  auch  der  Metatarsus  der  Vorderbeine 
außerordentlich  verlängert  erscheint. 

Schreibwald,  1.  VII.,  Bilowitz  VII.     Ziemlich  häufig. 

ii9i  Çhironomus  pusillus  L.  Schin.  II.  .606. 

Kleine  grüne  Art;  Thorax  mit  3  glänzend  schwarzen  Striemen; 

Hinterleib  einfarbig.     Vorderschienen  sehr  verkürzt. 
In    ungeheuren    Schwärmen    längs    des    Schwarzamühlgrabens 

vom    städtischen    Wasserwerke    bis     zur    Steinmühle.     Mai, 

Juni. 

U92  Çhironomus  pedestris  Mg.  Schin.  IL  606. 

Rückenschild  glänzend  schwarz.  Hinterleib  hellgrün  oder 
gelblichgrün,  die  letzten  Hinge  glänzend  schwarz.  Beine 
gelblichweiß,  Vorderschenkel  mit  Ausnahme  der  Basis  braun- 
schwarz. Schienenspitzen  braun.  Schwinger  blaß  mit  schwärz- 
lichem Schwingerkopfe.     6x/2 — 7  mm. 

Bilowitz  13.  VI.,  Schreibwald,  15.  VI. 

ii93  Çhironomus  pedellus  Mg.  Schin.  IL  606. 

Gleicht  der  vorigen  Art.  Die  Schwinger  sind  aber  samt  dem 
Schwingerkopfe  ganz  blaß  und  die  Schienenspitzen  in  aus- 
gebreiteter Weise  schwarz.  Auch  der  Rückenschild  ist  bei 
meinem  einzigen  Stücke  nicht  so  glänzend  schwarz  wie  bei 
pedestris.  7  mm. 

Schreibwald,  1.  VII. 

ii94Metriocnemus  elegans  Mg.  Schin.  IL  607. 

Schwefelgelb.  Bückenschild  am  Seitenrande  mit  für  diese  Art 
charakteristischen  tiefschwarzen  Punkten  und  Flecken;  zwei 
Punkte  stehen  auf  dem  Hinterrücken  und  drei  auf  den 
Brustseiten.  Hinterleib  gelb  mit  braunen,  aber  wenig  auf- 
fallenden Binden.  Beine  gelb,  Schenkel-  und  Schienenspitzen 
und  alle  Tarsen  an  der  Spitze  braun.  Metatarsus  kürzer 
als  die  Schiene.  Vordertarsen  ziemlich  lang,  die  Mittel-  und 


94 

Hinterbeine    fast  zottig  behaart,  was  weder  M  e  i  g  e  n  noch 
S  c  h  i  n  e  r  erwähnt, 
1  J1  aus  Adamstal,  Kiriteinerbach,  auf  Gebüsch.    30.  VI. 
nos  Metriocnemus  pallidicollis  Staeg.  Schin.  IL  607. 

Rückenschild    gelb  mit  3  braunen  Striemen,  deutlich  behaart. 
Hinterleib    grün.     Beine    gelb,   der  Metatarsus    entschieden 
kürzer  als  die  Schiene,  während  Schin.  1.  c.  angibt,  daß  er 
so  lang  wie  die  Schiene  ist.     Flügel  dicht  behaart. 
1  <$  aus  dem  Dürren  Tal,     Mai. 
ii96  Orthocladius  minutus  Zett.     Schin.  IL  609. 

Gleicht  dem  stercorarius,  die  Schwinger  sind  aber  blaß. 

Kumrowitz,  21.  VI. 
Einige  J'J1  aus    einem   ungeheuren  Schwärme    vom  Peterstein 
(Altvater)  mit  lichtbraunen  Beinen  gehören  hieher. 
1197  Orthocladius  stercorarius  Dg.     Schin.  IL  612. 

Gemein.  Im  ersten  Frühjahr  und  im  Spätherbst.     Steinmühle 
30.  IX.,  Karthaus,  3.  V.,  Kumrowitz,  20.  IX. 
ii98  Camptocladius  byssinus  Sehr.     Schin.  IL  612. 

Vereinzelt.  Schreibwald.  4.  VI.,  Steinmühle  IX. 
ii99  (Jamptocladius  aterrimus  Mg.  Schin.  IL  612. 

Gleicht  der  vorigen  Art,  der  Federbusch  ist  aber  schwarz  und 
die  Flügel  nicht  milchweiß.  Steinmühle,  30.  IX.,  Czernowitz, 
IX..  Alt  vater  VIII. 
i2oo  Cricotopus  bicinetus  Mg.     Schin.  IL  610. 

Der  glänzend  schwarze  Hinterleib  mit  2  breiten  gelben  Binden, 
die  auf  dem  1.  u.  4.  Ringe  liegen;  bei  manchen  Stücken 
ist  auch  der  2.  Hinterleibsring  schmal  gelblich  oder  weißlich 
gefärbt,  dann  nicht  tricinetus,  der  eine  breite  gelbe  Binde 
auf  dem  7.  Ringe  besitzen  muß.  Beine  wie  bei  allen 
Cricotopusarten  weiß  und  schwarz  geringelt.  Mittel-  und 
Hinterschenkel  schwarz,  nur  an  der  Basis  in  größerer  Aus- 
dehnung weiß,  die  schwarze  Färbung  aber  immer  überwiegend. 
Schienen  auf  der  Mitte  und  die  Tarsen  der  hinteren  Beine 
weiß.  (Bei  trockenen  Stücken  gelblich.) 
Gemein.  Czerno witzer  Au  11.  VI.,  Kumrowitz  (Schwarzaufer) 
21.  VI.,  Karthaus,  16.  VI.,  Bilowitz,  13.  V. 
Tai*.  1  c?  aus  Jundorf  bei  Brunn,  das  größer  als  die  typische 
Form  ist,  mit  gelbem  Rückenschild  und  3  glänzend  schwarzen, 
breiten  Längsstriemen.  (Dixonias  Mg.?) 


95 

i2oi  Cricotopus  tremulus  L.     Schin.  II.  611. 

Gleicht  den  beiden  folgenden  Arten,  besonders  dem  amiulipes, 
da  die  glänzend  schwarzen  Streifen  des  Rückenschildes  oft 
zusammenfließen  und  der  Rückenschild  dann  einfarbig 
schwarz  erscheint;  dann  leicht  zu  unterscheiden  durch  das 
weißschimmernde  2.  u.  3.  Tarsenglied  der  Vorderbeine.  Auch 
ist  der  Hinterleib  nur  an  der  Basis  breit  grünlich,  die 
mittleren  Hinterleibsringe  haben  nur  sehr  schmale  grünlich- 
gelbe Säume. 
Jundorf,  Wiesen,  6.  VI.  2^. 

1202  Cricotopus  motitator  L.     Schin.- II.  611. 

Hinterleib  glänzend  schwarz,  an  der  Basis  breit  grün  oder  gelb, 
die  mittleren  Hinterleibsringe  gelblich  oder  grün  gesäumt, 
oft  sehr  schmal,  zuweilen  aber  so  breit,  daß  man  von  Hinter- 
leibsbinden sprechen  könnte.  Eine  Verwechslung  mit  tricinctus 
und  trifasciatus  wird  auch  dann  nicht  vorkommen,  wenn 
man  nur  motitator  vor  sich  hat  ;  denn  nach  den  Beschreibungen 
in  Meigen  und  Schiner  haben  tricinctus  und  trifasciatus 
3  breite,  gelbe  Binden,  von  denen  die  1.  an  der  Basis,  die 
2.  auf  der  Mitte,  die  3.  auf  dem  Hinterleibsende  liegen. 

Von  annulipcs  unterscheidet  sich  motitator  durch  die  Färbung 
des  Rückenschildes  ;  derselbe  ist  gelb  mit  2  glänzendschwarzen, 
breiten  Längsstriemen,  von  denen  die  mittlere  meistens  hinten 
verkürzt  ist,   so  daß  die  Stelle  vor  dem  Schildchen  gelb  ist. 

Gemein.  Czernowitzer  Au,  11.  VI.,  Schwarzaufer  bei  Kumrowitz 
21.  VI.,  Bilowitz,   13.  VI.,  Schreibwald,  1.   VIL,  Tracht,  V. 

1203  Cricotopus  aimulipes  Mg.     Schin.  IL  611. 

Wie  die  vorige,  aber  der  Rückenschild  ist  glänzendschwarz, 
nur  an  den  Schultern  gelb.  Daß  der  Federbusch  an  der 
Spitze  weißlich  ist,  wie  Schiner  sagt,  kann  ich  an  meinen 
Exemplaren  nicht  bemerken. 

Ebenso  häufig  wie  die  vorige  Art.  Kumrowitz  (Schwarzaufer), 
21.  VI.,  Mühlgraben  im  Schreibwald,  1.  VII. 

i20i  Cricotopus  sylvestris  Fabr.     Schin.  IL  611. 

Gleicht  dem  motitator  in  der  Färbung  des  Rückenschildes  : 
gelb  mit  glänzendschwarzen  Längsstriemen  ;  die  Schenkel  der 
Mittel-  und  Hinterbeine  sind  aber  größtenteils  weiß  und  nur 
die    Spitze    ist    breiter    schwarz.     Binden    des    Hinterleibes 


96 

grünlichgelb,  die  Basis  immer  breit,  die  Einschnitte  auf  der 
Mitte  des  Hinterleibes  schmal  oder  breit,  bindenartig. 
Im  ganzen  seltener  als  die  übrigen  Cricotopusarten.    Schreib- 
wald, 6.  VI.  und  1.  VIL,  Czerno witzer  Au,  11.  VI.,  Karthaus 
16.  und  22.  VI. 

1205  Diamesa  notáta  Staeg.  Schin.  IL  618,  als  Tanypus  nudipes  Zett. 

Die  Beschreibung,  die  Schiner  von  Tanypus  nudipes  gibt, 
stimmt  in  allen  Punkten  auf  meine  2  JJ1.  Nach  Strobl,  Dipt. 
Steiermarks,  1894,  p.  195,  ist  aber  Tanypus  nudipes  identisch 
mit  Diamesa  notáta  Staeg.  Die  7gliedrigen  Fühler  des  9,  das 
Schiner  nicht  kannte,  scheiden  diese  Art  aus  der  Gattung 
Tu  inj  pus  aus. 

Aus  dem  Teßtale  bei  Winkelsdorf,  VII. 

1206  Tanypus  punctipennis  Mg.     Schin.  II.  617. 

Braunschwarz.  Bückenschild  vor  dem  Schildchen  grau.  Hinter- 
leib braunschwarz  mit  gelben  Einschnitten.  Flügel  mit  braunen 
Flecken,  die  in  Reihen  in  den  Zellenkernen  stehen.  Beine 
gelb,  die  Spitzen  aller  Schenkel,  Schienen  und  Tarsen  und 
bei  den  hinteren  Beinen  auch  die  Wurzel  der  Schienen  braun. 

An  einer  Stelle  des  Schwarzaufers  bei  Jundorf,  im  Grase, 
nicht  selten.  J  9-  6.   VI.  und  30.  IX. 

1207  Tanypus  culiciformis  L.  Schin.  IL  617. 

1  2.  Gelbbraun.  Rückenschild  mit  3  schwärzlichen  Rücken- 
striemen. Flügelspitzenfläche  behaart.  Querader  schwarzbraun 
gesäumt  ;  zwischen  ihr  und  der  Flügelspitze  ein  Schattenfleck. 
Altvater,  VIII. 

1208  Tanypus  choreus  Mg.     Schin.  IL  617. 

Veränderlich  in  der  Färbung.  Rückenschild  grau  mit  drei 
schmalen  schwarzen  Längsstriemen.  Schildchen  gelb,  bei 
den  dunklen  Stücken  braungelb.  Hinterleib  schwarzbraun 
mit  breiten  gelben  oder  schmalen  weißlichgelben  Einschnitten. 
Beine  gelb,  die  Spitzen  der  Schienen  und  Tarsen,  ein  ver- 
waschener Ring  an  der  Spitze  der  Schenkel  und  die  vier 
letzten  Tarsenglieder  ganz  braun.  Bei  den  dunklen  Stücken 
tritt  die  braune  Färbung  der  Schenkel  stärker  auf.  Flügel 
schwach  behaart,  die  Querader  fleckenartig  braun  gesäumt. 

Nicht  selten.  Karthaus,  16.  VI.,  Czernowitzer  Au,  12.  VI.,. 
Schreibwald,  Schwarzamühlgraben  1.  VII,,  Schwarzaufer  bei 
Kumrowitz,  21.  VI. 


97 

i209  Tanypus  oriiatus  Mg.    Schin.  II.  620. 

Gelblichweiße  Art.  Rückenschild  mit  3  ziemlich  breiten, 
gelben  oder  braunen  Längsstriemen,  die  vorne  schwarz  ein- 
gefaßt sind.  Hinterleib  weißgelblich  mit  braunen  Binden. 
Beine  gelb,  die  Schenkel  an  der  Spitze  mit  einem  braunen 
Ringe,  ebenso  die  Schienen wurzel  braun  gefärbt.  Flügel 
mit  zwei  blassen  Querbinden,  die  Flügelquerader  braun 
gesäumt. 

1  c?j  2  $9  aus  der  Czernowitzer  Au,  VI. 
i2io  Tanypus  carneus  Fabr.    Schin.  II.  620. 

Gleicht  der  vorigen  Art.  Die  Rückenstrienien  sind  vorne 
nicht  eingefaßt,  die  letzten  Hinterleibsringe  bei  meinen 
Stücken  fast  ganz  braun,  die  Schenkel  haben  vor  der  Spitze 
denselben  braunen  Ring  wie  ornatus.  Die  Flügel  sind  stärker 
behaart,  ebenfalls  mit  2  Schattenbinden,  die  intensiver  sind 
als  bei  ornatus,  doch  ist  die  Flügelquerader  nicht  braun 
gesäumt. 

Bei  uns  selten.    1  c?  Neutitschein,  17.  VII.,  1  J1  vom  Altvater, 
Teßtal,  VII. 
i2ii  Tanypus  monilis  L.     Schin.  II.  620. 

Rückenschild    grau    mit    3  schwärzlichen    Längsstriemen,    die 

^  mittlere   geteilt  und    hinten   verkürzt.     Hinterleib    reinweiß, 

der  Rücken  der  Segmente  mit  2  braunen  Längsstrichen,  die 
mitunter  fast  punktförmig  sind  (besonders  auf  dem  1.  Seg- 
ment), oft  aber  so  lang,  daß  sie  eine  braune,  an  den  Ein- 
schnitten nur  wenig  abgesetzte  Doppelstrieme  bilden,  die  über 
den  ganzen  Hinterleibsrücken  hinzieht.  Die  letzten  Segmente 

(meist  ganz  braun,  Beine  weißlich,  Schenkel  an  der  Spitze 
braun,  Schienen  und  Metatarsus  braun  geringelt,  die  nächsten 
Tarsenglieder  an  der  Spitze  braun,  die  letzten  ganz  ver- 
dunkelt. Flügel  mit  braunen  Schattenflecken,  die  Querader 
braun  gesäumt. 
Die  gemeinste  unserer  Tmiypiis-Arten.  Ich  fand  sie  massen- 
haft am  Schwarzamühlgraben  im  Schreibwald  (Juni),  selten 
im  September  an  demselben  Orte. 
!i2  Tanypus  binotatus  Wdm.     Schin.  IL  621. 

Kleine,  rotgelb  gefärbte  Art.  Hinterleib  blaßgelb  mit  2  braunen 
Querbinden,  die  letzten  Ringe  ganz  braun.  1  J1  aus  Bilo- 
witz,  17.  VI. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseuins,  X.,  1.  < 


98 

i2i3Tanypus  melanops  Mg.    Schin.  II.  621. 
Hinterleib  blaßgelb  ohne  alle  Binden. 
Sehr  vereinzelt.     Schiner:  „Sehr  gemein." 
Kumrowitz  am  Schwarzaufer,  21.  VI.,  ßilowitz,  17.  VI. 
miTauypus  nigropunctatus  Staeg.     Schin.  II.  621. 

Gleicht  dem  melanops,  unterscheidet  sich  aber  von  ihm  durch 
die    schmalen    dunklen  Binden,    die    auf  allen    Hinterleibs- 
ringen liegen. 
1  cf  vom  Schwarzaufer  bei  Jundorf,  17.  VI. 

Culicidae1). 

1215  (Jorethra  plumicornis  Fabr.     Schin.  II.  624. 

Frain   (Sbk.).     Ich   fing    1   Pärchen   am   Schwarzamühlgraben 
im  Schreibwald  (17.  VI.),  1  S  am  Schwarzaufer  bei  Jundorf 
auf  Gesträuch. 
i2i6  Coretlira  fusca  Staeg.     Schin.  IL  624. 
Frain.    (Sbk.). 

Dixidae. 

1217  Dixa  maculata  Mg.     Schin.  IL  642. 

Vom  Kreuzberg  bei  Groß-Ullersdorf  ;  aus  dem  Tal  der  stillen 
Teß,  VIII. 

1218  Dixa  nubeculosa  Mg.     Schin.  IL  643. 

Nach  Mik,  Wnr.  Eni  Ztg.,  1884,  p.  170  nur  Varietät  von 
maculata.  Czernowitzer  Au,  16.  X.;  Adamstal,  IX.,  Teß- 
tal,  VIII. 

Stratiomyidae. 

1219  Pachygaster  Leacliii  Curt.    Schin.  I.  3. 

Wranau.    An  einer  sumpfigen  Stelle  einer  Seitenschlucht  des 
Jehnitzertales.     1  J.    VI. 
i22oOxycera  pardalina  Mg.     Schin.  I.  11. 

Aus  dem  Josefstal  nächst  der  Byči  skala.    1  ?.    3.  VIL 
i22i  Sargus  flavipes  Mg.    Schin.  I.  21. 

Aus  dem  Teßtale  bei  Winkelsdorf.    Auf  Gebüsch.  Je  1  J?.  VII. 

J)  Vide:  Ozižek  K. :  Beiträge  zur  Dipterenfauue  Mährens.  III.  Nach- 
trag.    Mitteilungen  der  Landesdurchforschungskommission.    1908. 

Landrock  K. :  Beitrag  zur  Dipterenfaune  Mährens.  Zeitschrift  des 
Mährischen  Landesmuseums.    1908. 


99 

1222  Chrysomyia  melampogou  Zett.    Schin.  I.  22. 

1   sehr  großes    Exemplar.     Behaarung    des    Kopfes    schwarz, 
Hintertarsen  gelb,  Flügel  schwärzlich.    Aus  Ochos,    21.  VI. 
i223Actina  tibialis  Mg.     Schin.  I.  25. 

Hinterleib    mit    gelben  Flecken.     1  9  aus    dem    Josefstal    am 
Kiriteinerbach,  auf  Gebüsch,  VI. 

Tabanidae. 

1224  Tabanus  rnicans  Mg.    Schin.  I.  29. 

Frain.     (Sbk.).     Ein    interessanter    Fund,    da    rnicans   meines 
Wissens  bisher  nur  im  Hochgebirge  angetroffen  wurde. 

Acroceridae. 

i225  0ncodes  gibbosus  L.     Schin.  I.  74. 

1  9  aus  den  Thayaauen  bei  Lundenburg,  31.  VIII. 

Empididae. 

1226  Microphorus  velutinus  Macq.  Schin.  I.  79. 

1  r?    aus    Adamstal,    17.  V.;    scheint    selten,-   ebenso    wie    die 
nachfolgende  Art. 

1227  Micropliorus    crassipes    Macq.    Schin.    I.    79    als    deutsche    Art. 

(=  anomalus  Mg.) 
Sammtschwarz,  von  der  Größe  des  velutinus,  aber  mit  an  der 
Spitze  keulenförmig  verdickten  Hinterschienen  und  stark  ver- 
dicktem Metatarsus.  An  der  Schwarza,  Steinmühle,  im  Grase. 
17.  VI. 
i223Hemerodromia  melanocephala  Hai.  =  flavella  Zett.  Schin.  I.  83. 

2  cJcf    aus    der  Geißschlucht  bei  Billowitz,  auf  Gebüsch;   1  J 
aus  Adamstal.  20.  VI.  und  1.  VII. 

var.  trapezina  Zett.  Schin.  I.  83  als  deutsche  Art. 
Flügel  ohne  Randmal,  aber  Discoidalzelle  vorhanden.  Rücken- 
schild   mit    zwei    braunen    Längstsriemen.     1  $    aus   Groß- 
Ullersdorf,  auf  Gebüsch  am  Teßufer.     15.  VIII. 
1229  Hemerodroniia  imiliiieata  Zett.  Schin.  I.  83  als  deutsche  Art. 

1  d\  1  9  aus  dem  Palackytal  bei  Bilowitz.     20.  VI. 
i2áoEucelidia  pieta  Mik.  (CUnocera). 
Thayawehren.  (Sbk). 


100 

1231  Wiedemaiinia  lamellata  Lw. 

Thayawehren.  (Sbk). 

i232Tachysta  connexa  Mg.  (=  arrogans  Schin.  I.  93). 

Karthaus,  30.  V.  Nicht  selten  auf  Gebüsch  am  Waldesrand. 
1  Stück  aus  dem  Schreibwald,  1.  VII. 

i233Kkamp]iomyia  nigripes  Fb.  Schin.  I.  98. 

5  J(5\  3  Ç?  aus  Czernowitz  15.' VI.,  über  einem  Tümpel  tanzend. 

1234  Rhaniphoniyia  peimata  Mcq.  Schin.  I.  100. 

1.  und  2.  Fühlerglied  gelb,  3.  und  Endgriffel  schwarz.  Rücken- 
schild grau  bereift  mit  3  schmalen  braunen  Längsstriemen. 
Hinterleib  J  gelb,  Genitalien  stark  aufgeblasen.  Schwinger 
und  Beine  gelb;  Spitze  der  Hinterschenkel  mit  auffallenden, 
braunen  Haarbüscheln  besetzt.  Tarsen  braun.  Flügel  schwach 
gelblich  tingiert,  am  Vorderrande  intensiver. 

1  cT  aus  Karthaus,  22.  VI. 

1235  Khamphomyia  hybotina  Zett.  Schin.  I.  99. 

Die  Art  weicht  in  der  Gestalt  und  in  der  Form  der  außer- 
ordentlich langen  Fühler,  die  den  Kopf  an  Länge  weit 
übertreffen,  so  sehr  von  den  mir  bekannten  Rhamphomyia- 
arten  ab,  daß  ich  sie  zuerst  als  Holoclera  Schin.  ansprach, 
die  nach  S  t  r  o  b  1  ebenfalls  eine  Bhampltomyia  ist.  S  c  h  i  n  e  r 
erwähnt  auffallenderweise  in  der  Beschreibung  seiner  hybo- 
tina die   außerordentlich  langen  Fühler  mit  keinem  Worte. 

Kleine,  ungemein  zart  gebaute  Art.  Rüssel  viel  länger  als 
der  Kopf,  gelb,  an  der  Spitze  braun.  Rückenschild  und 
Hinterbeine  glänzend  schwarz;  Bauch  und  die  Einschnitte 
des  Hinterleibes  an  den  Seiten  gelblich.  Genitalien  J1 
klaffend  mit  langem,  gelbem,  nach  aufwärts  gebogenem  Faden. 
Beine  gelb,  Knie  der  Hinterbeine,  alle  Schienen  an  der 
Spitze  und  die  Tarsen  schwarzbraun.  Metatarsus  der  Hinter- 
beine etwas  verdickt  und  so  lang  wie  die  übrigen  Tarsen 
zusammengenommen. 

Josefstal,  1  cj,  10.  VII. 

;i236Empis  cognata  Egg. 

Soll  nach  Schiner  der  Empis  rustiea  gleichen.  Mein  Exem- 
plar ist  kleiner  als  rustiea,  der  Hinterleib,  die  Beine  und 
Schwinger  sind   ganz  gelb.     Die  Genitalien  sind  mit  einem 


101 

sehr  langen,  nach  aufwärts  gebogenen  Faden  versehen.  Der 
ganze  Körper  ist  auffallend  behaart. 
Altvater,  VIII.,  1  J. 

Asilidae. 

i237Dasypogon  teutonus  L.  Schin.  I,  124. 
Frain  (Sbk.). 

1233  Stenopogon  sabaudus  Fabr.  Schin.  I.   127. 

1  c?  von  der  Stránská  skala  bei  Brunn  auf  einem  kurzgrasigen 
Abhänge,  2.  IX. 

1239  Cyrtopogon  ruficornis  Fabr.  Schin.  I.  135. 
1  J1  vom  Altvater,  Steingraben,  8.  VIII. 

i24üLaphria  gibbosa  L.  Schin.  I.  138. 
Frain.  (Sbk.) 

1241  Loplionotus  spiniger  Zell.  Schin.  I.  146. 

Auf  dürren  Grasplätzen  am  Schwarzaufer  bei  Kumrowitz,  9.  VI. 

1242  Tolmerus  atripes  Low.  Schin.  I.  155. 

U,  1?  aus  Winkelsdorf  im  Teßtale.    Auf  Planken.  3.  VIII. 

Thereuidae. 

1243  Tkereua  subfasciata  Schum.  Schin.  I.  165. 

1  <S  aus  dem  Josefstal,  3.  VII. 

Leptidae. 

i2áiSpania  nigra  Mg.  Schin.  I.  180. 

1  c?  aus  Czernowitz.     Scheint  selten. 

Dolichopidae. 

i24öPsilopus  contristans  Wdm.  Schin.  I.  181. 
Czernowitzer  Au.     1  J,  12.  VI. 

1246 Diaphorus  tripilus  Low.  Schin.  I.  187. 

Schwarzaufer  bei  Kumrowitz,  auf  Schilf.     1  <J,  VI. 

i247Argyra  auricollis  Mg.  Schin.  I.  191  als  nicht  österreichische  Art. 
Nicht   identisch    mit  meiner  im  IL  Nachtrage  veröffentlichten 
A.  Hofmeister/'.     Berggeist,  Moosweichten,  VIII.    • 


102 

1218  AiiepsiusflaTiventrisMg.InScliin.L  191  als  nicht  österreichische  Art. 
Mokrahora.     1  J,  12.  VI. 

1249  Syntormon  tarsatum  Fall.  Schin.  1. 193  als  nicht  österreichische  Art. 

Czernowitzer  Au,  8.  VI. 

1250  Porphyrops  fascipes  Mg.  Schin.  I.  197. 

Teßtal  bei  Groß  "Ullersdorf,  VIII. 

12 ii  Porphyrops  suavis  Low.  Schin.  I.  199. 
Bilowitz  beim  1.  Tunnel,  23.  V. 

1252  Porphyrops  elegant ulus  Mg.  Schin.  1.  199  aus  Deutschland. 

2  c?c?  vom  Altvater,  Berggeist,  Ende  Juli. 

1253  Gymuopternus  celer  Mg.  Schin.  I.  209. 

1  J  aus  dem  Teßtale  bei  Groß  Ullersdorf,  VIII. 
!25i  Dolichopus  claviger  Stann.  Schin.  I.  216. 
Ochos,  21.  VI. 

1255  Dolichopus  nitidus  Fall.  Schin.  I.  218. 

1  <$  Altvater,     Ende  Juli. 

Zu:  Dolichopus  argentifer  Low.  Im  II.  Nachtrage  (Nr.  1004)  er- 
wähnt als  von  Low  am  Altvater  entdeckte  Art.  Ich  besitze 
sie  aus  dem  Teßtale  bei  Ullersdorf. 

1256  Lianculus  virens  Scop.  Schin.  I.  229. 

2  cfcf,  1   9  aus  dem  Josefstal,  30.  VI. 

Pipunculidae. 

i257Chalarus  basalis  Low.     Becker,  Berl.  Ent.  Ztschr.  1897. 

Ich  besitze  3  Pärchen  vom  Altvater  (Tal  der  stillen  Teß).  Sie 
sind  nicht  samtschwarz  wie  Chol,  spurius  cf,  sondern  in 
beiden  Geschlechtern  mehr  glänzendbraun,  der  Rückensckild 
ist  besonders  beim  Ç  grau  bestäubt  und  in  beiden  Geschlechtern 
sowie  das  Schildchen  mit  weißlichen,  sehr  auffallenden,  starken 
Borstenhaaren  spärlich  besetzt.  Die  ersten  Hinterleibsringe 
sind  an  den  Seiten  durchscheinend  gelblichweiß,  diese  Färbung 
ist  bei  den  $$  intensiver  und  deutlicher,  verschwindet  aber 
an  den  trockenen  Stücken  oft  ganz.  Der  Hinterleib  des  £ 
erscheint  außerordentlich  kurz,  verbreitert  sich  gegen  das 
Ende  und  ist  immer  etwas  von  der  Seite  her  zusammen- 
gedrückt. Die  Beine  sind  in  beiden  Geschlechtern  vorwiegend 
gelb,  die  Schenkel  mehr  oder  weniger  gebräunt. 


103 

Syrphidae. 

i238Psarus  abdominalis  Fabr.     Schin.  I.  251. 
Bilowitz,  Weg  nach  Ochos,  31.  V. 

i259Paragus  alMfrous  Fall.     Schin.  I.  258. 

1  J  an  einem  dürren  Abhang   der   Stranska-Skala,    30.  VIII. 

1260  Triglyphus  primus  Lw.     Schin.  I.  265. 

Auf  einer  "Waldblöße,  Weg  Bilowitz — Jehnitz.  VI. 
i26i  Chilosia  pigra  L.     Schin.  I.  275. 

1262  Chilosia  lasiops  Kow. 

1263  Chilosia  personata  Low.  Schin.  I.  276. 

1264  Chilosia  sparsa  Low.     Schin.  I.  278. 

1265  Chilosia  pubera  Ztt.     Schin.  I.  278. 

1266  Chilosia  grossa  Fall.     Schin.  I.  286. 

Sämtliche   Chilosiarten  wurden  von  Herrn  Siebeck    bei  Frain 
gesammelt.  Chilosia  grossa  besitze  ich  aus  Karthaus.  1  tf,  2.  V. 

1267  Lasiophticus  laternarius  Mill.     Schin.  I.  301. 

1  c?  vom  Altvater,  Steingraben,  Ende  Juli. 

1268  Syrphus  Braueri  Egg.     Schin.  I.  306. 

Frain.  (Sbk.) 

1269  Syrphus  nitidulus  Zett.     Schin.  I.  307. 

Frain.  (Sbk.) 

i27o  Eristalis  iugorum  Egg.     Schin.  I.  335. 
1  cf,  Altvater  (Schweizerei),  7.  VIII. 

i27i  Criorhina  oxyacauthae  Mg.     Schin.  I.  351. 
Frain.  (Sbk.) 

i272Xylota  pigra  Fabr.  I.  355. 

Félicitai  bei  Frain.  (Sbk.) 

1273  Spilomyia  diophthalma  L.     Schin.  I.  365. 

Félicitai  bei  Frain.  (Sbk.) 

Conopidae. 

1274  Couops  signatus  Mg. 
i275Couops  vitellinus  Low. 

1276  Physocephala  pusillo  Mg. 

1277  Glossigonia  bicolor  Mg. 
msMyopa  polystigma  Edi. 


104 

i27oMyopa  fasciata  Mg. 

Sämtliche  Conopiden  von  Herrn  Siebeck  um  Frain  im  Tliayatale 
gesammelt. 

Muscidae. 
A)  Calyptratae. 

12S0  Coenosia  fungorum  Dg.     Schin.  I.  633. 

Frain.  (Sbk.) 
i23i  Coenosia  sexnotata  Mg.     Schin.  I.  665. 

Wiesen  bei  Adamstal,  17.  Y. 

1282  Coenosia  sexmaculata  Mg.  Schin.  I.  666  als  nicht  österreichische  Art. 

Frain.  (Sbk.) 

1283  Coenosia  pumilo  Fall.     Schin.  I.  665. 

Frain.  (Sbk.) 
1234  Coenosia  huinilis  Mg.    Schin.   I.  667  als  nicht  österreichische  Art. 

Frain.  (Sbk.) 
1285  Coenosia  nana  Zett.     Schin.  I.  667    als  nicht  österreichische  Art. 

Frain.  (Sbk.) 
i28ßLispe  crassinscula  Low.     Schin.  I.  659. 

Thayaufer  bei  Frain.  (Sbk.) 
i287Lispe  uliginosa  Fall.     Schin.  I.  662. 

Thaya  bei  Frain.  (Sbk.) 
lissAnthomyia  flavipes  Fall.     Schin.  I.  642. 

Frain.  (Sbk.) 
1289  Antliomyia  pratincola  Pz.  Schin.  I.  648. 

Aus  Czernowitz.  Mai. 
i29oAnthomyia  parvula  Fall. 

Frain.  (Sbk.) 
i23i  Antliomyia  Winthemi  Mg.     Schin.  I.  641. 

Frain.  (Sbk.)  Teßtal,  Altvater,  VIII. 

1292  Antliomyia  dissecta  Mg.     Schin.  I.  649. 

Frain.  (Sbk.) 

1293  Anthomyia  pilifera  Zett. 

Frain.  (Sbk.) 

1294  Antliomyia  cinerosa  Zett. 

Frain.  (Sbk.) 
i295Aricia  carfoo  Schin.  I.  602  aus  Triest! 
Frain.  (Sbk.) 


105 

12%  Spilogaster  anceps  Zett.     Schin.  I.  612  als  deutsche  Art. 
Frain.  (Sbk.) 

1297  Spilogaster  depuncta  Fall.     Schin.  I.  612  als  deutsche  Art. 

Frain.  (Sbk.) 

1298  Spilogaster  fuscata  Fall.     Schin.  I.  619. 

1  c?  aus  Czernowitz,  Anfang  September.  1  cf -9  aus  dem  Tale 
der  stillen  Teß,  VIII. 

i29t)Lasiops  Roederi  Kow. 

Frain.  (Sbk.) 
i30oHydrotaea  sylvicola  Low.     Schin,  I.  615. 

Frain.  (Sbk.) 

i3üiAzelia  cilipes  Hai.  =  Staegeri  Zett.,  Schin.  I.  640. 
Altvater.  Selten. 

i302Hydrophoria  linogrisea  Mg.     Schin.  I.  631. 
Adamstal,  VI.,  1  J;  Altvater  2  rfj  VIII. 

1303  Hylemyia  flavipennis  Fall.     Schin.  I.  627. 

Frain.  (Sbk.) 

1304  Hylemyia  festiva  Zett.,  Schin.  I.  627. 

Altvater.  1  J,  VII. 
i305Ouesia  polita  Mik. 
Frain.  (Sbk.) 

1306  Miltogramma  ruficornis  Mg.     Schin.  I.  506. 

Teßtal  bei  Wiesenberg,  3.  VIII. 

1307  Nemoraea  nupta  Rdi.  =  rubrica  Mg.  bei  Schiner.  I.  449. 

Altvater,  Zöptau  (Steinigberg),  VII. 

i308Dexiosoma  longifacies   Kd.  =  Microphthalma  europaeum  Schin. 
I.  565. 
Steinberg  bei  Brunn;  auf  Blüten,  3.  IX. 

1309  Syntomocera  picta  Mg.     Schin.  I.  563. 

Frain.  (Sbk.)  1  9  vom  Hadyberg  bei  Brunn,  Anfang  September. 

i3ioPyrellia  cyanicolor  Ztt.    Schin.  I.  593  als  nicht  österreichische  Art. 
Frain.  (Sbk.) 

i3iiPyrellia  nitida  Mg.     Schin.  I.  592  als  deutsche  Art. 
Lundenburg,  auf  Gebüsch.  2  <$<$. 

i3iiDegeeria  blanda  Fll.     Schin.  I.  534. 
Félicitai  bei  Frain.  (Sbk.) 


106 

i3i3Àphria  longirostris  Mg.     Schin.  I.  432. 
Félicitai  bei  Frain.  (Sbk.) 

i3i4  0cyptera  interrupta  Mg.     Schin.  I. 

Bahndamm  bei  Limdenburg.  Ende  August. 

1315  Lophosia  globosa  Fb.  =  fasciata  Mg. 

Frain.  (Sbk.) 

1316  Micropalpus  pictus  Mg.     Schin.  I.  429. 

Groß-Ullersdorf  und  Altvater,' VIII. 
i3i7Tachina  Markliiii  Zett.     Schin.  I.  425  Échinomyia. 

Frain.  (Sbk.) 
1318  Anachaetopsis  ocypterina  Ztt.  (==  ScopoUa)  Schin.  I.  539. 

Czernowitzer  Au,  1  Exemplar,  14.  VI. 
i3i9  Anachaetopsis  carbonaria  Pz.     Schin.  I.  540  als  ScopoUa. 

Frain.  (Sbk.) 
1320  Syllegoptera  ocypterata  Mg.     Schin.  I.  669. 

Aus  Czernowitz,  1  cf>  I.  VI. 
i32i  Rliinophora  lepida  Mg. 

Frain.  (Sbk.) 

1322  Nemorilla  maculosa  Mg.     Schin.  I.  454. 

Félicitai  bei  Frain  (Sbk.) 

1323  Chaetolyga  speciosa  Egg.     Schin.  I.  453. 

Félicitai,  Frain  (Sbk.). 
i324Graedia  connexa  Mg.     Schin.  I.  487. 

Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.).     Ich    fing    sie    1908    mit    Gardia 

disUncta  bei  Karthaus  im  September  auf  Dolden. 
i325Parasetigena  (Phoroccra)  segregata  Egg.     Schin.  I.  491. 

Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.) 

1326  Eggeria  fasciata  Egg.     Schin.  I.  488. 

Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.) 

1327  Eutachina  larvarum  L.    Schin.  I.  474. 

Frain.     (Sbk.) 
1323  Eutachina  erucarum  Edi.    Schin.  I.  474. 

Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.) 
i329(Jonia  atra  Mg.    Schin.  I.  441. 

Frain.    (Sbk.) 
i33oCnephalia  bucephala  Mg.     Schin.  I.  445. 

Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.) 


107 

1331  Yiviaiia  pacta  Mg.  =  Masicera  proxima  Egg.  Schin,  I.  484. 

Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.) 

1332  Platy chira  (Nemoraea)  argeiitifera  Mg.    Schin.  I.  450. 

1333  Platy cliira  puparum  Fb.    Schin.  I.  449. 

Beide  aus  Frain.     (Sbk.) 

1334  Masicera  pratensis  Mg.    Schin.  I.  483. 

1  c?  vom  Altvater,  Teßtal.     Scheint  seltener  als  sylvatica. 

i335Hemimasicera  ferruginea  Mg.    Schin.  I.  484. 
Frain.    (Sbk.) 

i33eExorista  capillata  Rdi. 

Félicitai  bei  Frain.     (Sbk.) 

i337Exorista  Iota  Mg.     Schin.  I.  464. 
Félicitai  bei  Frain.    (Sbk.) 

Zu  Exorista  lucorum:  Im  ersten  Verzeichnisse  aus  Brunn  (?). 
Als  neue  Fundorte:  Czernowitz,  Lösch  9.V.  undBillowitz  23.  V., 
auf  Blättern  nicht  selten. 

B.  Acalyptratae. 

1338  Tetaiiocera  rofousta  Low.     Schin.  II.  54. 

Czernowitzer  Au.     1  J.    3.  V. 

1339  Limnia  ciiicta  Fabr.     Schin.  II.  59. 

2  (fj  aus  dem  Josefstal,  VI. 

i34ü  Cormoptera  limbata  Mg.     Schin.  IL  51. 

Karthaus,  Ende  Juni,  auf  einem  trockenen  Feldrain. 
i34iEncita  aimulipes  Mg.     Schin.  IL  178. 

Teßtal,  Bergwiesen  auf  dem  Kirchberg.    1  J.    6.  VIII. 

1342  Cliloropisca  glabra  Mg.1) 

Czernowitzer  Au  und  Střelitz,   VI. 

1343  Chlorops  humilis  Low. 

Aus  dem  Teßtale  vom  Altvater.     Auf  Dolden.    VIII. 

1344  Chlorops  hirsutula  Low. 

Bilowitz,  23.  V. 

1345  Chlorops  geminata  Mg. 

Vom  Alt  vater.    1  <$.    VIII. 


*)  Bestimmt  nach  Low,  Zeitschrift  für  Entomol.,  Breslau  1860. 


108 

1346  Sypkou  ella  pumilionis  Bjerk.     Schin.  II.  229. 

Wiesen  bei  Jundorf  an  der  Schwarza;  nicht  selten.    6.  VI. 
1347OSCÍ11ÍS  albipalpis  Mg.     Schin.  IL  226  aus  Deutschland. 

Groß-Ullersdorf,  VII. 
i348  0sciiiis  glal)errima  Mg.     Schin.  II.  227  aus  Deutschland. 

Czernowitzer  Au,  V. 
1349 Notiphila  nigricornis  Stenh.     Schin.  IL  237. 

Wranau,  VIII.     Scheint  selten. 
i35oNotiphila  cinerea  Fall.     Schin.  IL  239. 

Czernowitzer  Au.     Mehrere  J?. 

i35i  Trimeriiia  madizans  Mg.     Schin.  IL  240. 
Czernowitzer  Au,  22.  IV. 

1352  Parydra  fossarum  Hai.     Schin.  IL  260. 

Adamstal,  Tümpel  an  der  Bahnstrecke,  VII. 

1353  Epkydra  riparia  Fall.     Schin.  IL  262. 

Frain.    (Sbk.) 

1354  Epkydra  macellaria  Egg.     Schin.  IL  262. 

Frain.    (Sbk.) 

1355  Epkydra  breviventris  Low.     Schin.  IL  261. 

Frain.    (Sbk.) 

i356Caenia  palustris  Fall.     Schin.  IL  263. 
1  Stück  aus  Chirlitz,  16.  IV. 

1357 Bischofia  dryomyzina  Zett.     Schin.  IL  50  als  Sciomt/xa. 

Czernowitzer  Au,   im  Grase.     IV.,  V.    (det.  Thalhammer). 

1358  Allopkyla  atricornis  Mg.     Schin.  IL  37  als  Hehmijza. 
Aus  dem  Teßtale  bei  Groß-Ullersdorf.    VII. 

i359Helomyza  maxima     Schin.  IL  24. 
Frain.     (Sbk,) 

i36üHelomyza  flava  Mg1). 

Karthaus,  6.  VI.,  Ullersdorf. 

i36iHelomyza  similis  Mg. 

Frain  (Sbk.),  Karthaus,  5.  VI. 

i362Helomyza  olens  Mg. 

Ochos,  21.  VI.,  Groß-Ullersdorf,  VII. 

1)  Bestimmt  nach  Low,  Zeitschrift  für  Entomol.,  Breslau  1859. 


109 

363  Limosina  litoralis  Stenh.     Scbin.  II.  331. 

Wassergräben,  Czernowitz,  IV. 

364  Limosina  coxata  Stenb.     Scbin.  II.  332. 

Czernowitz.    1  Exemplar.    3.  IV. 
36öPhortica  variegata  Zett.     Scbin.  IL  273. 

Bilowitz,    Anfang    September;    an    einer  trockenen,    steinigen 

Stelle  des  Zwittatales  1  Stück.     An  derselben  Stelle   Giiona 

distigma. 

366  Drosophila  phalerata  Mg.     Scbin.  II.  276. 
Aus  dem  Josefstal,  30.  VI. 

367  Drosophila  fasciata  Mg.     Scbin.  II.  278. 

Teßtal  bei  Groß-Ullersdorf.    Selten.    17.  VII. 

368  Drosophila  coufusa  Staeg.     Scbin.  IL  279. 

Czernowitzer  Au,  7.  VI.    Groß-Ullersdorf,  VII. 

369  Scaptomyza  flaveola  Mg. 

Adamstal,  Weg  nacb  Blansko,  VI. 
37oPsila  abdominalis  Scbum.     Scbin.  IL  204. 

1  Stück  (r?)  vom  Altvater.    Ende  August, 
37iPsila  debilis  Egg.     Scbin.  IL  204. 

Frain  (Sbk.). 
i72Psila  nigra  Fll.  Scbin.  IL  206. 

Bilowitz,  23.  V.,  Adamstal,  14.  V. 
;7sPsila  fuseiuervis  Ztt.  Scbin.  IL  205. 

Teßtal  bei  Wiesenberg  und  Primiswald,  VIII. 

374Chyliza  atriseta  Mg.  Scbin.  II.  301. 

Řičkatal  bei  Löscb.     1  cf. 
37oChyliza  annulipes  Mcq.  Schin.  IL  201. 

Wiesen  im  Walde  bei  Frain.  (Sbk.) 

37eChyliza  leptogaster  Panz.  Scbin.  IL  201. 

Waldwiesen  bei  Frain.  (Sbk.) 
377  Chyliza  ustulata  Zett.  Scbin.  IL  201  als  nicbt  österreicbiscbe  Art. 

Frain  (Sbk.). 

37sLoxocera  sylvatica  Mg.  Scbin.  IL  198. 

An  Brombersträucben  um  Frain.  (Sbk.). 

379Tanypeza  longiinana  Fall.  Scbin.  IL  191. 
1  S  bei  Adamstal,  21.  VI. 


110 

i3«o  Calob ata  petronella  L.  Schin.  II.  193. 

Adamstal,  17.  V. 
i38i  Euphranta  connexa  Fabr.  Schin.  II.  111. 

Frain.  (Sbk.) 
1382  Platy  pare  a  poeciloptera  Schrk.  Schin.  II.  110. 

Frain.  (Sbk.) 
i383Aciura  femoralis  K.  D.  Schin.  II.  113. 

Wiesengräben  um  Frain.  (Sbk.) 
i384Acidia  lucida  Fall.  Schin.  II.  116. 

Gräben  um  Frain.  (Sbk.) 

1385  Spilographa  hamifera  Low.  Schin.  II.  120. 

Frain  (Sbk.) 

1386  Spilographa  artemisiae  Fabr.  Schin.  II.  121. 

Frain.  (Sbk.) 
i387Trypeta  jaceae  R.  D.  Schin.  II.  126. 

Frain.  (Sbk.) 
i388Trypeta  lappae  Cederhj.  Schin.  II.  130. 

Frain.  (Sbk.) 
i389Trypeta  colon  Mg.  Schin.  II.  131. 

Frain.  (Sbk.) 
1390  Urophora  stigma  Low.  Schin.  II.  135. 

Frain.  (Sbk.) 
i39i  Urophora  solstitialis  L.  Schin.  II.  136. 

Frain.  (Sbk.) 

1392  Urophora  affinis  Frfd.  Schin.  II.  138. 

Frain.  (Sbk.) 

1393  Tephritis  truncata  Low.  Schin.  II.  158. 

1394  Tephriťis  hyoscyami  L.  Schin.  II.  160. 

1395  Tephritis  bardanae  Sehr.  Schin.  II.  161. 

1396  Tephritis  arnicae  Low.  Schin.  II.  165. 

1397  Tephritis  conura  Low.  Schin.  II.  166. 

1398  Tephritis  conjuncta  Low.  Schin  II.  168. 

1399  Tephritis  cometa  Low.  Schin.  II.  170. 
i4oo  Tephritis  amoena  Frfld.  Schin  II.  170. 

i40i  Tephritis  parvula  Low.  Schin.  II.  171  aus  Deutschland. 

Alle  hier  aufgezählten  Tephritis-  Arten  wurden  von  Herrn  Sieb  eck 
in  der  Umgebung  von  Frain  gefangen. 


111 

uo2  Peplomyza  Wiedemanni  Low.  Schin.  II.  106. 

1  Stück  aus  dem  Schreibwald.     7.  IX. 
ii03  Palloptera  ustulata  Fall.  Schin.  IL  107. 

Bičkatal  bei  Lösch,  VII. 

no!  Palloptera  saltuum  L.  Schin.  II.  108. 
Frain.  (Sbk.) 

1405  Palloptera  arcuata  Fall.  Schin.  II.  108. 

Frain.  (Sbk.) 

1406  Sapromyza  apicalis  Low.  Schin.  IL  102. 

Schwarzaufer  bei  Kumrowitz,  VII. 

1407  Sapromyza  basalis  Zett.  Schin.  IL  105  aus  Schweden. 

Altvater,  VIII. 

i408Lonchaea  dasyops  Mg.  Schin.  IL 

Auf  Blättern,  Karthaus,  VII. 
1409  Lonchaea  sericaiis  Brüll. 

Altvater,  Tal  der  stillen  Theß,  VIII. 
HioHerina  palustris  Mg.  Schin.  IL  78. 

1  Stück  aus  Ochos  durch  Frau  Paula  H  u  b  e  r,  VIII. 
niiPhytoiiiyza  praecox  Mg.     Schin.  IL  316. 

Czernowitzer  Au,  IX. 
uisPliytomyza  albiceps  Mg.  var.  affiuis  Schin.  IL  317. 

Czernowitzer  Au,  IX. 
i4i3Phytomyza  xautliocephala   Zett,     Schin.    IL  309  Agromyxa  aus 
Lund. 

Schwarzaufer  bei  Kumrowitz,  V. 
im  Agromyza  flava  Mg.     Schin.  IL  308  aus  Schweden. 

Karthaus,  auf  Blättern  neben  Bächen,  VI.  und  IX. 
ins  Agromyza  geuiculata  Fall.     Schin.  IL  302. 

Groß-Ullersdorf,  27.  VII. 

1416  Agromyza  gyrans  Fall.     Schin.  IL  303. 

Adamstal,  17.  V. 

1417  Agromyza  fiaviceps  Fall.     Schin.  IL  308  aus  Schweden. 

Karthaus,  15.  VI. 
ins  Agromyza  frontella  Bdi. 

Karthaus,  22.  VI. 
i4i9  Agromyza  albiceps  Zett. 

Karthaus,  30.  V. 


112 

1420  Desmometopa  latipes  Mg.     Schin.  II.  307  aus  Deutschland. 

1   9  aus  Czernowitz,  IX. 
i42i  Leiomyza  glabricula  Mg.     Schin.  II.  310  aus  Deutschland. 

Mokrahora,  7.  VI. 
1422  Anthomyza  gracilis  Fall.     Schin.  IL  282.  (Leptomyxa.) 

Czernowitzer  Au.  Im  Grase,  1.  VI. 

i423Diastata  costata  Mg.     Schin.  IL  289. 

An  Wassergräben  in  Czernowitz,  14.  V. 

1424  Ochthiphila  polystigma  Mg.     Schin.  II.  293. 

Bilowitz,  23.  V. 
i42öClusia  flava  Mg.     Schin.  IL  36. 

1426  Clusia  décora  Low. 

Beide  Arten  an  Stöcken  der  Weißbuche  im  Hochwald.  Frain.(Sbk.) 

1427  Heteroneura  aloimana  Mg.     Schin.  IL  38. 

1428  Heteroneura  pictipes  Zett.     Schin.  IL  37. 

1429  Heteroneura  geomyzina  Fall.     Schin.  IL  38  aus  Deutchland. 

Wie  die  vorigen  aus  Bratau  bei  Frain.  (Sbk.) 

1430  Clidogastra  fraterna  Mg.     Schin.  IL  14.  (Hydromyxa.) 

Schwarzauf  er  bei  Kumrowitz  auf  Schilf,  16.  VI. 

Hippoboscidae. 

i43i  Lipoptena  červi  L.     Schin.  IL  649. 
Frain.  (Sbk.) 

1432  Ornithomyia  avicularia  L.     Schin.  IL  647. 

Wranau,  VIII.  ;  Brunn,  im  Garten  der  chemischen  Fabrik 
Hochstetter    von   Herrn   Betriebsleiter   F.  Satory    gefangen. 

1433  Stenopteryx  liirundinis  Zett.     Schin.  IL  648. 

Frain.  (Sbk.)  2  Exemplare  erhielt  ich  vor  Jahren  von  meinem 
verstorbenen  Vater,  Direktor  J.Czižek;  sie  stammten  ausBrünn. 
1  Stück  fing  ich  Ende  August  1908  in  Groß-Ullersdorf  an 
einem  Fenster. 

1434  Hippofoosca  equina  L.     Schin.  IL  645. 

Frain.  (Sbk.)  Ich  erhielt  im  Vorjahre  von  Herrn  Oberlehrer 
Karl  Schwarz  in  Baumöhl  bei  Znaim  zahlreiche  Stücke,  die 
in  der  dortigen  Gegend  von  einem  Kutscher  aufgesammelt 
wurden. 


Mitteilungen  der  Kommission 

zur  naturwissenschaftlichen  Durchforschung'  Mährens. 

Zoologische  Abteilung-,  Nr.  15. 


Beitrag  zur  Ameisenfauna  Mährens. 

Von  W.  Zdobnitzky,  Brunn. 


Zu  der  vorliegenden  Arbeit  veranlaßten  mich  mehrere  Gründe. 
Den  ersten  Anstoß  gab  meine  Beschäftigung  mit  dem  Leben  der 
Coleopteren  und  Lepidopteren,  von  denen  so  manche  teils  als 
Larve  teils  als  Imago  ihr  Dasein  bei  Formiciden  zubringen  und 
zwar  —  im  Gegensatz  zur  landläufigen  Auffassung  der  Myrmeco- 
philie  —  fast  immer  nur  als  Gäste  bestimmter  Ameisenarten,  so  daß 
in  jedem  Falle  eine  genaue  Determination  dieser  notwendig  war. 
Hiebei  empfand  ich  schmerzlich  die  Tatsache,  daß  über  die 
mährischen  Ameisen  noch  nichts  veröffentlicht  worden  ist,  während 
die  benachbarten  Länder  in  dieser  Beziehung  schon  längst  durch- 
forscht wurden.  Im  Laufe  der  Bearbeitung  dieser  zoogeographischen 
Studie,  welche  die  Lücke  ausfüllen  sollte,  gesellte  sich  noch  ein 
dritter  Ansporn  hierzu:  durch  die  Beschäftigung  mit  diesen  bio- 
logisch wie  psychologisch  merkwürdigen  Staatenbildnern  und  Gast- 
gebern erwachte  das  Interesse  an  ihnen  um  so  mehr,  je  mehr  ich 
die  Entdeckung  machte,  wie  reich  an  Ameisenformen  unser  Land 
ist.  Gelang  es  mir  doch,  schon  nach  zwei  Jahren  nachstehendes 
Verzeichnis  mit  einigen  für  Mitteleuropa  seltenen  Arten  zusammen- 
zustellen, wobei  zu  berücksichtigen  ist,  daß  ich  mein  Durch- 
forschungsfeld auf  die  Umgebung  Brunns  und  auf  den  mittleren  und 
den  westlichen  Teil  Südmährens  (Thayatal,  Thaya-  undSchwarza-Tief- 
ebene,  Pollauer-Berge)  beschränken  mußte.  Es  macht  daher  diese 
Zusammenstellung  keinen  Anspruch  auf  Vollständigkeit,  ja  auch 
für  das  genannte  Gebiet  stellt  sie  nur  einen  Rohbau  dar,  dessen 
Vollendung    noch    manche    Arbeit    erheischen,    aber    auch    gewiß 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1. 


114 

manche  erfreuliche  Überraschung  bringen  wird.  Insbesondere  wird 
den  parasitischen  und  den  Gast-Ameisen  sowie  den  Übergangs- 
formen  der  einzelnen  Rassen  untereinander  eine  erhöhte  Aufmerk- 
samkeit zugewendet  werden  müssen. 

Außer  den  Fundorten  sind  auch  die  wichtigsten  Tatsachen, 
die  ich  beim  Beobachten  des  Lebens  der  Ameisen  sowohl  im  Freien 
als  auch  im  künstlichen  Nest  feststellte,  bei  der  betreifenden  Art 
angeführt.  Die  Bearbeitung  der  Myrmekophilen  Mährens  muß  einem 
späteren  Zeitpunkte  vorbehalten  bleiben. 

Bei  der  systematischen  Aufzählung  benutzte  ich  nach  Forel, 
Em  er  y  und  anderen  den  Begriff  der  Rasse,  der  in  vielen  Tier- 
und  Pflanzengruppen  (unter  den  Insekten  zum  Beispiel  bei  den 
Caraben)  der  vielen  Übergänge  wegen  zur  Notwendigkeit  geworden  ist. 

Benutzte  Literatur: 

E  m  e  r  j,  Beiträge  zur  Monographie  der  Formiciden  des 
paläarktischen  Faunengebietes  (erschienen  in  der  „Deutschen 
entomologischen  Zeitschrift,  Jahrgang  1908  und  1909,  Berlin). 

Escherich,  Die  Ameise  (Braunschweig,  1906). 

Forel,  Les  Fourmis  de  la  Suisse  (Zürich,  1874)  und  andere 
kleinere  Arbeiten. 

Mayr,  Die  europäischen  Formiciden  ^Wien,  1861). 

Schmiedeknecht,  Die  Hymenopteren  Mitteleuropas  (Jena, 
1807),  sowie  Abhandlungen  anderer  Autoren. 

Zum  Schlüsse  gestatte  ich  mir,  Herrn  Professor  Dr.  K. 
Escherich  in  Tharandt  für  die  Revision  der  Bestimmung  meiner 
ersten  Ameisen  auch  an  dieser  Stelle  den  wärmsten  Dank  abzustatten. 

Oamponotida  Forel. 

Campouotus  Mayr. 

C.  herculeanus  L.,  Holz-  oder  Roßameise.  Kommt  bei  uns  in  drei 
Rassen  vor: 
1.  Rasse  herculeanus  herculeanus  L.  Ein  fliegendes  9  des  Typus 
erbeutete  ich  bei  Czernowitz  (im  Juni)  ;  typische  9  9  traf 
ich  im  bezeichneten  Gebiete  nicht  an;  doch  kommen  die  als 
rar.  herculeano-lignîperda  For.  bezeichneten  Übergänge  zur 
folgenden  Rasse  nicht  selten  vor,  stehen  jedoch  der  Rasse 
herculeanus  ligniperda  näher  als  der  Stammrasse.  Scheint 
die  Ebene  vorzuziehen. 


115 

2.  Rasse  herculeanus  ligniperda  Latr.  Die  häufigste  und  im  ganzen 

Gebiet  vorkommende  Camponatus&rt  (Schreibwald,  Steinberg, 
Königsfeld,  Wranau,  Adamstal,  Billowitz,  Ochos,  Hadyberg, 
Schöllschitz,  Branowitz,  Pollau,  Pulgram,  Thayatal  usw.),  die  an 
sonnigen  Stellen  der  Wälder  und  deren  Ränder  in  Holz,  noch 
häufiger  aber  in  Erdnestern  mit  freiem  oder  von  Stein  be- 
decktem Eingange  lebt.  Gewöhnlich  sind  die  Nester  im 
Verhältnis  zu  den  anderer  Ameisenarten  recht  individuen- 
arm, manchmal  aber,  besonders  die  unter  Steinen,  sehr  volk- 
reich. Einzelne  99  oft  auch  auf  Bäumen  (Blattläusen  nach- 
stellend) oder  auf  Waldwegen.  Hochzeitsflug  im  Sommer, 
doch  trifft  man  schon  Ende  Mai  und  noch  im  September 
geflügelte  99  im  Nest;  die  99  fliegen  abends  und  werden 
auf  der  Erde  von  den  r?c?  begattet.  Einzelne  flügellose  99, 
die  nachher  neue  Staaten  gründen,  findet  man  unter  Steinen, 
seltener  unter  der  Rinde  von  Baumstumpfen;  es  ist  mir  aber 
trotz  mehrfacher  Versuche  nicht  gelungen,  das  AVerden  des 
neuen  Staates  im  künstlichen  Nest  weiter  als  bis  zur  Ent- 
wicklung einiger  schwacher  99  zu  verfolgen,  da  weder 
Süßigkeiten  noch  Fleischkost  (bes.  Fliegen)  angenommen 
und  die  gelegten  Eier  wieder  aufgefressen  wurden.  Auch 
im  Freien  drohen  der  jungen  Familienmutter  viele  Ge- 
fahren. Einigemal  traf  ich  solche  99  an,  von  Lasius- 
arten  angefallen,  in  den  letzten  Zügen;  andere  Avieder  — 
besonders  nach  langem  Regen  —  waren  verschimmelt. 
Selten  geschieht  die  Koloniegründung  mit  Hilfe  von  Formica 
fusca  fusca)  ich  fand  solche  „gemischte  Nester"  sowohl  noch 
ohne  ligniperda  99  als  auch  solche,  die  schon  größere  9  9, 
die  Emery  auch  bei  dieser  Art  als  <\.<\.  bezeichnet,  beher- 
bergten. 

3.  Rasse  herculecmits  vagns  Scop.  (=  pubescens  F.)    Ist  eigentlich 

eine  südeuropäische  Art.  Nur  im  Waldgebiet  des  Thaya- 
tales,  hier  aber  stellenweise  recht  häufig  (Frain,  Hardegg, 
Vöttau),  besondes  auf  ssnnigen  Waldschlägen,  wo  sie  die 
Nester  ausschließlich  in  Baumstümpfen  namentlich  der  Kiefer 
anlegt,  in  denen  sie  Gänge  bis  tief  in  die  Wurzeln  nagt. 
Nach  der  im  August-September  stattfindenden  Begattung 
trifft  man  die  flügellosen  99  einzeln  unter  der  Rinde  von 
Kiefern-   und  Birkenstrünken  an,    neue  Kolonien  gründend. 


116 

C.  maculatus  F. 

Rasse  maculařus  aethiops  Latr.  und  ihre 

var.  marginata  Latr.  (Eine  mehr  südliche  Art.)  Weit  verbreitet, 
aber  nicht  häufig  (Gelber  Berg,  Steinberg,  Obrzan,  Brano- 
witz,  Hardegg);  Nest  unter  Steinen  an  sonnigen  Waldrändern, 
öfter  aber  sieht  man  vereinzelte  99  auf  Bäumen  im  Walde 
oder  in  Obstgärten.  Ud gemein  veränderlich  in  der  Größe 
(4 — 9  mm).     Schwarmzeit  ab  Juli. 

Polyergus  Latr. 
P.  rufescens  Latr.,  Amazonenameise.  (In  Mitteleuropa  ziemlich 
selten.)  An  sonnigen,  sowohl  trockenen  als  auch  feuchten 
Stellen  der  Umgebung  Brunns  (Parfuß,  Gelber  Berg,  Czer- 
nowitz);  Erdnest  mit  einer  oder  mehreren  offenen  Eingangs- 
öffnungen. Den  größten  Teil  ihres  Lebens  bringt  diese 
Ameise  unterirdisch  zu;  meist  sieht  man  an  der  Nestober- 
fläche nur  ihre  Sklaven,  hier  um  Brunn  immer  nur  Formica 
fasca  rufibarbis,  nie  fusea  fusca.  Ihre  großen  Raubzüge,  die 
sie  in  den  Sommermonaten  am  Spätnachmittag  unternimmt, 
will  ich  nicht  nochmals  beschreiben,  da  meine  Beobach- 
tungen  mit   denen  von   Huber,  Forel  u.  a.   übereinstimmen. 

Formica  L. 

F.  sanguinea  Latr.,  blutrote  Raubameise.  In  der  Umgebung  Brunns, 
besonders  am  Steinberg  und  in  der  Hügellandschaft  nörd- 
lich von  Brunn  häufig,  südlich  von  Brunn  seltener  (Tafelberg), 
in  den  Auen  fehlend;  an  Waldrändern,  aber  auch  an 
sonnigen  Stellen  im  Walde,  selten  in  offenem  Gelände.  Erd- 
nest unter  Steinen  oder  Steinhaufen,  selten  rein  miniert  und 
dann  meist  mit  Vegetabilienresten  umgeben;  manchmal  sehr 
ausgedehnt,  gewöhnlich  mit  mehreren  Eingängen.  Häufiger 
Nestwechsel;  im  Herbst  wird  das  geschütztere  Winternest 
bezogen.  Die  9  9  kann  man  am  besten  im  Frühjahre  be- 
obachten, wenn  sie  sich  unter  den  Decksteinen  wärmen; 
später  sind  sie  tief  verkrochen;  Schwärmzeit  im  Juli.  Als 
„Sklaven"  fand  ich  in  einigen  Nestern  Formica  fusca  fusea, 
sehr  selten  fusca  rufibarbis,  einmal  auch  rttfa  pratensis.  Die 
Tatsache,  daß  —  mindestens  um  Brunn  —  Polyergus  rufescens 
immer  nur  Form,  rufibarbis,  dagegen  F.  sanguinea  fast  nur 


117 

fusca  als  Sklaven  hält,  findet  die  Erklärung  wohl  darin,  daß 
rufescens,  die  berufsmäßige  und  besser  ausgerüstete  Räuberin, 
sich  auf  die  lebhaftere  und  gewöhnlich  stärkere  riifibarbis 
wagen  kann,  während  die  den  Sklavenraub  nur  gelegentlich 
ausübende  sanguinea  nur  die  friedlichere  fusca  ohne  große 
Verluste  überfallen  darf.  Pseudogynen  infolge  Lomechusa- 
Züchtung  kommen  sehr  selten  vor,  obwohl  dieser  myrmeko- 
phile  Käfer  häufig  in  swnguinea-Nßstern  vorkommt. 
F.  rufa  Forel  (Hügelameise)  mit  drei  Rassen: 

1.  Rasse  rufa  rufa  L.,  die  rote  Waldameise.  In  Waldgegenden, 
z.  B.  nördlich  von  Brunn  (  Autiechau,  Adamstal,  Ochos  u.  a.), 
hohe  Vegetabilienhügel  bildend;  in  waldarmen  Gegenden 
Südmährens  selten,  in  den  lichten  und  trockenen  Laub- 
waldungen daselbst,  (z.  B.  in  der  Waldzone  der  Pollauer 
Berge)  gewöhnlich  als  Übergang  zu 

var.  rufo -pratensis  For.  vorkommend,  deren  „Ameisenhaufen" 
auch  nicht  so  hoch  wie  beim  Typus  sind;  bauen  ihre  Hügel 
manchmal  aus  reiner  Erde  auf. 

Schwarmzeit  Juni- Juli  ;  koloniegründende  9$  beobachtete  ich  ent- 
weder allein  unter  Steinen  oder  bei  Form,  fusca  fusca,  auch  in 
Baumstrünken.  Die  meisten  befruchteten  99  kehren  jedoch 
in  das  Nest  zurück,  wo  ihre  Wiege  stand,  so  daß  ein 
„Ameisenhaufen"  oft  viele  99  enthält.  Dies  gibt  Veran- 
lassung zur  Gründung  von  Zweigniederlassungen,  was  nach 
dem  Erwachen  aus  dem  Winterschlafe  zu  geschehen  pflegt, 
wenn  der  Nesthügei  während  der  rauhen  Jahreszeit  sehr 
gelitten  hat  und  die  Ameisen  an  den  Bau  neuer  Wohnstätten 
gehen.  Unter  den  ins  Nest  zurückgekehrten  99  gibt  es 
machmal  auch  solche,  die  die  Flügel  behalten,  da  sie  ver- 
mutlich nicht  befruchtet  wurden;  ich  traf  Mitte  Mai  zwei 
solche  9$  von  rufa  rufa  fliegend  an,  doch  verendeten  sie 
schon  den  nächsten  Tag.  Fast  alle  Nester  von  rufa,  die  ich 
zu  untersuchen  Gelegenheit  hattte,  bargen  im  Innern  morsche, 
von  den  Ameisen  ausgefressene  Strünke,  in  denen  wohl  die 
Ameisenmutter  das  Nest  begründet  hatte.  In  den  Höhlungen 
dieses  Holzrestes  überwintern  die  Ameisen  mit  Vorliebe  und 
kommen  manchmal  schon  Ende  Februar  klumpenweise  an 
die  Nestobertläche.  Ein  von  Ameisengästen  (auch  Atemeies) 
stark  besetztes  Nest  enthielt  krüppelhafte  99,  Pseudogynen. 


11  8 


2.  Easse    rufa    pratensis    Retzius,    schwarze    Wiesenameise.      In 

offenem  Gelände,  besonders  nuť  Triften,  Feldrainen,  aber 
auch  an  Waldrändern.;  Steinberg,  Sobjeschitz,  Hadyherg, 
Wejhon,  Auspitz,  Zaisa;  Hügelnester  ganz  flach,  gew.  l/2  m, 
in  Südmähren  jedoch  auch  über  1  m  im  Durchmesser  und 
ungefähr  ebenso  tief.  Sowohl  in  der  Farbe  und  Behaarung 
der  Ameisen  als  auch  in  der  Höhe  der  wärmespendenden 
Hügel  zeigt  hier  die  Rassenbildung  ein  schönes  Beispiel  der 
Anpassung  an  die  Lehensbedingungen  der  verschiedenen 
Standorte.  Auch  diese  Rasse  legt  (z.  B.  am  Steinberg  bei 
Auspitz)  Zweigkolonien  an. 

Im  künstlichen  Nest  beobachtete  ich  bei  pratensis  einen  Fall  von 
Parthenogenesis.  Ein  weiselloses  Nes1  von  300  bis  400  99 
wurde  mehrere  Wochen  gut  gefüttert.  Nach  dieser  Zeit  be- 
merkte ich,  wie  sich  die  Insassen  mit  einem  Eierklümchen 
zu  schaffen  machten.  Bald  entwickelten  sich  daraus  kleine 
Larven,  aber  auch  frische  Eierchen  wurden  gelegt  (über 
100  St.),  zum  größten  Teil  freilich  wieder  aufgefressen.  Das 
gynäkoide  9.  die  Ersatzkönigin,  war  jedoch  nicht  aufzu- 
finden; der  Unterschied  in  dei  Größe  des  Hinterleibes 
gegenüber  den  grollten  ?9  muß  doch  ganz  gering  sein.  Die 
Larven  ergaben  ungefähr  30  Puppen  ausschließlich  von 
(männlichen?)  Geschlechtstieren,  doch  gingen  alle  wegen  an- 
haltend kalten  und  feuchten  AVetters  ein;  denn  gerade  solche 
große  Puppen  brauchen  zu  ihrer  Entwicklung  viel  Wärme 
und  Trockenheit 

Koloniegründungen,  die  ich  nach  der  Flugzeit  beobachtete, 
geschehen  unter  Steinen  mit  oder  ohne  Hilfe  anderer 
Formicaüxten,  insbesondere  F.  rußbarbis,  die  bei  uns  die 
häufigste  Formica  ist. 

3.  Rasse    rufa    truncicola    Nyl.,    Strankameise.    Seltener    als    die 

anderen  /7//<7-Rassen;  Adamstal,  Königsfeld,  Schreibwald; 
Vegetabiliennest  über  Baumstrünken  oder  großen  Steinen  an 
Waldrändern  und  im  Gebüsch.  Der  aus  Pflanzenteilen  auf- 
gebaute Hügel  ist  der  kleinste  unter  den  rufa-R&ss&a.  Das 
erste  Segment  der  Gaster  bei  den  9  ?  nicht  selten  wie  die 
übrigen  Segmente  schwarzbraun.  Geflügelte  Geschlechtstiere 
im  Juli.  Im  künstlichen  Xest  wurden  die  Männchen  nach 
zwei  Wochen  getötet.    Ein    starkes,    schon   über   zwei  Jahre 


119 

ohne  22  gefangen  gehaltenes  Nest  dieser  Kasse  sehritt  noch 
nicht  zur  Züchtung  einer  Arbeiterkönigin. 
F.  fusca  For.  in  folgenden  Rassen: 

1.  Rasse  fusca  gagates  Latr.     Ziemlich  selten;  nur  in  Eichenbe- 

ständen i  Steinberg,  Schöllschitz,  Pollauer  Berge).  Ein  Nest 
habe  ich  nicht  gefunden,  sondern  nur  einzelne  9?. 

2.  Rasse  fusca  fusca  L.,   grauschwarze  Ameise     Sehr   häutig    an 

Waldrändern  und  an  Waldblößen,  die  der  Sonne  nicht  stark 
ausgesetzt  sind,  im  Bergland  (Jundorf,  Sobieschitz,  Billowitz, 
Adamstal,  Leitenwälder  der  Pollauer  Berge  u.  a.  i  häufiger 
als  in  den  Auen  der  Ebene  (Raigern,  Branowitz);  Erdnest 
unter  Steinen,  seltener  reines  Miniernest,  manchmal  ist  das 
Nest  in  lebendem  oder  in  abgestorbenem  Holz  angelegt, 
während  die  rar.  glebaria  Nyl,  an  trockeneren,  sonnigen 
Stellen  in  reinem  Miniernest  lebt.  Eine  recht  furchtsame  Art, 
die  besonders  bei  F.  sanguinea  ., Sklavendienste"  leistet.  Ge- 
flügelte   ?  ?  vom  Juni  bis  August. 

3.  Rasse  fusca  rufibarbisF.,  rotbärtige  Ameise,  die  veränderlichste 

und  verbreitetste  Formica.  Die  dunkelsten  Stücke  unter- 
scheiden sich  von  fusca  rar.  rubescens  durch  die  roten 
Wangen,  von  F.  fusca  cinerea  Mayr  besonders  durch  die 
ganz  kahle  Unterseite  des  Kopfes.  RußbarMs  meidet  den 
Wald  und  kommt  an  sonnigen,  oft  sehr  trockenen  Stellen 
vor,  wie  Triften,  Ackern,  Sandstellen  (Kuhberge  bei  Brunn, 
Steinberg,  Hadyberg,  Geißschlucht,  Czernowitz,  Wejhon, 
Auspitz,  Prittlach,  Pollauerberge,  Luggau  usw.,  ja  sie  dringt 
auch  —  die  einzige  For  mira!  —  bis  in  die  Ortschaften, 
selbst  in  die  Stadt  Brunn  ein);  nur  einmal  traf  ich  sie  — 
ähnlich  wie  dies  von  cinerea  angegeben  wird  —  im  Sande 
eines  Tümpelufers  (bei  Rakwitz).  Erdnest  mit.  gewöhnlich 
aber  ohne  Steinverschluß  an  Grasplätzen,  wobei  die  mit  Gras  be- 
wachsenen Wegränder  bevorzugt  werden.  Viel  lebhafter  und 
bissiger  als  fusca  i.  sp.  Flugzeit  Juni,  Juli;  doch  fand  ich 
einmal  Ende  April  ein  einzelnes,  ungeflügeltes  $,  unter  einem 
Stein,  als  ob  es  nach  der  Schwarmzeit  wäre;  vielleicht  ist  sie 
durch  widrige  Verhältnisse  um  ihren  Arbeiterstaat  gekommen 

4.  Rasse  fusca   cinerea    Mayr,  aschgraue  Ameise.    Ich  fand  sie 

nur  einmal  im  Schreibwalde,  wo  sie  ihr  Nest  am  Fuße 
einer  Gartenmauer  angelegt  hatte. 


120 

Lasius  F. 

L.  fuliginosus  Latr.,  glänzende  Holzameise.  Ziemlich  häufig  in 
Wald,  Au  und  Garten  (Schreibwald,  Obrzan,  die  ganze  Au 
südlich  von  Brunn),  das  „Kartonnest"  vorzugsweise  inWeiden, 
Pappeln,  Birken  und  Obstbäumen;  oft  große  Kolonien 
bildend.  Schwärmt  im  Juni  und  Juli. 

L,  niger  L.  in  vier  Rassen: 

1.  Rasse  niger  niger  L.,  schwarze  Wegameise.  Eine  der  gemeinsten 

Ameisen,  in  jedem  Gelände  vorkommend;  im  Walde  meist 
in  Baumstrünken  uder  in  kombiniertem  Nest  (Holz-  und 
Erdbau),  auf  trockenen  sonnigen  Orten  unter  Steinen,  auf 
feuchten  in  Erdkuppeln,  die  oft  eine  verhältnismäßig  be- 
deutende Höhe  erreichen,  wenn  sie  von  Grashalmen  gestützt 
werden,  sonst  aber  mehr  breit,  maulwurfshügelähnlich  sind; 
in  der  Stadt  in  Mauerspalten  und  zwischen  den  Steinplatten 
der  Gehsteige.     Schwärmzeit  im  Hochsommer. 

2.  Rasse  niger  aucuns  Forst.,  Heideameise.  Trockene  Plätze  vor- 

ziehend (Steinberg,  Auspitz,  Pollauer  Berge)  und  hier  oft 
neben  der  Stammrasse  unter  Steinen  nistend.  Zieht  schon 
Anfang  April  Larven  auf  und  erwacht  oft  schon  im  Februar 
aus  dem   Winterschlaf. 

3.  Rasse  niger  emmarginatus  Oliv.  Weit  verbreitet,  besonders  auf 

sonnigen  Stellen  (Steinberg,  Ober  Wisternitz),  auf  Mauern 
(Nikolsburg)  und  selbst  in  Wohnungen  (Brunn),  selten  im 
Walde  ( Adamstal,  Hadyberg,  Weinberg  bei  Zaisa).  Nest 
unter  Steinen  oder  Gerolle,  oft  sehr  volkreich.  Sehr  bissig; 
angegriffen,  verbreitet  sie  einen  lang  andauernden  Geruch. 
Flugzeit  im  August. 

4.  Rasse  niger  brunneus  Latr.    In  Wald  und  Garten  auf  Bäumen, 

in    deren    Löchern    sie    nistet    (Steinmühle,  Parfuß.  Schöll- 
schitz,  Adamstal,  Prahlitz);  überwölbt  manchmal  ihre,,  Straßen" 
auf  den  Bäumen  mit  einem  Erdgewölbe,  wie  es  die  anderen 
Rassen  am  Erdboden  zu  tun  pflegen. 
Übergänge:  L.  alieno  brunneus  Forel;  Steinberg,  Schöllschitz. 
L.   brwineo    emarginatus   Forel;    Hadyberg,    Steinberg,    auf 
Bäumen  ganz  kleine  Kolonien  bildend  und  ebenso  furchtsam 
wie  brunneus  Latr. 
L.  flavus  de  Geer,  gelbe  Wiesenameise.    Im  ganzen  Gebiet  häufig 
auf  trockenen  wie  auf  feuchten  Orten  (Kaiserwald,  Obrzan, 


121 

Sobiesckitz,  Czernowitz,  in  den  Auen  und  auf  den  Pollauer 
Bergen  u.  a.)  auf  Wiesen,  Triften,  selbst  in  lichten  Wal- 
dungen (Zwittatal);  Erdnest  mit  Kuppel  oder  unter  Stein, 
selten  ein  rein  miniertes  Nest.  Geflügelte  QrÇ  im  Hochsommer. 
L.  umbratus  Nyl.  mit  folgenden  drei  Rassen: 

1.  Rasse    umbratus    umbratus   Nyl.     Art    des  Vorkommens    und 

Nestbau    wie    bei  flavus,  nur  seltener  und  mehr  im  Walde, 

auch  im  schattigen  (Gelber  Berg  bei  Brunn,  Sobieschitz, 
Maydenstein  . 

2.  Rasse    umbratus    mixtus    Nyl.  Scheint    mehr    die    Ebene    zu 

lieben  (Sebrowitz,  Czernowitz,  Prittlach);  Nest  an  trockenen 
Stellen,  z.  B.  Wegen  und  Straßen,  rein  unterirdisch  miniert, 
mit  mehreren  Eingängen. 

3.  Rasse  umbratus  bicornis  Forst.  Von  dieser  seltenen  Art  fand 

ich  nur  ein  Nest  unter  einem  Stein  im  Thayatal  bei  Hardegg. 

Plagiolepis  Mayr. 
P.  piiymaea  Latr.  Zwergameise.  Fast  überall  an  recht  sonndurch 
glühten,  steinigen  Berghängen  (Kuhberge,  Steinberg,  Hady- 
berg,  Wejhon,  Auspitz)  ;  Nest  unter  flachen  Steinen  oder  — 
was  nur  bei  der  Kleinheit  dieser  Art  möglich  ist  —  zwischen 
den  Platten  schieferig  abgesetzter  und  verwitternder  Steine. 
Einzelne  99  trifft  man  auf  Pflanzen,  besonders  auf  Salvia 
an.     Geschlechtstiere  im  Juni. 

Dolichoderidae. 

Liometopimi  Mayr. 
L.  microcephalum  Pz.  (Eine  südosteuropäische  Art.)  Nur  in  den 
Auwäldern  der  Thayaebene  (Tracht,  Pulgram)  auf  Eichen 
und  Ulmen.  Die  Angabe  Mayrs:  „lebt  auf  Bäumen,  auf 
denen  man  sie  prozessionsartig  ziehen  sieht"  finde  ich  voll- 
ständig gerechtfertigt,  möchte  nur  noch  hinzufügen,  daß 
ihre  Prozessionszüge  von  dem  Baum  aus,  in  dem  diese 
interessante  Ameise  hoch  oben  ihre  „Kartonnester"  an- 
gelegt hat,  auch  auf  dem  Erdboden  sich  weithin  unentwirr- 
bar verzweigen  und  selbst  auf  andere  Bäume  führen,  ähn- 
lich, wie  es  Professor  Forel  vom  bulgarischen  Liomctopum 
berichtet.  Deutsch  wäre  diese  Art  am  passendsten  mit  dem 
Namen  „Prozessionsameise"  zu  bezeichnen. 


122 


Die  alten  Eichen,  auf  denen  L.  microcephalum  haust,  fallen 
gleich  durch  ihr  gesundes  und  kräftiges  Aussehen  auf;  keine 
ausgefressene  Gänge  von  Cerambyx  <<r<l<>.  Lucanus  cervus, 
Sesien  und  anderen  Insekten  entstellen  den  Stamm,  keine 
Processionea-N ester  hängen  sackförmig  an  ihm,  keine  kahlen 
Aste,  nur  von  Eitproctis-Gespinsten  besäet,  ragen  zum  Himmel: 
Erscheinungen,  die  sonst  häufig  in  den  Auen  anzutreffen 
sind.  Es  ist  daher  wohl  die  Ansicht  Foreis,  der  eine  Sym- 
biose zwischen  Pflanze  und  dieser  Ameisenart  annimmt, 
begründet.  Der  Baumriese  gewährt  dem  Liometopum  vor- 
züglichen Unterschlupf,  dessen  Wert  besonders  zur  Zeit  der 
häufigen  und  oft  verheerenden  Überschwemmungen  für  die 
Ameise  unschätzbar  ist;  das  ungemein  volkreiche  Nest  der 
kriegerischen,  nach  Emery  „equisit  karnivoren"  Einmietern 
stellt  eine  Macht  dar,  die  jeden  Baumschmarotzer  vernichtet 
und  fernhält;  selbst  das  sogenannte  „Melken"  der  Blatt- 
läuse, das  von  den  meisten  Ameisen  zum  Schaden  der  Pflanze 
vorgenommen  wird,  unterläßt  microcephalum. 

Meine  Beobachtungen  lassen  mich  in  Liometopum  auch  einen 
„Pilzzüchter"  vermuten.  Ich  sah  nämlich,  wie  microcephalum 
nach  Art  der  tropischen  „Schlepper"  {Atta,  Blattschneider- 
ameisen) frische  kleine  Blattstückchen  ins  Nest  eintrug, 
jedenfalls  zu  demselben  Zwecke  Avie  diese,  zum  „Düngen" 
ihrer  Pilzgärten.  Leider  war  die  Nestöffnung  so  hoch, 
daß  sie  ohne  Hilfsmittel  nicht  zu  erreichen  war;  auch 
müßte  der  prächtige  Baum  zumindest  angeschnitten  und 
der  Schaden  ersetzt  werden.  Vielleicht  versucht  es  jemand, 
dem  sich  hierzu  bessere  Gelegenheit  bietet,  Licht  in  diese 
Sache  zu  bringen. x) 

Tapinoma  Porst. 

T.  erraticum  Latr.,  schwarze  Maschusameise.  Ziemlich  selten  (Stein- 
berg, Hardegg),  Nest  unter  Steinen,  Literaturangaben  ent- 
gegen gewöhnlich  ganz  klein;  auch  einzeln  auf  Bäumen  und 
als  „Hyäne"  unter  den  Ameisen  auf  Kadavern  und  toten 
Insekten  (Königsfeld). 


l)   Nach  Lagerheim  (1900)  soll  auch   eine  andere  einheimische  Ameisen- 
art, Lasius  fuliginosus,  ein  Pilzzüchter  sein. 


123 

Dolichoderiis  Lund. 
D.  quadripunctahis  L.,  vierpunktierte  Ameise.  Auf  Bäumen,  be- 
sonders in  südmährischen  Obst-  und  Weingärten  (Branowitz, 
Klentnitz,  Frain,  Hardegg),  selten  im  Walde  (Schreibwald); 
alte  Apfelbäume  werden  bevorzugt;  Nesteingang  in  den 
Sprüngen  und  Löchern  der  Bäume. 

Myrmicidae. 

Formicoxenus  Mayr. 
F.  nitidulus   Nyl.,    glänzende    Gastameise.     Aus    einem    Nest    der 

Formica  riifa   nifa  auf  den  Pollauer  Bergen  gesiebt. 

Tctramorium  Mayr. 
T.  caespitum  L.,  Rasenameise.  Kommt  hier  im  Typus  (caespitum 
caespitum)  im  ganzen  Gebiete  vor  und  ist  nächst  Lasius 
niger  die  häutigste  Art  in  offenem  Gelände  (Berghänge, 
Feldwege,  Bahndämme  und  Wiesen),  selbst  in  Spalten  von 
Mauern  und  Gehsteigen  in  Brunn.  An  den  trockensten 
Orten  mit  dürrem  Gras  am  häufigsten;  hier  haust  sie  in 
Erdnestern  mit  oder  ohne  Deckstein;  zur  Zeit  längeren 
Regens  wirft  sie  um  die  Eingangsöffnung  der  rein  urinierten 
Nester  einen  „Krater"  auf,  bei  Nestern  unter  Steinen  werden 
letztere  mit  Erde  umgeben.  Auf  feuchten  Wiesen  baut  sie 
Kuppelnester.  Im  Juni  und  Juli  zahlreiche  Geschlechtstiere. 

Leptothorax  Mayr. 
L.  acervorum  F.  Thayatal  bei  Freistein. 
L.  tuberum  F.  in  folgenden  Varietäten: 

rar.  cortieaUs  Schenck:  Sobieschitz,  Thayawiesen  bei  Pulgram, 

gesiebt. 
car.  unifasciata  Latr.:  Schreibwald,  Maydenburg,  Znaim. 
var.  Xt/landeri   Forst.:  Steinberg,  Obrzan,  Neumühl,  Hardegg. 
rar.  parvulus  Schenck.:  Steinberg. 
Meist    unter    Rinde    besonders    von    Kieferstümpfen,    seltener 

unter  Stein  und  Laub;  im  Frühjahr  häufig  im  Gesiebsei. 
Geflügelte  $  $  im  August  und  September. 

Myrmica  Latr.,  Knotenameise. 
M.  rubiäa  Latr.  Ich  erhielt  2  geflügelte  92  und  1  ?,  die  aus  dem 
Altvatergebiet  stammen  sollen.    Ich  selbst  traf  diese  größte 
MyrmicasLTt  nur  in  den  Alpen  an. 


124 

M.  rubra  L.,  rote  Knotenameise. 

1.  Rasse  rubra  laevinodis  Nyl  und 

2.  Rasse  rubra  ruginodis  Nyl  sowie  Übergänge. 

Beide  Rassen  kommen  im  ganzen  Gebiet  häufig  und  an  gleichen 
Orten  oft  nebeneinander  vor,  da  beide  Feuchtigkeit  und 
Schatten  lieben,  also  besonders  in  Wäldern  und  an  deren 
Rändern,  im  Ufergebüsch  der  Bäche  und  Müsse,  sowohl  im 
Hügelland  als  auch  in  den  Auen.  Ich  siebte  sie  häufig 
aus  dem  feuchten  Laub  der  Auwälder.  Nest  gewöhnlich 
unter  einem  Stein,  manchmal  in  morschen  Baumstrünken 
(Paradieswäldchen)  oder  unter  Moos  (Autiechau);  können 
empfindlich  stechen.  Im  Helenental  bei  Billowitz  fand  ich 
zahlreiche  laevinodis  auf  Blütendolden,  den  Nektar  von 
der  fleischigen  Blütenscheibe  leckend.  Flugzeit  Juli,  August. 
M.  scahrinodis  Nyl.  in  drei  Rassen  mit  Übergängen: 

1.  Rasse  scabrinodis  rugulosa  Nyl.:  bei  Luggau  auf  einem  Stoppel- 

feld in  reinem  Miniernest. 

2.  Rasse  scabrinodis  scahrinodis  Nyl.;  die  häufigste  der  scabrinodis- 

Rassen  (Paradieswäldchen,  Kaiserwald,  Schreibwald,  Strzelitz, 
Frain,  Vöttau,  Hardegg)  unter  Steinen  an  trockenen  Wald- 
rändern. 

3.  Rasse   scabrinodis  schencki  Emery:    Steinberg,  Kanitzer  Berg, 

Hardegg,  also  mehr  im  Gebirge  unter  Steinen. 

Messor  For. 
M.  barboius  Emery  kommt  bei  uns  in  der 

Rasse  barbatus  structor  L.  rar.  mutica  Nyl.  vor.  Zerstreut  im 
ganzen  Gebiet:  Gelber  Berg  bei  Brunn,  Steinberg,  Sobie- 
schitz,  Parfuß,  Obrzan;  Tafelberg  bei  Klentnitz,  Schönwald, 
Neuhäusel.  Gewöhnlich  im  Erdnest  mit  „Krateröffnung"; 
oft  führt  ein  anderer  unterirdischer  Gang  unter  einen  flachen 
Stein,  unter  dem  sich  die  träge  Schar  von  99  und  z|.ï|.  wärmt; 
selten  fehlt  der  „Krater"  ganz.  Kleinste  99  3*5  mm,  größte 
ž|.ž|.  8*5  mm.     Hochzeitsflug  im  Juni  und  Juli. 

Solenopsis  Westw. 
S.  fugax  Latr.,  Diebsameise.     Im    ganzen  Gebiet   verbreitet,    nicht 
selten.  (Steinberg,  Obrzan,  Auspitz,  Saitz,  Zaisa  u.  a,);  unter 
Steinen   auf  sonnigen  Orten   in    haselnußgroßen   Kammern, 


125 


gewöhnlich  in  Cleptobiose  mit  Formica&rten  (rufibarbis  und 
sanguinea),  selten  mit  Lasius  niger  und  Ťetramoriwm  caes- 
pitum,  Reine  Sol.  fugax-Nester  traf  ich  immer  zur  Zeit  der 
Geschlechtstiere  an,  die  ziemlich  spät,  im  September,  er- 
scheinen. Diese  Tatsachen  werden  gewöhnlich  damit  erklärt, 
daß  die  Diebsameise  zur  Züchtung  der  unverhältnismäßig 
großen  99  und  JJ1  erst  dann  schreiten  können,  wenn  die 
Wirtsameisen  zum  Winterschlafe  in  die  Ewle  sich  zurück- 
gezogen haben,  worauf  der  Diebsameise  auch  die  breiten 
Gänge  unbehelligt  zur  Verfügung  stehen.  Die  wenigen  Nach- 
grabungen, die  ich  zur  Zeit,  wenn  es  unter  dem  Deckstein 
von  Geschlechtstieren  wimmelte,  vorzunehmen  Gelegenheit 
hatte,  ergaben  keine  schon  verkrochenen  Wirtsameisen,  so 
daß  diese  Frage  als  nicht  vollständig  gelöst  zu  betrachten 
und  ein  Auszug  der  Diebsameise  oder  ein  Vertreiben  der 
Wirtsameise  zur  kritischen  Zeit  nicht  von  der  Hand  zu 
weisen  ist.  Daß  aber  dabei  das  Erschlaffen  des  Ameisen- 
lebens vom  Vorteil  ist,  bleibt  durch  den  späten  Hochzeits- 
flug der  Diebsameise  erwiesen. 


Neuer  Beitrag  zu  einer  Dipterenfauna  Mährens. 

Von  Fachlehrer  Karl  L  a  n  d  r  o  e  k. 


Vorliegende  Arbeit  ist  ein  neuer,  wenn  auch  bescheidener  Beitrag 
zur  mährischen  Dipterenfauna  und  soll  die  bisher  erschienenen  Ver- 
zeichnisse über  mährische  Zweiflügler  erweitern  und  ergänzen. 

Einige  der  hier  aufgezählten  Arten  stammen  wieder  aus  der 
Umgebung  von  Brunn,  einige  aus  den  südmährischen  Auen  und 
von  den  Pollauer  Bergen,  welch  letztere  ich  im  verflossenen  Sommer 
des  öftern  besuchte.  Durch  eine  Subvention  der  Kommission  zur 
wissenschaftlichen  Durchforschung  Mährens  unterstützt,  konnte  ich 
in  den  heurigen  Ferien  auch  das  entlegenere  Gebiet  der  mährischen 
Beskiden  von  Rožnau  ostwärts  bis  an  die  niederschlesische  Grenze 
nach  Zweiflüglern  durchforschen  und  habe  auch  hier  trotz  des  höchst 
ungünstigen  Wetters  manche  interessante  Beobachtung  gemacht  und 
manche  für  Mähren  neue  Art  erbeutet.  Soweit  das  mitgebrachte 
Material  bereits  gesichtet  und  bestimmt  ist,  hat  es  in  vorliegendem 
Verzeichnisse  Aufnahme  gefunden. 

An  dieser  Stelle  muß  ich  nochmals  Herrn  Professor  Johann 
Thalhammer  in  Kalosza  in  Ungarn  meinen  besten  Dank  dafür  sagen, 
daß  er  die  Freundlichkeit  hatte,  in  selbstloser  und  liebenswürdigster 
Weise  die  Determination  beziehungsweise  B,evision  einiger  schwieriger 
oder  zweifelhafter  Arten  zu  übernehmen.  Ich  habe  bei  allen  Arten, 
welche  Herrn  Thalhammer  vorlagen,  eine  diesbezügliche  Bemerkung 
angefügt. 

Die  systematische  Anlage  dieses  Beitrages  ist  dieselbe  wie  in 
meiner  letzten  Arbeit  über  mährische  Zweiflügler  (Beitrag  zur  Dipteren- 
fauna Mährens,  Zeitschrift  des  mährischen  Landesmuseums.  V.  III,  2.), 
die  im  Texte  angeführten  Abkürzungen,  welche  sich  meist  auf  die 
verwendete  Literatur  beziehen,  sind  ebenfalls  aus  dieser  Arbeit  bekannt. 

Brunn,  im  November  1900.  Karl  Landrock. 


127 


Sciaridae. 
Sciara  distincte,  Staeg.  —  Schin.  IL,  p.  422. 

1  9  aus  dem  Josefstale.  4.  VI. 
Sciara  nervosa  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  423. 

Hobitschau.  16.  IV.  An  Fenstern. 
Sciara  aur/liš  Egg.    —  Schin.  IL,  p.  419. 

In  dem  Vorlande  des  hohen  Gesenkes  im  Grase  ziemlich  häufig. 
Im  männlichen  Geschlechte  an  der  dick  angeschwollenen 
Haltzange  leicht  zu  erkennen.  27.  VIII.  Gersdorf.  (Mohratal.) 

Mycetopkilidae. 

Mycetopbila  lineola  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  485. 

Zwittatal,  zwischen  Adamstal    und  Blansko  im  Grase.  31.  V. 
Mycetophila  Hmaculata  Fb.  —  Schin.  IL,  p.  48  o. 

4.  VI.  Joseftal.  An  schattigen  Stellen  im  Grase.  —  Die  Rücken- 
striemen sind  ganz  zusammengeflossen  und  lassen  nur  je  einen 
gelben  Schulterfleck  frei;  die  Flügelspitze  ist  deutlich  braun 
gesäumt, 
Mycetophila  fraterna  Win.  —  Schin.  IL,  p.  488. 

81.   V.  Zwittatal. 
Exechia  dorsalis  Staeg.  —  Schin.  IL,  p.  477. 

26.  IV.  Czernowitz.  31.  V.  Zwittatal  zwischen  Adamstal  u.  Blansko. 
Phronia  niüdiventris  Van.  d.  Wulp.  —  Schin.  IL,  p.  473. 

27.  VIII.  Gersdorf.  Im  Grase. 

Eymosia  signatipes  Van.  d.  Wulp.  —  Schin.  IL,  p.  464. 

Trachter  Auwälder  an  düsteren  feuchten  Stellen  im  Grase.  8.  VI. 

Btjmosia  domestica  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  466. 
31.  V.  Zwittatal.  Im  Grase. 

Docosia  calida  Winn.  —  Schin.  IL,  p.  463. 

Die  Beschreibung  in  Schiners  Fauna  und  in  der  Winnertz'schen 
Monographie  der  Pilzmücken  (Verh.  d.  z.  b.  G.  Wien,  1863, 
p.  806)  stimmt  bis  auf  die  Färbung  der  Hüften;  diese  soll 
bei  vorliegender  Art  schwärzlich  oder  schwarz  sein,  während 
sie  bei  meinem  Stück  entschieden  licht  ist.  I).  sciarina  Mg., 
die  gelbe  Hüften  hat,  trägt  auf  dem  Schildchenrand  schwarze 
Borstenhaare  und  hat  eine  rudimentäre  Hilfsader,  während 
mein  Tier  deutlich  gelbe  Schildchenborsten  besitzt  und  einen 
in  die  Randader  mündenden  Vorderast  der  ersten  Längsader 
aufweist.  —  31.  V.  Zwittatal.  Im  Grase. 


128 

Goelosia  flava  Staeg.  —  Schin.  II.,  p.  461  unter  den  europäischen 
Arten    angeführt.    Win.    Verh.    d.   z.   b.    G.    1863,    p.    797. 
Czernowitz.  4.  VI.  —  Trachter  Auen.  8.  VI.  Im  Grase. 
Sciophila  ornata  Mg.  —  Schin.  II.,  p.   IM. 

Nur  ?$.  Gersdorf  24.  VII.  Im  Grase. 
Sciophila  limhaht  Win.  —  Schin.  II.,  p.  443. 

An  einem   Waldbache  bei  Hobitschan.  5.  IX. 
Sciophila  trilineata  Zell.  —  Schin,  IL,  p.  445. 

5.  IX.  Mit  der  vorigen  Art  an  derselben  Stelle. 
Sciophih/  fimbriata  Mg.  —  Schin.  II..  |>.    lit'». 

Aus  dem  Josefstale.  4.  VI. 
Sciophila  hyalinata  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  443. 

4.  VI,  Josefstal  an  schattigen  Orten.    Die  Basis    der    vierten 
Hinterrandsader  liegt  nur  wenig    vor  der  L>asis   der  dritten 
Längsader;  das  Zellchen  ist  fast  rechteckig. 
Macrocera  fasciata  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  432. 

In  den  Vorbergen  des  Gesenkes.  27.  VIII.  Im  Grase. 
Mycetobia  [Hill  i  prs  Mg.     -   Schin.  IL,  p.  427. 

1  $  auf  gefälltem  Holze  aus  dem  Josefstale.  4.  VI. 
Phxtyura  rnarginata  Mg.  —  Sehin.  IL,  p.  486. 

1  c?  aus  dem  Josefstale.  81.  V. 
Platyura  unicofor  Staeg.  —  Schin.  II.,  p.  437. 

Kathreinertal,  im  Grase.  31.  V. 
Dynatosoma  fuscicornis  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  492. 

Zwittatal  bei  Blansko.  31.  V. 

Bibionidae. 
Scatopse  pulicaria  Lw.  —  Schin.  IL,  p.  351. 
Steinmühle.  4.  V.  Im  Grase. 

Rhyphidae. 

Rhyphus  fenestralis  Scop.  —  Schin.  IL,  p.  495. 

Auf  Fenstern.  Rožnau,  Schutzhaus  auf  dem  Radhost,  Ostrawitza- 
tal.  VIII. 
Rhyphus  punctatus  Fb.  —  Schin.  IL,  p.  495. 

Beczwatal  bei  Rožnau  an  einem  Wassergraben.  7.  VIII. 

Tipulidae. 
Ephelia  marmorata  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  550. 
Rožnau.  7.  VIII.  An  einem   Wassergraben. 


129 

Ephelia  Miliaria  Egg.  —  Schin.  II.,  p.  550. 

Rožnau.  7.  VIII.  An  derselben  Stelle. 
Pöecilostola  punctata  Mg.  —  Schin.,  p.  552. 

2  (^  an  sumpfigen  Stellen  des  Obratales.  24.  IV. 
Ptychoptera  contaminata  L.  —  Schin.  IL,  p.  497. 

1  r?  aus  den  Auwäldern  bei  Tracht.   12.  IX. 
Ptychoptera  paludosa  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  497. 

Czernowitz,  Adamstal.  V.  An  feuchten,  buschigen  Stellen. 
Pachyrhina  histrio  Fb.  —  Schin.  IL,  p.  507. 

1  cf  aus  Hobitschau.  In  feuchten  Wiesen.  6.  VII. 
Pachyrhina  analis  Schum.  —  Schin.  IL,  p.  505. 

1  r?  aus  dem  Vorlande  des  mährischen  Gesenkes.  VIII. 
Pachyrhina  quadrifaria  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  505. 

1  r?  aus  der  Au  bei  Czernowitz.  5.  VI. 
Pachyrhina  lunuUcornis  Schum.  —  Schin.  IL,  p.  505. 

Rožnau.  7.  VIII.  —   Beczwatal.    8.  VIII.    An    Wassergräben. 

Tipida   variicornis  Schum.    —   Schin.   IL,    p.  504    als  Pachyrhina 

annulicornis  Mg.  angeführt.  Vergl.  W.  E.  Z.  1889,   p.  213. 

4.  VI.  Josefstal,  im  Grase. 
Tipula  lutescens  Fb.  —  Schin.  IL,  p.  510. 

1  9.  Auf  dem  Fenster  des  Schutzhauses  (Einsiedelei)  auf  dem 
Radhost.  13.  VIII. 

Tipula  excisa  Schum.  —  Sein.  IL,  p.  515. 

Ich  fand  diese  Art  schon  im  Vorjahre  auf  dem  Kamm  des 
Altvaterstockes  massenhaft  auf  niederem  Gebüsch.  Heuer 
traf  ich  sie  ebenso  häufig  auf  dem  Radhostrücken.  13.  VII L 

Tafoanidae. 
Tab  an  h  s  tropicus  Mg.  —  Schin.  L,  p.  31. 
24.  V.  Billowitz.  —  Det.  Talhammer. 
Tabanus  rusticus  Fb.  —  Schin.  L,  p.  32. 

Die  Art,  welche  ich  in  den  Wiesen  von  Hobitschau  in  Menge 
gefangen  habe,  traf  ich  heuer  vereinzelt  auch  in  der  Au  von 
Czernowitz  auf  Dolden  von  Anfhriscus.  14.  VI. 
Tabanus  plebejus  Fall.  —  Schin.  I.,  p.  31. 

2  99  und  1  J1  aus  den  Wiesen  von  Hobitschau.  Auf  Dolden 
von  Daucus.  6.  VII. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseiims,  X.,  1.  J 


130 

Chrysops  quadratus  Mg.  —   Schin.  I.,  p.   II. 

toh traf  diese  Arl  heuer  eumerstenMale  inMengein  der  Au  Ihm 
Oiernowitz.  Die  Erliegen  verfolgten  mich  fortwährend  und  die 
meisten  Stücke  fing  ich  von  meinen  Kleidern  weg,  doch  sind 
sämtliche  gefangenen  Exemplare  Weibchen.   II.  VI. 

Leptidae. 

l.tpl/s  annula  ta  Deg.        Sohin.  I.,  i>.   17.'». 

l.  VI.  Josefstal,  Moin  Stück  ist  11  mni  Lang,  hal  ganz  graue 
Brustseiten  und  Hüften  und  auch  das  Schildohen  ist  grau. 
Alle  Schenkel  mul  Schienen  sind  gelb,  nur  die  Tarsen  sind 
verdunkelt.  H;ts  Etandmal  ist  nur  a N  blaßgelblicher  Schein 
\  orhanden. 
LepHs  lineoh   Fb.        Schin.  1.  p.   17  1. 

Ro  nau.  7.  \"lll.  An  einem  Wassergraben. 

A>ilid;u\ 
Holopogon  nigripennis  Mg.         Schin.  [.,  L80. 

Vom  Kamm  der  Pollauer  Berge  in  dürrem  Grase,  5.  VI. 
Txtphria  fuliginos*     Vau:.         Sohin.   [.,   L39. 

i    :  aus  Gersdorf  auf  gefälltem  Holze.  Die  Art  ist  überall  mit 
einer  dichten  Behaarung  versehen. 
Laphrta  epkippium  Fb.        Schin.  1.. 

l  "  aus  dem  Lomnabachtal  (Aufstieg  auf  den  Radhost)  12.VIII. 
Aut  gefälltem  Holte.  Sehr  selten. 

Bombylidae. 

s      m  Pb.        Sohin.  I..  p.   17. 
Diese  prächtige  An  traf  ich  im  vergangenen  Sommer  in  einem 
Holsschlage  der  Trachter  Auen  auf  Achilleablüten  ziemlich 
häufig. 
Lomatia  Airopos  Egg,        Sohin.  I..  p,    18 

l   ;  vom  Südabhang  der  Pollauer  Berge,  Zwischen  Steingeröll 

im  Grase.  5.  \  11. 
i.-'/.     '   -  -  Egg.        Schin.  I..  p.  47. 
5    \  11.  Von  demselben  Standorte. 
Bombytius  fimbrwtm  Mg         Schin.  I .  p.     61. 

22.  V.  Ol  ratai  L  VI.  Josefetat  Auf  Blumen.  Dor  Fleck  in  der 
erstenHinterrandielle  ist  durch  einen  blaßbräunlichen  Schatten 
mit  der  andern  Flügelzeichnung  verbunden.  Dot.  Thalhammer. 


181 

Empfdae. 

Rkamphomyia  hybotina  var.  alpina  Strobl. 

!  Bxemplar  aus  dem  Obratale.  25.V.  [m  Grase.  Det.Thalbammer. 
'Rkamphomyia  serpentata   I.  bin«  I.,  p.  100. 

Auf  d  c  m  Kamm  des  Etadhostrttckens.   13.  und   14.  VIII.    Die 
Ti-  re  schweben  im  Abendsonnenscheine  über  Gebüsch.   Ich 
fing  zahlreiche  Stücke,  doch  nur   j"-j. 
Rkamphomyia  tenuvro  trii    PIL         Schin,  I.    p.  9 

Beide  Geschlechter  au» Gersdorf  an  derMohra.  I  m  Gra  se.  18.  VI  I. 
Rkamphomyia  libialis  M  Schin.  [.,  p. 

2      .-  ans   Billowitz.  17.  \'.  (Tal  gegen  Ricmanitz.)  Im  G 
Rkamphomyia  plumifera  Zett.         Schin.  !..  p.   101. 

1  ?  aus  der  Au  bei  Czernowitz.  im  Grase.  li(.  V.  Det.  Thalhammer. 
Rkamphomyia  discoidalis  Pok.        Fehlt  in  Schiner. 

1  ^  vom  Uhustein  (All  >irge  .   ■'.  VIII.  Det  Thalhammer. 
Empis  niarican,    Mg           Schin.    !..    p.    104    aU    /-,'.    ra  tica    Fall. 

Bestimmt  nach  der  Tabelle  von  Alb'-rt  Kuntze.  Zeitschr.  für 
i    ii.  Dipt.  1906,  p.  209. 
?  und    1     l  aus  dein   Kathreinertale.  31.    V. 
Empis  pilom  Lw.  —  in  Schiner  nicht  enthalten 

VergL    Loew.,    B.  B.  Z.  1867,   p.    9        Tabelle    von    Kuntze, 
Zeit, ehr.  für  Hyrn.  und  Dipt.   1906. 

2  $$   1    -I  von  der   Kozihora  (bei  Brunn).   15.   V.   Im  .Sonnen- 
scheine scli  wehend. 

Hilara  matrona  Hai.    —  Schin.   I..  p.   1  1 

18.  VÍÍI.  Mohratal  bei  Gervlorr.  Det  Thalhammer. 
Hilara  diseolor        Fehlt  in  Schmer. 

18.  VIII.  In.  Gi        einer  Waldwiese  bei  Gersdori    Dcrt    Thal- 
hammer. 
Hilara  longivittata  Zeit  —  Schin.  !..  p.  1 16.  Unter  den  europäischen 
Arten. 
Mit  der  vorigen  Art.   10..   14.  und  1-;.  VIII.   Det  Thalhammer. 
Hemerodromia  praeeatoria  Fll.        Schin.  I., 

Ein   Pärchen  aus  dem  Gesenke.   Ina  an  einem   Wasser- 

graben.     -   1  Exemplar   ting  ich  heuer  auch    irn  Beczwatale 
bei  Rožnan.  8.  VILI.         Das  dunkle  Randma]  ist  rund. 
3.  Fühlerglied  geht  in  einen  langen  Griffel  aus.  VfergL  Mik., 
W.  B.  Z    1882,  p.  39    und  Loew..   W.  E.  M.  1864,  p.   2 
• 


132 

Herne rodromia  unilineata  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  83  nur  unter  den 
deutschen  Arten  angeführt  (Schlesien). 
2  Exemplare  aus  dem  Zwittatal,  zwischen  Adamstal  und  Blansko. 
31.  V.  Im  Grase.  Diskoidalzelle  fehlt,  Rückenschild  mit  einer 
Strieme,  Schildchen  samtschwarz.  Vergl.  Loew.  W.  E.  M. 
1864,  p.  237. 
Leptopexa  flavipcs  Mg.  —  Schin.  L,  p.  82. 

An  einem  morschen  Baume  in  der  Trachter  Au.  6.  VI. 
Synamphotera  pallida  Lw.  —  Fehlt  in  Schiner.  Vid.  Loew,  Beschr. 
europ.  Dipteren,  B.  IL,  p.  253. 
Ich  fing  diese  Art  im  Vorjahre  und  auch  heuer  wieder  an  einer 
einzigen  Stelle    des  Zwittatales   bei  Adamstal    in    mehreren 
Stücken    und   in    beiden  Geschlechtern.   28.  u.   31.  V.  Det. 
Thalhammer.  —  Im  Geäder  dieser  Art  kommen  häufig  Ab- 
weichungen und  Unregelmäßigkeiten  vor.    So    fehlt    einigen 
Stücken    die    Gabel    der  3.  Längsader   oder  ist  wenigstens 
unvollständig;     andere    Stücke    haben    doppelte   Queradern. 
Drapetis  moriella  Zett.  —  Schin.  I.  p.  96  als  flexaosa  Loew.  unter 
den  deutschen  Arten  angeführt.  (Schlesien,  um  Posen.)  Vergl. 
W.  E.  Z.  1904,  p.  143. 
1  Exemplar  aus  den  Trachter  Auen.  12.  IX.  —  Die  allerdings 
kurze  Beschreibung  in  Schiner  1.  c.  stimmt  ganz  genau;  sehr 
charakteristisch  ist  die   deutlich  wellenförmig    geschwungene 
4  Längsader. 
Drapetis  setigera  Lw.  —  Schin.  L,  p.  96. 

Im  ersten  Frühlinge    auf  dürrem  Laube,  Tracht,  Hobitschau. 
31.  III.,  12.  V.  Det.  Thalhammer. 
Tackydromia  fulvipes  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  89  bei  Platypalpus. 

Bestimmt   nach    der    Tabelle    von    Frey,    Zeitchr.    f.  Hym.    u. 
Dipt.  1907,  p.  407.  (I.  Gruppe.)  —  1  <$  aus  Hobitschau.  6.  VII. 
Tackydromia  lutea  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  91. 

22.  V.  Obratal.  Im  Grase.  —  Tabelle  von  Frey. 
Tachydromia  pallipes  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  90. 

1    $    aus    Gersdorf  im  Grase.  20.  VII.  —  Tabelle  von  Frey. 
Tachydromia  ciliaris  Fll.  — •  Schin.  I.,  p.  90. 

Czernowitz.  4.  VI.  Im  Grase. 
Chelipoda  mantispa  Panz.  —  Schin.  I.,  p.  86  als  Phyllodromia  und 
nur  unter  den  deutschen  Arten  angegeben. 
Trachter  Auen.  6.  VI.  —  Diskoidalzelle  fehlt,  4.  Längsader  gegabelt. 


133 

Dolichopidae. 

Psilopus  longulus  Fil.  —  Schin.  I., p.  182  unter  den  europäischen  Arten. 
1  Exemplar  aus  den  Trachter  Auen.  29.  VI.  —  Det.  Thalhammer. 
Dolichopus  nubilus  Mg.  —  Schin.  L,  p.  215. 

4.  VII.  Trachter  Auen.  —  Det.  Thalhammer. 
Dolichopus  griseipennis  Stann.  —  Schin.  I.,  p.  218. 

Von  demselben  Standorte.  —  Det,  Thalhammer. 
Dolichopus  arbustorum  Stann.  —  Schin.  I.,  p.  220. 

Nur  SS-  Trachter  Auen.  4.  VIII.  —  Gersdorf  29.  VIII.  —  Det. 
Thalhammer. 
Dolichopus  excisus  Lw.  Schin.  I.,  p.  215. 

1  S  aus  den  Trachter  Auen.    12.  IX.  —  Außenlaniellen    des 
Hypopygiums  sehr  schmal  schwarz  gerandet. 
Dolichopus  Meigenü  Loew.  —  Schin.  L,  214. 

In  beiden  Geschlechtern  aus  dem  Obratale  bei  Schöllschitz.  22.  V. 
Dolichopus  simpler  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  220. 

Trachter  Auen.  Im  Grase. 
Gymnoptemus  aerosus  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  210. 

3  SS  aus  dem  niederen  Gesenke  (bei  Gersdorf).  10.  u.  11.  VII. 
—  Det.  Thalhammer. 
Gymnoptemus  germanus  W.  —  Schin.  I.,  p.  207. 

3.  VIII.  Gersdorf.  —  Det.  Thalhammer. 
Gymnoptemus  metallicus  Stann.  —  Schin.  I.,  p.  210. 

Czernowitz.  5.  VI.  —  Tracht.    20.  VI.  —  Det.  Thalhammer. 
Chrysotus  cupreus  Macq.  —  Schin.  I.,  p.  185. 

Umgebung  von  Brunn.  —  Det.  Thalhammer. 
Argyra  elongata  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  191.  unter  den  europäischen 
Arten. 
Obratal  bei  Střelitz.  25.  V.  —  Det.  Thalhammer. 
Porphyrops  micans  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  197. 

1  S-  20.  VI.  Hobitschau,  auf  Schlamm.  Seltener  als  P.  spinicoxa, 
in  deren  Gesellschaft  die  Art  gefangen  wurde. 
Por[)hyropselcgantula  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  199  nur  unter  den  deutschen 
Arten.  (Glogau,  Hamburg.) 
1  weibliches  Stück  dieser  prächtigen,  großen  Art  aus  den  Trachter 
Auen  4.  VII.  —  Det.  Thalhammer. 
Syntormon  pallipes  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  192. 

1  $.  25.  VII.  Aus  dem  Gesenke.  —  Det.  Thalhammer. 


134 

Medeterus  ťristus  Zett.  —  Schin.  L,    p.  238    unter    den    deutschen 
Arten.  (Glogau.) 
Hobitschau.  9.  V.  —  Obratal.  26.  V.  Im  Grase.  Det.  Thalkammer. 
Hydrophorus  praecox  Lehn.  —  Schin.  L,  p.  230  als  H.  inaequalipes 
Vid.  Kowacz,  W.  E.  Z.   1884,  p.  49. 
17.  VII.  Hobitschau.  —  2.  VIII.  Tracht.    Die  Fliegen    saßen 
auf  der  Wasserfläche  von  Pfützen  in   solchen  Mengen,  daß 
der  Wasserspiegel  einen  graugrünlichen  Schimmer    aufwies. 
Campsimemus  armatus  Zett.  —  Schin.   I.,  p.  235    nur   unter    den 
deutschen  Arten  angegeben  (Greifswald). 
Ein  Pärchen    aus  Gersdorf.    Im  Grase  an    einem  Waldbache. 
28.  VII.  —  Die  Mittelschienen  tragen  unten  eine  Borstenreihe, 
die   Mittelschienen    sind    etwas    gedreht    und   besonders    im 
unteren  Teile  lang  und  abstehend  behaart,  Vorderhüften  gelb. 

Phoridae. 

Phora  Meigeni  Beck.  —  Schin.  II.,  p.  337. 

Obratal.  19.  VI.  —  Hobitschau.  3.  VIII. 
Phora  lutea  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  343. 

Czernowitz.  16.  V.  —  Det.  Thalhammer. 
Phora  cubitalis  Beck.  —  Fehlt  in  Schiner. 

'  8.  VI.    Tracht.    Auf  dürrem    Laube   unter    Gebüsch.    —   Det. 
Thalhammer. 
Phora  femorata  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  339. 

1  Exemplar  aus  den  Trachter  Auen.  4.  VI. 
Phora  crassicornis  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  344. 

4.  VI.  Von  demselben  Standort  wie  die  vorige  Art.  Die  erste 
der  schwachen  Längsadern  ist  fast  ganz  gerade. 
Phora  pygmaea  Zett.  —  Schin.  IL,  p.  344. 

Aus  dem  Morbeser  Wäldchen.  3.  V.  Im  Grase. 
Phora  abhreviatta  v.  Ros.  Def.  —  Schin.  IL,  p.  344. 

1  9.  20.  VI.  Auf  Blättern.  Trachter  Auen.  Die  Bemerkung 
Schiners  1.  c.  „Bei  uns  ziemlich  häufig"  scheint  auf  unsere 
Verhältnisse  nicht  zu  passen. 

Pipuuculidae. 

Pipimculus  semifumosus  Kow.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Vergl.  Becker, 
B.  E.  Z.  1897,  p.  93. 
Beide  Geschlechter  vom  Kamm  des  Radhostrückens.  13.  VIII. 


135 

Pipuncidus  furcatus  Egg.  —  Scliin.  I.,  p.  246. 

1  9.  4.  VI.  Aus  dem  Josefstale.  —  4.  Längsader  gegabelt. 
Auf  einem  Flügel  bat  mein  Tier  eine  überzählige  Querader; 
vor  der  kleinen  Querader  steht  nämlich  noch  eine  Querader, 
so  daß  über  derDiskoidalzelle  ein  längliches  Rechteck  erscheint. 
Fipuncuhts  fusculus  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  247.  Unter  den  deutschen 
Arten.  (Glogau.) 

30.  IX.  Czernowitz.  Auf  sonnbeschienenem  Gesträuch  von  Humu- 

lus.  Hypopygium  ohne  Spalte,  ziemlich  groß,  Randnial  nicht  den 

ganzen  Raum  zwischen  den  beiden  Längsadern  einnehmend. 

Verrallia  villosa  Ros.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Vergl.  Becker,  B.  E. 

Z.  1897.  —  Mik,  W.  E.  Z.  1899,  p.  137. 

12.  VI.  Czernowititz,  auf  Blättern.  Die  vierte  Längsader  ist 
auf  einem  Flügel  nicht  gegabelt,  auf  dem  andern  zeigt  sich 
eine  schwache  Gabelung,  die  vier  Vorderschenkel  sind  höcker- 
los, die  Partie  an  den  Schultern  ist  grau. 

Syrphiilae. 

Xanthogramma  omata  Mg.  var.  clives  Rond. 

Obratal.  22.  V.  Mit  der  Stammform,  auf  Dolden  häufig. 
Syrphus  diapharms  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  310. 

1  $  aus  dem  Josefstale.  4.  VI.  —  Die  Fühler  sind  ganz  schwarz, 
die  Stirne  nur  auf  dem  Scheitel  schwarz,  die  Beine,  auch  die 
Hüften,  ganz  gelb. 
Plat/jcheirns  scutatus  Mg.  —  Schin.  I ,  p.  295. 

1  J.  22.  V.  Aus  dem  Obratale.  Lag  Herrn  Thalhammer  zur 
Revision  vor. 

Die  Vorderbeine  sind  so  gebildet,  wie  es  Schiner  1.  c.  angibt. 
An  den  Mittelbeinen  sind  die  Schenkel  unterseits  dicht  be- 
haart, die  Mittelschienen  im  letzten  Drittel  etwas  gebogen 
und  an  der  Außenseite  mit  einer  aus  schütteren  braunschwarzen 
Haaren  gebildeten  Haarflocke  versehen.  Die  Mittelhüften 
tragen  ein  dornartiges  nach  vorn  gerichtetes  Gebilde,  das  am 
Grunde  durchscheinend  gelb,  an  der  verdickten,  knopfartig 
erweiterten  Spitze  schwarz  ist.  Von  dieser  eigentümlichen 
Bauart  der  Mittelbeine  erwähnt  Schiner  in  seinem  "Werke 
nichts,  sagt  aber  „auch  in  der  Färbung  und  Gestalt  der 
Beine  dem  albvmanus  gleichend".  Bei  dieser  Art  heißt  es 
aber  p.  294  :   „Mittel-  und  Hinterbeine  einfach." 


136 

Chilosia  fasciata  Schin.  Egg.  —  Schin.  I.,  p.  284. 

Czernowitz.  25.  IV.  Selten. 
Chilosia  vulpina  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  282. 

1    Pärchen    aus    den  Trachter    Auen.    Auf    Anthriscusdolden 
4.  und  6.  VI. 
Chilosia  proxima  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  282. 

Von   demselben    Standort    wie    die    vorige    Art.    12.    V.    Det 
Thalhamnier. 
Chilosia  pigra  Lw.  —  Schin.  I.  p.,  275. 

Mohrathal  bei  Gersdorf  auf  Dolden  von  Heracleum.  19.  VIII. 
Lag  Herrn  Thalhammer  zur  Revision  vor. 
Chilosia  flavicorniš  Fb.  —  Schin.  I.,  p.  285. 

24.  IV.  Obratal.  Die  Fliegen  (nur  tfrf)  schwebten  im  Sonnen- 
scheine um  blühende  Salixarten. 
ErioZona  syrphoidcs  Fll.  —  Schin.  L,  p.  299. 

Ich  fing  diese  schöne  Fliege  heuer  zum  ersten  Male  auf  dem 
Abhänge  des  Jawornik  (bei  Frankstadt)  auf  Gebüsch.  11.  VIII. 
Rhingia  rostrata  L.  —  Schin.  L,  p.  326. 

8.  VIII.  Beczwatal  bei  Rožnau  auf  Gebüsch.  Vereinzelt. 
Eristalis  Jiorticola  Deg.  —  Schin.  L,  p.  336. 

1  9    aus    dem   Rokitnatale    (bei  Frankstadt)    auf  Lysimachia- 
blüten.  10.  VIII. 
Mallota  fn seif oi- mis  Fb.  —  Schin.  I.,  p.  343. 

1  $  aus  den  Trachter  Auen.  Auf  blühendem  Rhamnusgesträuch. 
1.  V.  Das  Tier  sieht  auf  den  ersten  Blick  einer  Mooshummel 
sehr  ähnlich,  gleicht  auch  gewissen  Färbungsvarietäten  von 
Merodon  equeslris,  ist  jedoch  von  letzgenannter  Art  durch 
den  Gesichtsbau  und  das  fast  viereckige  und  kurze  dritte 
Fühlerglied  sicher  zu  unterscheiden. 
Mallota  megilliformis  Fall.  —  Schin.  L,  p.  343. 

1  J1.  4.  VI.  Von  demselben  Standorte  wie  die  vorige  Art. 
Cacmodon    latitarsis    Egg.    —    Schin.    I.,   p.    264.    Vergl.  Kowarz. 

AV.  E.  Z.  1885. 

2  Exemplare  von  der  Kozihora  (bei  Brunn).  15.  V.  —  Der 
Vordermetatarsus  ist  breiter  als  das  folgende  Glied,  die  Mittel- 
schienen  haben  vorn  einen  deutlichen  Höcker. 

Psarus  abdominalis  Fb.  —  Schin.  L,  p.  252. 

Ich  fing  diese  seltene  Art  in  den  heurigen  Ferien  in  Hobitschau 
auf  einer  AValdblöße  auf  Gesträuch.   14.  VII. 


137 

Chrysotoxum  arcuatum  rar.  œngusiifasciatum  Mik.  Vergl.  AV.  E.  Z. 
1897,  p.  115. 
Die    mittleren  Querbinden    des  Hinterleibes    hängen    mit   den 
Hinterrandsbinden  nicht   zusammen.  —  1  $    aus    Gersdorf. 
14.  VIII. 

Muscidae. 

Agromyxa  frontella  Hond.  —  Fehlt  in  Schiner. 

4.  V.  Kumrowitz,  Bahndamm  der  Kaiser  Ferdinands-Nordbahn. 
Det.  Thalhammer. 
Agromyxa  reptans  Fll.  • —  Schin.  II.,  p.  302. 

Czernowitz.  26.  V. 
Desmometopa  sordidmn  Fall.  —  Schin.   II.,  p.  305.  Deutsche  Art. 
(Aachen.) 
1  Exemplar  aus  der  Umgebung  von  Brunn.   Det.  Thalhammer. 
Phyllomyxa  flavitarsis  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  312.  Unter  den  deutschen 
Arten  angeführt.  (Um  Stollberg.) 
1  <S  aus  den  Wäldern  um  Gurein.  19.  V.  Im  Grase.    Drittes 
Fühlerglied  sehr  groß,  Taster  stark  verlängert. 
Phyllomyxa  securicornis  Fall.  —  Schin.  II.,  p.  312. 

24.  V.  Hadyberg  bei  Brunn.  Im  Grase.  Lag  Herrn  Thalhammer 
zur  Revision  vor. 
Lobioptera  palposa  Zett.  —  Schin.  IL,  p.  297.  Unter  den  europäischen 
Arten.  (Schweden.) 
Obratal.  26.  V.  Im  Grase  feuchter  Wiesen.  Det,  Thalhammer. 
Leucopis  annulipes  Zett.  —  Schin.  IL,  p.  295. 

Ostrawitzatal,  Abhang  des  Smrk.  Vereinzeltim  Grase.  17.  VIII. 
Diastata  unipunctata  Zett.  —  Schin.  IL,  p.  288  bei  Geomyza  unter 
den  europäischen  Arten    angeführt.    Vergl.  Loew.    B.  E.  Z. 
164.  p.  357.  (Tabelle.) 
Im  ersten  Frühlinge    an  einem  Wassergraben    in    der  Au  bei 
Czernowitz.  23.  IV.  Det.  Thalhammer. 
Tryptochaeta  punctum  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  289.    Diastata.    Vergl. 
Loew.  B.  E.  Z.,   1864,  p.  357. 
Czernowitz.  5.  V.  —  Obratal.  26.  V.  —  Heuer  fing  ich  diese 
Art    sehr    häufig    an    einem  Wassergraben    bei   Hobitschau. 
VIII.— IX.  Det.  Thalhammer. 
Leptomyxa  sordidclla  Zett.  —  Schin.  IL  p.  282. 

1  Exemplar   aus    den  Trachter  Auen.  8.  VI.    Im  Grase.    Det. 
Thalhammer. 


138 


Drosophila  griseola  Zett.  — ■  Schin.  II.,  p.  279. 

26.  IV.  Czernowitz.  —  Lag  Herrn  Thalhammer  zur  Revision  vor. 
Drosophila  melanogaster  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  277. 

Gersdorf,  über  gärenden  Himbeeren,  in  großen  Scharen.  13.  VIII. 
Det.  Thalhammer. 
Dicraeus  obscurus  Lw.  —  Diese  Gattung  fehlt  in  Schiner. 

Obratal.  30.  V.  Im  Grase.  —  Det  Thalhammer. 
Nbtiphila  dorsata  Stenh.  —  Schin.' IL,  p.  239.  Unter  den  deutschen 
Arten. 
2  Exemplare  an  einem  Wassertümpel  nächst  der  Nordbahnstrecke 
bei  Czernowitz.    Lag  Herrn  Thalhammer    zur  Revision   vor. 
Notiphila  aquatica  Beck.  —  Fehlt    in    Schiner.  —  Vergl.    Becker. 
B.  E.  Z.  1896. 
Czernowitz.    14.  VI.    An  derselben  Stelle,    doch  weit  seltener 
Trimerina  nigella  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  240. 

Ich  ting  diese  Art   am  16.,  17.  und  18.  IV.  an  einem  Wald- 
rande bei  Holitschau  im  Grase  in  vielen  Stücken.  Erwähnens- 
wert scheint  mir  der  Umstand,  daß  an  dieser  Stelle  weit  und 
breit  kein  Wasser  oder  sumpfiger  Boden  zu  finden  ist.  Schiner 
sagt  1.  c.    „Die  Fliegen   finden    sich  an  sumpfigen  Stellen."' 
Clasiopa  nirca  Beck.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Vergl.  Becker,  B.  E- 
Z.  1896. 
1  Exemplar  aus  der  Umgebung  von  Brunn.    Im    Grase.   Det. 
Thalhammer. 
Hydrellia  fulviceps  Stenh.  —  Schin.  IL,  p.  248. 

Aus  dem  niederen  Gesenke.  Gersdorf.  11.  VII.  Det.  Thalhammer. 
Ochthera  mantis  Deg.  —  Schin.  IL,  p.  257. 

Gersdorf  (Mohratal),  an  einem  Waldbache.  Vereinzelt.  29.  VIII. 
Parydra  nubecula  Beck.  —  Fehlt  in  Schiner. 

Ich  fing  diese  hübsche  Art  heuer  in  vielen  Stücken  an  einem 
Wassergraben  bei  Hobitschau.  17.  IV  und  6.  IX. 
Par  //dra  litoralis  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  259. 

In  den  Vorbergen  des  Gesenkes  an  Waldbächen  nicht  selten. 

Mohratal,  Dorfteschen.  11.  VII.  Lag  Herrn  Thalhammer  zur 

Revision  vor. 

Parydra  quinquemaculata  Beck.  —  Fehlt  in  Schiner.  Vergl.  Beckei, 

B.  E.  Z.  1896. 

Czernowitz.  23.  IV.    An  sumpfigen  Stellen.  Det.  Thalhammer. 


139 

Scatella  sorbillans  Hal.  —  Schin.  II.,  p.  265. 

Auf  Schlamm  des  Teiches  bei  Czernowitz  im  Herbste  in  großer 
Menge.  30.  IX. 
Chlorops  disdcornis  Lw.  —  Fehlt   in  Schiner.  —  Vergl.  Loew,  B. 
E.  Z.,  1861,  p.  1.  Tabelle. 
24.  V.  Hadyberg  bei  Brunn,  im  dürren  Grase.  Det.  Thalhammer. 
Chloróps  Meigenii  Lw.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Vergl.  Loew,  B.  E. 
Z.  1861,  p.  43. 
3  Exemplare    aus  der  mährischen  Schweiz.    Zwittatal.    11.  V. 
und  4.  VI.  Die  Flügel  sind  deutlich  braun  getrübt;  die  Rand- 
ader  reicht  etwas  über  die  dritte  Längsader  hinaus. 
Chlorops  planifrons  Lw.  —  In  Schiner    nicht  enthalten.  —  Vergl. 
Loew,  B.  E.  Z.  1861,  p.  55. 
Trachter  Auen.  8.  VI. 
Chlorops  geminata  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  212. 

Hadyberg  bei  Brunn.  Im  Grase.  VI.  —  Hinterleib  mit  linien- 
artigen  schwarzen,    den  Hinterrand  nicht    erreichenden  und 
in  der  Mitte  unterbrochenen  Querbinden.     Stirndreieck  mit 
schwarzem  Fleck  in  der  Vorderecke, 
Centor  myopinus  Lw.  —  In  Schiner  unter  Chlorops  Cereris  F 11.  II.., 
p.  216.  —  Vergl.  Loew,  B.  E.  Z.  1861,  p.  9. 
Beide  Geschlechter  aus  dem  Obratale  bei  Schöllschitz.  14.  VI.  — 
Au  bei  Czernowitz.  12.  VI.  —  Auch    aus    dem   mährischen 
Gesenke.    Das    Männchen   ist    durch    die    weißliche    zottige 
Behaarung  der  Mittelschienen  und  Füße  sehr  gut  kenntlich. 
Anthracoqhaga  frontosa    Mg.    —    Schin.    IL,   p.    216    als    Chlorops 
Scholtzii  angeführt.  —  Vergl.  Loew,  B.  E.  Z.  1861,   p.  18. 
Massenhaft    auf  Carexstengeln  in  den  Trachter  Auen.  10.  V. 
Haplegis  dirergens  Lw.  —  Schin.  IL,    p.  217    als   Chlorops  tarsatu 
Fll.  —  Vergl.  Loew,  B.  E.  Z.  1861,  p.  24. 
Tracht.  8.  VI.  —  Stirndreieck  fast  die  ganze  Stirnfläche  ein- 
nehmend mit  deutlicher  Mittelrinne;    Flügel  glashell,  dritte 
und  vierte  Längsader  deutlich  divergierend. 

Psila  morio  Zett.  —  Schin.  IL,  p.  205. 

Auf  einem  grasigen  Berghang  bei  Medlanko  in  Menge.   19.  V. 

Psila  rufa  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  203. 
4.  VI.  Zwittatal. 


140 

Psila  obscuritarsis  Loew.  —  Scliin.  II.,  p.  203. 

3  Stücke  aus  dem  Zwittatale  zwischen  Adamstal  und  Blansko. 
4.  VI.  —  Nur  1  Exemplar  zeigt  deutliche  braune  Säumung 
der  Flügeladern,  bei  den  zwei  anderen  Stücken  ist  diese 
Säumung  undeutlich,  doch  haben  alle  drei  Tiere  dunkelbraune 
Längsadern,  während  diese  bei  allen  ähnlichen  Arten  gelblich 
sind.  Die  Tarsen  aller  Beine  sind  stark  gebräunt,  das  Unter- 
gesicht stark  zurückweichend. 

Psila  atriniana  Mg.  — -  Schin.  IL,  p.  205. 

1  $  aus  dem  Czeladnatale  (Beskiden)  im  Grase.  15.  VIII. 
Loxorcera  albiseta    Schrank.    —    Schin.    IL,    p.    198    als   Lexocera 
ichneumonea  L.  —  Vergl.  Loew,  B.  E.  Z.  1858,  p.  22. 
Ich  traf  diese  Art  heuer   in    den  Beskiden    auf  Gebüsch    viel 
häufiger  als  in  der  Umgebung  von  Brunn.  Beczwatal.  8.  VIII. 
Calobala  adusta  Lw.  —  In  Schiner  nicht  enthalten.  — ■  Vergl.  Loew, 
Revision  der  Calobataarten  der  europäischen  Fauna,  B.  E. 
Z.  1870,  p.  209. 
1  Pärchen  aus  der  Au  bei  Czernowitz.  An  sehr  feuchten  Stellen 
im  Grase.  22.  V.  —  Diese  Art  ähnelt  der  Cahbata  cibaria 
L.,    doch    ist    die  Flügelspitze    deutlich    gebräunt;    die   vom 
vierten  Bauchring  abstehenden  Lamellen  sind  schmal. 
Mycetaulus  bipunctaüts  Fll.  —  Schin.  IL,  p.  187. 
Gersdorf.  12.  VIII. 

Themira  Fallenii  Staeg.  —  Schin.  IL,  p.  183. 

1  Männchen  aus  Billowitz,  Talweg  gegen  Jehnitz.  23.  IV.  Im 
Grase.  Die  Schinersche  Beschreibung  stimmt  ganz  genau.  Das 
Tier  ist  an  dem  eigentümlichen  Bau  der  Vorder-  und  Hinter- 
beine von  allen  anderen  Themiraarten  leicht  und  bestimmt 
zu  unterscheiden. 
Trypeta  ruficundu  Fb.  —  Schin.  IL,  p.  132. 

Heuer  fing  ich  von  dieser  Art  auch  die  Varietät  a;  die  Vorder- 
randsflecken sind  viel  kleiner  als  bei  der  häufigeren  Varietät 
b,  der  Mittelfleck  ist  nach  unten  ausgezogen  und  bildet  mit 
der  Bräunung  der  hinteren  Querader  eine  wenn  auch  stellen- 
weise erloschene  Binde. 
Trachter  Auen.  2.  VIII.  Auf  Blütenköpfen  von  Cirsiumarvenseïi. 
Tephritis  dioscureä  Lw.  —  Schin.  IL,  p;  162. 

Hobitschau.  Im  Grase  an  Feldrainen.  VII.  Det.  Thalhammer. 


141 

Rkagoletis  cerasi  L.  —  Schin.  II.,  p.  121  als  Spilographa. 

Ich  traf  die  Art  heuer  zum  ersten  Male  häufig  auf  Blättern  in 
den  mit  Kirschbäumen  reich  besetzten  Weingärten  auf  dem 
Abhänge  der  Pollauer  Berge.  5.  VI. 
Lonchaea  fumosa  Egg.  —  Schin.  IL,  p.  90. 

Obratal.  19.  VI.  im  Grase. 
Sapromyxa    biumbrata    Lw.  —  Schin.  IL,    p.    104    nur   unter    den 
deutschen  Arten  angeführt. 
Trachter  Auen.    4.  VII.  und   8.    VI.    —    Czernowitz.    12.    VI. 
Lag  Herrn  Thalhammer  zur  Revision  vor. 
Sapromyxa  simplex  Lw.  —  Schin.  IL,  p.  101. 

Obratal.  19.  VI. 
Sapromyxa  sexpnnctata  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  101. 

Ostrawitzatal  im  Grase.  Häufig.  16.  VIII. 
Sapromyxa  muscaria    Fll.  —  Schin.    IL,    p.    93    als    Cnevnacanfhä 

Hadyberg.  24.  V.  —  Det.  Thalhammer. 
Ceroxys  picta  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  74. 

Tracht.  29.  VI.  —  Gersdorf.  3.  VIII.    Lag  Herrn  Thalhammer 
zur  Revision  vor. 
Pteropaectria  (Herina)  palustris  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  78,  B.  E.  Z. 
1893,  p.  122. 
Hobitschau,  im  Grase  feuchter  Wiesen.  Det.  Thalhammer. 
Renocera  striata  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  51    unter   den  europäischen 
Arten  von  Sciomyxa  angeführt. 
Au  bei  Czernowitz.  Det.  Thalhammer. 
Sciomyxa  nigrimana  Mg.  Schin.  IL,  p.  45. 

Aus  den  Vorbergen  des  hohen  Gesenkes,  bei  Gersdorf,  im  Grase. 
Das  Tier  ähnelt  der  Sc.  glabricala  Fll.,  hat  aber  fast  ganz 
glashelle  Flügel  und  die  Hinterleibsbasis  ist  breit  gelb. 
Phaeomyia  leptiformis  Schin.  — -  Schin.  IL,  p.  43. 

Die  Art  gehört  nach  Girschner,  E.  N.  1886,  p.  17  zur  Unter- 
gattung Lignodesia. 
1  J  aus  dem  Zwittatale  zwischen  Adamstal  und  Blansko    an 

einer  düsteren  Stelle  im  Grase. 
Der  Hauptast  der  ersten  Längsader  ist  an  der  Spitzenhälfte 
beborstet  und  mündet  weit  hinter  der  kleinen  Querader  in  den 
Flügelvorderrand.  Die  Flügel  sind,  wie  Schiner  1.  c.  anführt, 
breiter  als  die  aller  anderen  in  meiner  Sammlung  allerdings 
nur  spärlich  vertretenen  Phaeomyiaarten. 


142 

Blepharoptera  iners  Mg.  —  Sckin.  II.,  p.  28  unter  den  europäischen 
Arten  angeführt. 
1  9  aus  der  Au  bei  Czernowitz.  25.  IX.  Det.  Thalhammer. 
Blepharoptera  eaesia  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  30  unter  Leria  angeführt. 
Hobitschau,  auf  den  Fenstern    von  Aborten    des  Schulhauses. 
Lag  zur  Revision  Herrn  Professor  Thalhammer  vor. 
Eccoptomera  pattescens  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  32  unter  den  deutschen 
Arten  von  Leria. 
Hobitschau.   1.  IV.  —  Obratal.  20.  V.  An  buschigen,  feuchten 
Stellen.  Det.  Thalhammer. 
Helomyxa  olens  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  27. 

An  Wassergräben  im  Grase.  —  Obratal.  2G.  V.  —  Tracht.  8.  VI. 

—  Gersdorf.  19.  VII.  —  Det.  Thalhammer. 

Helomgxa  nemorum  Mg.  —  Schin.  II.,  p.  28  unter  den  deutschen 
Arten  (Berlin)  angeführt. 
Mohratal  bei  Gersdorf,  auf  Blättern  von  Wasserpflanzen.  7.  VIII. 

—  Det.  Thalhammer. 

Helomyza  pili  mana  Lw.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Vergl.  Ozerny,  W. 
E.  Z.  1904,  p.  199.  (Tabelle.) 
Au  bei  Czernowitz.  4.  VI.  —  Det.  Thalhammer. 
Amaurosoma  flavipes  Fll.  —  Schin.  II.,  p.  11  bei  Cleigastra  ange- 
führt. —  Vergl.  Becker,  B.  E.  Z.  1894,  p.  77.  (Tabelle.) 
Auf  sumpfigen  Wiesen  bei  Tracht  sehr  häufig.  12.  V.  und  4.  VIII. 
Det.  Thalhammer. 
Amaurosoma  tibiclla  Zett.  —  Schin.  II.,  p.  12  als  Cleigastra,  unter 
den  deutschen  Arten.  (Mecklenburg.) 
Mit  der  vorigen  Art;    ebenso  häufig.    Auch    aus    der  Au    bei 
Czernowitz.  —  Lag  Herrn  Prof.  Thalhammer  zur  Revision  vor. 
Norellia  lüurata  Mg.  Schin.  II.,  p.  7. 

1  <$  aus  der  Au  bei  Czernowitz.  12.  V. 
Norellia  armipes  Mg.  —  Schin.  IL,  p.  6. 
1   cf  aus  der  Au  bei  Tracht.  3.  VI. 
Cordylura  umbrosa  Lw.  —  Fehlt  in  Schiner. 

Tracht.  10.  V. 
Atherigona   caria  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  669. 

1    J1  aus  der  Trachter  Au,  im  Grase.  20.  VI. 
Schiner  sagt  1.  c:  Die  Fliege  erscheint  im  Frühiinge  oft  in  Menge. 
Ich  traf  sie  heuer  zum  ersten  Male  nur  in  einem  Stücke  und  suchte 
die  ganze  Wiese  vergeblich  nach  einem  zweiten  Exemplare  ab. 


Lispa  melaleuca  Lw.  —  Schin.  L,  p.  661. 

1  männliches  Stück  aus  den  Trachter  Auen,  an  Wassergräben. 
V.  VII. 
Calliophris  riparia  Fall.  —  Schin.  I.,  p.  658  als  Myopina. 

1  J1.  Auf  dem  Uferschlamm  des  Teiches  bei  CzeroAvitz.  10.  X. 
Myopina  reflexa  Rob.-Desv.  —  Schin.  I.,  p.  658. 

1  c?  Ebenda.  10.  X. 
Caricea  alma  Mg.  —  Schin.  L,  p.  663  bei  Coenosia. 

1  J1  aus  Hobitschau.    Im  Grase  an  einem  Waldrande.  9.  IV. 
Die  Queradern  sind  gesäumt,  die  Fühler  an  der  Basis  lichter, 
der  Hinterleib  an  den  vorderen  Ringen  etwas  gelb.  Bestimmt 
nach  der  Tabelle  von  Stein,  W.  E.  Z.  1908,  p.  1. 
Coenosia.  tigrina  Fb.  —  Schin.  I.,  p.  663. 
1  J1  aus  der  Au  bei  Tracht.  12.  IX. 
Coenosia  atra  Mg.  —  Schin.  L,  p.  667  unter  den  deutschen  Arten. 

4.  VI.  Billowitz.  —  Det.  Thalhammer. 
Sylemyia  brunnescens  Zett.    —   Fehlt   in    Schiner.    —    Vergleiche 
Stein,  E.  N.  1890,  p.  297. 
Thorax  auf  der  vorderen  Hälfte  schwarzbraun,  auf  der  hinteren 
gelbbräunlich.  —  Czernowitz.  4.    VI.  —  Gersdorf   25.  VII. 
Auf  Blättern.  Lag  Herrn  Prof.  Thalhammer  zur  Revision  vor. 
HyUmyia  festira  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  627. 

1  J1.  Tracht.  6.  VI.  Ich  fing  das  Tier  von  einem  Baumstamm 
weg.  Die  Fliege  ist  der  H.  hilaris  ähnlich,  doch  ist  sie 
bedeutend  größer,  die  schwarze  Thoraxstrieme  ist  gleich  breit, 
die  Hinterleibsbinden  stehen  gerade  über  den  Einschnitten 
und  die  Fühlerborste  ist  dicht,  aber  sehr  kurz  behaart. 

Hydropkoria  anthomyiea  Rond.  —  Fehlt  in  Schiner. 

Trachter  Auen,  auf  Gebüsch.  —  Det.  Thalhammer. 
Phorbia  cilicrura  Rond.  —  Fehlt  in  Schiner. 

Mohratal  bei  Gersdorf,  auf  Blättern.  25.  V.  Det.  Thalhammer. 
ChortophUa  varicolor  Mg.  — 

13.  IV.  Ich  fange  diese  Art  schon  durch  mehrere  Jahre  hin- 
durch im  ersten  Frühlinge  in  den  Sandgruben  bei  Czernowitz 
auf  dürrem  Grase.  —  Det.  Thalhammer. 
Pegomyia  longimana  Pok.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Vergl.  W.  E.  Z., 
XXV,  p.  53.     ■ 
Gersdorf  (Mohratal),  auf  Gebüsch.  29.  VIII.  —  Det.  Thalhammer. 


144 

»Homalomyia  serena  Fll.  —  Fehlt  in  Schiner.  —  Bestimmt  nach  der 
Tabelle  von  Stein,  B.  E.  Z.  1895,  p.  1. 
1  J  aus  dem  Beczwatale  bei  Rožnau.  8.  VIII. 
Homalomyia  manieata  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  655. 

1  J  aus  dem  Obratale.  24.  IV. 
Homalomyia  sociella  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  655. 

Obratal.  19.  VI.  —  Czernowitz.  12.  VI. 
Choristomma  PoJcornyi  Stein  —.In  Schiner  nicht  enthalten.  Nach 
Stein,  B.  E.  Z.  1895,  p.  1  gehört  Choristomma  zu  der 
Anthomyidengruppe  Homalomyia.  Die  Fühlerborste  ist  deut-. 
lieh  gefiedert,  die  Augen  des  Männchens  auf  der  Stirne  breit 
getrennt;  beide  Geschlechter  haben  Orbitaborsten  und  einen 
deutlichen  Flügelranddorn. 

2  Exemplare  aus  der  Au  bei  Czernowitz.  4.  und  5.  VI.    Det. 
Thalhammer. 

Hydrotea  irritons  Fil.  —  Schin.  I.,  p.  617. 

Abhang  des  Jawornik  unweit  Frankstadt.  11.  VIII.  Auf  Gebüsch. 
Metatarsus  der  Mittelbeine  bürstenartig  behaart. 
Hydrotea  palaestrica  Mg.  —  Fehlt  in  Schiner. 

23.  V.  Billowitz.  —  27.  VIII.  Gersdorf. 
Spilogaster  demigrans  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  610.  (Sp.  depuneta  Fll. 
W.  E.  Z.  1901,  p.  38.) 
Aus    der  Au   bei    Raigern.  —  Lag   Herrn  Prof.  Thalhammer 
zur  Revision  vor. 
Spilogaster  simplex  Wied.  — ■  Fehlt  in  Schiner. 

Obratal.  30.  V.  Auf  Gebüsch.  —  Lag  Herrn  Prof.  Thalhammer 
zur  Revision  vor. 
Spilogaster  separata  Zett.  —  Schin.  I.,  p.  611, 

Brunn,  Augarten.  —  Obratal.    30.  V.    Auf  Gebüsch.  —  Det. 
Thalhammer. 
Spilogaster  nebnlosa  Stein.    —    Fehlt   in  Schiner.  —  Vergl.  Stein, 
W.  E.  Z.  1893,  p.  209. 
Aus  dem  Mohratale  bei  Gersdorf,  auf  Gebüsch.  19.  VII.  Lag 
Herrn  Prof.  Thalhammer  zur  Revision  vor. 
Spilogaster  notáta  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  608. 

Aus    Tracht.    Auf  Blättern.    12.    IX.    —    Schiner    sagt  1.  c: 
„Sehr    gemein  .  .  .".    Ich   habe    sie  nur  vereinzelt  gefangen. 
Spilogaster  fuscata  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  609. 

Vom  Ostabhange  des  Smrk,  auf  Fichten.  17.  VIII. 


145 

P/torocera  pumicata  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  -488. 

1  c?  aus  der  Steinmühle  bei  Brunn.  20.  V.  —  Mein  Stück  hat 
deutlich  rotbraune  Schienen. 
Buponchelia  segrcgata  Rond.  —  Schin.  I.,  p.  491   als  Phorocera  an- 
geführt. Vergl.  B.  B.,  Verh.    d.  z.  b.   G.  1893,  p.  481;    W. 
E.  Z.  1892,  p.  117  und  1895,  p.  247. 
Beide    Geschlechter   aus    den    Trachter  Auen.     Auf   Blättern. 
10.  V.  und  6.  VIII. 
Sisyropa  excisa  Fil.  —  Schin.  I.,  p.  462  unter  Exorista. 

Steinmühle.    16.    V.  —  Czernowitz.    29.    VI.  —   Tracht,    Auf 
Blättern.    Lag  Herrn  Prof.  Thalhammer    zur  Revision    vor. 
Eutachina  grandis  Egg.  Schin.  I.,  p.  495  bei  Baumhaueria  angeführt. 
—  Vergl.  B.  B.,  Verh.  d.  z.  b.  G.  1893,  p.  483. 
Aus    dem  Morbeser  Wäldchen,    auf  Blättern.  21.    V.  —  Det. 
Thalhammer. 
Thelymorpha  vertiginosa,  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  495  bei  Baumhaueria . 
Tracht.  10.  V.  —  Ich  fing   diese  Art  auch  bei  Medlanko  auf 
jungen  Eichen  in  großer  Menge.  17.  V. 
Admontia  blanda  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  534  unter  Begeeria. 

Mohratal  bei  Gersdorf,  auf  Gebüsch.  25.  VII.  —  Vordertarsen 
des  Weibchens  breit  gedrückt.  —  Lag  zur  Revision  Herrn 
Prof.  Thalhammer  vor. 
Chaetolyga  amoena  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  453  bei  nemorea  aufgezählt, 

17.  und  19.  V.  auf  Gebüsch  bei  Medlanko. 
Myiobia  inanis  Ell.  —  Schin.  I,  p.  515. 

1  9  aus  Hobitschau.  Auf  Blüten  von  Heracleum. 
Myiobia  pacifica  Mg.  —  Schin.  L,  p.  515. 

1  9  von  demselben  Standort  wie  die  vorige  Art.  6.  VII.  Der 
Hinterleib  ist  ganz  grau,  die  Taster  sind  an  der  Spitze  nicht 
gebräunt. 
Phorichaeta  cunctans  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  540  bei  Scopolia  angeführt, 

15.  V.  Kozihora  bei  Brunn,  auf  Lärchen. 
Tryptocera  latifrons  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  519. 

Aus  der  Au  bei  Czernowitz.    Auf  Blättern.  9.  und  12.  V.  — 
Kozihora  bei  Brunn.  15.  V. 
Hypostena  procera  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  537. 

1  <3  aus  Hobitschau.  Auf  Blättern.  6.  VII. 
Syntomogaster  delicata   Mg.  —  Schin.  I.,    p.  409    als   nicht    öster- 
reichische Art  angeführt, 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  1.  10 


146 

17.  und  20.  V.  Auf  Gebüsch.  Steinmühle  bei  Brunn.  —  Det. 
Thalhammer. 
Syntomogaster  exigua  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  409  unter  den  europäischen 
Arten. 
Steinmühle.  20.  V.    —   Hadyberg.  24.    V.    Im  Grase.  -  -  Det. 
Thalhammer. 
Phorantlw  (Byalomyia)  supcoleopfrata    L.  Schin.  I.,   p.    404    unter 
Alophora. 
4.  V.  auf  blühendem  Rhamnusgebüsch.  Steinmühle  bei  Brunn. 
—  Det  Thalhammer. 
Stevcnia  maculata  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  544  als  Plesinä. 

Ich  fing  zahlreiche  Stücke  auf  Baumstämmen  in  einem  Wäldchen 

bei  Hobitschau.  VII.— VIII. 
Die   Tiere   fliegen    nur    selten   vom  Stamme    ab,    laufen  aber, 
sobald  ihnen  Gefahr  droht,  geschickt   auf  der  Rinde  dahin 
und  suchen  sich  in  Spalten  zu  verbergen.  Ihre  Flügelfärbung 
ist  für  sie  eine  gute  Schutzfarbe,    doch    verraten    die  Tiere 
ihre  Anwesenheit  durch  ein  Vibrieren  mit  den  Flügeln,  wie 
viele   Ortaliddt. 
Syllegoptera  oegpterata  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  669.  Schiner  zählt  diese 
Art  zu  den  Anthomginac.  —  Vergl.  B.  B.  Verh.  d.  z.  b.  G. 
1893,  p.  462. 
Aus  dem  Wäldchen  bei  Morbes,  auf  Gebüsch.  12.  VI.  —  Lag 
zur  Revision  Herrn  Prof.  Thalhammer  vor. 
Clista  lepida  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  549  bei  Phito. 

Trachter  Auen,  auf  Gebüsch.  —  Det.  Thalhammer. 
Sarcopltaga  nigriventris  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  572. 

2  Je?  aus  Hobitschau,  auf  Blüten.  6.  VII. 
Rhinomorinia  sarcophogina  Schin.  —  Schin,  I.,  p.  552,  bei  Moři  nia 
angeführt.  —  Nach  B.  B.,  Verh.  d.  z.  b.  G.  1893,  p.  55  zu 
Sectio  Sarcophaga  gehörig. 
Miltogramma  oestracca  Fll.  —  Schin.  I.,  p.  506. 

Bilowitz,  Kanitzer  Berg    (Weg  gegen  Ochos)  auf  Gebüsch.  — 
Det.  Thalhammer. 
Sphixapatapunctata^lg.  —  Schin.  I.,  p.  507  bei  Miltogramma  aufgezählt. 

Trachter  Auen,  auf  Gebüsch.  5.   VI.  —  Det.  Thalhammer. 
Prosena  siberita  Fb.  —  Schin.  I.,  p.  558. 

An  Waldrändern    bei  Rožnau    auf   Baumstämmen    in    großer 
Menge  und  in  beiden  Geschlechtern.  7.  VIII. 


147 

Dexia  can'uia  Fb.  —  Schin.  L,  p.  560. 

Beczwatal,  auf  Dolden  von  Herachum.  8.  VIII. 

Zeuxia  tessellata  Egg.  —  Schin.  I.,  p.  565. 

An  derselben  Stelle  wie  die  vorige  Art,  doch  häufiger.  Beide 
Geschlechter.  8.  VIII. 

Mesembrina  meridiana  L.  —  Schin.  I.,  p.  583. 

1  cJ  aus  dem  Lomnabachtal.  (Aufstieg  auf  den  Radhost  von 
Frankstadt  aus.)  Ich  fing  das  Tier  auf  einer  Waldstraße 
von  einem  Stamme  weg.  Schiner  sagt  1.  c.  auf  Dünger 
gemein.  Ich  habe  diese  Fliege  heuer  zum  erstenmale  und 
nur  in  einem  Stücke  gefunden. 

Pyrellia  nitida  Mg.  —  Schin.  I.,  p.  592.  Unter  den  deutschen  Arten 
Vom  Abhänge  des  Jawornik  (bei  Frankstadt).  Auf  Blättern. 
11.  VIII.  —  Das  Tier  ist  kleiner  als  die  anderen  Pyrellia- 
arten;  Hucken  schild  und  Schildchen  stahlblau,  Hinterleib 
grün.  Das  vordere  Schüppchen  ist  klein  und  weiß,  daß 
hintere  ist  größer,  schwarzgrau  und  gelb  gerandet. 

Cephenomyia  stimulator  Clark.  —  Schin.  I.,  p.  395. 

Vom  Kamm  des  Pollauer  Berges.  Die  Fliegen  umschwirrten 
im  schnellen  Fluge  in  der  brennenden  Sonnenhitze  (zwischen 
11 — 1  Uhr  mittags)  in  Menge  das  auf  der  höchsten  Spitze 
des  Berges  stehende  Holzkreuz,  waren  aber  sehr  schwer  zu 
fangen,  da  sie  sich  nur  höchst  selten  zu  kurzer  Rast  nieder- 
ließen. Es  glückte  mir  auch  kopulierte  Pärchen  zu  fangen. 
5.  VI.  2  Je?-  —  5.  VII.  16  Exemplare  (J  und  $). 

Hippoboscidae. 

Stenopterix  hirundinis  L.  —  Schin.  L,  p.  648. 

Tracht.  VIII.  Aus  einem  von  Sperlingen  bewohnten  Schwalben- 
neste. 


ZEITSCHRIFT 


DES 


MÄHRISCHEN  LANDESMUSEUMS 


HERAUSGEGEBEN  VON  DER 


MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSCHAFT 


REDAKTION 

PROF.  A.  RZEHAK 
MEISEN  SCHULILA  13  E.  SOFF 

X.  BAND 

ZWEITES    HEFT 


BRUNN 

DRUCK  VON  RUDOLF  M. ROHRER 
1910. 


MAí  Z  7 1958 


Inhaltsverzeichnis. 


8eite 
Rzehak  A.,  Der  Brünner  Clymenienkalk.  (Mit  3  Tafeln) 149 

Laus  Heinrieb,    Die  naturwissenschaftliche  Literatur   über  Mähren   und 

Österr.-Schlesien  von  1901  (1903,  1905)  bis  1910  nebst  Nachträgen    223 

Matouschek  Franz,  Bryologische  Miszellen  aus  Mähren 272 


Zur  Beachtung! 

Da  die  „Mährische  Museuinsgesellschaft"  die  Rechtsnachfolgerin 
ist  sowohl  der  ehemaligen  „K.  k.  mähr.-schles.  Gesellschaft  zur  Be- 
förderung des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landeskunde"  als  auch 
der  späteren  „K.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft"  und  der 
„Museumssektion  der  k.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft",  so 
sind  alle  Sendungen  von  Büchern  und  Zeitschriften  nur  an  die 

„Mährische  Museumsgesellschaft 
(LandesbiMiothek) 

zu  adressieren.  Hingegen  sind  die  für  die  ehemalige  „Historisch- 
statistische Sektion"  der  k.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft  be- 
stimmten Sendungen  an  den  „Deutschen  Verein  für  die  Geschichte 
Mährens  und  Schlesiens"  zu  richten. 

Für  das  Kuratoriuni: 

Prof.  A.  Rzehak, 

Vize-Präsident. 


ZEITSCHRIFT 


DES 


MÄHRISCHEN  LANDESMUSEUMS 


HERAUSGEGEBEN  VON  DER 


MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSCHAFT 


REDAKTION: 


PROF.  A.  RZEHAK 
K.  SCHIRMEISEN        SCHULRAT  E.  SOFFÉ 


X.  BAND 

1.  UND  2.  HEFT 


BRUNN 

VERLAG  DER  MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSCHAFT, 

DRUCK   VON  RUDOLF  M. ROHRER 

1910. 


Inhaltsverzeichnis. 


Seite 

Sitzungsberichte 1 

Schräm   Wilhelm,    Dr.,    Die  Porträt-Lithographien    der    mähr.   Landes- 

Bibliothek 15 

Tuppy  Johann,  Über  einige  Reste  der  Iserschichten  im  Osten  des  Schön- 
hengstzuges       52 

Czižek  Karl,  Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens.  (III.  Nachtrag)  ...  87 

Zdobnitzky  W.,  Beitrag  zur  Ameisenfauna  Mährens 113 

Landrock  Karl,  Neuer  Beitrag  zu  einer  Dipterenfauna  Mährens  ....  126 

Rzehak  A.,  Der  Brünner  Clymenienkalk.  (Mit  3  Tafeln) 149 

Laus  Heinrich,    Die  naturwissenschaftliche  Literatur  über   Mähren  und 

Österr.-Schlesien  von  1901  (1903,  1905)  bis  1910  nebst  Nachträgen  223 

Matouschek  Franz,  Bryologische  Miszellen  aus  Mähren 272 


Der  Brünner  Clymenienkalk. 

(Mit  3  Tafeln.) 


Von  Prof.  A.  Rzehak. 


I.  Einleitung. 

Das  Brünner  Devon  ist  bis  zum  heutigen  Tage  noch  immer 
sehr  unvollständig  bekannt.  Wir  wissen  zwar  seit  langer  Zeit,  daß 
dasselbe  Ablagerungen  umfaßt,  die  man  teils  mit  einer  gewissen 
Sicherheit,  teils  bloß  mit  Wahrscheinlichkeit  dem  Unterdevon  zu- 
weisen kann;  wir  wissen  ferner,  daß  die  Hauptmasse  unseres  ver- 
karsteten Devonkalkgebirges  dem  Mitteldevon  angehört  und  daß 
in  diesem  Kalkgebirge  auch  das  Oberdevon  vertreten  ist.  Eine 
feinere  Gliederung,  wie  sie  in  den  meisten  europäischen  Devon- 
gebieten bereits  durchgeführt  ist,  war  in  unserem  Devon  bisher 
hauptsächlich  deshalb  nicht  möglich,  weil  gut  erhaltene  Fossilien, 
die  zu  einer  solchen  Gliederung  brauchbar  sind,  fast  gänzlich  fehlen. 

AVenn  Reichenbachs  „Lathon"  und  die  roten  Quarzkonglo- 
merate, Arkosen  und  tonigen  Sandsteine  der  Umgebung  von  Brunn 
(Roter  Berg,  Gelber  Berg,  Babylom)  wirklich  dem  Unterdevon  an- 
gehören, dann  müssen  wir  schon  mit  Rücksicht  auf  die  durchaus 
abweichende  Fazies  des  Mitteldevons  eine  Lücke  in  den  Ablage- 
rungen annehmen;  ein  Übergang  der  vorwiegend  kieseligen  Sedimente 
des  Unterdevons  in  die  meist  rein  kalkigen  Ablagerungen  des 
Mitteldevons  ist  bisher  nicht  einmal  aus  den  Gebiete  zwischen 
Petrowitz  und  Sloup,  wo  derartige  Übergangsbildungen  zwischen 
dem   bisher    als  unterdevonisch1)  aufgefaßten  Schieferton  und  den 

*)  Es  ist  meiner  Ansicht  nach  durchaus  nicht  ausgeschlossen,  daß  das 
sogenannte  „Unterdevon"  der  Umgebung'  von  Brunn  nebst  dem  „Lathon" 
Reichenbachs  eine  Binnenseeablagerung  und  wirklich  die  „Old  Red-Fazies" 
des  Unterdevons  repräsentiert,  während  der  marine  Tonschiefer  von  Petrowitz 
schon  dem  Mit  tel  de  von  angehört. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  2.  11 


150 

tonigen  Kalkbänken  des  Mitteldevons  am  ehesten  gefunden  werden 
könnten  —  bekannt  geworden.  Es  ist  auch  kein  einziges  Fossil 
bekannt,  welches  mit  einiger  Sicherheit  auf  die  Vertretung  des 
unteren  Mitteldevons  (die  Calceola- Stufe)  hinweisen  würde;  viel- 
mehr deuten  die  schon  in  den  anscheinend  tiefsten  Partien  unseres 
Devonkalkes  auftretenden  Stringocephalenschichten  darauf  hin,  daß 
bei  uns  bloß  der  jüngere  Teil  des  Mitteldevons  entwickelt  ist.  Im 
„Stringocephalenkalku  x)  tritt  ähnlich  wie  im  polnischen  Mittel- 
gebirge auch  die  lange  verkannte  Amphipora  (in  zwei  Arten) 
auf,  die  stellenweise  so  dominiert,  daß  ganze  Bänke  von  „Amphi- 
porenkalk"  entstehen;  diese  Amphiporenkalke  gehen  ohne  Zweifel 
bis  an  die  Oberkante  des  Mitteldevons  und  vielleicht  noch  darüber 
hinaus,  denn  sie  finden  sich  an  vielen  hypsometrisch  und  strati- 
graphisch  hochgelegenen  Punkten.  Korallen  treten  sowohl  in  den 
Stringocephalen-  als  auch  in  den  Amphiporenkalken  auf.  Hie 
und  da  finden  sich  auch  vereinzelte  Brachiopoden  (z.  B.  Ortho- 
thetes  umbraculum,  Atrypa  reticularis  u.  a.)  und  Gastropoden 
Murcliisonia  f.  ind.),  ohne  daß  es  möglich  wäre,  diese  Vor- 
kommnisse zu  einer  schärferen  Horizontierung  heranzuziehen.  Erst 
in  einem  sehr  hohen  Niveau  häufen  sich  am  westlichen  Abfalle 
des  Haidenbergplateaus  (Hadyberg)2)  die  Brachiopoden  so,  daß  man 
geradezu  von  Brachiopodenk  alken  sprechen  kann.  Plattige, 
etwas  tonige,  feinkörnige  Kalksteine,  die  auf  einzelnen  Schicht- 
flächen mit  zerbrochenen  Brachiopodenschalen  förmlich  übersät 
sind,  waren  mir  schon  von  früher  her  bekannt.  Sie  enthalten  neben 
einem  feingerrippten  Spiriferiden,  der  dem  Spirifer  Verneuili 
Murch.    sehr   nahe    steht    oder   mit    demselben  identisch  ist,    auch 

x)  Id  einer  unweit  der  „Schweizerhütte"  im  Josefstale,  also  auch  in  einer 
nur  geringen  Entfernung  von  der  (anscheinend  tektonischen)  Granitgrenze  an- 
stehenden Kalksteinbank  sind  die  Schalen  zum  Teil  ausgewittert,  so  daß  über 
die  Richtigkeit  der  generischen  Bestimmung  kein  Zweifel  herrschen  kann. 
E.  Sueß  hat  in  seinem  Werke:  „Die  Entstehung  der  Alpen"  (S.  70)  die  großen 
Schalenquerschnitte,  die  in  unserem  Devonkalk  vielfach  zu  beobachten  sind, 
auf  Meg anter is  Archiaci  Vern.  zurückgeführt,  welche  Form  jedoch  für  das 
Unterdevon  bezeichnend  ist,  wenn  sie  auch  in  Nordspanien  (Kalkstein  von 
Arnao  in  Astuiien)  möglicherweise  bis  in  die  unterste  Abteilung  des  Mittel- 
devons hinaufreicht. 

2)  Ich  habe  schon  wiederholt  darauf  hingewiesen,  daß  der  Name  „Hady"- 
berg  nur  eine  sla visierte  Form  der  deutschen,  auf  alten  Katastralmappen  noch 
vorkommenden  Bezeichnung  „Haiden"-Berg  darstellt.  Trotzdem  wird  auch 
in  deutschen  Schriften  immer  noch  der  Name  „Hadyberg"  angewendet. 


151 

vereinzelte  Schalen  von  Posidonia  venusta  Münster,  gehören 
also  ohne  Zweifel  bereits  dem  Oberdevon  an.  In  sehr  ähnlichen 
Kalksteinen,  die  jedoch  viel  ärmer  an  Brachiopoden  sind,  fand  in 
jüngster  Zeit  mein  Assistent,  Herr  Dr.  J.  Oppenheimer,  ne- 
ben Posidonia  venusta  auch  zahlreiche  Schalen  von  Richterina, 
darunter  anscheinend  auch  B.  nioracica  m.,  wodurch  bereits  eine 
gewisse  Annäherung  dieser  plattigen,  grauen  Kalke  an  den  unge- 
schichteten, schwarzen  Clymenienkalk  gegeben  ist,  da  die  beiden 
letztgenannten  Fossilien  von  mir  bereits  im  Jahre  1881  aus  dem 
Clymenienkalk  des  Haidenberges  namhaft  gemacht1)  worden  sind. 
Herr  Dr.  Oppenheimer  entdeckte  außerdem  noch  Brachiopoden- 
kalke,  die  sich  von  den  früher  erwähnten  beträchtlich  unterscheiden 
und  in  faunistischer  Beziehung  hauptsächlich  durch  zahlreiche 
Productella-Schalen  charakterisiert  sind. 

Alle  diese  Ablagerungen,  über  welche  Herr  Dr.  Oppen- 
heimer noch  näher  berichten  wird,  repräsentieren  ohne  Zweifel 
die  Unterstufe  des  Oberdevons.  Daß  bei  uns  auch  das  höhere 
Oberdevon  nicht  fehlt,  ist  durch  den  schon  im  Jahre  1854  be- 
kannt gewordenen  Fund  von  Cfymenia  laevigata  Mstr.  bewiesen 
worden.  Durch  diesen  Fund  wurde  der  bis  dahin  für  Kohlenkalk 
gehaltene  Kalkstein  des  Haidenberges  mit  voller  Sicherheit  als 
devonisch  erkannt;  leider  ist  über  die  Fundstelle  nichts  Näheres 
bekannt,  ebenso  ist  das  wertvolle  Fundstück  selbst  verschollen;  in 
dem  Berichte  des  „Werner -Vereines"  für  1854  heißt  es  zwar  (auf 
S.  37),  daß  Graf  Egbert  Belcredi  das  von  „Herrn  Süss"  (gemeint 
ist  E.  Suess)  bestimmte  Fossil  dem  Franzensmuseum  gespendet  hat, 
aufzufinden  ist  dasselbe  aber  nicht. 

Fast  drei  Jahrzehnte  hindurch  blieb  dieser  Clymenienfund  ganz 
vereinzelt;  erst  wieder  im  Jahre  1881  stieß  man  bei  den  fort- 
schreitenden Kalkgewinnungsarbeiten  auf  dem  nördlich  vom  eigent- 
lichen Haidenberg  sich  ausdehnenden,  größtenteils  bewaldeten  Plateau 
auf  eine  durch  reichliche  Einschlüsse  von  Clymenien  ausgezeichnete 
Kalksteinbank,  über  deren  Fauna  ich  in  den  „Verhandlungen  der 
k.  k.  geol.  Keichsanstalt",  1881,  S.  314  f.,  einen  kurzen  Bericht 
erstattet  habe. 

Die  Situation  der  Fundstätte  ist  recht  merkwürdig.  Es  war 
dies  eine  kleine,  ziemlich  seichte  Kalksteingrube  an  der  Kiriteiner 


l)    Posidonia    venusta    Mstr.    unter    dem    Synonym    Aricula   obrotundata 
Sandb.  und  Richterina  moratnca  m.  unter  der  Gcattungsbezeicknung  Cyfherina. 

11* 


152 

Straße,  in  der  Nähe  des  mit  102  bezeichneten  Kilometersteines 
nördlich  von  der  Höhenkote  447  der  Generalstabskarte  (1 :  75.000). 
Da  die  Grube  westlich  von  der  Straße  lag,  so  ergibt  sich,  daß 
hier  das  Oberdevon  an  einer  Stelle  liegt,  an  welcher  man  den 
allgemeinen  Lagerungsverhältnissen  nach  gerade  die  ältesten 
Partien  unseres  Devonkalkes  suchen  würde;  man  trifft  nämlich 
von  hier  aus  sowohl  nach  Norden  (gegen  den  bis  471  m  ansteigen- 
den Kanitzer  Berg  zu)  wie  nach  Westen  (auf  dem  Gebirge  gegen 
das  Zwittatal)  sehr  bald  auf  jene  eigentümlichen,  vorwiegend  rot 
gefärbten  Konglomerate  und  Sandsteine,  die  wir  als  Unterdevon 
zu  betrachten  pflegen,  während  für  die  mächtigen  Riffkalke  des 
Mitteldevons  gar  kein  Raum  vorhanden  ist.  Offenbar  ist  hier  das 
Mittel-  und  Oberdevon  zum  größten  Teile  an  Brüchen  (der  „Mo- 
krauer  Verwerfung"  von  F.  E.  Suess)  versenkt  und  die  lokale  Er- 
haltung der  höheren  Partien  des  im  nördlich  angrenzenden  Gebiete 
(Kanitzer  Berg)  gänzlich  abgetragenen  Devonkalkes  ebenfalls  auf 
diese  Versenkung  zurückzuführen.  Wie  ich  schon  in  dem  oben 
zitierten  Berichte  bemerkt  habe,  handelt  es  sich  hier  um  ein  Ge- 
stein, welches  man  „im  wahrsten  Sinne  als  Olymenienkalk 
bezeichnen  kann".  Es  ist  ein  schwarzer,  dichter,  sehr  bitumen- 
reicher Kalkstein,  der  von  einzelnen  weißen  Kalzitadern  durch- 
zogen und  mit  verschiedenen  Fossilien,  insbesondere  Clymenien, 
reichlich  durchsetzt  ist  (vgl.  die  Abbildung  Fig.  1  auf  Taf.  I). 
Auch  der  Erhaltungszustand  der  Fossilien  ist  ein  solcher,  daß 
man  den  Brünner  Olymenienkalk  gewiß  zu  den  schönsten  Vor- 
kommnissen dieser  Art  zählen  kann.  Trotzdem  dieser  Olymenien- 
kalk nicht  bloß  in  meiner  früher  zitierten  Notiz,  sondern  auch  in 
den  Erläuterungen  zur  geologischen  Karte  der  Umgebung  von 
Brunn  von  Makowsky  und  Rzehak  (Verhandl.  des  naturf.  Ver. 
in  Brunn  XXII,  1883,  S.  187)  beschrieben  erscheint,  blieb  er  merk- 
würdigerweise fast  gänzlich  unbeachtet.  In  F.  Frechs  schöner 
Studie  über  „Die  paläozoischen  Bildungen  von  Cabrières"  (Zeitschr. 
d.  deutschen  geol.  Ges.  Berlin,  1887,  XXXIX)  wird  eine  Über- 
sicht über  die  Verbreitung  des  oberen  Oberdevons  gegeben,  des 
Brünner  Clymenienkalkes  jedoch  nicht  gedacht,  obzwar  dieser 
schon  durch  seine  geographische  Position  zwischen  den  altbekannten 
Vorkommnissen  der  Grafschaft  Glatz  und  jenen  der  nördlichen 
Steiermark  eine  gewisse  Beachtung  verdient.  Auch  in  Frechs 
Abhandlung:  „Über  devonische  Ammoneen"  (Beiträge  zur  Paläont. 


153 

und  Geol.  Österr.-Ungarns  und  des  Orients,  1902,  XIV)  sowie  in 
der  „Lethaea  palaeorvoiea"  wird  man  irgend  eine  Angabe  über 
den  Brünner  Clymenienkalk  vergeblich  suchen.  In  F.  Toulas 
„Lehrbuch  der  Geologie"  (2.  Aufl.,  Wien  1906,  S.  263 f.)  wird 
bemerkt,  daß  bei  Brunn  die  unterdevonischen  Tonschiefer  und 
Sandsteine  von  „höhlenreichen  Kalksteinen  des  mittleren  (Eifeler 
Kalk)  und  obersten  Devonkalks  (Kramenzel)"  überlagert  werden, 
der  Clymenienkalke  wird  jedoch  keine  Erwähnung  getan.  In 
E.  Kaysers  ausgezeichneter  „Formationskunde"  (3.  Aufl.  1908) 
wird  vom  mährischen  Devon  überhaupt  nur  der  „Stringocephalen- 
kalk"  vom  Rittberg  bei  Olmütz  genannt. 

Allerdings  waren  die  bisherigen  Angaben  über  unseren  Clyme- 
nienkalk ziemlich  dürftig.  Es  wurde  leider  versäumt,  die  Fundstätte 
unmittelbar  nach  der  Entdeckung  auszubeuten;  später  waren  Auf- 
sammlungen durch  Verschüttung  der  Grube  nicht  mehr  möglich. 
Die  letztere  überzog  sich  binnen  wenigen  Jahren  mit  einer  ziem- 
lich üppigen  Pflanzendecke,  so  daß  man  heute  an  der  ursprüng- 
lichen Fundstätte,  trotzdem  sie  seinerzeit  auf  der  Generalstabs- 
karte (1  :  25.000)  genau  verzeichnet  wurde,  nicht  einmal  einzelne 
Rollstücke  des  Clymenienkalkes  sammeln  kann. 

Meine  durch  mehrere  Jahre  hindurch  fortgesetzten  Bemühungen, 
die  an  der  ursprünglichen  Lagerstätte  allerdings  bloß  etwa  0*5  m 
mächtige  Bank  von  Clymenienkalk  an  anderen  Stellen  des  Haiden- 
bergplateaus  aufzufinden,  waren  bis  jetzt  erfolglos;  immerhin 
konnte  ich  jedoch  hierbei  eine  Reihe  von  Beobachtungen  machen, 
die  für  die  Kenntnis  unseres  Devons,  und  zwar  insbesondere  des 
bisher  so  wenig  bekannten  Oberdevons,  nicht  ganz  bedeutungslos  sind. 

Selbstverständlich  wurde  zunächst  die  Umgebung  der  Fund- 
stätte vom  Jahre  1881  gut  abgesucht.  Hier  muß  der  Clymenienkalk 
zutage  getreten  sein,  denn  einzelne  Stücke  des  Gesteins,  die  in 
der  Sammlung  der  deutschen  technischen  Hochschule  aufbewahrt 
werden,  lassen  deutlich  die  Wirkung  der  Verwitterung  erkennen; 
es  ist  meiner  Ansicht  nach  sehr  wahrscheinlich,  daß  hier  der 
Clymenienkalk  schon  viele  Jahrzehnte  früher  durch  den  Stein- 
bruchbetrieb bloßgelegt  wurde  und  daß  die  Funde  vom  Jahre  1854 
ebenfalls  von  dieser  Stelle  stammen. 

Desgleichen  stammt  ein  in  der  Sammlung  des  geologischen 
Instituts  der  k.  k.  Universität  in  Wien  aufbewahrtes  Stück  Cly- 
menienkalk   meiner  Ansicht  nach    von  dieser  Fundstätte,   trotzdem 


154 

der  Ort  Ubetz  bei  Ochos  als  Fundort  angegeben  ist.  Das  frag- 
liche Stück  stimmt  in  jeder  Beziehung  mit  dem  typischen  Cly- 
menienkalk  des  Haidenbergplateaus  überein  und  wurde  seinerzeit 
durch  den  damaligen  Gymnasialdirektor  Schulrat  Dr.  K.  Schwippel 
der  oben  erwähnten  Sammlung  übergeben.  Herr  Schulrat  Schwippel 
hat  jedoch,  wie  er  mir  freundlichst  mitteilt,  das  betreffende  Stück 
nicht  selbst  gefunden,  sondern  von  einem  Bauer  „aus  der  Umge- 
bung von  Lösch"  (wohl  aus  Ubetz,  welcher  Ort  annähernd  6  hm 
NNW  von  Lösch  und  etwa  25  km  NW  von  der  Clymenienkalk- 
fundstätte  am  Haidenbergplateau  entfernt  ist)  erworben. 

Ich  fand  in  der  nächsten  Umgebung  der  ehemaligen  Grube 
einzelne  Stücke  von  schwarzem  Kalkstein,  der  sich  von  dem  Cly- 
menyenkalk  durch  einen  beträchtlichen  Tongehalt  und  durch  Ein- 
schlüsse von  Brachiopoden  (darunter  ein  großer,  derb  skulptierter 
Producius,  der  an  gewisse  karbonische  Formen  gemahnt)  unter- 
scheidet. Andere,  leider  fossilfreie  Stücke  von  dichtem,  schwarzem 
Kalkstein  sind  von  Bändern  eines  schwarzen  Hornsteins  durch- 
zogen, ein  Vorkommen,  das  mir  aus  dem  sicheren  Mitteldevon  nicht 
bekannt  ist;  die  Hornsteinlagen  schwellen  mitunter  bis  zu  einer 
Mächtigkeit  von  9  cm  an,  so  daß  man  Handstücke  von  reinem 
Hornstein  herausschlagen  kann.  Solche,  schwarzen  Hornstein 
führende  Kalkbänke  kommen  auch  in  der  unmittelbaren  Umgebung 
der  „Kleidowka"  vor;  man  sieht  sie  —  besonders  deutlich  nach 
einem  Hegen  —  neben  der  Straße  anstehen.  Ich  fand  ferner  — 
wenn  auch  in  dünneren  Schnüren  —  dunkle  Hörnsteine  in  den 
Kalksteinen  östlich  von  der  Straße  Lösch-Ochos.  Einzelne  lose 
Kalkstücke  enthalten  hier  verschiedene  Brachiopoden,  darunter 
einen  Spirifer,  der  sich  vom  Spirifer  Verneuüi  kaum  trennen 
läßt;  es  scheint  demnach,  daß  die  Unterstufe  des  Oberdevons  auch 
hier  vertreten  ist.  Dafür  scheint  auch  ein  kleiner  Trilobit  zu 
sprechen,  den  ich  nicht  weit  von  dem  Brachiopoden  führenden 
dunklen  Kalkstein  auf  einem  losen,  abgewitterten  Stück  von  hell- 
grauem, tonigem  Kalkstein  aufgefunden  und  in  der  Sitzung  des 
naturforschenden  Vereines  in  Brunn  vom  9.  Juni  1909  als  eine 
der  Gattung  Prortas  nahestehende  Form  bezeichnet  habe.  Nach 
einer  Mitteilung  des  Herrn  Dr.  B.  Richter  in  Frankfurt  a.  M., 
dem  ich  über  sein  Ansuchen  mein  sämtliches  Trilobitenmaterial 
aus  dem  mährischen  Devon  zu  Studienzwecken  geliehen  habe, 
dürfte  es  sich  bei  dem  erwähnten  Trilobiten  um  die  neue  Gattung 


155 

Dřevem lannia  Richter   handeln,   die    bisher  nur   aus   dem  Ober- 
devon bekannt  ist. 

In  einer  kleinen,  ebenfalls  östlich  von  der  Lösch-Ochoser 
Straße  gelegenen  Grube  sah  ich  eine  schöne,  doppelte  Knickung 
der  gut  geschichteten,  vielfach  an  die  „Hieroglyphen"  der  Flysch- 
ablagerungen  gemahnende  Wülste  tragenden  Kalksteine,  die  zum 
Teil  als  eigentümliche  „Knollenkalke"  entwickelt  sind.  Solche 
Partien  zerfallen  in  situ  zu  Knollen,  die  wie  verwitterte  Roll- 
stücke aussehen,  jedoch  mit  einer  tonigen  Hülle  umgeben  .sind. 
Mit  den  Kiriteiner  Knollenkalken,  die  gewöhnlich  mit  dem  west- 
phälischen  „Kramenzel"  verglichen  und  zum  Oberdevon  gerechnet 
werden,  haben  die  in  Rede  stehenden  Kalksteine  gar  keine  Ähn- 
lichkeit. Sie  unterscheiden  sich  aber  auch  von  den  sehr  merk- 
würdigen „Knollenkalken",  die  in  einer  Lage  von  wechselnder 
Mächtigkeit  am  westlichen  Gehänge  des  Haidenberges,  und  zwar 
in  dem  durch  den  Betrieb  der  am  Fuße  des  Berges  errichteten 
Zementfabrik  sich  rasch  vergrößernden  Steinbruche,  aufgeschlossen 
waren.  „Schieferige  Knollenkalke"  erwähnt  Prof.  Dr.  F.  E.  Sue  s  s 
in  seiner  Studie:  „Aus  dem  Devon-  und  Kulmgebiete  östlich  von 
Brunn"  (Jahrb.  der  k.  k.  geol.  Reichsanst,  55.  Bd.,  1905,  S.  31); 
er  fand  sie  im  „westlichsten  Vorsprunge  des  Kalkgebietes  am  Hady- 
berge,  und  zwar  in  einem  am  Waldrande  im  Gehänge  über  der 
Zwittawa  gelegenen  Steinbruche"  und  identifiziert  sie  mit  dem  Cly- 
menienkalk, indem  er  die  einzelnen  Knollen  als  „in  der  Regel  bis 
zur  völligen  Unkenntlichkeit  zerdrückte  Clymeniensteinkerneu  erklärt. 
Mit  dem  eigentlichen  Clymenienkalk  dürfen  jedoch  diese  schiefe- 
rigen Knollenkalke  auf  keinen  Fall  identifiziert  werden,  da  der 
erstere  nicht  schieferig  ist  und  die  Clymenien  nicht  als  völlig 
unkenntliche,  zerdrückte  Steinkerne,  sondern  als  sehr  gut  erhaltene, 
unverdrückte  Schalenexemplare  einschließt.  Auch  die  früher  er- 
wähnten „Knollenkalke"  des  großen  Haidenberg-Steinbruches können 
nicht  als  veränderter  Clymenienkalk  aufgefaßt  werden  ;  die  „Knollen" 
sind  hier  zwar  meist  von  einer  Rinde  von  weißem,  kristallinischem 
Kalzit  umgeben,  welche  möglicherweise  bei  flüchtiger  Betrachtung 
die  kristallinisch  gewordene  Clymenienschale  vorzutäuschen  vermag, 
während  man  sich  bei  genauer  Untersuchung  der  „Knollen"  leicht 
davon  überzeugen  kann,  daß  die  Deutung  derselben  als  Clymenien- 
steinkerne  gänzlich  ausgeschlossen  ist.  Knollenähnliche  Kalk- 
einlagerungen   enthalten     auch    die     deutlich    geschichteten    Ton- 


156 

schiefer,  die  am  Südabhange  des  Haidenbergplateaus  in  einigen 
Wasserrissen  gut  aufgeschlossen  und  stellenweise  saiger  gestellt 
sind1).  Auch  hier  können  die  Knollen  unmöglich  als  verdrückte 
Clymeniensteinkerne  aufgefaßt  werden;  es  handelt  sich  in  allen 
diesen  Fällen  um  anorganogene  Bildungen,  die  ähnlich  auch  in 
anderen  Oberdevongebieten  bekannt  sind. 

Meiner  Überzeugung  nach  nehmen  oberdevonische  Kalksteine 
auf  dem  Haidenbergplateau  (im  weiteren  Sinne)  einen  sehr  großen 
Flächenraum  ein.  "Wegen  der  ohne  Zweifel  stattgefundenen,  zahl- 
reichen Niveauverschiebungen  und  sonstigen  Dislokationen  kann 
man  jedoch  durchaus  nicht  alle,  die  jetzige  Oberfläche  des  er- 
wähnten Plateaus  bildenden  Kalksteine  ohne  weiteres  als  oberdevo- 
nisch auffassen,  wie  dies  H.  Bock  („Zur  Tektonik  der  Brünner 
Gegend",  Jahrb.  der  k.  k.  geol.  Reichsanst.,  52.  Bd.,  1002,  S.  262  f.) 
getan  hat.  Bocks  Bemerkung  (loc.  cit.  S.  264),  daß  der  geschichtete 
Kalkstein  des  Mitteldevons  vom  „ungeschichteten  Riffkalk  des 
oberen  Devons  (mit  Clymenia  annulata)u  überlagert  werde,  ist 
geeignet,  von  unserem  Oberdevon  und  speziell  von  unserem  Cly- 
menienkalk  ganz  falsche  Vorstellungen  zu  erwecken.  Es  ist  zwar 
nicht  unmöglich,  daß  die  hellgrauen  Amphiporenkalke,  die  ich 
auf  dem  Haidenbergplateau  in  geringer  Entfernung  von  der  alten 
Clymenienfundstätte  beobachtet  habe,  schon  dem  Oberdevon  an- 
gehören, da  auch  im  polnischen  Mittelgebirge  Ämpkipora  ramosa 
nach  Dr.  G.  G ü rieh  (Verhl.  der  kais.  russ.  mineralog.  Ges.  zu 
St.  Petersburg,  1896,  32.  Bd.  S.  131)  vereinzelt  bis  in  das  Ober- 
devon hinaufsteigt;  auf  keinen  Fall  ist  aber  unser  Clymenienkalk 
als  ein  „Riffkalk"  und  Clymenia  armulata  als  ein  Leitfossil  dieses 
Riffkalkes  zu  bezeichnen. 

Meines  Wissens  ist  der  schwarze,  dichte,  bis  feinkörnige, 
bituminöse  und  durch  sehr  zahlreiche,  wohl  erhaltene  Fossilien 
ausgezeichnete  Kalkstein,  der  im  Jahre  1881  auf  dem  Haidenberg- 
plateau in  der  Nähe  des  mit  102  bezeichneten  Kilometersteines 
aufgefunden  wurde,  bisher  das  einzige  Gestein,   in   welchem  Cly- 

')  Ich  fand  in  diesem  Tonschiefer,  der  faziell  und  vielleicht  auch  strati- 
graphisch  dem  ebenfalls  häufig  Kalkknollen  enthaltenden  „Cypridinenschiefer" 
entspricht,  ein  jugendliches  Exemplar  von  Spirifer  f.  ind.  Die  von  F.  E.  Sues  s 
in  seiner  Abhandlung  über  „Das  Devon-  und  Kulmgebiet  östlich  von  Brunn" 
mitgeteilte  photographische  Ansicht  bezieht  sich  wohl  auf  einen  der  Wasserrisse 
am  Südabhang  des  Haidenberges  und  ist  nur  irrtümlich  auf  den  Nord- 
abhang verlegt. 


157 

meinen  aufgefunden  wurden;  dieses  Gestein  haben  wir  als  den 
Repräsentanten  unseres  Clymenienkalkes  aufzufassen  und  nur  auf 
dieses  Gestein  bezieben  sich  die  folgenden  Untersuchungen,  denen 
leider  nur  ein  sehr  spärliches  Material,  nämlich  die  wenigen,  im 
Jahre  1881  gesammelten  Stücke,  zugrunde  gelegt  werden  konnte. 
Die  wesentliche  Bereicherung  der  Fauna  ist  zunächst  darauf 
zurückzuführen,  daß  mehrere  größere  Stücke  des  Kalksteines  zer- 
schlagen wurden,  wodurch  verschiedene,  bis  dahin  aus  unserem 
Clymenienkalk  nicht  bekannt  gewesene  Tierformen  (Trilobiten, 
Bactrites,  Gastropoden,  Brachiopoden,  Crinoiden)  zum  Vorschein 
kamen;  in  zweiter  Linie  ist  die  Vermehrung  der  Fauna,  insbe- 
sondere der  Cephalopoden,  durch  die  eingehende  Untersuchung  der 
Fossilreste  erfolgt.  Wenn  es  gelingen  sollte,  die  Clymenien  führende 
Kalksteinbank  wieder  aufzufinden,  so  darf  eine  weitere  Bereiche- 
rung unserer  Fauna  mit  Bestimmtheit  erwartet  werden;  zum 
mindesten  wird  es  gelingen,  viele  bisher  nur  sehr  unvollkommen 
bekannte  Formen  genauer  zu  fixieren. 

II.  Beschreibung  der  Fauna  des  Briinner  Clymenienkalkes. 

Pisces. 

Das  Vorkommen  von  Bruchstücken  eigentümlicher  Knochen- 
platten, die  wohl  als  Reste  von  Panzerfischen  gedeutet  werden 
können,  in  unserem  Clymenienkalk  wurde  schon  in  den  Erläute- 
rungen zur  geologischen  Karte  der  Umgebung  von  Brunn  von 
Makowsky  und  Rzehak  erwähnt.  Ein  ziemlich  großes,  jedoch 
ganz  unregelmäßig  begrenztes,  etwas  angewittertes  Fragment  einer 
solchen  Panzerplatte  ist  auf  dem  auf  Taf.  I,  in  Fig.  1  dargestellten 
Stück  Clymenienkalk  (bei  P)  zu  sehen.  Die  mikroskopische  Struktur 
dieser  Platten  ist  aus  den  Fig.  2  und  3  zu  entnehmen;  man  sieht 
ein  ziemlich  unregelmäßiges  Netzwerk,  welches  im  Mikroskop  eine 
dunkelbraune  Farbe  besitzt  und  nahezu  undurchsichtig  ist.  An 
einzelnen  Stellen  treten  zahlreiche,  äußerst  feine  Parallelrisse  auf; 
solche  Stellen  erscheinen  im  durchfallenden  Lichte  hellbraun  und 
löschen  zwischen  den  gekreuzten  Nikols  aus.  Die  weiß  erscheinen- 
den Hohlräume  sind  mit  kristallinischem  Kalzit  erfüllt. 

Die  Dicke  dieser  Platten,  die  zum  Teil  gebogen  erscheinen, 
erreicht  stellenweise  5*6  mm.  Die  Oberfläche  scheint  bloß  mit 
anastomosierenden  Furchen    beziehungsweise   Leistchen    sowie    mit 


158 

unregelmäßig  verteilten  Grübchen  bedeckt  gewesen  zu  sein.  Es  ist 
mir  nicht  gelungen,  an  diesen  Platten  mehrere  durch  ihre  Struktur 
voneinander  abweichende  Schichten  zu  unterscheiden;  offenbar 
hängt  dies  mit  dem  Umstände  zusammen,  daß  die  Oberflächen 
stets  mehr  oder  weniger  korrodiert  sind. 

Crustacea. 

a)  Trilobitae. 

ťroetus  Steininger. 
JProëtiis  f.  ind. 

Trilobitenreste  gehören  zu  den  seltensten  Vorkommnissen 
unseres  Clymenienkalkes.  Ich  beobachtete  bloß  den  unvollständig 
erhaltenen  Abdruck  eines  kleinen,  ursprünglich  etwa  5*5  mm  breiten 
und  3'5  mm  hohen  Pygidiums,  welches  höchstwahrscheinlich  der 
oben  genannten  Gattung  angehört.  Auf  der  ungefähr  zwei  Drittel 
der  Höhe  des  Pygidiums  einnehmenden  Spindel  sind  fünf  nur  wenig 
vortretende  Segmente  zu  erkennen;  da  der  oberste  Teil  des  Pygi- 
diums abgebrochen  ist,  dürfte  die  ursprüngliche  Zahl  der  Segmente 
etwas  größer  (7 — 8)  gewesen  sein.  Die  Seitenrippen  sind  unge- 
gabelt  und  verlieren  sich  namentlich  auf  dem  hintersten  Teile  des 
Pygidiums  in  merklicher  Entfernung  vom  Rande,  so  daß  ein 
ziemlich  breiter,  glatter  Saum  übrig  bleibt;  nur  die  obersten  Pleuren 
reichen  bis  nahe  an  den  Rand. 

Diese  Form  kommt  anscheinend  auch  im  Clymenienkalk  der 
Grafschaft  Glatz  vor,  denn  ein  von  Dr.  E.  Tietze  in  seiner 
Monographie  der  devonischen  Schichten  von  Ebersdorf  (Palaeon- 
tographica  1871,  XIX,  S.  127,  Taf.  XVI,  Fig.  3)  als  Proëitts 
sp.  ind.  beschriebenes  Pygidium  stimmt  bis  auf  die  etwas  be- 
deutendere Größe  (85  mm  Breite,  5*8  mm  Höhe)  mit  dem  hier 
beschriebenen,  vollständig  überein.  Eine  jedenfalls  sehr  nahe- 
stehende, ebenfalls  etwas  größere  (bis  105  mm  Breite  auf  6  mm 
Höhe)  Form  bildet  M.  Gortani  (Contribuzioni  allo  studio 
del  paleozoico  carnico;  Mem.  délia  R.  Accad.  delle  Scienze, 
Bologna  1907,  ser.  VI,  Bd.  IV,  Taf.  I,  Fig.  25)  aus  dem  Clymenien- 
kalk der  Karnischen  Alpen  (Monte  Primosio)  unter  der  Be- 
zeichnung Proctus  cf.  Phociou  Billings  ab.  Letztere  ist  jedoch 
doppelt  so  groß  wie  die  europäische  Form  und  dürfte  vielleicht 
nur    als    eine    „vicarierende"    Repräsentantin    derselben    im    nord- 


159 

amerikanischen  Oberdevon  aufzufassen  sein,  hingegen  möchte  ich 
die  karnische,  mährische  und  preußisch-schlesische  Form  für  iden- 
tisch halten. 

b)  Ostracoda. 

Richterina  Gürich. 
(non  Riehteria  Jones). 

R.  Richter  hat  in  seinem:  „Beitrag  zur  Paläontologie  des 
Thüringer  Waldes"  (Denksch.  der  k.  k.  Akad.  d.  Wiss.  Wien  1856, 
XL  Bd.,  S.  121—123,  Taf.  II,  Fig.  20—38)  und  später  in  seiner 
Abhandlung  über  „Devonische  Entomostraceen  in  Thüringen" 
(Zeitschr.  d.  deutschen  geol.  Ges.  1869,  S.  757  ff.)  eine  Anzahl  von 
„Cypridinen"  beschrieben,  die  von  T.  R.  Jones  ursprünglich  mit 
Entoniis  Jones  vereinigt,  später  aber  in  einer  brieflichen  Mit- 
teilung an  H.  B.  Geinitz  (Neues  Jahrb.  F.  Min.  usw.  1874,  S.  180) 
dem  neu  aufgestellten  Genus  liichtcria  Jones  zugewiesen  wurden. 
T.  R.  Jones  hielt  nämlich  diese  Formen  auf  Grund  der  von 
R.  Richter  mitgeteilten  Abbildungen  und  Beschreibungen  für  ein- 
schalig, in  welchem  Falle  es  sich  natürlich  um  Ostracoden  gar 
nicht  handeln  könnte.  Selbst  Richter  hat  ursprünglich  (Zeitschr. 
der  deutschen  geol.  Ges.  VI.  Bd.,  S.  284)  gezweifelt,  ob  seine 
„Cypridinen"  tatsächlich  zu  den  Krustazeen  gehören,  da  von  der 
Trennungsfuge  der  beiden  Schalen  (der  „Längsspalte"  (wie  Richter 
sagt)  angeblich  „nicht  einmal  eine  Andeutung"  zu  sehen  ist;  auch 
die  nassauischen  und  herzynischen  „Cypridinen"  sollen  nach 
R.  Richter  (Deukschr.  der  k.  k.  Akad.  d.  Wiss.  Wien,  1856, 
XL  Bd.,  S.  121)  keine  Längsspalte  besitzen. 

Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  der  Mangel  der  „Längs- 
spalte" nur  ein  scheinbarer  und  im  Erhaltungszustände  begründet 
ist.  R.  Richters  Abbildungen  von  Cyprid'uia  serratostriata  Sandb. 
(Denkschr.  der  k.  k.  Akad.  d.  Wiss.  Wien,  1856,  XL  Bd.,  Taf.  II, 
Fig.  20 — 29),  die  ohne  Zweifel  mehrere  verschiedene  Formen  um- 
fassen, lassen  ebenfalls  keine  Längsspalte  erkennen,  obwohl  es 
sich  hier  sicher  um  eine  Ostracode  handelt.  Alle  diese  „Cypri- 
dinen" sind  durch  eine  stets  sehr  deutlich  ausgesprochene,  vom 
Rücken  ausgehende  Querfurche  (in  älteren  Schriften  und  auch  in 
meiner  oben  zitierten  Mitteilung  vom  Jahre  1881  als  „pleuroga- 
strische  Furche"  bezeichnet)  charakterisiert  und  werden  jetzt  all- 
gemein der  Gattung    'Entoniis  Jones  zugewiesen. 


160 

Von  diesen  Formen  unterscheiden  sich  Richters  „Cytherinen" 
vornehmlich  durch  das  Fehlen  der  Kückenfurche.  Schon  T.  R. 
Jones  hat  in  der  oben  erwähnten  brieflichen  Mitteilung  an 
H.  B.  Geinitz  bemerkt,  daß  Richters  Cytherina  striatula  wahr- 
scheinlich einer  neuen  Gattung  angehören  dürfte.  G.  Gürich 
hat  dann  später  in  seiner  Studie  über  „Das  Paläozoikum  im  pol- 
nischen Mittelgebirge"  (Verhandl.  der  kais.  russ.  mineralog.  Ges. 
in  St.  Petersburg,  1896,  S.  377)  die  Meinung  ausgesprochen,  daß 
für  den  Fall,  als  die  „Formen  ohne  Rückenfurche"  von  Entomis 
generisch  getrennt  werden  sollten,  die  Bezeichnung  derselben  als 
JUchterina  passend  sein  dürfte.  In  seinen  „Leitfossilien"  (2.  Liefe- 
rung, S.  169)  wendet  der  genannte  Autor  tatsächlich  die  Bezeich- 
nung RicJ/terina  an,  dehnt  sie  jedoch  auch  auf  solche  Formen 
aus,  die  —  wie  z.  B.  die  von  ihm  aus  dem  polnischen  Mittelge- 
birge (loc.  cit.  S.  375  f.,  Taf.  X,  Fig.  15)  beschriebene  Entomis 
tenera  —  eine  deutliche  Rücken  furche  besitzen;  allerdings 
wird  diese  Furche  als  „sehr  flach"  und  in  den  „Leitfossilien"  als 
„eben  noch  erkennbar"  (in  der  ursprünglichen  Beschreibung 
heißt  es:  „deutlich  erkennbar")  bezeichnet.  Als  sonstige  Unter- 
schiede von  Entomis  werden  noch  die  etwas  mehr  zugespitzte 
Form  der  Schälchen  und  die  etwa  in  der  Mitte  der  letzteren  ge- 
legene kleine  Grube  angegeben. 

Ich  habe  schon  in  meiner  Mitteilung  vom  Jahre  1881  (loc.  cit. 
S.  315)  bemerkt,  daß  im  Brünner  Clymenienkalk  auch  Ostrakoden 
der  Gattung  Cytherina  in  dem  Sinne,  wie  sie  R.  Richter  (Beitr. 
zur  Paläontologie  des  Thüringer  Waldes  1848)  aufgefaßt  hat, 
nicht  gerade  selten  sind;  ich  habe  auch  darauf  hingewiesen,  daß 
„jede  Andeutung  der  pleurogastrischen  Furche  fehlt"  und  daß  ein 
deutliches  „Dorsalgrübchen"  vorhanden  ist.  Aus  diesen  Angaben 
ist  unzweifelhaft  zu  entnehmen,  daß  es  sich  bei  unseren  Vorkomm- 
nissen um  typische  Vertreter  der  Gattung  Richterina  handelt. 
Richter  hatte  schon  vorher  aus  dem  thüringischen  Clymenien- 
kalk „Cytherinen"  beschrieben,  die  mit  Rücksicht  auf  die  man- 
gelnde Rückenfurche  zu  Richterina  zu  stellen  sind;  die  Bemerkung 
Gürichs  („Leitfossilien,  2.  Lieferung,  S.  169),  daß  die  Gattung 
Richter  ina  „bisher  nur  im  polnischen  Mittelgebirge  gefunden" 
wurde,  ist  demnach  nicht  zutreffend. 

Da  Prof.  Gürich  seine  Entomis  tenera  nunmehr  (in  den 
„Leitfossilien")  ebenfalls  als  Richterina  bezeichnet,  so  kann  er  das 


161 

wesentliche  Unterscheidungsmerkmal  zwischen  Entomis  und 
Richterina  nur  in  einer  abgeschwächten  Form  beibehalten;  die 
Rückenfurche  kann  nicht  mehr  als  gänzlich  fehlend,  sondern  nur  als 
„flach"  und  „oft  kaum  erkennbar"  bezeichnet  werden.  Auf  der 
von  Grürich  in  den  ,, Leitfossilien"  (Taf.  47,  Fig.  10)  gegebenen 
Abbildung  von  Richterina  tenera  ist  die  Rückenfurche  offenbar 
viel  zu  stark  dargestellt,  da  sie  im  Text  (S.  169)  als  „eben  noch 
erkennbar"  beschrieben  wird. 

Es  ist  gewiß  von  großem  Interesse,  daß  die  Richterinen 
unseres  Clymenienkalksteins  tatsächlich,  wie  schon  oben  flüchtig 
bemerkt  wurde,  auch  nicht  die  geringste  Spur  einer  Quer- 
furche erkennen  lassen,  während  die  sehr  ähnlichen  Formen  der 
plattigen,  dem  Liegenden  des  Clymenienkalksteins  angehörigen 
Kalke  mit  Posidonia  venu  sta  ab  und  zu  schwache,  aber  doch 
unzweifelhafte  Rückenfurchen  besitzen.  Die  Rückenfurche  kann 
also  bei  Richterina  entweder  gänzlich  fehlen  (Vorkommnisse  im 
thüringischen  und  mährischen  Clymenienkalk,  bei  gewissen  Formen, 
wie  Richterina  laevior  Gürich,  auch  im  polnischen  Mittelgebirge) 
oder  angedeutet  sein  (die  meisten  Vorkommnisse  im  polnischen 
Mittelgebirge,  einzelne  Exemplare  im  Liegenden  des  Brünner 
Clymenienkalkes). 

Was  den  Umriß  der  Schalen  anbelangt,  so  läßt  sich  sagen, 
daß  derselbe  bei  den  mährischen  Richterinen  ein  ausgesprochen 
elliptischer  ist,  ohne  merkliche  Zuspitzung  an  den  Enden;  es  be- 
steht also  auch  in  der  allgemeinen  Form  kein  wesentlicher 
Unterschied  zwischen  Richterina  und  Entomis.  Hingegen  scheint 
das  ungefähr  in  der  Mitte  der  Schalenfläche  liegende,  kleine 
Grübchen  recht  charakteristisch  zu  sein,  da  ähnliche  Grübchen 
bei  den  eigentlichen  Entomiden  eine  andere  Lage  besitzen.  Auch 
die  Skulptur  der  Entomiden  ist  etwas  abweichend  von  der  der 
Richterinen,  wie  denn  auch  die  Lebensweise  der  beiden  Gattungen 
anscheinend  nicht  ganz  genau  dieselbe  war,  da  wir  die  Entomiden 
vorwiegend  in  tonigen  Ablagerungen  in  großer  Individuenzahl 
zusammengehäuft  („Cypridinenschiefer")  finden,  während  die  Richte- 
rinen der  kalkigen  Fazies  des  Oberdevons  angehören  und  trotz 
lokaler  Häufigkeit  doch  mehr  vereinzelt  vorkommen.  Die  Trennung 
der  beiden  Gattungen  dürfte  demnach  immerhin  zweckmäßig  sein. 
Im  Brünner  Clymenienkalk  glaube  ich  zwei  Formen  unter- 
scheiden zu  können,  die  ich  ursprünglich  (Verhandl.  des  k.  k.  geol. 


162 

Reichsanst.  1881,  S.  315)  unter  der  Bezeichnung  Oytherina  moravica 
m.  zusammengefaßt  habe;  ich  behalte  diesen  Namen  für  die 
größere  und  häufigere  der  beiden  Formen  bei. 

1.  Richter ina  moravica  m.  —  Taf.  I,  Fig.  ia—c. 

Cyth&rina  moraviea  Rzehak  (Verh.  d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1881, 
S.  315). 

Cyth&rina  moraviea.  (Die  geol.  Verhältnisse  d.  Umgebung  von  Brunn, 
1883,  XXII,  S.  187). 

Die  ellipsoidisch  gestalteten  Schälchen  erreichen  eine  Länge 
von  1*4 — 1*0  mm;  größere  Schalen  (bis  1-8  mm)  sind  äußerst 
selten.  Das  in  Fig.  4  der  Taf.  I  abgebildete  Exemplar  besitzt  bei 
einer  Länge  von  1*6  mm  einen  Querdurchmesser  von  1  mm  be- 
ziehungsweise 0'8  m/n;  der  Querschnitt  des  Gehäuses  ist  also  nicht 
ganz  kreisförmig,  sondern  etwas  der  Ellipsenform  genähert,  mit 
leichter  Zuspitzung  an  jenen  Stellen,  die  der  Fuge  zwischen  den 
beiden  Schalen  entsprechen.  An  dem  in  Fig.  4  c  Taf.  I  darge- 
stellten Querschnitt  ist  diese  Zuspitzung  sehr  deutlich  zu  sehen; 
man  erkennt  auch,  daß  sich  die  Schale  gegen  den  freien  Rand  zu 
verdünnt  und  am  Rande  selbst  leicht  nach  außen  biegt.  Nicht 
selten  hängen  noch  beide  Schalen  zusammen;  in  diesem  Falle  ist 
das  Innere  mit  farblosem,  kristallinischem  Kalkspat  erfüllt,  welcher 
durch  die  ebenfalls  kristallinisch  gewordenen,  dünnen  Schalen 
durchschimmert  und  dem  Gehäuse  eine  hellgraue  Färbung  erteilt, 
während  einzelne  Schalen  oder  gebrochene  Gehäuse  schwarz  ge- 
färbt erscheinen.  Die  Oberfläche  der  grauen  Exemplare  ist  matt, 
die  der  schwarzen  lebhaft  glänzend.  Bei  den  vollständigen,  grau 
gefärbten  Gehäusen  hebt  sich  in  der  Regel  die  Trennungsfuge  der 
beiden  Schalen  als  ein  feiner,  dunkler  Strich  deutlich  ab,  während 
bei  den  schwarzen,  im  Innern  mit  dichtem,  bituminösem  Kalkstein 
erfüllten  Gehäusen  —  ähnlich  wie  bei  den  von  R.  Richter  be- 
schriebenen Vorkommnissen  —  von  dieser  „Längsspalte"  gar  nichts 
zu  sehen  ist.  Dorsal-  und  Ventralrand  der  Schalen  gehen  ganz 
gleichmäßig  ineinander  über,  ohne  merkliche  Zuspitzung  an  den 
Enden.  Über  die  Oberfläche  der  Schalen  laufen  je  18 — 20  ziem- 
lich kräftige,  scharfkantige,  aber  nicht  ganz  gleichmäßig  entwickelte 
Rippen,  so  daß  das  ganze  Gehäuse  36  bis  40  Rippen  trägt.  Die  dem 
Schalenrande  zunächst  liegenden  Rippen  bilden  einen  dem  Rande 
parallel  laufenden,  geschlossenen  Ring,  während  die  übrigen  gegen 


163 

die  Vorder-  und  Rückseite  der  Schalen  in  einem  Punkte  zusammen- 
laufen, wobei  einzelne  Rippen  sich  verschwächen  und  endlich  ganz 
verschwinden,  so  daß  die  Anzahl  der  Rippen  an  den  Enden  des 
Gehäuses  etwas  geringer  ist  als  in  der  Mitte  desselben.  Mitunter 
sind  die  Rippen  sowohl  in  ihrem  Verlaufe  als  auch  in  ihrer 
Stärke  ziemlich  unregelmäßig.  An  einzelnen  Exemplaren  treten  die 
ringförmig  geschlossenen,  den  Schalenrand  begleitenden  Rippen 
gegen  die  anderen  ein  wenig  hervor,  wie  dies  in  bedeutend  ver- 
stärktem Maße  bei  Richterina  costata  Richter  (Zeitschr.  d.  deut- 
schen geol.  Ges.  1869,  Taf.  XXI,  Fig.  8,  9)  der  Fall  ist. 

Ein  wirkliches  Anastomosieren  der  Rippen  habe  ich  nicht  beob- 
achtet, dagegen  nicht  selten  das  Auftreten  kurzer,  zarter  Sekundär- 
rippen, die  sich  hie  und  da  zwischen  die  Hauptrippen  einschieben. 
Die  verhältnismäßig  breiten  Felder  zwischen  den  Rippen  sind  glatt 
und  muldenförmig  vertieft,  wie  dies  auf  dem  Querschnitt  (Fig.  4  e, 
Taf.  I)  deutlich  zu  erkennen  ist. 

Ungefähr  in  der  Mitte  der  Schalenoberfläche  findet  sich  ein 
sehr  kleines  und  seichtes,  manchmal  kaum  sichtbares  Grübchen, 
während  von  der  Rückenfurche  der  eigentlichen  Entomiden  nicht 
einmal  eine  Andeutung  zu  erkennen  ist.  Geringe  Abweichungen  in 
der  Form  sind  vielleicht  auf  Geschlechtsunterschiede  zurückzu- 
führen; so  starke  Differenzen  wie  sie  R.  Richter  (Devon.  Entomo- 
straceen  in  Thüringen;  Zeitschr.  d.  deutschen  geol.  Ges.  1869, 
S.  766)  bei  den  „Cypridinen"  des  thüringischen  Oberdevons  beob- 
achtet hat,  kommen  bei  unseren  Richterinen  nicht  vor. 

Richterina  moravica  ist  in  einzelnen  Partien  des  Brünner 
Clymenienkalkes  recht  häufig,  aber  niemals  so  massenhaft  ange- 
häuft, wie  wir  dies  z.  B.  bei  den  Entomiden  beobachten.  Von  den 
bereits  bekannten  Formen  steht  ihr  Richterina  striatula  Richter 
(loc.  cit.  S.  662  f.,  Taf.  XXI,  Fig.  6,  7)  anscheinend  am  nächsten: 
doch  ist  die  letztere  merklich  größer  (Länge  2  bis  3  mm),  schlanker, 
viel  zarter  berippt  und  mit  deutlichen  Grübchen  zwischen  den 
gleichstarken  Rippen  versehen.  Entomis  tenera  Gürich  (Verhandl. 
der.  kais.  russ.  mineralog.  Ges.  in  St.  Petersburg,  1896,  S.  375, 
Taf.  X,  Fig.  15;  in  den  „Leitfossilien",  2.  Lieferung,  S.  169,  Taf.  47, 
Fig.  10  als  RicJiterina  tenera  bezeichnet)  aus  dem  polnischen  Ober- 
devon (Intumescenskalk  von  Kielce)  ist  unserer  Form  im  allge- 
meinen  ebenfalls    sehr    ähnlich,    jedoch    etwas   größer,    reichlicher 


164 

berippt1),  mit  einem  verhältnismäßig  großen  Seitengrübchen  und 
einer,  wenn  auch  schwachen,  so  doch  deutlichen  Rückenfurche 
versehen. 

2.  Richterina  ininutissinia  f.  —  Taf.  I,  Fig.  5  a,  b. 

Das  Gehäuse  besitzt  im  allgemeinen  dieselbe  Form  wie  bei 
R.  moravica,  erreicht  jedoch  durchschnittlich  nur  0*7  bis  08  mm 
Länge.  Auch  die  Rippenzahl  ist  ungefähr  dieselbe  wie  bei  der 
früher  beschriebenen  Art,  doch  erscheinen  die  Rippen  infolge  der 
geringeren  Größe  der  Schalen  bedeutend  zarter,  so  daß  sie  erst 
unter  einer  scharfen  Lupe  deutlich  sichtbar  werden.  Überdies  er- 
kennt man  bei  stärkerer  Vergrößerung  in  den  Zwischenräumen 
der  Rippen  eine  unregelmäßige  Punktierung  oder  auch  das  Vor- 
handensein sehr  zarter  Querleistchen,  so  daß  es  sich  hier  wohl 
nicht  bloß  um  Jugendzustände  der  früher  beschriebenen  Form 
handeln  kann,  wenn  man  nicht  etwa  annehmen  wollte,  daß  mit 
dem  zunehmenden  Alter  die  Skulptur  der  Interkostalfelder  ver- 
schwindet. Diese  Annahme  wäre  schon  deshalb  unzulässig,  weil 
sich  auch  sehr  kleine  Gehäuse  mit  glatten  Interkostalfeldern  vor- 
finden,   die  also  wohl  zu  der  früher  beschriebenen  Form  gehören. 

Die  eigentümliche  Skulptur  der  Interkostalfelder  konnte  ich 
bei  mehreren  Exemplaren  unter  dem  Mikroskop  sehr  deutlich  er- 
kennen. Die  eigentliche  Skulptur  besteht  in  der  Ausbildung  zarter 
Querleistchen,  die  an  den  Längsrippen  etwas  emporsteigen,  so  daß 
die  letzteren  bei  entsprechender  Beleuchtung  knapp  unterhalb  der 
scharfen  Kante  eine  sehr  feine  Kannelierung  erkennen  lassen,  un- 
gefähr in  der  Weise,  wie  es  die  Fig.  5  b  auf  Taf.  I  darstellt;  wenn 
die  Querleistchen  eine  gewisse  Breite  erlangen,  so  erscheinen  die 
zwischen  ihnen  gelegenen  Partien  der  Interkostalfelder  als  mehr 
oder  weniger  deutliche  Grübchen.  In  den  meisten  Fällen  sind 
diese  Skulpturverhältnisse  allerdings  recht  undeutlich.  Sie  kommen 
jedoch  in  gleicher  Weise  auch  bei  gewissen  Formen  des  polnischen 
Oberdevons  vor,  so  z.  B.  bei  Richterina  angulosa  Gürich,  deren 
Interkostalfelder  nach  Gürich  (Das  Paläozoikum  im  polnischen 
Mittelgebirge,  S.  376;  eine  Abbildung  wurde  leider  nicht  gegeben) 
„unregelmäßig  fleckig,  wie  von  obsoleten  Querleistchen  oder  Grüb- 

*)  Ich  nehme  an,  daß  sich  die  von  Gürich  angegebene  Rippenzahl  (40) 
auf  eine  einzelne  Schale  bezieht,  so  daß  die  Rippenzahl  bei  R.  tenera  un- 
gefähr doppelt  so  groß  ist  wie  bei  R.  moravica. 


165 

chen"  erscheinen.  Ich  vermute,  daß  auch  bei  Richterina  striatula, 
die  Grübchen  zwischen  den  Rippen  in  derselben  Weise  zustande 
kommen,  wie  dies  hier  geschildert  worden  ist,  obwohl  die  von 
R.  Richter  gegebene  Abbildung  dieser  Form  eine  ganz  unregel- 
mäßige  Verteilung  der  Grübchen  erkennen  läßt. 

R.  miniitissima  tritt  in  unserem  Clymenienkalk  ebenfalls  nicht 
selten  auf,  fast  stets  begleitet  von  R.  moravica.  Von  R.  striatula 
Richter  unterscheidet  sie  sich  durch  die  geringere  Größe  und  die 
geringere  Rippenzahl.  Die  oben  erwähnte  R.  angulosa  Gürich 
steht  unserer  Form  sehr  nahe,  besitzt  aber  einzelne  verstärkte 
Rippen,  die  den  Schalen  eine  kantige  Form  verleihen. 

Polycope  Sars. 

Glattschalige,  gleichklappige  Ostrakoden  kommen  in  unserem 
Clymenienkalk  ebenfalls  vor,  jedoch  bedeutend  seltener  als  die 
gerippten  Richterinen.  Sie  sind  auch  zumeist  sehr  klein  und  es 
gelingt  daher  nur  schwer,  sie  aus  dem  festen  Gestein  zu  isolieren. 
Bei  mehreren  Exemplaren  ist  mir  diese  Isolierung  gelungen,  so 
daß  ich  mit  Sicherheit  konstatieren  konnte,  daß  die  Schalen 
keinerlei  Höcker  oder  Gruben,  keinen  Ausschnitt  am  Vorderrande 
(wie  die  Cypridiniden)  und  auch  keine  Spur  einer  Querfurche  (wie 
Primitia,  und  die  Entomiden)  besitzen.  Sie  lassen  sich  also  am 
besten  in  die  Familie  der  Polycopidae  Sars  einreihen;  ob  sie  tat- 
sächlich der  Gattung  Polycope,  deren  älteste  Vertreter  aus  dem 
Kohlenkalk  stammen,  zugewiesen  werden  können,  lasse  ich  dahin- 
gestellt. Es  ist  eine  ganze  Reihe  solcher  Formen  unter  den  ver- 
schiedensten Gattungsbezeichnungen  (Cypridiiia,  Primitia,  Bairdia, 
Leperditia  usw.)  beschrieben  worden;  es  dürfte  sich  bis  auf  weiteres 
empfehlen,  alle  diese  paläozoischen  Formen,  die  sich  durch  an- 
nähernd ellipsoidisch  gestaltete,  glatte,  gleichklappige,  keine  Höcker 
und  keine  Querfurche  tragende  Schalen  und  zumeist  auch  durch 
sehr  geringe  Größe  auszeichnen,  unter  der  Bezeichnung  Polycope 
zusammenfassen. 

1.  Polycope  clymeniarum  n.  f.  —  Taf.  I,  Fig.  6  a,  b 
und  Fig.  7. 

Das  in  Fig.  6  a  abgebildete  Exemplar  ist  im  Umriß  flach 
elliptisch,  am  Schloßrande  nahezu  geradlinig,  am  Ventralrande 
flachbogig    begrenzt.     Vorder-    und    Hinterrand    sind    gegen    den 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseunis,  X.,  2.  1^ 


166 

Schloßrand  etwas  abgestutzt,  der  erstere  erscheint  auch  ein  wenig 
zugespitzt.  Die  Oberfläche  der  Schalen  ist  vollkommen  glatt. 

Die  Länge  des  abgebildeten  Exemplars  beträgt  09,  die  Breite 
(vom  Schloßrand  zum  Bauchrand  gemessen)  0-45  mm)  die  Dicke 
des  Gehäuses  ist  etwas  geringer  als  die  Breite. 

Ein  zweites  Exemplar  (Fig.  7,  Taf.  I)  zeigt  im  allgemeinen 
dieselben  Eigenschaften  wie  das  eben  beschriebene,  ist  aber  bloß 
0*75  mm  lang  und  kaum  0*4  mm  breit. 

2.  Polytope  f.  ind.  —  Taf.  I,  Fig.  8. 

Ein  Gehäuse,  welches  sich  von  der  eben  besprochenen  Form 
durch  die  bedeutendere  Größe,  die  mehr  gedrungene  Gestalt,  den  nicht 
so  geradlinig  begrenzten  Schloßrand  und  die  mehr  abgerundeten 
Enden  unterscheidet,  dürfte  wohl  einer  andern  Art  angehören. 
Es  ist  bei  1*5  mm  Länge  0-72  mm  breit.  Leider  zerbrach  dasselbe 
bei  dem  Versuche,  es  aus  dem  umgebenden  Gestein  vollständig 
herauszupräparieren. 

Außer  den  eben  beschriebenen  Ostrakoden  fand  ich  auch 
noch  ein  fragmentarisch  erhaltenes,  kleines  Schälchen,  welches  an 
der  Oberfläche  völlig  glatt,  aber  durch  eine  flache,  höckerartige 
Auftreibung  ausgezeichnet  ist.  Eine  nähere  Bestimmung  ist  un- 
möglich. 

Es  liegt  auch  ein  Bruchstück  einer  mit  breiten,  tiefen 
Furchen  versehenen  Ostrakodenschale  vor;  da  der  Umriß  nicht 
festzustellen  ist,  kann  auch  hier  nicht  einmal  von  einer  generischen 
Bestimmung  die  Bede  sein.  Die  oben  erwähnten  Vorkommnisse 
beweisen  jedoch,  daß  auch  das  Brünner  Oberdevon  eine  recht 
mannigfache  Ostrakodenfauna  beherbergt. 

Cephalopoda. 

Cljmenia  Münster, 
(em.  Frech). 

Ich  schließe  mich  dem  Vorgange  F.  Frechs  an,  welcher 
in  seiner  schönen  Arbeit  „Über  devonische  Ammoneen"  (Beitr.  zur 
Palaeontol.  und  Geol.  Osterr.-Ungarns  und  des  Orients,  Bd.  XIV, 
1902,  S.  30)  die  altgewohnte  Gattungsbezeichnung  Clymenia  Mün- 
ster für  die  Clymenienarten  mit  sehr  einfach  gestalteter  Sutur 
(Cyrtoclymenia  Gümbel  und  Platyclymeiiia  Hyatt)  beibehalten  hat. 


167 

In  unserem  Clymenienkalk  treten  ausschließlich  nur  Formen  mit 
einem  einfachen  Seitenlobus  auf;  die  Arten  mit  „etwas  differen- 
zierter Sutur"  sind  nur  durch  Cl.  Wysogorskii  Frech  vertreten, 
während  die  Oxyclymenien  und  Gonioclymenien  gänzlich  fehlen. 
Da  die  Beschreibungen  und  Abbildungen  der  einzelnen  Clymenien- 
arten  bei  den  verschiedenen  Autoren  nicht  immer  vollständig  über- 
einstimmen und  bezüglich  der  gegenseitigen  Abgrenzung  der  „Arten" 
trotz  der  oben  erwähnten,  sehr  verdienstlichen  Studie  Frech  s  so- 
wie der  Arbeiten  von  F.  Drevermann  (Die  Fauna  der  oberdevon. 
Tuffbreccie  von  Langenaubach  bei  Haiger;  Jahrb.  d.  kön.  preuß. 
geol.  Landesanstalt  und  Bergakademie  zu  Berlin  für  das  Jahr  1900, 
XXI.  Bd.)  und  R.  Wedekind  (Die  Cephalopodenfauna  des  höheren 
Oberdevons  am  Enkeberge;  Neues  Jahrb.  f.  Min.  usw.  XXVI. 
Beilageband,  1908)  keineswegs  alle  Schwierigkeiten  behoben  sind, 
so  will  ich  in  den  folgenden  Zeilen  alle  mir  zur  Verfügung 
stehenden  Exemplare,  soweit  sie  überhaupt,  brauchbar  sind,  etwas 
näher  beschrieben  und  die  Beschreibung  durch  photographische, 
nicht  retuschierte  Abbildungen,  beziehungsweise  durch  wahr- 
heitsgetreue, von  mir  selbst  angefertigte  Handzeichnungen  unter- 
stützen. Die  zur  Charakterisierung  der  einzelnen  Formen  gewiß 
sehr  wichtigen  Wachstumsverhältnisse  der  Schale  habe  ich  in  der 
üblichen  Weise  durch  Angabe  des  größten  Durchmessers,  der  Nabel- 
weite, der  Umgangshöhe  und  der  Dicke  des  Gehäuses,  sowie 
durch  die  Quozienten  aus  Nabelweite  und  Umgangshöhe  (Apertur) 
beziehungsweise  aus  Umgangshöhe  und  größtem  Durchmesser  dar- 
zustellen versucht.  Bezüglich  der  Synonymik  verweise  ich  haupt- 
sächlich auf  die  Abhandlung  von  Dr.  C.  W.  Gümbel:  „Über 
Clymenien  in  den  Übergangsschichten  des  Fichtelgebirges"  (Palaeon- 
tographica,  XI  1863 — 1864),  sowie  auf  die  oben  zitierten  Ab- 
handlungen von  Prof.  F.  Frech  und  E.  Wedekind. 

Ehe  ich  zur  Beschreibung  der  einzelnen  Formen  schreite, 
will  ich  noch  einige  Bemerkungen  über  den  Erhaltungszustand 
unserer  Clymenien  machen.  Wie  schon  in  der  Einleitung  bemerkt 
wurde,  hat  der  von  F.  E.  Suess  erwähnte  „Knollenkalk"  mit 
unserem  Clymenienkalk  nichts  zu  tun;  letztere  sind  nicht  als 
verdrückte  Steinkerne,  sondern  zumeist  als  ganz  normal  gestaltete 
Schalenexemplare  erhalten,  bei  welchen  allerdings  die  Schale  in 
der  Regel  so  fest  am  Gestein  haftet,  daß  sie  nur  in  kleinen  Partien 
der  Beobachtung    zugänglich    ist.    Viele    Stücke    sind    mit  ansehn- 

12* 


168 

lichen  Resten  der  Wohnkammer  erhalten;  den  Mündungssau  m 
konnte  ich  jedoch  nur  an  einem  einzigen  Exemplare  —  und  auch 
da  nur  teilweise  —  beobachten.  Die  inneren  Windungen  sind  — 
wie  dies  auch  anderwärts  vorkommt,  häufig  in  ziemlich  grobkristalli- 
nischen Kalzit  umgewandelt  oder  auch  ganz  aufgelöst,  wie  dies  an 
mehreren  Stücken  sehr  deutlich  aus  dem  Umstände  zu  entnehmen 
ist,  daß  andere  Fossilien  an  der  Stelle,  wo  der  zentrale  Teil  der 
Clymenienschale  liegen  sollte,  quer  hindurchgehen.  Die  Wohn- 
kammer pflegt  stets  mit  dichtem,  schwarzem  Kalkstein  ausgefüllt 
zu  sein,  so  daß  sie  sich  auf  Medianschnitten  von  dem  die  Luft- 
kammer erfüllenden,  heller  gefärbten  Kalzit  scharf  abhebt  (vgl.  Taf.  II, 
Fig.  8).  Immerhin  ist  es  mir  bei  einigen  Exemplaren  gelungen,  die 
inneren  Windungen  bis  zur  Embryonalkammer  bloßzulegen;  einzelne 
Embryonalkammern  wurden  nicht  selten  isoliert  aufgefunden. 

1.  Clymetiia  laevigata  Münster. 

Planulites  laevigatus  Münster  (Über  Goniatiten  und  Planuliten  im  Über- 
gangskalke  des  Fichtelgebirges;  Bayreuth  1832). 

Wie  bereits  in  der  Einleitung  bemerkt  wurde,  ist  die  Ober- 
stufe des  Devons  in  der  Umgebung  von  Brunn  durch  den  Fund 
von  Clymenia  laevigata  Mst.  sichergestellt  worden.  Diese  Form 
wurde,  wie  Frech  (loc.  cit.  S.  31)  sagt,  von  Gümbel  „zutreffend 
dargestellt  und  begrenzt",  es  kann  also  die  von  Gümbel  gegebene 
Beschreibung  und  Abbildung  als  maßgebend  hingestellt  werden. 
Wenn  auch  ich  mich  der  Gümb  eischen  Auffassung  der  Cl.  laevi- 
gata Mst.  anschließen  will,  so  muß  ich  sagen,  daß  es  so  evolute, 
glattschalige  Formen  mit  so  stark  gewölbten  Seitenflächen,  wie  sie 
durch  die  Gümbelschen  Figuren  (loc.  cit.  Taf.  XVI,  Fig.  5 — 9) 
dargestellt  werden,  unter  meinem  Material  nicht  gibt.  Immerhin 
ließe  sich  ein  mir  vorliegendes  Windungsbruchstück  (Steinkern) 
mit  ganz  glatter  Oberfläche  und  rundlichem  Querschnitt  vielleicht 
auf  Cl.  laevigata  zurückführen,  so  daß  ich  keine  Veranlassung 
habe,  an  der  Richtigkeit  der  von  Prof.  E.  Sues  s  herrührenden 
Bestimmung  des  Belcredischen  Clymenienfundes  zu  zweifeln. 

Die  von  H.  B.  Geinitz  (in:  „Die  Versteinerungen  der  Grau- 
wackenformation  in  Sachsen  usw.",  II.  Heft,  Taf.  9,  Fig.  1 — 3) 
abgebildeten  Stücke  aus  dem  Kalkstein  von  Ottersdorf  bei  Schleiz 
bezeichnet  Gümbel  (loc.  cit.  S.  139)  als  „typische  Formen"  der 
Cl.    laevigata;     sie    sind    zwar    auch    stark    e volut,    die    Umgänge 


169 

scheinen  jedoch    seitlich    viel  mehr  abgeflacht  zu  sein   als  bei  den 
Exemplaren  aus  dem  Fichtelgebirge. 

Jüngere  Individuen  oder  die  älteren  Windungen  ausgewach- 
sener Tiere  besitzen  bei  mehreren  unserer  Clymenienarten  einen 
rundlichen  Querschnitt,  ähnlich  wie  Cl.  lûevîgata;  solche  Vorkomm- 
nisse könnten,  wenn  bloß  glatte  Steinkerne  vorliegen,  leicht  auf 
die  eben  genannte  Form  bezogen  werden,  sind  aber  gewiß  sofort 
von  derselben  zu  unterscheiden,  wenn  man  die  Wachstumsver- 
hältnisse des  Gehäuses  berücksichtigt.  Nach  Dr.  G.  Gürich  („Das 
Paläozoikum  im  poln.  Mittelgebirge";  Verh.  d.  kais.  russ.  mineralog. 
Ges.  zu  St.  Petersburg,  32.  Bd.,  2.  Serie,  1896,  S.  96  und  328) 
kommt  diese  weitverbeitete  Form  auch  im  mittleren  Oberdevon 
der  Umgebung  von  Kielce  vor;  in  den  von  Th.  Tschernyschew 
(„Die  Fauna  des  mittl.  und  ob.  Devon,  am  Westabhange  des  Urals"; 
Mém.  du  com.  géol.  III,  Nr.  3,  1887)  beschriebenen  Clymenien- 
schichten  der  westlichen  Abdachung  des  Uralgebirges  scheint  sie 
hingegen  zu  fehlen. 

2.  Clymenia  annulata  Mst.  —  Taf.  II  Fig.  1  bis  5. 

Goniatites  annulatus  Münster  (loc.  cit.  S.  32,  Taf.  VI,  Fig.  6)1). 

Clymenia  annulata  Rzehak  (Verh.  d.  naturf.  Ver.  in  Brunn,  XX,  1881,  S.  40). 

Clymenia  annulata  Rzehak  (Verh.  d.  k.  k.  geol.  Reichanst.  Wien  1881, 
Nr.  16,  S.  315). 

Clymenia  annulata  Rzehak  („Die  geol.  Verh.  der  Umgebung  von  Brunn"; 
Verh.  der  naturf.  Ver.  in  Brunn,  XXII,  1883,  S.  187). 

Die  Charakteristik  dieser  wiederholt  beschriebenen  und  ab- 
gebildeten Form  scheint  noch  immer  nicht  mit  der  wünschens- 
werten Schärfe  festgestellt  zu  sein.  Nach  Prof.  Frech  gibt  die 
älteste  (oben  zitierte)  Abbildung  Münsters  „Die  gerippte  Ober- 
fläche der  zwischen  Clymenia  flexuosa  und  der  noch  evoluteren 
Cl.  aegoceras  stehenden  Art"  ziemlich  richtig  wieder.  Das 
„Original  zu  Münsters  erster  Abbildung  seiner  Cl.  annulata"  wird 
von  Gümbel  (loc.  cit.,  Taf.  XV,  Fig.  11)  reproduziert,  doch  sind 
nach  Frech  (loc.  cit.  S.  31)  die  Gümbelschen  Figuren  „durch- 
weg wenig    gut    ausgefallen".    Prof.  Frech   gibt    daher  eine    neue 

*)  In  Tschernyschews  Abhandlung  über  „Die  Fauna  des  mittleren  und 
oberen  Devon  am  Westabhange  des  Urals"  (Mém.  du  com.  géol.  III,  Nr.  3, 
1887,  S.  17  des  russischen  Textes)  ist  der  Titel  der  Münsterschen  Abhandlung 
nicht  ganz  korrekt  wiedergegeben;  es  heißt  dort  irrtümlich  „Über  die  Clyme- 
nien  und  Goniatiten  usw.  statt:  „Über  Goniatiten  und  Planuliten  usw." 


170 

Abbildung  der  altbekannten  Form  (loc.  cit.  Taf.  I,  Fig.  6),  die 
jedoch  auch  wieder  mancherlei  Abweichungen  vom  Typus  erkennen 
läßt.  Besonders  auffallend  ist  die  Abweichung  im  Querschnitt,  der 
auf  Frechs  Fig.  6b  nahezu  kreisrund  erscheint,  mit  kaum  merk- 
licher Abflachung  an  den  Seiten,  während  der  Querschnitt  sonst 
als  „fast  quadratisch"  (Gümbel)  oder  „fast  viereckig"  (Geinitz, 
Verstein.  der  Grauwackenform  in  Sachsen  usw.,  S.  36)  bezeich- 
net wird.  Auch  mein  Material  weist  eine  so  deutliche  Ab- 
flachung an  den  Seiten  auf,  daß  ich  die  von  Frech  gegebene 
Zeichnung  des  Querschnitts  nicht  als  korrekt  betrachten  kann. 
F.  Drevermann  fand  (loc.  cit.,  S.  133)  unter  dem  Materiále  aus 
der  oberdevonischen  Tuffbreccie  von  Langenaubach  auch  Formen 
mit  „gerundet  quadratischem"  Querschnitt  und  meint,  daß  die 
Form  des  Querschnitts  bei  67.  annulata  einem  mannigfaltigen 
Wechsel  unterliege.  Auch  bei  einem  allerdings  jugendlichen  Exem- 
plar vom  Enkeberg  wird  der  Querschnitt  von  R.  Wedekind 
(loc.  cit.,  S.  615)  als  „gerundet- quadratisch"  angegeben.  Im  allge- 
meinen nimmt  meiner  Erfahrung  nach  die  Abflachung  der  Win- 
dungen mil  dem  Alter  der  Schale  zu,  so  daß  die  inneren  (älteren) 
Windungen  in  der  Regel  einen  rundlicheren  Querschnitt  haben 
als  die  äußeren  (jüngeren);  bei  Frechs  Figur  ist  jedoch  der  vor- 
letzte Umgang  abgeflacht,  der  letzte  hingegen  fast  kreisrund. 

Bezüglich  der  Berippung  sind  die  Angaben  auch  nicht  ganz 
übereinstimmend.  Prof.  Frech  schreibt  in  seiner  tabellarischen 
Übersicht  der  Clymenienarten  (loc.  cit.,  S.  30)  der  typischen  CL 
annulata  merkwürdigerweise  gerade  Rippen  zu,  zum  Unterschiede 
von  der  durch  engstehende  schräge  Rippen  gekennzeichneten 
var.  densicosta  Frech.  Alle  Abbildungen  der  CL  annulata,  auch 
die  von  Prof.  Frech  gegebenen,  zeigen  jedoch  deutlich  bogig 
gekrümmte  Rippen,  die  höchstens  auf  den  innersten  Windungen 
einen  mehr  geradlinigen  Verlauf  nehmen.  Gümbel  bezeichnet  auch 
im  Text  seiner  zitierten  Abhandlung  (S.  130)  die  Rippen  der 
CL  annulata  als   „stark  nach  vorn  konkav  gebogen". 

Die  typische  CL  annulata  gehört  ohne  Zweifel  zu  den  mehr 
evoluten  Formen;  deshalb  ist  wohl  die  von  Tscher nyschew  (loc. 
cit.  S.  17,  Taf.  I,  Fig.  11 — 16)  vom  Westabhange  des  Uralgebirges 
beschriebene,  ziemlich  in  volute  Clymenia  von  Cl.  annulata  Mst. 
ganz  entschieden  zu  trennen,  trotzdem  sie  der  genannte  Forscher 
im   russischen  Text    (eine    Beschreibung   in  deutscher  Sprache  ist 


171 

nicht  gegeben)  als  vom  Typus  nicht  verschieden  bezeichnet. 
Sie  ist  außer  durch  ihre  Form  auch  durch  die  namentlich  in  der 
Rückengegend  deutlich  auftretenden  feinen  Spiralstreifen  gut 
charakterisiert  und  ich  erlaube  mir  hiermit,  für  dieselbe  den  Namen 
Cl.  Tschernyschewi  vorzuschlagen.  F.  Drevermann  identifiziert 
sie  zwar  (loc.  cit.  S.  134)  mit  Cl.  annulata  var.  valida  Phillips,  die 
von  Phillips  als  selbständige  Art  beschrieben  und  auch  von 
R.  Wedekind  als  solche  aufgefaßt  wurde.  Bei  der  von  Drever- 
mann gegebenen  Abbildung  (loc.  cit.  Tat.  XIV,  Fig.  6)  vermisse 
ich  die  oben  erwähnten  Spiralstreifen  der  uralischen  Form  und 
möchte  deshalb  die  letztere  von  der  Form  aus  England  (South 
Petherwin)  doch  lieber  getrennt  halten.  Hingegen  ist  Cl.  crassicosta 
Wedekind  (loc.  cit.  S.  616,  Taf.  XLIII,  Fig.  1)  meiner  Ansicht  nach 
mit  Cl.  annulata  identisch. 

Von  unseren  Brünner  Clymenien  rechne  ich  nur  die  ver- 
hältnismäßig kleinen,  ziemlich  evoluten  und  deutlich  berippten 
Formen  mit  abgeflachten  Seiten  zu   Cl.  annulata  Münster. 

Eines  der  besterhaltenen  Exemplare,  welches  sich  im  Besitze 
des  geologischen  Instituts  der  Wiener  Universität  befindet,  ist  auf 
Taf.  II,  in  Fig.  1  abgebildet.  Die  Wachstumsverhältnisse  der  Schale 
gehen  aus  folgenden  Maßzahlen  hervor: 

Größter  Durchmesser 38     mm 

Nabelweite 19     mm 

Höhe  des  letzten  Umganges  ....  12*6  mm 

Apertur 15. 

Die  Dicke  des  Gehäuses  am  letzten  Umgange  läßt  sich  nicht 
bestimmen,  da  daselbe  mit  einer  Seite  noch  im  Gestein  haftet. 
Die  „Apertur"  ist  der  Quotient  aus  Nabelweite  und  Windungshöhe 
und  stellt  einen  mathematischen  Ausdruck  der  Einrollung  des 
Gehäuses  dar;  dieser  Begriff  wurde  von  Dr.  J.  Neumann  in 
seiner  Abhandlung  über  die  Oxfordfauna  von  Czetechowitz  (Bei- 
träge zur  Paläontologie  und  Geologie  Osterr.-Ungarns  und  des 
Orients;  XX,  1907)  eingeführt.  Der  zur  Charakterisierung  der 
Wachstumsverhältnisse  der  Cephalopodenschalen  ebenfalls  häufig 
benutzte  Quozient  aus  größter  Windungshöhe  und  größtem  Gehäuse- 
durchmesser beträgt  0*33. 

Das  vorliegende  Exemplar  besitzt  ungefähr  7y2  Umgänge, 
von  denen  die  innersten   allerdings  nicht  deutlich  erkennbar  sind; 


172 


ich  habe  jedoch  bei  einem  Jugendexemplar  von  7  mm  Durchmesser 
außer  der  Embryonalkammer  vier  Windungen  gezählt  und  glaube 
deshalb  für  das  ausgewachsene  Gehäuse  die  oben  angegebene  An- 
zahl der  Umgänge  annehmen  zu  dürfen.  Die  Wohnkammer  be- 
ginnt an  der  Stelle,  wo  der  Gehäusedurchmesser  ungefähr  26*5  mm 
beträgt;  der  erhaltene  Teil  der  Wohnkammer  nimmt  etwas  mehr 
als  die  Hälfte  des  letzten  Umgangs  ein.  Die  Windungen  sind  im 
Querschnitt  annähernd  rechteckig  mit  etwas  gewölbter  Extern- 
fläche. Die  Schale  ist  auf  dem  größten  Teile  des  Gehäuses  er- 
halten; bloß  die  Wohnkammer  und  ein  Teil  der  letzten  Luft- 
kammer sind  von  der  Schale  entblößt.  Die  innersten  Windungen 
sind  fast  ganz  glatt;  erst  auf  der  fünften  Windung  treten  deut- 
liche, scharfkantige  Rippen  auf,  die  in  ziemlich  gleichmäßigen 
Abständen  aufeinander  folgen  und  einen  nach  rückwärts  konvexen 
Bogen  bilden.  In  der  Nähe  des  Außenbuges1)  schwellen  einzelne 
Rippen  etwas  an,  biegen  sich  dann  den  Anwachsstreifen  ent- 
sprechend ein  wenig  nach  rückwärts  und  verlieren  sich  auf  der 
Externfläche  vollständig.  Hie  und  da  schalten  sich  in  der  Nähe 
des  Außenbuges  schwache,  kurze  Sekundärrippen  ein;  am  Innen- 
bug2) findet  bei  einzelnen  Rippen  ebenfalls  eine  merkliche  Ver- 
stärkung statt.  Auf  der  Wohnkammer  sind  die  Rippen  als  schwache, 
aber  doch  ganz  deutliche  Wülste  angedeutet. 

Die  Rippenzahl  beträgt  auf  dem  letzten  Umgange  etwa  26, 
auf  dem  vorletzten  20. 

R.  Wedekind  legt  (loc.  cit.)  bei  der  Unterscheidung  der 
einzelnen  Clymenienarten  ein  besonderes  Gewicht  auf  den  Verlauf 
der  Anwachsstreifen.  Unser  Exemplar  zeigt  den  für  Wedekinds 
„Gattung"  Rectoch/menia  charakteristischen  Verlauf  der  Anwachs- 
streifen; dieselben  ziehen  über  die  Seitenflächen  in  leichter  Krüm- 
mung, deren  konkave  Seite  nach  vorn  gerichtet  ist  zum  Außenbug, 
woselbst  sie  sich  nach  rückwärts  wenden,  um  auf  der  Externfläche 


*)  Die  von  Dr.  J.  Neumann  in  seiner  oben  zitierten  Abhandlung  ein- 
geführte Bezeichnung  „Bug"  läßt  sich  auch  bei  der  Beschreibung  der  Clyme- 
nien-  und  Goniatitenschalen  sehr  gut  anwenden,  da  sich  im  „Bug"  die  An- 
wachsstreifen häufig  zu  einem  zarten  Liniensystem  vereinigen,  dessen  Richtung 
der  Medianebene  des  Gehäuses  nahezu  parallel  geht.  Der  „Außenbug"  („Mar- 
ginalkante"  der  Autoren)  begrenzt  beiderseits  die  von  den  Anwachsstreifen  auf 
der  Externüäche  gebildete,  nach  vorn  geöffnete  Bucht. 

2)  Den  Ausdruck  „Innenbug"  wende  ich  für  die  meist  als  „Nabelkante" 
bezeichnete  Partie  der  Schale  an. 


173 

eine  breite,  mäßig  tiefe  Bucht  zu  bilden.  Auch  F.  Drevermann  hat 
diesen  Verlauf  der  Anwachsstreifen  als  wichtiges  Merkmal  der 
typischen  Gl.  aunulata  betont  (loc.  cit.  S.  132  f.).  Die  Lobenlinie 
ist  nur  an  einer  Stelle  (am  Beginne  der  Wohnkammer)  zu  sehen 
und  infolge  der  teilweisen  Abwitterung  des  Gehäuses  nicht  voll- 
ständig erhalten;  ihr  Verlauf  bietet,  soweit  er  verfolgt  werden  kann, 
nichts  Bemerkenswertes. 

Ein  zweites  Exemplar  von  Gl.  anmdata  ist  auf  Taf.  II  in 
Fig.  2  abgebildet.  Die  Maßzahlen  desselben  sind: 

Größter  Durchmesser 32-5  mm 

Nabelweite 16*0  mm 

Höhe  des  letzten  Umganges   .  .  11*0  mm 

Dicke  des  letzten  Umganges  .   .  9'5  u/ni 
Apertur:  1*45. 

Das  Gehäuse  besitzt  etwa  sieben  Windungen,  von  denen 
allerdings  nur  vier  erkennbar  sind.  Sie  sind  im  Querschnitt  an- 
nähernd rechteckig  mit  schwach  gewölbter  Externfiäche.  Die  Wohn- 
kammer beginnt  an  der  Stelle,  wo  der  Gehäusedurchmesser  24*5  mm 
erreicht;  ihre  Länge  beträgt  etwas  mehr  als  einen  halben  Umgang. 
Von  der  Schale  sind  größere  Partien  nur  an  den  inneren  Win- 
dungen erhalten;  diese  lassen  ziemlich  kräftige,  aber  im  Gegen- 
satze zu  dem  früher  beschriebenen  Exemplar  sehr  ungleichmäßig 
ausgebildete  Rippen  erkennen,  von  denen  meist  zwei  etwas  näher 
zusammengerückt  sind.  Einzelne  Rippen  sind  scharfkantig,  andere 
mehr  wulstförmig;  auch  ihr  Verlauf  ist  sehr  ungleichmäßig,  indem 
einige  nahezu  geradlinig  und  radial  verlaufen,  während  andere 
stark  zurückgebogen  erscheinen.  Die  wulstförmigen  Rippen  schwellen 
mitunter  in  der  Nähe  des  Buges  zu  schwachen  Knoten  an,  ähn- 
lich wie  bei  dem  von  Geinitz  (loc.  cit.  Taf.  9,  Fig.  5)  unter  der 
Bezeichnung  Clymenia  Dunkeri  abgebildeten  Exemplar  von  Planitz 
bei  Zwickau1).  Eine  extreme  Ausbildung  der  Knoten  zu  förmlichen 
Dornen  findet  sich  bei  Gl.  spinosa  Mst.  (Beitr.  z.  Petref.  V,  S.  122, 
Taf.  XI,  Fig.  15),  welche  Geinitz  —  meiner  Ansicht  nach  mit 
Recht  —  mit  Cl.  annulata  vereinigt  hat2).  Die  Anzahl  der  Rippen 

1)  Die  von  Geinitz  gegebene  Abbildung  ist  allerdings  recht  unvoll- 
kommen; die  Ansicht  der  Rückenseite  (Fig.  5  b)  läßt  aber  die  Anschwellung 
der  Rippen  am  Bug  deutlich  erkennen. 

2)  Prof.  F.  Frech  führt  (loc.  cit.)  diese  Form  auch  unter  den  Syno- 
nymen nicht  an. 


174 

eines  Uniganges  ist  bei  diesem  Exemplar  nicht  sehr  groß;  ich 
zähle  ihrer  auf  dem  vorletzten  Umgänge  21.  Auf  dem  letzten 
Umgange  scheinen  sie  nach  den  sehr  deutlichen  Spuren  auf  dem 
Steinkern  merklich  zahlreicher  gewesen  zu  sein. 

M.  Gr  ort  ani  weist  in  seiner  Studie  über  den  Clymenienkalk 
des  Monte  Primosio  in  den  Karnischen  Alpen  (Contribuzioni 
allo  studio  del  paleozoico  carnico;  III.  La  fauna  a  Cli- 
men i  e  del  Monte  Primosio;  Mem.  R.  Acc.  d.  Sc.  dell'Istituto 
di  Bologna,  ser.  VI,  t.  IV,  1907)  auf  die  Veränderlichkeit  der 
Oberflächenskulptur  vieler  Clymenien,  speziell  auch  der  CL  au  un- 
iata hin,  ein  Umstand,  der  ihn  veranlaßt,  die  dichtberippte  var. 
densicosta  Frech  (loc.  cit.  S.  31,  Taf.  I,  Fig.  7)  bloß  als  eine 
„mutaxione  secundaria"  der  CL  annulata  aufzufassen.  F.  Drever- 
mann  hat  (loc.  cit.  S.  132)  ebenfalls  die  große  Veränderlichkeit 
der  Berippung  von  CL  annulata  betont.  Außer  der  Berippung 
scheinen  aber  auch  noch  andere  Merkmale  ganz  erheblich  zu  vari- 
ieren. So  läßt  die  leider  nur  als  Steinkern  erhaltene  Wohnkammer 
unseres  Exemplars  auf  der  Externfläche  zwei  seichte,  aber  immer- 
hin ganz  deutlich  markierte  Furchen  erkennen,  welche  beiderseits 
den  Bug  begleiten  und  die  etwas  stärker  gewölbte  mittlere  Partie 
der  Externfläche  begrenzen  (vgl.  Taf.  II,  Fig.  2  b),  ein  Verhältnis, 
wie  es  in  extremer  Ausbildung  bei  Gl.  solarioides  v.  Buch,  welche 
nach  Frech  wahrscheinlich  in  die  Verwandtschaft  von  Cl.\annulata 
gehört,  oder  auch  an  den  jüngeren  Windungen  von  Oxyclymenia 
bisiilcata  Mst.  —  die  wohl  nur  eine  Nebenform  der  Oxyclymenia 
undulata  Mst.  darstellt  —  und  bei  Oxyclymenia  ornata  Mst.  beob- 
achtet werden  kann. 

Die  Sutur  unseres  Exemplars  bietet  nichts  besonders  Be- 
merkenswertes. Der  Externsattel  ist  wohl  stärker  abgeflacht  als  bei 
der  typischen  Form  und  die  Sutur  verläuft  daher  am  Bug  etwas 
winkelig;  doch  hat  schon  Gümbel  (loc.  cit.,  S.  130)  bei  Cl.  annulata 
eine  „schwache  Andeutung  einer  winkeligen  Biegung  zwischen 
Laterallobus  und  Externsattel"  beobachtet. 

CL  aegoceras  Frech  (loc.  cit.,  S.  31,  Taf.  I,  Fig.  5)  steht  den 
mehr  evoluten  Formen  der  CL  annulata,  wie  sie  z.  B.  durch  das 
hier  abgebildete  Exemplar  repräsentiert  werden,  jedenfalls  sehr 
nahe,  wie  auch  M.  Gor  ta  ni  (loc.  cit.,  S.  218)  bemerkt.  Die  Win- 
dungen wachsen  bei  CL  aegoceras  noch  viel  langsamer  an  als  bei 
CL  annulata    und    zeigen    nach    der    von    Prof.    Frech  gegebenen 


175 

Abbildung  am  Außenbug  eine  wirkliche  Kante.  Da  auf  dem  Stein- 
kern der  Wohnkammer  unseres  Exemplars  neben  dem  Bug  jeder- 
seits  eine  seichte  Furche  verläuft,  so  konnte  auch  hier  auf  der 
Schale  selbst  eine  Kante  angedeutet  sein;  die  unbedeutenden 
Schalenreste  der  Wohnkammer  gestatten  jedoch  keine  Entscheidung 
darüber,  ob  dies  tatsächlich  der  Fall  war.  Ein  kleines  auf  den 
Luftkammern  der  letzten  Windung  erhaltenes  Stückchen  der  Schale 
läßt  am  Bug  die  Zurückbiegung  der  Anwachsstreifen,  aber  keine 
Kante  erkennen.  Die  von  den  Anwachsstreifen  auf  der  Extern- 
fläche gebildete  Bucht  ist  breit  zungenförmig  und  nicht  sehr  tief 
ivgl.  Taf.  II,  Fig.  2  b). 

Das  in  Fig.  4  (Taf.  II)  abgebildete  Exemplar  weicht  in  ge- 
wissen Beziehungen  von  dem  eben  beschriebenen  ab,  läßt  sich 
aber  trotzdem  von  Cl.  annulata  nicht  trennen.  Das  Gehäuse  be- 
sitzt annähernd  dieselbe  Größe  wie  das  früher  beschriebene,  ist 
jedoch  etwas  mehr  involut.  Allerdings  dürfte  dieser  Umstand 
wenigstens  zum  Teil  zurückzuführen  sein  auf  den  nicht  ganz  normalen 
Verlauf  der  Wohnkammer,  die  an  einer  auch  in  der  Abbildung 
erkennbaren  Stelle  eine  leichte  Knickung  macht,  so  daß  der 
Schlußteil  der  letzten  Windung  dem  vorletzten  Umgang  etwas 
mehr  genähert  erscheint,  als  es  bei  ganz  normalem  Wachstum  der 
Fall  gewesen  wäre.  Die  ungleichmäßige  Berippung  ist  auf  dem 
vorletzten,  zum  Teil  noch  mit  der  Schale  erhaltenen  Umgange 
deutlich  zu  erkennen;  sie  stimmt  mit  der  Berippung  des  früher 
beschriebenen  Exemplars  bis  auf  die  etwas  geringere  Anzahl 
der  Hippen  vollkommen  überein.  Die  Externfläche  ist  abgeplattet, 
und  zwar  auf  dem  gekammerten  Teile  des  letzten  Umganges  viel 
stärker  als  auf  der  Wohnkammer.  Die  Sutur  bildet  auf  der  Extern- 
fläche einen  sehr  seichten,  aber  immerhin  ganz  deutlichen  Lobus, 
wie  es  Fig.  4  6  zeigt.  Prof.  Frech  nennt  (loc.  cit..  Tabelle  auf 
S.  30)  einen  „flachen  Externlobus"  unter  den  spezifischen.  Merk- 
malen der  Cl.  Diuikeri  Mst.,  während  Gümbel  (loc.  cit.,  „Schlüssel" 
auf  S.  161)  die  letztgenannte  Form  unter  die  Arten,  deren  Sutur 
einen  Externsattel  aufweist,  rechnet.  Die  von  Gümbel  (loc.  cit., 
Taf.  XVI,  Fig.  3,  b  und  c)  gegebenen  Abbildungen  der  Sutur 
lassen  erkennen,  daß  der  Extrenlobus  entweder  nur  ganz  schwach 
angedeutet  ist  —  ungefähr  wie  bei  unserem  Exemplar  der  Cl.  annu- 
lata —  oder  auch  gänzlich  fehlt,  so  daß  tatsächlich  nur  ein  sehr 
flacher    Externsattel    vorhanden   ist;    im    Text    erwähnt    Gümbel 


176 

(S.  136)  allerdings,  daß  der  Exterusattel  „wellig"  ist.  Es  scheint 
demnach  bei  dieser  Form  eine  Einsenkung  des  Externsattels  ziem- 
lich konstant  vorzukommen,  jedoch  kaum  so  stark  ausgeprägt  zu 
sein,  wie  die  schematischen  Skizzen  Er  ech  s  (loc.  cit.,  S.  29, 
Fig.  1,  a)  zeigen.  Da  unsere  Form  mit  Cl.  Dunkeri  nicht  vereinigt 
werden  kann,  möchte  ich  auf  die  unbedeutende  Einbuchtung  des 
Externsattels  kein  zu  großes  Gewicht  legen,  um  so  weniger  als  auch 
Gümbel  bei  einzelnen  Exemplaren  der  Cl.  laevigata  und  Cl.  flexii- 
osa  eine  leichte  Einsenkung  des  Externsattels1)  beobachtet  hat 
(vgl.  die  Fig.  8,  b  und  9,  c,  loc.  cit.,  Taf.  XVI,  sowie  die  Be- 
merkung auf  S.  127)  und  als  das  in  Fig.  5,  Taf.  II  abgebildete 
Stück,  welches  ich  ebenfalls  zu  Cl.  anmdata  stelle,  in  seiner  Sutur 
gleichsam  die  Verbindung  herstellt  zwischen  den  beiden  anderen, 
früher  beschriebenen  Exemplaren  (vgl.  die  Fußnote).  Auch  dieses 
Gehäuse  stimmt  in  seiner  Größe  mit  dem  an  zweiter  Stelle  be- 
schriebenen ziemlich  genau  überein,  ist  jedoch  in  der  Richtung 
der  Medianebene  zusammengedrückt,  so  daß  es  verhältnismäßig 
höher  erscheint.  Die  Umgänge  wachsen  etwas  rascher  an  als  bei 
dem  erst  beschriebenen  Exemplar  und  sind  im  Querschnitt  nahe- 
zu quadratisch.  Die  Externfläche  ist  stark  abgeplattet  und  läßt  unter 
der  Lupe  auf  dem  mittleren  Teile  zwei  feine  Furchen  erkennen, 
die  sich  erst  auf  der  Wohnkammer  gänzlich  verlieren.  Ich  halte 
diese  Furchen  für  ein  Analogon  der  sogenannten  „Normallinie", 
auf  deren  Vorhandensein  bei  Orthoceratiten  zuerst  H.  v.  Meyer 
(Nova  Acta  Ac.  Leop.  Carol.,  XV,  2.  Teil,  S.  70  f)  aufmerksam 
gemacht  hat,  die  aber  auch  bei  anderen  Cephalopoden  beobachtet 
wird  (Über  die  verschiedenenartige  Ausbildung  der  Normallinie 
vgl.  G.  u.  F.  S  an  db  erger,  Die  Versteinerungen  des  rheinischen 
Schichtensystems  in  Nassau,  S.  125  ff). 

Nach  der  Glätte  des  Steinkerns  zu  schließen  —  von  der 
Schale  sind  nämlich  nur  geringfügige  Reste  erhalten  —  war  die 
Berippung  noch  schwächer  entwickelt  als  bei  dem  in  Fig.  4  abge- 
bildeten   Exemplar.    Mit    der  Abplattung    der  Externfläche    hängt 

r)  In  Zittels  „Handbuch  der  Paläontologie",  II,  S.  412,  Fig.  555),  ist 
die  „Suturlinie  von  Cl.  laevigata  Mst."  mit  einem  sehr  deutlichen  Ex  ter  n- 
lobus  dargestellt,  der  auf  dem  Münsterschen  Original  fehlt.  G.  Sandberger 
gibt  (Verh.  d.  naturf.  Ver.  d.  preuß.  Rheinlande  u.  Westfalens  X,  1853, 
Taf.  VI,  Fig.  10  und  Taf.  VII,  Fig.  1,  f)  an  westfälischen  Exemplaren  der 
Cl.  laevigata  einen  geradlinigen  Externsattel  an,  der  also  die  Verbindung 
herstellt  zwischen  den  Darstellungen  bei  Münster  und  Zittel. 


177 

auch  die  eigentümliche  Ausbildung  der  Sutur  zusammen;  wie  die 
Fig.  5  b  (Taf.  II)  zeigt,  ist  der  Externsattel  so  stark  abgeflacht, 
daß  er  auf  der  Externfläche  fast  geradelinig  verläuft.  Bei  solchen 
Suturen  kommt  natürlich  die  „winkelige  Biegung"  zwischen  dem 
Externsattel  und  dem  Laterallobus  ziemlich  deutlich  zum  Ausdruck. 
Cl.  annulata  ist  im  Brünner  Clymenienkalk  ziemlich  häufig, 
die  meisten  Exemplare  sind  jedoch  nicht  ausgewachsen  und  des- 
halb oft  sehr  schwer  von  Jugendzuständen  der  Cl.  intracostata 
Frech  zu  trennen.  Nach  Prof.  Gürich  (loc.  cit.,  S.  330)  kommt 
Cl.  anniilala  auch  im  polnischen  Mittelgebirge  vor,  M.  G  ort  an  i 
erwähnt  sie  (loc.  cit.,  S.  218)  aus  dem  Clymenienkalk  der  Karni- 
schen Alpen.  Die  am  Westabhange  des  Ural  vorkommende  Form 
kann  jedoch,  wie  bereits  früher  bemerkt  wurde,  nicht  mit  Cl.  an- 
nulata Mst.  vereinigt  werden;  dagegen  ist  Cl.  crassmosta  Wede- 
kind (loc.  cit.,  S.  616,  Taf.  XLIII,  Fig.  1)  meiner  Ansicht  nach 
von  Cl.  annulata  kaum  zu  trennen,  da  Wedekind  selbst  bemerkt 
daß  sie  der  letzteren  in  der  Gestalt,  Skulptur  und  wahrscheinlich 
auch  im  Verlaufe  der  Lobenlinie  nahesteht.  Bestimmte  Unter- 
scheidungsmerkmale zwischen  den  beiden  Formen  gibt  Wedekind 
nicht  an;  ebenso  ist  seine  Cl.  protacta  (ib.  S.  616  f,  Fig.  XLIII, 
Fig.  2)  von  Cl.  crassicosta  und  demgemäß  auch  von  Cl.  annulata 
nicht  scharf  genug  abgegrenzt.  Auch  bei  einzelnen  unserer  Exem- 
plare ist  der  Verlauf  der  Rippen  am  Außenbug  ganz  ähnlich  wie 
bei  den  eben  genannten  Wedekindschen  „Arten". 

3.  Clymenia  intracostata  Frech  —  Taf.  II,  Fig.  6,  7. 

Clymenia  intracostata  F.  Frech,  loc.  cit.,  S.  32  f,  Taf.  I,  Fig.  8,  Text- 
figui-  1  c. 

Clymenia  annulata  Grümbel,  loc.  cit.,  Taf.  XVIII,  Fig.  11 

Das  in  Fig.  7  der  Taf.  II  abgebildete  Exemplar  unterscheidet 
sich  trotz  seines  fragmentären  Zustandes  sofort  von  Cl.  annulât:/ 
durch  das  viel  raschere  Anwachsen  der  Umgänge,  deren  Berippung 
mit  zunehmendem  Alter  immer  schwächer  wird,  so  daß  die  Schluß- 
windung fast  ganz  glatt  erscheint.  Es  lassen  sich  sieben  Windungen 
erkennen.  Die  Maßzahlen  des  ergänzt  gedachten  Gehäuses  sind  folgende: 

Größter  Durchmesser      50     mm 

Nabelweite 20       ,, 

Höhe  des  letzten  Umganges  ...  20       „ 
Dicke  des  letzten  Umganges  .    .    .  16*8  ,, 


178 

Die  Apertur  ist  ==  1,  wobei  jedoch  zu  bemerken  ist,  daß  die  letzte 
Windung  bloß  als  Steinkern  erhalten  und  die  Maßzahl  für  den 
Durchmesser  und  die  Höhe  des  letzten  Umganges  deshalb  etwas 
zu  klein  ausgefallen  ist.  Dasselbe  gilt  für  die  Dicke,  die  in  Wirk- 
lichkeit um  die  doppelte  Schalendicke  größer  ist,  während  die 
Nabelweite  durch  die  Schale  etwas  verkleinert  wird.  Der  Quotient 
aus  Umgangshöhe  und  Durchmesser  beträgt  04.  Die  Umgänge 
sind  stärker  gewölbt  als  bei  Cl.  annulata,  wodurch  auch  der 
Nabel  verhältnismäßig  viel  tiefer  eingesenkt  erscheint.  Die  gewölbte 
Externfläche  übergeht  in  gleichmäßiger  Rundung  in  die  Seiten- 
flächen, so  daß  der  Querschnitt  einer  etwas  abgeplatteten  Ellipse 
entspricht  (vgl.  Fig.  7  a,  auf  Taf.  II).  Die  Einhüllung  der  vorletzten 
Windung  durch  die  letzte  beträgt  ungefähr  ein  Viertel  der  Höhe 
des  vorletzten  Umganges. 

Die  inneren  Umgänge  sind  schwach,  aber  doch  ganz  deutlich 
berippt;  die  Rippen  sind  mehr  wulstartig,  nicht  so  scharf  wie  bei 
Cl.  annulata  und  verlaufen  auch  mehr  geradlinig.  Die  Anwachs- 
streifen sind  viel  schwächer  markiert  als  bei  Cl.  annulata,  scheinen 
jedoch  denselben  Verlauf  zu  haben  wie  bei  dieser. 

Die  Sutur  ist  an  keiner  Stelle  erkennbar,  da  die  inneren 
Windungen  mit  grobkristallenem  Kalzit  erfüllt  sind,  welcher  die 
Scheidewände  der  Kammern  zerstört  hat. 

Das  in  Fig.  6  (Taf.  II)  abgebildete  Exemplar  ist  wohl  eben- 
falls zu  Cl.  intracostata  zu  stellen.  Die  inneren  Umgänge  zeigen 
nur  eine  ganz  schwache  Berippung,  die  auf  der  Wohnkammer 
vollständig  verschwindet.  Die  Wölbung  der  Wohnkammer  ist  etwas 
geringer  als  bei  dem  früher  beschriebenen  Stück;  dieser  Umstand 
sowie  die  schwache  Berippung  nähern  unser  Exemplar  der  Cl. 
flexuosa  Mst.  Die  Sutur  ist  an  der  erhaltenen  Septalfläche  der 
letzten  Luftkammer  zu  entnehmen;  sie  entspricht  der  Darstellung 
bei  Frech  (loa  cit.,  S.  29,  Textfigur  1,  c),  indem  der  Extern- 
schenkel des  Laterallobus  nur  sehr  schwach  gekrümmt  ist  und 
der  Internschenkel  gegen  die  Naht  zu  hoch  emporsteigt.  Die  von 
Gümbel  (loc.  cit.,  Taf.  XVIII,  Fig.  11,  c)  abgebildete  Sutur  ist 
jedenfalls  etwas  verzeichnet.  Die  Septalfläche  ist  in  der  Nähe  des 
Internschenkels  des  Laterallobus  nach  vorn  gewölbt,  auf  dem 
Steinkern  also  vertieft. 

Nach  Prof.  Frech  ist  Cl.  intracostata  vielleicht  ident  mit 
der    von    Münster    als    Cl.  nodosa    var.    binodosa   beschriebenen, 


179 

jedoch  nicht  abgebildeten  Form,  die  von  Gümbel  zu  Cl.  annulata 
gezogen  und  auch  (loc  cit.,  Taf.  XVIII,  Fig.  11)  abgebildet  wurde. 
Gümbels  Figur  ist  —  Avie  auch  Prof.  Frech  vermutet  hat  —  offen- 
bar etwas  verzeichnet,  insofern  wenigstens,  als  das  Anwachsen 
des  letzten  Umganges  von  einer  Stelle  an  viel  zu  rasch  erfolgt; 
die  sonstige  Darstellung  Günibels  paßt  jedoch  ganz  gut  auch  auf 
unser  Exemplar  Fig.  7.  Das  von  Prof.  Frech  abgebildete  Stück 
von  La  Serre  bei  Cabrières  zeigt  die  letzte  Windung  vollkom- 
men glatt,  während  auf  unserem  Emxemplar  schwache,  aber  doch 
ganz  deutlich  sichtbare,  gekrümmte,  den  periodisch  verstärkten 
Anwachsstreifen  der  Schale  entsprechende  Vertiefungen  zu  erkennen 
sind.  Auch  Gümbel  bemerkt  von  dem  M  uns  ter  sehen  Exemplar, 
daß  die  Rippen  der  Schale  auch  auf  dem  Steinkern  noch  deutlich 
ausgeprägt  sind  und  auf  der  letzten  Windung  einer  „sehr  mar- 
kierten" Streifung  Platz  machen.  Die  von  Prof.  Frech  gegebene 
Abbildung  läßt  überdies  die  ziemlich  beträchtliche  Wölbung  der 
Umgänge  nicht  so  deutlich  hervortreten  wie  die  zitierte  Abbildung 
bei  Gümbel  oder  unsere  Figur. 

Was  die  Bezeichnung  der  in  Rede  stehenden  Form  anbe- 
langt, so  halte  ich  es  für  zweckmäßig,  den  von  Prof.  Frech  vor- 
geschlagenen Namen  auch  für  den  Fall  beizubehalten,  daß  Münster 
das  zum  ersten  Male  von  Gümbel  bildlich  dargestellte  Exemplar 
als  Cl.  nodosa  bezeichnet  haben  sollte.  Wirkliche  Knoten  sind 
ja  an  der  Schale  gar  nicht  vorhanden;  die  von  Prof.  Frech  ge- 
gebene Abbildung  läßt  zwar  die  Rippen  zum  Teil  knotenartig  er- 
scheinen, da  aber  der  Autor  im  Texte  (loc.  cit.,  S.  32)  seiner  Ab- 
handlung ganz  ausdrücklich  sagt,  daß  die  inneren  Umgänge  an 
CL  annulata  erinnern,  bei  dieser  jedoch  höchstens  Andeutungen 
von  Knoten  vorkommen,  so  ist  das  knotige  Aussehen  der  Rippen 
auf  der  genannten  Figur  wohl  nur  auf  die  Unvollkommenheit  der 
zeichnerischen  Darstellung  zurückzuführen. 

Deutliche,  aber  nur  lokal  ausgebildete  Knoten  zeigt  die  von 
G.  Sandberger  (Verhandl.  d.  naturf.  bist.  Ver.  d.  preuß.  Rheinl. 
usw.,  X,  1853,  Taf.  VIII,  Fig.  5)  unter  der  Bezeichnung  Cl.  bino- 
dosa  Mst.  abgebildete  Form,  die  ich  hierher  stellen  möchte.  Gümbel 
hat  sie  (mit  Fragezeichen)  zu  Cl.  spinosa  Mst.  gerechnet,  welche 
indessen  —  abgesehen  von  der  Skulptur  —  durch  eine  seichte  Ver- 
tiefung des  Externsattels  ausgezeichnet  ist,  während  auf  der  von 
G.  Sandberger    gegebenen    Abbildung    (Fig.  5,  b)    ein    gewölbter 


180 

Externsattel  zu  sehen  ist.  G.  Sandberger  erwähnt  übrigens  (loc. 
cit.,  S.  181)  ganz  ausdrücklich,  daß  die  Sutur  „im  Rücken  einen 
schmalen,  hohen  Sattel"  aufweist.  Eine  Neigung  zur  knotigen 
Ausbildung  der  Rippen  kommt  mitunter,  wie  schon  früher  bemerkt 
wurde,  auch  bei  CL  annulata  vor  und  es  ist  deshalb  diese  Eigen- 
tümlichkeit zur  spezifischen  Unterscheidung  der  Rippen  tragenden 
Clymenien  kaum  geeignet. 

Von  F.  Drevermann  wurde  (loc.  cit.,  S.  133)  die  Möglich- 
keit erwogen,  daß  CL  valida  Phill.  mit  Cl.  nodosa  Münster  iden- 
tisch sein  könnte.  R.  Wedekind  berührt  diese  Frage  (loc.  cit., 
S.  611)  ebenfalls,  meint  aber,  daß  sie  sich  nicht  entscheiden  lasse. 
Wenn  sich  Münsters  Cl.  nodosa  mit  Cl.  intracostata  Frech  ver- 
einigen Läßt,  dann  ist  die  Identität  der  erstgenannten  Form 
mit  Cl.  valida  Phill.  ausgeschlossen,  da  letztere  einen  andern  Ver- 
lauf der  Anwachsstreifen  besitzt;  sie  gehört  zu  den  Protactoclyme- 
nien  Wedekinds,  während  CL  intracostata  zur  „Gattung"  Recto- 
clymenia  Wedekind  zu  stellen  ist. 

CL  intracostata  Frech  scheint  im  Brünner  Clymenienkalk 
verhältnismäßig  selten  zu  sein;  allerdings  sind  ihre  Jugendzustände 
von  kleinen  Gehäusen  der  CL  annulata  sehr  schwer  zu  trennen. 
Bei  Cabrières  soll  CL  intracostata  zu  den  gewöhnlichsten  Vorkomm- 
nissen gehören  und  eine  für  Clymenien  sehr  bedeutende  Größe 
(nach  Prof.  Frech  bis  172  Fuß,  also  nahezu  0*5  ml)  erreichen. 
Ob  diese  Riesenformen  mit  den  so  wesentlich  kleineren  mittel- 
europäischen Vorkommnissen  tatsächlich  spezifisch  identisch  sind, 
vermag  ich  nicht  zu  entscheiden. 

4.  Clymenia  recticosta  n.  f.  —  Taf.  II,  Fig.  10. 

Von  dieser  interessanten  Form  liegt  leider  nur  ein  einziges 
defektes  Exemplar  vor,  an  welchem  sich  jedoch  die  wesentlichsten 
Merkmale  mit  Sicherheit  feststellen  lassen.  Das  Gehäuse  besteht 
aus  etwa  sieben  Windungen,  von  denen  jedoch  nur  die  vier  äußeren 
bloßgelegt,  sind.  Sie  sind  an  den  Seiten  mäßig  gewölbt,  auf  der 
Externseite  gerundet;  der  Übergang  der  Seitenflächen  in  die 
Externfläche  beziehungsweise  in  die  gegen  innen  abfallende 
Nabelwand  geschieht  sehr  allmählich,  ohne  Kantenbildung.  Der 
Schalenquerschnitt  ist  dementsprechend  oval  gestaltet  (vergleiche 
Fig.  10  b). 


181 

Die  Maßzahlen  des  ergänzt  gedachten  Gehäuses  sind: 

Größter  Durchmesser      .    .    .    .  43  5  mm 

Nabelweite 19*4    „ 

Höhe  des  letzten  Umganges  .    .14*1    „ 
Dicke  des  letzten  Umganges      .  12*3    „ 

Die  Apertur  beträgt  1'37,  der  Quotient  aus  größter  Windungs- 
höhe und  größtem  Gehäusedurchmesser  ungefähr  0*32.  In  der 
äußeren  Gestalt  erinnert  die  vorliegende  Form  am  meisten  an  Cl. 
intracostaia  Frech,  nach  der  Berippung  ist  sie  jedoch  gerade  das 
Gegenteil  der  letzteren.  Die  inneren  Umgänge  sind  nämlich  fast 
ganz  glatt,  indem  sich  die  nahezu  radial  verlaufenden,  sehr  schwach 
gekrümmten  Anwachsstreifen  (vgl.  Fig.  10  a,  Taf.  II)  nur  hie  und 
da  etwas  verstärken,  ohne  eigentliche  Rippen  zu  bilden.  Die  letzte 
Windung  trägt  hingegen  flache,  dicht  gedrängte  und  fast  radial 
verlaufende  Rippen,  die  selbst  auf  dem  Steinkern  noch  deutliche 
Spuren  hinterlassen  haben.  Die  Anwachsstreifen  biegen  sich  erst 
unmittelbar  an  der  Externfläche  zurück  und  bilden  dort  eine 
seichte  Bucht.  Ein  Schalenrest  läßt  in  der  Mitte  der  Esternfläche 
einige  zarte  Spiralstreifen  erkennen.  Der  erhaltene  Teil  der  Wohn- 
kammer nimmt  nur  etwas  mehr  als  ein  Viertel  der  letzten  Win- 
dung ein.  Von  den  Luftkammern  ist  nur  die  letzte  erhalten;  sie 
ist  auf  der  Externfläche  etwa  4  mm  hoch,  so  daß  die  auf  einen 
Umgang  entfallende  Anzahl  von  Luftkammern  ziemlich  groß  ge- 
wesen sein  muß.  Die  Lobenlinie  besitzt  einen  sehr  flachen  Extern- 
sattel und  einen  sehr  seichten  Seitenlobus  (vgl.  Fig.  10  cj.  Unter 
den  bekannten  Clymenienarten  finde  ich  keine,  die  sich  mit  der 
vorliegenden  Form  identifizieren  ließe. 

5.  Clymenia  pseudoflexuosa  n:  f.  —  Taf.  I,  Fig.  1,  Taf.  II, 
Fig.  8,  9. 

Clymenia  flexuosa  Rzehak,  Verhandl.  d.  naturf.  Ver.  in  ßrünn,  XX, 
1881,  Sitzgsber.  S.  40. 

Clymenia  cf.  flexuosa  Rzekak,  (Geolog.  Verhält,  d.  Umgebung  v.  ßrünn; 
Verh.  d.  naturf.  Ver.  in  Brunn,  XXII,  1884,  S.  187). 

Von  dieser  Form,  die  ich  ursprünglich  mit  Cl.  flexuosa 
Münster  identifiziert  habe,  liegen  mir  ziemlich  zahlreiche  Exemplare 
vor;  das  größte  derselben  (Taf.  I,  Fig.  1  a)  besitzt  bei  acht  Win- 
dungen folgende  Maßzahlen: 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  2.  13 


182 

Größter  Durchmesser 67  mm 

Nabelweite 28    „ 

Höhe  des  letzten  Umganges    .    .23    „ 

Da  das  Gehäuse  teilweise  beschädigt  ist,  so  läßt  sich  der 
größte  Durchmesser  nicht  ganz  genau  messen.  Die  Nabelweite  und 
Umgangshöhe  sind  ebenfalls  nicht  ganz  korrekt,  da  auf  den  äußeren 
Windungen  die  Schale  fehlt.  Die  aus  den  obigen  Angaben  be- 
rechnete Apertur  beträgt  1/2,  würde  sich  jedoch  bei  dem  beschälten 
Gehäuse  der  Zahl  1  noch  etwas  mehr  nähern.  Die  Dicke  des 
letzten  Umganges  läßt  sich  nicht  bestimmen,  da  er  zu  tief  im 
Gestein  sitzt. 

Die  ziemlich  rasch  anwachsenden  Windungen  sind  bis  auf 
die  kugelige  Embryonalblase  bloßgelegt,  jedoch  nur  stellenweise 
mit  geringen  Schalenresten  bedeckt;  die  vier  inneren  haben  einen 
rundlichen  Querschnitt,  während  die  später  folgenden  an  den  Seiten 
stark  abgeflacht  sind  und  am  Innenbug  eine  abgerundete  Kante 
bilden.  Die  Schale  war  glatt,  doch  sind  auf  den  innersten  Win- 
dungen hie  und  da  Spuren  von  rippenartigen  Verstärkungen  ein- 
zelner Bündel  von  Anwachsstreifen  zu  sehen;  die  Oberfläche  des 
Steinkerns  ist  vollkommen  glatt.  Der  erhaltene  Teil  der  Wohn- 
kammer nimmt  etwas  mehr  als  die  Hälfte  des  letzten  Umganges 
ein.  Die  Tjuftkammern  stehen  ziemlich  weit  auseinander;  die  an 
die  Wohnkammer  anschließende  Windung  enthält  ihrer  19 — 20, 
also  viel  weniger  als  Gl.  flcxuosa,  welche  dicht  gedrängte  Kammern 
besitzt.  Die  Sutur  zeigt  bloß  einen  einfachen,  seichten  Seitenlobus, 
dessen  innerer  Schenkel  gegen  die  Naht  emporsteigt  (vgl.  Taf.  I, 
Fig.  1  c);  der  Externsattel  ist  sehr  flach. 

Von  einem  zweiten,  ebenfalls  ziemlich  großen  Exemplar  ist 
auf  demselben  Gesteinstück  ungefähr  die  Hälfte  der  Schlußwindung 
zu  sehen  (vgl.  Taf.  I,  Fig.  1  b),  auf  welcher  noch  einzelne  Schalen- 
reste und  sogar  ein  Teil  des  Mündungsrandes  erhalten  sind.  Die 
Anwachsstreifen  sind  ziemlich  zart,  nicht  rippenartig  und  laufen 
in  sehr  sanfter  Krümmung  über  die  Seitenflächen.  Gegen  die  Naht 
zu  biegen  sie  sich  etwas  nach  vorwärts,  jedoch  bei  weitem  nicht 
so  stark,  wie  es  das  von  Prof.  Frech  (loc.  cit.,  S.  32,  Textfigur  2) 
abgebildete  Exemplar  von  Cl.  flexuosa  Münster  (em.  Frech)  zeigt. 
Die  deutliche  Rückbiegung  der  Anwachsstreifen  erfolgt  erst  sehr 
nahe  am  Außenbug;  unsere  Form  gehört  also  ebenfalls  zur  Gruppe 


183 

der  Rectoclymenien1)  Wedekinds.  Trotz  ihrer  Zartheit  haben  die 
Anwachsstreifen  infolge  des  Umstandes,  daß  sie  sich  in  ziemlich 
gleichmäßigen  Abständen  etwas  stärker  zusammendrängen,  auf  dem 
Steinkern  der  Wohnkammer  eine  schwache,  aber  doch  ganz  deut- 
liche Skulptur  hinterlassen,  die  sich  noch  zum  Teil  auf  die  nur 
schwach  gewölbte  Externfläche  fortsetzt. 

Auf  demselben  Gesteinstück  ist  auch  noch  ein  drittes,  kleineres 
Exemplar  gut  entblößt  (vgl.  Taf.  I,  Fig.  1  c).  Die  Abplattung  der 
Seitenflächen  tritt  hier  nicht  so  auffallend  hervor  wie  bei  den 
älteren  Individuen;  die  sonstigen  Verhältnisse  sind  jedoch  durch- 
aus übereinstimmend.  Der  erhaltene  Teil  der  Wohnkammer  nimmt 
die  Hälfte  des  letzten  Umganges  ein;  auf  den  an  die  Wohnkammer 
anschließenden  Umgang  entfallen  19  Luftkammern,  deren  Septa 
auch  auf  der  Abbildung  deutlich  zu  erkennen  sind. 

Das  in  Fig.  8  der  Taf.  II  abgebildete  Exemplar  wurde,  da 
es  äußerlich  stark  beschädigt  war,  bis  zur  Medianebene  ange- 
schliffen. Es  läßt  deutlich  die  Einrollung  der  Schale,  die  Aus- 
füllung der  Luftkammern  mit  kristallinischem  Kalzit  und  die  in- 
folge dieser  Kristallisation  eingetretene,  fast  vollständige  Zerstö- 
störung  der  Kammerscheidewände  deutlich  erkennen.  Die  nahezu 
drei  Viertel  des  letzten  Umgangs  einnehmende  Wohnkammer  hebt 
sich  durch  die  Ausfüllung  mit  schwarzem,  dichtem  Kalkstein  sehr 
scharf  von  dem  älteren  Teile  des  Gehäuses  ab.  Der  größte  Durch- 
messer des  (ergänzt  gedachten)  Steinkerns  beträgt  ungefähr  63  mm, 
die  größte  Höhe  des  letzten  Umganges  (ohne  Schale)  an  der  Stelle, 
an  welcher  der  unbeschädigte  Außenrand  aufhört,  19*8  mm,  an  der 
korrespondierenden  Stelle  in  der  Medianebene  17  mm.  Die  Ver- 
stärkungen der  Anwachsstreifen  sind  auf  der  Oberfläche  des  Stein- 
kerns der  Wohnkammer  deutlich  erkennbar. 

In  Fig.  9  der  Taf.  II  habe  ich  einen  Steinkern  abgebildet, 
an  welchem   die   Anzahl   der  Kammern   genau  festgestellt  werden 

')  Bei  den  Formen  mit  gewölbter,  allmählich  in  die  Seitenflächen  über- 
gehender Externfläche  ist  die  Zuteilung  zu  einer  der  beiden  Gruppen  —  Recto- 
clymenien  und  Protactoclymenien  —  nicht  leicht,  oft  wohl  ganz  unmöglich.  So 
könnte  man  auch  auf  unserer  Figur  1  b,  (Taf.  I)  die  Rückbiegung  der  Anwachs- 
streifen vielleicht  schon  als  eine  „Lateralvorbiegung"  auffassen  und  die  Cly- 
menia  pseudoflexiiosa  zu  den  Protactoclymenien  >  stellen.  Die  Vorbiegung  der 
Anwachsstreifen  ist  jedoch  bei  unserer  Form  viel  geringer  als  z.  B.  bei  Cly- 
menta  Steinmanni,  welche  R.  Wedekind  (loc.  cit.,  S.  615)  unter  den  Recto- 
clymenien  anführt. 

13* 


184 

kann.  Die  letzte  Windung  (bis  zum  Beginne  der  Wohnkainmer) 
trägt  ihrer  bloß  19,  entsprechend  dem  zuerst  beschriebenen  Exem- 
plar; bei  Cl.  flexuosa  werden  36 — 40  Kammern  in  einer  Windung 
angegeben.  Der  erhaltene  Teil  der  Wohnkammer  nimmt  ungefähr 
die  Hälfte  des  letzten  Umgangs  ein. 

Die  Maßzahlen  für  das  in  Rede  stehende  Exemplar  (Stein- 
kern) sind: 

Größter  Durchmesser 47     mm 

Nabelweite 18       ,, 

Höhe  des  letzten  Umganges  ...  16       „ 
Dicke  des  letzten  Umganges  .    .    .11*8    „ 

Die  Apertur  beträgt  1-12. 

Der  Steinkern  bietet  überdies  gewisse  bemerkenswerte  Eigen- 
tümlichkeiten. So  verläuft  über  die  Mitte  der  Externfläche  ein 
feiner,  erhöhter  Faden,  der  schon  mit  freiem  Auge  wahrnehmbar 
ist  und  auch  bei  anderen  Olymenienarten  bereits  wiederholt  be- 
obachtet wurde.  Bemerkenswert  sind  endlich  auch  Reste  einer 
dünnen  Schalenschichte,  die  auf  der  Wohnkammer  erhalten  sind 
und  unter  der  Lupe  fein  gekörnelt  erscheinen;  einzelne  dieser 
kleinen  Körner  verbreiten  sich  auch  noch  über  die  Oberfläche  der 
jüngsten  Luftkammern,  während  größere  Partien  der  Wohnkammer 
unter  der  Lupe  zahlreiche,  in  der  Größe  den  erwähnten  Körnern 
entsprechende  Grübchen  aufweisen;  es  handelt  sich  hier  an- 
scheinend um  Gebilde,  die  in  die  Kategorie  der  sogenannten 
„Epidermiden"  gehören. 

Wie  aus  den  vorstehenden  Beschreibungen  und  aus  den 
Abbildungen  hervorgeht,  steht  unsere  Form  der  Cl.  flexuosa 
Münster  (em.  Frech)  jedenfalls  recht  nahe,  weicht  aber  doch 
von  dieser  in  einigen  wichtigen  Eigentümlichkeiten  so  weit  ab, 
daß  eine  Trennung  wohl  gerechtfertigt  erscheint.  In  erster  Linie 
wäre  die  größere  Länge  der  Wohnkammer  hervorzuheben,  die  bei 
Cl.  flexuosa  bloß  die  Hälfte,  bei  unserer  Form  jedoch  nahezu 
drei  Viertel  des  letzten  Umganges  einnimmt.  Wichtig  ist  ferner 
die  bedeutend  geringere  Anzahl  der  Luftkammern,  da  in  dieser 
Beziehung  bei  einer  und  derselben  Cephalopodenspezies  nur  un- 
bedeutende Schwankungen  vorzukommen  pflegen.  Auch  im  Verlaufe 
der  Anwachsstreifen  finden  sich  Abweichungen,  auf  welche  schon 
früher  hingewiesen  wurde. 


185 

Cl.  flexuosa  Münster  gehört  trotz  der  zahlreichen  neueren 
Arbeiten,  die  sich  mit  Clymenien  befaßten,  immer  noch  zu  jenen 
Formen,  die  nicht  scharf  genug  begrenzt  sind.  H.  B.  Geinitz 
(Verstein.  der  Grauwackenformation  in  Sachsen  usw.,  S.  38)  und 
G  um  bei  haben  sie  mit  Münsters  Cl.  subflexuosa  zusammen- 
geworfen, obzwar  letztere  einen  zugeschärften  Rücken  und  einen 
abweichenden  Verlauf  der  Anwachsstreifen  (Protactoclymenia 
Wedekinds)  besitzt.  Prof.  F.  Frech  hat  dann  (loc.  cit.  S.  32)  die 
Art  genauer  begrenzt  und  darauf  hingewiesen,  daß  die  von 
Gümbel  (loc.  cit.  Taf.  XV,  Fig.  8  und  9)  als  Cl.  falcifera  Mün- 
ster und  Cl.  costulala  Münster  abgebildeten  Formen  mit  dem 
Mün  st  ersehen  Original  von  Cl.  flexuosa  identisch  sind  und  daß 
der  Name  Cl.  flexuosa  für  eben  diese  Formen  beizubehalten  sei. 
Gleichzeitig  bildet  jedoch  Prof.  Frech  (loc.  cit.  S.  32,  Textfigur  2) 
unter  diesem  Namen  eine  aus  dem  unteren  Clymenienkalk  von 
Planitz  stammende  Form  ab,  die  von  Cl.  falcifera  und  Cl.  costulata 
sehr  erheblich  abweicht.  Wenn  man  mit  R.  Wedekind  dem  Ver- 
laufe der  Anwachsstreifen  eine  größere  Bedeutung  beilegt,  so 
ist  in  der  Tat  eine  Vereinigung  der  genannten  Formen  unmöglich, 
da  Cl.  flexuosa  zu  den  „Rectoclymenien"  gehört,  während  die 
zwei  anderen  Arten  typische  „Protactoclymenien"  darstellen. 
Es  führt  auch  Prof.  Frech  selbst  eine  dieser  Protactoclymenien, 
nämlich  Cl.  falcifera  Münster,  unter  den  Synonymen  der  Cl. 
subflexuosa  Münster  an,  obwohl  er  sie  unmittelbar  vorher  als 
Typus  der  Cl.  flexuosa  hingestellt  hatte.  Die  letztgenannte  Form 
kommt  nach  Frech  (loc.  cit.  S.  34,  Fußnote  2)  auch  im  Clyme- 
nienkalk des  Enkeberges  vor,  sie  wird  jedoch  in  R.  Wedekinds 
Monographie  der  Enkeberger  Cephalopodenfauna,  in  welcher 
32  Arten  von  Clymenien  beschrieben  sind,  nicht  genannt.  Auch 
sonst  herrscht  über  die  Auffassung  der  spezifischen  Merkmale  der 
Cl.  flexuosa  eine  große  Unsicherheit.  So  gehören  die  von  H.  B. 
Geinitz  (Verstein.  der  Grauwackenform  usw.,  S.  38)  als  Cl.  fle- 
xuosa Münster  beschriebenen  Formen  nur  zum  Teil  zu  dieser 
Art.  Das  auf  Taf.  9,  Fig.  18  abgebildete  Windungsbruchstück 
erinnert  bis  auf  die  im  jüngsten  Teile  stärker  gekrümmten  An- 
wachsstreifen lebhaft  an  unsere  Cl.  pseudo  flexuosa,  gehört  jedoch 
nach  Prof.  Frech  zu  Cl.  undulaia.  Die  von  T scher ny sehe w 
(loc.  cit.  S.  18  d.  russ.  Textes,  Taf.  I,  Fig.  23-26)  aus  dem 
oberen    Horizont   von    Mursakajewa   am  westlichen  Abhänge   des 


186 

Ural  beschriebenen,  in  Prof.  Frechs  Arbeit  nicht  berücksichtigten 
Formen  gehören  meiner  Ansicht  nach  nicht  zu  Gl.  flexuosa; 
nach  den  vorzüglichen  Abbildungen  unterscheiden  sie  sich  kaum 
von  Tschernyschews  Cl.  annulata,  für  welche  ich  oben  den  Namen 
Cl.  Tschernyschewi  vorgeschlagen  habe.  Im  russischen  Text  erwähnt 
der  Autor  außer  den  Rippen  auch  die  feinen  Spiralstreifen,  wie 
sie  bei  Cl.  Tschernyschewi,  aber  nicht  bei  Cl.  flexuosa  Münster 
vorkommen.  Im  Oberdevon  des  polnischen  Mittelgebirges  scheint 
Cl.  flexuosa  zu  fehlen;  auch  aus  diesem  Grunde  ist  ihr  Vor- 
kommen am  Westabhange  des  Ural  wenig  wahrscheinlich.  M.  Gor- 
tani  erwähnt  (loc.  cit.  S.  219)  ein  kleines  Exemplar  (Durchmesser 
22  mm)  von  Cl.  flexuosa  aus  den  Karnischen  Alpen  (Casera  Pri- 
mosio),  bemerkt  jedoch,  daß  dasselbe  die  größte  Ähnlichkeit  mit 
den  von  Tschernyschew  abgebildeten  Exemplaren  aufweist;  es 
dürfte  sich  sonach  auch  hier  kaum  um  die  echte  Cl.  flexuosa 
handeln. 

Cl.  brevicostata  Richter  (Beitrag  zur  Palaeontol.  des  Thü- 
ringer Waldes;  Denkschr.  d.  k.  k.  Akad.  d.  Wiss.,  Wien,  XI,  1856, 
S.  112f,  Taf.  I,  Fig.  24—26)  wird  von  M.  Gort  ani  mit  Cl.  fle- 
xuosa vereinigt;  Gümbel  hat  diese  Vereinigung  nur  mit  Vorbehalt 
ausgesprochen,  indem  er  unter  den  Synonymen  der  Cl.  flexaosa 
die  Cl.  brevicostata  Richter  (non  Münster)  mit  einem  Fragezeichen 
anführt.  Nach  der  etwas  mangelhaften  Zeichnung  Richters  besitzt 
diese  Form  ziemlich  weit  voneinander  entfernte  Kammerscheide- 
wände und  überdies  deutliche  Rippen;  die  Seitenflächen  werden 
als  sanft  gewölbt,  der  Rücken  als  ziemlich  breit  und  gewölbt,  die 
Mundöffnung  als  stumpfherzförmig  angegeben.  Nach  diesen  Merk- 
malen könnte  man  die  von  Richter  aus  dem  Thüringer  Walde 
beschriebene  Form  am  ehesten  mit  Frechs  Cl.  intracostata  ver- 
einigen. 

6.  Clyvnenia  pseudarietina  n.  f.  —  Taf.  III,  Fig.  1,  2. 

Es  liegen  mir  einige  Clymeniengehäuse  vor,  die  sich  durch 
ihre  Involution  und  ihre  Berippung  an  jene  Form  anschließen, 
die  G.  Sandb erger  (Verhandl.  d.  naturf.  Vereines  d.  preußischen 
Rheinlande  und  Westfalens,  X,  1853,  S.  182  ff.,  Taf.  VII,  Fig.  5) 
als  Cl.  arietina  beschrieben  hat  und  die  später  von  Gümbel  (loc. 
cit.)  mit  der  ähnlichen  Cl.  plicata  Münster  zu  Cl.  angustiseptata 
gezogen  wurde.  Prof.  Frech  hat  Cl. arietina  wieder  von  den  beiden 


187 

früher  genannten  Formen  getrennt,  doch  wird  die  von  ihm  mit 
dem  Sandbergerschen  Namen  bezeichnete  Form  von  R.  Wede- 
kind (loc.  cit.  S.  614)  mit  der  von  ihm  neu  aufgestellten  CL  in- 
voluta  vereinigt.  Als  Cl.  arietina  beschreibt  R.  Wedekind  eine 
nach  seiner  Angabe  sehr  seltene  Form,  die  sich  nach  der  gege- 
benen (leider  nicht  photographischen)  Abbildung t  loc.  cit.  Taf.  XLIV, 
Fig.  8)  sowohl  von  dem  Sandbergerschen  Typus  als  auch  von  der 
hier  zu  beschreibenden  mährischen  Art  in  mehreren  Eigentümlich- 
keiten unterscheidet.  Unsere  Form  weicht  auch  von  dem  Typus 
so  weit  ab,  daß  die  spezifische  Trennung  wohl  gerechtfertigt  erscheint. 

Das  auf  Taf.  III  in  Fig.  1  abgebildete  Exemplar  läßt  drei 
ziemlich  rasch  anwachsende  Umgänge  erkennen;  die  innersten 
Partien  des  Gehäuses  konnten  nicht  bloßgelegt  werden,  es  läßt  sich 
jedoch  annehmen,  daß  mindestens  sechs  Windungen  vorhanden  waren. 

Die  Maßzahlen  sind  folgende: 

Größter  Durchmesser 29"5  mm 

Nabelweite 10*0  „ 

Höhe  des  letzten  Umganges     .    .    .  13*3   „ 
Dicke  „  „  „  ...  11-3  „ 

Die  Apertur  beträgt  0*8,  der  Quotient  aus  Umgangshöhe 
und  Durchmesser  0*42.  Die  Windungen  sind  an  den  Seiten  nur 
schwach  gewölbt  und  auf  der  Externfläche  ziemlich  stark  ab- 
geplattet, so  daß  am  Außenbug  deutliche,  abgerundete  Kanten 
entstehen  (vgl.  den  Querschnitt  Taf.  III,  Fig.  1  a),  die  namentlich 
auf  dem  Steinkern  gut  hervortreten.  Auch  am  Innenbug  bildet 
die  Schale  eine  deutliche  Kante,  von  welcher  die  Windungen 
gegen  die  Naht  zu  steil  abfallen.  Der  erhaltene  Teil  der  Wohn- 
kammer nimmt  einen  halben  Umgang  ein;  auf  der  Externfläche 
der  Wohnkammer  erscheint  in  der  Medianebene  eine  sehr  zarte 
Furche.  Die  Luftkammern  stehen  eng  gedrängt;  die  Höhe  der 
letzteren  beträgt,  auf  der  Externfläche  gemessen,  bloß  2*3  mm.  Die 
Lobenlinie  besitzt  einen  ganz  flachen,  mitunter  sogar  etwas  ein- 
gesenkten Externsattel  und  einen  sehr  flachen  Seitenlobus,  an  den 
sich  unterhalb  des  Innenbugs  eine  schwache,  sattelförmige  Auf- 
biegung anschließt.  Infolge  der  Flachheit  des  Externsattels  und 
der  Kante  zwischen  der  Externfläche  und  den  Seitenfläche  zeigt 
die  Lobenlinie  am  Übergänge  des  Externsattels  in  den  Seiten- 
lobus eine  leichte  winkelige  Biegung. 


188 

An  mehreren  Stellen  des  Gehäuses  sind  Reste  der  Schale  erhalten, 
welche  eine  genaue  Feststellung  der  Skulptur  uud  des  Verlaufes  der 
Anwachsstreifen  gestatten.  Die  inneren  Windungen  tragen  ziemlich 
dicht  stehende,  kräftige,  nur  wenig  gekrümmte  Rippen;  auf  der 
Schlußwindung  erscheinen  die  letzteren  deutlich  als  Verstärkungen 
der  Anwachsstreifen.  Sie  sind  namentlich  in  der  Nähe  des  Innen- 
bugs ziemlich  kräftig  und  nahezu  radial  gestellt,  biegen  sich  dann 
aber  bald  ziemlich  stark  nach  vorwärts  und  verschwinden  knapp 
am  Außenbug.  Denselben  Verlauf  besitzen  die  Anwachsstreifen, 
doch  lassen  sich  dieselben  noch  weiter  verfolgen.  Unterhalb  des 
Innenbugs  gegen  die  Naht  zu  zeigen  sie  nur  eine  sehr  schwache 
Krümmung  nach  vorwärts  ;  unmittelbar  unter  dem  Außenbug  bilden 
sie  eine  deutliche  Vorbiegung,  am  Außenbug  selbst  wenden  sie 
sich  stark  nach  rückwärts  und  bilden  auf  der  Externfläche  eine 
ziemlich  tiefe,  parabolische  Bucht.  An  der  Kante  des  Außenbugs 
sind  die  Anwachsstreifen  am  deutlichsten  ausgebildet,  während  sie 
auf  der  Externfläche  kaum  sichtbar  sind,  so  daß  die  letztere  ein 
nahezu  glattes,  von  den  gestreiften  Bugkanten  begrenztes  Band 
bildet  (vgl.  Fig.  1  b  auf  Taf.  III). 

Von  Cl.  arietina  Sandb.  unterscheidet  sich  unsere  Form  haupt- 
sächlich durch  die  sehr  schwache  Wölbung  der  Externfläche,  die 
sich  bei  älteren  Exemplaren  der  Cl,  arietina  zu  einer  deutlichen 
Mittelkante  zuschärft.  Die  von  R.  Wedekind  <loc.  cit.  S.  614, 
Taf.  XLIV,  Fig.  8)  als  Cl,  arietina  Sandb.  abgebildete  Form  unter- 
scheidet sich  außer  durch  die  (vielleicht  nicht  ganz  richtig  dar- 
gestellten) Wachstumsverhältnisse  der  Schale  auch  noch  durch 
die  Art  der  Berippung  sehr  bestimmt  von  unserer  Cl.  pseudarietina; 
Die  von  Prof.  Frech  als  Cl.  involuta  Sandb.  beschriebene  Form 
wird  von  R.  Wedekind  mit  der  von  ihm  neu  aufgestellten  Cl.  in- 
valida (R.  Wedekind,  loc,  cit.  S.  609,  Taf.  XLIV,  Fig.  1,  2)  iden- 
tifiziert; ich  möchte  diese  Identifizierung  nicht  für  ganz  einwand- 
frei halten,  da  Cl.  involuta  Wedekind  eine  „gerundete"  Extern- 
seite und  aaf  der  Wohnkammer  keine  Rippen,  sondern  bloß  An- 
wachsstreifen besitzt,  während  Frechs'  Exemplar  eine  „treppen- 
förmige  Begrenzung  des  äußeren  Umganges"  (Frech,  loc.  cit.  S.  32) 
besitzt  und  auch  auf  der  Wohnkammer  kräftig  berippt  ist.  Viel 
wahrscheinlicher  erscheint  mir  die  Identität  der  Frechschen  Form 
mit  unserer  Cl.  pseudarietina.  Von  Cl.  involuta  Wedekind  unter- 
scheidet   sich    die    letztere    durch  die  viel  stärkere  Involution,  die 


189 

geringere  Dicke  des  Gehäuses,  die  stärkere  Abplattung  der  Extern- 
fläche und  die  Begrenzung  derselben  durch  gerundete  Kanten. 
Cl.  enkebergensis  Wedekind  (loc.  cit.  S.  606,  Textfigur)  ist  zwar 
etwas  größer  als  Cl.  pseudarietina,  scheint  aber  der  letzteren  recht 
nahezustehen;  die  von  Wedekind  gegebene  Abbildung  ist  leider 
etwas  schematisiert,  so  daß  eine  genauere  Vergleichung  nicht 
möglich  ist.  Die  Externfläche  wird  als  „kurz  gerundet",  die  Wohn- 
kammer als  glatt  angegeben;  da  auch  der  Verlauf  der  Loben- 
linie  ein  abweichender  zu  sein  scheint,  so  dürfte  es  wohl  angezeigt 
sein,  die  beiden  Formen  getrennt  zu  halten.  Cl.  discoidalis  Wede- 
kind (loc.  cit.  S.  618,  Taf.  XLIV,  Fig.  4)  ist  sowohl  auf  den 
Seiten  als  auch  auf  der  Externfläche  viel  stärker  abgeplattet  und 
besitzt  kräftigere,  weniger  stark  gekrümmte  Rippen  ;  überdies  ist 
die  Externfläche  am  Außenbug  durch  eine  von  den  Anwachs- 
streifen gebildete,  leistenförmig  vorragende  Kante  begrenzt.  Cl.  co- 
statu  Wedekind  (loc.  cit.  S.  606,  Taf.  XLIV,  Fig.  3)  ist  größer, 
mehr  involut  und  mit  kräftigen  Rippen  versehen,  die  einen  anderen 
Verlauf  zeigen  als  jene  von  Cl.  pseudarietina. 

Das  in  Fig.  2  fTaf.  III)  abgebildete  Exemplar  weicht  von 
dem  eben  beschriebenen  zwar  etwas  ab,  dürfte  aber  auch  zu 
CL  pseudarietina  zu  ziehen  sein.  Die  Maßzahlen  dieses  Exemplars 
sind  folgende: 

Größter  Durchmesser 30*0  ///;// 

Nabelweite 8-3  „ 

Höhe  des  letzten  Umganges     .    .    .  14*0  „ 
Dicke    „         „  „  ...  11-5  „ 

Die  Apertur  beträgt  0*6,  der  Quozient  aus  der  Umgangshöhe 
und  dem  größten  Durchmesser  0-46.  Es  sind  fünf  rasch  anwach- 
sende Windungen  erhalten,  von  denen  die  inneren  —  mit  Aus- 
nahme der  ebenfalls  bloßgelegten  Embryonalwindung  und  der  bei 
der  Präparation  leider  zum  größten  Teile  zerstörten  vorletzten 
Windung  —  eine  sehr  deutliche,  gleichmäßige  Berippung  erkennen 
lassen;  auf  der  Schlußwindimg  zeigen  die  erhaltenen  Schalenreste 
eine  merkliche  Abschwächung  der  Skulptur,  die  hier  nur  in  der 
Nähe  des  Nabelbuges  etwas  kräftiger  wird.  Die  Rippen  verlaufen 
fast  radial  mit  einer  sanften  Krümmung  nach  vorn,  entsprechend 
den  Anwachsstreifen,  die  auf  der  Externfläche  dieselbe  Einbuchtung 
bilden,  wie  bei  dem  früher  beschriebenen  Exemplar.     Zum  Unter- 


190 

schiede  von  dem  letzteren  ist  die  Externfläche  der  Wohnkammer, 
von  welcher  ein  ungefähr  dem  halben  letzten  Umgang  entsprechendes 
Stück  erhalten  ist,  ein  wenig  abgeplattet.  Die  Sutur  stimmt  mit 
der  des  früher  beschriebenen  Exemplars  überein;  die  einzige  Ab- 
weichung besteht  in  der  etwas  tieferen  Einsenkung  des  Seitenlobus. 
Außer  den  zwei  eben  beschriebenen  Exemplaren  liegen  mir 
noch  mehrere  kleine  Gehäuse  und  Gehäusefragmente  vor,  die  eben- 
falls zu  Cl.  pseudarietina  gestellt  werden  können.  Eines  derselben 
—  von  18  mm  Durchmesser  —  ist  durch  den  ungleichmäßigen 
Abstand  der  Kammerwände  und  durch  einen  in  der  Medianlinie 
der  Externfläche  verlaufenden,  feinen  Faden  bemerkenswert. 

7.  Clymetiia  n.  f.  äff.  pseudarietinae  m.  —  Taf.  III,  Fig.  3. 

Das  einzige  mir  vorliegende  Exemplar  ist  zwar  sehr  defekt,  läßt 
aber  trotzdem  die  wichtigsten  Merkmale  gut  erkennen,  Das  Ge- 
häuse ist  ziemlich  stark  involut  und  besitzt  rasch  anwachsende 
Umgänge,  deren  Zahl  sich  leider  nicht  feststellen  läßt.  Die  Maß- 
zahlen des  ergänzt  gedachten  Gehäuses  sind: 

Größter  Durchmesser    ....  zirka  30  mm 

Nabelweite „       8  „ 

Höhe  des  letzten  Umganges     .       „     13  „ 
JJicke  „  „  „  .       „      11  „ 

Aus  diesen  nur  angenähert  richtigen  Zahlen  würde  sich  die 
Apertur  mit  0*6  und  der  Quotient  aus  Umgangshöhe  und  Durch- 
messer mit  0*4  berechnen.  Die  Seitenflächen  der  Umgänge  sind 
ähnlich  wie  bei  Cl.  pseudarietina  abgeplattet,  während  die  Extern- 
fläche mehr  gewölbt  und  gegen  die  Seitenflächen  zu  nicht  durch 
Kanten  begrenzt  ist.  Von  der  Wohnkammer  ist  nur  ein  kleiner 
Teil  erhalten.  Von  den  Luftkammern  läßt  sich  trotz  ihrer  Aus- 
füllung mit  kristallinischem  Kalzit  konstatieren,  daß  sie  sehr 
niedrig  und  infolgedessen  in  großer  Anzahl  (30 — 32  auf  der  letzten 
Windung)  vorhanden  waren;  die  letzte  Luftkammer  erreicht  auf 
der  Externfläche  bloß  1*8  mm  Höhe.  Die  vorletzte  Septalfläche 
ist  (mit  der  darunter  liegenden  Septalfläche  der  vorhergehenden 
Windung)  in  Fig.  3  a  der  Taf.  III  dargestellt  und  läßt  auch  bei- 
läufig den  Querschnitt  der  Schale,  insbesondere  die  Rundung  der 
Externfläche  erkennen.  Die  Lobenlinie  stimmt  im  allgemeinen  mit 
der  der  früher  beschriebenen  Form  überein,  doch  ist  der  Seitenlobus 


191 

bedeutend  tiefer  eingesenkt  und  der  flache  Externsattel  gegen  den 
Seitenlobus  nicht  winkelig  abgesetzt.  Die  Schalenoberfläche  war 
zum  Unterschied  von  Cl.  pseadariethia  nahezu  glatt;  die  Anwachs- 
streifen besitzen  eine  starke  Lateralvorbiegung  und  bilden  auf  der 
Externfläche  eine  parabolische  Bucht,  deren  Aste  etwas  mehr  di- 
vergieren als  bei  Cl.  psendarietina. 

Will  man  die  vorliegende  Form  mit  Cl.  pseudarietina  ver- 
einigen, so  muß  man  zugeben,  daß  die  letztere  in  allen  ihren 
Merkmalen  außerordentlich  veränderlich  ist,  wie  wir  dies  auch  bei 
Cl.  mmulata  konstatiert  haben. 

8.  Clymenia  cf.  Steinnianni  Wedekind.  —  Taf.  II,  Fig.  11. 
R.  Wedekind,  loc.  cit.  S.  615,  Taf.  XLIII,  Fig.  12. 

Das  einzige  mir  vorliegende  Exemplar  besitzt  mäßig  rasch 
anwachsende,  an  den  Seiten  abgeflachte  Windungen,  deren  Zahl 
sich  leider  nicht  genau  feststellen  läßt.  Die  Maßzahlen  sind: 

Größter  Durchmesser 40  mm 

Nabelweite 15*3     „ 

Höhe  des  letzten  Umganges      .    .  15'2     ,, 

Dicke     „         „  „  .    .  13        „ 

Die  Apertur  ist  fast  genau  =  1,  der  Quotient  aus  Windungs- 
höhe und  Durchmesser  =  0*38. 

Die  mäßig  gewölbte  Externfläche  übergeht  mit  gleichmäßiger 
Rundung  in  die  abgeplatteten  Seitenflächen;  letztere  fallen  gegen 
die  Naht  zu  steil  ab,  so  daß  am  Innenbug  eine  abgerundete 
Kante  entsteht,  die  allerdings  nur  bei  den  jüngeren  Windungen 
deutlich  hervortritt  (vgl.  Fig.  IIa).  Der  erhaltene  Teil  der  Wohn- 
kammer nimmt  etwas  mehr  als  die  Hälfte  der  Schlußwindung  ein. 
Über  die  Zahl  der  Wohnkammern  einer  Windung  läßt  sich  leider 
keine  genaue  Angabe  machen,  da  die  Scheidewände  fast  gänzlich 
zerstört  sind.  Bei  der  letzten  (jüngsten)  Luftkammer  sind  sie 
jedoch  zufällig  erhalten  und  lassen  erkennen,  daß  die  Kammern 
nur  in  einer  verhältnismäßig  geringen  Anzahl  vorhanden  waren. 
Da  die  Höhe  der  letzten  Luftkammer  —  auf  der  Externfläche 
gemessen  —  ungefähr  4*2  mm  beträgt,  so  kann  der  der  Wohn- 
kammer unmittelbar  vorhergehende  Umgang  höchstens  17 — 18 
Kammern  enthalten  haben.  Die  Sutur  besitzt  einen  flachen  Extern- 
sattel und  einen  sehr  seichten  Seitenlobus. 


192 

Die  letzte  Windung  trägt  noch  ansehnliche  Reste  der  Schale, 
an  denen  sich  die  Skulptur  genau  feststellen  läßt.  Die  Anwachs- 
streifen laufen  in  einer  sehr  flachen,  nach  vorn  konkaven  Kurve 
über  die  Seitenflächen  und  wenden  sich  erst  am  Außenbug  nach 
rückwärts,  auf  der  Externfläche  eine  verhältnismäßig  seichte  Bucht 
bildend;  sie  zeigen  also  den  für  die  „Rectoclymenien"  typischen 
Verlauf.  Auf  der  Wohnkammer  verstärken  sich  einzelne  Bündel 
der  Anwachsstreifen  zu  schwachen  Rippen,  die  insbesondere  am 
Innenbug  deutlicher  hervortreten.  Der  unmittelbar  an  die  Wohn- 
kammer angrenzende  Teil  der  Schale  zeigt  an  einer  Stelle  zarte 
Längsstreifen;  es  handelt  sich  hier  wohl  nur  um  ein  individuelles 
Merkmal. 

Ich  bin  nicht  imstande,  zwischen  unserer  Form  und  der  aus 
dem  Clymenienkalk  des  Enkeberges  stammenden  Gl.  Steinmanni 
Wedekind  wesentliche  Unterschiede  zu  konstatieren.  Wenn  Wede- 
kinds Darstellung  des  Schalenquerschnittes  (loc.  cit.  Taf.  XLIII, 
Fig.  12  a)  richtig  ist,  dann  hat  unsere  Form  etwas  weniger  diver- 
gierende Seitenflächen,  so  daß  sich  der  Querschnitt  mehr  der 
Rechteckform  nähert.  Außerdem  scheint  die  Berippung  der 
Enkeberger  Exemplare  etwas  kräftiger  zu  sein,  doch  sind  diese 
geringen  Abweichungen  zu  einer  Trennung  der  beiden  Formen 
gewiß  nicht  ausreichend.  Über  die  Höhe  und  Anzahl  der  in  einer 
Windung  enthaltenen  Luftkammern  macht  Wedekind  leider  — 
wie  bei  den  meisten  seiner  zahlreichen  neuen  Formen  —  keine 
Angabe. 

9.  Clymenia   WysogorshU  Frech  (Taf.  III,  Fig.  4,  5). 
F.  Frech,  loc.  cit.,  S.  33,  Fig.  3. 

Von  dieser  überaus  charakteristischen  Clymenienform  liegen 
in  einem  nur  38  mm  langen  und  22  mm  breiten  Gesteinsstückchen 
fünf,  in  einem  zweiten,  ungefähr  ebenso  großen  vier  Exemplare. 
Das  größte  derselben  (vgl.  Taf.  III,  Fig.  4)  ist  leider  unvoll- 
ständig erhalten,  läßt  aber  doch  alle  wesentlichen  Merkmale  gut 
erkennen.  Es  sind  außer  der  Embryonalwindung  sechs  langsam 
anwachsende  und  sich  nur  an  der  abgeflachten  Externseite  be- 
rührende Umgänge  vorhanden.  Die  Seitenflächen  derselben  sind 
nur  sehr  schwach  gewölbt,  am  Nabelbug  zugerundet,  am  Extern- 
bug jedoch  deutlich  kantig;  da  die  Dicke  der  Umgänge  im  Ver- 
hältnis   zu    ihrer  Höhe    gering  ist  (vergl.   die   weiter    unten  ange- 


193 

gebenen  Maßzahlen),  gegen  den  Nabelbug  jedoch  etwas  größer 
wird,  so  hat  der  Querschnitt  derselben  ungefähr  die  Form  eines 
schmalen  Trapezes  (vgl.  Taf.  III,  Fig.  4«),  während  Prof.  Frech 
bei  seinem  Exemplar  dem  Windungsquerschnitt  die  Gestalt  eines 
schmalen  Rechteckes  gibt.  Die  Differenz  der  beiden  Querschnitts- 
formen ist  allerdings  sehr  unbedeutend. 

Über  die  Schalenoberfläche  der  Cl.  WysogorsMi  teilt  Prof. 
Frech  nichts  mit;  unsere  Exemplare  tragen  nur  sehr  spärliche 
Reste  der  Schale  mit  zarten  Anwachsstreifen,  die  gegen  den 
Externbug  zu  merklich  kräftiger  werden  und  sich  stark  nach  vorne 
biegen,  um  sich  am  Bug  selbst  wieder  zurückzukrümmen  und  auf 
der  schmalen  Externfläche  eine  nach  vorne  offene  Bucht  zu  bilden. 
Auf  der  Externfläche  selbst  sind  leider  keine  Schalenreste  erhalten, 
so  daß  über  diese  dem  Mündungsausschnitt  entsprechende  Bucht 
nichts  Näheres  gesagt  werden  kann. 

Die  inneren  Windungen  bestehen  auch  hier  aus  kristalli- 
nischem Kalzit,  so  daß  die  Suturen  zumeist  vollständig  zerstört 
sind;  an  einzelnen  Stellen  sind  sie  jedoch  ganz  gut  erhalten  und 
lassen  am  Nabelbug  den  charakteristischen  kleinen  Seitensattel 
deutlich  erkennen.  So  stark  entwickelt  wie  auf  der  von  Prof. 
Frech  gegebenen  Abbildung  ist  dieser  Sattel  an  unserem  Exem- 
plar allerdings  nicht;  auch  die  Gesamtform  der  Sutur  weicht  von 
der  möglicherweise  nicht  ganz  korrekten  Darstellung  in  Frech  s 
Figur  etwas  ab,  indem  der  Seitenlobus  gleichmäßiger  gekrümmt 
erscheint,  so  daß  der  Externsattel  und  der  kleine  Seitensattel  in 
der  aufgerollten  Lobenlinie  ungefähr  gleich  hoch  liegen  (vergl. 
Taf.  III,  Fig.  ib),  während  auf  Frech  s  Figur  der  Seitensattel 
merklich  höher  ansteigt. 

Die  Maßzahlen    unseres   ergänzt   gedachten  Exemplars  sind: 

Größter  Durchmesser 32     mm 

Nabelweite 163    ,, 

Höhe  des  letzten  Umganges    ...     9       „ 
Dicke 5       „ 

Die  Apertur  beträgt  1*8,  der  Quotient  aus  Umgangshöhe  und 
Durchmesser  0*28. 

Die  in  Fig.  5  (Taf.  III)  abgebildeten  Exemplare  bieten 
keinen  Anlaß  zu  besonderen  Bemerkungen;  es  sind  durchwegs 
Steinkerne   unausgewachsener  Individuen  mit  spärlichen  Schalen- 


194 

resten  und  fast  gänzlich  zerstörten  Suturen.  Ein  auf  der  Abbil- 
dung nicht  deutlich  sichtbares  kleines  Exemplar  ist  quer  abge- 
brochen und  läßt  den  Querschnitt  des  ganzen,  aus  vier  Umgängen 
bestehenden  Gehäuses  erkennen. 

Ein  weiteres  hier  nicht  abgebildetes  Exemplar  ist  dadurch 
bemerkenswert,  daß  die  Suturen  auch  auf  den  inneren  Windungen 
zum  größten  Teile  sichtbar  sind.  Es  kommen  auf  den  der  Wohn- 
kammer unmittelbar  vorhergehenden  Umgang  bei  einem  Gehäuse- 
durchmesser von  17  mm  ungefähr  20 — 21  Luftkammern,  deren 
Scheidewände  in  ungleichmäßigen  Abständen  aufeinander  folgen. 
Der  Seitensattel  der  Lobenlinie  ist  schwach,  aber  doch  deutlich 
entwickelt. 

Das  Auftreten  der  Cl.  Wysogorskii  in  unserem  Clymenien- 
kalk  ist  recht  interessant,  da  diese  Form  bisher  bloß  in  einem 
einzigen  Exemplar  aus  dem  obersten  Clymenienkalk  (Zone  der 
Gonioclymenien)  von  Ebersdorf  bekannt  war.  Die  Frage,  ob  durch 
diese  Form  auch  in  unserem  Clymenienkalk  ein  höheres  Niveau 
angedeutet  werde  oder  ob  der  tiefere  Teil  des  Clymenienkalkes 
ihrem  Hauptvorkommen  entspricht,  während  ihr  vereinzeltes  Auf- 
treten in  der  Zone  der  Gonioclymenien  bereits  ihr  Aussterben 
bezeichnet,  ist  schwer  zu  entscheiden.  Der  Kalkstein,  in  welchem 
unsere  Cl.  Wysogorskii  eingeschlossen  ist,  unterscheidet  sich  durch 
reichliche  Einschlüsse  winziger  Gastropodenschalen,  durch  das 
Zurücktreten  der  Ostrakoden  sowie  durch  einen  mehr  in  das 
Braune  neigenden  Farbenton  von  dem  Gestein,  in  welchem  die 
früher  beschriebenen  Clymenien  vorkommen;  es  wäre  sonach 
immerhin  möglich,  daß  sich  in  unserem  Clymenienkalk  zwei  Hori- 
zonte vertreten  finden. 

Praeglyphioceras  Wedekind. 

R.  Wedekind  hat  (loc.  cit.,  S.  599)  für  die  involuten  Gonia- 
titen,  die  gerade  oder  nur  schwach  gebogene  Anwachsstreifen  und 
überdies  auch  noch  eine  Spiralskulptur  besitzen,  die  neue  Gattung 
Praeglyphioceras  aufgestellt.  Diese  Gattung  ist  auch  durch  die 
Lobenlinie  charakterisiert,  in  dieser  Beziehung  jedoch  anscheinend 
nicht    ganz    scharf  von   Sporadoceras  Hyatt  (em.   Frech)  getrennt. 

Ich  stelle  zwei  größere  Goniatitenformen  des  Brünner  Cly- 
menienkalkes mit  Rücksicht  auf  ihre  Skulptur  zu  Wedekinds  neuer 
Gattung,   obzwar   die   Übereinstimmung   der  Lobenlinien   vorläufig 


195 

zweifelhaft  bleiben  muß.  Ursprünglich  hatte  ich  beide  Formen  der 
Gattung  Sporadoceras  Hyatt  (em.  Frech)  zugewiesen,  doch  ist  auch 
bei  dieser  Auffassung  die  Übereinstimmung  der  Lobenlinien  keine 
vollständige,  wie  aus  den  später  folgenden  Ausführungen  her- 
vorgeht. 

1.  JPraeglyphioceras  moravicum,  n.  f.  —  Taf.  III, 
Fig.  6,  7. 

Es  liegen  mir  mehrere,  leider  fast  durchwegs  fragmentarische 
Exemplare  eines  Goniatiten  vor,  die  sich  durch  eine  verhältnis- 
mäßig bedeutende  Größe,  durch  ihre  auf  die  Externfläche  be- 
schränkten Labialwülste  und  durch  ihre  Skulptur  auszeichnen. 
Das  Gehäuse  ist  scheibenförmig,  vollkommen  involut  mit  gerun- 
detem Rücken.  Die  Wohnkammer  erreicht  zum  mindesten  die 
Länge  einer  ganzen  Windung;  ihr  Beginn  ist  —  wie  bei  den 
Clymenien  —  durch  die  schwarze  Farbe  des  dichten  Ausfüllungs- 
materials, welches  von  dem  weißen,  kristallinischen  Kalzit  der 
inneren  Windungen  scharf  absticht,  gut  bezeichnet.  Die  Extern- 
fläche der  Steinkerne  läßt  auch  bei  ganz  kleinen  Exemplaren  die 
Eindrücke  von  kurzen  V-förmigen  Labialwülsten  erkennen;  Anzahl 
und  Verlauf  derselben  erinnern  am  meisten  an  Chiloceras  Jagoiviense 
Gürich  aus  dem  mittleren  Oberdevon  des  polnischen  Mittelgebirges. 
Die  etwas  abgeflachten  Seiten  übergehen  ganz  allmählich,  ohne 
Abstufung,  in  die  gewölbte  Externfläche. 

An  mehreren  Stellen  der  Steinkerne  sind  auch  noch  Schalen- 
reste zu  erkennen  ;  sie  zeigen  zunächst  sehr  zarte,  nahezu  gerad- 
lirjig  und  radial  verlaufende,  auf  der  Externfläche  nur  schwach 
zurückgebogene  Anwachsstreifen,  außerdem  aber  viel  kräftiger 
entwickelte,  auf  der  Externfläche  merklich  schwächer  werdende 
Spiralstreifen,  die  auch  auf  den  inneren  Umgängen  deutlich  zu 
sehen  sind.  Die  Spiralstreifung  dominiert  und  ist  mitunter  —  wie 
unsere  Figur  7  zeigt  —  selbst  an  den  Steinkernen  angedeutet;  sie 
ist  auch  bei  einem  bloß  die  ältesten  Windungen  umfassenden, 
sehr  kleinen  (kaum  7  mm  Durchmesser)  Bruchstück  ganz  deutlich, 
wenngleich  nur  wenig  kräftiger  als  die  Anwachsstreifen,  ausge- 
bildet. Die  Anwachsstreifen  schmiegen  sich  den  Labialwülsten 
nicht  an,  sondern  durchschneiden  dieselben  in  einem  spitzen  Winkel. 

Das  in  Fig.  6  (Taf.  III)  abgebildete,  vollständigste  Exemplar 
besitzt  einen  Durchmesser  von  ungefähr  34  mm  und  eine  Maximal- 


196 

dicke  von  15  mm;  der  letzte  Teil  der  Schale  ist  auf  einer  Seite 
zerdrückt  und  gestattet  daher  keine  genaue  Messung.  Es  sind 
sieben  Eindrücke  von  Labialwülsten  zu  erkennen,  ebenso  einzelne 
Schalenreste  mit  deutlich  erhaltener  Skulptur. 

Das  in  Fig.  7  (Taf.  III)  dargestellte  Exemplar  besitzt,  er- 
gänzt gedacht,  ungefähr  58  mm  Durchmesser  und  etwa  26  mm 
größte  Dicke;  es  zeigt,  wenigstens  teilweise,  die  Septalfläche  der 
letzten  Luftkammer  mit  dem  Sipho  und  eine  lange,  einen  ganzen 
Umgang  umfassende,  aber  leider  nur  zum  Teil  erhaltene  Wohn- 
kammer mit  fünf  Eindrücken  von  Labialwülsten.  Der  vollständige 
Umgang  muß  mindestens  8  Labialwülste  besessen  haben.  Schalen- 
reste sind  auf  der  Wohnkammer  nicht  erhalten  geblieben;  dagegen 
ließ  sich  konstatieren,  daß  die  inneren  Windungen  die  früher  be- 
schriebene Spiralstreifung  tragen,  und  bei  schiefer  Beleuchtung 
sind  selbst  an  der  Oberfläche  des  Wohnkammersteinkerns  deutliche 
Spirallinien  zu  erkennen. 

Es  ist  mir  leider  nicht  gelungen,  den  Verlauf  der  Lobenlinie 
mit  hinreichender  Genauigkeit  festzustellen.  Nur  an  einem  einzigen, 
überdies  sehr  kleinem  Exemplar  konnte  ich  die  Sutur  wenigstens 
zum  Teil  erkennen  und  beobachten,  daß  sich  an  den  breiten 
Externsattel  ein  ungefähr  glockenförmiger,  am  Grunde  abgerun- 
deter Seitenlobus,  dessen  innerer  Ast  merklich  steiler  ansteigt  als 
der  äußere,  anschließt.  Der  Externsattel  zeigt  eine  sehr  schwache, 
aber  immerhin  deutliche  Einbuchtung,  die  ich  als  einen  allerdings 
kaum  angedeuteten  äußeren  Seitenlobus  auffasse  (vgl.  Fig.  7  c, 
Taf.  III),  da  ja  anzunehmen  ist,  daß  die  jüngeren  Suturen  bei 
größeren  Individuen  diese  Einbuchtung  viel  deutlicher  erkennen 
lassen  würden.  Eine  große  Ähnlichkeit  mit  der  Lobenlinie  von 
Sporadoceras  ist  also  unbestreitbar;  jedenfalls  dürfte  aber  der 
äußere  Seitenlobus  auch  bei  ganz  ausgewachsenen  Exemplaren 
unserer  Form  noch  schwächer  ausgebildet  sein  als  bei  Sporado- 
ceras siibbilobatiim  Mstr.  var.  meridionalis  Frech  aus  Cabrières. 
Der  deutliche  Seitenlobus  ist  am  Grunde  abgerundet  und  nicht 
zugespitzt,  wie  es  die  typische  Sutur  von  Sporadoceras  und  Prae- 
glyphioceras  verlangt;  auch  hier  dürfte  jedoch  das  Alter  eine  Rolle 
spielen,  indem  die  Zuspitzung  der  Loben  sich  erst  nach  und  nach 
entwickelt,  wie  ja  schon  lange  bekannt  ist  und  wie  z.  B.  die  von 
Prof.  Frech  (loc.  cit.,  S.  81,  Fig.  35,  bt — b3)  abgebildeten  Suturen  von 
Sp.  subbilobatam    Mstr.  var.  meridionalis   Frech    erkennen    lassen. 


197 

Daß  die  genaue  Gattungsbestimmimg  der  Goniatiten  sehr 
häufig,  auch  bei  günstigem  Erhaltungszustand,  mit  großen  Schwie- 
rigkeiten verbunden  ist,  weiß  wohl  jeder,  der  mit  dieser  Cephalo- 
podengruppe  zu  tun  gehabt  hat.  Ich  will  hier  nur  bemerken,  daß 
selbst  ein  so  ausgezeichneter  Fachmann,  wie  es  Prof.  Frech  ist, 
eine  von  ihm  bei  Cabrières  gefundene  Goniatitenform  ursprünglich 
zu  Chiloceras  (Zeitschr.  d.  deutschen  geol.  Ges.  1887,  S.  438), 
später  jedoch  (Über  devonische  Ammoneen,  S.  73)  zu  Sporadoceras 
gestellt  hat,  während  anderseits  Sporadoceras  pseudospkaericum 
Frech  von  R.  Wedekind  zum  Typus  seiner  neuen  Gattung  Pfae- 
glyphioceras  erhoben  wurde. 

2.  JPrae<jlypJiioceras  n.  f.  ind.  —  Taf.  III,  Fig.  8. 

In  Fig.  8  (Taf.  III)  ist  ein  Goniatitenfragment  abgebildet, 
welches  einer  Form  angehört,  die  durch  ihre  Spiralskulptur  dem 
eben  beschriebenen  Praeglyphioceras  moravicum  sehr  nahe  steht  ; 
es  ist  aber  immerhin  eine  Anzahl  von  unterscheidenden  Merkmalen 
vorhanden,  die  meiner  Ansicht  nach  eine  Trennung  von  letzterem 
rechtfertigen. 

Das  vorliegende  Bruchstück  bildet  einen  Teil  der  Wohn- 
kammer und  ist  als  Steinkern  erhalten.  Es  fällt  auf  demselben  — 
namentlich  bei  schiefer  Beleuchtung  —  zunächst  die  verhältnis- 
mäßig große  Zahl  der  Furchen,  die  die  Labialwülste  hinterlassen 
haben,  auf;  es  läßt  sich  annehmen,  daß  der  vollständige  Umgang 
etwa  11  dieser  Furchen,  also  etwas  mehr  als  bei  der  früher  be- 
schriebenen Form,  besessen  hat.  Die  Furchen  sind  überdies  am 
Rücken  mehr  abgerundet  als  bei  P.  moravicum.  Einen  wesentlichen 
Unterschied  gegen  die  letztgenannte  Form  bedingt  der  Umstand, 
daß  an  der  Oberfläche  des  Steinkerns  die  Spiralskulptur  kaum 
eine  Spur  hinterlassen  hat,  während  die  Anwachsstreifen  sehr 
deutlich  markiert  erscheinen.  Sie  sind  gegen  den  Rücken  merklich 
stärker  zurückgebogen  als  bei  P.  moravicum  und  schneiden  die 
früher  erwähnten  Furchen  in  schiefer  Richtung;  stellenweise  waren 
sie  zu  förmlichen  Wülsten  verstärkt,  insbesondere  knapp  am 
Mündungsrande,  woselbst  eine  den  Anwachsstreifen  parallel  ver- 
laufende Furche  auf  der  Rückenfläche  nahezu  dieselbe  Tiefe 
erreicht  wie  die  von  den  Anwachsstreifen  schief  durchschnittenen 
Furchen  der  Labialwülste.  Nach  ihrer  Entfernung  von  der  vorher- 
gehenden   Rückenfurche    könnte    man    diese    den   Anwachsstreifen 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  2.  14 


198 

parallel  verlaufende  Furche  auf  den  zuletzt  gebildeten,  den  Mün- 
dungsrand  verstärkenden  Labialwulst  zurückführen;  es  würde  hier- 
aus folgen,  daß  bei  ausgewachsenen  Gehäusen  der  Verlauf 
des  letztgebildeten  Labialwulstes  dem  Anwachsstreifen  auch  dann 
entsprechen  kann,  wenn  auf  den  älteren  Teilen  des  Gehäuses  in 
dieser  Beziehung  keine  Koinzidenz  besteht. 

Schalenreste  sind  in  der  Oberfläche  des  vorliegenden  Stein- 
kerns nicht  vorhanden;  wohl  ist  aber  an  einer  Stelle  eine  kleine 
Partie  des  vorhergehenden  Umganges  mit  der  Schalenbedeckung 
entblößt,  so  daß  man  deutlich  erkennen  kann,  daß  auch  diese 
Form  mit  einer  Spiralstreifung  versehen  war,  die  allerdings  auf 
dem  jüngeren  Teile  der  Schale  gegen  die  durch  die  kräftigen 
Anwachsstreifen  hervorgebrachte  Skulptur  zurücktrat. 

In  der  Größe  entspricht  diese  Form  ziemlich  genau  der  vor- 
hergehenden, unterscheidet  sich  aber  von  derselben  sofort  durch 
den  abweichenden  Verlauf  der  kräftig  entwickelten  Anwachsstreifen. 
Die  Zugehörigkeit  der  vorliegenden  Form  zur  Gattung  Praegly- 
phioceras  kann  natürlich  nur  mit  Vorbehalt  ausgesprochen  werden. 

Chiloceras  Frech. 

Chiloceras  (?)  f.  ind. 

Ein  sehr  jugendliches  Exemplar  (Durchmesser  6*7,  Dicke 
5*4  mm)  eines  Goniatiten  zeichnet  sich  durch  4  radial 
verlaufende,  nur  auf  dem  Rücken  ein  wenig  zurückgebogene, 
vollständige  Labialwülste  aus.  Das  Gehäuse  ist  fast 
kugelig,  ungenabelt  und  bloß  mit  zarten  Anwachsstreifen,  die  den 
Labialwülsten  parallel  laufen,  bedeckt.  Leider  ist  es  mir  nicht 
gelungen,  die  Sutur  festzustellen;  obzwar  der  Inhalt  der  Kammern 
nicht  kristallinisch  ist,  scheinen  die  Kammerwände  dennoch  gänz- 
lich zerstört  zu  sein. 

Es  liegen  von  dieser  Form  mehrere,  aber  durchwegs  sehr  kleine 

Exemplare  vor. 

?  Gephyroceras  Hyatt. 

Gephyroceras  (?)  f.  ind. 

Ein  ebenfalls  sehr  kleines  (4  mm  Durchmesser)  Goniatiten- 
gehäuse  zeigt  zwei  seichte,  aber  sehr  deutlich  ausgebildete 
Spiralfurchen,  welche  die  Eückenfläche  beiderseits  begrenzen. 
Das  Gehäuse  ist  dickscheibenförmig  und  sehr  eng  genabelt,  Labial- 
wülste sind  nicht  vorhanden. 


199 

Die  Sutur  ist  auch  hier  nicht  zu  erkennen  ;  mit  Rücksicht 
auf  die  zwei  Spiralfurchen,  welche  die  Schalenoberfläche  in  drei 
Teile  zerlegen,  könnte  man  etwa  an  eine  dem  Gephyroceras  retrorsum 
var.  tripartitiim  Sandb.  nahestehende  Form  denken  ;  doch  kommen 
derartige    Spiralfurchen    auch    bei    anderen   Goniatitenformen    vor. 

Bactrites  0.  (Sandberger) l) 

1.  Bactrites  clymeniarwm  n.  f.  Taf.  III,  Fig.  9  a — e. 

Die  recht  zahlreich  vorliegenden  Bruchstücke  zeichnen  sich  da- 
durch aus,  daß  sie  bei  fast  zylindrischer  Form  und  nahezu  kreisrundem, 
bis  deutlich  elliptischem  Querschnitt  eine  allerdings  nur  sehr 
schwach  entwickelte,  aber  bei  schiefer  Beleuchtung  doch  ganz 
deutlich  erkennbare  Längskante  besitzen  ;  an  mehreren  Exemplaren 
ist  die  Kante  beiderseits  von  zwei  sehr  seichten,  aber  deutlichen 
Längsfurchen  begrenzt.  Diese  Kante  scheint  den  meisten  Arten 
der  Gattung  Bactrites  eigentümlich  zu  sein  und  der  sogenannten 
„Normallinie"  zu  entsprechen;  über  ihre  Lage  an  den  Bactrites- 
gehäusen  gehen  jedoch  die  Angaben  der  verschiedenen  Autoren 
auseinander.  H.  v.  Meyer,  der  als  Erster  die  Normallinie  der 
Orthoceratiten  beschrieben  hat  (in  Nova  acta  Ac.  Leop.  Carol. 
XV,  II.  Teil,  S.  70  ff.),  bezeichnet  die  Stelle,  in  welcher  die  kiel- 
artige Normallinie  auftritt,  als  den  Rücken  der  Schale,  während 
sie  G.  u.  F.  Sandberger  (Versteinerungen  d.  rhein.  Schichten- 
systems in  Nassau,  S.  126)  als  Bauchlinie  auffassen,  weil  sie 
„der  Siphonaldute  diametral  gegenüberliegt".  G.  Steinmann 
sagt  (Elem.  d.  Paläontologie,  1890,  S.  394)  über  den  Sipho  von 
Bactrites,  daß  derselbe  auf  der  Bauchseite  liege,  „die  an  dem 
Zurückweichen  der  Zuwachsstreifung"  kenntlich  ist".  Ander- 
seits heißt  es  wieder  in  G.  Gürich's  „Leitfossilien"  (2.  Heft, 
S.  121),  daß  bei  Bactrites  carinatus  Sandb.  die  „Anwachsstreifen 
oder  Querwülste"    auf  der  Wohnkammer  an  den  Seiten  zu  der 


*)  Nach  den  Regeln  der  Priorität  sollte  diese  Gattung  eigentlich  als 
Trcmatoceras  Eichwald  bezeichnet  werden.  Schon  A.  Hyatt  hat  jedoch  (Ge- 
nera of  fossil  Cephalopods  ;  Proceed.  of  the  Boston  Soc.  of  Nat.  Hist., 
Boston  1884,  XXII,  S.  303)  gemeint:  „it  seems  inexpedient  to  try  now 
to  restore  the  original  applications  of  these  names"*  Statt  Trcma- 
toceras sagt  Hyatt  irrtümlich  „Tre?natodiscitsu,  welcher  Name  von  Meek  für 
eine  Nautiloidengattung  (von  E.  Haeckel  schon  im  J.  1860  für  eine  Radio- 
lariengattung)  angewendet  wurde. 

14* 


200 

„Siphonalkante"  steil  ansteigen.  Auf  der  Abbildung  dieser  Form 
bei  G.  u.  F.  Sandberger  (loc.  cit.  Taf.  XVII,  Fig.  3  a  und  3  b) 
steigen  tatsächlich  die  schwach  entwickelten  Wülste  des  Stein- 
kerns gegen  die  Längskante  des  Steinkerns  an,  aber  der  Sipho 
liegt,  wie  schon  früher  bemerkt  wurde,  dieser  Kante  gegenüber  ; 
auf  Fig.  3  m  der  erwähnten  Tafel  sieht  man  auch  wirklich  die 
schrägen  Furchen  bezw.  Querwülste  gegen  den  Sipho  h  er  ab- 
lau fen.  Nach  der  Darstellung  der  Gebräder  Sandberger,  ins- 
besondere nach  den  von  diesen  Autoren  gegebenen,  ganz  unzwei- 
deutigen Abbildungen  (loc.  cit,  Taf.  XVII,  Fig.  3  m  und  Fig.  3  n) 
ist  die  Längskante  des  Bactritengehäuses  keine  „Siphonalkante", 
als  was  sie  von  Gürich  bezeichnet  wird.  Gürichs  Abbildung  des 
Bactrites  carinatus  („Leitfossilien",  Taf.  XXXVII,  Fig.  4)  ist 
offenbar  nur  eine  Kopie  von  Sandbergers  Fig.  3  (Taf.  XVII 
des  oben  zitierten  Werkes  von  G.  u.  J.  Sandberger),  es  kommt 
auf  derselben  jedoch,  wie  Gürich  selbst  in  der  Tafelerklärung  be- 
merkt, die  „Kante  auf  der  Siphonalseite"  zu  wenig  zum  Ausdruck. 
Wäre  sie  deutlicher  hervorgehoben,  so  müßte  sie  auf  der  anti- 
siphonalen  Seite  des  Querschnittes  liegen,  entsprechend  den  Figuren 
Sc  und  S  n  auf  Taf.  XVII  des  San  db  erger  sehen  Werkes.  In 
seiner  schönen  Arbeit  über  „das  Paläozoicum  im  polnischen  Mittel- 
gebirge" (Verb.  d.  kais.  russ.  mineralog.  Ges.  in  St.  Petersburg, 
2.  Serie.  XXXII,  1896)  wird  bei  der  kurzen  Beschreibung  des 
Bactrites  carinatus  Sandberger  (loc.  cit.  S.  321)1)  über  die  Lage 
des  Sipho  zur  Längskante  des  Gehäuses  nichts  mitgeteilt:  auch 
auf  dem  Querschnitt  (loc.  cit.  Taf.  XIII,  Fig.  7  c)  ist  der  Sipho 
nicht  angegeben,  dürfte  aber,  wie  bei  unseren  Vorkommnissen, 
überhaupt  nicht  sichtbar  sein,  so  daß  die  Bezeichnung  der  Längs- 
kante als  „Siphonalkante"  auch  bei  der  polnischen  Form,  die  ich 
nicht  für  den  typischen  Bactrites  carinatus  halte,  keineswegs  be- 
gründet erscheint.  Auch  bei  dem  nordamerikanischen  Bactrites 
clavus  Hall,  welcher  dem  europäischen  B.  carinatus  sehr  nahe 
steht,   besitzt    diese  Kante    eine    zweifellos    antisiphonale    Lage, 


*)  Gürich  nennt  den  Grafen  Münster  als  Autor  des  Bactrites  carinatus. 
Aus  der  guten  Abbildung,  die  Münster  von  seinem  Orthoceras  carinaium 
(Beiträge  zur  Petrefaktenkunde,  IU,  Taf.  XIX,  Fig.  8  b)  gegeben  hat,  geht 
jedoch  unzweifelhaft  hervor,  daß  es  sich  bei  der  letzteren  Poi'm,  die  überdies 
dem  Obersilur  angehört,  um  ein  echtes  Orthoceras  handelt.  Es  ist  auch  bereits 
von  verschiedenen  Seiten  auf  diesen  Umstand  hingewiesen  worden. 


201 

wie  aus  den  von  J.  Hall  (Palaeontology  of  New  York,  vol.  V, 
partii,  1879,  Taf.  CXIII,  Fig.  4  u.  5)  gegebenen  Abbildungen  er- 
sichtlich ist. 

An  unseren  Exemplaren  ist  der  Sipho  leider  fast  niemals 
deutlich  zu  erkennen;  nur  an  einem  einzigen  Steinkern  finde  ich 
einen  spitz  zulaufenden  Eindruck  (vgl.  Fig.  9  b),  welcher  wohl  von 
der  Siphonaldute  herrührt,  obzwar  er  der  früher  erwähnten  Kante 
nicht  ganz  genau  diamentral  gegenüberliegt. 

Über  die  Beschaffenheit  der  Schalenoberfläche  der  verschie- 
denen Bactrites  -Arten  ist  bisher  anscheinend  nur  sehr  wenig  be- 
kannt. Die  Gebrüder  Sandberger  bemerken  (loc.  cit.)  bei  der 
Beschreibung  der  drei  im  nassauischen  Devon  vorkommenden 
Arten,  daß  die  Schale  derselben  unbekannt  sei,  sagen  jedoch  in 
der  Diagnose  der  Gattung  (loc.  cit.,  S.  124),  daß  die  Querstrei- 
fung der  Schale  eine  „rückwärts  gewendete  Rückenbucht" 
bilde.  Aus  der  Beschreibung  des  Bactrites  gradlis  (ib.,  S.  131)  geht 
jedoch  klar  hervor,  daß  es  sich  hier  nicht  um  eine  Skulptur  der 
Schale  selbst,  sondern  um  die  Skulptur  der  Steinkern  Ober- 
fläche handelt,  die  ja  durchaus  nicht  dem  Verlaufe  der  Anwachs- 
streifen der  Schale  entsprechen  muß.  Offenbar  bezieht  sich  auch 
Steinmanns  Bemerkung  über  das  „Zurückweichen  der  Zuwachs- 
streif ung"  auf  der  Siphonalpartie  von  Bactrites  nur  auf  die  von 
G.  u.  F.  Sandberger  beschriebene  Skulptur  des  SteinkernsJ 
dagegen  erwähnt  G.  Gürich  in  einer  oben  erwähnten  Arbeit  über 
das  Paläozoikum  im  polnischen  Mittelgebirge  (S.  321)  ganz  aus- 
drücklich, daß  die  von  ihm  in  der  oberdevonischen  „Cephalopoden- 
bank"  von  Lagow  aufgefundenen  Bactrites- Fragmente  mit  der 
Schale  erhalten  sind;  er  bemerkt,  daß  dieselben  „entsprechend 
der  Sandbergerschen  Figur  3"  (die  sich  jedoch  auf  Steinkerne 
bezieht,  da  die  Schale,  wie  oben  bereits  bemerkt,  als  unbekannt 
angegeben  wird)  deutliche  „Querrippen  in  Form  von  kieligen 
Riefen"  besitzen  und  daß  diese  „nach  oben  steil,  nach  unten  all- 
mählich abfallen".  Diese  Beschreibung  entspricht  auch  der  von 
Gürich  gegebenen  „Ventralansicht"  des  Gehäuses  von  Bactrites 
carinatus  (loc.  cit.,  Taf.  XIII,  Fig.  7  a),  während  die  Seitenan- 
sicht (ib.  Fig.  7  d)  gerade  das  umgekehrte  Verhältnis  zeigt,  indem 
sich  die  Rippen  nach  unten  (gegen  die  Längskante  zu)  rasch 
senken,  während  sie  gegen  oben  sehr  flach  ansteigen.  In  der  Tafel- 
erklärung wird  dieser  Widerspruch  durch  die  Bemerkung,  daß  die 


202 

Ventralansicht  (Fig.  la)  „auf  den  Kopf  gestellt1'  sei,  behoben; 
meiner  Überzeugung  nach  ist  jedoch  gerade  diese  Figur  in  der 
normalen  Aufstellung  (d.  h.  mit  dem  jüngeren  Teile  nach  oben 
gerichtet)  reproduziert,  während  die  Seitenansicht  (Fig.  7  d)  „auf 
den  Kopf  gestellt"  ist  (vgl.  die  weiter  unten  folgenden  Bemer- 
kungen über  die  Schale  von  Bactrites  élymeniarum).  Die  Abbil- 
dungen in  G  ü  rieh  s  oben  zitiertem  Werke  geben  uns  tatsächlich 
über  die  Oberflächenskulptur  der  Schale  eines  Bactriten  aus  der 
Gruppe  des  B.  carinatus  Münster  Aufschluß;  hingegen  stellt  die 
Abbildung  des  typischen  B.  carinatus  in  Gürichs  „Leitfossilien" 
einen  Steinkern  dar  und  es  handelt  sich  daher  bei  der  Be- 
schreibung der  Skulptur  nicht  um  „Anwachsstreifen  oder  Quer- 
wülste" —  wie  es  im  Text  der  „Leitfossilien"  S.  121  heißt  — 
sondern  bloß  um  die  letzteren1). 

J.  M.  Clarke  bemerkt  in  seiner  Beschreibung  der  Fauna 
des  Iberger  Kalkes  (Neues  Jahrb.  f.  Min.  usw.,  1885,  III.  Beil. 
Bd.,  S.  333)  bei  Bactrites  cf.  gracilis  Sandb.,  daß  die  Oberfläche 
des  Gehäuses  teilweise  erhalten  sei,  jedoch  keine  Skulptur  zeige; 
dagegen  gibt  er  für  Bactrites  pulchellus  F.  A.  Roem.  die  „feinen, 
distinkten  Furchen"  der  Schale  als  ein  charakteristisches  Merkmal 
dieser  Form  an,  welche  von  F.  A.  Boemer  (Beitr.  zur  geol. 
Kenntnis  d.  nordw.  Harzgebirges;  Palaeontographica  III,  1854, 
S.  39,  Taf.  VI,  Fig.  5)  als  Orthoceras  pulchellum  beschrieben  wurde 
und  vielleicht  trotz  der  randlichen  Lage  des  Sipho  doch  nicht  zu 
Bactrites  gehört.  F.  A.  Boemer  sagt  über  die  Skulptur  von  Ortho- 
ceras pulchellum  bloß  folgendes:  „testa  trasversim  striata,  striis 
ventre  subdeflexis" ;  daraus  ist  nicht  zu  entnehmen,  ob  die  „Quer- 
streifen" in  ihrem  Verlaufe  den  Anwachsstreifen  entsprechen 
oder  nicht. 

In  unserem  Clymenienkalk  sind  die  Bactriten  zwar  mit  den 
Schalen  erhalten,  doch  bleiben  die  Schalen,  oder  zum  mindesten 
die  dickere,  äußere  Schichte  derselben,  fast  immer  an  dem  Kalk- 
stein haften,  so  daß  sich  nur  die  Steinkerne  loslösen.  Es  ist  mir 
jedoch  gelungen,  mehrere  Bruchstücke  so  herauszupräparieren,  daß 


*)  Merkwürdigerweise  ist  gerade  jene  Darstellung  der  Steinkernskulptur, 
von  welcher  G.  u.  F.  Sandberger  selbst  (loc.  cit.,  S.  131,  Bemerkung  1)  aus- 
drücklich sagen,  daß  sie  nicht  richtig  sei,  in  verschiedene  Werke  überge- 
gangen, so  z.  ß.  in  Zittels  „Handbuch  der  Paläontologie"  (2.  Bd.,  S.  370, 
Fig.  509)  und  in  E.  Koken  s  „Leitfossilien"  (S.  58,  Fig.  42,  1). 


203 

wenigstens  einzelne  Schalenpartien  der  Untersuchung  zugänglich 
sind.  Ich  konnte  feststellen,  daß  die  Oberfläche  der  Schale  im 
allgemeinen  glatt  war,  daß  jedoch  gegen  die  Längskante  zu  die 
Anwachsstreifen  immer  deutlicher  werden  und  periodische  Ver- 
stärkungen zeigen.  In  der  Nähe  der  Längskante  biegen  die  An- 
wachsstreifen so  stark  um,  daß  sie  fast  parallel  zur  Längsachse 
des  Gehäuses  verlaufen  und  über  der  Kante  selbst  eine  nach 
rückwärts  offene,  verhältnismäßig  tiefe,  zungenförmige  Bucht 
bilden,  wie  dies  Fig.  9  a  am  Taf.  III  zeigt.  Dort,  wo  die  Anwachs- 
streifen in  die  Längsrichtung  der  Schale  einbiegen,  entsteht  eine 
zarte,  aber  doch  merkliche  Furche,  über  welche  der  die  Kante 
bedeckende  Schalenteil  ein  wenig  hervorragt,  so  daß  also  die 
Kante  des  Steinkerns  auch  auf  der  Außenseite  der  Schale  zu 
erkennen  ist;  sie  entspricht  folglich  einer  schwach  entwickelten, 
rinnenartigen  Furche  auf  der  Innenseite  der  Schale.  Auf  dem  er- 
höhten Schalenteil  ist  die  periodische  Verstärkung  der  Anwachs- 
streifen besonders  deutlich  zu  erkennen  (vgl.  Fig.  9  a,  Taf.  III). 
Auf  einem  zweiten  Bruchstück  verlaufen  die  Anwachsstreifen  neben 
der  Kante  etwas  mehr  schräg,  doch  dürfte  es  sich  hier  kaum  um 
einen  spezifischen  Unterschied  handeln. 

Ich  habe  früher  bemerkt,  daß  die  von  den  Anwachsstreifen 
über  der  Kante  gebildete  Bucht  nach  rückwärts  offen  sei.  Ich 
muß  hinzufügen,  daß  es  bei  den  meist  nur  sehr  kurzen  und  nahezu 
zylindrischen  Bruchstücken  nicht  immer  leicht  ist,  das  proximale 
Ende  des  Gehäuses  von  dem  distalen  zu  unterscheiden.  Die  Suturen 
und  Siphonalduten  sind  nicht  erkennbar,  so  daß  wir  nur  aus  der 
Form  der  Bruchstücke  schließen  können,  welches  Ende  dem 
jüngeren  Schalenteil  zugewendet  ist.  Wenn  nun  auch  die  Ver- 
jüngung des  Gehäuses  eine  sehr  allmähliche  ist,  so  glaube  ich 
doch  mit  Bestimmtheit  behaupten  zu  dürfen,  daß  die  Bucht  der 
Anwachsstreifen  tatsächlich  gegen  das  verjüngte  Ende  ge- 
richtet ist,  oder,  mit  anderen  Worten:  daß  das  Gehäuse  unseres 
Bactriten  an  der  Mündung  eine  schmale,  der  antisiphonalen  Kante 
entsprechende  Verlängerung  besaß,  wie  wir  sie  ähnlich  bei 
manchen  Ammoniten  und  bei  Baculiten  beobachten  können;  die 
Verstärkung  dieses  besonders  gebrechlichen  Schalenteiles  durch 
Verdickung    der  Anwachsstreifen   erscheint  uns  selbstverständlich. 

Die  hier  geschilderte  Schalenbeschaffenheit  dürfte  wohl 
allen  carinaten  Bactriten  zukommen.  Sie  steht  auch  in  Über- 


204 

einstimmung  mit  der  früher  beschriebenen  gröberen  Skulptur  der 
Steinkerne,  wie  sie  z.  B.  auf  der  "Wohnkammer  von  B.  carinatus 
Sandb.  (Münster)  und  nach  einer  Behauptung  des  Grafen  Münster 
auch  auf  der  Schale  dieser  Form  auftritt.  Es  scheint,  daß  die 
„Querwülste"  des  Wohnkammersteinkerns  den  periodisch  ver- 
stärkten Anwachsstreifen  der  Schale  entsprechen,  und  es  ist  nicht 
unmöglich,  daß  bei  älteren  Exemplaren  unseres  B.  clymeniarwm 
ebenfalls  eine  Verstärkung  der  Wohnkammer  durch  Wülste  statt- 
gefunden hat;  die  vorhandenen,  ziemlich  zahlreichen  Bruchstücke 
lassen  allerdings  nichts  dergleichen  erkennen.  Bei  der  Gattung 
Mimoceras  Hyatt,  die  von  manchen  Paläontologen  mit  Bactrites 
zu  einer  besonderen  Untergruppe  (Mwioceratmae  i  der  Goniatiten 
vereinigt  wird,  bilden  die  Anwachsstreifen  auf  der  Externfläche 
der  Schale  eine  nach  rückwärts  gewendete  Bucht. 

Die  Suturen  sind  bei  unseren  Exemplaren,  ähnlich  wie  bei 
den  beschriebenen  Goniatiten,  fast  niemals  erhalten;  nur  an  einem 
einzigen,  leider  auch  der  Länge  nach  zerbrochenen  Steinkern  sind 
sie  teilweise  zu  erkennen.  Sie  verlaufen  in  leichter  Krümmung 
schief  zur  Längsachse  des  Gehäuses  und  stehen  bei  einem  Gehäuse- 
durchmesser  von  4*5  mm  ungefähr  1*8  mm  weit  auseinander.  An 
einem  zweiten  Fragment  ist  ein  Teil  der  Septalfläche  bloßgelegt; 
man  erkennt  gerade  nur,  daß  dieselbe  ziemlich  stark  gewölbt  ist 
und  daß  der  Sipho  randlich  gelegen  war;  die  Siphonalpartie  selbst 
ist  jedoch  nicht  erhalten.  Der  mittlere  Durchmesser  des  in  Fig.  9«  ab- 
gebildeten, im  Querschnitt  nahezu  kreisrunden  Bruchstückes  beträgt 
4-6  mm,  die  Breite  der  Bucht  über  der  Kante  1  mm.  Die  übrigen 
Fragmente  weisen  alle  geringere  Dimensionen  des  Durchmessers  auf. 

Die  Unterscheidung  der  einzelnen  Bactrites-Arten  ist  wegen 
des  meist  ungünstigen  Erhaltungszustandes,  insbesondere  wegen 
des  Fehlens  der  Schale  eine  sehr  mißliche  Sache.  Unter  den  durch 
eine  Längskante  ausgezeichneten  Formen  ist  Bactrites  carinatus 
Münster  wohl  die  bekannteste.  Diese  Form  gilt  im  allgemeinen 
als  ein  Leitfossil  des  Mitteldevons,1)  geht  aber  entweder  selbst  bis 
in  das  Oberdevon  hinauf  (im  Ural  angeblich  mit  verschiedenen 
Goniatiten  des  unteren  Oberdevons,  mit  Buchiola  retrostriata, 
Rhynchonella  cuboiäes    und    anderen    bezeichnenden   Fossilien,    bei 

*)  In  B.  Kokens  „Leitfossilien",  S.  497,  wird  Bactrites  carinatus  als 
Leitfossil  des  Oberdevons  angeführt  und  sein  Vorkommen  im  Wissenbacker 
Schiefer  als  fraglich  bezeichnet. 


205 

Cabrières  nach  Prof.  F.  Frech  im  mittleren  Oberdevon  vor- 
kommend), oder  wird  dort  durch  nahe  verwandte  Formen  vertreten. 
Eine  Identifizierung  unseres  Bactrites  clymeniarum  mit  B.  carinatus 
ist  wohl  nicht  tunlich,  da  letzterer  bedeutend  größer,  im  Quer- 
schnitt mehr  ellip tisch  gestattet  und  überdies  durch  die  „Quer- 
wülste" des  jüngeren  Schalenteiles  ausgezeichnet  ist.  Die  polnische 
Form,  für  welche  ich  den  Namen  Bactrites  Gürichi  vorschlagen 
möchte,  unterscheidet  sich  durch  ihre  Schalenskulptur  und  den 
scharf  hervortretenden  Kiel  sowohl  von  unserer  Form  als  auch 
von  B.  carinatus.  Der  oberdevonische  Bactrites  büdesheimensis 
F.  Roemer  (B.  gracilis  Sandberger  p.  p.)  besitzt  keine  Längskante 
und  nahezu  horizontal  verlaufende  Suturen,  ebenso  wie  der  weit- 
verbreitete B.  gracilis  Sandb.;  es  können  also  auch  diese  beiden 
Formen  mit  der  hier  beschriebenen  Form  des  Brünner  Clymenien- 
kalkes  nicht  in  Zusammenhang  gebracht  werden. 

2.   Bactrites  f.  ind. 

Fin  geringer  Teil  der  mir  vorliegenden  Bactrites-Steinkerne 
unterscheidet  sich  von  den  eben  beschriebenen  durch  den  gänz- 
lichen Mangel  der  Längskante;  es  könnte  sich  somit  um  eine 
zweite  Form  handeln,  die  allerdings  nicht  näher  beschrieben  und 
gegen  die  vorige  nicht  schärfer  abgegrenzt  werden  kann,  da  nur 
kleine  Bruchstücke  ohne  Schalenreste  vorhanden  sind.  Wenn  es 
sich  hier  wirklich  um  eine  selbständige  Form  handelt,  so  würde 
sich   dieselbe   an  Bactrites  büdesheimensis  F.  Roemer   anschließen. 

Orthoceras  Breyn. 

Orthoceras  cf.  lineare  Münster. 

Das  sich  sehr  allmählich  verjüngende  Gehäuse  besitzt  einen 
kreisrunden  Querschnitt,  dessen  Durchmesser  am  Beginne  der 
Wohnkammer  11  mm  beträgt;  die  letzte  Luftkammer  ist  bloß  2*8  mm 
hoch.  Der  Sipho  liegt  zentral.  Die  Suturen  verlaufen  fast  gerad- 
linig und  etwas  schief  zur  Längsachse  des  Gehäuses;  an  der  Stelle, 
wo  die  nur  sehr  zart  angedeutete  „Normallinie"  auf  dem  Stein- 
kern der  Wohnkammer  erscheint,  sowie  auf  der  diametral  ent- 
gegengesetzten Stelle  hebt  sich  die  Sutur  in  leichter  Krümmung 
empor;  die  Septalflächen  sind  mäßig  gewölbt.  Die  äußere  Ober- 
fläche der  Schale  war,  nach  den  vorhandenen  Resten  zu  schließen, 
glatt;  es  ist  jedoch  immerhin  möglich,  daß  die  sehr  feine  Streifung 


206 

des  0.  lineare  an  unserem  Exemplar  nicht  erhalten  ist.  Im  Pro- 
duktellenkalk des  Haidenberges  wurde  von  Herrn  Dr.  J.  Oppen- 
heimer ein  Orthoceratit  gefunden,  dessen  Schalenoberfläche  die 
feine  Streifung  ganz  in  der  Art  zeigt,  wie  sie  die  Gebrüder 
S  an  db  erger  (loc.  cit.  Taf.  XVIII,  Fig.  7)  darstellen,  während 
H.  B.  Geinitz  (Versteiner.  d.  Grauwackenformation  in  Sachsen 
usw.,  Taf.  1,  Fig.  13)  diese  Streifung  viel  gröber  zeichnet.  Bei 
Münsters  Originalexemplaren  soll  die  Streif ung  nur  mit  der  Lupe 
zu  erkennen  sein  (Münster,  Beitr.  zur  Petrefaktenkunde  III,  S.  99). 

Der  etwas  schiefe  Verlauf  der  Suturen  ist  bei  der  eben  er- 
wähnten Form  unseres  Productellenkalkes  ebensowenig  zu  be- 
merken wie  bei  dem  typischen  0.  lineare;  ich  glaube  jedoch 
nicht,  daß  diese  geringe  Abweichung  zur  spezifischen  Trennung 
unserer  Form  aus  dem  Clymenienkalk  von  jener  des  Productellen- 
kalkes, beziehungsweise  vom  typischen  0.  lineare  Münster  ausreicht. 
Anders  würde  die  Sache  stehen,  wenn  sich  durch  weitere  Funde 
nachweisen  ließe,  daß  die  Schale  unserer  Form  an  der  Oberfläche 
wirklich  vollkommen  glatt  war.  0.  lineare  Münster  geht  angeblich 
aus  dem  oberen  Mitteldevon  (Stringocephalenkalk)  bis  in  den 
Cypridinenschiefer.1) 

Mit  anderen,  aus  dem  Oberdevon  bekannten  Orthoceratiten 
(0.  subflexuosum  Münster,  0.  dimidiatum  Münster  non  Sowerby, 
0.  ellipticum  Münster,  0.  vittatum  Sandberger  usw.),  läßt  sich 
unsere  Form  nicht  identifizieren.  Mehr  Übereinstimmung  mit  der 
letzteren  zeigt  ein  Teil  jener  Formen,  die  von  den  Gebrüdern 
Sandberger  (loc.  cit.  S.  160  f.,  Taf.  XVII,  Fig.  4)  unter  dem 
Namen  0.  planiseptatimi  Sandb.  zusammengefaßt  wurden,  ins- 
besondere das  allerdings  bedeutend  größere  Exemplar  aus  dem 
Wissenbacher  „Orthocerasschiefer"  (loc.  cit.  Taf.  XVII,  Fig.  4i). 
Der  in  Mittelrußland  und  am  Westabhange  des  Urals  (unteres 
Oberdevon  am  See  Koltuban)  vorkommende  0.  Helmerseni  Pacht 
scheint  unserer  Form  ebenfalls  sehr  nahezustehen,  da  sein  im 
allgemeinen  elliptischer  Querschnitt  häufig  nahezu  die  Kreisform 
annimmt. 

Gastropoda. 

In  gewissen  Partien  unseres  Clymenienkalkes  sind  Gastropoden 
durchaus  nicht  selten,  finden  sich  jedoch  stets  nur  in  winzig  klei- 

l)  Ein  durch  seine  Skulptur  ganz  abweichender  Orthoceratit  des  Kohlen- 
kalkes wurde  von  de  Koninck  ebenfalls  als  0.  lineare  bezeichnet. 


207 

nen  Jugendexemplaren.  Die  Schale  derselben  bleibt  meist  auf  dem 
Gestein  haften,  so  daß  in  der  Regel  nur  Bruchstückchen  der  Stein- 
kerne, die  eine  nähere  Bestimmung  nicht  zulassen,  für  die  Unter- 
suchung zur  Verfügung  stehen.  Es  dürften  mindestens  vier  ver- 
schiedene Formen  vertreten  sein,  die  sich  auf  ebenso  viele  Grat- 
tungen verteilen.  Da  nicht  ein  einziges  ausgewachsenes  Gehäuse 
vorliegt,  so  darf  man  wohl  schließen,  daß  der  Ablagerungsraum 
des  Clymenienkalkes  für  Gastropoden  keine  günstigen  Existenz- 
bedingungen geboten  hat. 

Die  turmförmig  gestalteten  Steinkerne,  deren  größter  bei  vier 
Windungen  bloß  4  mm  Länge  erreicht,  dürften  wohl  der  Gattung 
Murchisonia,  andere,  stumpf  kegelförmige  der  Gattung  Pleuroto- 
maria  angehören.  An  einem  dieser  winzig  kleinen  Steinkerne  ist 
noch  ein  Schalenrest  mit  geperlten  Spiralreifen  zu  erkennen. 

Glatte,  sehr  rasch  anwachsende  Gehäuse,  die  ebenfalls  nur 
in  sehr  kleinen  Exemplaren  vorliegen,  sind  höchst  wahrscheinlich 
auf  Natieopsis,  sehr  flache  Steinkerne  mit  rasch  anwachsenden 
Windungen  vielleicht  auf  Platysckisma  zurückzuführen. 

Lamellihranchiata. 

Fosidonia  Bronn. 

1.  Fosidonia  venusta  Münster  (Beiträge  zur  Petrefakten- 
kunde,  in,  S.  5,  Taf.  X,  Fig.  12)  —  Taf.  III,  Fig.  10  a—c. 

Avicula  obrotundata  Sandb.  in  Rzehak:  Oberdev.  Foss.  in  d.  Umgebung 
v.  Brunn.  V.  d.  k.  k.  geol.  R.  A.  1881,  S.  315. 

Avicula  obrotundata  Sandb.  in  Makowsky-Rzehak:  Die  geolog.  Verh. 
d.  Umgebung  v.  Brunn-,  Verbandl.  d.  naturf.  Vereines  in  Brunn,  1883,  XXII, 
S.  187.  {Synonymik  bei  F.  Frech:  „Die  devonischen  Aviculiden  Deutschlands" 
Abh.  zur  geol.  Spez.-Karte  von  Preußen  usw.,  1891,  IX,  S.  70 J). 

Reste  dieser  vielgestaltigen,  im  Oberdevon  Europas  weitver- 
breiteten Muschel  finden  sich  im  Brünner  Clymenienkalk  ziemlich 
häufig,  wenn  auch  zumeist  nur  als  Steinkerne  mit  geringen  Schalen- 

')  In  die  Liste  der  Synonyma  von  Posidonia  venusta  Münst.  gehört  wohl 
auch  Avicula  riujosa  Münster  (Beitr.  zur  Petrefaktenkunde  III,  S.  52,  Taf.  XI, 
Fig.  3).  In  einer  vollständigen  Synonymenliste  dürften  auch  Dr.  £.  Tietzes 
Monographie  der  devonischen  Schichten  von  Ebersdorf  (Palaeontographica  XIX, 
1871,  S.  142)  sowie  die  beiden  oben  erwähnten,  von  Prof.  Frech  jedoch  nicht 
aufgenommenen  Literatur  angaben  nicht  fehlen.  Hingegen  dürfte  Sandbergers 
Exemplar  Fig.  10,  b  (Verstein.  d.  rhein.  Schichtensystems  in  Nassau,  Taf.  XXX) 
kaum  zu  Posidonia  venusta  gehören. 


208 

resten,  da  die  sehr  dünne  Schale  in  der  Regel  fest  am  Gestein 
haften  bleibt. 

Obwohl  Posidonia  venusta  angeblich  zu  den  „bekanntesten" 
oberdevonischen  Fossilien  gehört,  scheint  sie  doch  nicht  so  gut 
bekannt  zu  sein,  wie  es  wünschenswert  wäre.  So  erwähnen  die  mir 
bekannten  Beschreibungen  der  Posidonia  venusta  nichts  von  einer 
sehr  auffälligen  und  wichtigen  Eigentümlichkeit,  auf  welche  meines 
Wissens  erst  G.  Gürich  in  seiner  Arbeit  über  das  Paläozoikum 
des  polnischen  Mittelgebirges  (S.  302)  hingewiesen  hat;  ich  meine 
das  starke  Klaffen  des  Gehäuses  auf  der  Vorderseite.  In  seinen 
„Leitfossilien"  (2.  Lieferung,  S.  114,  Taf.  XXXVI,  Fig.  2)  hebt 
Gürich  dieses  Merkmal  ebenfalls  hervor  und  bildet  zum  ersten 
Male  eine  Schale  von  Posidonia  venusta  in  der  Ansicht  von 
vorne  ab. 

Ich  kann  Gürich  s  Beobachtungen  an  den  polnischen  Exem- 
plaren von  Posidonia  venusta  an  meinem  Brünner  Material  nur 
bestätigen.  Auch  bei  unseren  Exemplaren  biegt  sich  der  Vorder- 
rand gegen  den  Bauchrand  zu  seitlich  ganz  in  der  Weise  aus,  wie 
es  Gürichs  Fig.  2  b  auf  Taf.  XXXVI  der  „Leitfossilien"  darstellt,  so 
daß  das  Klaffen  der  Schalen  mindestens  ebenso  stark  ist  wie  bei 
der  etwas  älteren  Posidonia  Juans  Waldschmidt1).  Bei  einzelnen, 
von  H.  B.  Geinitz  (Verstein.  d.  Grauwackenform.  in  Sachsen  usw. 
Taf.  XII,  Fig.  19,  20)  gegebenen  Abbildungen  der  Posidonia  venu- 
sta könnte  man  wohl  an  ein  Klaffen  der  Schalen  denken,  im  Texte 
(ib.,  S.  50)  jedoch  wird  nichts  davon  erwähnt.  Auch  in  Prof.  F. 
Frechs  Monographie  der  devonischen  Aviculiden  Deutschlands 
(Abhandl.  zur  geolog.  Spezialkarte  v.  Preußen  u.  den  thüring. 
Staaten,  Bd.  IX,  3.  Heft,  1891)  wird  bei  Posidonia  venusta  nur 
die  Variabilität  der  Schalen  hervorgehoben,  über  das  Klaffen  der- 
selben jedoch  nichts  gesagt.  Auch  in  der  Originalbeschreibung  der 
Posidonia  venusta  wird  ein  Klaffen  der  Schalen  nicht  erwähnt; 
aus  einer  der  von  Münster  gegebenen  Abbildungen  (loc.  cit., 
Taf.  X,  Fig.  12,  c)  könnte  man  allerdings  auf  klaffende  Schalen 
schließen,  da  sich  die  Anwachstreifen  auf  der  vorderen  Schalen- 
hälfte in  eigentümlicher  Weise  einbuchten.  Sollte  es  sich  trotzdem 


1)  Nach  E.  Waldschmidt  (Zeitschr.  d.  deutschen  geol.  Ges.  Berlin, 
1885,  XXXVII,  S.  913)  findet  sich  dieselbe  bei  Wildungen  in  der  Unterstufe 
(Goniatitenstufe)  des  Oberdevons,  während  sie  G.  Gürich  (Leitfossilien,  2.  Heft, 
S.  114)  der  „unteren  Hälfte  der  Stringocephalen-Schichten"  zuweist. 


209 

herausstellen,  daß  die  Originalexemplare  des  Grafen  v.  Münster, 
die  aus  dem  Clymenienkalk  von  Schübelhammer  und  Presseck 
stammen,  tatsächlich  geschlossene,  nicht  klaffende  Gehäuse  be- 
sitzen, dann  müssen  die  polnischen  und  mährischen  Vorkommnisse 
von  der  typischen  Form  nicht  bloß  spezifisch,  sondern  auch  gene- 
risch  getrennt  werden.  Schon  F.  Roemer  hat  (Zeitschr.  d.  deut- 
schen geol.  Ges.  1866,  S.  673)  darauf  hingewiesen,  daß  Posidonia 
venusta  einen  „andern  Habitus  als  die  typischen  Arten  der  Gat- 
tung Posidononiya"  besitzt,  zog  es  jedoch  vor,  sie  „vorläufig"  bei 
dieser  Gattung  zu  belassen,  weil  ihm  die  Zugehörigkeit  zu  Avicula 
wegen  der  „anscheinenden  Gleichklappigkeit"  wenig  wahrscheinlich 
war.  Auch  Prof.  Frech  bemerkt  in  seiner  Monographie  der  devo- 
nischen Aviculiden  (S.  68),  daß  Posidonia  venusta  zu  einer  andern 
„Gruppe"  gehöre  als  Posidonia  Becher  i .  G.  Gürich  hat  (loc.  cit. 
S.  301)  zwar  die  systematische  Stellung,  welche  F.  Frech  der 
Posidonia  venusta  zuweist,  „einstweilen"  angenommen,  jedoch 
gleichzeitig  (ib.,  S.  302)  berechtigte  Bedenken  dagegen  ausgespro- 
chen. Ich  möchte  die  generische  Abtrennung  der  „klaffenden"  Po- 
sidonien  (P.  venusta  Münster,  P.  glabra  Barr.,  P.  Mans  Waldschm.) 
von  den  „nichtklaffenden"  (Gruppe  der  P.  Becheri)  entschieden 
befürworten  und  für  den  Fall,  als  auch  von  anderer  Seite  diese 
Trennung  als  zweckmäßig  erachtet  wird,  für  die  ersteren  die 
Gattungsbezeichnung   Gürichia  vorschlagen. 

Das  auf  Taf.  III  in  Fig.  10  abgebildete  Exemplar  aus  unserem 
Clymenienkalk  ist  so  gut  erhalten,  daß  man  sowohl  den  Umriß 
der  Schale  als  auch  die  Oberflächenbeschaffenheit  der  letzteren 
mit  voller  Sicherheit  feststellen  kann.  Im  allgemeinen  läßt  sich 
sagen,  daß  der  Umriß  der  Schale  dem  des  Münsterschen  Origi- 
nalexemplars (loc.  cit.,  Taf.  X,  Fig.  12  a)  entspricht;  noch  genauer 
ist  die  Übereinstimmung  mit  der  von  F.  Frech  (loc.  cit.,  Taf.  XIV, 
Fig.  15  b)  gegebenen  Abbildung  des  oben  genannten  Original- 
exemplars der  Grafen  Münster.  Eine  Abweichung  besteht  insofern, 
als  bei  unserem  Exemplar  —  und  auch  bei  den  übrigen  mir  vor- 
liegenden Stücken  —  der  Hinterrand  in  gleichmäßiger  Krümmung 
in  den  Schloßrand  übergeht  und  dementsprechend  auch  die  An- 
wachsstreifen nicht  in  einem  stumpfen  Winkel  an  den  Schloßrand 
anstoßen,  sondern  in  diesen  allmählich  übergehen,  wie  dies  unsere 
Figur  deutlich  erkennen  läßt.  In  dieser  Beziehung  sind  fast  alle 
bisher   veröffentlichten    Abbildungen    der    Posidonia  venusta   nicht 


210 

ganz  korrekt,  da  sie  die  Anwachsstreifen  auf  dem  hinter  dem 
Wirbel  gelegenen  Schalenteil  unter  einem  stumpfen  Winkel  an 
den  Schloßrand  anstoßen  lassen.  Wiederum  war  es  G.  Gürich, 
welcher  darauf  hingewiesen  hat  (Das  Paläozoikum  im  polnischen 
Mittelgebirge,  S.  303),  daß  die  Anwachstreifen  bei  Posidonia  kurz 
vor  ihrer  Ausmündung  in  den  Schloßrand  stets  ,,eine  energische 
Krümmung  nach  einwärts"  beschreiben;  trotzdem  ist  auch  auf  der 
von  ihm  in  den  ,, Leitfossilien"  gegebenen  Abbildung  der  Posidonia 
venusta  Taf.  XXXVI,  Fig.  2  a)  der  Verlauf  der  Anwachstreifen  auf  dem 
hinter  dem  Wirbel  gelegenen  Schalenteile  nicht  ganz  korrekt  dar- 
gestellt. Die  Abweichungen  sind  wohl  auch  in  allen  übrigen  Fällen 
nur  auf  die  Ungenauigkeit  der  Zeichnung  zurückzuführen.  Die 
Umbiegung  des  Vorderrandes,  zum  Schloßrand  erfolgt  nicht  so 
allmählich,  wie  dies  beim  Hinterrande  der  Fall  ist;  der  Vorder- 
rand stößt  mit  dem  Schloßrande  an  einer  leicht  abgerundeten 
Ecke  zusammen.  Da  die  Schale  in  dieser  Gegend  sehr  flach  ist, 
so  entsteht  ein  „deutliches  Ohr",  wie  es  G.  Gürich  auch  an  den 
polnischen  Exemplaren  beobachtet  hat  (vgl.  loc.  cit.,  S.  302),  wenn- 
gleich die  Abbildung  eines  solchen  Exemplars  von  Kielce  („Leit- 
fossilien", Taf.  XXXVI,  Fig.  2  a)  die  Abgrenzung  des  vorderen  Ohres 
nicht  so  deutlich  erkennen  läßt  wie  unser  mährisches  Stück.  Bei 
den  meisten  Vorkommnissen  scheint  eine  wenn  auch  undeutliche 
Abgrenzung  des  vorderen  Ohres  durch  eine  ,, flache  Furche" 
(Gürich,  loc.  cit.,  S.  302)  nur  als  seltene  Ausnahme  vorzukommen. 
Von  einer  zum  Austritt  des  Byssus  bestimmten  ,, Ausrandung", 
wie  sie  G.  u.  F.  Sandberge r  (loc.  cit.,  S.  285)  an  der  linken 
Klappe  ihrer  Avicnh,  obrotundata  beobachtet  haben  wollen,  konnte 
ich  an  unseren  Exemplaren  nicht  die  geringste  Spur  entdecken. 
Übrigens  zeigt  auch  die  von  den  letztgenannten  Autoren  gegebene 
Abbildung  einer  linken  Klappe  (loc.  cit.,  Taf.  XXX,  Fig.  10  c) 
keine  solche  Ausrandung,  so  daß  es  sich  hier  wohl  nur  um 
ein  individuelles  Merkmal  handeln  wird.  Die  Anwachsstreifen 
biegen  am  vorderen  Schalenteil  erst  ganz  knapp  am  Schloß- 
rande gegen  diesen  ein,  so  daß  sie  bei  flüchtiger  Betrachtung 
unter  einem  stumpfen  Winkel  an  den  letzteren  anzustoßen 
scheinen. 

Die  Skulptur  der  Oberfläche  entspricht  im  allgemeinen  dem 
typischen  Vorkommen.  Die  sehr  zarten  Anwachsstreifen  verstärken 
sich  in  ungleichmäßigen  Abständen,  so  daß  stellenweise,  insbeson- 


211 

dere  auf  dem  älteren  Teile  der  Schale,  förmliche  Runzeln  ent- 
stehen, die  mitunter  so  stark  werden  wie  bei  der  von  Münster 
als  eine  besondere  Form  von  Posidonia  venusta  getrennten  Avi- 
cula  rugosa  (Münster  loc.  cit.  Taf.  XI,  Fig.  3),  die  meiner  An- 
sicht nach  mit  Posidonia  venusta  identisch  ist.  Diese  Runzelung 
ist  auch  auf  den  Steinkernen  sehr  deutlich  zu  sehen,  während  die 
eigentlichen  Anwachsstreifen  auf  den  Steinkernen  keine  Spuren 
hinterlassen.  Auf  einem  Exemplar  (Steinkern)  bemerke  ich  sehr 
zarte,  aber  unter  der  Lupe  deutlich  sichtbare  Radialstreifen,  die 
vom  Wirbel  über  die  hintere  Schalenfläche  ausstrahlen;  da  dieses 
Exemplar  sonst  in  keiner  Weise  von  den  übrigen  abweicht,  dürfte 
es  sich  wohl  nur  um  eine  individuelle  Eigentümlichkeit  handeln. 
Radiale  Strahlen  zeichnet  auch  R.  Richter  auf  den  Schalen  seiner 
Posidonia  manipularis  (Beitr.  zur  Paläontol.  d.  Thüringer  Waldes  ; 
Denkschr.  d.  k.  k.  Akad.  d.  Wissenschaften,  Wien,  1856,  XI, 
Taf.  II,  Fig.  50 — 54),  welche  wohl  mit  P.  venusta  identisch  ist. 
Er  meint  zwar  (ib.  S.  127),  daß  diese  „gebrochenen  Strahlen" 
eine  Folge  der  Zusammendrückung  der  Schale  sein  könnten;  nach 
dem  oben  erwähnten,  nicht  verdrückten  Exemplar  zu  schließen, 
ist  jedoch  das  gelegentliche  Auftreten  von  zarten  Radialstreifen 
bei  P.  venusta,  nicht  ausgeschlossen.  G.  Gürich  hat  an  den  pol- 
nischen Exemplaren  der  Posidonia  venusta  ebenfalls  „einige  radiale 
Linien"  beobachtet,  die  allerdings  nur  auf  dem  „vom  Wirbel  nach 
der  hinteren  unteren  Ecke  ausstrahlenden  gerundeten  Kiele" 
auftreten  (vgl.  loc.  cit.  S.  302).  Desgleichen  tritt  bei  einer 
Muschel,  die  F.  Frech  in  seiner  oben  zitierten  Monographie  der 
devonischen  Aviculiden  (S.  71,  Taf.  XTV,  Fig.  14)  als  eine  Va- 
rietät (eifeliensis)  der  P.  venusta  auffaßt,  eine  „sehr  feine  Radial- 
skulptur" auf. 

G.  Gürich  hat  in  seinen  „Leitfossilien"  (S.  114)  bei  der 
Charakteristik  der  Posidonia  venusta  ein  Merkmal  erwähnt,  welches 
wohl  auch  nur  ausnahmsweise  vorkommt  und  deshalb  besser  weg- 
geblieben wäre.  Er  sagt:  „Ein  schmal  keilförmiges  Feld  vom 
Wirbel  bis  zur  hinteren  und  unteren  Ecke  ist  durch  etwas  ab- 
weichende Skulptur  mehr  oder  weniger  deutlich  ausgezeichnet"  ; 
auf  der  zugehörigen  Abbildung  (loc.  cit.  Taf.  XXXVI,  Fig.  2)  ist 
dieses  der  Beschreibung  nach  bloß  durch  „etwas  abweichende 
Skulptur"  (anscheinend  sind  damit  die  früher  erwähnten  radialen 
Linien  gemeint)    ausgezeichnete    „Feld"    als    ein  über  die  benach- 


212 

barten  Schalenteile  ziemlich  stark  hervorragender  Kiel  dargestellt. 
Wenn  auch  Gürich  in  seiner  Studie  über  das  polnische  Paläo- 
zoikum (S.  302)  bei  Posidonia  venusta  auch  einen  „gerundeten 
Kiel"  erwähnt,  welcher  vom  Wirbel  nach  der  hinteren  unteren 
Ecke  ausstrahlt,  so  dürfte  doch  die  Darstellung  dieses  Kieles  auf 
•der  oben  zitierten  Figur  in  den  „Leitfossilien"  durch  Verschulden 
des  Zeichners  stark  übertrieben  sein.  Man  könnte  vielleicht  denken, 
daß  speziell  die  Vorkommnisse  aus  dem  Oberdevon  von  Kielce 
in  Russisch-Polen  durch  eine  Kielbildung  ausgezeichnet  sind;  dies 
ist  jedoch  keineswegs  der  Fall,  denn  F.  Poemer  hat  schon  im 
Jahre  1866  in  seiner  Abhandlung:  „Geognostische  Beobachtungen 
im  polnischen  Mittelgebirge"  (Zeitschr.  d.  deutschen  geolog.  Ges.  1866, 
S.  673,  Taf.  XIII,  Fig.  2,  3)  ein  ebenfalls  von  Kielce  stammendes 
Exemplar  von  Posidoniu  venusta  abgebildet  (reproduziert  in  des- 
selben Autors  „Lethaea  geognostica",  I.  Teil,  Taf.  XXXV,  Fig.  17), 
welche  keine  Spur  eines  Kieles  oder  eines  durch  die  Skulptur  ab- 
weichenden Feldes  erkennen  läßt. 

Eine  andere  Angabe  Gürich  s  über  die  Beschaffenheit  der 
Schale  von  Posidonia  venusta  trifft  auch  für  einzelne  mährische 
Vertreter  dieser  Form,  wie  z.  B.  für  unser  auf  Taf.  III,  Fig.  10 
abgebildetes  Exemplar,  vollkommen  zu.  Gürich  bemerkt  nämlich 
(das  Paläozoikum  im  poln.  Mittelgeb.,  S.  302),  daß  der  hintere 
Teil  der  Schale  „durch  eine  vom  Wirbel  nach  hinten  ausstrahlende 
Depression  etwas  ausgehöhlt"  ist.  Eine  solche  schmale,  seichte 
Depression  ist  auch  auf  unserem  Exemplar  ganz  deutlich  wahr- 
zunehmen und  scheint  überhaupt  bei  Posidonia  venusta  nicht  selten 
vorzukommen.  Schon  Graf  Münster  (Beiträge  zur  Petrefakten- 
kunde,  III,  S.  51)  sagt,  daß  das  größere  Ohr  „auch  bei  dieser 
Art  (nämlich  Posidonia  venusta)  mehr  oder  weniger  durch  eine 
flache  Einbiegung  vom  übrigen  Teil  der  Schale  geschieden"  sei. 
Münster  scheint  auf  das  Vorhandensein  dieser  seichten  Furche 
einen  gewissen  Wert  gelegt  zu  haben,  da  er  ein  Exemplar  „ohne 
Einbiegung"  (loc.  cit.,  Taf.  X,  Fig.  12  c)  als  eine  besondere  „Spiel- 
art" abbildet.  Allerdings  zeigen  auch  die  übrigen,  von  ihm  ge- 
gebenen Abbildungen  —  offenbar  nur  infolge  ungenauer  Zeichnung 
—  nichts  von  einer  Einbiegung;  wohl  aber  ist  eine  solche  auf  der 
Abbildung  von  Posidonia  semistriata  Münster  (ibid.  Taf.  X,  Fig.  11) 
deutlich  sichtbar  und  ungefähr  in  derselben  Weise  ausgebildet  wie  bei 
unserem  Exemplar  von  Posidonia  venusta.  Ein  von  Prof.  F.  Frech 


213 

(loc.  cit.  Taf.  XIV,  Fig.  15  b)  abgebildetes  „Originalexemplar 
Münsters",  welches  jedoch  mit  keiner  der  oben  zitierten  Münster- 
seben Figuren  vollständig  übereinstimmt,  zeigt  diese  Depression 
nicht;  dagegen  läßt  eine  von  H.  B.  G-einitz  (Verstein.  d.  Grau- 
wackenform.  in  Sachsen  usw.,  Taf.  XII,  Fig.  19)  abgebildete  Schale 
aus  dem  Clymenienkalk  von  Taltitz  in  Sachsen  eine  vom  Wirbel 
gegen  den  Unterrand,  aber  nahezu  normal  auf  den  Schloßrand 
verlaufende  Furche  erkennen.  Bei  den  nassauischen  Vorkommnissen 
scheint  eine  derartige  Depression  nicht  vorzukommen,  da  die  Ge- 
brüder Sandberger  ganz  ausdrücklich  bemerken  (loc.  cit.  S.  285), 
daß  bei  Posidonia  venusta  die  Abgrenzung  der  drei  Schalenteile 
(Vorderteil,  Mitte  und  Hinterteil)  „nicht  durch  Kiele  oder  Furchen 
markiert"  sei.  Wohl  ist  bei  einem  der  Sandbergerschen  Exem- 
plare (loc.  cit.  Taf.  XXX,  Fig.  10  c)  eine  Art  Kiel  oder  Furche 
angedeutet,  doch  dürfte  es  sich  hier,  da  die  Schale  augenscheinlich 
deformiert  ist,  um  einen  Bruch  handeln.  Aus  dem  Gesagten  geht 
hervor,  daß  bei  Posidonia  venusta  furchenartige,  vom  Wirbel  aus- 
strahlende Depressionen  tatsächlich  vorkommen,  nicht  selten  aber 
auch  gänzlich  fehlen;  ein  diagnostischer  Wert  kommt  also  diesen 
Depressionen  nicht  zu. 

Was  die  Größe  anbelangt,  so  halten  unsere  mährischen 
Exemplare  so  ziemlich  die  mittleren  Dimensionen  ein.  Das  abge- 
bildete Stück  ist  12  mm  lang  und  9  mm  hoch,  es  entspricht  also 
ziemlich  genau  einem  der  Münsterschen  Originale  (loc.  cit.,  Taf.  X, 
Fig.  12  a).  Die  Vorkommnisse  aus  dem  karnischen  Clymenienkalk 
(Monte  Primosio)  sind  nach  M.  Gortani  (Contribuzioni 
allo  studio  del  paleozoico  carnico;  Mem.  della  k.  Accad. 
delle  Scienze,  Bologna,  1907,  ser.  VI,  Bd.  IV,  S.  208)  be- 
trächtlich kleiner  (im  Maximum  7*5  mm  Länge  auf  5-5  mm  Höhe). 
Eine  der  Posidonia  venusta  nahe  verwandte  Form  (nach  Münster, 
loc.  cit.,  S.  51  sogar  „ganz  die  nämliche  Art")  tritt  schon  im 
oberen  Silur  Englands  (Wenlock-Kalk  von  Dudley)  auf. 

2.  Posidonia?  f.  ind. 

Es  liegt  der  leider  nur  teilweise  erhaltene  Abdruck  einer 
kleinen  Muschel  vor,  die  sich  von  Posidonia  venusta  durch  die 
gleichmäßige  konzentrische  Berippung  unterscheidet.  Diese  Be- 
rippung  erinnert  an  Posidonia  primosica  Gortani  (loc.  cit.,  S.  207, 
Taf.  I,  Fig.  7),  es    kann   sich   aber   auch   um   eine  von  Posidonia 

Zeitschrift  lies  mähr.  Landesmuseums,  X.,  2  15 


214 

abweichende  Gattung  bandeln.  Übrigens  bildet  schon  Graf  Mün- 
ster (loa  cit.,  Taf.  X,  Fig.  12 d)  eine  Muschel  mit  ähnlicher 
Skulptur  als  Posidonia  vemtsta  „mit  nur  feinen  Querstreifen"  ab. 

Brachiopoda. 

Rhynchonella  Fischer. 

HhynchoneUa  n.  f.  (?)  ind.  —  Taf.  I,  Fig.  9  a — c. 

Es  liegt  nur  ein  einziges  jugendliches  Exemplar  einer  Form 
vor,  die  auf  der  kleinen  Klappe  12  im  Querschnitt  dreieckige 
Rippen  besitzt.  Ungefähr  in  der  Mitte  ist  die  faserige  Schale  dem 
Verlaufe  der  Anwachsstreifen  entsprechend  etwas  eingeknickt,  so 
daß  sich  der  ältere  Schalenteil  von  dem  jüngeren  ziemlich  scharf 
abhebt.  Die  kleinere  Klappe  besitzt  einen  sehr  seichten  Sinus,  der 
überdies  nur  auf  dem  älteren  Schalenteil  deutlich  ausgebildet  ist. 
Die  größere  Klappe  ist  nur  teilweise  erhalten;  auch  sie  läßt 
11 — 12  Rippen  und  die  eben  erwähnte  Knickung  erkennen.  Der 
Schnabel  ist  leider  abgebrochen,  scheint  jedoch  die  kleinere  Klappe 
ziemlich  hoch  überragt  zu  haben.  Die  Wölbung  des  Gehäuses  war 
gering;  die  Höhe  betrug  (den  abgebrochenen  Schnabel  mitge- 
rechnet) ungefähr  8,  die  Breite  6  mm.  Das  Innere  der  Schalen 
ist  mit  kristallinischem  Kalzit  erfüllt.  Unter  den  mir  bekannten 
devonischen  Rhynchonelliden  finde  ich  keine,  mit  welcher  sich 
unsere  Form  vergleichen  ließe. 

Crinoidea. 

?  Melocrinus  f.  ind. 

Auf  einem  Stückchen  des  Clymenienkalksteins  fand  ich 
mehrere  sehr  kleine  Stielglieder  eines  Crinoiden  ausgewittert;  sie 
sind  zylindrisch,  auf  der  Gelenkfläche  radial  gekerbt  und  mit 
einem  weiten  Nahrungskanal  versehen.  Der  Durchmesser  beträgt 
kaum  1  mm.  Ganz  übereinstimmende  Stielglieder  sind  von  mir 
selbst  auch  auf  einem  dem  Clymenienkalk  petrographisch  ziemlich 
ähnlichen,  nur  etwas  mehr  tonigen  Kalkstein  in  der  Gegend 
nördlich  von  Lösch  gefunden  worden. 


215 


Übersicht  der  beschriebenen  Fossilien. 

Pisces. 

1.  Nicht   näher    bestimmbare    Stücke   von  Knochenpanzern. 

Crustacea. 

a)  Trilobitae 

2.  Proëtus  f.  ind. 

b)  Ostracoda 

3.  Richterina  moravica  Rzehak. 

4.  Richtevina  mimdissima  n.  f. 

5.  Pölycope  clymeniarum  n.  f. 

6.  Pölycope  f.  ind. 

Cephalopoda. 

7.  Clymenia  laevigata  Münster. 

8.  Clymenia,  anntdata  Münster. 

9.  Clymenia  intraco&tata  Frech 

10.  Clymenia  reeticosta  n.  f. 

11.  Clymenia  pseudofleocuosa  n.  f. 

12.  Clymenia  pseudarietina  n.  f. 

13.  Clymenia  n.  f.  äff.  pseudarietvriae  m. 

14.  Clymenia  cf.  Steinmanni  Wedekind. 

15.  Clymenia  Wysogorskii  Frech. 

16.  Praeglyphioceras  moravicum  n.  f. 

17.  Praeglyphioceras  n.  f.  ind. 

18.  Chiloceras  (?)  f.  ind. 

19.  Gephyroceras  (?)  f.  ind. 

20.  Hactrites  clymeniarum  n.  f. 

21.  Hactrites  f.  ind. 

22.  Orthoceras  cf.  lineare  Münster. 

15* 


216 


Gastropoda. 

23.  Pletirotofriaria  f.  ind. 

24.  Murchisonia  f.  ind. 

25.  Waticopsis  f.  ind. 

26.  Platy  schisma  (?)  f.  ind. 

Lamellibraiíchiata. 

27.  Posidonia,  venusta  Münster. 

28.  Posidonia  f.  ind. 

Brachiopoda. 

29.  Mhynchonella  n.  f.  (?)  ind. 

Crinoidea. 

30.  Melocrinus  (?)  f.  ind. 


Figurenerklärung  zu  Tafel  I. 


Fig.  1  :      Ein  Stück  Clymenienkalk  vom  Hardenberg  in  natürlicher  Größe.  Bei 

P  Fragment  einer  Knoclienplatte  eines  Panzerfisches,  bei  a,  b,  c  Cly- 

menia  pseudoflexuosa  n.  f. 
Fig.  la:  Querschnitt  von  Clymenia  pseudoflexuosa . 
Fig.  lb:   Anwachsstreifen  von  Clymenia  pseudoflexuosa. 
Fig.  1  c:    Sutur  von  Clymenia  pseudoflexuosa. 
Fig.  2,3:  Struktur   der  Knochenplatte  P;    bei   Fig.  2  noch  mit  anhängendem 

Gestein. 
Fig.  4:      Richterina  moraviea  Rzehak;  stark  vergrößert. 

4  a  Seitenansicht. 

4  b  Ansicht  von  der  Rückenseite. 

4  e  Querschnitt. 

Fig.  5:      Richterina  minutissima  n.  f.;  stark  vergrößert. 

5  a  Seitenansicht. 

5  b  Skulptur  der  Schalenoberfläche. 
Fig.  6,7:  Polycope  clymeniarum  n.  f.;  vergrößert. 
Fig.  8:      Polycope  f.  ind.  ;  vergrößert. 
Fig.  9:      Rhynchofiella  n.  f.  (?)  ind. 

9  a  Vorderansicht,  vergrößert. 

9  b  Seitenansicht,  vergrößert. 

9  e  natürliche  Größe. 


Sämtliche  Exemplare  befinden  sich  in  der  geologisch-paläontologischen 
Sammlung  der  k.  k.  deutschen  Technischen  Hochschule  in  Brunn. 


9a  9b         9e 


Figureiierklärung  zu  Tafel  IL 


Fig.  1 — 5:  Clymenia  annulata  Münster.  —  Naturgröße. 

1  größtes  Exemplar,  zum  Teil  mit  der  Schale  erbalten. 

2  a  schwächer  beripptes  Exemplar. 

2  b  Ansicht  der  Externfläche  der  Wohnkammer  (Steinkern). 

2  c    Sutur  am  Beginne  der  Wohnkammer. 

3  jugendliches  Exemplar,  fragmentarisch. 

4  a  schwach  beripptes  Exemplar  mit  abgeflachter  Externseite. 

4  b  Sutur  mit  deutlicher  Einsenkung  des  Externsattels. 

5  a  schwach   beripptes  Exemplar,    seitlich  etwas  zusammengedrückt. 
5  b  Ansicht  von  vorne. 

Fig.  6,7:  Clymenia  intracostata  Frech.  —  Naturgröße. 
7  a  Querschnitt  der  letzten  Windung. 

7  b  Sutur  des  Exemplars  Fig.  6  am  Beginne  der  Wohnkammer. 

Fig.  8,9:  Clymenia  pseudoflexuosa  n.  f.  —  Naturgröße. 

8  Medianschnitt. 

9  a  Sutur  des  Exemplars  Fig.  9. 

Fig.  10:     Clymenia  reeiieosta  n.  f.  —  Naturgröße. 

10  a  Anwachsstreifen  auf  der  vorletzten  Windung,  etwas  vergrößert. 

10  b  Querschnitt  der  Wohnkammer. 

10  c  Sutur. 
Fig.  11:     Clymenia  cf.  Steinmanni  Wedekind. 

IIa  Querschnitt  der  Wohnkammer. 


Das  Exemplar  Fig.  1  befindet  sich  in  der  paläontologischen  Sammlung 
der  k.  k.  Universität  in  Wien;  alle  übrigen  werden  in  der  geologisch-paläon- 
tologischen Sammlung  der  k.  k.  deutschen  Technischen  Hochschule  in  Brunn 
aufbewahrt. 


IL 


Figureiierklärimg  zu  Tafel  III. 


Fig.  1,2:  Clymenia  pseudarieti na  n.  f.  —  Naturgröße. 
1  a  Querschnitt  der  Wohnkammer. 
1  b  Anwachsstreifen,  aufgerollt. 

Fig.  3:       Clymenia  n.  f.  äff.  pseudarietinae  Rzehak.  —  Naturgröße. 

3  a  Ansicht  der   Septalfläche  der  vorletzten  Luftkammer  in  natür- 

licher Größe. 
Fig.  4,  5  :  Clymenia   Wysogorskii  Frech.  —  Naturgröße. 

4  a  Querschnitt  des  halben  Gehäuses. 
4  b  Sutur. 

Fig.  6,7:  Praeglyphioceras  moravicum  n.  f.  —  Naturgröße. 

7  a  Querschnitt  des  Gehäuses. 

7  b  Skulptur  der  Schalenoberfläche. 

7  c  Sutur. 
Fig.  8:      Praeglyphioceras  n.  f.  ind.  —  Naturgröße. 
Fig.  9:       Bactrites  clymeniarnm  n.  f. 

9  a  Ansicht  von  der  Kante,  vergrößert. 

9  6  Bruchstück  mit  dem  Eindruck  der  Siphonaldute,  vergrößert. 

9  e  Querschnitt  von  9  a. 

9  d  Naturgröße  von  9  a. 

9  e  Naturgröße  von  9  b. 
Fig.  10:    Posidonia  renusta  Münster. 
10  a  Naturgröße. 
10  b  Vorderrand,  vergrößert. 


Sämtliche  Exemplare  befinden   sich  in  der  geologisch-paläontologischen 
Sammlung  der  k.  k.  deutschen  Technischen  Hochschule  in  Brunn. 


III. 


10  10  b 


Die  naturwissenschaftliche  Literatur  über  Mähren 

und  Österr.- Schlesien  von  1901  (1903, 1905)  bis  1910 

nebst  Nachträgen. 

Zusammengestellt  von  Prof.  Heinrich  Laus,  Olmütz. 


Bereits  im  Jahrgange  1901  dieser  Zeitschrift  erschien  ein 
Verzeichnis  der  über  Mährens  und  Schlesiens  Fauna  veröffentlichten 
Arbeiten,  dem  im  Jahrgange  1904  ein  Verzeichnis  der  botanischen 
und  1905  das  der  mineralogisch-geologischen  Literatur  folgte. 

Die  nachfolgende  Zusammenstellung  ist  eine  Fortsetzung  der 
oben  erwähnten  Arbeiten.  Sie  umfaßt  alle  in  den  Jahren  1901  bis 
1910  erschienenen  naturwissenschaftlichen  Publikationen,  soweit  sie 
in  den  früheren  Verzeichnissen  nicht  bereits  enthalten  sind,  und 
hat  den  Zweck,  dem  auf  irgend  einem  Gebiete  der  heimatlichen 
Forschung  arbeitenden  Fachmann  eine  Übersicht  des  Bekannten 
zu  bieten. 

Mitteilungen  über  etwa  übersehene  Arbeiten  nimmt  der 
Unterzeichnete  gerne  zur  Kenntnis,  um  diese  in  das  nächste 
Verzeichnis  einreihen  zu  können. 

Olmütz,  1.  Mai  1910.  Heinrich  Laus. 

A.  Botanik. 

I.  Kryptogamen. 

Beck   Gr.,   R.  v.,  Beiträge    zur  Pilzflora    von   Mähr.-Weißkirchen. 

Prag,  „Lotos",  1904,  12  bis  14. 
Ben  a  M.,  Die  Laubmoosflora  des  Ostrawitza-Tales.  Br.  N.  V.  1903, 

3  bis  28. 
—  Catharinea  Hausknechtii  Jur.  z  údolí  Ostravice.  Prag,  „Vesmír", 

1903,  106. 


224 

Coka     F.,     Jelenka     (Phallus     impiidicus)     u     Strání.      Proßnitz, 

„Věstník",  IX.,  1907,  99. 
Iltis   H.,  Dr.,   Durch  Rädertiere  erzeugte  Gallenbildung   an  einer 

Alge.    Br.  N.  V.  1908,  XXXVIII. 
Kovář     F.,    Příspěvek     ku     květeně    lišejníků     a    jevnosnubných 

v  krajině  ždárské.    (Beitrag  zur  Kenntnis   der  Flechten-  und 

Phanerogamenflora  der  (regend  von  Saar.)  Proßnitz,  „Věstník", 

1903,  55  bis  62. 

—  Příspěvek    ku    květeně    lišejníků    krajiny    ždárské    na    Moravě. 

(Beitrag  zur  Flechtenflora  von  Saar  in  Mähren.)    Ebd.  1905, 
VIII.,  55  bis  69. 

—  Příspěvek    ku    květeně    lišejníků    moravských.     Ebd.    1906,    11. 

—  Druhý    příspěvek    ku    květeně    lišejníků    moravských.     (Zweiter 

Beitrag  zur  Flechtenflora  von  Mähren.)    Ebd.  X.,  1907,  26. 

—  Třetí   příspěvek   ku  květeně  lišejníků  moravských.     Ebd.  1908, 

XL,  55  bis  91. 

—  O  životě  lišejníků.  (Aus  dem  Leben  der  Flechten.)    Olm.  M.  S. 

1909,  11  bis  12. 

—  Moravské    havnátky    (Peltigera).    Ebd.    13   bis    18,    80    bis    86. 
Macků    J.,    Dr.,    Naše    běžná    literatura    mykologická.     (Unsere 

mykologische  Literatur.)  „Příroda",  VIL,  Nr.  7. 
Makowsky  A.,  Asplenium  Serpentini  von  Neudorf  bei  Tischnowitz. 

Br.  N.  V.  1906,  35. 
Matouschek  F.,  Bryologisch-floristische  Beiträge  aus  Mähren  und 

Österr.-Schlesien,  III.    Br.  N.  V.,  XLL,  24. 
Paul   J.,    Zur   Flechtenflora   von    Mähren    und    Österr.-Schlesien. 

Br.  N.  V.,  XLIV.,  11. 

—  Beitrag    zur  Pilzflora  von  Mähren.     Ebd.   1909,   119   bis   149. 
Picbauer  R.,  Příspěvek  ku  květeně  moravských  rezň.    (Beitrag  zur 

Flora   der  mährischen  Rostpilze.)    Proßnitz,   „Věstník",  XL, 
1908,  34. 
Podpěra  «L,  Dr.,  Výsledky  bryologického  výzkumu  Moravy.     (Er- 
gebnisse der  bryologischen  Durchforschung  Mährens.) 

1.  1903/1904.    Proßnitz,  „Věstník",  1904,  30. 

2.  1904/1905.    Ebd.  1905,  33. 

3.  1905/1906.      Zprávy    kommisse    pro    přírod,    prozkoumání 
Moravy.     Odd.  botanické  č.  2.     Brunn  1906. 

4.  1906/1907.    Ebd.  6.  4,  1907. 

5.  1907/1908.    Ebd.  č.  5,  1908. 


225 

Podpěra  J.,  Dr.,  Zeměpisné  rozšíření  mechovitých  na  Moravě. 
(Geographische  Verbreitung  der  Moose  in  Mähren.)  Proßnitz, 
„Věstník",  1908,  XL,  24. 

—  Klíč  na  určování  nižších  rostlin  tajnosnubných.  Olrnütz  1908,  85. 

—  Botanická  zahrada  na  Radhošti.    (Botanischer  Garten  auf  dem 

Radhost.)    Mähr.-Ostrau,  „Příroda",  1906,'  9b'  bis  97. 

—  Neue  Standorte   der  Grimaldia  flagrans.     Proßnitz,   „Věstník", 

1904,  191. 

—  Stepní  houba.  (Ein  Steppenschwamm,  Tulostoma  pedunculatum, 

von  den  Pollauer  Bergen.)    Ebd.  121  bis  122. 
Schiffner    V.,  Dr.,    Bryologische    Fragmente.    XV.    Über    extra- 

florale  Archegonien  bei  einem  Lebermoose.     (Scapania  curta 

von  Budigsdorf.)  Wien,  Österr.  Botan.  Zeitschrift,  1904,  292 

bis  293. 
Schroeder  E.  A.,    Craterellus-Arten.    Teschen,    Mitteilungen   des 

Beskidenvereines,  VIL,  1909,  43  bis  48. 
Steidler  E.,  Hymenomycetes  moravici.  Zur  Kenntnis  der  mährischen 

Fleischpilze.    Zeitschrift    des    Mähr.    Landesmuseums    1905, 

137  bis  152. 

—  Neue  Pilze  aus  Mähren.    Br.  N.  V.  1906,  31. 

Straňák  F.,  Studie  o  temnostní  floře  jeskyň  sloupských.  (Studie 
über  die  Flora  der  Slouper  Höhlen.)  Prag,  Königl.  Böhm. 
Ges.  d.  W.,  Sitzungsberichte  d.  math.-naturw.  Kl.  1907. 

—  Květena  propasti  Macochy.    (Flora  der  Mazocha.)    Olm.  M.  S. 

1906,  105  bis  117. 
Sydow  P.,  Übersicht  der  auf  Crépis- Arten  vorkommenden  Uredineen. 

Wien,  Österr.  Botan.  Zeitschrift,  1901,  22. 
Zimmermann  EL,  Verzeichnis  der  Pilze   aus   der  Umgebung  von 

Eisgrub.    Br.  N.  V.  1909,  60  bis  112,  4  Tafeln. 

II.  Phanerogamen. 

Baumkuriositäten  Nordmährens.    Brunn,   Österr.  Forst-  u.  Jagdbl., 

XVIII.  Jahrg.,  1903,  101. 
Buchmayer  A.,  Über  den  Gingkobaum  (Salisburya   adiantifolia). 

Münster,  „Natur  und  Offenbarung",  1903,  106. 

—  Die  Lärche  (Larix  europaea)  in  Mähren  und  Schlesien.  Brunn, 

Verhandl.  der  Forstwirte  usw.,  1904,  48  bis  54. 
Ooka  F.,  Lidová  jména  rostlin  z  Moravy.  (Böhmische  Volksnamen 
der  Pflanzen  in  Mähren.)  Olm.  M.  S.  1909,  18  bis  24,  86  bis  93. 


226 

Coka  F.,  Příspěvek  ku  kvetené  moravské,  III.  1.  Rostlinopisné  črty 
z  okoly  Vyškova  a  z  Karpat.  2.  Nová  stanoviska.  (Beiträge 
zur  Flora  von  Mähren.  1.  Pflanzengeographische  Skizzen  aus 
der  Umgebung  von  Wischau  und  aus  den  Karpaten.  2.  Neue 
Standorte.)  Proßnitz,   „Věstník",  1908,  132  bis  160. 

—  Příspěvky    ku    květeně    moravské.     (Beiträge    zur    Flora    von 

Mähren.)    Ebd.  1906,  25. 
-  Příspěvky  usw.,  II.    (Beiträge  usw.,  II.)    Ebd.  1907,  17. 

—  Pedicularis     exaltata    Bess.    in    Mähren.      Budapest,    Magyar 

botanikai  lapok,  1906,  Nr.  11/12,  S.  3. 
Frank  L.,  Beitrag  zur  Flora   der  Umgebung  von  Olmütz.  Br.  N. 

V.,  XLV.  Bd.,  1907,  25. 
Fritsch  K.,    Dr.,    Floristische   Notizen.   (Phacelia  tanacetifolia  in 

Mähren.)  Wien,  Österr.  Botan.  Zeitschrift,  1904,  241. 

—  Exkursionsflora  für  Osterreich.  2.  Aufl.  Wien  1909. 

Fürst -Johann -Liechtenstein -Urwald    im    Altvatergebirge.     Wien, 

Österr.  Forst-  u.  Jagdz.,  Nr.  1127,  XXII.  Jahrg.,  mit  2  Plänen 

und  6  Abbildungen. 
Ginsberge r  A.,  Die  Pflanzenwelt  Österreich-Ungarns.  Wien,  „Das 

Wissen  für  Alle",  II.  Jahrg.,  Nr.  28  bis  32. 
G  o  gela  F.,  Květena  Bezkyd  moravských.     (Flora  der  mährischen 

Beskiden.)  Olm.  M.  S.  1903,  109  bis  114,  134  bis  138,  1905, 

54  bis  58,  1906,  54  bis  58. 

—  Z    květeny   Smrku    a  Lysé  Hory.     (Flora    des   Smrk    und    der 

Lissahora.)    Wal.-Meseritsch  1903. 

—  O    rozšíření    některých    druhů    rostlinných    na    severovýchodní 

Moravě.     (Über    die    Verbreitung    einiger    Pflanzenarten    in 
Nordostmähren.)    Proßnitz,  „Věstník",  1903,  88  bis- 107. 

—  Květena  na  dolním  toku  Rusavy  v  okolí  Střebetic.    (Flora  des 

Unterlaufes  der  Rusawa  bei  Střebetitz.)  Ebd.  1909,  43  bis  54. 

—  Z    květeny  Javorníka   u   Rajnochovic.     (Die    Javornikflora    bei 

Rajnochowitz.)    Ebd.  X.,  1907,  43  bis  54. 
Gräbner  P.,  Dr.,  Die  Pflanzenwelt  Deutschlands.     Lehrbuch  der 

Formationsbiologie.     Berlin  1909.     (Berücksichtigt  auch  die 

Sudeten.) 
Groß schmied  S.,  Allgemeine  Beschreibung  der  Groß-Ullersdorfer 

Forste.    Brunn,  Verhandl.  der  Forstwirte,  1905,  155. 
Herbarium  mährischer  Pflanzen.     VIII.  Bericht   des  Lehrerkl.  für 

Naturkunde.    Brunn  1907,  25. 


227 

Hetschko    A.,    Der    Ameisenbesuch    bei    Centaurea    montana    L. 

W.  E.  Z.  1907,  329  bis  332. 
Hruby  J.,  Dr.,   Flora    des  Mähr.-Trübauer  Berglandes.     Beitrag 

zur  Geschichte  der  Flora  dieses  Gebietes  vom  Ausgange  des 

Tertiärs  bis  zur  Gegenwart.     Mähr.-Trübau,   Programm   des 

k.  k.  Ober- Gymnasiums  1905/1906,  19. 
J.    H.,    Der    Sudetenpflanzengarten.     Freiwaldau,    Altvater    1904, 

Nr.  4,  S.  39  bis  40,  Nr.  2,  S.  19. 
Kamberský  0.,  Phacelia  tanacetifolia  Benth.     Troppau,  Landw. 

Zeitschrift  für  Österr.-Schlesien,  1903,  451  bis  455. 
Koch  W.   D.  J.,  Synopsis    der  Deutschen    und    Schweizer  Flora. 

Dritte,  neubearbeitete  Auflage,  in  Verbindung  mit  namhaften 

Botanikern  herausgegeben  von  Dr.  E.  Hallier,  fortgesetzt  von 

R,.  Wohlfarth.    Leipzig  1902.    (Berücksichtigt  auch  Mähren.) 
Kovář  F.,  Příspěvek  ku  květeně  lišejníků  a  jevnosnubných  rostlin 

v  krajině  ždárské.    (Siehe  unter  ,,Kryptogameníl.) 

—  Vegetační  poměry  v  krajině  ždárské.  (Die  Vegetationsverhältnisse 

der  Gegend  von  Saar.)    Saar  1909,  26  Seiten. 

Krš.  Nové  plevele.  (Neue  Unkräuter:  Silène  dichotoma  von  Brunn.) 
Prag,  „Vesmír",  1904,  22. 

Laus  H.,  Der  Fürst- Johann-Liechtenstein-Urwald  und  der  Sudeten- 
garten im  Altvatergebirge,  Brunn,  Bericht  des  Lehrerkl.  für 
Naturk.  1905,  89  bis  96. 

—  Ein  Herbar  mährischer  Pflanzen.  Ebd.  5.  Bericht,  1903,  16  bis  19. 

—  Hacquetia    Epipactis   von    Oujezd    bei   Czernahora.     Ebd.  III. 

—  Botanische    Notizen.      1.    Phacelia    tanacetifolia    in    Mähren. 

2.  Neuer  Standort  des  Aspidium  Thelypteris  bei  Olmütz. 
Olmütz,  1.  Bericht  der  Naturw.  Sektion,  1905,  55. 

—  Beiträge  zur  Flora  von  Mähren.    Br.  N.  V.  1909,  149  bis  175. 

—  Mährens   Ackerunkräuter   und   Ruderalpflanzen.     Zugleich    ein 

Beitrag  zur  Phytogeographie  des  Landes.  Mitteilungen  der 
Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens.  Land-  und 
forstw.  Abteilung,  Nr.  2.    Brunn  1908,  270  Seiten. 

—  Die    Halophyfcenvegetation    des    südlichen    Mährens    und    ihre 

Beziehungen  zur  Flora  der  Nachbarländer.  Ebd.,  Botan. 
Abteilung,  Nr.  3.    Brunn  1907,  67  S. 

—  Schulflora  der  Sudetenländer  mit  besonderer  Rücksicht  auf  Mähren. 

Mit  pflanzengeographischen  und  biologischen  Hinweisen.  Zum 
Schulgebr.  und  für  botanische  Exkursionen.  Brunn  1908,  560  S. 


228 

Laus  H.,  Der  Große  Kessel  im  Hockgesenke.  Ein  Beitrag  zur  Kennt- 
nis der  pilanzengeograpkischen  Verhältnisse  der  Ostsudeten.  Bei- 
hefte zum  Botan.  Zentralblatt,  Bd.  XXVI,  1909,  Abt.  II,  28  S. 

Lene cek  O.,  Dr.,  Eine  eigentümliche  Blütenbildung  beim  Schnee- 
glöckchen.   Br.  N.  V.  1906,  261. 

—  Baumrindenpflanzen    als    Kompaß.     Berlin,    Prometheus,    1903, 

Nr.  684,  S.  128. 

Makowsky  A.,  Alyssuni  saxatile  L.  bei  Nedwieditz.  Br.  N.  V.  1905,  35. 

Matouschek  F.,  Die  Herbarien  der  Forstlehranstalt  in  Mähr.- 
•     Weißkirchen.  „Wiener  Abendpost"  vom  14.  Juni  1902,  Nr.  135. 

Mittmann  O.,  Ein  botanischer  Fund  (Atropa  Belladonna  v.  lutea 
Doli.)  bei  Jauernig.  Troppau,  Landw.  Zeitschrift  für  Österr.- 
Schlesien,  1903,  337;  Br.  N.  V.  1904,  XLII.  Bd.,  28. 

N.  Salix  Lapponum  L.  im  Gesenke.  Troppau,  Landw.  Zeitschrift 
für  Österr.-Schlesien,  1903,  585. 

—  Zur  Verbreitung  der  süßen  Eberesche  (Sorbusaucuparia  var.  dulcis). 

Brunn,  Verhandl.  der  Forstwirte,  LV.  Jahrg.,  1904,  210  bis  213. 
— ■  Beskidenpflanzengarten.  Bielitz-Biala,  Mitteilungen  desBeskiden- 

vereines,  IL  Jahrg.,  1905,  10. 
Oborny    A.,    Die    Hieracien    aus    Mähren    und    Österr.-Schlesien. 

Br.  N.V.,  XLIII.u.  XLIV.  Bd.,  Separatausg.  220  S.Brünn  1905. 
Pánek  J.,  Verzeichnis  der  in  Mähren  und  Schlesien  beobachteten 

Weiden  und  Weidenbastarde.    Brunn,  Bericht  des  Lehrerkl. 

für  Naturk.,  1905,  29  bis  38. 
Pax  F.,  Dr.,  Die  Vegetation  der  Babia-Gura.    Bielitz-Biala,  Mit- 
teilungen   des    Beskidenvereines,    1905,    IL  Jahrg.,    1   bis   7. 
Petrák  F.,  Über  eine  neue  Bastardform  der  Gattung  Verbascum: 

V.  hranicense  (V.  Thapsus   X   V.  nigrům).    Karlsruhe,  Allg. 

Botan.  Zeitschrift,  1909,  Nr.  1,*4  bis  5. 

—  Die  alpine  Flora  der  mähr.-schles.  Sudeten.  Ebd.  Jahrg.  1908. 

—  Rubus  Wettsteinii,  ein  neuer  Rubusbastard.   Budapest,  Magyar 

botanikai  lapok,  VI.  Jahrg.,  1907,  308  bis  310. 

—  Cirsii    generi    hybridae     et    varietatis    novae.     Berlin,    Fedde, 

Repert.,  Bd.  V.,  1909,  329  bis  333. 
Picbauer  R.,  Příspěvek  ku  květeně  moravských  řezů.  (Siehe  „Krypto- 
gamen".) 

—  Floristické  poznámky  z  okolí  Kroměříže.     (Floristische  Notizen 

aus    der    Kremsierer    Gegend.)     Proßnitz,    „Věstník",    1907, 
X.,  34  S. 


229 

Picbauer  B,.,  Příspěvek  ku  poznání  květeny  okolí  Třebíče  a  ně- 
kterých míst  okresů  Velko-Meziříčského  a  Náměstského.  (Bei- 
trag zur  Kenntnis  der  Flora  der  Umgebung  von  Trebitsch 
und  einzelner  Lokalitäten  des  Gr.-Meseritscher  und  Namiester 
Bezirkes.)  Ebd.  1906,  27  S. 

Plitzka  A.,  Beitrag  zur  Teratologie  der  Kompositen.  Wien, 
Österr.  Botan.  Zeitschrift,  1902,  300. 

Podpěra  J.,  Dr.,  Géranium  lucidum,  nová  na  Moravě  rostlina. 
(Eine  für  Mähren  neue  Pflanze.)  Brunn,  Časopis  des  Mähr. 
Landesmuseums,  1904,  3  S. 

—  O  vlivu  glacialní  periody  na  květenu  zemí  českých.    (Über  den 

Einfluß  der  Glazialperiode  auf  die  Flora  der  böhmischen 
Länder.)    Proßnitz,  „Věstník",  1903,  127  bis  142. 

—  Floristické  poznámky.  (Floristische  Notizen.)  Ebd.  1904,  111  bis 

119,  1  Tafel. 

—  Floristické  poznámky,  II.    Ebd.  X.,  1907,  17  S.,  1  Tafel. 

—  Über  das  Vorkommen  von  Ostericum  palustre  Bess.  in  Mähren. 

Wien,  Österr.  Botan.  Zeitschrift,  1904,  6  S. 

—  Der  Einfluß  der  Glazialperiode  auf  die  Flora  der  Sudetenländer. 

Olmütz,  1.  Bericht  der  Naturw.  Sektion,  1905,  45  bis  69. 

—  Vývoj  a  zeměpisné  rozšíření  květeny  zemí  českých    ve   srovnání 

s  poměry  evropskými.  (Entwicklung  und  geographische  Ver- 
breitung der  Flora  der  böhmischen  Länder  im  Vergleiche  zu 
den  europäischen  Verhältnissen.)  Mähr.-Ostrau  1907,  272  S., 
2  Karten. 

—  Kritické    poznámky    ku    práci    prof.    L.    Franka    v    Olomouci: 

„Beitrag  zur  Flora  der  Umgebung  von  Olmütz".  Proßnitz, 
„Věstník",  X.  Jahrg.,  1907,  6  S. 

—  Nové  rostliny  květeny  moravské.  (Neue  Pflanzen  der  mährischen 

Flora.)  Brunn,  Časopis  des  Mähr.  Landesmuseums,  VII.  Jahrg., 
1906,  5  S. 

—  Nová    adventivní    rostlina.     (Neue    Adventivp  flanze    Mährens. 

Proßnitz,  „Věstník",  IX.  Jahrg.,  1907,  99. 

Praus  K.,  Ein  Hochmoor  am  Fuße  der  Westbeskiden.  Bielitz-Biala, 
Mitteilungen  des  Beskidenvereines,  I.  Jahrg.,  1904,  59  bis  60. 

Reichenbach,  Deutschlands  Flora,  XIX.  Bd.,  Kritische  oder 
wenig  bekannte  Hieracien  der  Flora  Deutschlands,  Österreich- 
Ungarns  usw.  Von  Dr.  J.  Murr,  K.  H.'Zahn,  J.  Poll.  Leipzig 
und    Gera    1904    bis     1906.     (Berücksichtigt    auch    Mähren. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  2.  16 


230 

Remeš   M.,   Dr..  Spargania    (Sparganien,   besonders  S.  neglectum 

bei  Olmütz.)    Olm.  M.  S.,  1903,  147. 
Reuß  H.,  Über  die  Anbauwürdigkeit  der  Nadelhölzer,  insbesondere 

der  Fichte  im  Marsgebirge.  Brunn,  Verhandl.  der  mährischen 

Forstwirte,  1904,  124. 
8.  W.,  Parthenokarpie   (bei  Populns   balsamifera  L.   in  Proßnitz). 

Proßnitz,  „Věstník",  1903,  145  bis  146. 
Schreiber  P.,  Beiträge  zur  Flora  des  Zwittauer  Gebietes.  Brunn, 

Zeitschrift    des    Mähr.   Landesmuseums,   1908,    139   bis    154. 

—  Die  Moore  des  Zwittauer  Bezirkes.  Mitteilungen  usw.,  Land-  und 

forstw.  Abteilung,  Nr.  1,  1908. 
Schübe  T.,  Dr.,  Ergebnisse  der  Durchforschung  der  schlesischen 
Gefäßpflanzenwelt.  1902.. Breslau,  V.  K.,  1903,  33.  —  1903. 
Ebd.  1904,  42  bis  67.  —  1904.  Ebd.  1905,  45  bis  69.  — 
1906.  Ebd.  1907,  68  bis  89.  —  1907.  Ebd.  1908,  46.  — 
1908.  Ebd.  1909,  48. 

—  Flora  von  Schlesien  preußischen  und  österreichischen  Anteiles. 

Breslau  1904,  456  S. 
Schur  F.,   Phytogeographische   Mitteilungen  über  Pflanzenformen 

verschiedener  Florengebiete  der  österr.-ungar.  Monarchie.  Br. 

N.  V.  1903,'  183  bis  260,  und  1904,  202  bis  253. 
Servit  M.,  Ein  Beitrag  zur  Kenntnis  der  böhm.-mähr.  Salix-  und 

Cirsiumarten.  Budapest,  Magyar  botanikai  lapok,  Jahrg.  1907, 

Nr.  6,  S.  5. 
Smyčka     F.,    Abnormita     květenství     lísky     (Corylus    Avellana). 

„Příroda",  1906,  251. 
Soukal  J.,  Památný  tis  Pernštýnský.    (Die  merkwürdige  Eibe  von 

Pernstein.)  „Lovecký  obzor",  1903,  227. 
St  ei  dl  er  E.,  Artemisia    annua    bei  Brunn.     Br.  N.  V.  1905,   27. 
Straňák  F.,  Kvetena  propasti  Macochy.   (Mazochaflora.)  Olm.  M. 

S.,  1906,  105  bis  117.    Mit  8  Tafeln. 
Svěrák  T.,  Botanická  vycházka  do  sadu  opavského.  XXIII.  Zpráva 

c.  k.  gymnasia.    Troppau  1906,  28  S. 
ToclW.,Dr.,  Naše  vrby.  (Unsere  Weiden.)  Prag,  „Vesmír",  1904,  51. 
Urbánek  F.,  Acer  pictum  Thunb.  im  Brünner  Augarten.    Br.  N. 

V.  1904,  XLIL  Bd.,  S.  34. 

—  Die  Gehölze  und  Stauden  des  Augartens  und  des  Franzensberges 

in  Brunn.  Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseums.  Brunn  1907, 
VII.  Bd.,  S.  475.    Mit  Situationsplan. 


231 

Všetička  K.,  Douška  vodní,  kvetoucí  u  Držovic.  (Blühende  Wasser- 
pest bei  Drschowitz.)  Proßnitz,  „Věstník",  1906,  134, 

—  Nová  stanoviska  rostlin.    Ebd.  1907,  99. 

W e  e b e  r  Gr.,  Flora  von  Friedek  und  Umgebung.  (Schluß.)  VIII.  Jahres- 
bericht des  Komm.- Ob  er  gymnasiu  ms  in  Friedek,  1903,  26  S. 

Wiesbauer  J.,  Zur  Veilchenflora  der  Nikolsburg-Pollauer  Berge. 
Wien,  Österr.  Botan.  Zeitschrift,  1904,  256  bis  258. 

Wiesner  J.,  Lysimachia  Zawadzkii  als  Beispiel  einer  durch 
Mutation  entstandenen  Pflanzenform.  Ebd.  1904,  161  bis  164. 

Wildt  A.,  Über  Rumexbastarde  aus  Mähren.  Wien,  Österr.  Botan. 
Zeitschrift,  1904,  379  bis  382. 

—  Über  einige  mährische  Pflanzen.    Br.  N.  V.  1903,  34. 

—  Über  einige  kritische  Pflanzen.     Ebd.  39. 

—  Beitrag  zur  Flora  von  Mähren.    Ebd.  178  bis  180. 

—  Neue   Standorte   mährischer  Pflanzerj.     Ebd.    1904,   40  bis   42. 

—  Floristische  Notizen.    Ebd.  1905,  40  bis  42. 

—  Beiträge  zur  Flora  von  Mähren.  Ebd.  1907,  XLVI.  Bd.,  1  bis  4. 

—  Die   Gattung   Festuca  bei  Brunn.    Ebd.   S.  XVII  bis  XVIII. 

—  Beiträge  zur  Flora  von  Mähren.    Ebd.  1907,  94  bis  100. 

—  Neue  Phanerogamenfunde  in  Mähren.    Ebd.  136. 

—  Pulsatilla  grandis  bei  Brunn.    Ebd.   1908,  S.  XXXIX. 

—  Beiträge  zur  Flora  von  Mähren.    Ebd.  113  bis  119. 

—  Floristische  "Notizen.    Ebd.  1906,  257  bis  261. 

Závodný,  Pflanzenphysiologische  Betrachtungen  über  die  Znaimer 

Gurke     und     deren    Kultur.    Dresden,    Sitzungsberichte    der 

Genossenschaft  „Flora",  1898,  113. 
Zellner  J.,  Dr.,  Über  Pax,  Grundzüge  der  Pflanzenverbreitung  in 

den    Karpaten.     Bielitz-Biala,    Mitteilungen    des    Beskiden- 

vereines,  1904,  Nr.  2. 
— y — ,  Ein  starker  Perückenbaum  in  Mähren.  Br.  O.  Jdbl.,  1905,  150. 

B.  Zoologie. 

I.  Säugetiere. 

Jakobi  A.,  Die  Verbreitung  und  Lebensweise  des  Ziesels.  (Spermo- 
philus  citellus  L.)  Archiv  für  Naturg.,  LXVIII.  Jahrg.,  Bd.  L, 
1903,  147. 

16* 


232 

Matter  R,.,  Der  Luchs  und  seine  Schädlichkeit.  Mähr.  Jdbl., 
Brunn  1901,  74. 

Talský  J.,  Eine  Hirschjagd  auf  dem  Altitscheiner  Berge.  Mit- 
teilungen des  mähr.  Jagd-  und  Vogelschutzvereines.  Brunn  1885. 

II.  Yögel. 

Auras  W.,  Wanderdrossel  in  Schlesien.     Br.  O.  Jdbl,  1907,  44. 
Bernhauer  0.,  Versuch   einer  Avifauna  von  Mähr.-Weißkirchen. 
O.  J.  1905,  185  bis  200. 

—  Sammelskizzen  aus  Mähr.-Weißkirchen.    Zeitschrift  für  Oologie 

und  Ornithologie,  XV..  1905,  Nr.  7,  104  bis  106. 
Cadil  F.,  Kormoráni  na  tahu.     (Ziehende  Kormorane.)    „Lovecký 
obzor",  VIII,  1905,  96. 

—  První  sluka  v  polesí  Havranohradském.    (Die  erste  Schnepfe  in 

den  Wäldern  von  Rabensburg.)    Ebd.  VIII.,  1905,  96. 

—  Pilich  (Circus  cyaneus).    Ebd.  96. 

Čapek  W.,  Aus  dem  Frühjahrszug  1901.  Mähr.  Jdbl.,  Brunn  1901, 
62,  76,  94. 

—  Sturmmöwe  und  Steppenweihe  in  Mähren.  Br.  O.  Jdbl.  1902,  13. 

—  Zwei  Herbsttage  auf  den  Namiester  Teichen.  Ebd.  1903, 170  bis  171. 

—  Příspěvky    ku     poznání     ptactva     moravského.      (Beiträge     zur 

Kenntnis   der    mährischen   Vogelwelt.)     Proßnitz,   „Věstník", 
1904,  85  bis  92. 
Chlebovsky    A.,    J.    Talského    ornithologická    sbírka    v    Novém 
Jičíně.     (Talskýs  ornithologische  Sammlung  in  Neutitschein.) 
„Příroda  a  škola",  Brunn  1904,  IL  Jahrg.,  17  bis  20. 

—  Ornithologické  paběrky  z  letoší  zimy.  (Ornithologische  Kleinig- 

keiten aus  dem  heurigen  Winter.)     Ebd.  1903,   195  bis  196. 

—  Třetev  hlušec  na  Moravě.    Ebd.  352  bis  353. 

—  Naše  ptactvo  v  zimě.  (Unsere  Vögel  im  Winter.)  Ebd.  I.  Jahrg., 

1903,  29  bis  32. 

—  Zpráva  ornithologická.  (Ornithologische  Nachricht.)    Ebd.  172. 

—  Ouhorlík   obecný   v   okolí  Nového  Jičína.     (Glareola  pratincola 

in  der   Umgebung  von  Neutitschein.)    „Příroda",  III.  Jahrg., 
1904/1905,  Nr.  2,  S.  52. 

—  Brkoslavi  u  Nového  Jičina.  (Seidenschwänze  bei  Neutitschein.) 

„Příroda",  1906,  162. 
Donner  E.,  Aus  Mähren  (Mähr.-Weißkirchen).  Mitteilungen  über 
die  Vogelwelt,  V.,  1905,  Nr.  15,  S.  120. 


233 

Dostal  J.,  Na  rozvodněné  Dyji.  (Im  Überschwemmungsgebiete  der 
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—  Die    Edelfalken    in    Südmähren.     O.  J.   1907,   XVIII.   Jahrg., 

217  bis  221. 

—  Ptactvo  okolí  lanštorfského.  (Die  Vogelwelt  der  Umgebung  von 

Lanshut.)  Briinn,  „Časopis  zemského  muzea",  1906,  13. 

E.  D.,  Pozorování  tahu  ptactva  na  Valašsku  1901  a  1902.  (Vogelzug- 
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Floericke  K.,  Abzug  der  Turmschwalben.  Mitteilungen  über  die 
Vogelwelt,  1907,  127. 

Ft.,  Velmi  vzácný  úlovek.  (Phalaropus  fulicarius  bei  Littau.) 
„Příroda",  1905,  152. 

Fürst,  Dr.,  Zimní  hosté.  (Wintergäste:  Seidenschwänze.)  „Lovecký 
obzor",  1906,  78. 

Gottwald  A.,  Abnormální  lebka  husy.  (Abnormer  Gansschädel.) 
Proßnitz,  „Věstník",  1903,  147. 

H  al  la  J.,  Ptactvo  okolí  Mor.-Krumlovského  a  Střelicka.  (Die 
•  Vogelwelt  der  Umgebung  von  Mähr.-Kromau  und  Střelitz.) 
Brunn,  Mitteilungen  der  Kommission  zur  naturw.  Durch- 
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Revier.)  Rozm.  Lesní  Týdenník,  1907,  303. 

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Horňanský  J.,  Volavka  stříbřitá.  (Ardea  Gazetta  bei  Rossitz.) 
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zur  naturw.  Durchforschung  Mährens.  Nr.  3  (Zoolog.  Ab- 
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—  Přehled  zemědělsky  důležitých   ptáků  Čech,  Moravy   a  Slezska. 

(Übersicht  der  landwirtschaftlich  wichtigen  Vögel  Böhmens, 
Mährens  und  Schlesiens.)  Zemědělská  rada  pro  král.  České, 
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234 

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zeitung, XLVIIL,  1905,  Nr.  9,  S.  280. 

K.,  Otocorys  alpestris  u  Brna.    Prag,   „Vesmír",  1902,  132. 

Karásek  J.,  Polák  malý  (Fuligula  pygmea)  u  Olomouce.  „Lovecký 
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—  O  tahu  ptactva.    (Vom  Vogelzuge.)    Rozm.  Lovecký  Týdenník, 

IL,  1907,  243. 

—  Zajímavé  zjevy  ptačí  z  okolí  Kroměříže.  (Interessante  ornitholo- 

gisclie  Erscheinungen  aus  der  Umgebung  von  Kremsier.)  Ebd. 
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— ke,  Bilder  aus  dem  Fürst  Liechtensteinschen  Forst-  und  Jagd- 
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Kněžourek  K.,  O  poměrech  ptačího  tahu.  (Über  den  Vogelzug.) 
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Knotek  J.,  Ornithologische  Seltenheiten  aus  Mähren.  Br.  0.  Jdbl., 
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—  Zwei  Raubmöwen  aus  Mähren.  O.  J.,  XVII.,  1906,  207  bis  208. 

—  Nachtrag  zur  Ornis  der  Umgebung  von  Olmütz.  Ebd.  1901,  97. 
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Kraetzl  F.,  Das  Fürst  Johann  Liechtensteinsche  Jagd-  und  Forst- 
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Kubíček  Zd.,  Poštolka  a  vrána  popelová.  „Lovecký  obzor",  IX., 
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—  Koliha  veliká  (Numenius  arcuatus).    Ebd.  111. 

—  Poštolky  a  vrány.    Ebd.  111. 

Loos  K.,  Ein  Beitrag    zur   Frage    über  die   Geschwindigkeit   des 

Fluges    der  Vögel.     Ornitholog.    Monatsbericht,    XV.,    1907, 

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Macháček  V.,  Ranní  či  pozdní  hosté?  (Seidenschwänze  bei  Prerau.) 

„Lovecký  obzor",  VIII.,  1905,  176. 
Macků  J.,  Husa  liščí.  (Tadorna  damiatica  bei  Datschitz.)  Mähr.- 

Ostrau,  „Příroda",  1907,  31. 
Peschke,    Neuere    Untersuchungen    über    die    Nützlichkeit    oder 

Schädlichkeit  gewisser  Vogel  arten.  „Weidmannsheil",  XXVII., 

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Piffl  R.,  Aus  Osterr.-Schlesien.    Mitteilungen  über  die  Vogel  weit, 

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235 

Placzek  B.,  Dr.,  Zur  Klärung  der  Vogelschutzfrage.  O.  J.  1901, 121. 
Podivín  J.,  Schnepfennachrichten   (Gröding).     „Der   Jagdfreund", 

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Pospiech  H.,  Jagdliches  aus  Nikolsburg.  Br.  0.  Jdbl.,  1902,  79. 

—  Steinadler  auf  den  Pollauer  Bergen.    Ebd.  1906,  143. 
Pretsch  R.,  Fasanenbastarde.    „Der  Jagdfreund",  VI.,  1906,  105. 
Ptáček  A.,  Vybarvený  dytík.  (Triel  von  Mähr.-Kromau.)  „Lovecký 

obzor",  IX.,  1906,  175. 

Reischl  A.,  Die  ersten  Seidenschwänze  in  Brumov.  „Weidmanns- 
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Ribbeck  K.,  Aus  Osterr.-Schlesien.  (Auffallender  Zug  bei 
Jablunkau.)     Mitteilungen    über    die    Vogelwelt,    1906,    167. 

Rzehak  A.,  Ei  des  kleinen  Regenpfeifers  von  dem  Wasserleitungs- 
bassin im  Schreibwalde.    Br.  N.  V.  1902,  58. 

—  E.,  Der  Eichelhäher  als  Schlangenvertilger.  Ornitholog.  Monats- 

schrift, 1906,  417  bis  448. 

—  Vorkommen    und   Brüten    von    Nachtigallen    in   reinen    Nadel- 

wäldern.   „Falco",  1906,  101  bis  102. 

—  Aviphänologische  Beobachtungen  aus  der  Umgebung  von  Troppau 

im    Frühjahre    1905.     Mitteilungen    über    die   Vogelwelt,  V., 
1905,  166. 

—  Der    Dorndreher   als   Zerstörer    von  Vogelbruten.     Ornitholog. 

Monatsschrift,  XXX.,  1905,  470  bis  474. 

—  Ingluvialien-Untersuchungen.    Ebd.  171  bis  175. 

—  Beobachtungen    über  Strix  flammea   als   Waldvogel.     „Falco", 

1907,  31  bis  33. 

—  Kommt    der   Steinsperling   in    Mähren    vor?    Ebd.    58    bis    60. 

—  Emberiza  citrinella  als  Höhlenbrüter.     Troppau,  Landw.  Zeit- 

schrift für  Österr.-Schlesien,  1903,  672  bis  673. 
Sander  Fr.,  Bílá  vlaštovka.  (Weiße  Schwalbe  bei  Triesch.)  „Lovecký 

obzor",  1906,  16. 
Schade  F.,   Ornithologische  Notizen   aus  Mähren   mit  besonderer 

Berücksichtigung  der  Umgebung    von  Brunn.     Mähr.  Jdbl., 

1901,  125. 

—  Ornithologische  Notizen  usw.  (wie  oben).    O.  J.,  1901,  97. 
Schimitschek  E.,  Der  Seidenschwanz  in  Mähren.    „Weidmanns- 
heil", 1906,  389. 

—  Ornithologisches.     (Seidenschwanz  in  Wysokopole.)     Ebd.  149. 

—  Frühes  Schnepfengelege.    Ebd.  388. 


236 

Schweder  B.,  Anregungen  zur  Förderung  ornithologischer  Be- 
strebungen durch  den  Forstmann  und  Jäger.  Br.  0.  Jdbl.,  1907. 

Setaffy  J.,  v.,  und  J.  Podivín,  Schnepfennachrichten.  „Der  Jagd- 
freund", V.,  1905,  187. 

Siegl  L.,  Zugserscheinungen  während  der  Brutzeit.  Mitteilungen 
über  die  Vogelwelt,  1907,  10. 

—  Aus  Südmähren.    Ebd.  127,  135  bis  136. 

Šmelík  A.,  Potáplice  lední.  (Urinator  glacialis  bei  Olmütz.) 
„Lovecký  obzor",  X.}  1907,  32. 

—  Kozlík.  (Gallinaga  gallinula  bei  Brunn.)  Ebd.  VIII.,  1905,  46. 

—  Orel  říční.    (Flußadler  bei  Olmütz.)    Ebd.  1906,  16. 
Smyčka  F.,  Drop  veliký.  (Otis  tarda  bei  Celčic.)  Proßnitz,  „Věstník", 

1904,  122. 
Sommer  J.,  Frühlingsboten  (in  Porubá).  „Jagdfreund",  VI.,  1906,  89. 

—  Uhu  erlegt  (in  Porubá).    Ebd.  666. 

—  Jagdliches  aus  Schlesien.    Ebd.  1907,  202  bis  203. 

Šulc  J.,  Klíč  k  určování  ptactva  Cech,  Moravy  a  Slezska.  (Schlüssel 
zur  Bestimmung  der  Vögel  von  Böhmen,  Mähren  und 
Schlesien.)    Prag  1904,  78  S. 

Talský  J.,  Letošní  tah  vlaštovek  (Der  heurige  Schwalbenzug.) 
Olm.  M.  S.  1901. 

—  Das    Vorkommen     des    Kranichs    in    den    mitteleuropäischen 

Ländern,  besonders  in  Mähren.    Br.  0.  Jdbl.  1902,  21. 

—  Seltene  Jagdbeute.    Ebd.  22. 

—  Ein  Kranich  in  Mähren.    Ebd.  84. 

—  Das  Fürst  Liechtensteinsche  Forst-  und  Jagdmuseum  in  Mähr.- 

Aussee.    Ebd.  98,  O.  J.,  XV.,  1904,  237  bis  243. 

—  Knížecí  Liechtensteinské    lesnické   a  lovecké  museum  v  Usově 

na  Moravě.     Proßnitz,  „Věstník",  1902,  111. 

—  Die  ornithologischen  Sammlungen  des  Fürst  Liechtensteinschen 

Forst-  und  Jagdmuseums  in  Mähr.-Aussee.  Brunn,  Verhandl. 
der  Forstwirte,  1903,  149  bis  157. 

—  Das    Vorkommen    des    Kranichs     in     den    mitteleuropäischen 

Ländern.    Ebd.  56  bis  61. 

—  Ein  Kranich  in  Mähren  erlegt.    Ebd.  272. 

—  Beobachtungen  über  den  Herbstzug  der  Krähen.  Ebd.  182  bis  183. 

—  Něco    o   ptactvu    v    moravských   Bezkydech.     (Etwas    über    die 

Vogelwelt  der  mährischen  Beskiden.)    Wal.-Meseritsch  1903. 
(Flugschrift  von  E.  D.) 


237 

Talský  J.,  Der  Heuschreckenvogel  (Pastor  roseus)  und  sein  Vor- 
kommen im  mittleren  Europa.  Mitteilungen  des  Neutitscheiner 
Landw.  Vereines,  Nr.  7,  1875. 

—  Steinrötel  und  Blaumerle   in   Mähren.    Orn.  Zentralbl.  Nr.  16, 

Berlin  1878. 

—  Lestris   cephus  Keys,   et  Bl.   und   Lestris  pomarina  Temm.  in 

Österreich.    Cabanis  Journal  für  Ornithologie,  Leipzig  1885. 

—  Mein  Ausflug  auf  die  Schneekoppe  im  Riesengebirge.  W.  O.  V 

1881,  Nr.  2,  3. 

—  Zum  Vorkommen    von  Lestris   Buffoni    und   Lestris    pomarina 

in  Mähren  und  Tirol.  Zeitschrift  für  die  gesamte  Ornithologie, 
herausgegeben  von  Dr.  J.  v.  Madarasz,  Budapest  1884. 

—  Über  das  Vorkommen  und   die  Erbeutung  von   Adlerarten  in 

Mähren.  Mitteilungen  des  mährischen  Jagd-  und  Vogelschutz- 
vereines, Brunn  1884. 
— -  Der    Tannenhäher.    (Nucifraga    caryocatactes    L.)    Ebd.   1885. 

—  Zum  Vorkommen  des  Schlangenbussards  (Aquila  brachydactyla) 

in  Mähren.    Ebd.  1886. 

—  Ein    in   Freiheit    überwintertes    Hausrotschwänzchen    (Ruticilla 

tithys).    W.  O.  V.,  Nr.  6. 

—  Die  ornithologische  Sammlung  des  Franzensmuseums  in  Brunn 

im   „Führer    durch    das   Museum"   und    als   Separatabdruck. 
Brunn  1890. 

—  Der  Forstmann  und  Jäger  im  Dienste  der  Ornithologie.   „Aus 

unseren  heimischen  Wäldern",  Znaim  1890,  Nr.  8,  4. 

—  Ornithologische  Notizen  aus  Mähren.    Ebd.  Nr.  23. 

—  Über    das    Verhalten    der  Vogelwelt   gegenüber    den  Insekten, 

namentlich  der  Nonne  (Psilura  monacha).  Ebd.  1892,  Nr.  11. 

—  Der  Star  (Sturnus  vulgaris)  und  die  Landwirtschaft.  IL  Flug- 

schrift   des    Land-    und    forstwirtschaftl.    Bezirksvereines    in 
Stadt  Liebau.    Brunn  1893. 

—  Beiträge  zur  Nahrungsmittellehre  der  Vögel.    W.  0.  V.,  1896, 

XX.  Jahrg.,  Nr.  2. 

—  Naturhistorische  Lokalsammlungen.  Wien,  „Neue  Freie  Presse", 

27.  Juli  1897,  Abendblatt. 

—  Die  ornithologische  Versammlung  in  Serajewo.  0.  J.,  XL  Jahrg., 

1900,  Heft  1,  2. 
Tichý  A.,  Lyskonoh  úzolistý.  (Phalaropus  hyperboreus  bei  Ruditz.) 
„Lovecký  obzor",  1906,  15. 


238 

Tichý  A.,  Racek  žlutonohý.  (Larus  fuscus  bei  Boskowitz.)  Ebd.  16. 

Tschusi  R.,  v.,  Ornithologische  Collectaneen  aus  Österreich-Ungarn 
und  dem  Okkupationsgebiete.  VII.  (1908.)  O.  J.  1901,  100. 

Wy metal  F.,  Die  Elster  (Pica  pica  L.)  in  den  Akazienwäldchen 
von  Brateisbrunn  in  Südmähren.  Bericht  des  Lehrerkl.  für 
Naturk,  Brunn  1909,  56  bis  58. 

Zdobnitzky  F.,  Die  Vogelwelt  Südmährens  zur  Zeit  der  Frühjahrs- 
überschwemmung.   Ebd.  1909,  18  bis  19. 

—  Das  Nachtleben  des  Flußschwirls.    Ebd.  20  bis  21. 

—  Über  den  Sprosser.    Ebd.  21. 

—  Meine  ersten  Gefangenen.    Ebd.  28  bis  40. 

—  Die   Hühnervögel    (insbesondere  Bonasa   bonasia)   im    unteren 

Ričkatale  (zwischen  Ubetz  und  Lösch).  IV.  Bericht  des 
Lehrerkl.  für  Naturk.,  1902,  27  bis  31. 

—  Interessante    Erscheinungen    aus    der    Avifauna    der    Brünner 

Umgebung.   Ebd.  1901,  49  bis  60. 

—  Ein  reiches  Flugjahr.    Ebd.  V.  Bericht,  1903,  VIII. 

—  Über  Brünner  Tauben.   Ebd.  11  bis  15. 

—  Bartmeisen  (Panurus  biarmatus)  aus  Mähren.  Br.  O.  Jdbl.  1903, 

145. 

—  Beiträge  zu  einer  Ornis  der  Umgebung  von  Brunn.  Mitteilungen 

der  Kommission  usw.  (Zoolog.  Abteilung),  Nr.  14,  1908,  60  S. 

—  Ergebnisse  von  Frühjahrsbeobachtungen  aus  der  Umgebung  von 

Muschau.    Ebd.  Nr.  11,  38  S.  (1907). 

—  Über  einige  Magenuntersuchungen  einheimischer  Vögel.  Bericht 

des  Lehrerkl.  für  Naturk.,  Brunn  1905,  55  bis  78. 

—  Die  Zukunft  unserer  Vogelwelt.    Ebd.  75. 

—  Ornithologische  Wanderungen    in   Südmähren.    Zeitschrift    des 

Mähr.  Landesmuseums,  Brunn  1905,  163  bis  182.  Mitteilungen 
der  Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens  (Zoolog. 
Abteilung),  2.  Heft,  VII.  Bericht  des  Lehrerkl.  für  Naturk. 

1906,  61  bis  69. 

—  Die  Vogelwelt  von  Unter -Wisternitz  und  Umgebung.   Ebd.  1906, 

(Zoolog.  Abteilung),  5.  Heft,  S.  33. 

—  Ornithologische  Studien  in  der  Umgebung  von  Brunn.  III.  Jahres- 

bericht   der   Kommission   zur   naturw.    Durchforschung   usw. 

1907,  38. 

—  Lusciniola    fluviatilis,    ein    Charaktervogel    der    südmährischen 

Auen.  O.  J.  1906,  41. 


239 

Zdobnitzky  F.,  Das  Winterleben  unserer  Corviden  (insbesondere 
von  Corvus  frugilegus  L.)  in  der  weiteren  Umgebung  von 
Brunn.  Mit  4  Abbildungen  und  2  Skizzen.  Brunn,  Zeitschrift 
des  Mähr.  Landesmuseums,  VII.  Bd.,  1907,  26. 

—  Weitere   Mitteilungen  über   die  in   Brunn   verwildert    lebenden 

Tauben.  Brunn,  VIII.  Bericht  des  Lehrerkl.  für  Naturk.  1907,  4. 

—  Weitere  Magenuntersuchungen  II.    Ebd.  1906,  45  bis  59.    III. 

Ebd.  1907,  25. 
Anonym.  Steinadler  in  Kwassitz.  Br.  0.  Jdbl.  1905,  186. 

—  Ornithologische  Raritäten.    Ebd.  1904,  141. 

—  Nordische  Gäste.  (Seidenschwänze  bei  Teschen.)  Troppau,  Landw. 

Zeitschrift  für  Österr.-Schlesien  1903,  242. 

—  Columba  palumbus  bei  Strutz.  Mähr.  Jdbl.  1901,  28. 

—  Trappe  bei  Ung.-Hradisch.  Br.  Ö.  Jdbl.  1906,  143. 

—  Ornithologisches  (Steinadler).    Ebd.  1908,  27. 

—  Ein  wenig  beobachtetes  Waldfederwild.    Ebd.  117. 

■ —  Circaètus  gallicus  (bei  Jablunkau).  „Lovecký  obzor"  1907,  191. 

—  Seltene  Jagdbeute.  (Sturmmöwe  bei  Jaispitz.)  Br.  O.  Jdbl.  XXIL, 

1905,  28. 

—  Albinismus.  (Weiße  Rebhühner.)  „Jagdfreund",  X.,  1905,  631. 

—  Hejna  ořešníků.    (Scharen  von  Nußhähern.)    „Lovecký   obzor", 

VIII.,  1905,  32. 

—  Prvá  sluka.  (Erste  Schnepfe.)    Ebd.  80. 

—  Káně  rousná.  (Archibuteo  lagopus  in  Südmähren),    Ebd.  96. 

—  Racek  bouřní  (Larus  canus)  bei  Jaispitz.    Ebd.  63. 

—  Steinadler.  Mitteilungen  des  Osterr.  Jagdschutzvereines  1906,  84. 

ni.  Reptilien. 

Cžižek  J.,  Lacerta  agilis  var.  erythronota  bei  Brunn.  Br.  N.  V., 
XLII.  Bd.,  1904,  32  bis  33. 

Laus  H.,  Vorläufige  Mitteilungen  über  die  Verbreitung  der  Kreuz- 
otter (Vipera  berus)  in  Mähren  und  Österr.-Schlesien.  IV.  Be- 
richt des  Lehrerkl.  für  Naturk.,  Brunn  1902,  32  bis  40. 

Makowsky  A.,  Coluber  Aesculapi  im  Schreibwalde  bei  Brunn. 
Br.  N.  V.  1902,  57. 

S  my  čk  a  F.,  Erster  Bericht  über  das  Vorkommen  der  europäisch.  Sumpf- 
schildkröte (Emys  lutaria)  im  Flußgebiete  der  Oder  in  Mähren  und 
Öst.-Schlesien.  Prag,  Sitzungsbericht  der  königl.böhm.  Gesellsch. 
der  Wissensch.  (math.-naturw.  Kl.),  Jahrg.  1899,  XV.,  S.  5. 


240 

Anonym.  Ausweis  über  die  Anzahl  der  1902  und  1903  in  Schlesien 
getöteten  Kreuzottern.  Troppau,  Landw.  Zeitschrift  für  Osterr.- 
Schlesien,  VI.  Jahrg.,  1904,  32  bis  33. 

—  Kreuzottervertilgung  im  Freudentaler  Bezirke. -Ebd. 

IV.  Fische. 

Kitt  M.,  Dr.,  Die  Fische  der  March  bei  Olmütz.  I.  Bericht  der 
Naturw.  Sektion  des  Vereines  „Botanischer  Garten"  in  Olmütz, 
1905,  29  bis  45. 

Kučera  A.,  Das  Neunauge  (Petromyzon).    Br.  O.  Jdbl.,  1905. 

—  Aale  in  der  March.    Ebd.  1903,  7  bis  8. 

Remeš  M.,  Dr.,    Ryby   moravské.    (Mährens  Fische.)    Olm.  M.  S. 

1902,  62. 
Sedláček  J.,   Úhoř  v  horách    Drahanských.    (Der   Aal    auf  dem 

Drahaner  Plateau.)  Proßnitz,  „Věstník"   1900,  122. 
Sláma  F.,  Nynější  stav  ryb  v  Bečvě  Vsatské  blíž  Mezeříčí.  (Gegen- 
wärtiger Stand  der  Fische  in  der  Wsetiner  Bečwa  bei  Wal.- 

Meseritsch.)    Wal.-Meseritsch  1903. 
Štěpán  J.  V.,  Rybnikářství  v  Cechách  a  na  Moravě.  Mähr.-Ostrau, 

„Příroda"  1908/1909,  181  bis  182,  158  bis  159. 
Anonym.    Ein    nordamerikanischer    Fisch    (Bucotis    vulgaris)    in 

Mähren.  Br.  Ö.  Jdbl.  1904,  140,  157;  Mitteilungen  des  Mähr. 

Landesfischereivereines,  Brunn  1904. 

V.  Insekten. 

a)  Käfer. 

Burghauser  A.,  Carabus  Méuétriesi  Fisch.,  kein  Kolonist  der 
mährischen  Fauna.  Brunn,  Zeitschrift  des  Mähr.  Landes- 
museums, VII.  Bd.,  1907,  4  S. 

Dietl  J.,  Neue  Käferformen  aus  den  Beskiden.  Entomolog.  Zeit- 
schrift, Breslau  1902,  XII. 

Fleischer  A.,  Dr.,  Über  Liodes  curvipes  Schmidt  und  Verwandte. 
Wiener  Entomolog.  Zeitschrift  1904,  8.  Heft. 

—  Koleopteren  in  den  mährischen  Höhlen.    III.  Jahresbericht  der 

Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens,  1907,  36. 

—  Koleopterologické  výzkumy  o  rodu  Liodes  a  Colon  u  Adamova. 

(Koleoptologische  Forschungen  über  die  Gattungen  Liodes 
und  Colon  bei  Adamsthal.)  Brunn,  Mitteilungen  der  Kom- 
mission usw.   (Zoolog.  Abteilung),   Nr.  7,  1906,  31,  1  Tafel. 


241 

Fleischer  A.,  Dr.,   Notiz  zur  geographischen  Verbreitung  einiger 
Pitjophagusarten.  Wiener  Entomolog.  Zeitung  1909,  245. 

—  Kritische  Studien   über  Liodes-Arten.  IV.    Wiener  Entomolog. 

Zeitung  1906,  201  bis  209. 

—  Bestimmungstabellen    der    Koleopteren- Unterfamilie    Liodini. 

Br.  N.  V.  XLVI.  Bd.,  1907,  3  bis  63. 

—  Die  in  den  mährischen  Grotten  lebend  vorgefundenen  Koleopteren. 

Wiener  Entomolog.  Zeitung,  XXVI.  Jahrg.  1907,  109  bis  110. 

—  Eine  neue  Liodesart  aus  Mähren  und  Böhmen.  (Liodes  Vladimiri.) 

Ebd.  1906,  147  bis  148. 
Formánek  B,.,   Ein  neuer  Barypithes.    Wiener  Entomolog.  Zeit- 
schrift 1903,  140. 

—  Kůrovci  (Scolytidae)  zemí  sudetských.  Proßnitz,  „Věstník",  1901, 

119  bis  145. 

—  Kůrovci  v  Cechách  a  na  Moravě  žijící.    (Die  in  Böhmen  und 

Mähren  lebenden  Scolytiden.)    Prag  1907,  58. 
Gerhardt  J.,  Neue  Fundorte  seltener  schlesischer  Käfer  aus  dem 
Jahre  1900  und  Bemerkungen.    Breslau,  Z.  f.  E.,  1901,  6.  — 
Ebd.  1902,  9.  —  Ebd.  1903,  1  bis  9.  —  Ebd.  1904,  1  bis  5.  — 
Ebd.  1906,  75  bis  96.  —  Ebd.  1907,  1908,  1909. 

—  Neuheiten  aus  der  schlesischen  Käferfauna  aus  dem  Jahre  1900. 

Ebd.  1901,  15.  —  Ebd.  1902,  20.  —  Ebd.  1903,  10  bis  11.  — 
Ebd.  1904,  9  bis  10.  Ebenso  in  den  Jahrg.  1905,  1906,  1907, 
1908,   1909. 

—  Eine  neue  Käferart  iSapingus  Gabrieli  Gerh.).    Ebd.  1901,  18. 

—  Pterostichus  (Steropus  Dej.)  sudeticus  n.  sp.    Ebd.  1909,  14. 

—  Neue  Homalotide  (Athleta  silesiaca).    Ebd.  1905,  10  bis  12. 

—  Athleta  (Zoosetha)  Gabrieli.    Ebd.  1907,  11  bis  13. 
Kadlčák  J.  M.,  Entomologická  vycházka  na  Lysou  Horu.  (Ento- 
mologische Exkursion  auf  die  Lissa  hora.)  Wal. -Meseritsch  1903. 

Kolbe  J.,  Beiträge  zur  schlesischen  Käferfauna.   Breslau,  Z.  f.  E., 

1907,  14  bis  25;    1908,  13  bis  21;  1909,  18  bis  24. 
Laus  H.,  Ein  seltener  mährischer  Käfer  (Phytoecia  rubripunctata 

Goeze).  Brunn,  IV.  Bericht  desLehrerkl.  für  Naturk.  1902,  25. 
Luze    G.,    Revision    der  paläarktischen  Arten  der  Staphiliniden- 

gattung  Antophagus  und  Hygrogeus.    Wien,    Verhandl.  der 

k.  k.  Zoolog.-botan.  Gesellschaft,  1902,  505. 
Pietsch  A.,  Neue  Käferfunde  in  Schlesien.    Breslau,  Z.  f.  E.  1902, 

IV  und  XV. 


242 

Reitte  r  E.,  XVII.  Beitrag  zur  Koleopterenfauna  von  Europa  und 
den  angrenzenden  Ländern.  Wien,  Entomolog.  Zeitschrift  1903, 
173  bis  178. 

—  Aromia  moschata  v.  laevicollis  nov.  (Paskau.)  Wiener  Entomolog. 

Zeitung,  XXVI.,  1907,  115. 

—  Übersicht  der  Koleopteren- Arten  aus  der  nächsten  Verwandtschaft 

des  Ptinus  fur  L.  mit  weißen  Schuppenflecken  auf  den  Flügel- 
decken.   Wiener  Entomolog.  Zeitung  1906,  281  bis  284. 

Všetička  K.,  Naleziště  střevlíka  mřížkovatého  (Fundort  von  Carabus 
clathratus).    Proßnitz,  „Věstník"   1902,  117. 

Zoufal  V.  und  R.  Formánek,  Znetvořeniny  brouků.  (Mißbildungen 
an  Käfern.)    Proßnitz,   „Věstník",  1904,  85,  1  Tafel. 

b)  Schmetterlinge. 

Doleschall  H.,  Verzeichnis  der  Makrolepidopteren  der  Brünner 
Umgebung.    Stuttgart,  Entomolog.  Zeitschrift  1909. 

Hudeček  L.,  O  smrtihlavcovi.  (Über  Acherontia  Atropos.)  „Pří- 
roda"  1906,  256  bis  258. 

Kaspar  J.,  Beiträge  zur  Tagfalterfauna  Nordmährens.  Mitteilungen 
der  Kommission  usw.  (Zoolog.  Abteilung),  Nr.  12,  1908,  15  S. 

Nagel  A.,  Neuer  Falter  für  Schlesien.  (Agrotis  fugax  von  Ramsau.) 
Breslau,  Z.  f.  E.,  1903,  XVII. 

—  Agrotis  conflua  vom  Altvater.    Ebd.  1906,  XIX. 

—  Erebia  euryale  vom  Altvater.    Ebd.  1906,  VII. 

Satory  F.,  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Lepidopterenfauna  von  Brunn 
und  Umgebung.    Br.  N.  V.  1904,  XLII.  Bd.,  3  bis  5. 

—  Eine  Aberration  von  Pyrameis  Cardui  L.    Ebd.  1907,   5  bis  7. 
Skala  H.,  Nachtrag  zu  Doleschalls  Lepidopterenfauna  von  Brunn  in 

Mähren.  Stuttgart,  Entomolog.  Zeitschrift,  XXIII.  Jahrg.  1909. 
Svozil  J.,   Cizopásníci   bourovce  prsténkového.    {Die   Schmarotzer 

von  Gastropacha  neustria.)  Proßnitz,  „Věstník",  1901,  114. 
Zdobnitzky  W.,  Lepidopterologische  Notiz.  (Über  Thecla  acaciae 

aus   der  Umgebung  von  Brunn.)    IV.  Bericht   des  Lehrerkl. 

für  Naturk.,  1902,  26. 

—  Äußere  Geschlechtsunterschiede  bei  einheimischen  Großschmetter- 

lingen.   Ebd.  S.  7  bis  20. 
N.,  Záplava  bělásků  v  Čechách  a  na  Moravě.    (Massenerscheinung 
von    Kohlweißlingen    in    Böhmen    und    Mähren.)     „Příroda" 
1908/1909,  42. 


243 

c)  Hautflügler. 

Dittrich  B.,  Verzeichnis  der  in  Preuß.-Schlesien  bisher  aufgefun- 
denen Hymenopteren.  I.  Apidae.  Breslau,  Z.  f.  E.  1903, 
21  bis  54. 

Jedlička  J.,  K  dějinám  včelařství  na  Moravě.  (Zur  Geschichte 
der  Bienenzucht  in  M.)  Olm.  M.  S.  1906,  118  bis  122. 

Lerch  L.,  Ze  včelařské  pozorovací  stanice  ve  Vyšovicích  u  Pro- 
stějova. (Ans  der  Bienenbeobachtungsstation  in  Waischowitz 
bei  Proßnitz.)    Proßnitz,  „Věstník",  1903,  81  bis  85. 

Slavíček  J.,  Příspěvek  ze  života  hmyzu  blanokřídlého  na  planině  Dra- 
hanské.  (Beitrag  zur  Biologie  der  Hymenopteren  des  Drahaner 
Plateaus.)    Proßnitz,  „Věstník",  1903,  77  bis  79. 

—  Rozbor  čmeláků  a  pačmeláků.  (Analytische  Tabelle  der  Hummeln 

und  Afterhummeln.)    Ebd.  1901. 

d)  Zweiflügler. 

Czižek  K.,  Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens.  Brunn,  Zeitschrift 
des  Mähr.  Landesmuseums,  VI.  Jahrg.  1906,  43  S. 

—  Neue  Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens.  Brunn,  Mitteilungen 

der  Kommission  usw.  (Zoolog.  Abteilung),  Nr.  10,  1907,  21  S. 

—  Die    mährischen   Arten    der  Dipterengattung   Leptogaster    und 

Dioctria.    Bericht    des    Lebrerkl.    für  Naturk.,    Brunn   1909, 
56  bis  64. 

—  Fliegenlarven    als  Schmarotzer    des  Hochwildes.    Br.  O.  Jdbl., 

1906,  182. 

—  II.  Nachtrag    zur  Kenntnis    der  Dipterenfauna  Mährens.    Mit- 

teilungen der  Kommission  usw.  (Zoolog.  Abteilung),    Nr.  13, 
1908,  26. 

—  Die  Zweiflügler  des  Altvaters  und  des  Teßtales.    Brunn,  Zeit- 

schrift des  Mähr.  Landesmuseums,  IX.  Bd.,  1909. 

—  Pipunculus  elephas  Becker  aus  Mähren.    IV.  Jahresbericht  der 

Kommission  usw.,  1908,  23. 

—  Neue  Beiträge  zur  Dipterenfauna  Mährens.  Brunn,  Mitteilungen 

der  Kommission  usw.  (Zoolog.  Abteilung),  Nr.  10. 
Landrock  K.,  Mährische  Zweiflügler.  Brunn,  Bericht  des  Lehrerkl. 
für  Naturk.  1907,  21. 

—  Beiträge    zur    Dipterenfauna   von    Mähren.    Brunn,    Zeitschrift 

des  Mähr.  Landesmuseums  1908,  161  bis  181. 


244 

Zavřel  J.,  Dr.,  Nematoceren  bei  Göding.  III.  Jahresbericht  der 
Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens,  1907,  37. 

—  Palingenia  longicauda  z  Moravy.  Prag,  Časopis  České  entomolog. 

společnosti,  1906,  106. 

—  Příspěvky  k   poznání  larev  dipter.    (Beiträge  zur  Kenntnis  der 

Dipterenlarven.)    Ebd.  1907,  101. 

—  Dipterologické  studie.  V.  výroční  zpráva  kommisse  atd.  1909,  23 

bis  24. 

e)  Orthoptera,  Neuroptera,  Hemipteia. 

Bayer  E.,  Dr.,  Pokračování  studií  zoocecidií.  V.  výroční  zpráva 
kommisse  atd.  1909,  22.  bis  23. 

—  Notes  sur  les  galles  de  Dryophanta  agoma  et  disticha.    (Avel- 

lino  1908). 

—  Hemipterocecidie    zemí    českých.     |  Die    Hemipterozezidien    der 

böhmischen  Länder.)    Programm  des  II.  böhmischen  Staats- 
gymnasiums in  Brunn  1909,  50. 

—  Erforschung  der  mährischen  Zoozezidien.    II.  Jahresbericht  der 

Kommission    zur    naturw.    Durchforschung   Mährens,    Brunn 
1906,  40  bis  42;  III.  Jahresbericht  1907,  84  bis  85. 
Czižek  K.,  Beitrag  zur  Kenntnis  der  mährischen  Libellen.    IV.  Be- 
richt des  Lehrerkl.  für  Naturk.,  Brunn  1902,  21  bis  24. 

—  Systematisches   Verzeichnis    der  in  der  Umgebung  von  Brunn 

vorkommenden  Libellen.  III.  Bericht  des  Lehrerkl.  für  Naturk. 
1901,  43  bis  44. 

—  und  F.  Böhm,    Neue   Beiträge    zur  Kenntnis    der  mährischen 

Libellen.    Ebd.  1905,  85  bis  89. 

—  Die  Heuschrecken  Mährens.  Ebd.  1905,  79  bis  84. 

Klapálek  F.,  Příspěvek  ku  znalosti  fauny  neuropteroid  česko- 
moravské vysočiny.  (Beitrag  zur  Kenntnis  der  Neuropteroiden- 
fauna  des  böhmisch-mährischen  Höhenzuges.) 

— ■  Příspěvek  k  fauně  Bezkyd.  (Beitrag  zur  Fauna  der  Beskiden.) 
Prag,  Časopis  České  entomolog,  společnosti  1905,  2.  Jahrg.,  97. 

Leneček  O.,  Dr.,  Lecanium  Vitis  (Schildlaus)  von  Boskowitz. 
Br.  N.  V.  1906,  36. 

Makowsky  A.,  Das  Auftreten  der  Schizoneura  lanigera  in  Brunn. 
Ebd.  1904,  XLII.  Bd.,  45. 


245 

Melichar  L.,  Dr.,  Rozbor  křísů  palaearktických  z  čeledí  Cicadidae. 
(Palaearktísche  Zikaden  aus  der  Familie  Cicadidae.)  Proßnitz, 
„Věstník",  1902,  12. 

—  Rozbor  křísů  palaearktických  z   čeledí   Membracidae  a  Cerco- 

pidae.    Ebd.  1901. 
Zacher  A.,    Isophya  camptoxypha  und  Collembolen  vom  Glatzer 
Schneeberge.    Breslau,  Z.  f.  E.  1909. 

/')  Höhlenfauna. 

Absolon  K.,  Dr.,  Über  die  apterygoten  Insekten  der  Höhlen  Eu- 
ropas mit  besonderer  Rücksicht  auf  die  Höhlenfauna  Mährens. 
Tagblatt  des  V.  internationalen  Zoologenkongresses.  Berlin 
1901,  Nr.  6. 

—  Über    massenhaftes    Erscheinen     der    Tetrodentrophora    gigas 

Reuter  in  Mähren.    Br.  N.  V.  1901,  3. 

—  Beiträge    zur  Kenntnis   der  mährischen  Höhlenfauna.    Ebd.  6. 

—  Kritické  úvahy  o  zvířeně  jeskynní  moravské.  (Kritische  Betrach- 

tungen   über    die    mährische    Höhlenfauna.)    Brunn,    časopis 
Matice  Moravské  1901,  33. 

—  Zwei  neue  Collembolen  aus  den  Höhlen  des  mährischen  Karstes. 

Zoolog.  Anzeiger,  XXIV.  Bd.,  Nr.  634. 

—  Šupinušky  moravské.  (Die  mährischen  Thysanuren.)  Časopis  des 

Mähr.  Landesmuseums,  Brunn  1901,  102. 

—  Über   Uzelia    setifera,    eine    neue   Collembolengattung    aus   den 

Höhlen   des  mährischen  Karstes,  nebst  einer  Übersicht  der 
Anurophorusarten.    Zoolog.  Anzeiger,  1901,  209. 

—  Weitere  Nachrichten  über  europäische  Höhlencollembolen  und 

über  die  Gattung  Aphrura.    Ebd.  385. 

—  Über  Neamura  tenebrarum  n.  sp.  aus  den  Höhlen  des  mährischen 

Karstes;    über    die    Gattung   Tetrodentrophora    Reuter    und 
einige  Sinnesorgane  der  Collembolen.    Ebd.  375. 

—  Studie    o   jeskynních    šupinuškách.     (Studie    über    die    Höhlen- 

thysanuren.)    Proßnitz,  „Věstník",  1901,  83  bis  117. 

—  Zpráva    o    prozkumu   jeskyň    krasu    moravského    v    roce    1900. 

(Bericht   über   Forschungen  in   den  Höhlen   des   mährischen 
Karstes.)    Prag,  „Věstník  české  akademie",    10.  Jahrg.,  1901. 

—  Zwei  neue  Collembolengattungen.    Wiener  entomolog.  Zeitung 

1907,  335  bis  343  (Hinweis  auf  Mähren). 

Zeitschrift  des  mälir.  Landesmusennis,  X.,  2.  1  ' 


246 

Ab  sol  on  K.,  Dr.,  Geographische  und  biologische  Forschungen  im 
mährischen  Karst.  Brunn,  II.  Jahresbericht  der  Kommission 
zur  naturw.  Durchforschung  Mährens,  1 906, 24  bis  31 ,  III.  J  ahres- 
bericht  1907,  18  bis  20. 

—  Zur  Troglofauna  von  Mähren.    Ebd.,  II.  Jahresbericht  1906,  44. 

—  Untersuchungen  über  Apterygoten  auf  Grund  der  Sammlungen 

des  Wiener  Hofmuseums.  Wien,  Annalen  des  k.  k.  natur- 
historischen Hofmuseums,  XVIII.  Bd.,  1903,  2  Tafeln  und 
2  Abbildungen  im  Text. 

—  und  J.  Vališ,  Zoologická  expedice  do  Macochy.    (Zoologische 

Expedition  in  die  Mazocha.)  Prag,  „Vesmír",  1903,  109 
bis  110. 

—  O  nálezu  slepé  Planaria  cavatica  v  podzemních  vodách  Punkvy. 

Brunn  1908. 

—  O  zoologickém  výzkumu  moravských  jeskyň.  V.  zpráva  kommisse 

1909,  21. 
Bezzi  M.,   Ulteriori  notizie  sulla  ditterofauna  délie  caverne.  (Atti 

della  Soc.  ital.  di  Sc.  Nat.  Jahrg.  XL  VI. 
Laus  H.,   Aus   dem  Tierleben  der  mährischen  Höhlen.    Tetschen 

a.  E.,  Periodische  Blätter  für  Realienunterricht  usw.,  VI,  1901, 

Heft  5,  und  VII,  1902,  Heft  3. 

VI.  Myriopoda,  Aracknoidea. 

Nosek  A.,  Seznam  stírku.  Catalogus  chelonetium  s.  pseudoscorpium. 
Proßnitz,  „Věstník",   1901. 

—  První  doplněk  katalogu  stírku.  (Erste  Ergänzung  des  Katalogs 

der  Skorpione  usw.)    Ebd.  1902,  55. 

—  Klíč  k  určování  rodů  pavouků  střední  Evropy.  Tabellae  analyticae 

aranearum  Europae  centralis.    Ebd.  1903,  1  bis  50,  2  Tafeln. 
Vališ  J.,  Příspěvky  k  poznání  moravské  myriopodofauny.  (Beiträge 

zur  Kenntnis  der  mährischen  Myriopodenfauna.)    Olm.  M.  S. 

1902,  20. 
Zimmermann  H.,  Eine  neue  Tarsonemusart  auf  Gartenerdbeeren. 

Zeitschrift    des    Mähr.    Landesmuseums    1905,    91    bis    102, 

1  Tafel. 

TU.  Mollusca,  Crustaceae  usw. 

Heinke  G.,  Lebende  Plumatellen  und  deren  Statoblasten.  Br.  N.  V. 
1907,  XLVI.  Bd.,  XIX. 


247 

Remeš  M.,  Dr.,  Houba  sladkovodná.  (  Spongia  lacustris  bei  Vrbátek.) 

Olm.  M.  S.  1902,  62. 
Rzehak  A.,  Hydra- Arten  aus  der  Ponawka.  Br.  N.  V.  1903,  41. 

C.  Mineralogie,  Geologie  und  Paläontologie. 

ö)  Karten. 
Abel    0.,    Dr.,    Geologische    Spezialkarte    usw.     Blatt  Auspitz — 

Nikolsburg.  Herausg.  von  der  k.  k.  geol.  R.-A.  in  Wien. 
Absolon  K.  Dr.,  und  J.  Jaroš,  Geologische  Karte  von  Böhmen, 

*     Mähren  und  Schlesien.    Olmütz  1907. 
Bukovski    G.,    v.,    Geologische    Spezialkarte    usw.     Blatt   Mähr.- 

Neustadt — Mähr.-Schönberg.  Wien  1905.  Herausgegeben  von 

der  k.  k.  geolog.  R.-A.  —  Erläuterungen  hierzu.  Ebd.  150  S. 
S ueß  F.,  Dr.,    Geologische  Spezialkarte  usw.  Blatt  Gr.-Meseritsch. 

Wien  1905.    Wie  oben.  —  Erläuterungen  1906,  48  S. 

—  Geologische  Spezialkarte  usw.  Blatt  Trebitsch — Mähr.-Kromau. 

Wie  oben.  —  Erläuterungen  1906,  72  S. 

b)  Allgemeines  und  Schilderung  einzelner  Gegenden. 

Arch  a'ï  cum. 
Absolon  K.,  Dr.,  Geographische  und  biologische  Forschungen  im 
mährischen    Karst.     II.    Jahresbericht    der    Kommission  zur 
naturwissenschaftlichen  Durchforschung   Mährens,    1906,    24 
bis  31  und  III.  Bericht  1907,  18  bis  20. 

—  Kras  moravský  a  jeho  podzemní  svět  slovem  i  obrazem.    (Der 

mährische  Karst  und  seine  unterirdische  Welt  in  Wort  und 
Bild.)  Prag  1905. 

—  Vorläufige  Mitteilung  über   das  blinde  Jedownitz-Ruditzer   Tal 

und  die  Hugohöhlen.  1907. 

Beck  H.,  Über  den  karpatischen  Anteil  des  Kartenblattes  Neu- 
titschein. Wien,  Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1906, 
131  bis  134. 

Bock  H.,  Die  Höhlen  der  südlichen  mährischen  Schweiz.  Brunn, 
Mitteilungen  des  Vereines  deutscher  Touristen.  1905,  Nr.  3 
bis  6. 

Bukovski  G.,  v.,  Nachträge  zu  den  Erläuterungen  des  Karten- 
blattes Mähr.-Neustadt — Mähr.-Schönberg  der  geolog.  Spezial- 
karte. Jahrbuch  der  k.k.  geolog.  R.-A.,  Wien  1905,  639  bis  666. 


248 

D  r  e  g  e  r  J.,  Bau  einer  Talsperre  bei  Bistrziczka  nächst  Wal.-Meseritsch. 

Wien,  Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A..  1907,  364  bis  366. 
Götzinger  Gr.,  Dr.,  Geologische  Studien  im  subbeskidischen  Vorland 

auf  Blatt  Freistadt  in  Schlesien.    Wien,  Jahrbuch  der  k.  k. 

geolog.  R.-A.  1909,  22. 
Has  singer  H.,  Untersuchungen  im  Gebiete  der  mährischen  Pforte 

(bei  Mähr.- Weißkirchen.)  Wien,  Mitteilungen  der  k.  k.  geogr. 

Gesellschaft,  1908,  87  bis  88. 
Hinterlechner  K.,  Dr.,  Geologische  Verhältnisse  im  Gebiete  des 

Kartenblattes  Deutsch-Brod.  Wien,  Jahrbuch  der  k.  k.  geolog. 

R.-A.,  1907,  115,  374. 
Jahn    J.  J.,  Dr.,     Údolní    soustavy    na    Moravě.    (Talsysteme    in 

Mähren.)    Veřejné    přednášky    prof.    dr.    J.    J.    Jahna    usw. 

Brunn  1908,  1. 

—  O  geologickém  vývoji  a  tektonice  Moravy  a  Slezska.  (Über  den 

geolog.  Bau  und  die   Tektonik  von  Mähren  und  Schlesien.) 
Ebd.  4  bis  5. 

—  O  tektonice  Moravy.  (Über  die  Tektonik  Mährens.)  Mähr.-Ostrau, 

„Příroda",  1906,  2. 

—  Zvláštní    druh    vlnovitých    ryh    (ripple    marks).      Časopis    des 

Mähr.  Landesmuseums,  Brunn  1906,  2,  2  Tafeln. 
Kleinpeter  E.,  Der  Karpatensandstein.  Teschen,  Mitteilungen  des 

Beskidenvereines,  VI.,  1909,  1013. 
Klvaňa  J.,  Zeměpisný  ráz  dnešní  Moravy.    (Der  geogr.  Charakter 

des  heutigen  Mährens.)  „Moravská  čítanka."  Prag  1907. 
Knebel  W.,  v.,  Höhlenkunde,  mit  besonderer  Berücksichtigung  des 

Karstphänomens.  Braunschweig  1906,  222  S. 
Knies  J.,   Drobné   geologické   zprávy  z  území  moravského  Krasu. 

Proßnitz,  „Věstník",  X.,   1908,  S.  69  bis  75. 

—  Kniesovo    museum    moravského    Krasu.     (Knies'  Museum    des 

mährischen  Karstes.)  „Příroda"   1906,  13. 

—  Höhlenforschungen  im  „Suchý  žleb"  (Dürren  Tale).  III.  Jahres- 

bericht der  Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens. 
1907,  23  bis  24. 
Kretschmer  F.,    Pétrographie  und  Geologie  der  Kalksilikatfelse 
in  der  Umgebung   von    Mähr.-Schönberg.   Wien,    Jahrb.    der 
k.k.  geolog.  R.-A.,  1907,  527  bis  572. 


249 

Laus  H.,  Die  nutzbaren  Mineralien  und  Gesteiue  der  Markgraf- 
schaft Mähren  und  des  Herzogtunis  Schlesien,  nach  dem 
neuesten  Stande  dargestellt.  Mit  einer  geolog.  Übersicht  (samt 
Karte)  und  einem  Verzeichnis  der  Hauptfundorte  mährisch- 
schlesischer  Mineralien.  Brunn  1906,  182  S. 

—  Geologische  Übersicht  Mährens  und  Osterr.-Schlesiens  mit  Be- 

rücksichtigung der  nutzbaren  Mineralien.  (Mit  Karte.)  Brunn 

1906,  53  S. 
Mácha  F.,    Geologický   vývoj    Slezska.    (Geologische  Entwicklung 

Schlesiens.)    II.  Programm    der    böhmischen    Realschule    in 

Mähr.-Ostrau.  1905,  20  S. 
Makowsky-Rzehak,    Führer    in    das    Höhlengebiet    von    Brunn. 

Brunn,  1903,  K.  Winiker.  48  S. 
Petraschek  W.,    Das  Verhältnis    der    Sudeten  zu  den  mährisch- 

schlesischen     Karpaten.      Teplitz-Schönau,      „Der    Kohlen- 
interessent", 1908,  22. 

—  Zur  Kenntnis  der  Gegend  von  Mähr. -Weißkirchen.  Wien,  Ver- 

handl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1905,  333  bis  337. 
Praus  K.,   Ein    geologisches   Landesmuseum  in   Osterr.-Schlesien. 
Teschen,   Mitteilungen  des  Beskidenvereines,    1909,  VI.,  100 
bis  105. 

—  Typische  Naturdenkmäler   der  beskidischen  Erdrinde.  Teschen, 

Mitteilungen  des  Beskidenvereines  1908,  V.,  102  bis  104. 

Procházka  J.  V.,  Zpráva  o  výzkumných  geolog,  pracích  za  rok 
1905.  (Bericht  über  geolog.  Forschungsarbeiten.)  Brunn, 
časopis  des  Mähr.  Landesmuseums,  VI.  Jahrgang,  1906,  11. 

Remeš  M.,  Dr.,  Dodatky  ke  geologické  mapě  okolí  olomouckého. 
(Nachträge  zur  geolog.  Karte  der  Umgebung  von  Olmütz.) 
Mitteilungen  der  Kommission  zur  naturw.  Durchforschung 
Mährens,  Geolog.-paläontolog.  Abt.  Nr.  7,  53  S.,  Brunn  1908. 

Rys  J.,  Geologické  poměry  okolí  jevičského.  (Die  geologischen  Ver- 
hältnisse der  Umgebung  von  Gewitsch.)  Programm  der  Landes- 
Oberrealschule  in  Gewitsch  für  1908/1909,  12. 

Rzehak  A.,  Das  Karstphänomen  im  mährischen  Devonkalk. 
„Globus",  1903,  S.  281—286. 

Spitzner  V.,  Geolog,  poměry  okresu  prostějovského  a  plumlovského. 
(Geolog.  Verhältnisse  des  Proßnitzer  und  Plumenauer  Bezirkes.) 
Proßnitz,  „Věstník",  1907,  5.  Mit  23  Tafeln. 


250 

Suess  F.  E.,  Dr.,  Vorlage  des  Kartenblattes  Brunn.  Wien,  Verhandl. 
der  k.  k.  geolog.  E.-A.,  1906,  146  bis  164. 

—  Mylonite  und  Hornblendegneise  in  der  Brünner  Intrusivmasse. 

Ebd.  290  bis  296. 

—  Die   Tektonik    des    südlichen  Teiles    der    Boskowitzer   Furche. 

Ebd.  1905,  95  bis  98. 

—  Die  Beziehungen    zwischen  dem  moldanubischen  und  dem  mo- 

ravischen  Grundgebirge  in  dem  Gebiete  zwischen  Frain  und 
Geras.  Ebd.  1908,  395. 

—  Gauverwandtschaft   der  Gesteine    der    Brünner    Intrusivmasse. 

Wien,  Jahrbuch  der  k.  k.    geolog.  R.-A.,  1908,  247  bis  268. 

—  Notizen    über    Tektite.   Stuttgart,   Zentralblatt  für  Mineralogie 

usw.   1909,  462. 

—  Beispiele  plastischer  und  kristalloblastischer  Gesteinsumformung. 

Mitt,   d.   geol.   Gesellschaft,   Wien  III.,    1909,    S.  250—277. 

(Marmor  von  Ungarschitz.) 
Till  A.,  Geologische  Exkursionen  im  Gebiete  des  Kartenblattes  Znaim. 

Wien,   Verhandl.  der  k.    k.   geolog.    R.-A.   1906,    81  bis  91. 
Tramp  1er  R,.,  Die  mährischen  Karsttäler.  Wien,  Mitteilungen  der 

k.  k.  geogr.  Gesellschaft,  1907,  5  bis  27. 
Uhlig  V.,   Die  Tektonik  der  Karpaten.  Wien,  Sitzungsberichte  der 

Kaiserl.   Akademie    der  Wissenschaften,    math.-naturw.    Kl., 

1907,  112. 

—  Die  karpatische  Sandsteinzone  und  ihr  Verhältnis  zum  sudeti- 

schen  Karbongebiet.  Wien,  Mitteilungen  der  Wiener  geolog. 

Gesellschaft,  1908,  36  bis  70. 
Woldřich  J.  N.,  Dr.,    Všeobecná  geologie    se   zvláštním   zřetelem 

na  země  koruny  české.    (Allgemeine  Geologie  mit  besonderer 

Rücksicht  auf  die  Länder  der  böhmischen  Krone.)  III.,  571  S. 

und  Karte. 
Woldřich  J.,  K  otázce  vltavínové.  (Zur  Moldawit-Frage.)  Anzeiger 

der  IV.  Versammlung  tschechischer  Naturforscher  und  Ärzte. 

Prag,  1908. 

b)  Devonische  Formation. 

Felix  J.j  Dr.,  Beiträge  zur  Kenntnis  der  Fauna  des  mährischen 
Devons.  Sitzungsbericht  der  Naturf.  Gesellschaft  in  Leipzig 
1904  und  I.  Jahresbericht  der  Kommission  zur  naturw. 
Durchforschung  Mährens,  Brunn  1905,  58. 


251 

Jahn  J.  J.,  Dr.,  Forschungen  in  der  Devonformation  Mährens. 
(Amphipora  ramosa,  Stringocephalenkalk  usw.)  II.  Jahres- 
bericht der  Kommission  usw.,  1906,  32. 

—  Devon  von  Weißkirchen.    Ebd.,  III.  Bericht,  1907,  22. 

Kovarzik  R.,  Vorkommen  eines  Lammellibranchiaten  im  Mittel- 
devonkalk bei  Mähr. -Weißkirchen.  Brunn,  Zeitschrift  des 
Mähr.  Landesmuseums,   1908,  181  bis  183. 

Remeš  M.,  Dr.,  Předběžná  zpráva  o  některých  nových  a  vzácnějších 
zkamenělinách  čelechovského  devonu.  (Vorläufiger  Bericht 
über  einzelne  neue  und  seltene  Petrefakten  des  Czellechowitzer 
Devons.)  Proßnitz,  „Věstník",  IX.  Jahresbericht,  1907,  1. 

Rzehak  A.,  Fossilfunde  aus  Mähren.  (Korallen  und  Kalkspongien 
aus  dem  Devon.)  Br.  N.  V.  1907,  S.  XV. 

—  Neue    Fossilfunde    aus    dem    mährischen    Devon.     Ebd.    1908, 

S.  XXXIV. 
Smyčka  F.,  Petrefakten  im  Czellechowitzer  Devon.  I.  Bericht  der 
Kommission    zur    naturw.    Durchforschung    Mährens.    Brunn 

1905,  58. 

— -  Příspěvek  k  poznání  devonské  fauny  u  Celechovic  za  rok  1905. 

(Beitrag  zur  Kenntnis  der  Devonfauna  von  Czellechowitz  für 

das  Jahr  1905.)  Proßnitz,  „Věstník",  1906,  5.  —  Ebd.  1907,  7. 
Sue ss  F.  E.,  Dr.,  Aus  dem  Devon-  und  Kulmgebiete  östlich  von 

Brunn.    Jahresbericht    der    k.  k.    geolog.    R.-A.;    Wien  1905, 

31  bis  50. 

c)  Karbonformation. 

Gaebler  C,  Die  Karwiner  (Schatzlarer)  Schichten  D.  Sturs.  „Glück- 
auf", XL.,  Essen  1904,  Nr.  40,  S.  1265. 

—  Die  Orlauer    Störung    im    oberschlesischen    Steinkohlengebirge. 

Ebd.  XLIIL,  1907,  1397  bis  1400. 

—  Das    oberschlesische    Steinkohlenbecken.    Kattowitz    1909,    8°. 

VI.  und  300  S.  mit  3  Textfiguren  und  4  Tafeln. 
Geisenheimer  F.,  Das  Steinkohlengebiet  an  der  Grenze  zwischen 
Oberschlesien  und  Mähren.    Zeitschrift    des  Oberschlesischen 
berg-  und  hüttenmännischen  Vereins.  XLV.  Jahrgang  1906, 
293  bis  310.  —  Berg-  und  hüttenmännische  Rundschau.,  VI., 

1906,  1  bis  8. 

Hostinek  H.  und  V.  Spitzner,  Kulmová  flora  od  Kobeřic.  (Kulm- 
flora von  Kobeřitz.)  Proßnitz,  „Věstník",  1905. 


252 

Kub  art  B.,  Pflanzenversteinerungen  enthaltende  Knollen  aus  dem 
Ostrau-Karwiner  Kohlenbecken.  Wien,  Sitzungsberichte  der 
kaiserl.  Akademie  der  Wissenschaften,  math.-naturw.  Kl., 
CXVIL,  1908,  373  bis  478. 

Michael  R.,  Über  die  Frage  der  Orlauer  Störung  im  oberschlesi- 
schen  Steinkohlenbecken.  Stuttgart,  Zentralblatt  für  Minera- 
logie usw.,  1906,  Nr.  2,  45. 

—  Über    den    Gasausbruch     im     Tiefbohrloch    Baumgarten     bei 

Teschen    in    Osterr.-Schlesien.    Zeitschrift     der    D.    geolog. 
Gesellschaft,  Berlin  1908,  286  bis  291. 

—  Übersichtskarte  der  Besitzverhältnisse  im  oberschlesischen  Stein- 

kohlenbecken.   Zeitschrift    des    Oberschlesischen    berg-    und 
hüttenmännischen  Vereins,  1909. 
Petraschek  W.,  Die  Steinkohlenvorräte  Österreichs.  Österreichische 
Zeitschrift  für  Berg-  und  Hüttenwesen,  Wien  1908,  36  bis  38. 

—  Das  Vorkommen  von  Erdgasen  in  der  Umgebung  des  Ostrau- 

Karwiner  Steinkohlenreviers.  Verhandl.  der  k.k.  geolog.  R.-A., 
1908,  307  bis  312. 

—  Die    kartographische    Darstellung    des    Steinkohlenvermögens 

Österreichs.  Ebd.  118  bis  119. 

—  Die  Überlagerung  im  mährisch-schlesisch-westgalizischen  Stein- 

kohlenrevier. Vorl.  Bericht.  Ebd.  1906,  362  bis  363. 

—  Die  Novelle  zum  Berggesetz  im  Lichte  österreichischer  Kohlen- 

geologie.    Montanistische    Rundschau,    I.  Jahrgang,    Nr.    10, 
Wien  1909,  289  bis  291. 

—  Die    Forschungen    J.  J.   Jahns    im     Ostrau-Karwiner    Stein- 

kohlenbecken.   Verhandl.    der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1909,  378. 

Spitzner  V.,  Kulmová  flora  u  Prostějoviček  bl.  Prostějova.  (Kulm- 
flora von  Proßnitz.)  Proßnitz,  „Věstník",  VIII.  Jahrgang, 
1906,  134. 

Sue  s  s  F.,  E.,  Dr.,  Die  Tektonik  des  Steinkohlengebietes  von 
Rossitz  und  der  Ostrand  des  böhmischen  Grundgebirges. 
Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  Wien  1907,  793  bis  834. 
Mit  2  Tafeln  und  2  Figuren. 

—  Lagerungsverhältnisse    im    Steinkohlengebiete    von    Rossitz    in 

Mähren.  Mitteilungen  der  Wiener  geolog.  Gesellschaft.  1908, 
16  bis  20. 


253 

d)  Juraformation. 
Neumann  J.,    Die    Oxfordfauna    von    Cetechowitz.    Beiträge    zur 

Geologie    und    Paläontologie    Österreichs   und    des    Orients. 

Wien  und  Leipzig  1907,  XX.,  S.  67.  Mit  8  Tafeln. 
Oppenheimer  J.,    Der   Malm    der  Schwedenschanze    bei    Brunn. 

Ebd.  4.  Heft,  S.  221  bis  271.  Mit  3  Tafeln. 

—  Ein    neues    Vorkommen    von    Dogger   im    Marsgebirge.    Wien, 

Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1906,  135  bis  140. 

—  Amaltheus    margaritaceus    aus    dem    Lias    von    Freistadtl    in 

Mähren.  Ebd.  1906,  140. 
Remeš  M.,  Dr.,  Nové  naleziště  štramberského  vápence  ve  Vlčo- 
vicích  u  Příbora.  (Neuer  Fundort  von  Stramberger  Kalk  bei 
Wlczowitz  und  Freiberg.)  Mitteilungen  der  Kommission 
zur  naturw.  Durchforschung  Mährens.  Geolog.-paläontolog. 
Abt.,  Nr.  1,  1905. 

—  Nové  nálezy  v  tithonském  vápenci  u  Skalický.  (Neue  Funde  im 

Tithonkalk  von  Skaliczka.)  Ebd.  Nr.  3,  1906. 

—  Miscellanea  z  moravského  tithonu.  (Miscellanea  aus  dem  mähri- 

schen Tithon.)  Proßnitz,  „Věstník",  1907,  10. 

—  Fauna  tak  zvaných  exotických  balvanů  štramberského  vápence 

v  Rychalticích  na  Moravě.  (Fauna  sogenannter  exotischer  Blöcke 
von  Stramberger  Kalk  in  Richaltitz  in  Mähren.)  Prag,  „Roz- 
pravy" der  tschechischen  Akademie.  XIV.  Jahrgang,  IL  Kl., 
Nr.  6,  S.  9.  —  Dasselbe  in  deutscher  Sprache  im  „Bulletin 
international",  X.,  1905,  5. 

—  Nové  naleziště  tak  zvaného    červeného    vápence  kopřivnického. 

(Neuer  Fundort  des  sogenannten  roten  Nesselsdorfer  Kalk- 
steins.) Věstník  der  tschechischen  Akademie,  Prag,  XIV. 
Jahrgang,  1905,  247  bis  249. 

—  Nachträge    zur    Fauna    von   Stramberg.  VI.    Crinoiden-,  Äste- 

nden- und  Echinidenreste  aus  dem  Kalkstein  von  Stramberg. 
Beiträge  zur  Geologie  und  Palaeontologie  Österreichs  und 
des  Orients,  Bd.  XVIII,  1905,  59  bis  63.  Mit  1  Tafel. 

—  Nachträge  zur  Fauna  von  Stramberg.  VII.  Weitere  Bemerkungen 

über  Palaeosphaeronoma  Uhligi  und  die  Asseln  von  Stram- 
berg. VIII.  Über  Gasteropoden  der  Stramberger  Schichten. 
—  Beiträge  zur  Paläontologie  und  Geologie  Österr.-Ungarns 
und  des  Orients.  XXII.  Wien  1909,  177  bis  191.  Mit  2 
Tafeln. 


254 

Rzehak  A.,  Fossilien  aus  dem  Lias  von  Freistadtl.  Br.  N.  V.  1905, 
33  bis  34. 

—  Der  Lias  von  Freistadtl.  Mitteilungen  der  Kommission  zur  naturw. 

Durchforschung    Mährens.    Geolog.-paläontolog.  Abt.,    Nr.  5. 

—  Oppelia    tenuilobata  im   weißen   Jura    von   Freistadtl.    Brunn, 

III.  Jahresbericht  der  Kommission  zur  naturw.  Durchforschung 
Mährens.  1907,  21. 

—  Fossilfunde  aus  Mähren.  (Lias  von  Freistadtl.)  Br.  N.  V.  1907, 

XLVI.  Bd.,  S.  XV.  —  Ebd.  XLV.  Bd.,  S.  47. 

e)  Kreideformation. 

Ascher  E.,  Die  Gastropoden,  Bivalven  und  Brachiopoden  der 
Grodischter  Schichten.  Beiträge  zur  Geologie  und  Paläonto- 
logie Osterr.-Ungarns  und  des  Orients.  XIX.  Bd.,  Wien  1906, 
135  bis  172. 

—  Einige  Worte  über  die  Gastropoden  usw.  AVien.  Verhandl.  der 

k.  k.  geolog.  R.-A.,  1906,  359  bis  362. 

Krasser  F.  und  Kubart,  Bearbeitung  der  fossilen  Flora  von 
Moletein  in  Mähren.  Vorl.  Mitteilung.  Anzeiger  der  kaiserl. 
Akademie  der  Wissenschaft.  Wien  1906,  46  bis  47.  —  Österr. 
Botanische  Zeitschrift,   1906,  239  bis  241. 

Petraschek  W.,  Die  Kreideklippe  von  Zdounek  bei  Kremsier.  Ver- 
handl. der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  Wien  1907,  307  bis  312. 

Procházka  J.  V.,  Kreideformation  nördl.  von  Brunn.  II.  Jahres- 
bericht der  Kommission  usw.  1906,  33. 

Remeš  M.,  Dr.,  Vrchní  vrstvy  křídové  v  Klokočové  uPříbora.  (Obere 
Kreideschichten  von  Klogsdorf  bei  Freiberg).  Brunn,  Mitteil, 
der  Kommission  usw.  Geolog.-paläontolog.  Abt.,  Nr.  7,  1907. 

Till  A.,  Dr.,  Fossile  Cephalopoden  aus  dem  mährischen  Neocom. 
Wien,  Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1906,  89  bis  155. 

Wilschowitz  H.,  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Kreideablagerungen 
von  Budigsdorf  und  Umgebung.  Beiträge  zur  Geologie  und 
Paläontologie  Osterr.-Ungarns  und  des  Orients.  Wien  1906, 
Bd.  XIX,  2.  und  3.  Heft,  S.  125  bis  134. 

f)  Tertiärformation. 

Michael  R.,  Über  die  Altersfrage  der  oberschlesischen  Tertiär- 
ablagerungen. Monatsbericht  der  Deutschen  Geolog.  Gesell- 
schaft, Bd.  LIX,  1907,  8. 


255 

Procházka  J.  V.,  Forschungen  im  mährischen  Tertiär.  Brunn, 
II.  Jahresbericht  der  Kommission  zur  naturw.  Durchforschung 
Mährens,  1906,  33  bis  35,  III.  Bericht  1907,  25  bis  27. 

—  V.  L.,  Práce  v  moravském  tertiäru.  V.  výroční  zpráva  kommisse 

atd.,  1909,  18  bis  19. 

—  V.  J.,  Studien  über  die  stratigraphischen  Verhältnisse  der  sarmat. 

Stufe  in  Südmähren.  IV.  Jahresbericht  der  Kommission  usw., 

1908,  18  bis  20. 

—  Neogenabsätze  an  der  Bahn  Skalitz- — Opatowitz.  Ebd. 
Rzehak  A.,    Exkursion    nach  Pausram- Auerschitz    (Karpathisches 

Alttertiär).  —   Führer  f.  d.  Fxkursion  des  9.  internat.  Geo- 
logenkongresses.  Wien  1903,  6  S. 

—  Leithakalk  vom   Vapnoberge   bei  Raitz.    Wien,    Verhandl.   der 

k.  k.  geolog.  R.-A.,  1905,  267  bis  269. 

—  Miocänkonchylien  von  Mödlau  in  Mähren.    Ebd.  332  bis  333. 

—  Säugetierreste  aus  dem  Miocän  von  Brunn.  Br.  N.  V.  1907,  42  bis  43. 

—  Fossilfunde  aus  Mähren.     Ebd.  47,  1907,  XV. 

—  Oncophoraschichten  bei  Brunn.  "Wien,  Verhandl.  der  k.  k.  geolog. 

R.-A.,  1908,  336.  —  V.  Jahresbericht  der  Kommission  usw., 

1909,  19. 

Schubert  R.  J.,  Die  Fischotolithen  des  Pausramer  Mergels.  Brunn, 
Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseums  1908,  102  bis  120. 

—  Die  Fischotolithen  des  österreichisch-ungarischen  Tertiärs.  Wien, 

Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1906,  633  bis  706. 

Spitzner  V.,  O  miocanových  usazeninách  na  devonských  vápencích 
u  Cel.  Kaple  blíže  Prostějova.  (Über  Miocänablagerungen 
auf  den  devonischen  Kalken  bei  Rittberg).  Proßnitz,  „Věst- 
ník", VIII.  Jahrgang,    1906,    115  bis  120.     Mit    2    Profilen. 

— -  Foraminifery  z  miocanových  jílů  u  Cech  blíže  Prostějova. 
(Foraminiferen  aus  den  miocänen  Tegeln  von  Cech  nächst 
Proßnitz.)  Ebd.  1906,  6.  Mit  2  Tafeln. 

g)  Diluvium. 

Behlen  H.,    Der    diluviale    (paläolithische)    Mensch    in    Europa. 

Mitteilungen    der    anthropologischen    Gesellschaft    in    Wien 

1907,   1,  72. 
Hauslik  E.,    Die    Eiszeit   in    den    schlesischen    Beskiden.    Wien, 

Mitteilungen  der  k.  k.  geogr.  Gesellschaft,  1907,  312  bis  324, 

und  Bielitz,  Mitteilungen  des  Beskidenvereines,  1907,  65  bis  71. 


256 

Jahn  J.  J.,  Dr.,  Diluvium  bei  Kunewald.  III.  Jahresbericht  der 
Kommission  usw.  1907,  22  bis  23. 

Knies  J.,  Stopy  diluvialního  člověka  a  fossilní  zvířena  jeskyň 
Ludmirovských.  (Spuren  des  Diluvialmenschen  und  die  fossile 
Fauna  der  Ludmirauer  Höhlen.)  Mitteilungen  der  Kommission 
usw.,  geolog.-paläontolog.  Abt.,  Nr.  2,  1905. 

—  Nový  nález  diluvialního   člověka  u  Mladče  na  Moravě.    (Neuer 

Fund  des  Diluvialmenschen  bei  Lautsch  in  Mähren.)  Proßnitz. 
„Věstník",  1906,  VIII,  S.  3  bis  20.  Mit  6  Illustrationen. 
—  „Lidové  Noviny",  1904,  Nr.  108. 

—  Funde  diluvialer  Tiere  in  den  Höhlen  des  „Suchý  žleb"  (,,Dürres 

Tal").  III.  Jahresbericht  der  Kommission  usw.  1907,  24. 

—  Zalednění  Moravy  za  doby  diluvialní.  Olm.  M.  S.,  1909,  107. 

—  Zalednění  Moravy  za  doby  diluvialni.    (Vereisung  Mährens  zur 

Diluvialzeit.)  „Pravěk",  1909,  29  bis  32. 
Kovarzik  R.,  Die  osteologischen  Sammlungen  in  ihrem  Verhältnis 
zur    Paläontologie.    Brunn,    Zeitschrift    des    Mähr.    Landes- 
museums. 1908,  181  bis  183. 

—  Der    Moschusochs    im    Diluvium    von  Europa  und   Asien.    Br. 

N.  V.  1908,  XLVIL  Bd.,  44  bis  60. 
Kříž  M.,  Dr.,  O  zalednění  severovýchodní  Moravy  a  Rak.-Slezska. 
„Pravěk",  1907,  156  bis  157. 

—  Výrobky    diluvialního    člověka    z    Předmostí.    (Erzeugnisse    des 

Diluvialmenschen  von  Předmost.)    Ebd.  1903,  49. 

—  O  zalednění  Rak.-Slezska   a  severovýchodní  Moravy.  (Über  die 

Vereisung  Osterr. -Schlesiens  und  Nordostmährens.)  Ebd.  1908, 
■     IV.,  1  bis  12,  52  bis  65,  105  bis  113. 

—  Die    Schwedentischgrotte  bei    Ochos    in  Mähren    und    Rzehaks 

Bericht  über  Homo  primigenius  Wils.  Verhandl.  der  k.  k. 
geolog.  E.-A.,  1909,  217  bis  233.  Mit  2  Textfiguren. 

Makowsky  A.,  Fossile  Tierreste  aus  der  Schwedentischgrotte  bei 
Ochos.  Br.  N.  V.,  1906. 

Maska  K.  J.,  Poznámky  k  diluvialním  nálezům  v  jeskyních  mladeč- 
ských  a  stopám  glacialním  na  severovýchodní  Moravě.  (Bemer- 
kungen zu  den  diluvialen  Funden  in  den  Höhlen  vonLautsch  und 
den  Glazialspuren  im  nordöstlichen  Mähren.)  Mitteilungen 
der  Kommission  usw.,  geolog.-paläontolog.  Abt.,  Nr.  4,  1905. 

—  Studien    über    das   mährische  Diluvium.    IL   Jahresbericht  der 

Kommission  usw.  1906,  35  bis  36.  —  I.  Bericht  1905,  S.  61. 


257 

Maska  K.  J.,  Diluvialní  pes  v  Cechách  a  na  Moravě.  (Der  dilu- 
viale Hund  in  Böhmen  und  Mähren.)  Anzeiger  der  4.  Ver- 
sammlung der  tschechischen  Naturforscher  und  Arzte,  Prag, 
1908,  426. 

Novotný  J.,  O  nalezišti  zbytků  mammutích  ve  Zvole  u  Zábřeha. 
(Über  den  Fundort  von  Mammutresten  bei  Schmole  nächst 
Hohenstadt.)  Olm.  M/S.  1905,  54. 

Procházka  J.  V.,  O  nutnosti  soustavného  výzkumu  diluvialních 
a  alluvialních  naplavenin  v  jeskyních  moravského  Krasu.  (Uber 
die  Notwendigkeit  einer  systematischen  Durchforschung  der 
diluvialen  und  alluvialen  Ablagerungen  in  den  mährischen 
Karsthöhlen.  Brunn,  časopis  des  Mähr.  Landesmuseums,  VI., 

1906,  14. 

Reinhardt,    Der  Mensch  zur  Eiszeit  in  Europa.    München  1906. 

Remeš  M.,  Dr.,  Erraticum  a  jeho  zkameněliny  v  pořičí  Odry  na 
Moravě.  (Das  Erraticum  und  seine  Versteinerungen  im  Oder- 
gebiete in  Mähren).  Proßnitz,  „Věstník"  für  1907,  X.,  59 
bis  62. 

Rzehak  A.,  Fossile  Nagetierreste  -aus  dem  Löß  von  Brunn.  Br. 
N.  V.,  1907,  XX. 

—  Zähne    des    diluvialen    Wildpferdes    aus    dem   Löß    des   Roten 

Berges.  Ebd.  45.  Bd.  1906,  S.  46. 

—  Homo  primigenius  Wilser  im  mährischen  Diluvium.  Wien,  Verh. 

der  k.  k.  geol.  R.-A.  1905,  329  bis  331. 

—  Gutachten  über  die  archäologisch-prähistorische  Sammlung  des 

Herrn   Dir.   Maska  in  Teltsch.  Brunn,  Zeitschrift  des  mähr. 
Landesmuseums,  1906,  VI.  Jahrgang,  25. 

—  Der  Unterkiefer  von   Ochos.    Wien,  Mitteilungen  der  Anthrop. 

Gesellschaft,  1906,  23.  —  Br.  N.  V.,  1906,  XLIV.  Bd.,  S.  26. 
Mit  2  Tafeln. 

—  Homo  primigenius  und  „Lößmensch"  in  Mähren.  Verhandl.  der 

k.  k.  geolog.  R.-A.,  1909,  393  bis  396. 

—  Buliminus  assimilis  Zieg.  im  Brünner  Löß.  Verhandl.  der  k.  k. 

geolog.  R.-A.,  1909,  360. 

—  Vorkommen  von  Lithospermum-Samen  im  Brünner  Löß.  Ebd. 

S.  361. 
Slavíček  J.,   Starší   třetihory    na  Novojicku.   (Älteres    Tertiär    in 
der  Neutitscheiner  Gegend.)  Proßnitz,  „Věstník",  IX.  Jahrg., 

1907,  10. 


258 

Spitzner  V.,  Diluvialní  nosorožec  u  Smržic.   (Diluviales  Nashorn 

bei  Smržitz.)    Ebd.  VIIL,  1906,  134. 
Weithof  er  A.,  Dr.,  Fossile  Mammutreste  von  Brunn.    Br.  N.  V. 

1905,  28. 

Želízko,  Hlodavci  a  ptáci  za  doby  diluvialní  na  Moravě  a  v  Cechách. 
Prag,   „Národní  Listy",   1902. 

h)  Eruptivgesteine. 

Jahn  J.  J.,  Dr.,  Über  die  erloschenen  Vulkane  bei  Freudental  in 
Schlesien.  Wien,  Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1906, 
Nr.  4,  S.  12. 

—  Příspěvek  ku   seznání  vzniku    nesouvislých  vyvrženin  sopečních. 

(Beitrag  zur  Kenntnis  der  Entstehung  loser  vulkanischer 
Auswürflinge.)    Brunn,    Časopis    des    Mähr.   Landesmuseums, 

1906,  29  und  4,  2  Tafeln  und  6  Textfiguren. 

—  Über  das  quartäre  Alter  der  Basalteruptionen  im  mähr.-schles. 

Niederen  Gesenke.  Sitzungsberichte  der  Kaiserl.  Akademie  der 
Wissenschaften  in  Wien,  CXVL,  Abt.  1.,  1907,  45,  6  Tafeln 
und  3  Textabbildungen. 

—  O  diluvialním  stáří  vyhaslých  sopek  moravsko-slezských.    (Über 

das  diluviale  Alter  der  erloschenen  mährisch-schlesischen 
Vulkane.)  Auszug  aus  einem  Vortrage,  Brunn,  „Lidové 
Noviny"  vom  20.  Februar  1908. 

—  O  vyhaslých  sopkách  moravsko-slezských.  (Über  die  erloschenen 

mährisch-schlesischen  Vulkane.)  Auszug  aus  einem  Vortrage, 
Brunn,  „Moravská  Orlice",  6.  März  1908. 

—  Forschungen    über     die     mährischen    Eruptivgesteine.     Brunn, 

111.  Jahresbericht    der  Kommission   usw.,  T907,    21    bis    22. 

—  O   původu   čedičových  koulí   na  Jaklovci  u  Moravské  Ostravy. 

(Über  die  Herkunft  der  Basaltkugeln  am  Jaklowetz  bei 
Mähr.-Ostrau.  )  Brunn,  Mitteilungen  der  Kommission  usw. 
(Geolog.-paläontolog.  Abteilung),  Nr.  8,    1908,    12,   3  Tafeln. 

—  Über  die  Altersfrage  der  sudetischen  Basalteruptionen.  Sitzungs- 

berichte der  Kaiserl.  Akademie  der  Wissenschaften,  Wien  1909, 
CXV1IL,  Abt.  1,  S.  9. 

—  Studie  o   moravsko-slezských  mladších   vyvřelinách.    V.  výroční 

zpráva  kommisse  atd.  1909,  16  bis  18. 
JüttnerK.,  Zur  Bildungsgeschichte  der  mährisch-schlesischen  Basalt- 
berge. Wien,  Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1908,  362  bis  364. 


259 

Jüttner   K.,    Die  Basaltergüsse    der   Gegend    toii    Freudental  in 

Schlesien.  Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseums,  Brunn  1907, 

41,  2  Karten. 
Kl  va  fi  a    J.,    Palacky  t    von    Neutitschein.     I.    Jahresbericht    der 

Kommission  usw.  1905,  61  (Notiz). 
Novák   M.,    Andesit    v    Luhačovicích.     Brunn,    Mitteilungen    der 

Kommission    usw.    (Geolog. -paläontolog.    Abteilung),   Nr.    6, 

1908,  3. 

Schierl  A.,  Mitteilungen  aus  dem  chemischen  Laboratorium. 
Beiträge  zur  Kenntnis  der  österreichischen  Basalte  und 
Analyse  von  Kalksteinen.  Mähr.- Os  trau,  Programm  der 
Landes-Oberrealschule  1906,  10. 

Schubert  R.  J.,  Neue  Andesitvorkommen  aus  der  Gegend  von 
Boikowitz  (Südostmähren).  Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A. 

1909,  396  bis  404.    Mit  1  Skizze. 

Zatloukal  V.,  Eruptivgesteine  der  nordöstlichen  Beskidenausläufer. 
Programm  des  II.  deutschen  Staatsgymnasiums  in  Brunn 
für  1905/1906,   12. 

i)  Mineralwässer. 

Ehrenfeld  B.,  Untersuchungen  über  die  Radioaktivität  mährischer 
und  schlesischer  Heilquellen  und  Mineralwässer.  Festschrift 
der  Landes-Oberrealschule  in  Brunn,  1907,  136  bis  154.  — 
IV.  Jahresbericht  der  Kommission  usw.,  1908,  18. 

John  C,  v.,  Chemische  Untersuchung  der  Otto-  und  Luisenquelle 
in  Luhatschowitz.  Wien,  Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  R.-A., 
LVI.  Bd.,  1906,  16. 

k)  Zur  Trinkwasserfrage. 

Jahn  J.  J.,  Dr.,  O  brněnské  vodní  otázce.  (Zur  Brünner  Trink- 
wasserfrage.) Brunn,  „Lidové  Noviny",   1908,  23. 

—  Bemerkungen  zum  Antrage  über  die  Trinkwasserversorgung  der 

Stadt  Brunn  und  der  benachbarten  Gemeinden  aus  dem 
Gebiete  von  Brüsau.     Brunn  1907,  40. 

—  O   zásobování  Brna   a   okolních  obcí  pitnou  vodou.     (Über  die 

Versorgung  von  Brunn  und  der  benachbarten  Gemeinden 
mit  Trinkwasser.)  Auszug  aus  einem  Vortrage.  Brunn,  „Hlas" 
vom  15.  März  1908. 


260 

Lang  F.,  Stenographisches  Protokoll  der  Diskussion  über  seinen 
im  Ingenieur-  und  Architektenverein  in  Wien  gehaltenen 
Vortrag  über  die  vauklusischen  Quellen  und  die  Wasser- 
versorgung der  Stadt  Brunn.    Brunn  1904,  50. 

Rzehak  A.,  Über  die  Aussichten  einer  Tiefbohrung  auf  Wasser 
im  Gebiete  von  Jedownitz.  „Tagesbote"  1902. 

Ï)  Mineralogie. 

Cornu  F.  und  Himmelbauer  A.,  Mineralogische  Notizen.  Die 
Minerale  der  Graphitlagerstätte  von  Regens  bei  Iglau.  Mit- 
teilungen des  naturw.  Vereines  an  der  Universität,  Wien  1905, 
11  bis  12. 

Koechlin  R.,  Über  neue  Minerale.  (Morawit  von  Gobitschau.) 
Mitteilungen  der  Wiener  mineralog.  Gesellschaft  1907,  26 
bis  33. 

Kretschmer  F.,  Mineralien  und  Gesteine  aus  der  Umgebung  von 
Sternberg.  I.  Jahresbericht  der  Kommission  usw.,  1905, 
62    bis    63.   —   Ebd.,    III.  Jahresbericht,   1907,    28    bis    29. 

—  Die  Zeolithe  am  Fellberge  in  Petersdorf  bei  Zöptau.  Stuttgart, 

Zentralblatt  für  Mineralogie  und  Geologie,  1905,  609  bis  615. 

—  Neue  Mineralien  vom  Eisenerzbaue  Gobitschau  nächst  Sternberg. 

Ebd.  Jahrg.  1905,  Nr.  7. 

—  Mineralien,  Eisenerze  und  Kontaktgebilde  auf  dem  Schalstein- 

zuge Sternberg— Bennisch.    Ebd.  1907,  289  bis  301  und  321 
bis  328. 

—  Die  Leptochlorite  der  mährisch-schlesischen  Schalsteinformation. 

Ebd.  1906,  Nr.   10,  S.  18,  1  Kartenskizze. 

—  Die  Sinterbildungen  vom  Eisenerzbau  Kwittein  nächst  Müglitz. 

Wien,  Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  R.-A.,  1907,  Bd.  LVIL,  12. 

—  Pétrographie    und    Geologie    der    Kalksilikatfelse    in    der   Um- 

gebung von  Mähr.-Schönberg.    Wien,  ebd.  1908,  527  bis  572. 

—  Neues  Vorkommen  von  Manganerz   bei   Sternberg  in  Mähren. 

Osterr.  Zeitschrift   für   Berg-  und  Hüttenwesen,  Wien    1905, 
Nr.  39,  S.  3. 
Laus  H.,  Kleine  Beiträge  zur  Kenntnis  nordmährischer  Mineralien. 
I.  Bericht  der  Naturw.  Sektion  in  Olmütz,  1905,  75  bis  78. 

—  Verzeichnis  mährischer  und   schlesischer  Mineralien  und  deren 

Hauptfundorte.    In  „Die  nutzbaren  Mineralien  und  Gesteine 
usw.",  Brunn,  1906,  97  bis  119. 


261 

Makowsky  A.,  Chromit  von  Neudorf  in  Mähren.  Br.  N.  V.  1906,  4. 
Neuwirth  V.,  Die  Zeolithe  aus  dem  Amphibolitgebiet  von  Zöptau. 

Brunn,  Mitteilungen  der  Kommission  usw.,  Mineralog.-montan. 

Abteilung,  1905,  Nr.  1,  11  S.,  15  Textfiguren. 

—  Die  paragenetischen  Verhältnisse  der  Minerale  im  Amphibolit- 

gebiet von  Zöptau.  Ebd.  1906,  Nr.  2,  62  S. 

—  Beiträge  zur  Mineralogie  Mährens.     1.  Neues  Albitvorkommen 

von    Zöptau.     2.    Klinochlor    von    Zöptau.  3.    Periklinver- 

wachsungen    beim  Zöptauer    Albit.     Brunn,  Zeitschrift    des 
Mähr.  Landesmuseums,  1908,  154  bis  160. 

—  Die  Kontaktminerale  von  Blauda  in  Mähren.  Ebd.,  VII.  Bd., 

1907,  8. 
Novák  J.,  Dr.,  O  moravských  barytech.  V.  výroční  zpráva  kommisse 

1909,  20. 
Rosival  K.,  Dr.,  Vorlage  von  Kontaktmineralien  von  Friedeberg.  — 

Gold    von    Freiwaldau.     Wien,   Verhandl.    der   k.  k.  geolog. 

R.-A.,  190%  141  bis  146. 
Rzehak  A.,  Mineralfunde  in  Mähren.     1.  Fluorit  von  Marschow 

mit  Chalzedon.     2.  Desmin  von  Olleschau.    Br.  N.  V.  1907, 

S.  XX. 

—  Cordierit  von  Datschitz.  Ebd.  1906.  Sitzungsber.  S.  36. 
Slavík  F.,  Dr.,  Mineralogische  Mitteilungen  aus  Westmähren.  IL 

Prag,    Bulletin   intern,    der    tschechischen   Akademie,    1904, 

95  (tschechisch). 
Uličný  J.,  Mineralogické  pabërky  ze  západní  Moravy.  (Mineralog. 

Nachlese  aus  Westmähren.)  Proßnitz,  „Věstník",  VIDI.,  1906, 

51  bis  55. 
Wahl  Gr.,  Die  Enstatit-Augite.  Wien,  Tschermaks  Mineralog,  und 

petrographische  Mitteilungen,  1907,  31. 

m)  Nutzbare  Mineralien  und  Gesteine,  Bergbau. 

André  F.,  Die  Bauführungen  im  Stadtgebiete  von  Mähr.-Ostrau 
und  der  Bergbau.  Osterr.  Zeitschrift  für  Berg-  und  Hütten- 
wesen, Wien  1906,  605  bis  608. 

Jahn  J.  J.,  Dr.,  O  brněnské  dlažbě.  (Über  das  Brünner  Pflaster.) 
Brunn,  „Moravská  Orlice",  1908,  13. 

John  C,  v.,  und  C.  F.  Eichleiter,  Chemische  Untersuchung 
mährischer  Graphite.  Wien,  Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  R.-A., 
1907,  416  bis  417. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  X.,  2.  18 


262 

Laus  H.,  Die  nutzbaren  Mineralien  und  Gesteine  der  Mark- 
grafschaft Mährens  und  des  Herzogtums  Schlesien.  Brunn  1906. 

Lowag  J.,  Der  Bleiglanzbergbau  bei  Bernhau-Altendorf  in  Mähren. 
Essen,  „Glückauf",  1905,  913  bis  915. 

—  Das    Erzvorkommen    der    Bleiglanzgrube    „Gabe    Gottes"    von 

Neudorf  bei  Römerstadt.    Ebd.  1148  bis  1149. 

—  Der  alte  Gold-,  Silber-  und  Bleierzbau  bei  Iglau  und  Deutsch- 

brod.     Graz,  Montanzeitung,   1907. 

—  Der   Eisensteinbergbau    im    Altvatergebirge.    Ebd.    1908,    304. 

—  Der   Eisenerzbergbau   in  Mähren   und    Schlesien.     Ebd.   1906. 
— ■  Die  kristallinischen  Schiefer-  und  Massengesteine  des  Altvater- 
gebirges und  deren  Minerallagerstätten.     Ebd.  1907. 

N.  Petrolej    v    Ostravici   na   Moravě.     „Příroda"    1908/1909,   163. 

Procházka  J.   V.,  Petrolej    ve   východní  Moravě.     (Petroleum   in 

Ostmähren.)  Ebd.,  IV.  Jahrg.,  Mähr.-Ostrau  1906,  165  bis  167. 

—  Z  dějin  hornictví  v  Cechách,  na  Moravě    a   ve  Slezsku.     (Aus 

der  Geschichte  des  Bergbaues  in  Böhmen,  Mähren  und 
Schlesien.)    Ebd.  1906,  147,  179,  210. 

Rzehak  A.,  Petroleumvorkommen  im  mährisch-ungarischen  Grenz- 
gebirge. Berlin,  Zeitschrift  für  praktische  Geologie,  1905,  5 
bis  12. 

Rosival  A.,  Die  Zermalmungsfestigkeit  der  Mineralien  und  Ge- 
steine. (Betrifft  auch  mährische  und  schlesische  Vorkommen.) 
Verhandl.  der  k.  k.  geolog.  R.-A.  1909,  186  bis  390. 

Statistik  des  Bergbaues  in  Osterreich  für  das  Jahr  1908.  I.Lieferung. 
Die  Bergwerksproduktion.  Herausgegeben  vom  k.  k.  Ministerium 
für  öffentliche  Arbeiten.     Wien  1909. 

IV.  Mährens  und  Schlesiens  Vorgeschichte. 

Bu chtěla  J.,  O  otázce  vzniku  neolithu  v  Cechách  a  na  Moravě. 
„Pravěk"   1909,  33  bis  34. 

Čermák  K.,  Dvě  neolitická  sídla  v  Drobovicích  a  rozšíření  takových 
osad  v  Cechách  a  na  Moravě.  (Zwei  neolitische  Siedlungen 
in  Drobowitz  und  die  Verbreitung  ähnlicher  Siedlungen  in 
Böhmen  und  Mähren.)  Prag,  „Památky  archaeologické",  1902. 

Černý  F.,  Pohřebiště  opatovské.  (Der  Opatowitzer  Begräbnisplatz.) 
Ungar.-Hradisch,  „Pravěk",  1903. 


263 

Černý  F.,  Popelnicová  pole  na  Moravě.  (Urnenfelder  in  Mähren.) 
Brunn,  Mitteilungen  derKommissionusw.,  Prähistor.  Abteilung  1. 

—  Vývoj  arckaeologického  bádání  na  Moravě.     (Entwicklung   der 

archäologischen  Forschung  in  Mähren.)   „Pravěk",  III.,  1906, 
153  bis  155. 

—  Pravěké  doby  Moravy.    (Mährische  Urzeit.)    Brunn  1908. 

—  Místní  jména   i    archaeologie.     (Ortsnamen    und    Archäologie.) 

„Pravěk",  III,  1907,  9  bis  12. 

—  Dr.  M.  Kříž.    Ebd.  106  bis  109. 

—  Vývoj    archaeologického  bádání  na  Moravě.     (Entwicklung  der 

archäologischen   Forschung   in  Mähren.)     Ebd.  151  bis  154. 

—  Domnělá  lebka  diluvialní  z  Husovic  u  Brna.  (Vermeintlicher  dilu- 

vialer Schädel  von  Hussowitz  bei  Brunn.)  Ebd.  1908,  23  bis  24. 
červinka    L.,    Nálezy    v    cihelně   u    Slavkova.     (Funde    in    einer 
Ziegelei  bei  Austerlitz.)     Brunn,  Časopis  des  Mähr.  Landes- 
museums, 1905,  30  bis  34. 

—  Sklad  bronzů  v  Zádvěřicích.  Bronzedepot  bei  Zadweřitz.)  Ebd. 

77  bis  78,  1  Tafel. 

—  Zpráva    o    archaeologických   výzkumech  za  rok  1904.     (Bericht 

über   die   archäologischen   Forschungen.)     Ebd.  179   bis  197. 

—  „Lochy",    umělé   jeskyně    na    Moravě.    (Künstliche    Höhlen    in 

Mähren.)  Mitteilungen  der  Kommission  usw.,   Prähistor.  Ab- 
teilung, Nr.  1,  1905,  13,  2  Textfiguren. 

—  O  nejstarších  mohylách  moravských.  (Über  die  ältesten  mährischen 

Hünengräber.)    Olm.  M.  S.  1909,  107  bis  109. 

—  O  životě  a  vzdělanosti  lidstva  v  mladší  době  kamenné.     (Uber 

das    Leben    und    die    Bildung    des    Menschen    der  jüngeren 
Steinzeit.)    Ebd.  1908,  1  bis  24. 

—  Chronologie    v    předhistorii.     (Die    Chronologie    in    der    Vor- 

geschichte.) „Pravěk",  III.,  1907,  1  bis  8,  36  bis  42,  69  bis  80. 

—  O  pohřbívání  v  poloze  skrčené.    (Uber  das  Begraben  in  Hock- 

stellung.)   Ebd.  157. 

—  O    úkolech    soustavného    bádání    archaeologické    na    Moravě. 

(Aufgaben  der  systematischen   archäologischen  Forschung  in 
Mähren.)    Ebd.  1908,  85  bis  92. 

—  O  nejstarších  mohylách  moravských.  „Pravěk",  1909,  53  bis  58. 
Faktor  F.,  Hradiště  na  Plumlovsku.  Ebd.  1909,  152  bis  154. 
Fišara  K,  Nálezy  u  Nákla.  (Funde  bei  Nakel.)    „Pravěk".  1903, 

21;  1904,  147. 

18* 


264 

Fis  ara  K.,    Kulturní  jámy    u    Nákla   a    u  Příkaz.    (Kulturgruben 

bei  Nakel  und  Przikas.)  Ebd.  1909,  IV.,  96. 
Gottwald  A.,   Pohřebiště   na  Prostějovsku.     (Begräbnisplätze   bei 
Proßnitz.)    Olm.  M.  S.  1905,  73  bis  76,  1  Tafel. 

—  Nálezy  od  Hrubšic.  (Funde  von  Hrubschitz.)  Ebd.  109  bis  118, 

2  Tafeln. 

—  Sídliště  u  Lešan  na  Prostějovsku.  (Siedlung  bei  Leschan  nächst 

Proßnitz.)  Brunn,  časopis  des  Mähr.  Landesmuseums,  1905, 
107  bis  111. 

—  Nové  nálezy  na  Prostějovsku.    „Pravěk",  1903,  66. 

—  Nové    hroby    z    Kostelce    u    Prostějova.     (Neue    Gräber    von 

Kosteletz  bei  Proßnitz.)     „Pravěk",  III,   1907,    14    bis    15. 
Gottwald    A.,    Sídliště    u    Kostelce.    (Ansiedlung   bei    Kosteletz.) 
Ebd.  48  bis  49,  1  Tafel. 

—  Sídliště  a  hroby  s  kulturou  popelnicových  polí  na  Prostějovsku. 

(Siedlungen  und  Gräber  mit  der  Kultur  der  Urnenfelder 
bei  Proßnitz.)  Ebd.  1908,  IV.,  17  bis  22,  66  bis  73,  97  bis 
104,  175  bis  182,  216. 

—  Sídliště  neolitická  a  naleziště  kamenných  nástrojů  na  Prostějovsku. 

(Neolitische  Siedlungen  und  Funde  von  Steinwerkzeugen 
bei  Proßnitz.)  Brunn,  Časopis  des  Mähr.  Landesmuseums, 
VI.,  1906,  20. 

—  Nové  předhistorické  nálezy  z  okolí  prostějova.  (Neue  prähistorische 

Funde  aus  der  Proßnitzer  Gegend.)  Olm.  M.  S.  1909,  1  bis 
11,  69  bis  80. 

—  Předhistorické  nálezy   od  Zarovic.     (Prähistorische   Funde   von 

Žarowitz.)    Ebd.  1906,  85  bis  87. 
— ■  Hroby  z  Kostelce  u  Prostějova.     (Gräber  bei  Kosteletz  nächst 

Proßnitz.)    Ebd.  1905,  38  bis  41. 
H  a  mři  k,  Das   Gräberfeld  von   Kritschen.     IV.  Jahresbericht   der 

Kommission  usw.  1908,  17. 
Hoernes  M.,  Dr.,  Neolitische  Wohnstätten  bei  Prerau.  Mitteilungen 

der  präh.  Kommission,  I.  Bd.,  Nr.  6,  S.  411. 
Hostinek  H.,  Kostrový  hrob  v  Pustoměři.  (Skelettgrab  bei  Pusto  ni  ěř.) 

„Pravěk",  1908,  IV.,  46  bis  47. 
Jahn  J.  J.,  Dr.,  Gutachten  über   die   archäologisch-prähistorische 

Sammlung    des    Herrn    Direktors    Karl    Maska    in    Teltsch. 

Brunn,  Zeitschrift  des  Mährischen  Landesmuseums,  1906,  4. 


265 

Knies  J.,  Kniesovo  museum  moravského  Krasu.  „Příroda",  1906, 
13.  —  Proßnitz,  „Věstník",  IX.,  1907,  7,  3  Tafel. 

—  Kniesovo  museum  moravského  Krasu  ve  Sloupe.  „Pravěk",  III., 

1907,  43  bis  48,  1  Tafel. 

—  Předhistorické  hradiště  Leskoun  u  Olbramovic.     (Vorgeschicht- 

liche Befestigung  bei  Wolframite.)     „Pravěk",  1908,  IV.,  13 
bis  17. 
Kříž    M.,    Dr.,    O    důležitosti    nálezů    archaeologického    z   jeskyně 
„Kůlny".     (Über  die  Bedeutung   der   archäologischen  Funde 
aus    der    „Kulna"-Höhle.)     Olm.  M.   S.   1909,   106   bis   107. 

—  O  důležitosti  archaeologického  nálezů  z  jeskyně  „Kůlny"  u  Sloupá 

na    Moravě.     (Bedeutung    der    archäologischen    Funde     der 
„Kulna"-Höhle  bei  Sloup.)     „Pravěk",  1909,  7  bis  19. 
Kučera  J.,  Žárové  hroby  u  Vlachovic.  (Brandgräber  bei  Wlachowitz.) 
„Pravěk",  1903,  18. 

—  O  nejstarších  kovových  nástrojích  a  zbraních  z  okolí  Uh.  Brodu. 

(Die   ältesten  Metallgeräte  und  Waffen  aus   der  Umgebung 
von  Ung.-Brod.)    „Pravěk",  IV.,  1908. 
Lipka   F.,   Popelní  pole  u  Vel.  Opatovic.     „Pravěk",    1903,   143. 

—  Sídliště  pod  „Lipníky"   u  Boskovic.     „Pravěk",  IV.,  1908,  167 

bis  174. 
Makowsky  A.,  Schädel  aus  der  Bronzezeit.    Br.  N.  V.  1905,  35. 
Maska  K.,  Obrázky  z  pravěku  moravského.    (Bilder  aus  Mährens 

Urzeit.)    Prag,  „Moravská  čitánka",  1907. 

—  Uzákonění    ochrany    starožitností    na    Moravě.      (Gesetzlicher 

Schutz  für  die  x41tertümer  in  Mähren.)  „Pravěk",  1909. 

—  O  práci  u  Předmostu.  V.  výroční  zpráva  kommisse  atd.,  1909,  18. 
Matt ul a  L.,  Funde  aus  Unter-Retzbach.    Wien,  Mitteilungen  der 

Anthropologischen  Gesellschaft,  1906,  120. 
Nie  der  le  L.,  Datování  gallské  kultury  v  Cechách   a  na  Moravě. 
„Pravěk",  1909,  20  bis  29. 

—  K  středomoravským  mohylám.  „Pravěk",  IV.,  1909,  50  bis  51. 
Procházka  A.,  Archaeologická  kořist  za  rok  1904.  (Archäologische 

Ausbeute  1904.)  Brunn,  časopis  des  Mähr.  Landesmuseums, 
1905,  102  bis  107. 

—  Nové    nálezy    archaeologické.     (Neue    archäologische    Funde.) 

Ebd.  197  bis  200. 

—  Nová  jadeitová  sekerka  na  Moravě.    (Ein  neues  Jadeitbeil  aus 

Mähren.     „Pravěk",  1903,  23. 


266 

Procházka  A.,  Zprávy  o  nálezech  na  Vyškovsku.  (Nachrichten 
über  Funde  bei  Wischau.)  Ebd.  1903,  64. 

—  Nové  archaeologické  objevy  v  okolí  brněnském.  (Neue  archäolo- 

gische Funde  aus  der  Brünner  Umgebung.)  Brunn,  Zeitschrift 
des  Mähr.  Landesmuseums,  1907,  25. 

—  Ochrana  pravěkých  starožitností.    Brunn  1908. 

—  Ausgrabungen   in    den  Ziegeleien   bei   Austerlitz.     III.  Jahres- 

bericht der  Kommission  usw.,  1907,  21. 

—  Neolitické   nálezy   z  Křenovic  u  Slavkova.     (Neolitische  Funde 

von  Křenowitz  bei  Austerlitz.)     „Pravěk",  III.,  1907,  12  bis 
14,  1  Tafel. 

—  Hromadný  nález  bronzů  u  Nového  Rousinova.  (Massenfund  von 

Bronzen  bei  Neu-Raußnitz.)    Ebd.  50  bis  52,  1  Tafel. 

—  Drobné  nálezy  z  Vyškovská.  Ebd.  85  bis  86. 

—  Kamenné    nástroje    se    žlábky    z    nálezů    moravských.     (Stein- 

werkzeuge  mit  Rillen  aus  Mähren.)  „Pravěk",  1908,  120  bis  129. 

—  Z   praehistorie   Vyškovská   a   okolí.     Ebd.  1909,    186   bis  221. 

Rzehak  A.,  Bericht  über  die  Neuerwerbungen  des  Mähr.  Landes- 
museums. Wien,  Mitteilungen  der  Anthropologischen  Gesell- 
schaft, 1909,  8;  1908,  34;  1907,  45;  1906,  109. 

—  Prähistorische    Funde    aus    Eisgrub    und    Umgebung.     Brunn, 

Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseums,  1905,  34  bis  81. 

—  Ein  Bronzefund  bei  Wollenau.  Brunn,  Zeitschrift  des  deutschen 

Vereines  für  die  Geschichte  Mährens,  1905,  196. 

—  Beiträge  zur  Kenntnis  der  Bronzezeit  in  Mähren.     Ebd.  1906, 

167;  1907,  239;  1908,  142. 

—  Ein  La-Tene-Grab  im  Weichbilde  von  Brunn.     Ebd.  415. 

—  Prähistorische  Gefäße  auf  Menschenfüßen  mit  Nachbildung  des 

Schuhwerkes.    Ebd.  1907,  249. 

—  Die    Gewandnadel    in   prähistorischer   Zeit.    Ebd.    1908,    441. 

—  Zur  Vorgeschichte  Mährens.     Ebd.   1907,  183. 

—  Mähren  in   der  jüngeren  Steinzeit.     Vortrag.     Ebd.  1906,  300. 

—  Die   Schalensteine    („Opfersteine")   im   westmährischen    Granit- 

gebiet. Brunn,  Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseums,  1906,  66. 

—  Gutachten  über  die  archäologisch-prähistorische  Sammlung  des 

Herrn  Direktors  Maska  in  Teltsch.     Ebd.  2. 

—  Die  Gefäßfunde  im  Baugrunde  der  Brünner  Häuser.  Ein  Beitrag 

zur  Geschichte  des  Bauopfers.    Ebd.  1909,  92  bis  136. 


267 

Rzehak  A.,  Funde  bei  Medlanko  und  Daub.  II.  Jahresbericht 
der  Kommission  usw.,  1906,  31. 

—  Der    Bronzedepotfund    von    Přestavlk.     Wien,    Jahrbuch    für 

Altertumskunde,  L,  1907,  3  Tafeln. 

—  Ein  Depotfund  der  älteren  Bronzezeit  bei  Gaya.   Brunn,  Zeit- 

schrift des   deutschen  Vereines    für  die   Geschichte  Mährens, 

1907.    Mit  6  Textfiguren. 
— ■  Zur    Kenntnis    der   neolithischen  Keramik   in    Mähren.    — -  Ib. 

1909,  S.  392—400. 
Smyčka  J.,  Dr.,  Organisace  práce  musealní   a  archaeologické   na 

Moravě.    „Pravěk",  1909,  44  bis  47. 

—  Litovel    a    okolí   za    pravěku.     (Littau    und   Umgebung    in   der 

Urzeit.)    „Pravěk",  III.,  1907,  140  bis  150. 

Snajdr  L.,  Měděné  sekery  z  okresu  Králové  hradeckého.  (Kupfer- 

beile    aus    dem    Königgrätzer    Bezirk.)     „Pravěk",    1903,    5. 
Snětina  K.,  Dr.,  Tři  předhistorická  naleziště  z  Malé  Hané.  (Drei 

prähistorische  Fundorte  aus  der  Kleinen  Hanna.)   „Pravěk", 

IV.,  1908,  158  bis  166. 
Synek    E.,    Galský    hrob    v    Holubicích.     (Gallisches    Grab     bei 

Holubitz.)    Ebd.  1903,  158. 

—  Nové  hroby  od  Slavkova.  (Neue  Gräber  bei  Austerlitz.)     Ebd. 

1904,  144. 
Szombathy  L,  Gutachten  über  die  prähistorische  Sammlung  des 
Herrn  J.  L.  Červinka   in  Kojetein.     Brunn,   Zeitschrift  des 
Mähr.  Landesmuseums,  1906,  2. 

Vlk  F.,  Archaeologické  nálezy  z  okolí  vanovského.  (Archäologische 
Funde  aus  der  Umgebung  von  Eiwanowitz.)  Časopis  des 
Mähr.  Landesmuseums,  1908,  1  bis  18. 

Želízko  J.  V.,  O  nástěnných  rytinnách  a  kresbách  jeskynních 
palaeolitického  člověka  se  zřetelem  k  nejnovějším  výzkumům. 
(Uber  die  "Wandzeichnungen  des  paläolitischen  Menschen 
in  den  Höhlen  mit  Rücksicht  auf  die  neuesten  Forschungen.) 
Olm.  M.  S.  1905,  1  bis  23,  6  Tafeln. 

—  Ze   studijní   cesty  po  Moravě.     Sbírky   M.  Kříže,   K.  J.  Masky 

a  J.  Kniese.     „Pravěk",  1909. 
Zpráva  o  sjezdu  Moravského  archaeologického  klubu  v  Boskovicích. 
(Bericht    über    die  Versammlung    des   „Mor.   arch.    klub"   in 
Brunn.)    Ebd.  1909,  158  bis  159. 


268 


V.  Yaria. 


Absolon  K.,  Dr.,  Arbeiten  im  mährischen  Karste.  IV.  Jahres- 
bericht der  Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens, 

1908,  14  bis  17.  —  Y.  Bericht,  1909,  15. 

Bilecki  A.,  Das  Herzogtum  Schlesien.  Troppau  1907.  (Selbst- 
verlag.) 

Bily  F.,  Moravská  čítanka.  Prag  1906. 

XXIIL,  XXIV.  und  XV.  Bericht  der  meteorolog.  Kommission 
des  Naturforschenden  Vereines  in  Brunn.  Ergebnisse  der 
meteorolog.  Beobachtungen  in  den  Jahren  1903,  1904  und 
1905.  Brunn  1905,  1906,  1907.  Mit  je  5  Karten. 

Ergebnisse  der  phänologischen  Beobachtungen  aus  Mähren  und 
Schlesien  im  Jahre  1905.  Brunn  1907,  16. 

Formánek  B,.,  Ein  Lebensbild  des  Kaiserl.  Rates  E.  Beitter  in 
Paskau.  1908. 

Hanslik  E.,  Dr.,  Das  kulturelle  Leben  im  östlichen  Teil  der 
Westbeskiden.    Teschen,    Mitteilungen   des  Beskidenvereines, 

1909,  VI,  60  bis  65. 

—  Grenzen    und    Glieder    der    Westbeskiden.    Bielitz-Biala.    Mit- 

teilungen des  Beskidenvereines.  1904,  I.  Jahrgang,  S.  2  bis  6, 
19  bis  23,  35  bis  36. 

—  H.  K.,    Föhn   am  Xordabhange  der  Karpathen.    Mitteilungen 

des  Beskidenvereines  1905,  50 

Hadaszoks  Führer  durch  die  Beskiden.  Friedek  1908. 

Homma  J.,  Trombe  bei  Myslibořitz.  Br.  N.  V.  XLIII.  Bd.,  1904,35. 

Iltis  H.,  Dr.,  J.  G.  Mendel  als  Forscher  und  Mensch.  Ein  Ge- 
denkblatt. Brunn  1908. 

Koutný  J.,  Dr.,  Krupobití  na  Moravě  v  letech  1896  až  1906. 
(Hagelschlag  in  Mähren.)  Brunn,  Časopis  des  Mähr.  Landes- 
museums, 1908,  117. 

Los  B.,  Klimatické  poměry  západní  Moravy.  (Die  klimatischen 
Verhältnisse  Westmährens.)  Programm  der  Landesoberreal- 
schule in  Teltsch,  1906. 

Matzura  J.,  Führer  durch  die  Westbeskiden  und  die  angrenzen- 
den Landschaften.  Brunn  1907,  318  S. 

Mallener  Th.,  Der  Smrk.  Teschen,  Mitteilungen  des  Beskiden- 
vereins,  1907,  IV,  51  bis  53. 


269 

Maywald  F.,  Die  Pässe  der  Westkarpaten  unter  besonderer 
Rücksicht  auf  die  Paßstraßen  der  Sandsteinzone.  Teschen, 
Mitteilungen  des  Beskidenvereins,  III,  1906,  29  bis  35,  46 
bis  51,  60  bis  69,  74  bis  84,  90  bis  101. 

Minařik  K.,  O  extrémech  tlaku  vzduchu  vůbec  a  v  zimě  1906/7 
zvlášť.  (Über  die  Extreme  des  Luftdruckes  im  allgemeinen 
und  im  Winter  1906/7  im  besonderen.)  „Příroda",  1906,  242. 

Nießl  Gr.,  v.,  Ergänzende  Bemerkungen  zu  Frh.  v.  Stahls  Auf- 
satze (siehe  unten).  Br.  N.  V.  239  bis  246. 

Seidler  H.,  Die  Temperaturverhältnisse  der  Westbeskiden.  Bielitz- 
Biala.  Mitteilungen  des  Beskidenvereins,  1904,  36  bis  43, 
51  bis  58. 

SpitznerV.,Prof.,f.  „Příroda",  1906,165.Proßnitz,„Vestnik", 1907, 7. 

Stahl  L.  Frh.,  v.,  Über  die  mittleren  Einheitszeiten  des  jährlichen 
letzten  und  ersten  Schneefalles  nach  den  Beobachtungen  in 
Mähren  und  Schlesien.  Br.  N.  V.,  1906,  XLV.Bd.,  231  bis  238. 

Talský  Josef,  f.  Olm.  M.  S.,  1906,  123  bis  126. 

Tietže  E.,  Dr.,  Alexander  Makowsky  f .  Wien,  Verhandl.  der  k.  k. 
geolog.  R-A.,  1908,  35. 

Ullrich  J.,  Gregor  Joh.  Mendel.  Illustrierter  Neutitscheiner  Volks- 
kalender für  1908. 

—  An  der  mähr.-ungarischen  Grenze.  Teschen,  Mitteilungen  des 
Beskidenvereins,  III,  1906,  20  bis  22. 

Wisnar  J.,  Gregor  Joh.  Mendel.  Ein  Gedenkblatt.  Programm  des 
Staatsgymnasiums  in  Znaim,  1909,  15. 


Nachtrag. 


(Bis  1.  Mai  1910  erschienene  Arbeiten.) 


Botanik. 

Frank  L.,  Heimatschutz.  Schaffet  Schutzgebiete  für  unsere  Tier- 
und  Pflanzenwelt!  II.  Bericht  der  naturw.  Sektion  in  Olmütz, 
1900,  58  bis  66. 

G  o  gel  a  F.,  Květena  na  dolním  toku  Rusavy.  IL  Okolí  Záhlinic. 
(Flora  des  Unterlaufes  der  Rusawa.  Umgebung  von  Záhlinitz.) 
Proßnitz,  „Věstník",  XII.  Jahrg.  1910,  129  bis  143. 


270 

Laus  HL,  Botanische  Reiseskizzen  aus  Bulgarien.  II.  Bericht  der 
naturw.  Sektion  in  Olmütz,  1910,  1  bis  46.  (Enthält  Hin- 
weise auf  Mähren.) 

Macků  J.,  Dr.,  I.  Příspěvek  ku  poznání  Basidiomycetňv  a  Asco- 
micetův  moravských.  (Beitrag  zur  Kenntnis  der  mährischen 
Basidiomyceten  und  Ascomyceten.)  Proßnitz,  „Věstník",  1910, 
145  bis  160.   Mit  2  Tafeln. 

Merk  er  S.,  Exkursionsflora  für  Mähren  und  Schlesien.  Mähr.- 
Weißkirchen  1910. 

Petrák  F.,  Beiträge  zur  Flora  von  Mähren.  Allgemeine  Botan. 
Zeitschrift,  XVI.  Jahrg.,  1910,  Nr.  1,  S.  4  bis  6,  Nr.  2,  S.  20 
bis  23. 

Podpěra  J.,  Dr.,  Květena  Hané.  (Flora  der  Hanna.)  Proßnitz, 
„Hlasy  z  Hané"  Nr.  127  (vom  19.  November  1909),  1909,  und 
Proßnitz,  „Věstník",  XII.,  1910,  219  bis  221. 

Richter  O.,  Beiträge  zur  Kieselagenflora  von  Mähren.  IL  Bericht 
der  naturw.  Sektion  in  Olmütz,  1910,  67  bis  77. 

Wildt  A.,  Géranium  sanguineum  var.  Podpěrae  Wildt.  Allgemeine 
Botan.  Zeitschrift,  Karlsruhe,  XVI.  Jahrg.,  1910,  19. 

Zoologie. 

Zdobnitzky  F.,  Beitrag  zu  einer  Ornis  der  Brünner  Umgebung, 
II.  Teil.  Brunn,  Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseums,  1909. 
IX.  Jahrg.,  176  bis  276. 

Geologie. 

Jahn  J.  J.,  Dr.,  O  příštím  brněnském  vodovodu.  (Über  die 
künftige  Brünner  Wasserleitung.)  „Lidové  Noviny"  vom 
14.  Jänner  1910,  51. 

—  O  stratigraphii  a  tektonice  ostravsko-karvínského  karbonu.  (Über 

die  Stratigraphie  und  Tektonik  des  Ostrau-Karwiner  Karbons.) 
Brunn  1909,   10.    Mit  5  Profilen. 

—  Pokračuje-li  karbon  ostravsko-karvínský  pod  Karpaty.    (Ob  sich 

das  Ostrau-Karwiner  Karbon   unter   die  Karpaten  fortsetzt.) 
Brunn  1909,  30.    Mit  2  Profilen  und  2  Karten. 
■ —  Přehled  útvarů  geologických.    (Übersicht  der  geologischen  For- 
mationen.)   „Příroda  a  škola",  Olmütz  1909. 


271 

Rzehak  A.,  Aus  dem  mährischen  Devon.  V.  Jahresbericht  der 
Kommission  zur  naturw.  Durchforschung  Mährens,  Brunn 
1909,  18  bis  19. 

—  Das  Alter   des  Unterkiefers    von  Ochos.    Eine   Entgegnung  an 

Dr.  M.  Kříž.    Brunn,  Zeitschrift  des  Mähr.  Landesmuseunis 
IX.,  1909,  277  bis  313. 

—  Neue  Aufschlüsse  im  Kalksilikathornfels  der  Brünner  Eruptiv- 

masse.  Wien,  Verh.  d.  k.  k.  geol.  R.-A.  Nr.  5,  1910  (März), 
S.  129  f. 

—  Fluorit  und  Baryt  im  Brünner  Granitgebiet.  Ib.  S.  170  f. 

Taria. 

Ab  sol  on  K.,  Dr.,  Problem  podzemních  toků  Punkvy  v  dějinném 
svém  vývoji  od  století  XVII.  do  let  80tých  minulého  století. 
(Das  Problem  des  unterirdischen  Laufes  der  Punkva.)  Mit 
Karte  und  6  Tafeln.  Proßnitz,  „Věstník",  Jahrg.  XII,  1910, 
6  bis  127. 

Laus  JE.,  Das  Erzherzog -Josef-Ferdinand-Museum  in  Olmütz.  Ein 
Führer  durch  die  Sammlungen.    Olmütz  1910. 


Abkürzungen. 


Breslau,  Z.  f.  E.  =  Zeitschrift  für  Entomologie  (Jahresheft  des  Ver- 
eins für  schles.  Insektenkunde),  Breslau;  Breslau,  V.  K.  =  Jahresbericht  der- 
Schles.  Gesellschaft  für  vaterländ.  Kultur  in  Breslau;  Brunn,  N.  V.  =  Verhand- 
lungen des  Naturf.  Vereins  in  Brunn;  Br.  Ö.  Jdbl.  =  Österr.  Jagdblatt,  Brunn; 
Olm.  M.  S.  =  Časopis  vlasteneckého  musejního  spolku  v  Olomouci;  O.  J.  = 
Ornitholog.  Jahrbuch,  herausg.  von  Tschusi;  W.  O.  V.  =  Mitteilungen  des 
Ornitholog.  Vereins  in  Wien;  W.  E.  Z.  =  Wiener  Entomologische  Zeitschrift; 
Wien,  Verh.  (Jahrb.)  der  k.  k.  geol.  R.-A.  =  Verhandlungen  (Jahrbuch)  der 
k.  k.  geol.  Reichsanstalt  in  Wien. 


Bryologische  Miszellen  aus  Mähren. 

Von  Franz  Matouschek, 

k.  k.  Gymnasialprofessor  in  Wien,  IX. 

(Mit     Unterstützung     der     Kommission     zur     naturwissenschaftlichen     Durch- 
forschung Mährens.) 


I.  Teil. 

Neue  Fälle  yon  Nematodengallen  auf  Laubmoosen. 

I.  Beschreibung  neuer  Moosgallen. 

1.  Anomodon  longifolius  (Schleich)  Bruch. 

Ich  legte  mir  zwei  gleich  große  Rasen  nebeneinander,  und 
zwar  einen  gesunden  und  einen  erkrankten.  Beim  letzteren  fällt 
die  Kürze  der  sekundären  Stengel  und  die  kurzen  Aste,  welche 
jene  befiedern,  auf.  Die  zu  Magellen  umgewandelten  Aste  sind 
ebenfalls  bedeutend  kürzer,  aber  manche  derselben  bewurzeln  sich 
doch.  Die  gelblichen  Nematodengallen  treten  an  den  Enden  der 
sekundären  Stengel  und  an  den  Enden  der  Astchen  auf;  im  Easen 
kann  man  ihrer  viele  zählen,  doch  haben  sie  sich  in  relativ  ge- 
ringerer Zahl  —  wenn  man  Leskea  catenulata  zum  Vergleiche 
heranzieht  —  gebildet.  Die  Länge  der  Gallen  mißt  bis  l1/2  mm, 
die  Breite  bis  fast  1  mm.  Auch  fast  kugelrunde  kommen  vor.  Ich 
maß  wiederholt  die  Dimensionen  der  normalen  Astblätter,  deren 
Rippe  und  deren  Blattzellen;  ebenso  verfuhr  ich  mit  den  die 
Galle  bildenden  Blättern. 

Die  Tabelle  auf  S.  273  läßt  die  Unterschiede  klar  hervortreten. 

Die  Zellen  der  die  Galle  zusammensetzenden  Blätter  ent- 
halten viel  Chlorophyll.  Sie  sind  nicht  papillös;  nur  an  den 
äußersten  Blättern  sieht  man  hie  und  da  kleine  Papillen.  Dies 
hängt  wohl  damit  zusammen,  daß  die  Blattzellen  größer  und 
zarter  sind  als  in  dem  normalen  Blatte.  Die  Gallenblätter  sind 
nie  länglich  zugespitzt;  die  jüngsten  (also  innersten)  sind  an  der 
Spitze    abgerundet.     Die   Blattränder    der    Gallenblätter    sind    nie 


273 


Normales  Astblatt  im  kranken  Rasen 

Blatt  der  Galle 

Länge  des  Blattes:  0-502  Dtm 

1*445  mm    bei    einem    der    größten 
Blätter 

Breite  des  Blattes:  unten  0*189  mm, 
unter  der  Spitze  0*102  mm 

0*765  mm  in  der  Mitte 

Blattzellen  in  der  Mitte  des  Blattes  : 
0*0081  mm    lang    und    ebenso   breit 

untere  Blattzellen:  0*0135  mm  breit 

und  0*0315  mm  lang. 
Blattzellen    unterhalb    der    Spitze: 
0*0135  mm  breit  und  0*0225  mm  lang 

Breite   der  Rippe  in  der  Mitte  des 
Blattes:   0-051  mm 

0*099  mm  breit.  Die  Blattrippe  ver- 
schmälert    sich     etwas    gegen    den 
Blattgrund. 

ganzrandig,  sondern  zumeist  deutlich  ausgefressen  gezähnt.  Be- 
sonders interessant  sind  die  zahlreichen  paraphysenähnlichen 
Fäden,  welche  unentwickelte  Rhizoiden  vorstellen.  Sie  sind 
stets  bleich,  da  sie  kein  Chlorophyll  besitzen,  und  mitunter  ver- 
zweigt. Ein  Rhizoid  hatte  sogar  drei  Verzweigungen.  Die  längsten 
waren  etwa  0*510  mm  lang  und  0*017  mm  breit.  Anders  verhalten 
sich  die  „stärkeren  Fäden":  sie  sind  nie  verzweigt,  mit  Chloro- 
phyllkörnern stets  versehen  und  so  lang  wie  die  Gallenblätter. 
Man  muß  sie  als  Paraphyllien  ansprechen.  An  der  Basis  be- 
stehen sie  aus  größeren  Zellen,  allmählich  aber  bilden  die  Zellen 
nur  eine  Reihe,  welche  mit  einer  stumpfen  Zelle  endet.  Die  normal 
ausgebildeten  Niederblätter  unserer  Pflanze  sind  im  Gegensatze 
zu  den  ebenerwähnten  Organen  bleich,  wohl  auch  glatt,  endigen 
aber  stets  in  eine  lang  ausgezogene  schmale  Spitze.1)  Als  Er- 
reger wurde  die  Anguillulide  Tylenchus  Davainii  Bast,  konstatiert2). 
Die  Tiere  waren  ausgewachsen  und  befanden  sich  nur  in  geringerer 
Zahl    in   den  Gallen.     In  manchen  derselben  konnten  die  Erreger 


1)  Prof.  Dr.  V.  Schiffner  erwähnt  in  seinen  Arbeiten  (Beobachtungen 
über  Nematodengallen  bei  Laubmoosen,  Hedwigia,  XL1V,  Heft  4,  S.  222  und 
„Neue  Mitteilungen  über  Nematodengallen  auf  Laubmoosen",  dieselbe  Zeit- 
schrift, XLV,  Heft  3,  S.  167)  auch  Paraphyllien  in  den  Gallen  zweier  Laub- 
moosarten (Dicranum  malus  und  Mnium  Seligeri). 

2)  Näheres  über  dieses  Tierchen  sowie  sehr  gute  Abbildungen  findet 
man  in  der  in  der  vorigen  Anmerkung  an  zweiter  Stelle  genannten  Arbeit 
des  Prof.  Schiffner  (S.  163—165). 


274 

nicht  nachgewiesen  werden,  sie  wanderten  wohl  aus.  Doch  sind 
diese  „tauben"  Gallen  genau  so  gebaut  wie  die  anderen,  welche 
den  Erreger  noch  beherbergen. 

Fundort:  Odergebirge  in  Mähren,  auf  Kulmschiefer  der 
Ruine  („Wüstes  Schloß")  oberhalb  des  Gasthofes  „Zum  dicken 
Hannes"  im  Bodenstadter  Tale,  470  m.  Gefunden  vom  Verfasser 
Ende  August  1906. 

2.  Pseudoleskea  atrovirens  (Dicks.)  Br.  eur. 

Nur  bei  der  rar.  tenella  Limpr.  beobachtete  Limpricht 
(Laubmoose  II,  S.  811)  und  der  Verfasser  (Über  Nematoden- 
gallen  bei  Laubmoosen,  Hedwigia,  XLIII,  S.  343 — 345)  Gallen  ; 
beim  Normaltypus  wurden  solche  bisher  noch  nicht  konstatiert. 
Der  vorliegende  Basen  läßt  eine  Deformation  nicht  erkennen. 
Dies  ist  wohl  nur  dadurch  erklärlich,  daß  die  bräunlichen  Gallen 
in  geringerer  Zahl  auf  demselben  gebildet  wurden.  Die  größten 
derselben  messen  1*5  mm  in  der  Länge  und  etwas  über  1  mm  in 
der  Breite.  Sie  stehen  an  den  Enden  der  Aste,  seltener  an  den 
Enden  der  Stengel.  Den  oben  genannten  Erreger  sah  ich  auch 
hier;  doch  konnte  ich  auch  „taube"  Gallen  nachweisen.  Die  Hüll- 
blätter der  Galle  werden,  je  weiter  man  sie  in  das  Innere  der 
Galle  der  Beihe  nach  verfolgt,  desto  zarter,  desto  glatter,  desto 
breiter;  die  jüngsten  (innersten)  sind  fast  halbkreisförmig.  Die 
Blattzellen  werden  größer,  oft  sind  sie  gekrümmt  und  mindestens 
dreimal  so  groß  als  im  normalen  Blatte.  Die  Blätter  selbst  be- 
sitzen —  wenn  man  wieder  der  Beihe  nach  von  außen  nach  innen 
geht  —  eine  immer  zartere  Bippe,  welche  aus  homogenen  Zellen 
besteht  und  schließlich  weit  unter  der  abgerundeten  Spitze  endet. 
Die  inneren  Hüllblätter  sind  unregelmäßig  der  Quere  nach 
gefaltet1).  Die  Dimensionen  eines  mittleren  Hüllblattes  sind: 
17  mm  lang  und  1*02  mm  breit  (ein  normales  Astblatt  ergab  bei 
der  Messung  die  Länge  von  0*952  mm,  die  Breite  von  0*306  mm). 
Rhizoiden  habe  ich  in  den  Gallen  gesehen. 

Fundort:  Mähren,  Gesenke,  im  „Kessel",  legitvonUechtritz, 
ohne  Jahreszahl.  (Ex  herbario  f  Wilhelm  Siegmund  Beichen- 
bergensis). 

V)  Über  die  ähnliche  Querfältelung  der  normalen  Blätter  bei  Brachy- 
thecien,  siehe  Warnstorf,  1.  c,  S.  736. 


275 

3.  Leskea  catenuluta  (Brid.)  Mitten. 

Der  Rasen  ist  8-5  cm  lang  und  bis  5  cm  breit,  besitzt  aber 
mindestens  100  Gallen;  er  sieht  ganz  verkümmert  aus.  Die  gelb- 
lichen Gallen  treten  teils  an  den  Spitzen  der  Aste,  teils  an  den 
Verzweigungen  auf  und  sind  höchstens  l-5  mm  lang  und  1  mm 
breit.  Männliche  und  weibliche  Befruchtungsorgane  habe  ich  an 
keiner  Stelle  konstatieren  können.  Die  Gallenblätter  sind  länger 
als  die  normalen  Astblätter  (17  mm  im  Mittel,  0*37  mm  im  Mittel). 
Die  Breite  des  größten  Hüllblattes  beträgt,  im  mittleren  Teile 
gemessen  08  mm  (gegen  0'23  mm  bei  einem  normalen  Astblatte). 
Betrachtet  man  in  der  Reihenfolge  von  außen  nach  innen  die 
Hüllblätter  der  Galle,  so  fällt  folgendes  auf:  1.  Die  Blätter  werden 
immer  zarter,  die  Blattzellen  immer  größer,  aber  dabei  zartwandiger. 
2.  Die  Blättter  werden  wohl  anfangs  größer  und  breiter,  aber 
gegen  das  Innere  nimmt  die  Länge  ab,  während  die  Breite  noch 
zunimmt.  3.  Die  Spitze  der  Blätter  wird  breiter,  bei  den  innersten 
ist  sie  gar  kappenförmig.  4.  Die  äußeren  Blätter  tragen  scharfe 
Zähnchen  an  der  Spitze,  der  Blattrand  der  inneren  hat  ziemlich 
große,  weit  voneinander  stehende  Zähne,  ja  er  erscheint  oft 
ganz  unregelmäßig  gezähnt.  5.  Die  Menge  der  Chlorophyllkörnchen 
nimmt  ab.  6.  Die  Blattrippe  entwickelt  sich  immer  schwächer  und 
schwächer,  bis  sie  ganz  verschwindet.  Diese  Merkmale  erinnern 
uns  daran,  daß  im  Baue  der  Hüllblätter  der  Galle  und  der 
männlichen  Knospe  eine  auffallende  Ähnlichkeit  existiert,  auf 
welche  schon  Prof.  Schiffner  (Hedwigia,  XLV,  3,  S.  171)  auf- 
merksam gemacht  hat.  An  der  Basis  der  Hüllblätter  der  Gallen 
bemerkt  man  gegliederte  paraphysenähnliche  Fäden,  die  von 
Prof.  Schiffner  als  schlecht  entwickelte  Rhizoiden  gedeutet  werden. 
Der  Erreger  ist  ebenfalls  TyJenchus  Davainii. 

Fundort:  Oberösterreich,  an  Kalkfelsen  bei  Grünau  nächst 
Gmunden,  legit  P.  Herrn.  Patzalt,  8.  Sept.  1863  (Ex  herbario 
■f  Wilhelm  Siegmund  Reichenbergensis). 

II.  Allgemeine  Bemerkungen  zu  den  drei  Schilderungen  von 

Nematodengallen. 

1.  Auf  den  genannten  drei  Laubmoosarten  sind  Nematoden- 
gallen  bisher  noch  nicht  beobachtet  worden.  Die  Originalexem- 
plare  der  zwei  zuerst  beschriebenen  erkrankten  Rasen  werden  im 


276 

mährischen  Landesmuseum  aufbewahrt;  der  kranke  Rasen  von 
LesJcea  catenulata  liegt  in  meinem  Herbare. 

Anhangsweise  sei  folgendes  erwähnt:  In  dem  Werke:  Kryptogamenflora 
der  Mark  Brandenburg  und  angrenzender  Gebiete,  herausgegeben  von  dem  bota- 
nischen Verein  der  Provinz  Brandenburg,  die  Laubmoose  von  C.  Warnstorf, 
werden  auch  von  folgenden  Moosen  Nematodengallen  erwähnt:  Thuidium 
delicatulum  (L.)  Mitten,  Thuidium  abietinum  (L.)  Br.  eur.,  Brachythecium 
velutinum  (L.)  Br.  eur.  Interessant  ist  die  Bemerkung  von  Warnstorf,  1.  c, 
pag.  760:  „In  den  Blüten  des  Brachythecium  velutinum  siedeln  sich  zuweilen 
Nematodenkolonien  an,  die  aber  an  den  Hüllblättern  anscheinend  keine  be- 
sonderen Veränderungen  hervorrufen."  Eine  genauere  Untersuchung  dieses 
Vorkommens  wäre  sicher  erwünscht,  namentlich  auch  in  der  Richtung,  ob 
dieser  Nematode  auch  der  sonst  immer  konstatierte  Tylenchus  Do  retint  i  ist.  In 
dem  Werke  K.  G.  Limprichts:  Die  Laubmoose  Deutschlands,  Österreichs  usw., 
IL  Teil,  pag.  834,  erwähnt  der  genannte  Verfasser  auch  Nematodengallen  bei 
Thuidium  delicatulum,  die  näher  beschrieben  werden  und  im  III.  Teile, 
pag.  580,  solche  bei  Hylocomium  umbratum  (Ehrh.)  Br.  eur.  (gekräuselte  Ast- 
enden). Man  muß  daher  das  von  Prof.  Schiffner  (Hedwigia  XLV,  Heft  3, 
Seite  171),  gegebene  Verzeichnis  von  Laubmoosen,  auf  welchen  Nematoden- 
gallen beobachtet  wurden,  um  die  erwähnten  7  Arten  bereichern. 

Herr  Adalbert  Geheeb  erwähnt  unter  dem  Titel:  Une  formation  de 
galle  causée  par  des  nématoïdes  dans  le  Pterigynandrum  filiforme  Timm. 
(Revue  Bryologique,  33e  année,  Nr.  4,  1906,  pag.  1906—1907)  Nematoden- 
gallen auf  Pterigynandrum  filiforme,  auf  welcher  Art  sie  Verfasser  bereits  (in 
der  „Hedwigia"  XLIII,  pag.  343 — 345)  gesehen  hat.  Es  handelt  sich  um 
sterile  Raschen  auf  Rotbuchen  zu  Roucesvalles  in  Spanien  von  Dr.  Karl 
Müller  Freiburgensis  gefunden.  Geheeb  erwähnt,  daß  die  Galle  nur  von 
einem  Wurme   bewohnt   wird,    was   wohl    auf   einem  Irrtume   beruhen   dürfte. 

Herr  Apotheker  Josef  Paul  (Mähr.-Schönberg)  macht  mich  auf  eine 
Stelle  in  dem  Werke  K.  Müllers:  Deutschlands  Moose  oder  Anleitung  zur 
Kenntnis  der  Laubmoose  Deutschlands,  der  Schweiz,  der  Niederlande  und 
Dänemarks,  Halle  1853,  Seite  217,  aufmerksam.  Es  handelt  sich  um  Dieranum 

spurium:    „ männliche  Pflanze  noch  unbekannt;   an  ihrer  Stelle  wurden 

nur  Knöspchen  in  der  Stengelspitze  vorgefunden."  Ob  man  es  hier  mit 
Nematodengallen  zu  tun  hat,  ist  fraglich,  aber  nicht  unwahrscheinlich. 

2.  Die  Hüllblätter  der  Gallen  sind  in  den  von  mir  beschrie- 
benen Fällen  stets  chlorophyllhaltig,  die  Blattzellen  derselben  ge- 
wöhnlich bräunlich  oder  gelblich. 

3.  Pilzhyphen  und  Stärke   konnte   ich   nirgends   nachweisen. 

III.  Nematodengallen  bei  JÜicranum,  longifolium  Ehrh. 

Herr  Apotheker  Josef  Paul  (M.-Schönberg)  schickte  mir  eine 
Probe  zu  und  teilte  mir  hierüber  seine  Beobachtungen  mit:  „Am 
21.  August  1903  besuchte  ich  von  Bad  Cudowa  (Grafschaft  Glatz) 


277 

aus  den  Rabenstein.  Derselbe  liegt  östlich  von  Cudowa  und  dürfte 

zirka  700  m  hoch  gelegen  sein.     Auf  demselben  sind  Felsen  dicht 

mit  Dicranum  longifolium  wie   mit  einem  Moosteppich  bewachsen. 

Auf    diesem    Teppich    bemerkte    ich   mehrere    braune  Flecken   im 

Durchmesser  von   15 — 30  cm,  wie  wenn   das   Moos  versengt  wäre. 

Bei  näherer  Betrachtung  sah  ich,  daß  diese  Färbung  von  braunen 

Knöspchen    herrührt,    die    an    der    Spitze     der    einzelnen    Stengel 

sich    befinden.     Später    fand    ich   bei   der  Untersuchung   derselben 

Nematoden  in  ihnen."  Ich  habe  nun  diese  Probe  näher  untersucht 

und    berichte    folgendes    darüber:     Der   Rasen    zeigt   genau  den 

gleichen    Habitus,     wie     ihn     bei     dieser    Laubmoosart    Prof. 

Schiffner(HedwigiaXLIV,  Heft  4,  8,  218—219)  entwirft.  Auch 

eine  Durchwachsung  einer  Galle  bemerkte  ich.  Desgleichen  konnte 

ich    den    vom    obigen    Forscher  (1.  c,  S.   2H> — 22t»)  geschilderten 

Bau  der  Hüllblätter  verfolgen,  sah   auch   die  unentwickelten  Rhi- 

zoiden,  welche  stets  aus  einer  Zellreihe  bestehen  und  chlorophylfrei 

sind,    ferner    Pilzfäden    und    Cyanophyceen    als    Raumparasiten. 

Außerdem  bemerkte  ich:  Unter  den  äußersten  gelbbraunen  (wegen 

dieser  Farbe  fallen   die  Gallen  leicht  auf)  Hüllblättern  fand  sich 

auch   eines,  dessen  Rippe   als   dicker  kurzer  Stil  austrat,  während 

sonst    die    Rippe    in    diesen    Blättern    kurz    vor   der  Spitze  endet. 

Paraphyllien,   wie   sie    Prof.  Schiffner  (1.  c,  pag.  222)  in  den 

Gallen    vou   Dicranum  maius  Turn,  beschreibt,  habe  ich   auch  in 

nicht  geringer  Zahl  gesehen.  Sie  enthalten  immer  Chlorophyll,  sind 

bandförmig,   nie   verzweigt,  verschieden   ausgebildet  :  bald  sind  sie 

unten  einzellreihig,  in  der  Mitte  zweizellreihig  und  endigen  oben 

in    eine    kleine   Spreite    von    ungefähr    20   rundlichen   oder  ovalen 

Zellen,    bald    aber    sind  es  einzellreihige    Fäden    von    der    halben 

Länge  eines  mittleren  Hüllblattes.  In  letzterem  Falle  hat  man  es 

wohl    mit    stark    reduzierten    Paraphyllien    zu    tun.     Manche    der 

inneren  Gallenblätter  besitzen  einen  einzellreihigen  Saum,  die 

länglichen  Randzellen  stehen  senkrecht  zum  Blattrande.  In  einigen 

Gallen    fand   ich   außer  erwachsenen   Tieren   (T.  Davainii)  auch 

jüngere  Stadien   in  Menge;  andere   Gallen  waren  taub,  verlassen. 

Anhangsweise    will    ich    Jünger  der  Bryologie   auf   einen 

Umstand  aufmerksam  machen.  Beim  Suchen  nach  Gallen  auf 

Moosen   in    diversen   Herbarien    legte   ich    auch  Pflanzen  beiseite, 

auf  denen  ich  Gallen   zu  sehen  glaubte.     Es  waren  dies  folgende 

Exemplare:  Amblystegium  irrignum  (Wils.)  Br.  eur.  von  Sagan  in 

Zeitschrift  des  mähi\  Landesniuseums,  X.,  2.  19 


278 

Pr.- Schlesien,  legit  Milde.  Der  große  schwärzliche  Rasen  hat 
Stämmchen  und  Aste,  die  fast  aller  Blätter  beraubt  sind  (Wirkung 
des  fließenden  Wassers);  kleine  Knöspchen  fielen  durch  ihre  gelb- 
liche Färbung  auf.  Diese  entpuppten  sich  aber  als  c?-Knospen. 
Das  gleiche  gilt  von  Lescuraea  striata  (Schwgr.)  Br.  eur.  (Iser- 
gebirge,  legit  Milde;  Gaisberg  bei  '  Salzburg,  legit  Sauter  und 
Jeschkengebirge,  legit  j  Wilh.  Siegmund  1856);  die  J-Knospen 
sind  hier  in  überaus  großer  Menge  vorhanden  und  immer  ziemlich 
dick  ausgebildet.  Die  Rasen  der  letztgenannten  Art  tragen  über- 
dies reichlich  Sporogone.  Ich  kann  nur  Prof.  Schiffner  bei- 
pflichten, daß  die  von  Nematoden  befallenen  Pflanzen  nie  zur 
Fruktifikation  gelangen.  Auch  das  von  mir  1.  c,  pag.  162  beschrie- 
bene Pierigynandrurn  filiforme  fruchtet,  soweit  es  sich  um  die 
gallentragenden  Pflanzen  handelt,  nicht.  (Siehe  Prof.  Schiffner, 
Hedwigia  XLIV,  Heft  4,  Punkt  20). 


IL  Teil. 

Über  drei  bisher  noch  nicht  beschriebene  Mißbildungen 

bei  Laubmoosen. 

I.  Hypnum  cupressiforme  L. 

Beim  Präparieren  von  im  Bodenstadter  Tale  (Odergebirge 
in  Mähren)  gefundenen  Moosen  (Aug.  1906)  fiel  aus  einem  Misch- 
rasen, der  Hypnum  molluscum  Hedw.,  Milium  punctatum  (L.) 
Hedw.  und  wenig  Hypnum  cupressi forme  enthielt,  ein  Stengel  der 
letztgenannten  Art  heraus  und  blieb  auf  der  weißen  Unterlage 
liegen.  Zufälligerweise  wendete  ich  ihn  um  und  gewahrte  am 
Grunde  des  Sporogons  an  der  Stelle,  wo  die  Seta  in  den  Hals 
übergeht,  einen  S  mm  langen,  sehr  zarten  Fortsatz.  Ich 
habe  in  der  bryologischen  Literatur  keinen  analogen  Fall  be- 
schrieben gefunden.  Doch  erinnerte  ich  mich  an  eine  ähnliche 
Mißbildung,  die  mir  vor  einigen  Jahren  Herr  Kollege  Hans  Baer, 
damals  Hörer  der  Naturwissenschaften  in  Innsbruck,  gesandt  und 
die  ich  aufbewahrt  hatte.  Auf  diese  komme  ich  sogleich  zurück. 
Ich  vermute,  daß  der  Fortsatz  hohl  ist;  doch  wollte  ich  durch 
Schnitte  die  Mißbildung  nicht  zerstören.  Wäre  diese  Beobachtung- 
ganz  sicher,  so  kann  der  Fortsatz   als  eine  Fortsetzung  der  Urne 


279 


angesehen  werden.  Doch  betone  ich  ausdrücklich,  daß  ich  mir  gar 
kein  sicheres  Urteil  bilden  konnte.  —  Das  Original  liegt  im  Herbare 
des  mährischen  Landesmuseums. 


Mißbildung 
von  Hypnum  cupressi forme, 


Mißbildung 
von  Pohlia  nutans. 


II.  Pohlia  nutans  (Schreb.)  Hedw. 

Fundort  :  Nächste  Umgebung  von  Innsbruck,  in  einem  Baum- 
schlage  an  moosigen  Felsen,  29.  März  1889,  legit  H.  Baer. 

Wie  die  Abbildung  zeigt,  besitzt  die  Urne  am  Grunde, 
ebenfalls  an  der  Stelle,  wo  die  Seta  in  die  Urne  übergeht, 
zwei  Fortsätze:  einen  längeren  von  6  mm  Länge  und  einen 
kürzeren  von  2*5  mm  Länge.  Auch  hier  ergab  die  behutsam  vor- 
genommene Untersuchung  unter  dem  Mikroskope  die  Möglichkeit, 

19* 


280 

daß  beide  Fortsätze  im  Innern  hohl  sind.  —  Das  Originalexemplar, 
welches  ich  behufs  sicherer  Konstatierung  dieser  Vermutung  nicht 
zerschneiden  wollte,  befindet  sich  in  meinem  Herbare. 

III.  Thuidium  abietinum  (Dill.,  L.)  Br.  eur. 

Der  mir  vorliegende,  fächerartig  ausgebreitete,  aufgeklebte 
Rasen  stammt  von  dem  Festungsberge  von  Kufstein  (Tirol)  und 
wurde  von  Jakob  Juratzka  am  4.  September  1860  gefunden.  Der 
Finder  schrieb  auf  die  Etiquette  „lusus  peculiaris" .  Und  in  der 
Tat  macht  die  Pflanze  einen  eigenartigen  Eindruck:  Der  Rasen 
ist  kurz,  im  Mittel  4  cm  hoch,  struppig;  die  Fieder  sind  im 
unteren  Teile  4 — 5mal  länger  als  die  im  oberen  Teile.  Die  letzteren 
sind  kurz  und  stumpf,  am  Ende  des  Stengels  sind  sie  recht  ge- 
drängt. Ich  vermutete  in  den  stumpfen  Fiedern  Nematoden,  doch 
fand  ich  keine  vor.  Die  Astblätter  an  den  verkrüppelt  erscheinenden 
Fiedern  I.  Ordnung  sind  im  Mittel  um  0*08  mm  kürzer  als  die 
normal  entwickelten  Blätter  an  den  tiefer  unten  am  Stengel 
stehenden  Ästen  (=  Fiedern  I.  Ordnung),  die  Breite  ist  aber  in 
beiden  Fällen  die  gleiche.  Das  Originalexemplar  ist  in  meinem 
Besitze. 


ZEITSCHRIFT 


DES 


MÄHRISCHEN  LANDESMUSEUMS 


HERAUSGEGEBEN  VON  DER 


MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSOHAFT 


REDAKTION 

PROF.  A.  RZEHAK 
K.  SCHIRMEISEN  SCHULRAT  E.  SOFFÉ 


XL  BAND 

I.  UND   2.   HEFT 


BRUNN 

DRÜCK  VON  RUDOLF  M.  ROHRER 
1911. 


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Zur  Beachtung! 

Da  die  „Mährische  Museuuisgesellschaft"  die  Rechtsnachfolgerin 
ist  sowohl  der  ehemaligen  „K.  k.  mähr.-schles.  Gesellschaft  zur  Be- 
förderung des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landeskunde"  als  auch 
der  späteren  „K.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft"  und  der 
„Museumssektion  der  k.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft",  so 
sind  alle  Sendungen  von  Büchern  und  Zeitschriften  nur  an  die 

„Mährische  Ifuseiinisgesellschaft" 
(Landesbibliothek) 

zu  adressieren.  Hingegen  sind  die  für  die  ehemalige  „Historisch- 
statistische Sektion"  der  k.  k.  mähr.  Landwirtschaftsgesellschaft  be- 
stimmten Sendungen  an  den  „Deutschen  Verein  für  die  Geschichte 
Mährens  und  Schlesiens"  zu  richten. 

Für  das  Kuratorium: 

Prof.  A.  Rzehak, 

Vize-Präsident. 


ZEITSCHRIFT 


DES 


MÄHRISCHEN  LANDESMUSEUMS 


HERAUSGEGEBEN  VON  DER 

MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSCHAFT 

REDAKTION: 

PROF.  A.  RZEHAK 
K.  SCHIRMEISEN  SCHULRAT  E.  SOFFÉ 


XL  BAND. 

1.  UND  2.  HEFT 


BRUNN 

VERLAG  DER  MÄHRISCHEN  MUSEUMSGESELLSCHAFT. 

DRUCK  VON  RUDOLF  M. ROHRER 

1911. 


Inhaltsverzeichnis. 


Seite 

Sitzungsberichte 1 

Rzehak  A.,  Mährische  Barytvorkommnisse  und  ihre  Genesis 9 

Kretschmer  Franz,  Über  die  Kontaktmetamoiphose  am  unterdevonischen 

Diabas  zu  Karlsbrunn  im  Hochgesenke 59 

Wildt  A.,  Notizen  zur  Flora  von  Mähren 79 

Trauth  Friedrich  Dr.,  Die  oberkretazische  Korallenfauna  von  Klogsdorf 

in  Mähren 85 

Czižek  Karl,  Tipulidae  Moravicae.  (Die  mährischen  Schnacken.)  ....  193 
Rzehak  Emil,   Über  einen   Fund   von  Prager  Groschen  in  Olomutschan 

bei  Blansko 283 


Sitzungsberichte. 


1.  Knratoriumssitzuiig  am  10.  Jänner  1910. 

Der  Präsident,  Herr  Direktor  Dr.  Fr.  K  a  měníce  k,  be- 
grüßte die  Erschienenen  und  gedachte  mit  warmen  Worten  des 
Ablebens  des  Ehrenmitgliedes  der  Gesellschaft,  Herrn  Em.  Ritter 
v.  Proskowetz.  Der  Teilnahme  an  dem  Verluste  dieses  hervor- 
ragenden Mannes  wurde  durch  Erheben  von  den  Sitzen  Ausdruck 
gegeben.  Der  Direktor  der  Landesbibliothek,  Herr  Dr.  W.  Schräm, 
erstattete  einen  Bericht  über  Bibliotheksangelegenheiten.  Weiter 
wurden  mehrere  Angelegenheiten  betreffend  die  Verwaltung  ein- 
zelner Abteilungen  besprochen;  bei  dieser  Gelegenheit  wurden 
Wünsche  und  Erfordernisse  für  die  nächste  Zeit  geäußert.  Der 
Präsident  berührte  dann  die  Frage  des  Museumsbaues;  in  Ver- 
bindung mit  dieser  Frage  wurde  eine  Reihe  von  Anträgen  auf  die 
Beschleunigung  der  Neuaufstellung  der  Sammlungen  und  auf  die 
Adaptierung  weiterer  Räume  für  diese  Zwecke  angenommen.  Über 
mehrere  Anträge   des   Herrn  Vizepräsidenten,  Hochschulprofessors 

A.  Rzehak,  betreffend  die  Landesdurchforschungskommission, 
wurden  Beschlüsse  gefaßt.  Zum  Schlüsse  der  Sitzung  wurden 
einige  Personalfragen  erledigt.  Zu  Konservatoren  wurden  ernannt: 
Med.   Dr.    Ad.    Hrstka,   Bürgermeister  in   Stramberg;  Med.  Dr. 

B.  Kučera,  Spezialarzt  in  Brunn;  Prof.  Job.  Netolicky  in 
Brunn;  Vinz.  Prásek,  k.  k.  Schulrat  in  Napagedl;  Prof.  Josef 
Vlček  in  Brunn;  JUDr.  Fr.  Weiner,  k.  k.  Notar  in  Konitz. 
Als  Mitglieder  wurden  aufgenommen:  Prof.  Rud.  Benirschke; 
L.  Czernek,  k.  k.  Postassistent;  JUC.  Fr.  Hruby,  Gerichts- 
praktikant; Hochschulprof.  Dr.  J.  J.  Jahn;  Prof.  O.  Janovsky; 
Prof.  Z  d.  Liz  alek;  Fräulein  L.  T  heimer,  Musiklehrerin;  sämt- 
liche in  Brunn;   ferner   Fr.   Papoušek,   Buchhalter  in  Kauřim. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums.  XI.  *■ 


Den  Sammlungen  haben  gespendet:  Prof.  Dr.  Fr.  Dvorský 
Stalagmit;  Literar.  Gesellschaft  in  Helsingfors  24  Publikationen; 
Prof.  J.  Mat  zur  a  Seeigel;  Museum  s  verein  in  Brunn  Vereins- 
zeitschrift „Vlastivěda";  Prof.  Dr.  J.  Podpěra  22  Publikationen; 
Prof.  J.  Z  voz  il  Insekten-Biologien;  Ing.  Alb.  Wildt  Pflanzen 
und  7  Publikationen;  Prof.  V.  Zoufal  eine  Sammlung  exotischer 
Käfer  und  Konchylien. 

2.  Kuratoriuinssitzung  am  14.  Februar  1910. 

Der  Präsident,  Herr  Direktor  Dr.  Fr.  Kameniče k,  be- 
grüßte die  Anwesenden  und  gedachte  des  Hinscheidens  des  Mit- 
gliedes der  Gesellschaft  Dr.  Jar.  Edlen  v.  Koudela,  dessen 
ernstes  Streben  und  seltene  Begabung  er  hervorhebt.  Die  An- 
wesenden gaben  ihre  Teilnahme  durch  Erheben  von  den  Sitzen 
kund  und  beschlossen,  der  Familie  des  Verblichenen  ein  Beileids- 
schreiben zu  übersenden.  Hierauf  teilte  der  Vorsitzende  mit,  daß 
zum  Vertreter  des  Kuratoriums  in  der  naturwissenschaftlichen 
Kommission  Herr  Kurator  Sanitätsrat  Med.  Dr.  A.  Fleischer 
gewählt  wurde.  Herr  F.  J.  Procházka  referierte  über  die 
Broschüre  Prof.  E.  W  e  i  n  s  c  h  e  n  k  s,  in  der  die  bestrittene  Echtheit 
der  im  vorigen  Jahre  angekauften  Moldavite  verteidigt  wird. 
Gleichzeitig  wurde  konstatiert,  daß  das  Museum  statt  der  Moldavite 
eine  Sammlung  wertvoller  Petrefakten  im  Gesamtwerte  von  150  K 
erworben  hat.  Nach  Verlesen  und  Erledigung  zahlreicher  Ein- 
laufe wurde  sodann  der  Tätigkeitsbericht  der  Mährischen  Museums- 
gesellschaft genehmigt.  Eine  eingehende  Debatte  entspann  sich 
über  die  Zuteilung  der  keramischen  Sammlung  zu  einer  der  Ab- 
teilungen des  Museums;  es  wurde  beschlossen,  diesbezüglich  später 
noch  weiter  zu  beraten.  Es  wurde  weiter  beschlossen,  die  Insekten- 
sammlung aus  den  bisherigen  Eäumen  in  jene  der  neu  aufzustel- 
lenden zoologischen  Abteilung  zu  übertragen;  in  dem  so  gewonnenen 
Räume  werden  einige  Gemälde  aufgestellt  werden.  Sodann  wurde 
von  den  Herren  Referenten  eine  Reihe  von  Gutachten  und  An- 
trägen an  den  Landesausschuß  und  die  Statthalterei  gestellt,  welche 
Gesuche  einzelner  Petenten  und  ganzer  Korporationen  betrafen. 
Zu  Konservatoren  wurden  wieder-  beziehungsweise  neu  ernannt: 
Ing.  J.  L.  Červinka  in  Kojetein;  Sanitätsrat  Med. -Dr.  K.  Ka- 
tholicky  in  Brunn  ;  Kaplan  A.  Kratochvíl  in  Popowitz  ; 
Prof.    Dr.    J.    V.    Novák    in  Prag.     Als  Mitglieder -wurden  auf- 


genommen:  A.  Adámek,  Landesbeamter;  C.  Černý,  k.  k.  Schul- 
rat; J.  Okraste k,  Lehrer;  Dr.  L.  Drexler,  k.  k.  Richter; 
Prof.  Th.  Stadler;  Eosa  Stein,  Private;  H.  Untersander, 
Fachlerer;  Y.  Vychodil,  Landesbeamter;  V.  Zedka,  Beamter; 
Prof.  J.  Zejda;  sämtliche  in  Brunn;  ferner  K.  Alb  recht, 
Kunstmaler  in  Znaim,  und  Prof.  Dr.  J.  M  a  c  k  ů  in  Prerau.  Für 
die  Sammlungen  spendeten:  Frau  H.  E  rlacher,  Güterschätzmeisters- 
witwe  in  Brunn,  Photographien;  Fachlehrer  K.  Fiala  in  Brunn 
Photographien;  Prof.  H.  Laus  in  Olmütz  Druckwerk;  Matice 
Moravská  in  Brunn,  Druckwerke  ;  F.  Scholz  in  Sternberg, 
2  Marmorstücke;   Ing.  A.   Wildt  in  Brunn  Herbarpflanzen. 

3.  Iülrato^iumssitzullg•  am  14.  März  1910. 

Der  Präsident,  Herr  Direktor  Dr.  Fr.  Kameniče k,  gedachte 
des  Ablebens  des  Konservators  der  Gesellschaft,  Herrn  Direktors 
Jos.  Hladík.  Nachdem  zahlreiche  Einlaufe  erledigt  wurden, 
wurden  der  Rechnungsabschluß  für  das  Jahr  1909  und  der  Vor- 
anschlag für  1911  genehmigt.  Die  Vollversammlung  wurde  auf 
den  24.  April  1.  J.  festgesetzt.  Weiter  wurde  die  Besetzung  der 
dritten  Kustosstelle  besprochen  und  ein  Entwurf  des  Konkurses 
angenommen.  Über  zahlreiche  Gesuche  an  den  Landesausschuß, 
insbesondere  auf  dem  Gebiete  der  bildenden  Künste,  wurden  Be- 
schlüsse gefaßt.  Als  ordentliche  Mitglieder  wurden  aufgenommen 
die  Herren:  Jurist  L.  Allerhand,  Professor  H.  Doležil,  Mag. 
pharm.  R.  Kselik,  Redakteur  A.  Melichar,  k.  k.  Assistent 
M.  Michálek,  k.  k.  Kanzelist  H.  Ostádal,  Hypothekenbank- 
beamter E.  Ruth,  Professor  Dr.  A.  Schachner,  Zahnarzt 
J.  Schneider,  Professor  St.  Sucháne  k,  sämtliche  in  Brunn  ; 
ferner  Lehrerin  Fräulein  M.  K  o  v  á  ř  in  Latein  und  Hypothekenbank- 
offizial  V.  Kubasek  in  Bilowitz.  Den  Sammlungen  haben 
gespendet:  Museums  verein  in  Olmütz  Zeitschrift  (Nr.  9 — 100) 
und  Kurator  Herr  Hans  Welzl  Manuskripte. 

4.  Kuratoriumssitzuiig  am  18.  April  1910. 

Nachdem  zahlreiche  Einlaufe  erledigt  wurden,  entspann  sich 
eine  Debatte  über  die  beabsichtigte  Reorganisation  des  Landes- 
museums und  der  Landesbibliothek;  es  wurde  ein  Komitee  gewählt, 
das    diese    Angelegenheit    einer    gründlichen    Untersuchung   unter - 

1* 


ziehen  und  konkrete  Anträge  stellen  wird.  Ferner  wurde  der 
Antrag  auf  die  Besetzung  einer  neuen  Dienerstelle  im  Landes- 
museum angenommen.  Herr  Kurator  Dr.  A.  Fischel  referierte 
über  einige  Kunstangelegenheiten,  Herr  Kurator  Prof.  J.  Šíma 
erstattete  Bericht  über  die  Erfordernisse  der  volkskundlichen  Ab- 
teilung. Herr  Kurator  Professor  Dr.  Fr.  Dvorský  hat  Gut- 
achten über  die  die  zoologische  Abteilung  betreffenden  Gesuche 
überreicht.  Die  Herren  Kustoden  referierten  über  das  Fortschreiten 
der  Arbeiten  in  den  Abteilungen.  Unter  den  Personalange- 
legenheiten ist  die  Beförderung  des  Direktors  der  Landes- 
bibliothek, Herrn  kais.  Rates  Dr.  W.  Schräm,  in  die  VI.  Rang- 
klasse hervorzuheben.  Zu  Konservatoren  wurden  ernannt  die 
Herren:  K.  Fiala,  Fachlehrer  in  Brunn;  E.  Moser,  Professor 
i.  P.  in  Graz;  A.  Orli  cek,  k.  k.  Statthalterei-Rechnungsrevident 
in  Brunn.  Als  Mitglieder  wurden  aufgenommen:  Frau  K.  Bažant, 
Ingenieursgattin;  Herr  L.  Böhm,  Fachlerer;  Herr  R.  Hauer, 
Sparkassaoflizial;  Herr  Dr.  J.  AVolf,  Arzt,  sämtliche  in  Brunn; 
ferner  Fräulein  M.  Fun  ti  cek,  Fachlehrerin  in  Sebrowitz;  Herr 
A.  Horák,  Kooperator  in  Schwarzkirchen;  Herr  G.  Musil, 
Lehrer  in  Hussowitz.  Den  Sammlungen  haben  gespendet:  Herr 
Professor  Em.  Bayer  in  Brunn  Separatabdruck;  Herr  General- 
direktor Fr.  P  o  1  e  d  n  a  -  V 1  k  o  v  s  k  ý  in  Wladiwostok  ethnogra- 
phische Gegenstände;  Herr  Revierförster  J.  Weidmann  in 
Niklowitz  einen  Habicht. 

5.  Vollversammlung  am  2i.  April  1910. 

Der  Vorsitzende,  Herr  Direktor  Dr.  Fr.  Kameníce k,  wid- 
wete  den  im  letzten  Jahre  verstorbenen  Mitgliedern,  darunter  den 
Herren  Franz  Engel  mann  in  Brunn,  Reichsritter  Fr  aas  von 
Friedenfei  dt  in  Znaim,  Herrenhausmitglied  Emanuel  Ritter 
v.  Proskowetz  in  Kwassitz,  Hofrat  R  e  g  n  er  Ritter  v.  B 1  e  y- 
leben  in  Brunn  und  Schriftsteller  Eugen  Schick  in  Brunn 
einen  kurzen  Nachruf,  den  die  Versammlung  stehend  anhörte. 
Aus  den  Berichten  wären  die  verschiedenen  Änderungen  in  der 
Organisation  des  Betriebes  der  Gesellschaft  hervorzuheben.  Das 
Kuratorium  hat  sich  nicht  allein  im  Rahmen  des  eigenen  Museums- 
interesses gehalten,  es  interessierte  sich  auch  für  zahlreiche  Angele- 
genheiten des  ganzen  Landes,  ja  es  kann  gesagt  werden,  daß  durch 
seine  Hände  alle  wichtigen  Kulturangelegenheiten  des  Landes  Mähren 


gingen;  in  bezug  auf  diese  war  das  Kuratorium  sozusagen  ein  Beirat 
des  Landesausschusses,  welchem  die  Gutachten  und  die  Anträge 
übergeben  wurden.  Eine  weitere  Tätigkeit  widmete  das  Kuratorium 
der  Aufgabe,  durch  wissenschaftliche  Vorträge  bildend  einzuwirken. 
Der  Besuch  des  Museums  war  im  Berichtsjahre,  trotzdem  er  durch 
Übersiedlungsarbeiten  durch  längere  Zeit  unterbrochen  werden 
mußte,  sehr  bedeutend.  Die  Besucherzahl  betrug  37.398  Personen, 
also  um  1705  mehr  als  im  Jahre  1908.  Zu  Studienzwecken  be- 
suchte die  Sammlungen  eine  ansehnliche  Zahl  von  Forschern  des 
In-  und  Auslandes,  aber  auch  Schulen  von  hier  und  auswärts. 
Das  Kuratorium  erledigte  die  umfangreichen  Agenden  in  neun 
Sitzungen.  Die  Mitgliederanzahl  betrug  Ende  1908  800,  neu  hinzu- 
gekommen im  Jahre  1909  sind  81,  ausgetreten  35,  daher  kommen 
im  Jahre  1909  46  Mitglieder  hinzu  und  es  ergab  sich  Ende  1909 
eine  Mitgliederanzahl  von  846.  Die  Landesbibliothek  wurde  im 
Jahre  1909  von  21.237  Personen  besucht,  während  die  Frequenz 
des  Jahres  1908  nur  16.420  Personen  betrug.  Nach  Hause  wurden 
5367  Bände  verliehen,  überdies  612  Bände  nach  auswärts  (nach 
52  Orten)  versendet.  Eine  wesentliche  Vermehrung  erfuhren  auch 
die  verschiedenen  Sammlungen  des  Museums.  Die  Rechnung  über 
das  Jahr  1908  schließt  mit  einem  Betrage  von  64.385  K  ab, 
davon  betrugen  die  Einnahmen  des  Landesmuseums  47.253  K  (mit 
33.887  K  Landes-  und  6800  K  Staatssubventionen),  jene  der  Bi- 
bliothek, fast  ausschließlich  Subventionen,  17.131  K.  Die  Einnahmen 
wurden  zur  Gänze  für  jede  der  beiden  Abteilungen  aufgebraucht,«- 
außerdem  aber  verausgabte  die  Landeskassa  für  Zwecke  des  Mu- 
seums 48.268  Ä',  für  die  Bibliothek  19.345  Ä",  wovon  ein  sehr 
großer  Teil  auf  Gehalt  entfiel.  Der  Voranschlag  des  Museums 
schließt  mit  einem  Erfordernisse  von  94.000  K,  von  dem  81.000  K 
zur  Bedeckung  durch  die  Landeskassa  in  Aussicht  genommen  sind, 
den  budgetierten  Ausgaben  der  Bibliothek  rund  38.760  K  stehen 
ordentliche  Einnahmen  im  Betrage  von  6820  K  gegenüber.  Den 
Bericht  der  Rechnungsprüfer  erstattete  Herr  Landeskulturrats- 
sekretär kais.  Rat  M  á  s  a,  dessen  Antrag  auf  Erteilung  der  Ent- 
lastung an  die  Rechnungsleger  angenommen  wurde.  Herr  Schulrat 
Rypáček  beantragte  unter  Zustimmung  der  Versammlung  den 
Ausdruck  des  Dankes  an  das  Kuratorium.  Mit  der  Mitteilung, 
daß  der  Landesausschuß  das  Kuratorium  zur  Einbringung  von 
Vorschlägen    wegen    Änderung    der    Satzungen    der    Gesellschaft 


dahin,  daß  das  Land  auf  die  Leitung  der  Gesellschaft  mehr  Einfluß 
erlange,  aufgefordert  habe  und  daß  mit  den  Vorarbeiten  zu  dieser 
Satzungsänderung  ein  eigenes  Komitee,  bestehend  aus  den  Herren 
Landtagsabgeordneten  Dr.  F  i  s  c  h  e  1,  Reichsratsabgeordneten 
Dr.  B  u  1  i  n,  Direktor  Dr.  Kamen  íček  und  den  Kustoden  des 
Landesmuseums,  sich  befasse,  schloß  der  Präsident  die  Versammlung. 

6.  Kuratoriiiiiissitzuiig  am  30.  Mai  1910. 

Eine  namhafte  Bereicherung  der  Museumssammlungen  durch 
Ankäufe  und  Geschenke  wurde  in  Aussicht  gestellt.  Die  volks- 
kundliche Abteilung  wird  durch  die  Gründung  eines  Phonogramm- 
Archivs,  über  welches  Herr  Konservator  Professor  J.  Götz  einen 
ausführlichen  Bericht  erstattete,  erweitert  werden.  Die  Kommission 
zur  naturwissenschaftlichen  Durchforschung  Mährens  hat  beschlossen, 
eine  geologische  Karte  Mährens  von  Professor  Dr.  J.  J.  J  a  h  n  heraus- 
zugeben. Der  Direktor  der  Landesbibliothek,  Herr  Dr.  W.  Schräm, 
und  der  Skriptur,  Herr  Dr.  H.  Jarní  k,  referierten  über  die 
Sitzung  des  Bibliothekskomitees,  in  welcher  Anträge  über  die  Be- 
setzung einer  Dienerstelle  und  über  einige  Bibliotheksangelegen- 
heiten gestellt  wurden.  Eine  längere  Debatte  entspann  sich  über 
die  Frage  der  Übergabe  von  Vereinsbibliotheken  an  die  Landes - 
bibliothek  zur  öffentlichen  Benützung.  Weiter  wurden  die  Urlaube 
der  Beamten  erledigt  und  zum  Schlüsse  der  Sitzung  einige  Personal- 
angelegenheiten besprochen.  Zu  Konservatoren  wurden  auf  weitere 
3  Jahre  ernannt  die  Herren:  Dr.  G.  Navrátil,  Landesarchivar 
in  Brunn;  F.  V.  Peřinka,  k.  k.  Steueroflizial  und  Schriftsteller 
in  Kremsier  ;  Ignaz  Z  h  á  n  ě  1,  Pfarrer  in  Strutz  ;  neu  wurde  der 
Herr  Fachlehrer  Leopold  Böhm  in  Brunn  ernannt.  Als  Mitglieder 
wurden  aufgenommen:  Herr  F.  Fitzga,  Hochschüler;  Herr 
G.  Ho  linka,  Landesoffizial  ;  Herr  "W.  Jelinek,  Beamter;  Herr 
A.  Künl,  Landesingenieur;  Fräulein  O.  Lein,  Private;  Herr 
K.  Schubert,  Landesoffizial  ;  Herr  Fr.  Schuster,  Landes- 
offizial; Herr  O.  Švéda,  Ingenieur;  Herr  G.  W  o  1  f,  k.  u.  k.  Haupt- 
mann; sämtliche  in  Brunn.  Den  Sammlungen  haben  gespendet: 
Herr  Fr.  C  o  k  a,  Lehrer  in  Wischau,  Publikationen  ;  Herr  J.  Dostál, 
Lehrer  in  Rampersdorf,  einen  Vogel;  Herr  Professor  J.  Götz  in 
Brunn  28  Publikationen;  Herr  V.  Kuťak,  Fachlehrer  in  Lodž 
(Böhmen),  Pflanzen;  Herr  K.  Landrock,  Fachlehrer  in  Brunn, 
2  Kartons  mit  mährischen  Dipteren;  Frau  M.  Leitner,  Private  in 


Brunn,  geschriebenes  Kochbuch;  Herr  St.  Lie  bau  er,  Lehrer  in 
Chwalkowitz,  Pflanzen;  Herr  Professor  Dr.  J.  Po  dp  ira  in  Brunn 
Pflanzen;  Herr  Hochschulprofessor  A.  Rzehak  in  Brunn  4  Stück 
Baryt  von  Schebetein  ;  Herr  Ing.  A.  W  i  1  d  t  in  Brunn  Publikationen. 

7.  Kuratoriumssitzuiig  am  10.  Oktober  1910. 

Der  bedenkliche  bauliche  Zustand  des  Museums  wurde  ein- 
gehend besprochen  und  beschlossen,  die  Sammlungen  aus  Sicherheits- 
gründen und  um  die  nötigen  Bauherstellungen  durchführen  zu 
können,  für  so  lange  zu  schließen,  bis  der  Landesausschuß  weitere 
Verfügungen  getroffen  haben  wird.  Angekauft  wurde  eine  wertvolle 
Fossiliensammlung  des  verstorbenen  Straßenmeisters  Hu  da  in  Kutten- 
berg. Der  Direktor  der  Landesbibliothek,  Herr  Dr.  W.  Schräm, 
referierte  über  einige  Beschlüsse  der  Bibliothekskommission,  be- 
treffend Einrichtungen  und  Personalangelegenheiten  in  der  Bi- 
bliothek. Die  Beschlüsse  wurden  vom  Kuratorium  genehmigt.  Des 
weiteren  wurde  die  Notwendigkeit  einer  baldigen  Besetzung  der 
Dienerstellen  im  Museum  und  der  Landesbibliothek  erörtert  und 
die  Konkursausschreibung  für  die  durch  das  Ableben  erledigte 
Stelle  eines  Präparators  entworfen.  Weiter  wurde  beantragt,  für 
die  Landesgalerie  einige  Gemälde  anzukaufen;  schließlich  wurden 
Gesuche  um  Subventionen  begutachtet.  Zum  Konservator  der 
Mährischen  Museumsgesellschaft  wurde  Herr  F.  Meindel,  Gas- 
anstaltsbeamter i.  P.  in  Brunn,  ernannt.  Als  Mitglieder  wurden 
aufgenommen:  Herr  F.  Jurda,  Kassenbeamter;  Herr  J.  Kar- 
ličky, techn.  Beamter;  Herr  K.  Kubeš,  Zeichner  des  landes- 
kulturtechnischen Amtes;  Herr  E.  Meloun,  Lehrer;  Herr  Dr. 
W.  Mlčoch,  k.  k.  Bezirkskommissär  ;  Herr  R.  P  e  1  í  š  e  k, 
k.  k.  Übungsschullehrer;  Herr  A.  Pospíšil,  Offizial  der  Hypo- 
thekenbank; Herr  Dr.  K.  Zebo,  k.  k.  Finanzkommissär;  sämtliche 
in  Brunn;  ferner  Bibliothek  des  Prämonstratenserstiftes  in  Neureisch; 
Herr  L.  Kožušníček,  Redakteur  in  Königsfeld;  Herr  Dr. 
F.  M  u  r  y  c,  k.  k.  Richter  in  Seelowitz,  und  Herr  Dr.  F.  Zahrad- 
níček, Distriktsarzt  in  Olschan.  Für  die  Museumssammlungen 
spendeten  :  Herr  K.  A  u  1  e  c  1  a,  Photograph  in  Brunn,  10  Diapositive  ; 
Herr  K.  Bli  ms  rider  in  Brunn  landw.  Zeitschrift  1843  ;  Herr  J. 
Haupt,  Photograph  in  Iglau,  2  Pulverbüchsen;  Herr  F.  Kra- 
tochvíl in  Hussowitz  2  Urnen;  Herr  K.Malý,  Oberlehrer  in 
Březník,  paläontologische  Objekte  ;  Herr  E.  P  a  n  e  k  in  Segen-Gottes, 


Petrefakten;  Herr  F.  Schenk,  Schulleiter  in  Wenzelsdorf,  Herbar- 
pflanzen;  Herr  Professor  Dr.  F.  Dvorský  in  Brunn  Mineralien. 

8.  Kuratorinnissitzung  am  14.  November  1910. 

Herr    Professor    J.    Šíma    resigniert    auf   das    Amt     eines 
Kurators;    an  seine   Stelle  wurde   der  bisherige  Ersatzmann    Herr 
Professor  Dr.  H.  Traub  ins  Kuratorium  einberufen.     Das  Kura- 
torium bedauert  das  Ausscheiden  des  Herrn  Professors  Šíma  und 
dankt  ihm  für   seine  ernsten  und  erfolgreichen,   dem  Interesse  des 
Museums    gewidmeten    Bestrebungen.     Der    Landesoberbaumeister, 
Herr  J.  Utíkal  berichtete  eingehend  über  den  Zustand  des  Museums- 
gebäudes.    Das  Kuratorium  nahm  mit  Befriedigung  zur  Kenntnis, 
daß    nach    einer    genauen    Untersuchung   der   Ursachen  der  einge- 
tretenen Senkung  des  Gebäudes  und  nach  deren  Beseitigung  durch 
Herstellung  einer  guten  Kanalisation  und  Verstärkung  des  Grundes 
dem  Gebäude  keine  Gefahr  droht,   und  daß  es  nach  Durchführung 
weiterer  Herstellungen,  so  insbesondere  nach  Verputzen  der  Sprünge, 
bald  möglich  sein  wird,   die  Sammlungen  dem  Publikum  wieder  zu- 
gänglich   zu    machen.     Der  Vorsitzende   dankte   dem  Herrn  Ober- 
baumeister   für    seinen   ausführlichen   und  klaren   Bericht  und  für 
seine  aufopfernde  Bemühung  um  das  Museumsgebäude.  Der  Konkurs- 
termin für  die  Besetzung  der  Laborantenstelle  am  Landesmuseum 
endet  am  20.  d.  M..     Zur  Begutachtung  der  eingelangten  Gesuche 
und  Erstattung  des  Vorschlages  an  den  Landesausschuß  wurde  eine 
aus   Fachleuten   bestehende    Kommission    gewählt.     Weiter  wurde 
dem  Landesausschuß    das  Gesuch    der  Witwe   nach   dem  früheren 
Museumslaboranten  um  eine  Unterstützung  empfohlen.    Dem  „Klub 
přátel  umění"  in  Brunn  wurde  die  Reproduktion  einiger  Bilder  der 
Landesgalerie  gestattet.  Schließlich  wurden  noch  einige  kleinere  An- 
schaffungen im  Landesmuseum  und  der  Landesbibliothek  besprochen. 
Als    Mitglieder    wurden    aufgenommen:    Herr    Johann  Chlubny, 
Bautechniker;  Frl.  Sophie  Jer  z  ab  ek,  Lyzeallehrerin;  Herr  Gustav 
Kl  in  g  er,  stud.  ing.;  Herr  F.  Kvèton,  k.  k.  Professor;  Kollegium 
der  Redemptoristen:  Herr  Karl  R  i  e  g  e  r,  k.  k.  Professor;  Herr  Rud. 
S  o  m  m  e  r,  Chemiker;  Herr  J.  V  e  s  e  1  s  k  y,  k.  k.  Gymnasialprofessor; 
sämtliche  in  Brunn;  Frl.  Olga  Doukoupil,  Fachlehrerin  in  Se- 
browitz;   Herr  Franz   Štěpánek,    Katechet  in  Rossitz.     Für  die 
Museumssammlung   spendete  Herr  Johann  Knie  s,  Oberlehrer  in 
Sloup,  eine  Abschrift  der  Privilegien  des  Marktes  Doubrawitz. 


Mährische  Barytvorkoinmnisse  und  ihre  Genesis. 

Von  Prof.  A.    Rzehak,  Brunn. 
(Mit  2  Textfiguren.) 


I.  Infiltrationen  in  Sedimentgesteinen. 

Hierher  reebne  ich  die  Vorkommnisse  von  einzelnen  Baryt- 
kristallen oder  von  Kristalldrusen  in  Hohlräumen  unzweifelhafter 
Sedimentgesteine.  Solche  Vorkommnisse  sind  in  Mähren  selten 
und  es  ist  auch  ihre  Genesis  nicht  immer  leicht  zu  ermitteln,  da 
es  sich  sowohl  um  direkte  Ausscheidungen  aus  Wässern,  die 
BaS04  gelöst  enthalten,  als  auch  um  Ausfällungen  des  genannten 
Sulfats  durch  Wechselzersetzung  handeln  kann.  Deshalb  sehe  ich 
auch  dayon  ab,  ob  die  Baryumlösung  durch  Auslaugung  des  Neben- 
gesteins („Lateralsekretion")  entstanden  ist  oder  nicht.  Im  letzteren 
Falle  ist  eine  Zufuhr  aus  dem  Hangenden  oder  aus  dem  Liegenden 
möglich,  wobei  selbstverständlich  die  „aufsteigenden"  baryumhaltigen 
Wässer  durchaus  nicht  immer  juvenilen  Ursprungs  sein  müssen. 

Die  direkte  Ausscheidung  aus  der  Lösung  ist  für  verschiedene 
Vorkommnisse  als  sehr  wahrscheinlich  angenommen  worden,  da  einer- 
seits die  Löslichkeit  des  natürlichen  Baryumsulfats  an  sich  merklich 
größer  ist  als  die  des  auf  künstlichem  Wege  gefällten,  anderseits 
wiederum  eine  Löslichkeitsverminderung  sehr  leicht  (z.  B.  durch 
teilweise  Verdunstung,  durch  das  Entweichen  von  Kohlendioxyd  usw.) 
eintreten  kann.  Auf  die  außerordentlich  weite  Verbreitung  des 
Baryums  in  Gesteinen  und  Wässern  hat  R.  D  e  1  k  e  s  k  a  m  p  in 
mehreren  Publikationen  (so  z.  B.  in  der  Zeitschrift  f.  prakt.  Geo- 
logie 1902,  S.  117  ff.)  aufmerksam  gemacht,  nachdem  Breithaupt 


10 


und  San  db  erger  schon  vor  vielen  Jahren  das  seither  vielfach 
bestätigte  Vorkommen  von  Baryum  in  einigen  der  häufigsten  Silikate 
(Orthoklas,  Muskowit)  nachgewiesen  haben.  A.  F.  H  o  1 1  e  m  a  n  n 
hat  (Zeitschr.  f.  physik.  Chemie,  12.  Bd.,  1893,  S.  125  ff.)  überdies 
durch  Versuche,  die  etwas  später  von  F.  W.  Küster  (Zeitschr. 
f.  anorg.  Chemie,  12.  Bd.,  1896,  S.  261  ff.)  bestätigt  worden  sind, 
gezeigt,  daß  die  Löslichkeit  des  Baryumsulfats  und  Baryumkarbonats 
im  Wasser  mit  der  Temperatur  merklich  zunimmt.  Da  wir  bei 
den  in  Rede  stehenden  chemischen  Prozessen  wegen  der  tiefen 
liage  der  Schichten  ohne  weiteres  mit  erhöhten  (wenn  auch  nicht 
hohenj  Temperaturen  rechnen  können,  so  hat  auch  das  Auftreten 
von  Barytausscheidungen  in  Sedimenten,  die  kristallinischen  (ins- 
besondere granitischen)  Detritus  enthalten,  gar  nichts  Auffallendes 
an  sich,  so  lange  die  Menge  des  ausgeschiedenen  Baryumsulfats 
nur  eine  geringe  ist.  Anreicherungen  zu  zusammenhängenden 
Schichten  oder  zu  Konkretionen,  sowie  Vorkomnisse,  in  denen  der 
Baryt  die  Rolle  des  Bindemittels  spielt,  sind  mir  aus  den  sedimen- 
tären Formationen  Mährens  nicht  bekannt. 

1.  In  der  Steinkohlenformation  von  Kossitz  bei  Brunn. 

Schon  VV.  Helmhacker  erwähnt  in  seiner  im  Jahre  1867  im 
„Jahrbuch  d.  k.  k.  geolog.  Reichsanstalt"  erschienenen  Studie  über 
„Mineralspezies,  welche  in  der  Rossitz -Oslawaner  Steinkohlen- 
formation vorkommen"  auch  das  nicht  seltene  Auftreten  von 
Barytkristallen  auf  den  Klüften  der  Gesteine,  welche  die  Ros- 
sitzer  Steinkohlenflöze  begleiten.  Im  Antonsschacht  zu  Zbeschau 
fand  sich  Baryt  als  Ausfüllung  einer  7  mm  breiten  Kluft  in  grauem, 
Pflanzenreste  führenden  Schieferton  unmittelbar  ober  der  Unterbank 
des  dortigen  Flözes  (Liegendflöz).  Es  wurden  auch  kleine,  bei  im»i 
lange  und  2  mm  breite  Kristalle  der  Form:  P  oo  2  .  oo  Pœ.Pœ 
beobachtet,  welche  mit  der  Fläche  œ  Pco  parallel  zu  den  Kluft- 
wänden gelagert  waren.  In  Padochau  wurde  Baryt  hauptsächlich 
im  unmittelbaren  Hangenden  des  ersten  Flözes  (Hangendflöz)  be- 
obachtet, und  zwar  in  Klüften  des  harten,  feinkörnigen  Sandsteins. 
Die  Kluftwände  waren  zunächst  mit  Drusen  winziger  Pyritkristalle 
überzogen;  auf  dem  Pyritüberzug  saßen  bis  4  mm  lange  und  2  mm 
lange  und  2  mm  breite  Barytkristalle  von  der  Form  rektangulärer 
Tafeln,  die  von  den  Flächen  oo  P  56  .  oo  P  2  .  P  So  begrenzt  er- 
schienen.    Mitunter  häufen  sich  auch  die  Barytkristalle  zu  Drusen 


11 

an  oder  verwachsen  zu  einer  kompakten,  kristallinischen  Platte, 
welche  die  Kluft  ausfüllt. 

Im  Franziskaschacht  von  Padochau  wurden  verhältnismäßig 
große  Barytkristalle  (nach  Helmhacker  bis  5  cm  lang  und 
1*5  cm  breit)  hart  am  Hangenden  des  ersten  Flözes  gefunden, 
teils  umgeben,  teils  durchsetzt  von  durch  Kohlenpartikel  verun- 
reinigtem Markasit  und  vielleicht  auch  Magnetkies.  Die  Kristalle 
sind  nicht  selten  an  beiden  Enden  ausgebildet,  säulenförmig  mit 
den  Flächen  :  Pc6.coPo6.Pö>.P.oo  P  2  .  co  P  4  und  erschei- 
nen nach  der  Brachy  diagonale  verlängert;  einzelne  Flächen  sind 
durch  oszillatorische  Kombination  gestreift.  Durch  Zersetzung  des 
Markasits  werden  die  Kristalle  ziemlich  rasch  zerstört. 

Helmhacker  bemerkt,  daß  an  den  zuletzt  beschriebenen 
Kristallen  und  zum  Teil  auch  in  ihnen  Kohlenpartikel  vorkommen. 
Nach  den  mir  vorliegenden,  aus  einer  späteren  Zeit  stammenden 
Belegstücken  tritt  der  Baryt  in  den  Padochauer  Gruben  auch 
innerhalb  der  Kohle  selbst  auf,  und  zwar  in  Klüften,  die  zuni  Teil 
zu  großen  Hohlräumen  erweitert  und  mit  Drusen  kleiner,  farbloser, 
säulenförmiger  Kalzitkristalle  (ein  sehr  spitzes  Rhomboëder  mit 
einem  flachen  Skalenoëder)  überzogen  sind.  Sehr  untergeordnet 
tritt  auch  Pyrit  oder  Markasit  in  winzigen,  zu  Drusen  angehäuften 
Kristallenen  auf.  Die  weißen  bis  wasserhellen  Barytkristalle  er- 
reichen selten  mehr  als  8  mm  Länge  und  zeigen  zweierlei  ver- 
schiedene Formen,  nämlich:  flache  Säulen,  die  wesentlich  von  den 
Pinakoiden  begrenzt  sind,  und  die  bekannten  „meißeiförmigen" 
Gestalten;  sie  sind  nicht  selten  an  beiden  Enden  ausgebildet.  Eisen- 
kies als  Einschluß  der  Barytkristalle  wurde  nicht  beobachtet,  wohl 
aber  erscheint  der  Kalzit  teilweise  von  Baryt  umwachsen,  erweist 
sich  also  als  eine  ältere  Bildung. 

Bemerkenswert  ist  der  Umstand,  daß  die  Unterlage  der  Kalzit- 
drusen von  chalzedonähnlichem  Quarz  gebildet  wird;  auch  die 
Kohle  ist  von  kieseligen  Adern,  die  sich  nur  zum  Teil  in  das 
anhängende  Nebengestein  (grauer,  feinglimmeriger  Tonmergelschiefer) 
fortsetzen,  reichlich  durchzogen.  Innerhalb  dieser  Kieseladern  und 
auf  Klüften  derselben  erscheint  nicht  selten  Pyrit  in  dünnen, 
kristallinischen  Schnüren  oder  als  zarter  Anflug.  Die  Ausscheidungs- 
folge der  beobachteten  Mineralien  ist  demnach:  Chalzedonartiger 
Quarz,  Kalzit  und  Eisenkies,  Baryt.  Der  letztere  hat  sich  entweder 
direkt  aus  seiner  Lösung  oder  durch  Ausfällung  des  Baryumsulfats 


12 

aus  einer  andern  Baryumsalzlösung  durch  freie  Schwefelsäure 
oder  Eisensulfat,  die  beide  aus  dem  vorhandenen  Eisenkies  ent- 
stehen konnten,  abgeschieden.  Da  es  sich  nur  um  sehr  geringe  Menge 
von  Baryt  handelt,  so  kann  das  Baryum  wohl  auf  die  Auslaugung 
des  Nebengesteins  zurückgeführt  werden.  Es  muß  hierbei  nicht 
unbedingt  aus  dem  Hangenden  stammen,  denn  bei  der  ziemlich 
steilen  Lagerung  der  Flöze  —  namentlich  in  den  tieferen  Sohlen  — 
können  die  oben  angeführten  Mineralien  auch  aus  dem  Liegenden 
durch  v  a  d  o  s  e  Wässer  ausgelaugt  und  in  das  erste  Flöz,  bezie- 
hungsweise bis  in  das  Hangende  dieses  Flötzes  infiltriert  worden 
sein.  Selbstverständlich  ist  die  Herkunft  desBaryums  aus  dem  Hangen- 
den des  ersten  Flözes  ebenfalls  möglich  und  mit  Rücksicht  auf  das  im 
nächsten  Abschnitte  beschriebene  Vorkommen  sogar  wahrscheinlich. 

2.  Permokarbon  von  Rzeznowitz. 

Der  Ort  Rzeznowitz  liegt  ungefähr  4  km  nördlich  von  der 
Stadt  Mähr.-Kromau  in  einem  wesentlich  aus  groben  Konglomeraten 
und  mürben  Sandsteinen  zusammengesetzten  Gebiete.  F.  E.  S  u  e  ß 
hat  diese  Gesteine  auf  dem  von  ihm  aufgenommenen  geologischen 
Kartenblatte  Trebitsch — Mähr.-Kromau  als  Oberkarbon  be- 
zeichnet. Da  in  den  diesen  Gesteinen  eingeschalteten  Brand- 
schiefern auch  einzelne  Fossilreste  vorkommen,  die  mehr  auf  Perm 
als  auf  das  eigentliche  Karbon  deuten,  so  ziehe  ich  es  vor,  für 
die  in  Rede  stehenden  Ablagerungen  den  schon  auf  der  geologischen 
Karte  von  Makowsky-Rzehak  (1884)  benutzten  Ausdruck 
„  Permokarbon"  beizubehalten. 

Die  zum  Teil  als  Arkosen  entwickelten  Sandsteine  werden 
in  der  Nähe  von  Rzeznowitz  zu  Bauzwecken  gewonnen  und  sind 
in  einem  Steinbruche  gut  aufgeschlosssen.  In  diesem  Steinbruche 
entdeckte  Heir  Dr.  E.  Burkart,  Buchdruckereibesitzer  in  Brunn, 
auf  Klüften  des  gelbgrauen  bis  rötlichgrauen,  feinkörnigen  Sand- 
steins kristallinische,  dendritisch  verzweigte  Ausscheidungen  eines 
hellbräunlich  gefärbten  Minerals,  welches  sich  bei  näherer  Unter- 
suchung als  Baryt  zu  erkennen  gab.  Die  Platten  erreichen  nur 
wenige  Millimeter  Dicke  und  erweisen  sich  unter  der  Lupe  als 
Aggregate  zarter,  nadeiförmiger  Kristalle.  Hie  und  da  sind  auf 
dem  Sandstein  auch  isolierte,  kleine,  säulenförmige  Kristalle  zu 
beobachten;  von  den  gewöhnlichen  Begleitmineralien  des  Baryts 
ist  jedoch  merkwürdigerweise  keine  Spur  zu  sehen. 


13 

Bei  diesen  Vorkommnissen  dürfte  es  sich  wohl  um  eine 
Infiltration  aus  dem  Nebengestein  (Lateralsekretion)  handeln.  Die 
Sandsteine  sind,  wie  bemerkt  wurde,  häufig  als  Arkosen  zu  be- 
zeichnen und  wenn  auch  in  gewissen  Lagen  die  darin  reichlich 
eingestreuten  Feldspatkörner  sehr  frisch  aussehen,  so  gibt  es  doch 
anderseits  auch  solche,  deren  Feldspate  ganz  zersetzt  (kaolinisiert) 
erscheinen;  solchen  zersetzten  Feldspaten  mag  das  in  den  Klüften 
als  Sulfat  abgelagerte   Baryum  entstammen. 

3.  Im  „Karpathensaiidstein"  von  Chorin, 
Bezirk  Wall.-Meseritsck. 

In  den  „Mitteilungen  der  k.  k.  mähr.-schles.  Gesellschaft  zur 
Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landeskunde"  vom 
Jahre  1825  (VIII.  Bd.,  S.  175)  beschreibt  W.  Hruschka  ein 
von  ihm  entdecktes  Vorkommen  von  „Coelestin"  im  Sandstein  von 
Chorin.  F.  A.  Kolenati  erwähnt  („Die  Mineralien  Mährens 
und  Österr -Schlesiens",  Brunn  1854,  S.  21)  dieses  Vorkommen 
ebenfalls,  gibt  aber  (ib.  S.  22)  von  derselben  Fundstelle  (Berg 
„Opiesl",  auf  der  Generalstabskarte  1  :  75.000  nicht  verzeichnet) 
auch  bläulichweißen  Baryt  an.  Ein  als  „Coelestin"  bezeichnetes 
Belegstück  Kolenatis  befindet  sich  noch  in  der  Mineralien- 
sammlung der  k.  k.  technischen  Hochschule  in  Brunn.  Der  ver- 
meintliche Coelestin  erwies  sich  jedoch  bei  näherer  Untersuchung 
als  Bary  t,  wie  bereits  von  Prof.  Dr.  F.  Slavík  (Zur  Mineralogie 
von  Mähren;  Zentralbl.  f.  Min.  etc.,  1904,  S.  359;  nach  Mitteilung 
des  Autors  heißt  Kolenatis  „Opiesl "-Berg  richtig  „Oplzlý  vrch") 
bemerkt  wurde. 

Die  Barytkristalle  kommen  hier  nur  vereinzelt  auf  Drusen 
von  farblosem  bis  gelblichem  Kalzit  vor;  eine  Anhäufung  derselben 
zu  förmlichen  Drusen,  wie  sie  Kolenati  und  nach  ihm  auch 
V.  v.  Z  e  p  h  a  r  o  v  i  c  h  (Mineralog.  Lexikon  f.  d.  Kaisertum  Öster- 
reich, I,  1859,  S.  118)  erwähnt,  ist  auf  den  mir  vorliegenden 
Belegstücken  nicht  zu  sehen.  Die  aus  neuerer  Zeit  stammenden, 
in  der  Mineraliensammlung  des  mährischen  Landesmuseums  auf- 
bewahrten und  als  „Baryt"  bezeichneten  weingelben  Kristalldrusen 
von  Chorin  sind  schon  an  ihrer  Kristallform  leicht  als  Kalzit  zu 
erkennen;  ich  konnte  an  den  beiden  Stücken  der  genannten  Sammlung 
nicht  einen  einzigen  Barytkristall  auffinden.  Auch  das  Vorkommen 
von  derbem,  bläulichweißem  Baryt  als  Ausfüllungsmasse  von  Klüften 


14 

kann  ich  nach  dem  mir  derzeit  bekannten  Material  nicht  als 
zweifellos  sichergestellt  bezeichnen. 

Die  Barytkristalle  von  Chorin  sind  säulenförmig,  zumeist 
ganz  farblos  und  Wasserball,  seltener  etwas  gelblich.  Sie  besitzen 
einen  sehr  lebhaften  Glasglanz  und  zeichnen  sich  durch  die  oft 
sehr  schön  ausgebildete  hexagonale  PseudoSymmetrie  aus.  Nach 
F.  Slavík  (loc.  cit.)  herrscht  (102)  vor,  außerdem  treten  noch 
(011),  (110),  (001),  (010),  (100)  und  (111)  auf. 

Auch  hier  handelt  es  sich  wohl  um  Ausscheidungen  aus 
Lösungen,  deren  Kalzium-  und  Baryumgehalt  dem  Nebengestein 
entstammt,  also  um  eine  „Lateralsekretion''. 

iL  Infiltration  in  Eruptivgesteinen. 

Neutitschein. 

Neutitschein  wird  als  Barytfundort  schon  von  Dr.  J.  Me  lion 
in  seiner  Artikelserie:  „Über  die  Mineralien  Mährens  und  österr.- 
Schlesiens"  (Mitteil.  d.  k.  k.  mähr.-schl.  Gesellschaft  usw.,  1855, 
S.  189)  erwähnt.  J.  Sapetza  hat  dann  etwas  später  in  seinen 
„Geognost.  und  mineralog.  Notizen  aus  der  Umgebung  von  Neutit- 
schein" (Verhandl.  d.  Naturf.  in  Brunn,  III.  Bd.  1864,  S.  22)  den 
sogenannten  „Gimpelberg"  bei  Blauendorf1)  (auf  der  Generalstabs- 
karte 1  :  75.000  nicht  verzeichnet)  als  Fundstätte  angegeben  und 
Belegstücke  des  Vorkommens  an  den  „Werner-Verein"  und  „Natur- 
forschenden Verein  in  Brunn"  eingesandt. 

Der  Gimpelberg  bildet  die  höchste  Erhebung  der  nördlichen 
Fortsetzung  des  Hotzendorfer  Höhenzuges  und  besteht  aus  Pikrit 
(von  J.  Sapetza  als  Basalt  bezeichnet),  der  durch  Einschlüsse 
von  idiomorphem  Olivin  ausgezeichnet  ist.  Als  sekundäre  Aus- 
scheidungen (Sekretionen)  treten  in  diesem  Gestein  Kalzit,  Chalzedon 
und  Achat  auf;  der  meist  stengelige  Kalzit  wird  von  Quarzdrusen 
bedeckt,  die  auf  der  Unterseite  Abdrücke  von  Kalzitkristallen  er- 
kennen lassen.  Auf  den  Quarzkristallen  und  in  diese  zum  Teil 
eindringend  sitzen  mitunter  kleine,  tafelförmige  Barvtkristalle;  sie 
sind   nach   dem   in   der   Sammlung  des   Herrn  Dr.  Ed.  Burkart 


'i  In  dem  Werke:  „Mikroskop.  Physiographie  der  massigen  Gesteine"  von 
H.  Rosenbus  eh.  -4.  Aufl.,  II.  Bd.,  S.  1332,  ist  der  Name  Gimpelberg  in 
„Gümbelberg"  umgewandelt;  diese  Veränderung  beruht  wohl  nur  auf  einem 
Schreibfehler. 


15 

in  Brunn  (ursprünglich  in  der  Sammlung  des  „Naturforschenden 
Vereins")  befindlichen  Belegstücke  (es  ist  dies  ohne  Zweifel  eines 
der  Originalfundstücke  Sapetzas)  weiß,  von  rektangulärem  Typus 
und  besitzen  rauhe,  korrodierte  Flächen.  Nach  J.  Sapetza  tritt 
der  Baryt  auf  dem  Gimpelberge  in  Kristallen  seltener  auf;  häufiger 
findet  er  sich  „in  individualisierten  Stücken",  doch  liegen  mir 
Belegstücke  von  solchem  (d.  h.  derbem,  krystallinischem)  Baryt  von 
der  in  Rede  stehenden  Fundstätte  nicht  vor. 

Da  die  oben  erwähnten  Mineralien  (Kalzit,  Chalzedon  und 
Quarz)  wohl  nur  Zersetzungsprodukte  des  Pikrits  sind,  so  dürfte 
auch  das  quantitativ  sehr  untergeordnete  Auftreten  des  Baryts 
auf  einen  primären  Baryumgehalt  gewisser  Gemengteile  des  Pikrits 
zurückzuführen  sein. 

III.  Auf  metasomatiscken  Lagerstätten. 

1.  Kwittein  und  Schmole  bei  Müglitz. 

Die  Eisenerzlagerstätte  von  Kwittein  wurde  vor  einigen  Jahren 
von  F.  Kretschmer  (im  „Jahrbuch  d.  k.  k.  geolog.  Reichs- 
anstalt". Wien  1902,  S.  353  ff.)  sehr  eingehend  beschrieben.  Sie 
ist  an  Grauwackenschiefer  und  graphitische  Tonschiefer,  die  höchst- 
wahrscheinlich der  Devonformation  angehören,  gebunden  und  wird 
sowohl  im  Liegenden  wie  im  Hangenden  von  hellgrau  bis  schwarz 
gefärbtem,  zum  Teil  graphitischem  Letten  umhüllt.  Die  „Siderit- 
grauwacken"  sind  schieferige,  Graphit  und  (untergeordnet)  Pyrit 
führende  Gesteine,  deren  wichtigster  Bestandteil  Siderit  ist;  der 
Gehalt  an  FeC03  steigt  in  diesen  Gesteinen  bis  auf  G4#50/0-  Der 
Siderit  ist  zum  größten  Teil  limonitisiert,  der  Pyrit  häufig  in 
Melanterit  umgewandelt.  In  Wechsellagerung  mit  den  Grauwacken 
und  Grauwackenschiefern  sowie  in  einzelnen  Schollen  in  der  Erz- 
masse selbst  erscheinen  mehr  oder  weniger  veränderte,  eisenhaltige 
Kalksteine.  In  den  tieferen  Sohlen  des  Bergbaues  (von  52  m  Tiefe 
angefangen)  treten  auch  noch  unveränderte  oder  nur  wenig  modi- 
fizierte Kalksteine  auf,  und  zwar  sowohl  hellgrauer,  zuckerkörniger 
Marmor  als  auch  tonig-dolomitischer,  zum  Teil  ganz  ockeriger 
mürber  Kalkstein,  welcher  nach  unten  zu,  aber  auch  seitlich  in  den 
unveränderten  Marmor  übergeht,  „Die  mit  Siderit  imprägnierten 
Grauwackenschiefer  und  Tonschiefer  haben  ihren  primären,  mit- 
unter  sehr   ansehnlichen   Gehalt  an   FeTO..    in   Lösung  ge- 


16 

geben,  welches  dann,  im  Austausch  mit  dem  Kalziumbikarbonat 
auf  den  Eisenerzlagerstätten  konzentriert  wurde  und  so  zur  Bildung 
der  soliden  Erzmasse  beitrug".  (F.  Kretschmer,  loc.  cit.  S.  454.) 
Die  Eisenerze  sitzen  „stumpf  auf  dem  Kalkstein"  und  hören  dort 
auf,  wo  die  lösende  Kraft  der  mit  FeC03  gesättigten  abstei- 
genden Wässer  hinabreichte.  Die  Erze  bestehen  vorwiegend  aus 
Limonit  (Glaskopf,  Derberz  und  Mulm)  und  Kieseleisenstein,  unter- 
geordnet aus  Hämatit  und  Hydrohämatit.  Bemerkenswert  sind 
eigentümliche  Eisenkiesel-  und  Sideritbrekzien  sowie  altem  Berg- 
versatz ähnliche  Brekzien  von  Tonschiefer,  Kalkstein,  Quarz  und 
Limonit,  welche  Kretschmer  als  Kontraktionsphänomene,  die 
mit  der  metasomatischen  Umwandlung  des  Kalksteins  in  Eisenerze 
zusammenhängen,  aufzufassen  scheint;  die  „Zerreißungen  und  Zer- 
trümmerungen" dürften  aber  eher  auf  tektonische  Vorgänge  zurück- 
zuführen sein. 

Alle  Teile  des  Erzlagers  sind  von  derbem  Baryt  in  Adern 
und  Gängen  durchzogen.  Im  sogenannten  „Schrammlager"  bildet 
der  Baryt  Bänke,  deren  Mächtigkeit  stellenweise  auf  mehr  als 
1  m  anschwillt  und  auch  im  Liegenden  des  „Hugolagers"  tritt  er 
als  eine  nahezu  1  m  mächtige,  kompakte  Masse  auf.  Außerdem 
tritt  das  Mineral  auf  Klüften,  im  Innern  der  Glasköpfe  und  im 
„drusigen  Kalksinter"  in  Kristallen  auf. 

Der  derbe  Baryt  ist  grobspätig  bis  blätterig,  weiß,  rötlichweiß 
oder  gelblichweiß,  stark  zerklüftet  und  auf  den  Klüften  mit  mangan- 
reichem Limonit  oder  einer  Kruste  von  Manganhydroxyden 
überzogen. 

Der  kristallisierte  Baryt  tritt  in  drei  Generationen  auf.  Die 
schönsten  und  fiächenreichsten  Kristalle  finden  sich  im  Innern  der 
Glasköpfe,  auf  den  „Strukturflächen"  des  Limonits,  in  den  Breccien 
und  in  den  Drusenräumen  des  sinterartigen  Kalksteins.  Die 
Kristalle  sind  vorwiegend  tafelförmig,  sowohl  von  rektangulärem 
wie  von  rhombischem  Typus;  mitunter  sind  dieselben  in  subparalleler 
Stellung  zu  Aggregaten  verwachsen,  auch  fâcher-  und  rosetten- 
förmige  Kristallgruppen  kommen  vor.  Die  einzelnen  Kristalle  er- 
reichen 5 — 10  mm  Länge,  selten  mehr;  sie  sind  entweder  ganz 
farblos  und  wasserhell  oder  verschiedenartig  (weiß,  gelblich,  grünlich 
oder  braun)  gefärbt.  Einzelne  Stufen  würden,  wie  Kretschmer 
sagt,  „jeder  Sammlung  zur  Zierde  gereichen".  Häufig  wird  be- 
obachtet,  daß  ältere,  flächenarme  Kristalle  mit  kleineren,  flächen- 


17 

reichen  Kristallen,  oft  in  paralleler  Anordnung,  bedeckt  sind  (über 
die  beobachteten  Formen  siehe  F.  Kretschmer,  loc.  cit.,  S.  415 
bis  417). 

Die  älteste  Generation  der  Barytkristalle  ist  gleichzeitig  mit 
dem  Siderit  oder  nur  wenig  später  entstanden.  Die  zweite  Generation 
entstand  in  der  Zeit  der  Glaskopfbildung,  ihr  gehören  die  schönsten 
Vorkommnisse  an.  Die  Kristalle  im  Innern  der  Glasköpfe,  auf 
den  Strukturflächen  des  Limonits  und  auf  den  Flächen  älterer 
Kristalle  bilden  eine  dritte  Generation.  Mitunter  wurden  die  Baryt- 
kristalle sowohl  aus  dem  Limonit  wie  aus  dem  Quarz  später  wieder 
ausgelaugt,  wie  die  zurückgebliebenen  Hohlräume  beweisen. 

Hie  und  da  kommen  auch  Pseudomorphosen  von  Chalzedon 
und  Limonit  nach  Baryt  vor.  Aber  auch  in  der  Erzmasse  selbst 
scheint  Baryumsulfat  mehr  oder  weniger  gleichmäßig  verteilt  zu 
sein,  denn  die  rein  geschiedenen  Schlichterze  des  „  Schrammlagers  a 
enthalten  immer  noch  2-54%  Ba  0.  (F.  Kretschmer,  loc.  cit., 
Seite  446). 

Da  in  den  weißen,  körnigen  Kalksteinen  der  tieferen  Sohlen 
(unterhalb  des  Erzlagers)  ein  höchst  wahrscheinlich  primärer  Gehalt 
an  Baryumsulfat  (1*40%),  der  sich  in  den  gelben,  tonig-dolomitischen 
Varietäten  des  Kalksteins  auf  das  Doppelte  erhöht,  konstatiert 
wurde,  so  kann  die  Barytführung  der  Kwitteiner  Eisenerzlagerstätte 
auf  eine  lokale  Anreicherung  des  primär  vorhandenen  Baryum- 
sulfats  durch  die  metasomatischen  Prozesse  zurückgeführt  werden. 
Die  von  F.  Kretschmer  (loc.  cit.  S.  396)  mitgeteilten  Analysen 
der  Kalksteine  geben  BaS04,  und  nicht  BaC03  an;  trotzdem 
meint  Kretschmer  (S.  419),  daß  BaC03  die  primäre  Substanz 
sei,  welche  erst  durch  die  mit  der  Genesis  der  Eisenerzlagerstätte 
im  Zusammenhang  stehenden  Umwandlungen  in  BaS04  umgesetzt 
wurde,  wobei  die  Zersetzungsprodukte  des  Pyrits  der  Grauwacken 
und  Grauwackenschiefer  die  zur  Umwandlung  nötige  Schwefelsäure 
lieferten  und  der  Eisengehalt  des  Pyrits  als  FeC03  zur  Ab- 
scheidung gelangte. 

Diese  Annahme  dürfte  für  die  weißen,  marmorähnlichen 
Kalksteine  der  Kwitteiner  Erzlagerstätte  kaum  zutreffen,  da  diese 
tief  liegenden  Gesteine  keine  deutlichen  Spuren  metasomatischer 
Prozesse  erkennen  lassen  und  auch  einen  minimalen  Eisengehalt 
(018°/o  FeOj)  aufweisen.  Anderseits  enthalten  gewisse,  ebenfalls 
im  Liegenden  der  Erzmasse  auftretende,  weiße,  aber  dichte  Kalk- 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseutns.  XI.  2 


18 

steine,  die  F.  Kretschmer  schon  als  „modifiziert"  (das  heißt 
von  den  metasematischen  Prozessen  betroffen)  erklärt,  zwar  eine 
merklich  größere  Menge  (4-31%)  von  Eisenoxyd,  aber  keine 
Spur  von  Baryumsulfat.  Es  ist  daher  eher  anzunehmen, 
daß  das  letztere  den  marmorähnlichen  Kalksteinen  primär  bei- 
gemengt war.  Da  die  dichten  Kalksteine  frei  sind  von  Baryum- 
verbindungen,  so  erklärt  sich  auch  leicht  der  Umstand,  daß  ein- 
zelne Partien  des  Erzlagers  fast  gar  keinen  Baryt  enthalten. 

In  einem  von  F.  Foetterle  im  Jahrbuch  d.  k.  k.  geolog. 
Reichsanstalt  (I.  Bd.,  1850)  mitgeteilten  „Verzeichnis  der  an  die 
k.  k.  geolog.  Reichsanstalt  gelangten  Einsendungen  von  Mineralien" 
werden  (S.  355)  auch  „Stufen  von  Brauneisenstein  und  Schwefel- 
kies von  dem  Eisensteinbergbau  der  Gewerkschaft  Wiesenberg  und 
Stefanau  nächst  Olmütz  zu  Lukawetz"  erwähnt.  Es  wird  ferner 
bemerkt,  daß  der  Brauneisenstein  offenbar  durch  Verwitterung  des 
im  Tonschiefer  enthaltenen  Schwefelkieses  entstanden  ist,  daß  er 
in  den  oberen  Teufen  nester-  oder  butzenförmig,  in  größerer  Teufe 
jedoch  lagerartig  auftritt  und  von  „mächtigem  Schwerspat"  begleitet 
wird.  Sowohl  der  Pyrit  als  auch  der  Limonit  erweisen  sich  als 
silberhaltig  (2  beziehungsweise  1*5  Loth  Silber  in  einem  Zentner 
Erz,  das  heißt  etwa  0-05%). 

Das  Eisenerzlager  von  Lukawetz  wird  auch  in  der  von 
F.  v.  Hauer  und  F.  Foetterle  zusammengestellten  „Geo- 
logischen Übersicht  der  Bergbaue  der  österreichischen  Monarchie" 
("Wien,  1855)  erwähnt.  Der  genannte  Ort  liegt  im  Marchtale  an 
der  Eisenbahnstrecke  Olmütz — Hohenstadt  und  bildet  die  Verlade- 
station für  die  Kwitteiner  Erze;  mit  dem  Kwitteiner  Bergbau  ist 
Lukawetz  durch  eine  etwas  über  1-5  km  lange  Schleppbahn  ver- 
bunden. Einen  zweiten  Ort  gleichen  Namens  gibt  es  in  Mähren 
nicht;  die  Angabe  „Lukawetz  bei  Wiesenberg"  im  „Mineralog. 
Lexikon"  von  V.  v.  Zepharovich  (IL  Bd.,  S.  182)  ist  demnach 
irrig  und  ohne  Zweifel  auf  eine  missverständliche  Auffassung 
der  nicht  sehr  präzisen  Fundortsangabe  in  F.  Foetterles  oben 
zitiertem  „Verzeichnis  usw."  zurückzuführen.  Kleine  Erzlager,  die 
denselben  Charakter  besitzen  wie  die  Hauptablagerung  bei  Kwittein, 
kommen  auch  noch  in  der  Gegend  nördlich  von  Kwittein,  bei 
Kolloredo,  Schmole,  Groß-  und  Klein-Rasel  (etwa  6  km  nördlich 
von  Kwittein)  vor;  auch  südlich  von  Kwittein  (bei  Klein-  und 
Groß-Poidl)  kommen  analoge,  jedoch  anscheinend  nicht  bauwürdige 


19 

Limonitlager  vor,  die  wohl  alle  auch  Baryt  führen.  Das  Baryt- 
vorkommen von  Lukawetz  bezieht  sich  ohne  Zweifel  auf  die  Lager- 
stätten bei  Kolloredo,  die  von  Lukawetz  viel  weiter  entfernt  sind 
als  von  Schniole,  welch  letzterer  Ort  überdies  auch  bedeutend 
größer  ist  als  Lukawetz.  Das  Vorkommen  von  Baryt  in  den  Erz- 
lagerstätten bei  Schmole  (Kolloredo)  ist  auch  durch  F.  Kretschmer 
(loc.  cit.,  S.  448)  sichergestellt- und  es  dürfte  sich  daher  empfehlen, 
die  Fundortsbezeichnung  „Lukawetz"  durch  „Schmole"  zu  ersetzen. 

2.  Swatoslau  (Bezirk  Groß-Meseritsch). 

In  der  Gegend  östlich  von  Groß-Bittesch  legt  sich  an  den 
von  F.  E.  Sueß  als  „Bittescher  Gneis"  bezeichneten  Biotitaugen- 
gneis  eine  Phyllitmulde  an,  deren  Grenze  gegen  den  Gneis  durch 
einen  schmalen  Streifen  von  grauem,  quarzführendem  Kalkstein 
scharf  markiert  wird;  auf  dem  von  F.  E.  Sueß  aufgenommenen 
Kartenblatte  Groß-Meseritsch  (österr.  Generalstabskarte  1:75.000) 
tritt  diese  Tatsache  sehr  deutlich  hervor. 

An  den  erwähnten  Kalksteinzug,  der  sich  auf  eine  Längen- 
erstreckung von  etwa  32  km  verfolgen  läßt,  ist  eine  Reihe  von 
Erzlagerstätten  gebunden,  deren  Abbau  bis  in  das  14.  Jahrhun- 
dert zurückreicht.  Die  bauwürdigen  Vorkommnisse  treten  nach 
F.  Kretschmer  (Iron ore ressources  of  the world,  Stockholm  1910, 
S.  169)  in  der  Regel  am  Kontakt  der  Kalksteine  mit  Grünschiefern 
oder  deren  Zersetzungsprodukten  auf,  und  zwar  vorwiegend  an  der 
Oberfläche,  aber  auch  in  Höhlungen  des  Kalksteins.  Die  lager- 
bis  stockförmigen  Erzmassen  bestehen  hauptsächlich  aus  Limonit 
und  Kieseleisenstein;  hie  und  da  finden  sich  auch  noch  mächtigere 
Ablagerungen  von  Siderit,  welcher  nach  F.  Kretschmer  das 
ursprüngliche  Erz  darstellt.  Lokal  treten  Roteisensteine,  Mangan- 
erze und  in  geringer  Menge  auch  verschiedene  sulfidische  (Bleiglanz, 
Zinkblende,  Eisenkies  und  Kupferkies)  Erze  uuf. 

Über  das  Vorkommen  von  Baryt  auf  diesen  Lagerstätten 
scheinen  keine  Beobachtungen  veröffentlicht  worden  zu  sein.  Speziell 
der  Ort  Swatoslau  wird  von  F.  A.  K  o  1  e  n  a  t  i  als  Mineralien- 
fundort gar  nicht,  von  V.  v.  Zepharovich  bloß  als  Fundort 
von  Limonit  und  Siderit  genannt.  K.  Schirmeisen  erwähnt  in 
seinem  „Systemat.  Verzeichnis  mähr.-schles.  Mineralien  und  ihrer 
Fundorte"  (Sonderabdruck  aus  dem  „Jahresb.  d.  Lehrerklubs  f. 
Naturkunde",  Brunn  1903,  S.  33)  „verworren  faserigen"  und  „strah- 

2* 


20 


ligen"  Baryt  von  Swatoslau  bei  Namiest.  Er  bezieht  sich  hierbei 
auf  Belegstücke,  die  sich  in  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen 
technischen  Hochschule  in  Brunn  und  in  der  mittlerweile  in  den 
Besitz  des  Herrn  Dr.  Ed.  Burkart  in  Brunn  übergangenen 
Sammlung  des  ,, Naturforschenden  Vereins"  befinden.  Es  sind  dies 
Stücke  von  Limonit,  die  so  reichlich  mit  dendritisch  verzweigten, 
strahlig-blätterigen  Barytaggregaten'  durchsetzt  sind,  daß  der  Limo- 
nit nur  als  Ausfallungsmasse  zwischen  den  Barytschnüren  erscheint. 


Fisr.  1. 


Wie  die  vorstehende  Abbildung  (Fig.  1)  zeigt,  hebt  sich 
der  weiße  bis  gelbliche  Baryt  von  dem  dunkelbraunen  Limonit 
sehr  wirksam  ab  und  erscheint  im  Verhältnis  zum  letzteren  als  die 
ältere  Bildung.  Die  ziemlich  reichlich  vorhandenen,  aber  immer  nur 
unbedeutenden  Hohlräume  im  Limonit  sind  mit  feinkristallinischen 
Quarzdrusen  ausgekleidet;  der  Quarz  ist  also  hier  die  jüngste 
Ausscheidung. 

Das  Eisenerzvorkommen  von  Swatoslau  (ostnordöstlich  von 
Groß-Bittesch)  wurde  von  0.  Hinterhube  r  (Verhandl.  d.  k.  k.  geol. 
Reichsanstalt,  Wien,  1865,  XV,  S.  108  f.)  als  gangförmig  be- 


21 

zeichnet,  allerdings  nur  auf  Grund  von  Mitteilungen,  die  ihm  von 
anderer  Seite  zugekommen  sind.  In  diesen  Mitteilungen  wird  aber 
auch  berichtet,  daß  die  Erze  von  Swatoslau  „im  Gebiete  des 
Chloritschiefers  und  der  kristallinischen  Kalke"  liegen,  daß  der 
„Gang"  in  größerer  Teufe  den  kristallinischen  Kalk  zum  „Liegenden" 
habe  und  daß  sowohl  die  Schiefer  als  auch  die  kristallinischen 
Kalke  „metamorphosierte"  Gesteine  seien.  Es  handelt  sich  also 
wohl  auch  hier  um  metasomatische  Lagerstätten,  auf  denen  der 
Baryt  durch  die  Umwandlungs Vorgänge  angereichert  wurde. 

Es  ist  jedoch  nicht  ausgeschlossen,  daß  der  Baryt  bei 
Swatoslau  tatsächlich  auch  auf  Gängen  vorkommt.  K.  S  c  h  i  r  m- 
eisen  erwähnt  (loc.  cit.  S.  9)  nämlich  von  Swatoslau  auch  „derben 
Bleiglanz  mit  Kalzit",  welcher  sich  in  der  Sammlung  des  „Natur- 
forschenden  Vereins"  befindet.  Das  betreifende  Belegstück  wurde 
mir  von  seinem  jetzigen  Besitzer,  Herrn  Dr.  Ed.  Burkart,  zur 
Untersuchung  überlassen  und  ich  konnte  feststellen,  daß  der  ver- 
meintliche Kalzit  nichts  anderes  wie  strahlig-blätteriger  Baryt 
ist,  der  jedoch  nicht  die  früher  beschriebene  dendritische  Aggre- 
gation zeigt.  Er  durchtrümert  in  ganz  unregelmäßiger  Weise, 
bald  Adern,  bald  kleine  Nester  bildend,  ein  körniges  Gemenge  von 
Zinkblende  und  Bleiglanz  und  erscheint  hie  und  da  sogar  zum 
Teil  frei  auskristallisiert  in  Gestalt  weißer  bis  nahezu  farbloser, 
lebhaft  glänzender  Tafeln.  Der  Limonit  tritt  hier  zurück  und  ist 
als  Zersetzungsprodukt  von  feinkörnigem  Siderit  oder  eisenreichem 
Kalzit  zu  erkennen,  da  sich  hie  und  da  noch  nicht  ganz  umge- 
wandelte Reste  eines  in  kalter  Salzsäure  mit  gelber  Farbe  löslichen 
Karbonats  erhalten  haben.  Auf  einen  ursprünglichen  Kalkgehalt 
deutet  das  allerdings  sehr  untergeordnete  Auftreten  von  farb- 
losem, spätigem  Gips;  von  sonstigen  Neubildungen  wäre  noch 
Quarz  zu  erwähnen,  der  hie  und  da  in  geringer  Menge  den  Baryt 
begleitet. 

Da  sulfidische  Erze  auch  als  Zoomorphosen  in  verschiedenen 
Sedimenten  vorkommen,  so  kann  ihr  Auftreten  in  rein  metasoma- 
tischen  Lagerstätten  selbstverständlich  nicht  befremden;  immerhin 
muß  man  zugeben,  daß  die  Metasomatose  auch  durch  juvenile 
Wässer  bewirkt  werden  kann  und  daß  die  letzteren  viel  häufiger 
als  andere  Wässer  lösliche  Verbindungen  von  Schwermetallen 
enthalten  werden. 


22 


3.  Jassinow  bei  Kimstadt. 

In  der  mineralischen  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen 
Hochschule  liegt  ein  als  „Bohnerz"  bezeichnetes  Stück  unreinen, 
rötlichbraun  gefärbten  Limonits,  der  in  Hohlräumen  farblose,  wasser- 
klare, lebhaft  glänzende  Barytkristalle  beherbergt.  Als  Fundstätte 
ist  „Kunstadt"  angegeben,  doch  handelt  es  sich  ohne  Zweifel  um 
das  Vorkommen  von  Jassinow  (etwa  3  km  nordnordöstlich  von 
Kunstadt),  welches  bereits  von  F.  A.  Kolenati  (loc.  cit.  S.  67) 
erwähnt  und  von  J.  Meli  on  (loc.  cit.  S.  155)  kurz  beschrieben 
wurde.  Das  Barytvorkommen  scheint  indessen  bisher  ganz  un- 
beachtet geblieben  zu  sein,  denn  Jassinow  oder  Kunstadt  werden 
als  Barytfundorte  meines  "Wissens  nirgends  genannt1). 

Das  barytführende  „Bohnerz"  besteht  aus  einer  an  Beauxit 
erinnernden,  gelbroten  bis  braunroten,  tonhaltigen  Grundmasse,  in 
welcher  sehr  vereinzelt  rundlich  oder  auch  unregelmäßig  begrenzte, 
dunkelbraune  Einschlüsse  (das  eigentliche  „Bohnerz")  von  geringen 
Dimensionen  (meist  unter  Erbsengröße)  bemerkbar  sind.  Diese 
Einschlüsse  bestehen  hauptsächlich  aus  Limonit,  enthalten  jedoch 
auch  hie  und  da  im  Mikroskop  mit  gelbroter  Farbe  durchscheinende 
Partikel  (Hämatit)  sowie  Körnchen  einer  fast  farblosen,  doppel- 
brechenden Substanz,  die  wohl  als  Siderit  zu  deuten  ist.  Brauner 
Siderit  bildet  nämlich  nicht  bloß  unregelmäßig  verlaufende  scharf 
begrenzte  Streifen  in  dem  Gestein,  sondern  kleidet  auch  Hohlräume 
desselben  in  Drusen  gelbbrauner,  linsenförmiger  Kristalle  aus. 
Auf  diesen  Sideritdrusen  sitzen  die  oben  erwähnten  Barytkristalle, 
doch  sieht  man  auch  umgekehrt  einzelne  Sideritkristalle  auf  dem 
Baryt  aufgewachsen;  an  einer  Stelle  fand  ich  Baryt  und  Siderit 
miteinander  in  unregelmäßiger  Weise  verwachsen,  an  einer  andern 
Stelle  wieder  idiomorphen  Baryt  allseitig  von  kristallinischem  Siderit 
umgeben.  Die  beiden  Mineralien  sind  hier  also  wohl  als  nahezu 
gleichzeitige  Ausscheidungen  aufzufassen. 

Die  Genesis  der  Eisenerzlagerstätte  von  Jassinow  ist  bisher 
noch  nicht  festgestellt  worden;  immerhin  läßt  sich  aus  den  vor- 
liegenden  äußerst    dürftigen   Beschreibungen    der    Schluß    ziehen, 


')  Bloß  in  K.  Schirmeisens  bereits  zitiertem  „Systemat.  Verzeichnis 
usw.,  S.  33,  ist  Kunstadt  auf  Grund  des  oben  erwähnten  Belegstückes  der 
Mineraliensammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen  Hochschule  in  Brunn  als 
Barytfundort  genannt,  doch  ist  dort  irrtümlich  derber  Baryt  angegeben. 


23 

daß  es  sich,  auch  hier  wesentlich  um  metasomatische  Prozesse 
handelt.  Nach  F.  A.  K  o  1  e  n  a  t  i  (loc.  cit.  S.  67)  tritt  das 
.,Bohuerz"  bei  Jassinow  in  einer  Mächtigkeit  von  3  bis  12  Fuß 
(annähernd  1 — Am)  zutage.  Dr.  J.  Me  lion  bemerkt  (loc.  cit. 
S.  155),  daß  dasselbe  „auf  Quadersandstein  aufgelagert" 
sei  und  in  einem  3 — 12  Schuh  mächtigen  Flöz  „fast  zutage" 
trete.  In  der  Tat  sind  Denudationsreste  der  herzynischen  Ober- 
kreide in  der  Umgebung  von  Kunstadt  reichlich  vorhanden  und 
eisenreiche  Tone  mit  schönen  Abdrücken  von  Kreidepflanzen  sind 
aus  diesem  Gebiete  schon  lange  bekannt.  Da  an  vielen  Stellen 
der  Quadersandstein  von  Plänermergel  überlagert  wird,  so  liegt 
es  wohl  sehr  nahe,  anzunehmen,  daß  das  Bohnerz  von  Jassinow 
aus  dem  erwähnten  Mergel  durch  metasomatische  Prozesse  hervor- 
gegangen ist  und  daß  hierbei  auch  der  Baryt  abgeschieden  wurde. 

IV,  Ausscheidungen  auf  Verwerfnngsklüften. 

Vorkommnisse  dieser  Art  bilden  gewissermaßen  einen  Über- 
gang zu  den  gangförmigen  Barytablagerungen.  Aus  Mähren  sind 
mir  nur  zwei  hierher  gehörige  Vorkommnisse  bekannt,  die  ich  selbst 
erst  in  neuester  Zeit  entdeckt  und  in  meiner  Abhandlung:  „Über 
einige  geologisch  bemerkenswerte  Mineralvorkommnisse  Mährens" 
(Verh.  d.  Naturforsch.  Vereins  in  Brunn,  XL VIII,  1910,  S.  166  f.) 
kurz  beschrieben  habe. 

Die  beiden  Fundstätten  liegen  in  der  unmittelbaren  Umgebung 
von  Brunn,  und  zwar  in  dem  zwischen  dem  „Roten  Berge"  und 
dem  „Schreibwalde"  gelegenen  Teile  des  Schwarzatales.  Das  süd- 
liche, steil  aufsteigende  Ufer  der  Schwarza  wird  hier  teils  von 
eisenschüssigen  Quarzkonglomeraten  und  Sandsteinen,  die  dem 
Unterdevon  zugewiesen  werden,  teils  von  Granitit  gebildet,  während 
die  aus  der  am  nördlichen  (linken)  Ufer  sich  ausbreitenden  Nie- 
derung aufsteigenden  Höhen  teils  aus  den  früher  genannten  Sediment- 
gesteinen, teils  aus  stark  verändertem  Diabas  (weiter  im  Westen, 
bei  der  „Steinmühle",  auch  aus  Granitit)  bestehen. 

Sowohl  die  genannten  Eruptivgesteine,  als  auch  die  alt- 
paläozoischen Psephite  und  Psammite  sind  von  mehrfachen  Sprüngen 
durchzogen,  an  denen  stellenweise  auch  deutliche  Niveauverschie- 
bungen eingetreten  sind.  So  stößt  z.  B.  das  Unterdevon  an  einer 
fast  genau    südlich  von  der  ehemaligen  Bauerschen  Zuckerfabrik 


24 

gelegenen  Stelle  des  Steilufers  der  Schwarza  direkt  an  Granitit 
an;  im  Gestrüpp  ist  —  namentlich  im  Frühling  oder  Herbst  — 
der  unmittelbare  Kontakt  der  beiden  Gesteine  nicht  schwer  auf- 
zufinden. Das  stark  eisenschüssige  Quarzkonglomerat  ist  hier  von 
zahlreichen  Quarzadern  durchzogen,  die  sich  stellenweise  zu  kleineren, 
mit  Drusen  von  Quarzkristallen  ausgekleideten  Hohlräumen  er- 
weitern und  offenbar  auf  die  mit  den  tektonischen  Vorgängen  ver- 
bundenen lokalen  Zertrümmerungen  des  Gesteins  zurückzuführen 
sind.  Innerhalb  der  weißen  Quarzadern  beobachtete  ich  bis  8  mm 
breite,  blätterig  struierte  Schnüre  eines  rötlichweißen,  spaltbaren 
und  ziemlich  weichen  Minerals,  welches  sich  bei  näherer  Untersuchung 
als  Baryt  erwies.  In  einzelnen  der  früher  erwähnten  Hohlräume 
fand  ich  auch  kleine,  den  Quarzkristallen  aufgewachsene  Baryt- 
kristalle; sie  sind  nahezu  farblos,  durchsichtig  bis  durchscheinend 
und  bilden  dünne  Tafeln  von  rektangulärem  Habitus  mit  den 
Flächen  (010),  (120)  und  (011);  bei  einigen  scheint  auch  noch  ein 
zweites  Brachy  doma  vorhanden  zu  sein.  Das  ganze  Vorkommen 
ist  sehr  unbedeutend,  doch  ist  es  nicht  ausgeschlossen,  daß  an 
anderen,  derzeit  der  Beobachtung  nicht  zugänglichen  Stellen  auch 
reichere  Barytausscheidungen  vorkommen. 

Die  unterdevonischen  Quarzkonglomerate  und  Sandsteine 
werden  bei  Brunn  in  mehreren  Steinbrüchen  und  Sandgruben  ab- 
gebaut, stehen  also  an  vielen  Stellen  für  die  Untersuchung  offen; 
Barytausscheidungen  wurden  jedoch  innerhalb  derselben  bisher 
noch  nirgends  angetroffen.  Da  die  betreffenden  Gesteine  zum 
großen  Teil  fast  ausschließlich  aus  Quarzgeröllen  bestehen,  die 
durch  ein  kieseliges  Bindemittel  verkittet  sind  (nur  ein  Teil  der 
Sandsteine  gehört  zu  den  „Arkosen"),  so  ist  eine  Infiltration  des 
Baryumsulfats  aus  dem  Nebengestein  (Lateralsekretion)  von  vorn- 
herein nicht  anzunehmen.  Aber  auch  dem  Granitit,  der  das  Berg-  und 
Hügelland  der  Umgebung  von  Brunn  auf  weitere  Flächen  zusammen- 
setzt, ist  das  Vorkommen  von  autochthonem  Baryumsulfat  gänzlich 
fremd,  so  daß  zur  Erklärung  des  Vorkommens  im  Schwarzatale 
bei  Brunn  die  Ausscheidung  des  Baryts  aus  Lösungen,  die  auf 
den  Bruchspalten  emporgestiegen  sind,  herangezogen  werden  muß. 

Die  völlige  Unabhängigkeit  des  Barytvorkommens  von  dem 
Nebengestein  ergibt  sich  auch  aus  dem  Umstände,  daß  auf  der 
gegenüberliegenden  Talseite  die  Barytausscheidungen  im  Diabas 
auftreten.  Ich  fand  nahe  an  der  Stelle,  wo  die  projektierte  Urnberg- 


9.K 


gasse  in  den  die  Weingärten  durchziehenden  Promenadenweg  ein- 
mündet, den  graugrünen,  zum  Teile  durch  Hämatitausscheidungen 
rötlich  gesprenkelten  Uralitdiabas  von  weißen  bis  rötlichweißen  Baryt- 
adern durchzogen.  Kristallisierter  Baryt  wurde  hier  nicht  beobachtet, 
doch  liegt  dies  vielleicht  nur  an  der  Beschränktheit  der  Aufschlüsse. 
Auch  hier  dürfte  es  sich,  wie  bei  dem  früher  beschriebenen  Vor- 
kommen, um  eine  allerdings  sehr  bescheidene  Thermalwirkung 
handeln,  die  im  Gefolge  der  tektonischen  Bewegungen  (Schollen- 
senkungen) aufgetreten  ist, 

V.  Auftreten  des  Baryts  auf  Erzgängen. 

Mähren  ist  als  erzreiches  Land  seit  altersher  bekannt.  Im 
Mittelalter  bestanden  hier  auch  Baue  auf  Edelmetalle  und  eine 
der  ältesten  Bergordnungen,  jene  von  Iglau,  beweist  eine  gewisse 
Blüte  des  einstigen  heimischen  Bergbaues.  An  vielen  Stellen, 
namentlich  im  westlichen  Teile  Mährens,  welcher  dem  Ostrande 
der  erzreichen  „böhmischen  Masse"  angehört,  sowie  in  den  Sudeten 
zeugen  Pingen,  Schutthalden,  verbrochene  Stollen  und  Schächte 
von  einer  Zeit,  in  welcher  der  „Bergsegen"  auf  die  volkswirtschaft- 
lichen Verhältnisse  der  Landesbewohner  einen  wesentlichen  Einfluß 
nahm;  heute  stehen  nur  mehr  einige  wenige  Erzlagerstätten  —  fast 
durchwegs  Eisenerzlager  —  im  Abbau.  Da  der  Baryt  ein  „Gang- 
mineral1' par  excellence  ist,  so  fallen  selbstverständlich  die 
meisten  Barytvorkommnisse  Mährens  in  jene  Gegenden,  in  welchen 
ehemals  ein  Erzbergbau  bestanden  hat.  Einzelne  Erzvorkommnisse 
sind  allerdings  so  unbedeutend,  daß  sie  niemals  abgebaut  wurden: 
von  manchen  derselben  ist  eine  Barytführung  nicht  bekannt, 
während  anderseits  reine  Barytgänge,  die  nur  Spuren  von  Erzen 
enthalten,  an  verschiedenen  Orten  vorkommen.  Ich  fasse  auch 
diese  gangförmigen  Barytvorkommnisse  als  „vertaubte  Erzgänge" 
auf  und  bespreche  sie  an  dieser  Stelle. 

a)  Vorkommnisse  im  Gebiete  der  kristallinen  Schiefer. 
1.  Iglau  und  Umgebung. 

Bei  Iglau  bestand  im  Mittelalter  ein  Bergbau  auf  Silber  und 
Blei,  dessen  Spuren  noch  vielfach  erkennbar  sind.  In  verschiedenen 
Sammlungen  liegen  auch  Erzproben,  die  allerdings  durchwegs  von 


26 

den  alten  Halden  und  Pingen  stammen  und  hauptsächlich  Galenit 
und  Zinkblende  enthalten.  Bei  Obergoss,  einem  in  unmittelbarer 
Nähe  von  Iglau  gelegenen  Dorfe,  wurden  noch  von  "W.  Hruschka 
3 — 4  Fuß  mächtige,  im  Gneis  aufsetzende  und  von  Quarz,  „Molyb- 
dän" und  ockerigem  Brauneisenstein  begleitete  Barytgänge  be- 
obachtet. Die  Gänge  streichen  ungefähr  nordsüdlich  und  zeigen 
ein  östliches  Einfallen.  (Vgl.  Mitteil.  d.  k.  k.  mähr.-schl.  Gesell- 
schaft usw.,  1825,  S.  200).  Eine  Probe  des  Gangbaryts  von  Obergoss 
befindet  sich  in  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen 
Hochschule  in  Brunn;  er  ist  grobspätig,  weiß  und  enthält  nicht 
selten  kleine,  idiomorphe,  aber  ganz  flachgedrückte  Quarzkristalle, 
deren  Zusammendrückungsebene  mit  der  Hauptspaltrichtung  des 
Baryts  zusammenfällt. 

F.  Kolenati  erwähnt  (loc.  cit.  S.  22)  auch  Barytkristalle 
von  Obergoss,  und  zwar  die  Formen:  ooP.oo  ?oo  .Pœ.Poo.P, 
V.  v.  Zepharovich  (loc.  cit.,  I.  Bd.,  S.  53)  derben  Baryt  von 
gelblich  weiß  er  Farbe. 

Einzelne  ältere  Angaben  über  Barytvorkommnisse  in  der 
Umgebung  von  Iglau  sind  nur  mit  Vorsicht  aufzunehmen.  So 
erwähnt  z.  B.  J.  M  e  1  i  o  n  (loc.  cit.  S.  76)  ein  in  der  Sammlung 
des  Herrn  Dr.  Allé  befindliches  Stück  von  „Baryt  mit  Molybdän" 
von  Iglau.  Die  Mineraliensammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen 
Hochschule  in  Brunn  enthält  nun  tatsächlich  ein  mit  der  Fundorts- 
bezeichnung „Iglau"  versehenes,  feinkörniges,  spätiges,  rötlichweiß 
bis  gelblichweiß  gefärbtes  Aggregat,  in  welchem  neben  Zinkblende- 
körnern ziemlich  zahlreiche  Blättchen  eines  metallisch  grauen, 
lebhaft  glänzenden  und  sehr  weichen  Minerals  eingestreut  sind. 
Das  feinkörnige  Gestein  erinnert  dem  Ansehen  nach  wohl  an  Baryt, 
das  blätterige  Mineral  an  Molybdänit;  das  erstere  erwies  sich 
jedoch  bei  näherer  Untersuchung  als  Anke  rit,  das  letztere  als 
Graphit.  Da  seinerzeit  einzelne  Stücke  aus  der  Allé  sehen 
Sammlung  in  den  Besitz  der  technischen  Hochschule  übergegangen 
sind,  so  ist  es  nicht  unmöglich,  daß  das  eben  beschriebene  Stück 
mit  dem  von  M  e  1  i  o  n  erwähnten  identisch  ist. 

Barytvorkommnisse  werden  auch  von  Komarowitz  und  Przi- 
mielkau  angegeben,  zwei  kleinen  Ortschaften,  die  9  km,  beziehungs- 
weise 11  km  südöstlich  von  Iglau  liegen.  Näheres  ist  mir  über 
diese  Vorkommnisse  nicht  bekannt,  doch  dürfte  es  sich  hier  eben- 
falls um  Erzgänge,  wie  sie  bei  Iglau  vorkommen,  handeln.     Beleg- 


27 

stücke  für  diese  Vorkommnisse  befinden  sich  nach  K.  Schirm- 
eisen (Systemat.  Verzeichnis  usw.,  S.  33)  in  der  Sammlung  des 
Ökonomieinspektors  E.  Hanisch  in  Trebitsch,  zum  Teil  auch 
in  der  Sammlung  des  mährischen  Landesmuseums. 

2.  Ober-Borry  (Bezirk  Groß-Meseritsch). 

Dieser  durch  seine  Mineralvorkommnisse  bekannte  Ort  liegt 
nahezu  8  km  nördlich  von  Groß-Meseritsch,  in  einem  wesentlich 
aus  Gneis  und  Granulit  bestehenden  Terrain,  über  welches  mehrere 
ausführlichere  Schilderungen  von  Dr.  F.  E.  Sueß  („Das  Gneis- 
und  Granitgebiet  der  Umgebung  von  Groß-Meseritsch",  Verh.  d. 
k.  k.  geolog.  Keichsanst,  1897;  „Der  Granulitzug  von  Borry", 
Jahrb.  d.  k.  k.  geolog.  Reichsanst.,  1900;  „Der  Bau  des  Gneis- 
gebietes von  Groß-Bittesch  und  Namiest",  ib.  1897)  vorliegen;  in 
diesen  Schilderungen  sind  jedoch  die  Barytvorkommnisse  nicht 
berücksichtigt.  Auch  F.  Dvorský  erwähnt  in  seiner  (in  tsche- 
chischer Sprache  geschriebenen)  Abhandlung  über  die  wichtigsten 
Mineralfundorte  Westmährens  („Annales"  des  Franzensmuseums 
in  Brunn,  Jahrg.  1898)  bloß  die  mineralreichen  Pegmatitgänge  von 
Ober-  und  Unter-Borry,  macht  jedoch  über  die  Barytvorkommnisse 
ebenfalls  keinerlei  Mitteilung.  In  der  Mineraliensammlung  des 
mährischen  Landesmuseums  liegt  ein  Stück  von  grobkörnigem, 
weißen  Baryt,  der  stellenweise  durch  zahlreiche  Einschlüsse  dunkler 
Erzstäubchen  grau  gefärbt  erscheint;  als  Fundort  ist  „Ober-Borry" 
angegeben  und  es  muß  daher  auch  für  diese  Lokalität  das  Vor- 
kommen verarmter,  wesentlich  nur  Baryt  führende  Erzgänge  als 
sichergestellt  angenommen  werden. 

3.  Hermaimschlag  (Bezirk  Groß-Meseritsch). 

Ganz  analog  liegen  die  Verhältnisse  für  die  durch  ihre  mit 
Anthophyllit  überrindeten  „Glimmerkugeln"  weit  über  Mähren 
hinaus  bekannte  Lokalität  Hermannschlag,  etwa  13  km  ostnord- 
östlich von  Groß-Meseritsch.  F.  K  o  1  e  n  a  t  i  erwähnt  (loc.  cit.  S.  22) 
von  hier  Baryt  „blau  oder  rot,  krumnischalig",  ohne  jedoch  nähere 
Mitteilungen  über  das  Vorkommen  zu  machen.  Auch  V.  v.  Z  e  p  h  a- 
rovich  reproduziert  die  Angabe  Kolenatis  ohne  eine  Be- 
merkung über  die  Art  des  Vorkommens;  hingegen  findet  sich  bei 
J.  Me  lion  (loc.  cit.  S.  76)  wenigstens  die  Notiz,  daß  in  der 
Sammlung    des    Dr.    Allé    „Baryt   mit   Kalkspat   von    Hermann- 


28 

schlag"  vertreten  sei,  so  daß  wir  annehmen  dürfen,  daß  es  sich 
hier  um  vertaubte,  wesentlich  aus  Baryt  und  Kalzit  bestehende 
Erzgänge  handelt,  die  in  dem  über  weite  Flächenräume  herrschenden 
Gneis  aufsetzen. 

4.  Jassenitz  (Bezirk  Namiest). 

Das  Dorf  Jassenitz  liegt  nahezu  6  km  südwestlich  von  Groß- 
Bittesch,  in  einem  Gebiete,  welches  sich  nach  den  von  Professor 
F.  E.  Sueß  durchgeführten  geologischen  Aufnahmen  (Generalstabs- 
kartenblatt Groß-Meseritsch)  durch  eine  große  Mannigfaltigkeit  aus- 
zeichnet. Außer  verschiedenen  Gneisen,  Granulit  und  Amphibolit 
treten  hier  vorwiegend  Phyllite  auf,  denen  einzelne  Lager  von 
kristallinischem  Kalkstein  eingeschaltet  sind.  Es  handelt  sich  hier 
jedoch  anscheinend  um  andere  Kalksteine,  als  diejenigen  sind,  die 
wir  bei  dem  nur  etwa  11*5  km  von  hier  entfernten  Orte  Swatoslau 
kennen  gelernt  haben;  auf  dem  oben  erwähnten  geologischen 
Kartenblatt  erscheinen  die  beiden  Kalksteinvorkommnisse  getrennt, 
obzwar  der  sie  einschließende  Phyllit  mit  derselben  Farbe  aus- 
geschieden erscheint  wie  die  Phyllite  am  Ostrande  des  Gneismassivs 
von  Groß-Bittesch. 

Nach  F.  Dvorský  (loc.  cit.  S.  99)  sind  bei  Jassenitz  noch 
deutliche  Spuren  eines  alten  Bergbaues  zu  sehen;  auf  den  alten 
Halden  findet  man  außer  Limonit,  Bleiglanz,  Zinkblende  und  Kalzit 
auch  Baryt.  Ein  Probestück  des  letzteren  liegt  in  der  Sammlung 
des  mährischen  Landesmuseums;  es  ist  weiß,  blätterig  bis  strahlig 
und  enthält  neben  reichlichem  Bleiglanz  auch  etwas  Zinkblende 
sowie  Schnüre  von  Limonit,  in  welchem  hie  und  da  auch  tafel- 
förmige Barytkristalle  auftreten. 

Interessanter  ist  eine  Stufe,  die  mir  Herr  Dr.  Ed.  Burkart 
aus  seiner  Privatsammlung  zur  Untersuchung  freundlichst  über- 
lassen hat.  An  dieser  sind  noch  deutlich  einzelne  Lagen  von  fein- 
körnigem, grauem,  reichlich  mit  Zinkblende  imprägniertem  Kalk- 
stein sowie  Lagen  von  Limonit  zu  erkennen,  welcher  anscheinend 
durch  Verdrängung  des  eben  erwähnten  Kalksteins  entstanden  ist. 
Innerhalb  der  Limonitmasse  lagert  gangartig  eine  strahlig-blätterige 
Barytausscheidung,  deren  Salbänder  von  grobkörnigem  Bleiglanz 
und  etwas  Zinkblende  gebildet  werden;  in  vereinzelten,  idiomorph 
—  wenn  auch  nicht  scharfkantig  —  begrenzten  Einschlüssen  treten 
die    genannten   Erze   auch  in  der  Barytmasse   auf.    Außer  Baryt 


29 

kommt  auch  noch  ein  körniges,  weißes  Mineral  vor,  welches  auf 
den  ersten  Blick  ebenfalls  für  Baryt  gehalten  werden  könnte, 
jedoch  in  Salzsäure  mit  gelblicher  Farbe,  und  zwar  merklich  lang- 
samer als  Kalzit,  löslich  ist.  Die  Lösung  gibt  mit  Ferrizyankalium 
die  Eisenreaktion,  vor  dem  Lötrohr  dekrepitiert  das  Mineral  und 
färbt  sich  schwarz;  es  handelt  sich  hier  also  um  eisenhaltigen 
Kalzit  oder  Ankerit,  dem  ohne  Zweifel  auch  die  Limonitbildung 
zuzuschreiben  ist.  Das  Mineral  tritt  ganz  ähnlich  wie  der  Baryt 
in  einzelnen,  den  feinkörnigen,  grauen  Kalkstein  durchziehenden 
Adern,  aber  auch  in  einem  körnigen  Gemenge  mit  Zinkblende 
und  Bleiglanz  auf;  es  hat  sich  anscheinend  gleichzeitig  mit  dem 
Baryt  ausgeschieden. 

5.  Jaworek  bei  Ingrowitz  (Bezirk  Neustadtl). 

Dieser  ungefähr  4  km  westnordwestlich  von  Ingrowitz  gelegene, 
in  der  mineralogischen  Literatur  sehr  häufig  mit  Jawurek  im 
Bezirk  Eibenschitz  verwechselte1)  Ort  wird  schon  von  F.  Kolenati 
(loc.  cit.  S.  22)  als  Fundstätte  von  Baryt  genannt.  Auch  hier 
tritt  dieses  Mineral  auf  Erzgängen  auf,  nach  F.  Kolenati  „derb 
in  Platten,  Lagen  oder  Trümmern,  rötlichweiß  mit  Bleiglanz". 
Ein  in  der  Mineraliensammlung  des  mährischen  Landesmuseums 
befindliches  Belegstück  dieses  Vorkommens  stellt  eine  blätterige 
bis  strahlige  Masse  dar,  an  welcher  hie  und  da  Kristallbegrenzungen 
wahrnehmbar  sind;  außer  Baryt  enthält  das  Stück  auch  noch 
kieseligen  Brauneisenstein.  Ein  in  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen 
Technischen  Hochschule  in  Brunn  aufbewahrtes  Stück  ist  feinkörnig, 
rötlichweiß  und  enthält  außer  grobkristallinem  Bleiglanz  und  ein- 
zelnen Körnern  von  gelbbrauner  Zinkblende  auch  etwas  Quarz, 
der  zum  Teil  chalzedonartig  ausgebildet  und  stark  „zerfressen"  ist. 
In  kleinen  Hohlräumen  sind  zum  Teil  frei  endigende,  dünne  Baryt- 
tafeln wahrzunehmen. 

6.  Stiepaiiau-Borowetz-Schwaretz  (Bezirk  Bistritz). 

Diese  drei  Orte  liegen  in  dem  etwa  5*5  km  östlich  von  Bistritz 
verlaufenden   Abschnitte    des    Schwarzatales    und   in    so    geringen 


1)  So  bezieht  sich  z.  B.  die  Angabe  J.  Mêlions  in  den  „Mitteil,  der 
k.  k.  mähr.-schles.  Gesellschaft  zur  Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Xatur- 
und  Landeskunde",  1855,  S.  68,  auf  Jawurek  im  Bezirk  Eibenschitz. 


30 

Entfernungen  voneinander,  daß  sie  hier  zusammengefaßt  werden 
können.  Auch  in  diesem  Gebiete  herrschen  Gneise  vor,  unter- 
geordnet treten  Phyllite,  schieferige  Hornblendegesteine  und  kristal- 
linischer Kalk  auf. 

Nähere  Beschreibungen  der  Barytvorkommnisse  dieser  Gegend 
liegen  nicht  vor,  wohl  aber  finden  sich  die  entsprechenden  Beleg- 
stücke in  den  Sammlungen  des  mährischen  Landesmuseums  und 
der  k.  k.  deutschen  Technischen  Hochschule  in  Brunn. 

Von  Stiepanau  liegt  in  der  Sammlung  des  mährischen  Landes- 
museums ein  Stück  derben  Baryts  von  weißer  bis  bläulicher  Farbe. 
Die  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  Technischen  Hochschule  in 
Brunn  besitzt  von  diesem  Fundorte  ein  Stück  Quarzit,  welcher 
außer  Malachit  auch  Einschlüsse  eines  spätigen,  weiß  bis  braungelb 
gefärbten  Minerals  enthält.  Diese  Einschlüsse  erwiesen  sich  bei 
näherer  Untersuchung  als  Kalzit,  beziehungsweise  Ankeriť,  doch 
ist  das  Vorkommen  trotzdem  bemerkenswert  wegen  der  Überein- 
stimmung mit  dem  später  zu  besprechenden  Quarzit  der  Umgebung 
von  Tischnowitz.  Zahlreicher  sind  die  Belegstücke  aus  dem  nahen, 
zur  Gemeinde  Stiepanau  gehörigen  Orte  Borowetz,  woselbst  ehemals 
ein  Kupferhammer  bestand.  Die  hier  auf  Gängen  vorkommenden 
Kupfererze  (Kupferkies,  Kuprit  und  Malachit,  nach  F.  Kolenati 
auch  gediegenes  Kupfer)  führen,  soweit  ich  aus  den  mir  vorliegenden 
Proben  schließen  kann,  als  Gangart  bloß  Quarz.  Die  Barytstufen 
enthalten  nur  Spuren  von  Kupfererzen,  meist  nur  Malachit,  seltener 
Azurit  in  dünnen  Anflügen  oder  kleinen  Kristallenen,  hie  und  da 
auch  ein  Körnchen  von  Kupferkies.  Häufiger  sind  Einschlüsse 
von  teils  kristallinischem,  teils  staubförmig  verteiltem  Bleiglanz, 
sehr  selten  kleine  Körner  von  Zinkblende.  Der  Baryt  selbst  bildet 
derbe,  blätterige,  von  zelligen  Hohlräumen  durchzogene  Massen 
von  gelblichweißer  bis  rötlichweißer  Farbe;  hie  und  da  sieht  man 
in  den  meist  durch  Limonitüberzüge  gelb  gefärbten  Höhlungen 
einzelne  Endigungen  von  Kristalltafeln  oder  dünne,  säulenförmige, 
der  Länge  nach  geriefte  Barytkriställchen.  Die  Spaltflächen  sind 
häufig  mit  dünnen  Limonithäutchen  überzogen;  auch  die  Schnüre 
von  dunklen  Erzstäubchen  folgen  mitunter  dem  Blätterbruch.  Quarz- 
adern sind  ziemlich  häufig;  ihnen  oder  ihrer  nächsten  Umgebung 
gehören  zumeist  die  früher  erwähnten  zelligen  Hohlräume  an.  Eine 
in  der  Sammlung  des  mährischen  Landesmuseums  aufbewahrte 
Barytstufe  enthält  in  den  zum  Teil  durch  Erzstäubchen  geschwärzten 


31 

Hohlräumen  auch  kleine,  strahlige  Aggregate  von  Markasit 
F.  Kolenati  gibt  von  dieser  Fundstätte  außer  den  früher 
genannten  Erzen  und  einer  Reihe  anderer  Mineralien  auch  Witherit, 
aber  keinen  Baryt  an.  Ich  konnte  an  den  mir  vorliegenden  Stücken 
das  Vorkommen  von  Baryumkarbonat  neben  Baryumsulfat  nicht 
konstatieren;  es  liegt  sonach  nur  eine  allerdings  kaum  begreifliche 
Verwechslung  der  beiden  Mineralsubstanzen  durch  den  genannten 
Forscher  vor. 

Mächtiger  und  reiner  sind  die  Barytvorkommnisse  von 
Schwaretz  (bei  Koleňati  und  V.  v.  Zepharovich  unrichtig 
„Sworetz"  genannt)1).  Die  mir  vorliegenden  Proben  sind  rein 
weiß  bis  grauweiß,  spätig  mit  teils  körnigem,  teils  großblätterigem 
Gefüge  ;  hie  und  da  finden  sich  Einschlüsse  von  Bleiglanz  und  Zink- 
blende, sehr  spärlich  kleine,  körnig-kristallinische  Nester  von  Quarz. 
Durch  das  starke  Zurücktreten  des  Quarzes  und  das  anscheinend 
gänzliche  Fehlen  der  Kupfererze  unterscheiden  sich  die  Baryt- 
vorkommnisse von  Schwaretz  von  jenen  des  benachbarten  Borowetz. 

7.  Tischnowitz  und  Umgebung. 

Das  Städtchen  Tischnowitz  liegt  am  Südostfuße  des  bis  zur 
Seehöhe  von  470  m  ansteigenden  Kwietnitza-Berges,  welcher  durch 
seine  Mineralvorkommnisse  schon  seit  jeher  Aufmerksamkeit  erregt 
und  zu  immer  wieder  neu  aufgenommenen  Schürfungen  Veranlassung 
gegeben  hat.  Durch  diese  Abbauversuche  sind  auch  die  Baryt- 
lager bekannt  geworden,  doch  wurde  erst  in  neuester  Zeit  die 
Ausbeutung  derselben  in  größerem  Maßstabe  in  Angriff  genommen 
und  hierdurch  erst  ein  deutliches  Bild  des  interessanten  Vor- 
kommens gewonnen. 

Die  isolierte  Kuppe  „Kwietnitza"  sowie  die  ihr  nordwestlich 
vorgelagerte,  ebenfalls  isolierte  „Drzinowa"  weisen  einen  ziemlich 
komplizierten  geologischen  Bau  auf,  dessen  Details  bis  heute  noch 
nicht  mit  aller  Klarheit  festgestellt  sind. 

Außer  gneisähnlichen  Gesteinen  (Hornblendegneis  und  seri- 
zitische  Gneise)  treten  hier  eigentümliche  Phyllite  auf,  die  allgemein 
als  metamorphe  Sedimente  gedeutet  werden.     Diesen   „Phylliten" 


*)  Im  „Verzeichnis  der  Mineralienfuudorte",  welches  jedem  Bande  des 
„Mineralog.  Lexikons"  von  V.  v.  Zepharovich  angehängt  ist,  fehlt  die  Loka- 
lität Schwaretz,  ist  jedoch  im  Texte  des  I.  Bandes  (S.  53)  genannt;  die  Angabe 
ist  von  Kolenati  entnommen. 


32 

scheinbar  eingelagert  sind  kavernöse  Quarzite,  die  zum  Teil  brek- 
zienartig  ausgebildet  erscheinen  und  in  ihren  Hohlräumen  außer 
Quarzkristallen  (Bergkristall,  Amethyst,  Rauchquarz),  mitunter  auch 
schöne  "Würfel  von  schwarzviolettem  Fluorit  enthalten;  sie  scheinen 
im  Zusammenhang  zu  stehen  mit  den  auf  der  Kwietnitza  selbst  nur 
schlecht  aufgeschlossenen,  in  der  Gegend  südwestlich  von  Tischnowitz 
jedoch  einen  sehr  ansehnlichen  Zug  bildenden,  bis  jetzt  gewöhnlich 
als  archaisch  aufgefaßten,  halbkristallinen  Quarzkonglomeraten. 
Neben  diesen  kieseligen  Gesteinen  tritt  sowohl  auf  der  Kwietnitza 
als  auch  auf  der  Drzinowa  und  an  mehreren  Stellen  der  näheren 
Umgebung  von  Tischnowitz  ein  bläulichgrauer,  durch  dünne,  tonige 
oder  serizitische  Zwischenlagen  häufig  schieferig  werdender  Kalkstein 
auf,  der  sich  von  den  Kalksteinen  des  westmährischen  Archaikums 
durch  seine  geringere  Kristallinität  und  durch  ziemlich  zahlreiche, 
geröllartige  Quarzeinschlüsse,  die  mitunter  über  haselnußgroß 
werden,  unterscheidet.  Von  C.  v.  Camerlander  wurde  (Geolog. 
Mitteil,  aus  Zentralmähren;  Jahrb.  d.  k.  k.  geolog.  Reichsanst., 
1883,  S.  407),  dieser  ganze  Komplex  halbkristalliner  Schichtgesteine 
für  devonisch,  von  L.  v.  Tausch  jedoch  (Über  die  kristallin. 
Schiefer-  und  Massengesteine  sowie  über  die  sedimentären  Ab- 
lagerungen nördlich  von  Brunn;  Jahrb.  d.  k.  k.  geolog.  Reichsanst. 
1S95,  ferner  in  den  „Erläuterungen"  zum  geolog.  Kartenblatt 
Boskowitz-Blansko,  Wien  1898)  im  Anschlüsse  an  die  älteren 
Deutungen  für  archaisch  erklärt.  Am  wahrscheinlichsten  ist  es 
wohl,  daß  wir  es  hier  entweder  mit  altpaläozoischen  (vordevonischen) 
oder  algonkischen  Sedimenten  zu  tun  haben. 

Der  Baryt  tritt  auf  der  Kwietnitza  und  in  der  Umgebung 
dieses  Berges  ausschließlich  gangförmig  auf,  und  zwar  ganz  un- 
abhängig vom  Nebengestein.  Eine  Entstehung  der  Barytgänge 
durch  Lateralsekretion  ist  ganz  ausgeschlossen;  es  liegen  ohne 
Zweifel  auch  hier  vertaubte  Erzgänge  vor,  die  nur  sehr  geringe 
Mengen  von  Kupfererzen  (Kupferkies,  Kuprit,  Malachit,  Azurit, 
gediegenes  Kupfer)  oder  Bleiglanz  führen,  während  Eisenerze  lokal 
so  angereichert  erscheinen,  daß  sie  eine  Zeitlang  sogar  abgebaut 
wurden. 

In  neuerer  Zeit  wurden  im  Kwietnitzagebiet  zehn  Barytgänge 
aufgeschlossen,  die  ungefähr  in  der  Richtung  NW — SO  streichen. 
Es  ist  bemerkenswert,  daß  die  Verlängerung  dieser  Streichlinie 
einerseits     das     barytführende     Gebiet    von     Stiepanau-Schwaretz, 


33 

anderseits  das  später  zu  beschreibende,  interessante  Barytvorkommen 
von  Schebetein  trifft.  Im  westlichen  Teile  des  Berges  setzen  die 
Barytgänge  vorwiegend  im  Kalkstein,  im  östlichen  Teile  hingegen 
vorwiegend  im  Quarzit  auf.  Am  Westgehänge  der  Drzinowa-Kuppe 
und  bei  Stiepanowitz  zieht  sich  der  Kalkstein  bis  in  die  Tahlsohle 
herab;  er  wird  hier  zur  Bereitung  von  Atzkalk  gebrochen  und 
man  findet  in  den  Steinbrüchen  mitunter  große  Blöcke  von  Baryt, 
die  als  unbrauchbar  liegen  geblieben  sind.  Der  Gang,  von  welchem 
diese  Barytblöcke  herstammen,  scheint  die  unmittelbare  Fortsetzung 
des  Hauptganges  der  Kwietnitza  zu  sein.  In  diesem  saiger  ste- 
henden Grange  sind  acht  Stollen,  die  in  Abständen  von  11 — 12  m 
übereinander  liegen,  vorgetrieben  worden;  der  längste  dieser  Stollen 
erreichte  80  m,  der  zweitlängste  60  m.  Die  Mächtigkeit  der  Baryt- 
gänge schwankt  hier  von  0*30 — 1-80  m;  dünnere  Adern  begleiten 
häufig  die  Hauptmasse  des  Baryts  und  ziehen  sich  auch  vielfach 
in  das  Nebengestein.  Letzteres  besteht  teils  aus  Kalkstein,  teils 
aus  serizitischem  „Phyllit",  der  ziemlich  stark  zersetzt  erscheint 
und  infolgedessen  seine  ursprüngliche  Beschaffenheit  nicht  mehr 
deutlich  erkennen  läßt.  Im  untersten  Stollen  setzt  der  Barytgang 
in  einem  gneisartigen  Schiefergestein  auf;  die  Salbänder  werden 
von  rotgefärbtem,  kristallinischem  Baryt  gebildet,  während  die 
eigentliche,  bis  zu  einer  Mächtigkeit  von  050  m  anschwellende 
Gangfüllung  aus  mehr  oder  weniger  eisenhaltigem  Kalzit  besteht, 
welcher  in  der  Gangmitte  einzelne  Drusenräume  umschließt.  Der 
Baryt  erscheint  hier  zweifellos  als  ältere  Ausscheidung;  anderseits 
sieht  man  Spaltenausfüllungen,  bei  denen,  die  Ausscheidungsfolge 
gerade  umgekehrt  ist,  und  findet  auch  Stücke  von  Baryt  mit 
scharfen  Eindrücken  ausgelaugter  Kalzitkristalle.  An  einzelnen 
Stellen  sind  Baryt  und  Kalzit  ziemlich  gleichmäßig  durcheinander 
gewachsen,  so  daß  im  allgemeinen  für  diese  beiden  Mineralien 
eine  ungefähr  gleichzeitige  Ausscheidung  angenommen  werden  kann. 
Man  muß  übrigens  bei  der  Beurteilung  dieser  Verhältnisse  vor- 
sichtig sein,  da  mitunter  auch  der  Kalzit  eine  rötliche  Färbung 
annimmt  und  dann  ohne  nähere  Untersuchung  sehr  leicht  mit 
Baryt  verwechselt  werden  kann.  Es  liegt  mir  z.  B.  eine  Stufe  vor, 
die  wie  ein  homogenes,  mittelkörniges  Aggregat  von  rötlichem 
Baryt  aussieht,  beim  Betupfen  mit  verdünnter  Salzsäure  jedoch 
an  vielen  Stellen  lebhaft  braust  und  sich  auf  diese  Weise  als  ein 
Gemenge  von  Baryt  und   äußerlich  ganz  ähnlichem  Kalzit  zu  er- 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums.  XI.  ,Q 


34 

kennen  gibt.  Das  Stück  ist  außerdem  noch  bemerkenswert  durch 
die  ebenfalls  ziemlich  gleichmäßig  eingestreuten  Einschlüsse  von 
spätigem  Bleiglanz  (zum  Teil  deutliche  Würfel)  sowie  durch  die 
hie  und  da  auftretenden  Spuren  von  Malachit.  Solche  Erzein- 
schlüsse sind  namentlich  in  den  tieferen  Horizonten  der  Kwietnitza- 
gänge  nicht  gerade  sehr  selten,  und  zwar  sowohl  im  Baryt  als 
auch  im  Kalzit.  Ein  gelbrötlich  gefärbtes,  äußerlich  lebhaft  an 
Baryt  erinnerndes  Stück  des  letzteren  Minerals  enthält  Kuprit, 
Malachit  und  gediegenes  Kupfer,  ist  jedoch  vollständig  frei  von 
Beimengungen  von  Baryumsulfat.  In  verdünnter  Salzsäure  löst 
sich  das  Gestein  unter  schwacher  Gelbfärbung  der  Lösung  (Spuren 
von  Eisen)  fast  vollständig  auf;  der  geringe  braunrote  Rückstand 
besteht  bloß  aus  Eisenoxyd. 

In  dem  die  höheren  Partien  des  Kwietnitzaberges  und  auch 
den  Hauptgipfel  desselben  zusammensetzenden  Kalkstein  finden 
sich  außer  den  Gangspalten  auch  noch  zahlreiche  Klüfte,  die 
wesentlich  durch  die  lösende  Wirkung  des  Wassers  erweitert  worden 
sind.  Unter  dem  ., Offermann- Stollen"  zieht  sich  ein  etwa  40  m 
tiefer  Naturschacht  hinab  und  bildet  eine  kleine,  mit  Sinterbildungen 
ausgekleidete  Grotte.  Die  Barytausscheidung  setzt  sich  mitunter 
auch  in  die  von  dem  Gangsystem  ganz  unabhängigen  Klüfte  fort; 
mitunter  erscheint  aber  in  den  letzteren  eine  feinpulverige,  schwarze, 
an  der  Luft  braun  werdende  Substanz,  die  von  den  Arbeitern  als 
„Ruß"  bezeichnet  wird.  Beim  Behandeln  mit  Salzsäure  tritt  Chlor 
auf,  es  dürfte  sich  hier  also  wesentlich  um  ein  Gemenge  von 
Manganoxyden  mit  Eisenoxyd  handeln.  Oxydische  Manganverbin- 
dungen treten  auch  ab  und  zu  im  Baryt  selbst  auf,  und  zwar  teils 
als  schwarze,  matte  oder  wadähnlich  glänzende  Überzüge,  teils  als 
Dendriten,  welche  sich  dann  meist  auf  den  Hauptspaltflächen  des 
spätigen  Baryts  ausbreiten. 

Der  Kalzit  der  Gangfüllungen  ist  häufig  sehr  reich  an  Bei- 
mengungen des  isomorphen  Eisenkarbonats,  und  kann  vielleicht 
zum  Teil  als  Ankerit  bezeichnet  werden.  Eine  quantitative  Analyse 
derselben  habe  ich  nicht  ausgeführt.  Nach  einer  schon  vor  längerer 
Zeit  von  Prof.  A.  Honig  ausgeführten  Analyse  hat  sich  ein  an- 
geblicher ,, Ankerit"  vom  Kwietnitzaberge  als  ein  nur  geringe 
Mengen  von  Eisen  enthaltender  Kalzit  erwiesen.  Es  kann  also  das 
Vorkommen  von  Ankerit  auf  der  Kwietnitza  ohne  nähere  Unter- 
suchung nicht  mit  Sicherheit  behauptet  werden.  Die  braune  Färbung 


35 

vieler  Kalzite  dürfte  jedoch  auf  mechanisch  beigemengtes  Eisen- 
hydroxyd zurückzuführen  sein.  Der  Kalkstein,  in  welchem  die 
Barytgänge  aufsetzen,  ist  zwar  auch  etwas  eisenhaltig,  da  sich  als 
Lösungsrückstand  desselben  an  einzelnen,  von  den  Barytvorkomm- 
nissen weit  entfernten  Stellen  eine  Art  terra  rossa  vorfindet  und 
manche  Stücke  des  Kalksteins  äußerlich  wie  Roteisenstein  aus- 
sehen; die  Kalzitfüllung  der  Gänge  ist  jedoch  nicht  auf  eine  Aus- 
laugung des  Nebengesteins,  sondern  auf  jene  Wässer  zurückzuführen, 
die  auch  den  Baryt  und  die  früher  erwähnten  Erze  aus  der  Tiefe 
mit  heraufgebracht  haben.  Das  früher  schon  berührte  Altersver- 
hältnis zwischen  Baryt  und  Kalzit  ist  hier  an  vielen  Stellen  voll- 
kommen klar  festzustellen;  man  findet  sowohl  Adern  von  rotem 
Baryt  in  kristallinischem,  meist  gelbbraun  geiärbtem  Kalzit  als 
auch  Klüfte  im  roten  Baryt,  die  mit  Kalzit  erfüllt  sind,  außerdem 
aber  Gesteinspartien,  in  denen  fleischroter  Baryt  und  brauner 
Kalzit  zu  einem  grobkristallinen  Gemenge  miteinander  verwachsen 
sind.  Solche  Gesteinspartien  bilden  Übergänge  zu  den  im  Gebiete 
der  Barytgänge  nicht  seltenen  Brekzien.  Es  haben  sich  anscheinend 
während  des  Aufreißens  der  Gangspalten  Reibungsbrekzien  gebildet, 
die  unmittelbar  nachher  durch  aufsteigende,  kalkreiche  "Wässer  zu 
einer  festen  Masse  verkittet  und  vor  der  Barytfüllung  nochmals 
aufgerissen  worden  sind.  Die  Salbänder  der  Gänge  bestehen  hier 
aus  kristallinischem  Kalzit,  während  der  Baryt  die  Gangmitte 
einnimmt;  auf  der  Hauptkuppe  erreicht  die  Barytfüllung  eine 
Mächtigkeit  von  O'IS  m. 

Auch  die  Barytgänge  wurden  mitunter  nochmals  aufgerissen 
und  die  kantigen  Bruchstücke  des  Minerals  durch  Ausscheidungen 
von  körnigem,  in  Hohlräumen  zum  Teil  auskristallisiertem,  braunem 
Kalzit  verkittet.  So  entstanden  die  schönen  Gangbrekzien,  von  denen 
die  nachstehende  Abbildung  (Fig.  2)  ein  leider  nur  unvollkommenes 
Bild  gibt,  da  die  grellkontrastierenden  Farben  (Baryt  fleischrot,  Kalzit 
gelbbraun)  fehlen.  Ich  besitze  auch  Handstücke,  die  außer  rotem  Baryt, 
braunem  oder  weißem  Kalzit  auch  kantige  Bruchstücke  des  Neben- 
gesteins (grauer,  sehr  feinkörniger  Kalkstein)  enthalten;  bei  diesen 
Gesteinen  ist  die  Brekziennatur  noch  viel  deutlicher  ausgesprochen 
als  bei  den  ähnlichen,  von  H.  E  v  e  r  d  i  n  g  (Die  Schwerspatvorkomm- 
nisse am  Rösteberge  usw.;  Zeitschr.  für  prakt.  Geol.,  1903,  S.  100, 
Fig,  27)  beschriebenen  Vorkommnissen  am  Rösteberg  im  Harz. 

Auf  der   dem   Hauptgipfel   südöstlich  vorgelagerten  ., Kleinen 

8* 


36 


Kwietnitza"  liegen  die  Barytvorkomnisse  vorwiegend  in  den  eigen- 
tümlichen, zum  Teil  ebenfalls  brekzienartigen  und  kavernösen,  zum 
Teil  in  Sandstein-  bis  konglomeratartige,  halbkristallinisclie  Gesteine 
übergehenden,  meist  rot  gefärbten  Quarziten.  An  einzelnen  Stellen 
werden  diese  Quarzite  durch  semitische  „Phyllite"  oder  selbst 
gneisähnliche  Schiefergesteine  sowie  durch  Brekzien  dieser  Ge- 
steine ersetzt. 

Alle    diese    Gesteine    sind    stark    zerklüftet;    die  AVände   der 
Hauptklüfte    erscheinen    mitunter    deutlich    geglättet,    wohl    durch 


Fia.  2. 


fließendes  Wasser;  hie  und  da  sind  auch  Harnische  zu  sehen. 
Baryt  findet  sich  nicht  bloß  in  den  größeren  Klüften,  sondern 
zieht  sich  auch  häufig  in  dünnen,  manchmal  fast  horizontal  ver- 
laufenden Adern  in  das  Nebengestein.  Der  Kalzit  tritt  hier  als. 
Gangfüllung  ganz  zurück;  es  scheint  dies  jedoch  wenigstens  zum 
Teil  durch  sekundäre  Prozesse  verursacht  zu  sein,  indem  sich 
z.  B.  in  einer  fast  dichten,  kieseligen,  durch  reichlich  eingestreuten 
sehr  feinkörnigen  Baryt  rot  gefärbten  Gesteinsmasse,  die  aus  einem 


37 

kalzitfreien  Gang  stammt,  scharfe  und  tiefe  Abdrücke  von  Kristall- 
drusen vorfinden,  die  nach  ihrer  Form  (spitze  Skalenoeder)  nur 
von  Kalzit  herrühren  können.  Man  muß  also  hier  mit  der  Mög- 
lichkeit einer  späteren  Auslaugung  des  Kalzits  rechnen;  eine  Yer- 
kieselung  des  letzteren  habe  ich  nicht  beobachtet. 

Die  Gangfüllung  besteht  auf  dem  östlichen  und  zum  Teil 
auch  auf  dem  nödlichen  Abfall  der  Kwietnitza  außer  aus  Baryt 
hauptsächlich  aus  Quarz,  der  an  den  Salbändern  der  Gänge  mit 
zum  Teil  sehr  hübschen  Kristalldrusen  in  die  Barytmasse  hineinragt. 
Bemerkenswert  ist,  daß  auch  jene  Quarzadern,  welche  mitten  durch 
die  Barytfüllung  hindurchgehen,  sehr  häufig  beiderseits  mit  Kristall- 
drusen überzogen  sind;  sie  bilden  ohne  Zweifel  die  Wände  größerer 
Hohlräume,  die  sich  in  der  Gangfüllung  vor  der  Ablagerung  des 
Baryts  gebildet  haben,  und  zwar  wahrscheinlich  durch  die  Aus- 
laugung  der  ursprünglich  vorhandenen  Kalzitmasse,  in  deren 
Klüfte^  sich  Kieselerde  ( Quarz)  abgelagert  hatte.  Auch  die  schon 
mehrfach  erwähnten  Quarzite  machen  sehr  häufig  den  Eindruck, 
als  bestünden  sie  bloß  aus  dem  festen  Gerippe,  welches  die  mit 
Quarz  ausgefüllten  Diskontinuitäten  eines  stark  zerklüfteten  Gesteins 
nach  der  Auslaugung  des  letzteren  zurücklassen.  Daß  die  Quarzite 
der  Kwietnitza  der  Einwirkung  verschiedener  chemischer  Agentien 
ausgesetzt  waren,  beweist  nicht  bloß  das  allerdings  ziemlich  seltene 
Vorkommen  von  Barytkristallen,  sondern  insbesondere  auch  das 
Auftreten  von  Fluorit  in  den  erwähnten  Hohlräumen  und  zum 
Teil  auch  innerhalb  des  Quarzits.  Fluorit  und  Baryt  scheinen 
sich  hier  merkwürdigerweise  gegenseitig  auszuschließen,  denn  auf 
sämtlichen  mir  vorliegenden,  zum  Teil  sehr  reichen  Fluoritstufen 
fand  ich  bloß  einen  einzigen,  sehr  kleinen  Kristall,  der  trotz 
seiner  etwas  ungewöhnlichen  Form  wahrscheinlich  als  Baryt  an- 
zusprechen ist,  während  ich  auf  den  barytführenden  Quarzitstufen 
keine  Spur  von  Fluorit  entdecken  konnte.  So  wie  es  Kalzitschnüre 
gibt,  die  unzweifelhaft  jünger  sind  als  Baryt,  so  tritt  neben  dem 
im  allgemeinen  älteren  Quarz  auch  eine  jüngere  Ausscheidung 
desselben  auf;  dieser  jüngere  Quarz  überzieht  mitunter  in  Gestalt 
feinkristallinischer  Drusen  die  auf  dem  älteren  Quarz  aufsitzenden 
Kristallaggregate  des  Baryts  und  ist  meist  von  einer  Limonit- 
ausscheidung  begleitet. 

Als  Gegenstück  zu  den  früher  beschriebenen  Baryt-Kalzit- 
Brekzien    kommen    hier   Brekzien    vor,    die    neben    Baryt    Quarz, 


38 

Quarzit  oder  auch  Brocken  der  phyllitartigen  Gesteine  enthalten. 
Es  linden  sich  auch  ganz  aplitisch  aussehende  Gemenge  von  fein- 
körnigem rotem  Baryt  und  Quarz;  außer  größeren  Quarzeinschlüssen 
enthalten   sie   mitunter   auch  weißen  bis  braunen,  spätigen  Kalzit. 

Auf  der  Kuppe  „Drzinowa",  die  von  der  Kwietnitza  nur 
durch  eine  schmale  Talfurche  getrennt  ist,  treten  neben  den  phyllit- 
artigen Gesteinen  und  Quarziten  auch  die  uns  bereits  bekannten, 
teils  deutlich  geschichteten,  teils  feinkristallinen  Kalksteine  auf. 
Der  Baryt  findet  sich  hier  hauptsächlich  im  Kalkstein,  häufig  nur 
in  dünnen  Adern,  aber  auch  in  einzelnen  mächtigen  Gängen,  die 
als  die  unmittelbare  Fortsetzung  der  Kwietnitza-Gänge  aufzufassen 
sind.  Einer  dieser  Gänge  war  an  der  Oberfläche  0-60  m  mächtig, 
schwoll  jedoch  schon  in  einer  geringen  Tiefe  auf  1"70  m  an,  um 
sich  dann  rasch  zu  zertrümern,  so  daß  die  Barytausscheidung 
hier  scheinbar  eine  Art  Nest  im  Kalkstein  gebildet  hat.  Auf  ein 
derartiges  rasches  Anschwellen  der  Gangmächtigkeit  ist  wohl  auch 
die  mir  von  Herrn  Oberingenieur  L.  Zelniczek  mitgeteilte 
Beobachtung  zurückzuführen,  daß  sich  an  einer  Stelle  der  Baryt 
am  Ausgehenden  des  Ganges  über  die  nächste  Umgebung  in  Ge- 
stalt einer  Kuppe  förmlich  „ergossen"  habe.  Es  erinnert  dies  an 
die  ältere  Deutung  der  Barytvorkommnisse  des  Rösteberges,  wo- 
selbst nach  Zimmermann  (Das  Harzgebirge,  1834)  der  Baryt 
aus  einem  Gang  emporgequollen  ist  und  sich  deckenartig  über  den 
„Rauchkalk"  ausgebreitet  hat1).  An  sich  wäre  ja  ein  solcher  Vor- 
gang gewiß  nicht  undenkbar;  da  jedoch  die  Barytausscheidungen 
im  Kwietnitzagebiete  nicht  als  sehr  jugendliche  Bildungen  be- 
zeichnet werden  können,  so  ist  wohl  anzunehmen,  daß  eine  kuppen- 
oder  deckenförmige  Ausbreitung  des  Baryts  an  der  obertägigen 
Austrittsstelle  des  Thermalwassers  schon  längst  der  Denudation 
zum  Opfer  gefallen  wäre. 

Trotz  der  Mächtigkeit  des  Kalksteins  auf  der  Kuppe  Drzi- 
nowa ist  die  Kalzitausscheidung  auf  den  Barytgängen  verhältnis- 
mäßig gering.  An  den  Salbändern  der  Gänge  erscheinen  Baryt 
und  Kalzit  nicht  selten  in  inniger  Verwachsung  miteinander;  es  ist 
also  auch  hier  das  Auftreten  des  letztgenannten  Materials  nicht 
bloß  auf  eine  einfache  Lateralsekretion  zurückzuführen. 


*)  H.  E  v  e  r  d  i  n  g,  dem  ich.  diese  Angabe  entnehme,  führt  (loc.  cit.)  die 
Barytlagerstätte  des  Röstebers-es  auf  metasomatische  Prozesse  zurück. 


39 

Der  Baryt  des  Kwietnitza-Gebietes  ist  zumeist  spätig,  häutig 
von  großblätterigem  Gefüge,  seltener  feinkörnig  bis  nahezu  dicht. 
Kristalle  treten  nur  ganz  ausnahmsweise,  und  zwar  entweder  in 
den  übrigens  stets  nur  unbedeutenden  und  seltenen  Hohlräumen 
der  Barytmasse  selbst  oder  im  Nebengestein  auf.  Erstere  zeigen 
nur  die  freien  Enden  der  aggregierten  Kristalltafeln,  während  sich 
in  den  Hohlräumen'  des  Nebengesteins  ab  und  zu  auch  besser 
ausgebildete  Kristalle  vorfinden.  Es  sind  dies  ebenfalls  Tafeln  von 
teils  rhombischem,  teils  rektangulärem  Habitus,  farblos  oder  weiß, 
mitunter  von  einem  blutroten  Hämatithäutchen  überzogen.  F.  K  o- 
lenati  führt  (loc.  cit.  S.  22)  die  Kombinationen:  œPœ.Pœ. 
P  56  .  co  P  2  und  OP.  œP.Pœ  als  Kristallformen  des  Kwietnitza- 
baryts  an.  Ziemlich  selten  sind  garben-  oder  ährenförinige  Aggre- 
gate, die  aus  Einzelindividuen  rektangulärer  Tafeln  bestehen.  Die 
Barytausscheidung  ist  im  allgemeinen  eine  einheitliche,  nur  ganz 
ausnahmsweise  lassen  sich  zwei  verschiedene  Generationen  unter- 
scheiden. So  finde  ich  an  einem  Stück  von  blätterigem  Baryt  die 
fleischroten,  undurchsichtigen  Lamellen  an  einzelnen  Bruchstellen 
•„ausgeheilt"  durch  honiggelben,  durchsichtigen  Baryt,  der  sich  in 
paralleler  Stellung  angelagert  hat.  Bei  einem  andern  Stück  liegen 
einzelne  größere  Kristalltafeln  in  einer  feinkristallinen  Grundmasse, 
so  daß  eine  porphyrische  Struktur  entsteht;  die  größeren  Baryt- 
kristalle sind  der  ebenfalls  aus  Baryt  bestehenden  Grundmasse 
gegenüber  als  etwas  ältere  Gebilde  aufzufassen. 

In  den  Hohlräumen  der  Barytmasse  fehlen  fast  niemals  Aus- 
scheidungen von  Eisenerzen,  zumeist  Limonit,  viel  seltener  Hämatit; 
der  letztere  tritt  entweder  als  dünner,  rot  durchscheinender  und 
dem  Baryt  fest  anhaftender  Überzug  oder  auch  als  Eisenrahm 
auf.  Manganoxyde  sind  nur  in  einzelnen  Partien  der  Barytmasse 
etwas  häufiger  und  treten  dann,  wie  bereits  erwähnt  wurde,  zumeist 
als  Dendriten  auf  den  Spaltflächen  auf. 

Im  allgemeinen  ist  der  Kwietnitzabaryt  sehr  rein  und  besitzt 
durchschnittlich  einen  Gehalt  von  97%  Ba  S04.  Freilich  muß  in 
Anbetracht  der  verhältnismäßig  geringen  Mächtigkeit  der  meisten 
Gänge  und  der  häufigen  Verwachsung  mit  Kalzit  oder  Quarz  die 
Sortierung  mit  der  Hand  bewerkstelligt  werden.  Die  Abfuhr  des 
gewonnenen  Materials,  welches  in  der  chemischen  Fabrik  in  Hru- 
schau  (bei  Oderberg)  Verwendung  fand,  wurde  durch  die  Anlage 
eines    den  Verhältnissen    angepaßten    Bremsberges    wesentlich    er- 


40 

leichtert,  doch  war  ein  dauerndes  Konkurrieren  mit  den  viel 
reicheren  auswärtigen  Vorkommnissen  unmöglich,  weshalb  der  Be- 
trieb im  Jahre  1909  wieder  eingestellt  wurde.  Immerhin  soll  nach 
einer  freundlichen  Mitteilung  des  Herrn  Oberingenieurs  L.  Z  e  1- 
niczek  im  letzten  Betriebsjahre  rund  1  Million  Meterzentner 
Baryt  gefördert  worden  sein. 

Barytgänge  treten  in  der  nächsten  Umgebung  von  Tischnowitz 
auch  noch  an  anderen  Stellen  auf,  wie  z.  B.  im  Kalksteinbruch 
bei  Stiepanowitz  und  auf  den  südlichen  Gehängen  der  nordöstlich 
von  Lomnitschka  liegenden  Berge.  Das  erstgenannte  Vorkommen 
entspricht  einer  Fortsetzung  der  Kwietnitzagänge  und  es  ist  anzu- 
nehmen, daß  sich  die  Fortsetzungen  der  letzteren  auch  in  dem 
zumeist  bewaldeten  Bergland,  welches  sich  zwischen  Tischnowitz 
und  Stiepanau  auf  dem  linken  Ufer  der  Schwarza  ausdehnt,  auf- 
finden lassen  werden.  Da  aus  diesem  Gebiete  Barytvorkommnisse 
bisher  nicht  bekannt  geworden  sind,  so  ist  es  wohl  möglich,  daß 
sich  die  Gänge  auf  weite  Strecken  ganz  verdrücken;  die  beschrie- 
benen Vorkommnisse  von  Stiepanau  dürfen  also  immerhin  mit  dem 
Gangsystem  der  Umgebung  von  Tischnowitz  in  einen  genetischen 
Zusammenhang  gebracht  werden. 

8.  Vorkommnisse  im  Weißfoacktal  (Schmelzhüttental) 
bei  Eichhorn-Bittischka. 

Barytvorkommnisse  im  „Schmelzhüttental"  (auf  der  General- 
stabskarte 1  -.75.000  bloß  mit  Bílý  potok  =  Weißer  Bach  be- 
zeichnet, und  deshalb  auch  hier  „Weißbachtal"  genannt)  werden 
zum  ersten  Male  von  F.  Dvorský  (loc.  cit.  S.  106)  ganz  kurz  er- 
wähnt; eine  etwas  ausführlichere  Beschreibung  derselben  habe  ich 
in  meiner  Schrift:  „Über  einige  geologisch  bemerkenswerte  Mineral- 
vorkommnisse Mährens"  (Verh.  d.  naturf.  Ver.  in  Brunn,  XLVIII, 
1909,  S.  172  f.)  gegeben. 

Das  Weißbachtal  zieht  sich  von  Eichhorn-Bittischka  (etwa 
8  fori  südsüdöstlich  von  Tischnowitz)  in  vielfachen  Windungen  gegen 
Westen.  Die  hier  auftretenden  Gesteine  sind  im  allgemeinen  die- 
selben, die  wir  in  der  näheren  Umgebung  von  Tischnowitz  kennen 
gelernt.  Im  östlichen  Abschnitte  des  Tales  dominieren  semitische 
und  phyllitartige  Gneise,  die  namentlich  auf  dem  nördlichen  Ge- 
hänge mächtige  Schutthalden  bilden.  Im  westlichen  Teile  herrschen 
„Phyllite"  und  quarzitische  Gesteine;  die  Grenze  der  beiden  Haupt- 


41 

gebiete  wird  annähernd  durch  eine  Kalksteineinlagerung,  die  jedoch 
nur  eine  sehr  geringe  Mächtigkeit  erreicht,  bezeichnet. 

Im  westlichen  Teile  des  Weißbachtales  streichen  taube  Erz- 
gänge vielfach  zutage  aus;  sie  haben  seinerzeit  Veranlassung  zu 
verschiedenen  bergbaulichen  Unternehmungen  gegeben,  von  denen 
sich  bis  heute  noch  einzelne  Spuren  (Pingen,  Halden,  verbrochene 
Stollen)  erhalten  haben.  Barytgänge  treten  hier  in  größerer  Zahl, 
aber  stets  nur  in  geringer  Mächtigkeit  (meist  bis  zu  den  Dimen- 
sionen von  „Adern"  herabsinkend),  vornehmlich  in  den  eigentüm- 
lichen Quarziten  auf,  die  in  dem  Gebiete  südlich  von  Marschow 
besonders  mächtig  sind  und  auf  der  im  Volksmunde  als  „Čertová 
hráz"  (Teufelswall)  bezeichneten  Lehne  in  gewaltigen,  stark  zer- 
klüfteten und  zerfressenen  Felswänden  hervorragen.  Das  Gestein 
ist  vorwiegend  grau  gefärbt,  feinkörnig,  zum  Teile  ganz  schich- 
tungslos, zum  Teile  jedoch  durch  serizitische  Zwischenlagen  deut- 
lich schiefrig;  es  erinnert  lebhaft  an  die  Kwietnitza-Quarzite,  von 
denen  es  sich  nur  durch  die  vorherrschend  graue  Färbung  und 
durch  die  größere  Kompaktheit  unterscheidet.  Die  Hohlräume  des 
Quarzits  sowie  die  Salbänder  der  im  Quarzit  aufsitzenden  Baryt- 
gänge sind  zumeist  mit  Drusen  von  farblosen  oder  schwarzbraun 
gefärbten  Quarzkristallen  überzogen;  Ausscheidungen  von  Limonit 
und  Manganoxyden  treten  nur  sehr  untergeordnet  auf.  Die  Gänge 
zerschlagen  sich  oft  in  dünne  Trümer,  schwellen  jedoch  an  an- 
deren Stellen  zu  Nestern  an,  die  einige  Dezimeter  Mächtigkeit 
erreichen.  Der  Baryt  ist  spätig,  vorwiegend  weiß  bis  gelblichweiß, 
selten  rötlichweiß;  in  Hohlräumen  finden  sich  ab  und  zu  auch 
gut  ausgebildete,  kleine  Kristalle,  zumeist  Tafeln  von  rhombischem 
Habitus  mit  den  Flächen:  (010)  (101),  seltener  auch  mit  (011) 
und  einem  zweiten  (schärferen)  Makrodoma.  Außer  einfachen  Kri- 
stallen beobachtete  ich  auch  zwillingsähnliche  Parallelverwach- 
sungen nach  (001)  sowie  Aggregierung  iu  subparalleler  Stellung 
parallel  zur  Fläche  (010).  Gangbrekzien,  ähnlich  den  auf  der 
Kwietnitza  beobachteten,  treten  auch  hier  auf.  Als  Analogon  der 
von  der  Kwietnitza  beschriebenen  Baryt-Kalzit-Brekzie  findet  man 
hier  Baryt-Quarzit-Brekzien,  außerdem  aber  auch  brekzienähnliche 
Gesteine,  in  denen  Baryt  und  Quarz  annähernd  gleichzeitige  Aus- 
scheidungen sind. 

Sowohl  im  Baryt   als   auch  in   der  Quarzfüllung  der  Gänge 
treten  verschiedene  Erze  —  hauptsächlich  Bleiglanz,  seltener  gelbe 


42 

bis  braune  Zinkblende — jedoch  stets  nur  in  sehr  geringer  Menge 
auf.  Besonders  bemerkenswert  ist  jedoch  das  Vorkommen  von 
Fluorit,  welcher  auf  der  Kwietnitza  —  wie  bereits  früher  kurz 
bemerkt  wurde  —  niemals  als  Begleiter  des  Baryts  auftritt,  hier 
aber  entweder  neben  Baryt  als  Einschluß  im  Quarz  oder  auch 
als  Einschluß  im  Baryt  nicht  gerade  selten  ist.  In  der  Regel 
bildet  der  Fluorit,  wo  er  als  Einschluß  vorkommt,  undeutliche, 
würfelförmige  Kristalle  von  hell  weingelber  bis  grünlichgelber  Farbe 
und  ziemlich  vollkommener  Durchsichtigkeit  ;  in  einzelnen  Hohl- 
räumen tritt  er  auch  in  schönen,  scharf  begrenzten  Würfeln  auf, 
die  mitunter  eine  Kantenlänge  von  10  mm  erreichen. 

Die  Kieselsäureausscheidung  hat  sich  bei  der  Entstehung  der 
Barytgänge  des  Weißbachtales  mehrmals  wiederholt.  Es  geht  dies 
besonders  deutlich  daraus  hervor,  daß  nach  meinen  Beobachtungen 
nicht  nur  die  früher  erwähnten  Quarzdrusen,  sondern  auch  zum 
Teile  (so  z.  B.  bei  den  Vorkommnissen  des  alten,  fast  ganz  ver- 
brochenen Stollens)  die  Fluoritkristalle  mit  einer  Schichte  von 
chalzedonartigem  Quarzit  überzogen  sind.  Diese  Schichte  ist  oft 
nur  papierdünn;  wo  sie  abgesprengt  wird,  schimmert  der  ganz 
frische,  lebhaft  glänzende  Fluorit  hervor.  Ich  fand  jedoch  auch 
Stücke,  bei  denen  der  Fluorit  bis  auf  die  kieselige  Hülle  voll- 
ständig wieder  verschwunden  ist,  so  daß  hohle  Chalzedonwürfel 
oder  nur  Abdrücke  von  Fluoritwürfeln  im  Quarz  übrig  geblieben 
sind.  In  diesen  Hohlräumen  hat  sich  mitunter  abermals  Chalzedon 
in  kleinen,  traubigen  Aggregaten,  ausnahmsweise  auch  ein  jün- 
gerer Baryt  in  Aggregaten  säulenförmiger  Kristalle  angesiedelt. 

In  dem  im  Volksmunde  als  „Stříbrná  zrno  la"  (Silber- 
schlucht) bezeichneten  Wasserriß  treten  die  Barytgänge  nicht  bloß 
im  Quarzit,  sondern  auch  im  Kalkstein  auf,  der  hier  allerdings 
nur  eine  geringe  Mächtigkeit  zu  besitzen  scheint.  Die  Gangfüllung 
besteht  hier  zum  Teile  aus  einem  brekzienartigen  Gemenge  von 
fleischrotem  Baryt  mit  gelblichweißem  und  braunem  Kalzit,  sowie 
mit  Quarz,  ähnlich  gewissen  Vorkommnissen  des  Kwietnitzagebietes. 
Die  Gänge  enthalten  hier  auch  Spuren  von  Erzen,  und  zwar  Kupfer- 
kies, Bleiglanz  und  Zinkblende.  Ich  fand  auch  eine  Kalksteinbrekzie, 
in  welcher  scharfkantige  Bruchstücke  des  dunkelgrauen  Schiefer- 
kalkes durch  Kalzit  verkittet  sind,  welcher  in  Hohlräumen  ziemlich 
große  Kristalle  (Skalenoeder)  bildet;  die  Hohlräume  selbst  wurden 
später  durch  reichliche  Quarzauscheidungen  ganz  ausgefüllt, 


43 

Die  Annahme  der  Abscheiclung  des  Baryts  aus  aufsteigenden 
Wässern,  die  auch  die  Metallsalzlösungen,  aus  denen  sich  in  den 
Gangspalten  die  sulfidischen  Erze  niedergeschlagen  haben, -mit  sich 
führten,  bietet  für  die  Vorkommnisse  des  Weißbachtales  die  einzig 
mögliche  Erklärung  ihrer  Genesis.  Eine  Bildung  der  Barytgänge 
durch  Lateralsekretion  ist  in  dem  rein  kieseligen,  höchstens  hie  und 
da  etwas  eisenschüssigen  Quarzit  ganz  ausgeschlossen,  ebenso  eine 
Infiltration  von  oben.  An  einer  der  Gangspalten  fand  ich,  ähnlich 
wie  auf  der  Kwietnitza,  die  Liegendwand  geglättet,  und  zwar 
genau  in  der  Weise,  wie  fließendes  Wasser  Felswände  zu  glätten 
pflegt;  solche  Glättungen  wären  bei  Gängen,  deren  Füllung  auf 
thermale  Prozesse  zurückzuführen  ist,  jedenfalls  viel  häufiger  zu 
beobachten,  wenn  nicht  die  Salbänder  zumeist  von  sehr  fest  an- 
haftenden Mineralausscheidungen  bedeckt  wären.  Auch  die  ge- 
schilderten Chalzedonperimorphosen,  die  Bildung  von  Kieseleisen- 
steinen (die  seinerzeit  bei  Laschanko,  unweit  von  Marschow,  berg- 
männisch abgebaut  und  im  „Schmelzhüttental"  verhüttet  wurden), 
die  teilweise  „Kaolinisierung"  der  Serizitgneise,  das  Vorkommen 
von  Fluorit  sowie  endlich  die  allerdings  nur  sehr  bescheidene 
Erzführung  sind  lauter  Erscheinungen,  die  sehr  gut  in  den  Rahmen 
der  „thermalen  Prozesse"  hineinpassen. 

Auf  das  Weißbachtal  beziehen  sich  wohl  auch  die  meisten 
Mineralvorkommnisse,  für  welche  in  der  Literatur  als  Fundorte 
Jawurek  und  Domaschow  angegeben  werden. 

Der  kleine  Ort  Jawurek  liegt  auf  der  Hochfläche,  die  sich 
südlich  vom  Weißbachtal  ausbreitet;  die  Entfernung  von  dem  ge- 
nannten Tale  beträgt  —  in  der  Luftlinie  gemessen  —  kaum 
1  Kilometer.  In  der  Literatur  wird,  wie  bereits  flüchtig,  bemerkt 
wurde,  die  in  Hede  stehende  Lokalität  nicht  immer  scharf  von 
Jaworek  bei  Ingrowitz  (s.  S.  29),  woselbst  ebenfalls  Erzgänge 
auftreten,  unterschieden,  so  daß  sich  bezüglich  einzelner  Mineral- 
vorkommnisse eine  gewisse  Unsicherheit  ergibt.  Das  offizielle  Orts- 
register von  Mähren  und  Schlesien,  das  „Postlexikon"  sowie  das 
„Mineralogische  Lexikon"  von  V.  v.  Z  e  p  h  a  r  o  v  i  c  h  unterscheiden 
Jaworek  (im  Bezirk  Neustadtl)  von  Jawurek  (im  Bezirke  Eiben- 
schitz),  worauf  jedoch  die  meisten  deutschen  Autoren  nicht  die 
gebührende  Rücksicht  genommen  haben;  in  tschechisch  geschrie- 
benen Arbeiten  werden  überdies  sehr  häufig  beide  Ortschaften  in 
gleicherweise,  nämlich  „Javůrek",  geschrieben,  so  daß  es  mit- 


44 

unter  gar  nicht  zu  entscheiden  ist,  welcher  Ort  eigentlich  gemeint 
wird.  F.  K  o  1  e  n  a  t  i  führt  Baryt  bloß  von  Jaworek  an,  fügt  aber 
in  der  Klammer  den  Namen  „Javurek"  hinzu;  da  er  jedoch  in  der 
„Übersicht  der  Fundorte  und  deren  Mineralien"  bei  den  einzelnen 
Ortschaften  auch  das  Generalstabskartenblatt  angibt,  auf  welchem 
die  betreffende  Lokalität  zu  suchen  ist.  so  kann  kein  Zweifel  dar- 
über bestehen,  daß  es  sich  um  Jaworek  im  Bezirke  Neustadtl 
handelt.  In  der  Sammlung  des  mährischen  Landesmuseums  (loc. 
cit.  S.  106)  befinden  sich  aber  auch  einige  Belegstücke  für  das 
schon  von  F.  Dvorský  erwähnte  Vorkommen  von  Baryt  bei  Ja- 
wurek  im  Bezirk  Eibenschitz;  die  Originaletikette  gibt  (in  tsche- 
chischer Sprache)  als  nähere  Fundstätte  an:  „bei  der  Schmelzhütte 
hinter  dem  Jägerhause".  Nun  liegen  aber  sowohl  die  schon  seit 
langer  Zeit  aufgelassene,  auf  der  Generalstabskarte  aber  noch  ver- 
zeichnete „Schmelzhütte",  als  auch  das  zu  Jawurek  gehörige  Jäger- 
haus nicht  auf  dem  die  Ortschaft  Jawurek  tragenden  Hochplateau, 
sondern  in  der  Sohle  des  "Weißbachtales,  so  daß  es  wohl  richtiger 
ist,  das  letztere  als  eigentliche  Fundstätte  des  Baryts  von  Jawurek 
anzugeben.  Es  entfällt  dann  auch  die  unliebsame  Verwechslung  mit 
Jaworek  im  Bezirk  Neustadtl,  von  wo  das  mährische  Landesmuseuni 
ebenfalls  einige  Barytstufen  besitzt,  deren  Originaletiketten  jedoch 
als  Fundort  ,, Jawurek",  ohne  nähere  Bezeichnung,  angeben. 

Zum  Unterschiede  von  den  bereits  beschriebenen  Vorkomm- 
nissen von  Jaworek  ist  der  Baryt  aus  der  Umgebung  der  Schmelz- 
hütte  im  Weißbachtale  mit  stark  eisenschüssigem  (limonitischem) 
Quarzit  verknüpft,  welcher  lebhaft  an  die  ,, Kieseleisensteine"  von 
Laschanko  erinnert.  Der  Baryt  selbst  ist  gelblichweiß  bis  nahezu 
farblos,  strahlig-blättrig  und  entsendet  die  freien  Kristallenden  in 
den  erwähnten  limonitischen  Quarzit,  der  hier  sonach  als  jüngere 
Bildung  erscheint. 

Der  Ort  Domaschow  liegt  etwa  1*5  km  südwestlich  von  Ja- 
wurek, vom  Weißbachtal  in  der  Luftlinie  etwa  25  km  entfernt. 
F.  Kolenati  führt  (loc.  cit.)  von  dieser  Lokalität  eine  ganze 
Reihe  von  Mineralien  an,  darunter  Eisen-;  Blei-  und  Kupfererze, 
Zinkblende  und  Baryt.  Bei  der  Aufzählung  der  Barytvorkomm- 
nisse (loc.  cit.  S.  22)  wird  die  Fundstelle  nicht  näher  bezeichnet, 
wohl  aber  heißt  es  bei  den  Kupferkiesfundstätten  (loc.  cit.  S.  79): 
„mit  Baryt  von  der  Stanka-Mühle  und  Koutj  oder  dem  St.  Anna- 
Stollen  bei  Domaschow".     Bei   den   Bleiglanzvorkommnissen   (loc. 


45 

cit.  S.  77)  wird  die  „St.  Anna-Zeche  bei  der  Stanker  Mühle"  ge- 
nannt, so  daß  wir  über  die  Situation  des  Bergbaues,  aus  welchem 
der  „Baryt  von  Domaschow"  stammt,  ziemlich  genau  orientiert 
sind.  Die  „Stanka-Mühle"  liegt  nämlich  ebenfalls  noch  im  Weiß- 
bachtale, und  zwar  in  der  nordwestlichen  Fortsetzung  desselben, 
auf  welche  allerdings  die  Bezeichnung  Weißbachtal  gewöhnlich 
nicht  mehr  angewendet  wird;  auch  der  das  Tal  durchfließende 
Bach  wird  in  diesem  Abschnitte  nicht  als  „Weißer  Bach",  sondern 
als  Bittischka-Bach  bezeichnet.  Die  Entfernung  der  Fundstätte 
„bei  der  Stanka-Mühle"  von  Domaschow  beträgt  —  in  der  Luft- 
linie gemessen  —  etwa  4*6  km,  während  andere  Ortschaften  viel 
näher  liegen  (so  z.  B.  Marschow  etwas  über  3  hm,  das  bereits  be- 
schriebene Swatoslau  2-5  hm,  das  Dorf  Radoschkow  gar  nur  1  km, 
alles  in  der  Luftlinie  gemessen). 

Mir  liegt  (in  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen 
Hochschule)  eine  Anzahl  von  Erzstufen  vor,  als  deren  Fundort 
„Domaschow"  angegeben  ist,  die  aber  offenbar  aus  der  oben  er- 
wähnten St.  Anna-Zeche  stammen.  Eine  dieser  Stufen  besteht  aus 
einem  Gemenge  von  vorherrschender,  braunschwarzer  Zinkblende 
mit  etwas  Bleiglanz  und  Kupferkies;  in  einem  mit  Limonit  aus- 
gekleideten Hohlraum  finden  sich  ziemlich  zahlreiche,  sehr  dünne, 
säulenförmige,  an  den  Enden  undeutlich  begrenzte  Kristalle,  die 
eine  gelblichweiße  Farbe  besitzen  und  Barytkristallen  sehr  ähnlich 
sehen,  bei  näherer  Untersuchung  jedoch  als  Quarz  erkannt  wurden. 
Eine  zweite  Stufe  ist  wesentlich  ein  Gemenge  von  spä  tigern,  weißem 
Baryt  mit  Quarz  und  zahlreichen  Einsprengungen  von  Kupferkies, 
Kupferglanz  und  Bleiglanz;  hie  und  da  sind  in  kleinen  Hohl- 
räumen sehr  kleine,  tafelförmige  Barytkristalle  teilweise  frei  aus- 
gebildet. Einzelne  Brocken  von  „Phyllit"  machen  es  wahrscheinlich, 
daß  wir  es  auch  hier  mit  einer  Gangbrekzie  zu  tun  haben. 

Zwei  weitere  Stufen  bestehen  aus  demselben  phyllitartigen 
Gestein,  welches  in  der  zuletzt  erwähnten  Gangbrekzie  vorkommt, 
und  zeigen  reiche  „Imprägnation"  mit  gelber  bis  brauner,  grob- 
körniger Zinkblende  und  etwas  Bleiglanz.  Die  Erze  erfüllen  auch 
die  haarfeinen  Fugen,  die  das  Gestein  quer  zu  seiner  Schieferung 
durchziehen,  treten  aber  hie  und  da  auch  in  einzelnen  Lagen 
parallel  zur  letzteren  auf,  so  daß  sie  auf  dem  Querbruche  wie 
primäre  Einschlüsse  aussehen;  offenbar  handelt  es  sich  aber  nur 
um  Erzausscheidungen  in  Gesteinspartien,  die  bei  der  Entstehung 


46 

der  Gangspalten  ein  wenig  aufgeblättert  wurden.  Die  reicheren 
Erzmassen  sind  bei  den  beiden  zuletzt  erwähnten  Stufen  von 
weißem,  spätigem  Baryt  durchtrümert  ;  der  Baryt  tritt  aber  auch 
hier  als  Begleiter  der  Erze,  als  „Gangmineral"  auf,  doch  scheint 
eine  Ausscheidung  desselben  in  größeren  Mengen  nicht  stattgefun- 
den zu  haben. 

Das  phyllitartige  Gestein,  welches  augenscheinlich  ein  meta- 
morphes klastisches  Sediment  ist,  bildet  ohne  Zweifel  das  Neben- 
gestein der  Erzgänge;  da  sowohl  dieses  Gestein  als  auch  die  Erz- 
führung nicht  ganz  identisch  sind  mit  jenen  bei  der  Schmelzhütte 
oder  bei  den  von  mir  beschriebenen  Fundstellen  des  Weißbach- 
tales, so  erscheint  es  mir  auch  nicht  zweckmäßig,  die  Lokalitäten 
Jawurek  und  Domaschow  ohne  weiteres  zu  identifizieren,  wie  dies 
z.  B.  F.  Slavík  in  seiner  Schrift:  „Zur  Mineralogie  Mährens" 
(Zentralbl.  f.  Miner.  etc.,  1904,  S.  355),  die  wesentlich  eine  kriti- 
sche Besprechung  von  K.  Schirmeisens  bereits  zitiertem 
,,Systemat.  Verzeichnis"  ist,  getan  hat1).  Die  Vorkommnisse  sind 
ja  gewiß  in  genetischer  Beziehung  einander  sehr  nahestehend,  aber 
sie  gehören  nicht,  wie  etwa  die  Vorkommnisse  von  Stiepanau- 
Tischnowitz,  einem  und  demselben  Gangsystem,  sondern  mehreren 
untereinander  zwar  parallel  verlaufenden,  aber  doch  voneinander 
mehr  oder  weniger  unabhängigen  Gangsystemen  an.  Wenn  z.  B. 
ein  auswärtiger  Mineraloge  die  Erz-  oder  Barytvorkommnisse  von 
Domaschow  studieren  wollte,  würde  er  sich  höchstwahrscheinlich 
zunächst  nach  dem  genannten  Orte  begeben,  dort  jedoch  nach  den 
Spuren  der  alten  Bergbaue  vergeblich  suchen.  Ich  möchte  deshalb 
empfehlen,  die  hier  beschriebenen  Fundstätten  topographisch  zu- 
nächst durch  die  allgemeine  Bezeichnung  „Weißbachtal"  (oder 
„Schmelzhüttental")    und  genauer  durch  Hinzufügung  der    eigent- 


')  Hingegen  hat  Slavík  mit  Hecht  die  Vorkommnisse  von  Bleiglanz 
und  anderen  Erzen,  fur  welche  Schirmeisen  die  Fundorte  „Eichhorn" 
oder  „Bittischka"  angibt,  auf  das  Weißbachtal  (beziehungsweise  die  Lokalitäten 
Domaschow  und  Jawurek)  bezogen.  Bei  dem  von  Schirme  isen  (loc.  cit. 
S.  9)  erwähnten,  in  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen  Hochschule 
aufbewahrten  Stück  Bleiglanz  von  „Eichhorn"  liegt  ein  alter,  anscheinend  vom 
Ende  des  18.  oder  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  stammender  Zettel,  in  welchem 
es  heißt:  „Silberhaltiger  Bleyglantz,  so  in  einem  von  dem  zur  Herrschaft 
Eychorn  gehörigen  Dorfe  Jawurek  gegen  Norden  beinahe  500  Klafter  weit 
angelegten  Stollen  herausgefördert  wird."  Es  handelt  sich  also  ohne  Zweifel 
um  einen  Stollen  im  Weißbachtal. 


47 

lichen  Fundstätte  (z.  B.  „südlich  von  Marschow",  ,,bei  der  Schmelz- 
hütte", „bei  der  Stanka-Mühle")  zu  fixieren. 

V.  v.  Zepharovich  erwähnt  (loc.  cit.  I.  Bd.,  S.  157)  unter 
Berufung  auf  E.  F.  Gloçkers  „Mineralogische  Jahreshefte  für 
die  Jahre  1831—1837"  (Nürnberg,  1835—1841)  das  Vorkommen 
von  grobkörnigem  Galenit  mit  Siderit,  Kalzit,  Baryt  und  brauner 
Blende  bei  Schwarzkirchen.  Dieser  Ort  liegt  bereits  im  Per- 
mokarbon  der  als  „Bosko witzer  Furche"  bekannten  Grabensenkung, 
etwa  3*5  km  nordnordöstlich  von  Rossitz,  in  einem  flachwelligen, 
fast  ausschließlich  mit  Feldkulturen  bestandenen  Terrain.  Wenn 
auch  F.  Kolenati  (loc.  cit.  S.  83)  aus  dem  Georgsschacht  von 
Rossitz  braune  Zinkblende  erwähnt,  die  angeblich  teils  als  dünn- 
schichtige „Unterlage  des  Spateisensteins",  teils  „in  Adern  des 
grünlichen,  quarzreichen  Chloritschiefers  oder  Talkquarzites"  auf- 
tritt, so  ist  doch  das  Vorkommen  von  Erzgängen  bei  Schwarz- 
kirchen für  jeden,  der  die  nähere  Umgebung  dieses  Ortes  kennt, 
von  vorneherein  sehr  unwahrscheinlich1).  Geht  man  der  von 
Zepharovich  angegebenen  Quelle  nach,  so  findet  man,  daß 
E.  F.  Glocker  (loc,  cit.  IL  Bd.,  S.  520)  den  Baryt  als  Begleiter 
der  oben  genannten  sulfidischen  Erze  nicht  bei  Schwarz- 
kirchen, sondern  „bei  Domaschow,  eine  Stunde  von 
Schwarzkirche n",  gefunden  hat.  Die  Ungenauigkeit  der  Fund- 
angabe fällt  also  dem  Verfasser  des  „Mineralog.  Lexikons"  zur 
Last  und  Schwarzkirchen  ist  aus  der  Liste  der  mährischen  Baryt- 
fundstätten zu  streichen. 

9.  Lacznow  bei  Lissitz  (Bezirk  Kimstadt). 

Von  diesem  Fundorte  wird  Baryt  als  Begleiter  von  Bleiglanz 
schon  bei  F.  Kolenati  (loc.  cit.  S.  22)  genannt.  Desgleichen  er- 
wähnte J.  Me  lion  (loc.  cit.  S.  155)  „weißen,  spätigen  Baryt  auf 
Chloritschiefer  mit  Eisenocker  und  Bleiglanz"  von  Lacznow  bei 
Lissitz.     Auch  hier   bestand  ein  alter  Bergbau  auf  silberhaltigen 


l)  Auch  das  Vorkoramen  der  Zinkblende  im  Rossitzer  Karbon  ist  sehr 
unsicher,  da  W.  Helmhacker,  welcher  die  Mineral  Vorkommnisse  des 
Rossitz-Oslawaner  Karbons  sehr  eingehend  studiert  hat,  in  seiner  bereits  zi- 
tierten Abhandlung  (S.  206)  ganz  ausdrücklich  bemerkt,  daß  er  selbst  Zink- 
blende nicht  aufgefunden  habe  und  daß  die  von  Kolenati  erwähnten  Ge- 
steine (Chloritschiefer  oder  Talkquarzschiefer)  aus  dem  Rossitzer  Steinkohlen- 
becken o-ar  nicht  bekannt  seien. 


48 

Bleiglanz,  der  nach  mehrfachen  Versuchen,  ihn  wieder  neu  zu  beleben, 
schon  am  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  endgültig  aufgelassen  wurde. 
Die  mir  vorliegenden  Erzstufen  zeigen  nur  zum  Teil  eine 
Durchtrümmerung  mit  weißem,  blätterigem  Baryt,  der  hie  und  da 
auch  in  kleinen,  undeutlich  ausgebildeten  und  mit  Limonit  über- 
zogenen Kristalltafeln  auftritt.  Der  Bleiglanz  findet  sich  teils  im 
Limonit,  teils  im  feinkörnigen  Kalzit  oder  einem  körnigen  Gemenge 
von  reinem  Kalzit  und  eisenhaltigem  Kalzit.  Geologisch  fallen  die 
Erzlagerstätten  von  Lacznow  in  die  nordnordöstliche  Fortsetzung 
der  phyllitischen  Zone  von  Tischnowitz.  Die  Limonitbildung  hat 
E.  F.  Glocker  (in  Poggendorfs  Annalen,  Bd.  90)  *)  auf  eine 
Umwandlung  von  Pyrit  zurückgeführt;  da  einige  Stufen  die 
Limonitisierung  des  feinkörnigen  Kalksteins  —  der  hier  wie  in 
der  Umgebung  von  Tischnowitz,  Einlagerungen  in  der  phylli- 
tischen Gesteinsserie  bildet  —  erkennen  lassen,  so  könnte  man 
vielleicht  die  Genesis  der  gesamten  Lagerstätte,  also  auch  des 
hier  auftretenden  Baryts,  durch  metasomatische  Prozesse  erklären. 
Die  immerhin  ziemlich  reiche  Bleierzführung  —  der  Tradition 
nach  soll  ja  seinerzeit  bei  Lacznow  auch  ein  Bergbau  auf  Silber 
(silberhaltigen  Bleiglanz)  bestanden  haben  —  deutet  jedoch  eher 
auf  Erzgänge  und  ist  daher  wohl  auf  Thermalwässer  zurück- 
zuführen, die  ja  selbstverständlich  auch  an  metasomatischen  Vor- 
gängen beteiligt  sein  können. 

10.  Biskupitz  (Bezirk  Gewitsch). 

Bläulich-  bis  graulichweißen,  ,, etwas  körnigen"  Baryt  von 
Biskupitz  bei  Gewitsch  finden  wir  bei  F.  Kolenati  (loc.  cit. 
S.  22)  erwähnt;  von  den  ,,Biskupitzer  Halden",  offenbar  den  Resten 
eines  alten  Bergbaues,  werden  überdies  (loc.  cit.  S.  83)  Zinkblende 
und  Bleiglanz  angegeben.  Mir  liegt  nur  eine  einzige  Stufe  vor 
(aus  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen  Hochschule), 
die  durchaus  aus  feinkörnigem,  marmorähnlichem  Baryt  besteht 
der  im  allgemeinen  eine  weiße  Farbe  besitzt,  an  vielen  Stellen 
jedoch  durch  eingestreute  dunkle  Erzteilchen  (wohl  Galenit)  bläulich- 
grau gefärbt  erscheint;  auf  Kluftflächen  haben  sich  Limonithäute 
ausgeschieden. 


l)  Zitiert  in  K.  w  Z  e  pha  r  o  v  i  c  h,  Mineralog.  Lexikon,  I,  S.  334.    Ich 
fand  an  der  zitierten  Stelle  keine  Abhandlung  von  E.  F.  Glocke  r. 


49 

Über  das  Vorkommen  selbst  ist  nichts  Näheres  bekannt;  es 
dürfte  auch  kaum  mehr  der  Beobachtung  zugänglich  sein,  da 
E.  Tietze  in  seiner  eingehenden  Beschreibung  der  „geognostischen 
Verhältnisse  der  Gegend  von  Landskron  und  Gewitsch"  (Jahrb. 
d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1901,  51.  Bd.,  S.  317—730)  auch  die  Um- 
gebung von  Biskupitz  bespricht,  die  dortigen  Erzvorkommnisse 
jedoch  mit  keinem  Worte  erwähnt.  Ich  glaube  annehmen  zu  dürfen, 
daß  es  sich  auch  hier  um  Erzgänge  handelt,  die  wahrscheinlich  in 
den  Gneisen  aufsetzen,  welche  hier  die  Unterlage  des  Paläozoikums 
(Devon,  Kulm  und  Rotliegendes)  bilden. 

11.  Bohutin  (Bezirk  Mäkr.-Schönberg). 

In  dem  Gneisgebiete  zwischen  Radomühl  und  Bohutin,  west- 
lich von  Mähr.- Schönberg,  bestanden  seinerzeit  Bergbaue  auf 
Kupfererze  (Kupferkies,  Malachit),  die  von  Baryt  begleitet  waren. 
Die  Barytausscheidung  scheint  hier  ziemlich  ansehnlich  gewesen 
zu  sein,  denn  die  mir  vorliegenden  Stufen  bestehen  durchaus  aus 
spätigem  Baryt  von  weißer  bis  bläulichweißer  Farbe  mit  sehr 
spärlichen  Einsprengungen  von  Kupferkies;  Kluftflächen  und  kleine 
Hohlräume  sind  mit  Limonithäuten  überzogen.  Die  Spaltflächen 
erscheinen  mehr  oder  weniger  stark  gekrümmt  und  besitzen  zu- 
meist einen  schwachen  Perlmutterglanz,  der  sonst  dem  Baryt  fremd 
ist.  Ein  im  Besitze  des  Herrn  Dr.  E.  Burkart  in  Brunn  befind- 
liches Stück  ist  zum  Teile  von  chalzedonähnlichem  Quarz  durch- 
wachsen. 

12.  Altstadt-Heinzendorf. 

Der  Ort  Altstadt  in  Nordmähren,  im  Quellgebiete  der  Marcli 
gelegen,  genoß  vor  Jahrhunderten  den  Ruf  einer  bedeutenden 
Bergstadt.  Auf  dem  etwa  2  hm  südwestlich  von  Altstadt  bis  zu 
einer  Seehöhe  von  686  m  aufsteigenden  Mühlberg  bestanden  seiner- 
zeit Bergbaue  auf  silberhaltigen  Bleiglanz,  Antimonit,  Zinkblende, 
Kobalt-  und  Nickelkies.  Die  Erze  traten  hier  in  Gängen  von 
nur  geringer  Mächtigkeit  auf  und  waren  zum  Teile  von  Baryt 
begleitet. 

In  der  Literatur  wird  als  Fundstätte  der  genannten  Erze 
zumeist  „Heinzendorf  bei  Goldenstein",  der  „Mühlberg  bei  Heinzen- 
dorf" oder  auch  der  „Mühlberg  bei  Altstadt"  angegeben.  Der  ge- 
nannte  Berg  ist  von  Heinzendorf  genau  so  weit  entfernt  wie  von 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums.  XI.  4 


50 

Altstadt;  da  jedoch  der  letztgenannte  Ort  bedeutend  größer  ist 
als  Heinzendorf,  so  dürfte  es  sich  empfehlen,  die  Mineralvorkomni- 
nisse  dieser  Gegend  nach  ihm  zu  benennen,  wodurch  auch  etwaige 
Doppelbenennungen  einer  und  derselben  Lokalität  (wie  z.  B.  bei 
K.  Schirmeisen,  loc.  cit.  S.  10,  Vorkommen  des  Linneits) 
sowie  Verwechslungen  mit  dem  weiter  südlich  gelegenen  „Heinzen- 
dorf bei  Ullersdorf"  vermieden  werden.  Auch  die  Vorkommnisse 
von  Kratzdorf  (unterhalb  des  Mühlberges,  etwa  3  km  südsüdwest- 
lich von  Altstadt  gelegen)  sind  wahrscheinlich  zum  Teile  auf  den 
Mühlberg  bei  Altstadt  zu  beziehen. 

F.  Kolenati  gibt  (loc.  cit.  S.  77)  an,  daß  der  Antimonit 
von  Heinzendorf  bei  Goldenstein  ,,oft  mit  lichtgelbem,  spätigem 
Baryt"  vorkomme.  Die  mir  vorliegenden  Erzstufen  führen  wohl 
keinen  Baryt,  doch  darf  deshalb  die  ganz  bestimmte  Angabe  K  o- 
lenatis  nicht  bezweifelt  werden.  Auch  A.  Oborny  führt  in 
seiner  Abhandlung:  „Skizzen  als  Beiträge  zu  den  geognostischen 
und  mineralogischen  Verhältnissen  des  mährischen  Gesenkes"  (Ver- 
handl.  d.  naturf  Ver.  in  Brunn,  III,  1864,  S.  41)  den  Baryt  unter 
jenen  Mineralien  an,  die  früher  bei  Altstadt  gefunden  wurden,  aber 
„jetzt  kaum  mehr  nachweisbar"  sind.  F.  Kretschmer  erwähnt 
in  einem  kurzen  Anhange  an  seine  Beschreibung  der  „Graphit- 
ablagerung bei  Mähr.-Altstadt-Goldenstein"  (Jahrb.  d.  k.  k.  geolog. 
Beichsanstalt,  1897,  S.  55),  daß  der  Antimonit  und  verschiedene 
andere  Erze  führende,  nur  15 — 30  cm  mächtige  Gang  des  Mühl- 
berges bei  Altstadt  „zuweilen  auch  Baryt"  führt;  der  Baryt  tritt 
also  auch  hier  als  „Gangmineral"  auf. 

b)  In  der  Brünner  Eruptivmasse. 

Schebetein  bei  Brüiiu. 

Die  nähere  Umgebung  von  Schebetein  —  etwa  9  hm  westlich 
von  Brunn  —  wird  durchaus  von  Granitit  gebildet,  in  welchem 
jedoch  nur  sehr  wenige  natürliche  Aufschlüsse  vorhanden  sind.  In 
neuester  Zeit  wurde  auf  dem  nördlich  von  Schebetein  sich  aus- 
breitenden und  gegen  die  vom  Wrbowetzbach  eingerissene  Schlucht 
abfallenden  Plateau  zur  Gewinnung  von  Straßenbaumaterial  ein 
kleiner  Steinbruch  eröffnet,  durch  den  ein  sehr  interessantes  Baryt- 
vorkommen aufgeschlossen  wurde.  Der  Granitit  ist  hier  ziemlich 
grobkörnig,  sehr  arm  an  Glimmer  und  durch  einen  auffallend  rot 


51 

gefärbten  Feldspat  ausgezeichnet.  Zahlreiche,  zumeist  mit  grünlich- 
grauen, tonigen  Zersetzungsprodukten  ausgefüllte  Klüfte  durch- 
ziehen das  Gestein  nach  allen  Richtungen  und  erleichtern  seinen 
Abbau.  Außer  diesen  ganz  unregelmäßig  verlaufenden  und  mit- 
einander zusammenhängenden  Klüften  treten  auch  noch  Spalten 
auf,  die  ziemlich  regelmäßig  verlaufen;  sie  streichen  ungefähr  in 
der  Richtung  von  NW — SO  und  fallen  sehr  steil  (etwa  70°)  gegen 
S\V  ein.  Sie  entsprechen  also  annähernd  der  Streichrichtung  der 
barytführenden  Gänge  der  Umgebung  von  Tischnowitz  und  bilden 
möglicherweise  die  Fortsetzung  dieses  Gangsystems,  welches  sich, 
wie  wir  gesehen  haben,  auch  auf  der  entgegengesetzten  Seite  in 
das  alte  Bergbaugebiet  von  Stiepanau-Borowetz  verfolgen  läßt. 

Die  Klüfte  des  Granitits  sind  im  Schebeteiner  Steinbruche, 
der  jetzt,  nachdem  der  Straßenbau  nach  Schwarzkirchen  beendet 
ist,  wieder  außer  Betrieb  gesetzt  wurde,  zum  Teile  mit  chalzedon- 
artigem  Quarz,  zumeist  jedoch  mit  Baryt  ausgefüllt.  Die  Kluft- 
ausfüllungen erscheinen  oft  nur  als  dünne  Adern,  schwellen  aber 
mitunter  zu  einer  Mächtigkeit  von  mehreren  Dezimetern  an;  den 
Hauptgang  fand  ich  70 — 80  c;«  mächtig:  Die  Gangfüllung  ist  in 
der  Regel  vom  Nebengestein  ganz  scharf  abgesetzt  und  besteht  aus 
sehr  feinkörnigem  bis  ganz  dichtem,  nur  ausnahmsweise  grobspäti- 
gem  Baryt  von  vorwiegend  gelblichweißer  bis  rötlichgelber  oder 
braungelber  Farbe.  Der  dichte  Baryt  zeigt  gewöhnlich  eine  den 
Salbändern  ungefähr  parallel  verlaufende  Bänderung,  ganz  in  der 
Art  gewisser  Kalksintervorkommnisse;  deutliche  Kristalle  treten 
nur  äußerst  selten  in  kleinen  Hohlräumen  auf. 

Besonders  bemerkenswert  ist  hier  die  Vergesellschaftung  des 
Baryts  mit  violettem  Fluorit.  Im  spätigen  Baryt  bildet  der  letztere 
idiomorphe  Einschlüsse,  die  sich  durch  ihre  dunkelviolette  Farbe 
von  dem  rötlichgelben  Grundgestein  sehr  wirkungsvoll  abheben;  der 
Fluorit  erscheint  sonach  hier  —  ähnlich  wie  im  Weißbachtale  — 
im  Vergleiche  zum  Baryt  als  eine  etwas  ältere  Bildung.  Ich  be- 
sitze ein  Handstück  des  Granits,  in  welchem  eine  bis  0*8  cm  an- 
schwellende Kluftausfüllung  nachstehende  Ausscheidungsfolge  er- 
kennen läßt:  an  den  Salbändern  dichter,  chalzedonartiger  Quarz, 
dann  beiderseits  je  eine  Lage  von  körnigem,  dunkelviolettem  Fluorit 
und  endlich  in  der  Mitte  ein  Streifen  von  sehr  feinkörnigem,  röt- 
lichem Baryt.  Auch  hier  ist  also  der  Fluorit  ohne  Zweifel  etwas 
älter    als  der  Baryt  ;    im   dichten  Baryt  hingegen    tritt  häufig  ein 

4* 


52 

ebenfalls  nahezu  dichter  Fluorit  in  unregelmäßigen  Streifen  und 
wolkigen  Flecken  auf,  die  unzweifelhaft  auf  die  gleichzeitige 
Ausscheidung  der  beiden  Mineralien  hinweisen.  Nicht  selten  häufen 
sich  die  Fluoritstreifen  an  den  Salbändern  der  Barytgänge,  aber 
sie  erscheinen  auch  mitten  in  der  Barytmasse  und  mitunter  so  ver- 
waschen, daß  sich  eine  scharfe  Grenze  zwischen  den  beiden  Mine- 
ralien gar  nicht  deutlich  erkennen  läßt. 

Erze  kommen  im  Baryt  von  Schebetein  nur  in  Spuren  vor; 
ich  beobachtete  vereinzelte  kleine  Einschlüsse  von  Bleiglanz  und 
hie  und  da  —  auch  im  Granit  —  Anflüge  von  Malachit.  Immer- 
hin sind  wohl  auch  die  Schebeteiner  Barytgänge  als  vertaubte 
Erzgänge  aufzufassen.  Der  Baryt  wurde  zusammen  mit  dem  Granit 
für  Straßenbauzwecke  verwendet  und  große  Blöcke  des  schönen, 
dichten,  von  violetten  Fluoritadern  durchzogenen  Gesteins  sind 
dem  Fundament  der  Straße  Schebetein — Schwarzkirchen  eingefügt 
worden. 

c)  Im  Paläozoikum  des  sucletischen  Gebietes. 

Rippau  (Bezirk  Müglitz). 

Der  Ort  Rippau  liegt  bloß  etwas  über  2  km  westlich  von 
Kwittein  zum  größten  Teile  in  einem  Phyllitgebiete,  welches  sich 
von  dem  Kwitteiner  durch  das  Auftreten  zahlreicher  Diabas- 
durchbrüche sowie  durch  Einlagerungen  von  Kalkphylliten  und 
eigentümlichen  Schiefergneisen  unterscheidet.  In  südlicher  Rich- 
tung schließen  sich  an  diese  paläozoischen  (nach  F.  K  r  e  t  s  c  h- 
m  e  r  dem  Unterdevon  angehörigen)  Ablagerungen  grünliche  Grau- 
wacken  und  Konglomerate,  welche  einem  tieferen  Niveau  der 
schon  bei  der  Besprechung  des  Kwitteiner  Barytvorkommens  er- 
wähnten devonischen  Grauwacken  entsprechen.  Im  „Rippauer 
Grund",  einer  schmalen  Talfurche,  die  vom  östlichen  Ende  des 
Ortes  Rippau  in  nahezu  südlicher  Richtung  gegen  das  Tal  des 
Mirowkabaches  (den  „Mürauer  Grund")  verläuft,  finden  sich  deut- 
liche Reste  (verbrochene  Schächte  und  Stollen,  Schurfgräben  und 
Halden)  eines  alten  Bergbaues,  auf  welchen  auch  noch  die  unter 
den  Bewohnern  übliche  Bezeichnung  der  Lokalität  als  „Silber- 
gruben" hinweist. 

Nach  F.  Kretschmer  (Jahrb.  d.  k.  k.geolog.  Reichsanst.,  1 902, 
52.  Bd.,  S.  426)  treten  hier  Bleierzlager  auf,  die  im  wesentlichen  aus. 


53 

makrokristallinischem  und  dichtem  Baryt  mit  eingesprengtem,  silber- 
haltigem Bleiglanz,  untergeordnetem  Siderit  und  dessen  Oxydations- 
produkten (Limonit  und  Hämatit)  nebst  Kalkspat  und  Quarz  bestehen. 
Die  alten  Grubenbaue  sind  derzeit  leider  fast  ganz  unzugänglich;  drei 
verbrochene  Schächte  sind  nur  auf  eine  geringe  Tiefe  fahrbar,  so  daß 
es  nicht  möglich  ist,  den  geologischen  Charakter  der  Lagerstätte 
mit  Sicherheit  festzustellen.  F.  Ivretschmer  weist  auf  den  Um- 
stand hin,  daß  die  Anordnung  der  Einbaue  in  einer  geraden,  nach 
h  12  normal  auf  das  allgemeine  Streichen  der  Grauwacke  streichen- 
den Linie  auf  eine  gangförmige  Lagerstätte  schließen  ließe, 
daß  aber  doch,  da  „an  den  Haldenresten  nirgends  eine  Krustifika- 
tion  der  konstituierenden  Mineralien  wahrzunehmen  ist'1,  die  An- 
nahme mehrerer,  zum  allgemeinen  Streichen  (nach  h  6  bis  h  18) 
paralleler,  nahe  beieinander  liegender  Lag  e  r  an  Wahrscheinlich- 
keit gewinne. 

Da  die  Bippauer  Barytvorkommnisse  einem  etwas  tieferen 
Niveau  angehören  als  die  Kwitteiner,  in  den  letzteren  überdies 
der  Bleiglanz  gänzlich  fehlt,  so  scheint  mir  ein  Schluß  auf  die 
analoge  Genesis  der  beiden  Lagerstätten  nicht  ganz  gerechtfertigt 
zu  sein.  Ob  auch  den  Bippauer  Grauwacken  Kalklager  mit  pri- 
märem Baryumgehalt  eingeschaltet  sind,  wissen  wir  nicht;  aufge- 
schlossen sind  sie  gewiß  nicht,  sonst  würde  sie  der  gewissenhafte 
Kr  et  schmer  konstatiert  haben.  Wenn  man  trotzdem  für  die 
Barytlagerstätte  von  Bippau  einen  metasomatischen  Ursprung  an- 
nehmen wollte,  so  wäre  immer  noch  das  Vorkommen  von  Bleiglanz 
zu  erklären.  Da  dasselbe  wohl  kaum  auf  die  einfache  „metasoma- 
tische Anreicherung"  eines  primären  Bleigehaltes  der  devonischen 
Grauwacken  zurückgeführt  werden  kann,  so  dürfte  die  barytische 
Bleierzlagerstätte  von  Bippau  meiner  Ansicht  nach  als  g  a  n  g- 
förmig  anzunehmen  sein,  und  dies  um  so  eher,  als  auch  für 
andere  Bleiglanzvorkommnisse  im  Baläozoikum  (Devon  und  Kulm) 
des  sudetischen  Vorlandes  das  gangförmige  Auftreten  sichergestellt 
ist.  Von  den  zahlreichen  Lokalitäten  dieses  Gebietes,  an  denen 
ehemals  Bergbaue  auf  silberhaltigen  Bleiglanz  bestanden,  sind  die 
Lagerstätten  Verhältnisse  leider  nur  sehr  unvollständig  bekannt  und 
es  läßt  sich  auch  nicht  nachweisen,  daß  die  Erze  überall  von 
Baryt  begleitet  sind;  bei  den  schlesischen  Vorkommnissen  scheint 
dies  zumeist  der  Fall  zu  sein,  denn  Zinkblende  „teils  in  quarziges 
Gestein,    teils    in    Schwerspat    eingesprengt"    erwähnte    schon 


54 

E.  F.  Glocker  (Mineralog.  Jahreshefte,  IL  Bd.,  S.  520  und 
S.  593)  von  Bennisch1)  und  auch  von  Zuckinantel  ist  das  Vor- 
kommen des  Baryts  als  Begleiter  der  Erze  schon  ziemlich  lange 
bekannt.  Bauwürdige  Barytlager  scheinen  im  sudetischen  Paläo- 
zoikum nirgends  vorzukommen. 

d)  Im  Jura  von  Olomutschan. 

In  den  ,, Mitteilungen  d.  k.  k.  mähr.-schles.  Gesellschaft  zur 
Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landeskunde",  1825, 
S.  175,  wird  „Cölestin"  von  Olomutschan  erwähnt.  Das  Vorkommen 
wurde  von  dem  damaligen  Architekten  K.  Rud  czinsky  entdeckt 
und  von  W.  Hruschka  beschrieben.  Der  letztgenannte,  um  die 
Mineralogie  Mährens  sehr  verdiente  Forscher  sagt  darüber  folgen- 
des: „Er  (der  Cölestin)  kommt  derb,  sehr  ausgezeichnet  blättrig, 
blaß  berlinerblau  und  bläulichweiß  in  einer  Gebirgsart,  die  aus 
Kalkspat,  Töpferton  und  Quarzkörnern  besteht,  eingewachsen  vor. 
Der  Ton,  in  welchem  der  Cölestin  vorkommt,  liegt  auf  Über- 
gangskalk". 

Schon  F.  Kole  nati  hat  (loc.  cit.  S.  22)  den  vermeintlichen 
Cölestin  von  Olomutschan  ganz  richtig  als  Baryt  erkannt;  als 
Fundstelle  nennt  er  den  „Aloisi-Stollen".  Da  bei  Olomutschan, 
beziehungsweise  Ruditz2)  nur  auf  Brauneisenstein  und  feuerfesten 
Ton  gebaut  wurde,  welche  sich  hier  in  dolmenartigen,  mitunter 
aber  als  ,, Naturschächte"  zu  bezeichnenden  Vertiefungen  des  Devon- 
kalksteins vorfinden  und  nach  den  eingeschlossenen  Fossilien  dem 
weißen  Jura  angehören,  so  handelt  es  sich  bei  dem  oben  erwähnten 
Stollen  ohne  Zweifel  um  eine  jener  ziemlich  zahlreichen  Strecken, 
die  von  den  in  den  einzelnen  Tonlagern  angelegten,  bis  120  m 
tiefen  Schächten  aus  gegen  die  Peripherie  der  „Mulden"  getrieben 
worden  sind.  Auch  aus  der  kurzen  Beschreibung  W.  Hruschkas 
geht  unzweifelhaft  hervor,  daß  der  Baryt  innerhalb  der  dem 
Jura  angehörigen  Ausfüllungsmassen   der  früher  erwähnten  Hohl- 


*)  F.  Kolenati  nennt  (loc.  cit.  S.  94)  Bennisch  bloß  als  Fundort  für 
Magneteisenerz;  die  G  1  o  c  k  e  r  sehe  Notiz  war  ihm  offenbar  entgangen. 

2)  Dies  dürfte  wohl  die  zutreffendere  Fundortsbezeichnung  sein.  Der  Ort 
Ruditz  ist  von  Olomutschan  kaum  4  km  entfernt  und  wenn  auch  einzelne  der 
alten  Eisensteingruben  bis  in  die  Nähe  von  Olomutschan  reichen,  so  wird  das 
Erzvorkommen  doch  seit  jeher  mit  der  Ortschaft  Ruditz  verknüpft. 


55 

räume  des  „Übergangskalkes" gefunden  wurde.  Es  ist  deshalb  nicht 
ganz  richtig,  wenn  F.  Slavík  in  der  kritischen  Schrift:  „Zur 
Mineralogie  Mährens"  (loc.  cit.  S.  359)  angibt,  daß  der  Baryt  von 
Olomutschan  „Trümmer  im  zersetzten  roten  Quarzdiorit"  *)  bildet; 
das  Gestein,  in  welchem  der  Baryt  gangförmig  eingeschlossen  er- 
scheint, ist  zwar  rot  gefärbt  und  auf  den  ersten  Blick  dem  durch 
roten  Orthoklas  ausgezeichneten  Granitit  der  Brünner  Eruptiv- 
masse etwas  ähnlich,  erweist  sich  jedoch  bei  näherer  Unter- 
suchung als  ein  grober,  eisenschüssiger  Sand,  wie  er  nach  Ed.  H  o  r- 
1  i  v  y  („Über  das  Vorkommen  der  Brauneisensteine  und  des  feuer- 
festen Tones  in  Euditz  bei  Blansko  in  Mähren"  ;  Zeitschr.  d.  berg- 
und  hüttenmänn.  Vereines  f.  Steiermark  und  Kärnten,  1880)  in 
verschiedenen  Horizonten  der  erzführenden  Tonlager  von  Ruditz 
vorkommt.  Der  ziemlich  reichlich  auftretende  Biotit  deutet  darauf 
hin,  daß  dieser  Sand  wesentlich  aus  umgelagertem  Granititgrus 
entstanden  ist. 

Das  in  der  Sammlung  der  k.  k.  deutschen  technischen  Hoch- 
schule befindliche  Belegstück  entspricht  der  Beschreibung  Ko  lé- 
na tis,  welcher  den  Baryt  von  Olomutschan  als  „gelb  und  bläu- 
lich" bezeichnet.  Auf  einer  Seite  des  Stückes  sieht  man  eine  2-5e>« 
mächtige  Kluft  von  kristallinischem  Kalzit  erfüllt,  welcher  in  der 
Mitte  farblos  bis  weiß,  an  den  Salbändern  jedoch  gelblich  gefärbt 
ist.  Diesen  gelblichen  Kalzit2)  hat  Kole  nati  anscheinend  auch, 
für  Baryt  gehalten,  doch  muß  ich  bemerken,  daß  an  einer  Stelle 
tatsächlich  auch  der  Baryt  eine  gelbliche  Farbe  besitzt.  Der 
letztere  erscheint  auf  der  andern  Seite  des  Stückes  in  unregel- 
mäßig begrenzten  Partien  als  Einschluß  im  Kalzit,  der  hier  durch 
Schnüre  des  rötlichen  Nebengesteins  verunreinigt  ist.  Der  Baryt 
besitzt  eine  bläulichweiße  Farbe  (daher  auch  die  ursprüngliche 
Verwechslung  mit  Cölestin),  wird  jedoch  stellenweise  nahezu  farblos 
und  ist  spätig;  bloß  an  einer  Stelle  fand  ich  in  einem  kleinen 
Hohlraum  einige  winzige  Kristallenen. 

Kalzit  und  Baryt  erscheinen  hier  deutlich  als  Kluftausfül- 
lungen.  Da  die  Eisenerze  und  feuerfesten  Ton  enthaltenden  Jura- 


*)  Es  handelt  sich  da  wohl  nur  um  einen  Lapsus  calami,  da  es 
einen  roten  Quarzdiorit  gar  nicht  gibt. 

2)  Daß  es  sich  hier  um  Kalzit  handelt,  wurde  schon  von  F.  Slaví  k, 
welcher  Gelegenheit  hatte,  das  in  Rede  stehende  Stück  zu  untersuchen,  in 
seiner  Schrift:  „Zur  Mineralogie  Mährens"  (loc.  cit.  S.  359)  nachgewiesen. 


56 

abla gerungen  vorwiegend  kieselige  Sedimente  sind,  so  ist  eine  Aus- 
scheidung des  Kalzits  und  somit  auch  des  Baryts  durch  Lateral- 
sekretion nicht  anzunehmen.  Viel  wahrscheinlicher  ist  eine  Aus- 
scheidung aus  aufsteigenden  "Wässern,  die  möglicherweise  auch  an 
der  sehr  eigentümlichen  Brauneisenstein-  und  Kaolinbildung  be- 
teiligt waren.  Leider  ist  nicht  bekannt,  ob  Baryt  bei  den  berg- 
männischen Aufschlußarbeiten  wiederholt  oder  nur  ganz  ausnahms- 
weise angetroffen  wurde;  in  der  oben  zitierten  Schilderung  des 
Ruditzer  Bergbaues  durch  Ed.  Horlivý  werden  derlei  Vorkomm- 
nisse nicht  erwähnt. 

VI.  Zweifelhafte  Vorkommnisse. 

1.  Mohelno  (Bezirk  Namiest). 

F.  Kolen  at i  führt  (cit.  loc.  S.  22)  auch  das  Vorkommen 
eines  erdigen,  schaligen  Baryts  von  gelblichgrauer  Farbe  bei 
Mohelno  unwreit  Namiest  an.  Belegstücke  für  dieses  Vorkommen 
sind  jedoch  anscheinend  in  keiner  Sammlung  zu  finden:  es  ist 
auch  sehr  unwahrscheinlich,  daß  sich  „erdiger"  Baryt,  der  ja  ohne- 
hin zu  den  seltenen  Vorkommnissen  gehört,  in  dem  vorwiegend  aus 
Serpentin  und  Granulit  bestehenden  Gebiete  von  Mohelno  vor- 
findet. Aufschlüsse  sind  hier  fast  nur  im  Serpentin  vorhanden  und 
dieser  Umstand  läßt  mich  vermuten,  daß  der  vermeintliche  erdige 
oder  schalige  Baryt  in  Wirklichkeit  dichter  Magnesit  ist,  der 
im  Serpentingebiete  von  Mohelno — Hrubschitz  sowohl  in  Knollen 
als  auch  erdig  vorkommt  und  nicht  selten  eine  gelblichgraue  Farbe 
besitzt. 

2.  Kojeteiu  (Bezirk  INeutitscliem). 

Diesen  Fundort  erwähnt  K.  Schirmeisen  in  seinem 
„Systemat.  Verzeichnis  etc."  (S.  33)  unter  Berufung  auf  J.Meli  on, 
jedoch  ohne  anzugeben,  welche  von  den  beiden  mährischen  Ort- 
schaften, die  den  Namen  Kojetein  führen,  eigentlich  gemeint  ist. 
In  der  Tat  führt  J.  Me  lion  in  seiner  Schrift:  „Mährens  und 
Osterr.-Schlesiens  Gebirgsmassen  und  ihre  Verwendung  mit  Rück- 
sicht auf  deren  Mineralien"  (2.  Aufl.  Brunn  1895,  K.Winiker;  im 
Selbstverlage    des  Verfassers)1)    gelegentlich    der    ganz    flüchtigen 


*)  Diese  Schrift  strotzt  von  sachlichen  Unrichtigkeiten;  die  Darstellung 
ist  durchaus  laienhaft  und  läßt  auch  in  stilistischer  Beziehung  sehr  viel  zu 
wünschen  ubrisr. 


57 

Erwähnung  des  Barytvorkommens  auf  dem  Kwietnitzaberge  bei 
Tischnowitz  an,  daß  sich  Schwerspate  „auch  zu  Borowetz,  Zuck- 
mantel, Ko  j  e  te  in  u.a.  0."  vorfinden.  Auch  hier  fehlt  jeder  Hin- 
weis darauf,  ob  die  in  der  Marchebene  gelegene  Stadt  Kojetein 
oder  das  gleichnamige  Dorf  im  Bezirk  Neutitschein  (etwa  3  km 
südöstlich  von  Altitschein)  gemeint  ist.  Da  in  der  Umgebung  von 
Kojetein  in  der  Hanna  ältere  Ablagerungen  als  Quartär  nicht 
aufgeschlossen  sind,  das  Vorkommen  von  Baryt  in  unserem  Quartär 
jedoch  höchst  unwahrscheinlich  ist,  so  kann  es  sich  bei  der  M  e- 
li  on  sehen  Lokalität  bloß  um  Kojetein  bei  Altitschein  handeln. 
Hier  findet  sich  Teschenit  beziehungsweise  Pikrit,  das  Barytvor- 
kommen könnte  also  ein  ähnliches  sein  wie  das  vom  Gimpelberge 
(vgl.  S.  14). 

Belegstücke  für  dieses  Vorkommen  sind  mir  nicht  bekannt, 
dürften  sich  aber  vielleicht  in  der  nachgelassenen  Sammlung  des 
vor  einigen  Jahren  verstorbenen  Dr.  J.  Meli  on  vorfinden.  J.  Sa- 
petza,  welcher  in  seinen  „Geognost.  und  mineralog.  Notizen  aus 
der  Umgebung  von  Neutitschein"  (Verhandl.  d.  naturforsch.  Vereines 
in  Brunn,  III.  Bd.,  1864,  S.  25  f.)  auch  die  Umgebung  von  Koje- 
tein bespricht,  macht  keine  Erwähnung  eines  Barytvorkommens. 
Daß  sich  die  spätere  Angabe  J.  Mêlions  auch  auf  Neutitschein 
(Gimpelberg)  beziehen  sollte,  ist  sehr  unwahrscheinlich. 


Übersicht  der  mährischen  Barytfunclorte. 

1.  Altstadt — Heinzendorf.  —  Auf  Erzgängen. 

2.  Biskupitz,  Bezirk  Gewitsch.  —  Auf  Erzgängen. 

3.  Bohutin,  Bezirk  Mähr.-Schönberg.  —  Auf  Erzgängen. 

4.  Borowetz,  Bezirk  Bistritz.  —  Auf  Erzgängen. 

5.  Borry  (Ober-),  Bezirk  Groß-Meseritsch.  —  Auf  Erzgängen. 

6.  Brunn.  —  Infiltrationen  auf  Verwerfungsklüften  im  Unter- 
devonkonglomerat und  Diabas. 

7.  Cborin,    Bezirk  Wall.-Meseritsch.    —    Infiltrationen    auf 
Klüften  des  Karpathensandsteins. 

8.  Hermannschlag,    Bezirk    Groß-Meseritsch    —    Auf  Erz- 
gängen. 

9.  Iglau — Obergoß.  —  Auf  Erzgängen. 

10.  Jassenitz,  Bezirk  Namiest.  —  Auf  Erzgängen. 


58 

11.  Jaworek,  Bezirk  Neustadtl.  —  Auf  Erzgängen. 

12.  Jassinow,  Bezirk  Kunstadt.  —  Auf  metasomatischen  Eisen- 
erzlagerstätten. 

13.  Jawurek — Domaschow — Marschow,  Bezirk  Eibenschitz.  — 
Die  eigentlichen  Fundstätten  sind  Erzgänge  und  selbständige  Gänge 
(taube  Erzgänge)  im  "Weißbachtale  (Schmelzhüttental),  westlich  von 
Eichhorn-Bittischka. 

14.  Komarowitz,  Bezirk  Iglau.  —  Auf  Erzgängen. 

15.  Kwittein,  Bezirk  Müglitz.  —  Auf  metasomatischen  Eisen- 
erzlagerstätten. 

16.  Lacznow,  Bezirk  Kunstadt.  —  Auf  Erzgängen. 

17.  Neutitschein.  —  Infiltrationen  im  Pikrit. 

18.  Olomutschan.  —  Adern  im  oberen  Jura. 

19.  Padochau,  Bezirk  Eibenschitz.  —  Infiltrationen  in  Stein- 
kohle. 

20.  Przimielkau,  Bezirk  Iglau.  —  Auf  Erzgängen. 

21.  Pippau,  Bezirk  Müglitz.  —  Auf  Erzlagerstätten,  deren 
Genesis  nicht  sichergestellt  ist. 

22.  Possitz.  —  Infiltrationen  im  Karbon. 

23.  Pzeznowitz,  Bezirk  Eibenschitz.  —  Infiltrationen  im 
Permokarbon  (Arkose).  • 

24.  Schebetein,  Bezirk  Brunn.  —  Selbständige  Gänge  (vers- 
taubte Erzgänge)  und  Adern  im  Granit. 

25.  Schmole,  Bezirk  Müglitz.  —  Auf  metasomatischen  Eisen- 
erzlagerstätten (hierher  auch  Lukawetz). 

26.  Schwaretz,  Bezirk  Bistritz.  —  Auf  Erzgängen. 

27.  Stiepanau,  Bezirk  Bistritz.  —  Auf  Erzgängen. 

28.  Swatoslau,  Bezirk  Groß-Meseritsch.  —  Auf  metasomati- 
schen Eisenerzlagerstätten,  vielleicht  auch  auf  Gängen. 

29.  Tischnowitz — Stiepanowitz — Lomnitschka.  —  Selbständige 
Gänge  (vertaubte  Erzgänge)  im  Kalkstein,  Quarzit  und  in  kristal- 
linischen bis  halbkristallinischen  Schiefern. 

30.  Weißbachtal  (Schmelzhüttental)  westlich  von  Eichhorn- 
Bittischka.  —  Auf  Erzgängen  und  in  selbständigen  Gängen  (tauben 
Erzgängen).  Hierher  gehören  außer  den  unter  Nr.  13  genannten 
Lokalitäten  auch  noch  einige  andere,  in  der  westlichen  Fortsetzung 
des  "Weißbachtales  gelegene  Fundstätten  (Stanka-Mühle,  Kouti- 
Wald). 


Über  die  Kontaktmetamorpliose 

am  unterdevonischen  Diabas  zu  Karlsbrunn 

im  Hocligesenke. 

Von  Bergingenieur  Franz  Kretscbmer  in  Sternberg. 
Mit   einem  Profil  im  Text. 


Der  idyllisch  und  lieblich  gelegene  Badeort  Karlsbrunn 
(Osterr.-Schlesien)  am  Fuße  des  Altvaters  inmitten  von  meilen- 
weiten Wäldern  eingebettet,  in  dem  alljährlich  Hunderte  Menschen 
Erholung  und  Gesundheit  finden,  erhält  gegenwärtig  einen  Zuwachs 
in  Gestalt  eines  neuen  großen  Unterkunftshauses  für  Kurgäste,  das 
zu  einem  modernen  Prachtbau  ausgestaltet  werden  soll;  derselbe  wird 
von  dem  dortigen  Herrschaftbesitzer  und  Besitzer  des  Kurortes  Karls- 
brunn, dem  Deutschen  Ritterorden,  selbst  erbaut  und  erhält  den 
Namen  „Lothringer  haus".  Hinter  diesem  neuen  Kurhause  in 
der  Richtung  gegen  das  Hoch-  und  Deutschmeister'sche  Sägewerk 
liegt  ein  alter  Steinbruch  in  dem  daselbst  anstehenden  Dia- 
bas. Dieser  Steinbruch  wurde  zum  Baue  des  Lothringerhauses 
wieder  in  Betrieb  gesetzt  und  durch  den  gegenwärtigen  Abbau 
wesentlich  erweitert.  Dabei  hat  man  an  der  Grenze  zwischen  dem 
Diabas  im  Hangenden  und  dem  Phyllit  im  Liegenden,  besonders 
im  letzteren,  hochwichtige  kaustische  und  pneumatolytische 
Kontaktgebilde  bloßgelegt,  welche  nun  nachfolgend  der  Gegen- 
stand näherer  Untersuchung  und  Besprechung  werden  sollen. 

Der  Aufschluß. 

Der  Diabaskörper,  welcher  in  dem  gedachten  Steinbruch 
Gegenstand  des  Abbaues  ist,  war  am  besten  aufgeschlossen  auf 
der  Bachbeetsohle   und  an  den  Ufern  der  am  Steinbruch  vorbei- 


60 


(Juerprofil  der  Koiitaktzoiie  am  unterdevonischeii  Uralitdiabas- 
porphyrit  zu  Karlsbrimn  im  Hochgesenke. 

Steinbruch  beim   Lothringerhaus. 


1.  Bleigrauer  unveränderter  Phyllit. 

2.  Entkohlter  und  gebleichter  Phyllit. 

3.  Gebleichter  und  zum  Teil   kaolini- 

sierter  Spilosit. 

4.  Adinole  in  Spilosit  verlaufend. 


5.  Endomorpher  Uralitdiabas. 

6.  Uralitdiabasporphyrit. 

7.  Moränenschutt. 

8.  Tagroerölle  und  Walderde. 


führenden  und  eingeschnittenen  Weißen  Oppa;  leider  wurde 
dieser  instruktive  natürliche  Aufschluß  durch  die  Uferstützmauern, 
welche  man  für  die  Zwecke  des  erwähnten  Neubaues  aufgeführt 
hat,  seither  zu  einem  großen  Teile  vermauert.  Der  grobkörnige 
Diabas  durchbricht  hier  in  einem  mächtigen  Lagergang,  unter- 
devonischen schwargrauen  bis  blaugrauen  Phyllit,  welch  letzterer 
aus  bituminösen  Tonschiefern  durch  Regionalmetamorphose  hervor- 
gegangen ist,  wobei  das  Bitumen  zu  Kohle  reduziert  wurde  und  im 
Endstadium  zur  Graphitbildung  Veranlassung  gab.  Solch  dunkler 
Phyllit  ist  speziell  auf  der  Bachsohle  der  weißen  Oppa  nächst 
dem  Diabaskörper  in  lehrreicher  Weise  bloßgelegt. 

Der  im  Steinbruch  an  den  Diabas  unmittelbar  angrenzende 
Phyllit  fällt  nach  llh  *)  unter  <£  70°  unter  den  ersteren  ein,  weiter 
entfernt  ist  das  Einfallen  23h  unter  <t  70 — 75°,  woraus  sich  ein 
kleiner  Spezialsattel  ergibt,  den  hier  der  Phyllit  formt,  dessen 
durchschnittliches  Streichen  mit  5h  ermittelt  wurde.  Das  oben- 
stehend abgebildete  Profil  gibt  ein  wahrheitsgetreues  Bild  von  dem 
gedachten  Aufschlüsse,  wie  ich  denselben  Anfang  Juli  1910  an- 
getroffen habe. 

Der  dem  Phyllit  aufgelagerte  Diabas  gehört,  wie  weiter  unten 
nachgewiesen  wird,  zum  Uralitdiabas  beziehungsweise  Uralit- 


')  h  =  Kompaßstunde. 


61 

diabas  pórky  rit  und  besteht  aus  einer  polyedrisck  zerklüfteten 
großklotzigen  Felsmasse,  welche  ungefähr  30  m  mächtig  aufge- 
schlossen erscheint;  weiter  östlich  ist  diese  Eruptivmasse  abgetragen, 
daher  das  Hangende  fehlt,  an  dessen  Stelle  dort  eine  mächtige 
Halde  von  Moränenschutt  abgelagert  ist,  die  jeden  weiteren 
Einblick  hindert.  Der  Schutt  beherbergt  zahlreiche  Trümmer  sowie 
0-50  bis  l'Om3  große  Blöcke  von  dem  Diabasgestein.  Auf  der 
Bachsohle  der  Oppa  habe  ich  schon  früher  die  Breite  der  Diabas- 
masse mit  rund  50m  abgemessen. 

Kaustische  Kontaktmetaniorpliose. 

Beim  Betreten  des  gedachten  Steinbruches  hinter  dem  Lothrin- 
gerhaus zu  Karlsbrunn  sind  es  die  exomorphen  Diabaskontaktge- 
steine, welche  wegen  ihrer  eigenartigen  Ausbildung  uns  sofort  in 
die  Augen  fallen,  und  wollen  wir  uns  zunächst  damit  befassen, 
sodann  das  Eruptivgestein  näher  ansehen.  Die  kaustischen  Ein- 
wirkungen der  Diabase  auf  den  Phyllit  bestehen  in  folgenden 
Erscheinungen  : 

A.  Ausbleich ung  der  normal  stark  graphitischen,  schwarz- 
grau bis  bleigrau  gefärbten  Phyllite  unter  Verlust  ihres  Seidenglanzes, 
zu  einem  weißen  oder  hellgrauen,  vorwiegend  stark  porösen 
zum  Teil  sogar  morschen  Gestein,  welche  Zone  im  ganzen, 
ungefähr  12*3  m  mächtig  erscheint,  deren  Gliederung  sich  in  der 
Richtung  vom  normalen  Phyllit  gegen  den  Uralitdiabas  hin  folgen- 
dermaßen gestaltet  (siehe  das  beigegebene  Querprofil): 

1.  Mächtige  Zone  teils  eisenschüssiger,  teils  graphitischer, 
jedoch  mehr  oder  weniger  unversehrt  gebliebener  Phyllite.  Dessen 
ungeachtet  kommen  jedoch  schon  hier,  in  den  oberen  Partien, 
Schiefer  zur  Geltung,  worin  der  Graphit  bis  auf  schwache  Schmitze 
verzehrt  ist,  zugleich  der  Pyrit  und  Hämatit  limonitisieren  und 
dadurch  das  helle  Gestein  eisenschüssig  erscheint. 

2.  Nun  folgt  eine  gänzlich  gebleichte  beziehungsweise 
entkohlte  Phyllitzone,  die  jedoch,  bis  auf  die  Graphitverluste, 
scheinbar  auf  keinerlei  weitere  Veränderungen  hinweist  und  dabei 
eine  Mächtigkeit  von  7  m  besitzt. 

3.  Nun  folgen  37  m  mächtige  Phyllitbänke,  welche  gänzlich 
weiß  und  weißgrau  ausgeglüht  sowie  das  Gestein  durch  erlittene 
Substanzverluste    glanzlos    matt   und  stark    porös    geworden  ist, 


62 

bei  mehr  oder  weniger  deutlicher  Erhaltung  der  Schieferung  und 
gekröseartigen  Fältelung.  Gegen  den  Hammerschlag  verhält  sich 
das  morsche  Gestein  hohl-  und  d  u  m  p  f  k  1  i  n  g  e  n  d,  es  ist 
unelastisch  und  zerfällt  zum  Teil  leicht  zu  einem  weißen  Pulver. 

4.  Zunächst  unter  dem  Uralitdiabas  liegt  eine  V6m  mächtige 
Gesteinsbank  des  Phyllit,  in  welcher  das  ausgebleichte  Gestein 
zuoberst  steinhart,  würfelig  spaltend  und  Splitter  ig  bre- 
chend erscheint  und  worin  übrigens  Schieferung  und  Fältelung 
der  normalen  Phyllite  mehr  oder  weniger  gänzlich  verschwunden  sind. 

B.  Verlust  des  Wassergehaltes  und  Abnahme 
des  spezifischen  Gewichtes  im  kaustischen  Phyllit  als 
Folge  der  Porosität.  Das  morsche  Gestein  verschluckt  begierig 
"Wasser  unter  lebhaftem  Blasenwerfen  und  Zischen,  von  welchem 
es  3  bis  4%  des  ursprünglichen  Gewichtes  aufnimmt.  Bekanntlich 
beträgt  der  Wassergehalt  normaler  Phyllite  in  der  Regel  3  bis  4%, 
wie  aus  zahlreichen  Analysen  hervorgeht;  wir  haben  daher  wohl 
in  der  gedachten  Wasseraufnahme  eine  Rekompensation  zu  erblicken. 
C.  Teilweise  Kaolinisierung  des  neugebildeten  Feldspats 
in  dem  morschen  kaustisch  sowie  pneumatolytisch  veränderten 
Phyllit,  welcher  beim  Berühren  mit  dem  Hammer  zu  einem  weißen 
Mehl  zerfällt.  Diese  Sache  erinnert  äußerlich  an  mehlig  zerfallenden 
totgebrannten  kaustischen  Kalk.  Vom  Diabaskontakt  aus  ver- 
laufen diese  mannigfaltig  modiüzirten  Phyllitbänke,  ganz  allmählich 
ohne  sichtbare  Grenzen  in  die  intakt  gebliebenen  schwarzen  Glanz- 
schiefer. 

Die  Ausbleich ung  der  gedachten  kaustischen  Phyllite 
ist  jedenfalls  auf  die  Ausglüh  ung  des  Kohlegehaltes  in  dem 
ursprünglichen  Sediment  durch  das  Eruptivgestein  zurückzuführen. 
Nachdem  aber  der  Kohlenstoff  als  Graphit  anwesend  war,  so 
kann  die  schwierige  Verbrennung  des  letzteren  durch  die  Kohlen- 
säure-Exhalation,  die  im  Gefolge  der  Diabaseruption  auftrat,  befördert 
worden  sein  nach  der  Gleichung  C02-f-C  =  2CO.  Gleichzeitig  wurde 
durch  diese  Kohlensäure  die  Kaolinbildung  in  dem  neugebil- 
deten Albit-Quarzaggregat  in  den  Schiefern  hervorgerufen.  Durch 
den  hohen  Belastungsdruck,  der  über  dem  Reaktionsraume  herrschte, 
war  die  Kohlensäure  am  Entweichen  gehindert  und  die  gedachte 
Reaktion  vollzog  sich  bei  Anwesenheit  hochgespannter  Kohlensäure- 
dämpfe. In  ähnlicher  Weise  verlieren  kalkige  Gesteine  im  Kontakt 
mit  Effusivgesteinen  ihre   dunkle   oder  graue  Färbung  und  gehen 


63 

in  weißen  zuckerkörnigen  Marmorkalk  über.  Auch  der  Verlust  des 
Wassergehaltes  in  den  Kontaktschiefern  beruht  wohl  ebenfalls  auf 
der  Ausglühung  durch  das  Eruptivgestein. 

Der  kleine  Phyllitsattel  im  unmittelbaren  Liegenden  des  Dia- 
bases hat  sich  gewiß  im  Anschluß  an  die  Phyllittfältelung  ent- 
wickelt, welche  letztere  sich  als  eine  fast  allgemeine  Erscheinung 
in  den  unterdevonisehen  Phylliten  des  Hochgesenkes  darstellt.  Wie 
bekannt,  kommen  derlei  Sättel  in  fast  allen  Phyllitgebieten  in 
größerer  Häufigkeit  vor.  Jedenfalls  war  der  gedachte  Sattel  schon 
vorhanden,  als  die  Diabasintrusion  erfolgte,  und  ist  derselbe  in 
Folge  gebirgsbildender  Vorgänge  sowie  jener  Massenbewegungen 
entstanden,  welche  dem  Diabaserguß  vorausgingen.  Als  Beweis  für 
die  Richtigkeit  dieser  Auffassung  mag  die  Tatsache  gelten,  daß 
die  Kontaktgebilde  nicht  dem  Phyllitsattel  folgen,  vielmehr  von 
der  Grenzfläche  des  Diabases  abhängig  sind,  was  aus  dem  obigen 
Profil  ersichtlich  ist. 

Wie  man  sich  am  oben  geschilderten  Aufschluß  überzeugen 
kann,  erfolgte  der  Anschluß  des  Diabases  an  den  Phyllit  nicht 
etwa  durchgreifend,  sondern  konkordant;  denn  wir  haben  es  hier 
gewiß  mit  einem  Lagergange  von  Diabas  zu  tun,  der  auf  einer 
Spalte  parallel  zum  allgemeinen  Streichen  und  Fallen  intrudierte. 

Pneumatolytisclie  Kontaktgebilde. 

Außer  den  kaustischen  Einwirkungen  waren  unsere  unter- 
devonischen Phyllite  auch  pneumatolytischen  Einflüssen  unterworfen, 
welche  ihren  Mineralbestand  mehr  oder  weniger  tief  betrafen  und 
sich  als  Gebilde  der  normalen  Kontaktmetamorphose  des  Diabases 
darstellen.  Die  gedachten  kaustisch  veränderten  Phyllite  sind  zugleich 
als  höher  und  gröber  kristalline  Fleck  schiefer  aus- 
gebildet, und  zwar  sind  es  steinige  A  din  o  le,  die  zunächst  dem 
Diabas  lagern,  teils  sind  es  schieferige  Sp  il  o  site,  welche  mehr 
•  entfernt  davon  anstehen  und  eine  niedrigere  Stellung  in  der  Reihe 
veränderter  Schiefer  einnehmen.  Beide  Arten  dieser  Kontaktschiefer 
sollen  nun  im  nachfolgenden  petrographisch  untersucht  und  bespro- 
chen werden. 

Adiiiole. 

M  a  k  r  o  s  k  o  p  i  s  c  h  e  r  B  e  f  u  n  d  :  Ein  feinkörniges  bis  dichtes, 
grünlich-     oder    graulichweißes    Gestein,     worin    man    zahlreiche 


64 

grüne  Flecke  und  Schmitze  interponiert  sieht,  die  wahr- 
scheinlich  zum  Chlorit  gehören.  Stellenweise  ist  dieses  grüne 
Mineral  zu  größeren  und  längeren  Schmitzen  und  zu  völligen 
Striemen  sowie  auch  Nestern  parallel  der  früheren  Schieferung 
angehäuft,  doch  gesellt  sich  dazu  örtlich  und  reichlich  überaus 
kleinschuppiger  weißer  Glimmer,  es  ist  wohl  Serizit.  Auf  den 
Strukturflächen  des  Gesteines  erscheinen  die  gedachten  grünen 
Flecken  größtenteils  schwarzbr  a  u  n  oder  rotbraun  verwittert. 
Das  Gestein  ist  steinhart,  von  auffallend  regelmäßiger  würfeliger 
Spaltbarkeit  und  splitterigem  Bruch,  von  den  früheren  Schieferfla- 
sern  oder  von  deren  Fältelung  ist  allerdings  nichts  mehr  zu  sehen. 
In  dem  Gestein  sind  zahlreich  unregelmäßige  Zellräume  zum  Teil 
mit  hexagonalen  Umrissen,  welche  wahrscheinlich  auf  Pseudomor- 
phosen  von  Limonit  nach  Pyrit  hinweisen,  allerdings  ist  das  Eisen 
bis  auf  spärliche  Überreste  von  gelbem  Eisenocker  seither  wieder 
weggeführt  worden.  Schließlich  ist  an  der  Gesteinsmasse  die 
Umwandlung  des  anscheinend  feldsjiatigen  Anteiles  zu  einem 
überaus  zartschuppigen  Serizit  häufig  zu  beobachten,  lokal 
bildet  der  letztere  zusammenhängende  tlasrige  Serizitaggregate. 

Mikroskopisches  Bild:  Die  Schieferung  ist  sehr  ver- 
steckt, wo  Reste  davon  vorhanden,  ist  sie  dick-  und  parallelschiefrig; 
im  Schliff  senkrecht  dazu  bemerkt  man,  daß  die  herrschende  farb- 
lose Grundmasse  von  gröber  kristallinen  farblosen 
Aggregaten  ohne  Anordnung  regellos  durchzogen  wird;  außer- 
dem fallen  uns  darin  sehr  viele  olivengrüne  undurchsichtige 
Flecken  auf.  Bei  starker  Vergrößerung  ergibt  sich  alsdann,  daß 
die  grobkörnigen  Aggregate  farblosen  Quarz  enthalten,  der  ohne 
Spaltrisse  und  auch  ohne  Einschlüsse  kenntlich,  ferner  aus  Albit 
bestehen,  welch  letzterer  durch  winzige  Unterpositionen  von  Gasen 
und  Flüssigkeiten  ein  mehr  oder  weniger  stark  getrübtes  Aussehen 
besitzt;  derselbe  ist  farblos,  spaltet  nach  zwei  Richtungen,  hier  und 
dort  ist  Zwillingsstreif ung  oder  nur  Zwillingshalbierung  nachweisbar. 
Zwischen  diesem  Albit-Quarzaggregat  ziehen  Stränge  von  farb- 
losem M  u  s  k  o  v  i  t  parallel  geordnet  und  wellig  hindurch  ;  derselbe 
ist  infoge  seiner  starken  Doppelbrechung  durch  leuchtende  Polari- 
sationsfarben auffällig;  seine  Längenschnitte  zeigen  sehr  feine 
anhaltende  Spaltrisse,  seine  Formen  sind  allotriomorph,  bald 
hexagonale,  bald  gelappte  und  zackige  Blättchen.  Diese  Glimmer- 
lamellen sind  meist  regellos  eingestreut  oder  eingeklemmt  zwischen 


65 

die  beiden  anderen  Komponenten  der  gröber  körnigen  Aggregate; 
selten  begegnet  man  radialstrahliger  Anordnung  gedachter  Glim- 
merlamellen. 

Die  grünen  undurchsichtigen  Häufchen  werden  erst  bei 
starker  Vergrößerung  durchsichtig;  es  sind  dies  hellgrüne  bis 
farblose  äußerst  feinschuppige  Aggregate,  die  Schuppen  unregel- 
mäßig begrenzt,  mit  geringerer  Spaltbarkeit  nach  (001)  als  bei 
Muskovit,  unter  gekreuzten  Niçois  olivengrünn  niedriger  Ordnung, 
das  Mineral  dieser  grünen  Flecken  ist  wohl  demzufolge  ein  Chlorit, 
dessen  Aggregate  mit  kleinsten  Körnchen  von  Albit  und  Quarz 
untermengt  sind.  Zuweilen  bilden  die  beiden  letzteren  kugelige 
Zentren,  um  welche  sich  der  Chlorit  kranzförmig  herumlegt. 

Die  farblose  G  rund  masse  erweist  sich  bei  starker  Ver- 
größerung und  gekreuzten  Niçois  als  ein  überaus  feinkörniges 
Mineralgewebe,  das  Aggregatpolarisation  bei  schwacher  Lichtbre- 
chung und  niedrige  Interferenzfarben  zeigt,  welche  über  das  Eisen- 
grau und  Lavendelgrau  I.  Ordnung  nicht  hinausgehen  und  wesent- 
lich aus  Albit  und  Quarzkörnern  besteht,  die  nach  Art  von 
Pflastersteinen  stumpf  aneinander  stoßen,  was  zur  Ausbildung 
granoblastischer  Mikrostruktur  führt,  während  die  grob- 
körnigen Albit-Quarz-Glimmer-Aggregate  in  porhyroblasti- 
scher  Struktur  entwickelt  sind.  Die  Grundmasse  enthält  auch 
noch  viele  Gasbläschen  als  Einschlüsse,  davon  einige  schon 
mit  der  Lupe  sichtbar  sind;  sie  erscheinen  vollständig  farblos  und 
sind  durch  hohe  Lichtbrechung  und  demzufolge  hohes  Relief  mit 
breitem  dunklen  Rand  ausgezeichnet. 

Von  Tonschiefernädelchen  ist  in  unseren  Adinolen  nichts  zu 
sehen  und  dasselbe  gilt  selbstredend  von  etwa  größer  gewordenem 
Rutil.  Kohlige  Substanzen  und  Eisenoxyde,  welche  andere  Adinolen 
in  Striemen  pigmentieren,  fehlen  in  den  mikroskopischen  Bilde; 
speziell  der  Graphit  der  normalen  Phyllite  wurde  bei  der  Kontakt- 
metamorphose nach  der  oben  angeführten  Gleichung  gänzlich 
konsumiert. 

Spilosit. 

Mikroskopischer  Befund:  Der  schon  mit  unbewaff- 
netem Auge  erkennbare  Unterschied  gegen  die  Adinole  besteht 
darin,  daß  diese  weiter  vom  Kontakt  anstehenden  Gesteine  ihre 
Schieferstruktur    erhalten    haben,    sie    zeigen   häufig,    gleich    dem 

Zeitschrift  des  mahr.  Landesnniseums.  XI.  5 


66 

Ursprimgsgestein,  die  zarteste  Fältelung  und  die  wunderlichsten 
gekröseartigen  Windungen,  Biegungen  und  Knickungen  ihrer 
Schieferflasern.  Dessenungeachtet  hat  auch  im  Spilositeine  durch- 
greifende Kristallisation  stattgefunden,  jedoch  unter  Ausbildung 
helizilitischer  Struktur:  das  ursprünglich  graphitische 
Pigment  ist  hier  ebenso  vollständig  verschwunden  wie  in  der  Adinole, 
der  erstere  ist  gleich  der  letzteren  stark  ausgebleicht.  Das  Gestein 
hat  demzufolge  eine  grünlichweiß  melierte  Farbe,  in  welchem  ein 
anscheinend  feldspatiges  Mineral  in  ungezählter  Folge  abwech- 
selt mit  einem  chloritischen,  wodurch  ein  grünes  Geäder  auf 
weißem  Grund  entsteht;  des  öfteren  werden  lediglich  grüne  Flecke 
und  Schmitze  von  Chlorit  sichtbar,  häufig  erscheinen  sie  als  ein 
Netzwerk  von  Chloritadern,  dessen  Maschen  von  der  Feldspatmasse 
erfüllt  sind;  angeschliffene  Flächen  dieses  Gesteines  sehen  wie 
guillochiert  aus.  Die  Strukturflächen  des  Spilosits  sind  zumeist  mit 
zahllosen  rosetten-  oder  sternförmigen  Chlorithäufchen  bedeckt, 
welche  teils  schwarzbraun,  teils  rostbraun  verwittern  und  sich  dann 
vom  weißgebleichten  Untergrunde  scharf  abheben.  —  Der  Feld- 
spat der  Gesteins  setzt  sich  da  und  dort  teilweise  zu  einem  äußerst 
zartschuppigen  Aggregat  von  S  e  r  i  z  i  t  um,  während  andere  Gesteins- 
partien zu  mehligem  Kaolin  umgewandelt  erscheinen,  wie  bereits 
oben  erläutert  wurde,  durch  welchen  Umwandlungsprozeß  die 
Gesteinmasse  alsdann  seine  Kohärenz  einbüßt,  mürbe  und  brüchig 
wird.  —  Atmosphärische  Verwitterung  zersetzt  bisweilen  den 
Chlorit  zu  Karbonat,  Limonit  und  Quarz,  welche  Produkte  sich 
in  den  zahlreichen  Gesteinsporen  wieder  absetzen  oder  fortgeführt 
werden.  Auch  im  Spilosit  bemerkt  man  vereinzelte  Zellräume 
unregelmäßiger  Gestalt,  was  ebenfalls  auf  ein  weggelöstes  Mineral 
hinweist,  vielleicht  auf  Pyrit. 

Mikroskopische  Ansicht:  Der  Schliff  senkrecht  zur 
Schieferimgsebene  läßt  deutlich  die  frühere  Schieferstruktur,  paral- 
lele Fältelung  und  die  gekröseartigen  Windungen  erkennen,  das 
organische  Pigment  der  normalen  Phyllite  fehlt  gänzlich.  Die  vor- 
herrschende scheinbar  einheitliche  Grundmasse  zeigt  unter  ge- 
kreuzten Niçois  die  Erscheinung  der  Aggregatpolarisation,  besteht 
aus  einem  äußerst  feinkörnigen  Aggregat  von  A 1  b  i  t  und  Quarz, 
welcher  in  diesem  Falle  noch  feinkörniger  als  in  den  Adinolen  ent- 
wickelt erscheint;  demzufolge  die  Dimensionen  der  Albit-  und  Quarz- 
körner der  Grundmasse  mit  Annäherung   an   den  Diabas  wachsen. 


67 

In  dieser  Grundmasse  kann  man  ähnlich  den  Adinolen  g  r  ö- 
berkörnigeAggregate  verfolgen,  bestehend  aus  vorwiegendem 
A 1  b  i  t,  wenig  Quarz  nebst  M  u  s  k  o\  i  t,  welche  jedoch  in  den 
Spilositen  nach  Richtung  der  Parallelstruktur,  Fältelung  und  ihrer 
gekröseartigen  Windungen  entwickelt  sind,  wobei  sie  den  zartesten 
Fältchen  und  Schieferlamellen  folgen,  wodurch  helizilitische 
Struktur  hervorgerufen  wird.  Speziell  die  Muskovitlamellen  scheinen 
in  der  Richtung  der  Schieferungsebene  gestreckt.  In  den  gedachten 
gröber  körnigen  Aggregaten  tritt  ferner  Ilmenit  auf,  in  vielen 
rektangulären  Täfelchen,  strichartigen  Leistchen,  meist  jedoch  unre- 
gelmäßigen Körnern  reichlich  eingestreut  und  gleich  dem  gröber 
körnigen  Muskovit  und  Albit-  Quarzaggregat  zur  Schieferungsebene 
parallel  geordnet.  Dagegen  fehlen  die  Tonschiefernädelchen  gänz- 
lich und  man  ist  demzufolge  zu  der  Annahme  berechtigt,  daß 
diese  zur  Bildung  des  erwähnten  Ilmenits  Verwendung  fanden. 

Die  grünen  Flecken  sind  hier  nicht  so  häufig  wie  in 
den  Adinolen,  sie  erscheinen  als  rundliche  und  unregelmäßige  Lappen, 
welche  erst  bei  Anwendung  starker  Vergrößerung  als  ein  Haufwerk 
kleinster  gelb-  und  lauchgrüner  Schuppen  eines  chloritartigen 
Minerals  aufgelöst  werden,  dabei  bleibt  jedoch  ein  Teil  dieser  oliven- 
grünen Haufwerke  noch    immer  undurchsichtig    submikroskopisch. 

Sowohl  die  Grundmasse  als  auch  die  grobkristallinen  Aggre- 
gate und  grünen  Flecke  enthalten  sehr  viele,  größere  und  klei- 
nere Gasbläschen,  die  farblos  sind  und  durch  ihre  starke 
Lichtbrechung,  demzufolge  hohes  Relief  und  den  dunklen  durch 
Totalreflexion  erzeugten  Rand  auffallen. 

Obigen  Ausführungen  zufolge  ist  der  Mineralbestand  der 
Spilosite  nahezu  derselbe  wie  jener  der  Adinolen,  der  Unterschied 
liegt  teils  in  der  höher  kristallinen  Entwicklung  bei  den  letzteren, 
teils  in  der  granoblastischen  beziehungsweise  porphyroblastischen 
Mikrostruktur  der  Adinolen  gegen  die  helizilitische  Struktur  der 
Spilosite,  daraus  erklärt  sich,  warum  die  Schieferstruktur  in  den 
letzteren  noch  erhalten  ist,  dagegen  die  ersteren  derselben  verlustig 
geworden  sind. 

Endogene  Kontaktersclieinungen. 

Die  Veränderungen,  welche  der  intrusive  Uralitdiabas 
im  Kontakt  mit  dem  Phyllit   erlitten  hat,   sind   gegenüber 


68 

den  oben  geschilderten  eingreifenden  Einwirkungen  der  exogenen 
Kontaktmetarnorpkose  allerdings  nicht  so  in  die  Augen  fallend, 
dessen  ungeachtet  von  nicht  geringer  Bedeutung.  Zuerst  wollen  wir 
uns  mit  dem  normalen  Gestein,  wie  es  vom  Salband  entfernt  gegen 
die  Gangmitte  hin  entwickelt  ist,  befassen  und  sodann  das  Gestein 
am  Salband  näher  betrachten. 

Uralitdiabasporphyrit. 

(Siehe  Profil  sub  6) 
Makroskopischer  Befund:  Das  lauch-  und  graugrüne 
Gestein  ist  grobkörnig,  auf  den  Bruchflächen  liegen  fingergliedlange 
Augitprismen  in  großer  Menge  ausgeschieden  und  mehr  oder 
weniger  angehäuft,  welche  sofort  unsere  Aufmerksamkeit  fesseln, 
sie  liegen  in  einer  Masse  kleiner,  teils  uralitisierter,  teils 
chloritisierter  Augite  im  Gemenge  mit  weißen  und  grauen 
gerundeten  Feldspatkörnern.  Die  lauch-  und  schwarzgrünen 
Augiteinsprenglinge  sind  vom  normalen  Typus  der  basaltischen 
Augite,  im  durchfallenden  Licht  hellgrün,  idiomorph  kurzprismatisch, 
gewöhnlich  mit  herrschenden  (100).  (010)  schmalen  oder  fehlenden 
(110)  ohne  Endflächen;  auf  (100)  lebhafter  Perlmutterglanz;  durch 
lamellaren  Bau  und  Zwillingsbildung  beziehungsweise  Teilbarkeit 
nach  (100)  ausgezeichnet,  ebenso  Spaltbarkeit  nach  (001)  scharf  aus- 
geprägt. Ein  Teil  der  Augite,  namentlich  der  Einsprengunge,  ist  zu 
parallel-stengligen  und  lamellaren  Aggregaten  der  Hornblende 
umgewandelt  bei  Erhaltung  der  Augitform,  es  ist  Uralit.  Letz- 
terer sowie  Augit  verwittern  leicht  unter  Neubildung  von  grünen 
schuppigen  Aggregaten  chlo ritischer,  zum  Teil  auch  talkiger 
Substanzen. 

Die  Augit-  beziehungsweise  Uraliteinsprenglinge  sind  in  der 
Regel  vom  Feldspat  durchwachsen.  Infolge  Zunahme  des  Feldspats 
wird  das  Gestein  graugrün  und  graumeliert.  Der  Uralitdiabas- 
porphyrit  bewahrt  jedoch  nicht  immer  seine  porphyrische  Struktur, 
vielmehr  steht  er  mit  normalkörnigem  Uralitdiabas  in 
Verbindung,  mit  dem  er  durch  häufige  Übergänge  verknüpft  er- 
scheint. Verbindung  mit  spilitartigen  Formen,  Mandelsteinbildung 
fehlt  diesem  Vorkommen. 

Mikroskopisches  Bild:  Im  Dünnschliff  fallen  uns 
zunächst  die  großen  Augiteinsprenglinge  auf,  die  jedoch  keine 
Augite    mehr,    sondern    ebenfalls    in  Uralite    umge- 


69 

wandelt  sind,  worin  f einfasrige  Spaltrisse  der  Hornblende 
scharf  ausgeprägt  erscheinen.  Die  Parallelfaserung  liegt  in  der 
vertikalen  Achse  und  der  größte  Teil  der  Augite  ist  bis  auf  geringe 
Reste  von  der  U  r  a  1  i  t  i  s  i  e  r  u  n'g  erfaßt,  und  schreitet  dieser 
Prozeß  von  außen  nach  innen  fort.  Die  Umwandlung  erfolgt  in 
eine  dünnstengelige  grüne  Hornblende  mit  Erhaltung 
derAugitformen;  es  liegen  somit  echte  Pseudomorphosen  von 
Uralit  nach  Augit  vor. 

Die  an  den  Spaltrissen  der  großen  Uralite  gemessene  Aus- 
löschungsschiefe ergab  im  Mittel,  den  Wert  von  19°  im 
spitzen  <£  ß,  der  starke  Pleochroismus  ist  a  hellgrünlichgelb 
h  grasgrün,  c  blaugrün,  demnach  die  Absorption  =  c  >  b  >  a. 
Die  Uralitnadeln  sind  nicht  nur  streng  parallel  c,  sondern  derartig 
gesetzmäßig  zum  Augit  gelagert,  daß  beide  Minerale  die  Prismen- 
achse und  Symetrieebene  gemeinsam  haben.  Solche  Uralitisierung  der 
Augiteinsprenglinge  ist  eine  allgemeine  sich  auf  den  ganzen  Gesteins- 
körper erstreckende  Erscheinung;  die  noch  vollständig  erhaltenen 
Augitformen  lassen  jedoch  über  den  (rang  der  Metamorphose 
keinen  Zweifel  aufkommen. 

Der  übrige  Augit  bildet  zwischen  den  Feldspaten  eine  f  1  u  i  d  a  1 
struierte  Mesostasis,  jedoch  ist  dieser  Augit  zur  Gänze  in 
verworren  strahligen  Aktinolith  umkristallisiert,  welcher  zwischen 
den  anderen  Komponenten  wellig  dahinfließt.  Daß  es  sich  tatsächlich 
um  Aktinolith  handelt,  besagt  außer  der  filzigfaserigen  Aggrega- 
tion, die  Auslöschungsschiefe  und  der  starke  Pleochroismus. 

Der  Uralit  zerfällt  infolge  der  Verwitterung  in  lauch- 
grünen Chlorit,  was  sich,  wie  oben  erwähnt,  schon  makroskopisch 
verfolgen  läßt,  seine  überaus  feinschuppigen  Aggregate  —  soweit 
sie  nicht  beim  Schleifen  herausgerissen  wurden  —  sind  durch  den 
ganzen  Schliff  zu  verfolgen,  wobei  sie  stets  an  den  Uralit  geheftet 
erscheinen,  wie  weiter  unten  erläutert  wird.  Bezüglich  der  Augit- 
einsprenglinge ist  ergänzend  hervorzuheben,  daß  diese  parallel  den 
Hornblendespaltrissen  eingeschaltete,  Gas-  und  Flüssigkeitsein- 
schlüsse enthalten,  sonst  ist  darin  mehrfach  Ilmenit  als  Einschluß 
festgestellt  worden. 

Die  großen  Uralite  werden  von  großen  Feldspaten  durch- 
schnitten, welche  sich  von  den  Feldspaten  der  Grundmasse  nicht 
unterscheiden  ;  diese  letzteren  sind  von  zweierlei  Art,  und  zwar 
kurzrektanguläre   und  quadratische  nach  Jftafelförmige  Indi- 


70 

vi duen;  und  außerdem  langgestreckte  elypsoidische  Körner, 
deren  gerundete  beziehungsweise  inagniatisch  korrodierte  Formen 
Weizenkörnern  gleichen.  Die  Feldspate,  insbesondere  die  tafeligen, 
sind  gewöhnlich  stark  bestäubt,  wohl  vom  Einschlußreichtum  her- 
rührend; poly  synthetisch  lamellare  Zwillingsbildung  nach  dem 
Albitgesetz  ist  allverbreitet  sowie  solche  nach  dem  Periklingesetz 
keineswegs  selten  ist,  auch  Albitzwillinge  nach  dem  Karlsbadergesetz 
verbunden  fehlen  nicht;  knieförmige  Anordnung  der  Lamellenzüge 
und  Zwillingsgitter  deuten  auf  komplizierte  höhere  Zwillingsverwach- 
sung. Die  Zahl  der  bald  breiten,  bald  schmalen  Zwillingslamellen 
ist  oft  groß,  jedoch  fehlt  es  nicht  an  Feldspaten  die  gcänzlich  lamellen- 
frei sind,  oder  es  liegen  nur  Hälftlinge  vor.  Die  weizenkorn- 
ähnlichen  Feldspate  sind  entweder  parallel  ihrer  Längsaxe 
polysynthetisch  nach  dem  Albitgesetz  verzwillingt,  oder  sie  lassen 
oft  radialstrahlige  Struktur  erkennen,  welche  sie  in  die 
Gruppe  der  sphärolitischen  Gebilde  verweist,  wobei  die 
Plagioklasstrahlen  dieser  Elypsoide  gegen  das  Zentrum  beziehungs- 
weise eine  Achse  konvergieren.  An  zahlreichen  Durchschnitten  der 
Feldspate  senkrecht  M  und  P,  die  Zwillingsbildung  nach  dem 
Albitgesetz  zeigten,  wurde  die  Auslöschungsschiefe  gegen 
die  Trasse  der  Albitzwillinge  im  Mittelwert  =27°  gefunden  und 
dem  entsprechend  ein  An-Gehalt  von  45%  nebst  46%  Ab-Gehalt 
bestimmt,  demzufolge  der  Feldspat  in  die  Labrador itreihe 
gehört.  —  Die  Kalknatronfeldspate  besitzen  mitunter  einen  großen 
Reichtum  an  Glaseinschlüssen  beziehungsweise  Schlacken 
insbesondere  im  Zentrum,  so  daß  die  reine  Feldspatsubstanz  nur 
einen  schmalen  Rahmen  um  erstere  bildet. 

Eine  häufig  wiederkehrende  Erscheinung  ist  es,  daß  die 
Kalknatronfeldspate  korrodierte  Uralitsubstanz  in  wech- 
selnder Menge  umschließen,  die  sich  in  manchen  Kristallen  derartig 
anhäuft,  daß  für  die  reine  Feldspatsubstanz  nur  ein  Rahmen  oder 
einzelne  Felder  frei  bleiben.  Die  korrodierten  Uralite  sind  dann  bis 
auf  wenige  Reste  in  eine  olivengrüne  chloritähnliche  Sub- 
stanz umgewandelt,  die  erst  bei  Anwendung  starker  Vergrößerung 
aufgehellt  wird  und  dann  als  ein  äuserst  feinschuppiges  Aggregat 
und  traubenförmiger  Häufchen  von  Sphärokristallen  erscheint,  die 
wohl  dem  Chlorit  angehören.  Solche  Chloritisierung  ist 
wohl  auf  die  Wechselwirkung  von  Kalknatronfeldspat  und  Uralit 
zurückzuführen.    Genau  dieselbe  Chloritisierung   läßt  übrigens  die 


71 

selbständige  fluidal  struierte  Mesostasis  ebenfalls  erkennen.  —  E  p  i- 
dotbildung  findet  nur  im  beschränkten  Maße  auf  Kosten  des 
Uralits  beziehungsweise  Aktinoliths  der  Mesostasis  statt.  —  An 
den  großen  Feldspateinsprenglingen,  welche  die  großen  Uralite 
erster  Generation  durchschneiden,  ist  eine  sp  an  grüne  Fär- 
bung derselben  parallel  den  Querrissen  zu  beobachten,  die  wohl 
auf  die  Einwanderung  schwach  lichtbrechender  vom  Augit  herrühren- 
der Chloritsubstanz  zurückzuführen  ist;  alsdann  wechseln  grünliche 
und  farblose  Querfelder  mehrfach  miteinander  ab. 

Der  II  me  nit  kommt  in  einer  solchen  Menge  vor,  daß  ihm 
die  Rolle  eines  wesentlichen  Gemengteiles  zufällt;  derselbe 
tritt  in  Tafeln  der  bekannten  hexagonalen,  rektangulären  sowie 
unregelmäßigen  warzenförmigen  wie  zerhackten  Formen  eingesprengt 
besonders  im  Uralit  auf;  diese  Bleche,  welche  oft  bedeutende 
Dimensionen  erreichen,  sind  selbst  bei  stärkster  Vergrößerung 
total  undurchsichtig  opak.  —  Daneben  fällt  uns  in  jedem  Schliff, 
insbesondere  das  milchweiße  undurchsichtige  Mineral  auf,  das 
ausgebreitete  unregelmäßige  Lappen  bildet,  in  deren  Zentrum  man 
zumeist  einen  oder  mehrere  warzenförmige  stark  korrodierte  Ilmenit- 
reste  bemerkt.  Die  milchweiße  Substanz  wird  erst  bei  starker  Ver- 
größerung durchsichtig  und  besteht  aus  einer  überaus  feinkörnigen 
bis  feinschuppigen,  stark  lichtbrechenden  Substanz,  die  wohl  zum 
Leukoxen  gehört  und  sekundär  aus  dem  Ilmenit  hervorgegan- 
gen ist. 

Das  hiermit  eingehend  besprochene  Gestein  ist  somit  richtig 
als  ein  Uralitdiabasporphyrit  zu  bezeichnen;  derselbe  ist 
infolge  sehr  langsamer  Abkühlung  hollokristallin-porphy- 
risch  erstarrt,  wobei  sich  in  der  phaneromeren  Grundmasse  eine 
charakteristisch  o p hitische  Struktur  ausgebildet  hat,  was 
infolge  der  Feldspatarmut  deutlich  hervortritt.  Zuweilen  nehmen 
die  Plagioklase  an  Größe  zu,  werden  grobkörnig  und  leistenförmig, 
gleichzeitig  erscheint  deren  Menge  in  solcher  Zunahme,  daß  der 
Augit  auf  die  Zwickel  dazwischen  beschränkt  bleibt,  was  zur  I  n  t  e  r- 
sertalstruktur  führt.  Das  porphyristische  Gestein  ist  ferner 
durch  allmähliche  Übergänge  mit  normalen  körnigen  ophi tischen 
Uralitdiabasen  zu  einem  Gesteinskörper  (Lagergang)  verknüpft. 

Bezüglich  der  Ausscheidungsfolge  der  wesentlichen 
Komponenten  ergibt  sich  aus  der  Beobachtung,  daß  die  Feldspat- 
bildung   zuerst    einsetzte,    dann    diejenige    der   Augite    nachfolgte, 


72 

welcher  überhaupt  als  das  letzte  Ausscheidungsprodukt  (als  Meso- 
stasis)  anzusehen  ist.  Es  hat  jedoch  eine  Zeitlang  eine  gleichzei- 
tige Ausscheidung  beider  Komponenten  stattgefunden,  wofür  die 
Uraliteinschlüsse  im  Plagioklas  sprechen,  später  hat  die  Feldspat- 
bildung aufgehört,  als  diejenige  des  Augits  noch  fortdauerte. 

Eiidomorplier  Diabaskontakt  am  Phyllit. 

(Siehe  Querprofil  sub  5.) 
Gegen  das  Salband  hin  wird  der  grobkörnige  Uralitporphyrit 
kleinkörnig,  unmittelbar  am  Salband  ist  er  feinkörnig; 
die  Augiteinsprenglinge  sind  viel  kleiner  oder  ganz  verschwunden; 
dagegen  die  wesentlichen  Komponenten  basischer  Kalknatronfeld- 
spat und  der  Diabasaugit  hypidiomorph-körnige  Ausbil- 
dung zeigen;  letzterer  ist  jedoch  auch  hier  der  Uralitisierung 
anheimgefallen  unter  Erhaltung  seiner  kristallographischen  Formen. — 
Diese  feinkörnige  Kontaktzone  ist  ungefähr  l'Ow  mächtig 
und  verläuft  allmählich  ohne  sichtbare  Grenze  in  das  normale 
Gestein  ;  wir  haben  wohl  diese  ran  d  liehe  Verdichtung  des 
Kornes  als  eine  endomorphe  Kontaktwirkung  aufzufassen,  die 
infolge  beschleunigter  Temperaturabnahme  im  Diabasmagma  am 
ursprünglichen  Phyllit  entstanden   ist. 

Die  Plagioklase  dieses  Kontaktdiabases  sind  zumeist 
rundkörnig  und  weizenkornähnlich  sowie  zum  Teil  als 
mehr  oder  weniger  vollkommene  Sphärolithe  ausgebildet,  welche 
zwischen  die  Uralitindividuen  reihenförmig  eingewachsen  sind  und 
diese  letzteren  selbst  durchwachsen.  Der  Uralit  bildet  Körner 
und  säulige  Individuen,  welche  als  Beweis  ihres  raschen  AVachs- 
tumes  häufig  terminale  Gablung  und  Zerfaserung,  trichitische 
Biegung,  sphärolitische  und  mikrolitische  Aggregate 
aufweisen.  Die  in  größerer  Menge  anwesende  Mesostasis  ist  auch 
hier  in  verworren  f asrige  Aktinolith  aggregate  umgewandelt. 
In  der  sphärolitischen  Aggregation  des  Plagioklases  und 
der  Uralite  darf  man  die  Anfänge  variolitischer  Entwicklung 
erblicken,  zumal  bekanntermaßen  die  Variolitbildung  als  Kontakt- 
phänomen am  Diabas  als  Folge  des  dort  rasch  abkühlenden 
Diabasmagmas  erscheint.  Auf  diese  Weise  werden  viele  Diabas- 
gänge gegen  das  Salband  spilitisch  und  variolitisch,  während 
Ergußmassen  des  Diabases  von  Spilit  oder  Variolit  als  Rand-  oder 
Deckenbildungen  begleitet  werden. 


73 

Die  Struktur  dieses  Kontaktgesteins  ist  jedoch  eine  deutlich 
ophitische  geblieben,  da  und  dort  übergeht  sie  durch  Zunahme 
der  Plagioklase  in  intersertale  Struktur,  die  jedoch  nur  eine  unter- 
geordnete Rolle  spielt. 

Infolge  hydrothermaler  und  Einwirkungen  der  Verwitterung 
werden  Uralite  sowie  die Mesostasis  durch  chloritische  Aggre- 
gate sowie  teilweise  durch  E  p  i  d  o  t  ersetzt;  außerdem  geben  auch  die 
basischen  Plagioklase  Anlaß  zur  Epidotbildung.  In  diesem  Mineral- 
gemenge ist  auch  Serpentin  gegenwärtig,  was  auf  die  frühere 
Anwesenheit  von  Olivin  schließen  läßt,  welcher  sich  in  der  Hegel 
in  den  Randbildungen  des  Diabases  ausscheidet.  —  Die  Erze  sind 
in  großer  Menge  in  tiefbraune  Oxydationsprodukte  übergeführt. 

Dicht  am  Phyllit  beziehungweise  an  der  Grenzfläche  ist  die 
Grundmasse  des  Uralitdiabases  voll  allotrimorpher  aus 
einer  Mesostasis  hervorgegangener  Aggregate,  welche  gleichfalls  der 
Umkristallisation  und  Verwitterung  zum  Opfer  gefallen  sind.  Der 
Diabasaugit  erscheint  in  chlorit-  und  talkähnliche  Sub- 
stanzen übergeführt,  wobei  sogar  die  Augitformen  teilweise  erhalten 
geblieben  sind;  der  Plagioklas  ist  zum  Teil  in  E  p  i  dot  umgewandelt, 
außerdem  erscheinen  Erze,  und  zwar  besonders  Ilmenit  in  größerer 
Menge  ausgeschieden,  da  und  dort  zu  Limonit  oxydiert. 

Nach  den  oben  mitgeteilten  Beobachtungen  im  Steinbruch 
und  dem  Bachbett  der  Weißen  Oppa  stellt  der  intrusive  Diabas- 
körper einen  Lager  gang  vor,  der  in  die Phyllite  auf  einer  parallel 
zum  allgemeinen  Streichen  5h  gerichteten  Spalte  hervorgebrochen 
ist  und  an  der  Grenzfläche  jene  Kontakterscheinungen  hervor- 
gerufen hat,  die  oben  der  Gegenstand  eingehender  Untersuchung 
und  Besprechung  waren.  In  der  näheren  Umgebung  des  Kur- 
ortes Karlsbrunn  begegnet  man  in  den  daselbst  herrschenden 
Phylliten  zahlreichen  ähnlichen  Lagergängen  von  intrusivem  Diabas 
und  zwar: 

An  dem  Westgehänge  des  Langenkammes  (Wilhelms- 
höhe) habe  ich  zwei  solche,  auf  dem  Scheitel  desselben  einen 
dritten  Diabaslagergang  festgestellt,  ferner  wurde  eine  ähnliche 
Diabasintrusion  am  Nordgehänge  des  Grätzberges  (nächst 
Hubertskirch)  und  eine  mächtige  solche  am  Südabhang  des  Holz- 
berges, endlich  eine  weitere  Partie  am  Ostfuße  des  Nessel- 
berges  zwischen  Karlsbrunn   und  Wiedergrün  beobachtet.     Der 


74 

intrusive  Diabas  durchbriclit  aber  auch  den  Chloritgneis, 
welcher  im  Liegenden  der  unterdevonischen  Phyllite  am  Hinne- 
wiederstein  und  Leierberg  herrschend  wird;  ich  fand  derlei  Diabas- 
injektionen am  Ostgehänge  des  Hinnewiedersteins,  speziell 
am  Pfalzgrafensteig.  Die  natürlichen  Aufschlüsse  an  diesen  Vor- 
kommen sind  jedoch  so  mangelhaft,  was  von  denjenigen  durch 
Menschenhand  ebenfalls  gilt,  so  daß  man  meist  auf  die  im  Wald- 
boden umherliegenden  Stein-  und  Blockhalden  angewiesen  ist,  soweit 
sie  nicht  schon  für  Straßengrundlage  und  Beschotterung  Verwen- 
dung fanden.  Unter  solchen  Umständen  konnten  an  diesen  Vor- 
kommen keine  Kontaktgebilde  zur  Beobachtung  gelangen,  die 
jedoch  auch  hier  wie  beim  Lothringerhaus  vorhanden  sein  dürften. 

In  der  weiteren  Umgebung  von  Karlsbrunn  und  längs  des 
Oppatales  finden  wir  anstehende  Felsmassen  von  Uralitdiabas  und 
Uralit diabasporphyrit  am  Südende  von  Ludwigstal  oberhalb  des 
Kupferstollens,  ferner  jene  Partie  von  bedeutender  Mächtig- 
keit am  Scheitel  und  am  Ostabhang  des  LudwigstalerSchloß- 
b  e  r  g  e  s  wo  selbst  das  Gestein  besonders  grobkörnig  ist  und  Magnet- 
kies eingesprengt  enthält,  schließlich  ist  noch  die  Gesteinspartie 
südlich  der  Würbentaler  Schießstätte  zu  erwähnen.  Ein 
besonderes  Interesse  knüpft  sich  an  jene  zahlreichen  gang-  und 
stockförmigen  Durchbrüche  von  Uralitdiabas  und  Uralitdiabas- 
porphyrit,  die  westlich  von  Dürrseifen  am  Ostfuße  des  Holz- 
berges, welcher  daselbst  mit  zahlreichen  und  mächtigen  goldhal- 
tigen Quarzgängen,  ferner  mit  goldischen  Kies-  und  Blei- 
glanzgängen im  Zusammenhang  stehen,  deren  Vererzung  auf  die 
gedachtenDiabasintrusionen  zurückzuführen  ist.  Die  oben  angeführten 
Diabasgänge  der  weiteren  Umgebung  von  Karlsbrunn  setzen  eben- 
falls in  bleigrauen  Phylliten  und  Tonschiefern  auf;  ein  Teil  davon 
war  schon  Perd.  Römer  bekannt,  die  derselbe  als  Diorite  beschrieben 
hat1),  was  aber  durch  unsere  eingehende  Untersuchung  widerlegt 
erscheint.  —  Die  weiter  südöstlich  bei  Kleinmohrau,  Neuvogel- 
seifen und  "Wiedergrün  den  unterdevonischen  Phylliten  und  Ton- 
schiefern eingeschalteten  Diabase  bilden  Deckenergüsse,  die 
mit  ausgedehnten  Tuf  f  ablagerunge  n,  Kalkstein-  und 
Eisenerzlagern  in  Verbindung  stehen. 

Es    ist   sehr   naheliegend,    daß    die    berühmten   heilkräftigen 


1)  Geologie  von  Überschlesien  1870  pag.  9  und  10. 


75 

Eisensäuerlinge  von  Karlsbrunn  mit  den  gedachten 
Diabasinjektionen  seiner  Umgebung  im  innigen  Zusammenhange 
stehen,  zumal  sie  direkt  das  Eruptivgestein  durchfließen,  denn  der 
Diabaslagergang  vom  Lothringerhaus  bildet  sozusagen  den  Unter- 
grund von  Karlsbrunn  dort,  wo  die  Quellen  entspringen;  und  man 
ist  zu  der  Annahme  berechtigt,  daß  sich  im  Talboden  noch  weitere 
Parallelgänge  einschalten,  die  aber  durch  das  Alluvium  verdeckt 
erscheinen,  bestehend  aus  0*5  bis  2'Qm  mächtigem  Torfmoor,  darunter 
blaugrauer  Letten,  Bachschotter  und  zu  unterst  Glazialschutt. 
Zudem  befinden  sich  die  in  Rede  stehenden  Sauerbrunnquellen 
an  jenem  Kreuzungspunkte,  wo  das  Oppatal  aus  dem  oberen  Quer- 
tal in  das  untere  Längstal  übergeht  und  wo  sich  die  großen 
geotektonischen  Kluftsysteme  aus  NW  und  JS/O  kreuzen  und 
demzufolge  daselbst  der  Quellenaustritt  profunden  Wassers  besonders 
begünstigt  wird.  Die  bedeutenden  Emanationen  von  Kohlen- 
säure, wie  sie  von  diesen  Säuerlingen  täglich  zur  Erdoberfläche 
gefördert  werden,  haben  wir  für  den  Nachklang  jener  eruptiven 
Tätigkeit  zu  halten,  welche  in  der  Devonzeit  zur  Intrusion  der 
Diabase  geführt  hat. 

Von  den  oben  mikroskopisch  optisch  untersuchten  Gesteinen, 
wären  wohl  chemische  Analysen  geboten  gewesen,  leider  war  dies 
dem  Verfasser  ohne  Mittel  und  Unterstützung  nicht  möglich  geworden, 
weil  solche  wohl  selten  einer  Privatperson  zur  Verfügung  stehen 
Überhaupt  fehlt  uns  eine  umfassende  mikroskopische  und  chemische 
Untersuchung  der  unterdevonischen  Diabase  und  ihrer  mannigfaltigen 
Tuffe  im  Gesenke,  in  der  Weise,  wie  solche  Prof.  Dr.  A.  Pelikan1) 
rücksichtlich  der  mitteldevonischen  Mandel-  und  Schalsteinzone 
Sternberg-Bennisch  ausgeführt  und  wozu  der  Verfasser  einen  Teil 
des  Untersuchungsmaterials  beigestellt  hat.  Es  wäre  dies  eine 
dankenswerte  Aufgabe,  denn  man  käme  in  die  Lage,  einen  Einblick 
in  die  genetischen  Beziehungen  der  mannigfaltigen  Diabas- 
gesteine der  Devonformation  im  Gesenke  zu  gewinnen  und  ein 
Urteil  über  deren  magmatische  Abstammung  zu  fällen. 

Zum  Gegenstande  beziehungsweise  den  exomorphen  Kontakt- 
bildungen am  Diabas  zurückkehrend,  möchte  ich,  am  Schlüsse 
meiner  Ausführungen  angelangt,  noch  auf  die  merkwürdigen  Kontakt- 


*)    Über    die    mährisch-schlesische    Schalsteinformation,    Sitzungsbericht 
der  k.  k.  Akademie  der  Wissenschaften,  Wien,  Band  CVII,  Abteilung  I,  1898. 


76 

erscheinungen  am  Diabas  des  Mitteldevons  zu  Grobit- 
schau  nächst  Sternberg  hinweisen,  welche  Verfasser  eingehend 
untersucht  und  beschrieben  hat1).  Hier  wurde  ein  Thuringit- 
Magnetitlager  im  Kontakt  mit  körnigem  Diabas  in  ein  zur 
Leptochloritpruppe  gehöriges  Alumo-Eisenoxydulsilikat 
umgewandelt,  das  Verfasser  mit  dem  Namen  „Mo  ravit"  belegte. 
Das  eisenreiche  Erzlager  im  Kreuzriede,  dicht  südlich  von  Gobitschau, 
besteht  teils  aus  Thuringit,  teils  aus  Gemengen  von  Thuringit  und 
Magnetit;  dabei  ist  der  Thuringit  meist  in  schuppigen  Limonit 
umgewandelt.  Dieses  Eisenerzlager  wird  von  mitteldevonischem 
Tonschiefer,  zum  Teil  Tentaculitenschiefer  im  Liegenden,  von  Schal- 
stein, Spilitmandelstein  und  dessen  Brekzien  im  Hangenden 
umschlossen.  Im  nordöstlichen  Weiterstreichen  dieser  Erzlagerstätte 
im  Popenried  nördlich  von  Gobitschau  tritt  an  dieselbe  im  Hangen- 
den körniger  Diabas  heran,  nachdem  die  Schalsteinaufschüttung 
vorher  ausgekeilt  hat,  in  dessen  Kontakt  gedachte  Erzlagerstätte 
in  eine  eisenarme  hauptsächlich  aus  Moravit  gemischt  mit 
etwas  Thuringit  bestehende  Lagermasse  mit  schup- 
piger und  oolithischerMikrostrukturverändert  und 
dadurch  der  Abbauwürdigkeit  verlustig  wurde;  denn  die  Verän- 
derung besteht  wesentlich  aus  einer  Zufuhr  an  Kieselsäure  also 
höherer  Silizifikation  unter  gleichzeitiger  Abnahme  des  Eisenge- 
haltes, nebenher  Umwandlung  des  Magnesits  in  Hämatit,  Verlust 
des  Kalkkarbonates  und  Aufnahme  von  Alkalien.  Durch  Wieder- 
gabe folgender  chemischer  Analysen  der  beiden  Leptochlo- 
rite  wird  die  gedachte  Stoffwanderung  anschaulicher  gemacht: 

Thuringit  (im  Kreuzried)     Moravit  (im  Popenried) 

Kieselsäure 23-00%  49-30% 

Tonerde 20*00%  22-71% 

Eisenoxyd 6*67%  5-04% 

Eisenoxydul 36-42%  13-99% 

Manganoxydul   ....     0*16% 

Kalkerde 4-08%  Spur 

Magnesia 1-91%  1-82% 

*)  Neue  Mineralien  vom  Eisenerzbergbau  Gobitschau.  Zentralblatt  für 
Min.,  Geol.  u.  Paläont.,  Jahrgang  1905,  Nr.  7.  Die  Leptochlorite  der  mährisch- 
schlesischen  Schalsteinformation,  ibidem,  Jahrgang  1906,  Nr.  10.  Mineralien, 
Eisenerze  und  Kontaktgebilde  auf  dem  Schalsteinzuge  Sternberg-Bennisch, 
ibidem,  Jahrgang  1907,    Nr.  11. 


77 

Thuringit  (im  Kreuzried)  Moravit  (im  Popenried) 

Kali  und  Natron  ...       —  1*10% 

Phosphorsäure    ....     0'09%  Spur 

Kohlensäure 3-21%  — 

Kohlenstoff  (Graphit)    .       —  0*55% 

Wasser 4"24% 4-95°/0 

Zusammen      99-78%  99-46% 

Ahnliche  kontaktmetamorphische  Veränderungen  läßt  auch 
das  in  derselben  Lokalität,  im  Hangenden  folgende  zweite  Eisen- 
erzlager erkennen. 

Die  gedachte  eingreifende  Umwandlung  des  ursprünglichen 
Mineralbestandes  auf  dieser  interessanten  Eisenerzlagerstätte  stellt 
sich  wohl  als  eine  Folge  pneumatolytischer  und  hydrothermaler 
Kontaktwirkung  seitens  jener  Diabase  dar,  die  hier  in  der  Zeit 
der  Hochstufe  des  Mitteldevons  in  Form  von  Deckenergüssen  durch- 
brachen. 

In  derselben  Lokalität,  im  Popen ried  nördlich  von  Gobitschau, 
speziell  im  Poleiwalde  und  Finkenbüschel  daselbst,  hat 
man  die  mitteldevonischen  Tonschiefer,  welche  die  beiden  daselbst 
vorkommenden  Moravitlagerstätten  im  Liegenden  und  Hangenden 
begleiten,  im  Kontakt  mit  den  oben  erwähnten  Diabaskörpern  in 
hochwichtige  Kontaktgesteine  umgewandelt  gefunden  und  erscheint 
ihre  Verbreitung  eine  solch  ausgedehnte,  daß  man  von  einem 
großen  Kontakthof  sprechen  darf.  Die  hier  vertretenen  Kontakt- 
gebilde sind  teils  adinolähn liehe  Kontaktschiefer,  teils 
wirkliche  Adinolen  und  merkwürdige  Natrolitschiefer,  und 
zwar  bestehen  erstere  nach  der  diesfälligen  mikroskop- optischen 
Untersuchung  aus  einem  hochkristallinen  Gemenge  von  Musko- 
v i t,  feinkörnigem  Quarz  mit  Gaseinschlüssen,  sparsam 
A 1  b i t,  untergeordnet  Rutil,  Ilmenit,  mit  Leukoxen,  nebst 
L  i  m  o  n  i  t  und  k  o  h  1  i  g  e  Substanz  als  Pigment.  In  der  eigent- 
lichen Adinole  ist  die  Menge  des  Albits  in  entsprechender  Zunahme. 
Der  Natrolithschiefer  stellt  sich  als  modifizierte  Adinole  dar,  worin 
die  Gesteinsporen,  Hohlräume  und  Kluftflächen  reichlich  mit 
N  a  t  r  o  1  i  t  hkristallen  ausgekleidet  sind;  auch  kommt  der  Xatrolith 
derb,  und  zwar  in  Adern,  Trümmchen  und  Rinden  im  Gestein 
vor;  akzessorisch  finden  sich  in  den  Natrolithdrusen  Hyalit, 
Granat,  in  stärker  ausgelaugten  Gesteinspartien  Quarz  kristalle, 


Kieselsinter  und  Kieseltuff.  Es  kann  wohl  kein  Zweifel 
darüber  obwalten,  daß  diese  Natrolithbildung  auf  der  Hydrati- 
sierung der  Plagioklase  in  den  Adinolen  beruht. 

Vorstehend  geschilderte  Kontaktschiefer  und  Adinolen  lagern 
im  unmittelbaren  Kontaktbereiche  des  dortigen  mächtigen  Diabas- 
lagers, zusammengesetzt  aus  körnigen  Diabasen,  die  zum  Teil  in 
dichten  Diabasaphanit  übergehen  und  denen  blasige  und  schlakige 
Ausbildungsformen  untergeordnet  sind.  Die  Entstehung  der  Adinolen 
sowie  der  Moravitlagerstittte  ist  wohl  auf  die  normale  Kontakt- 
metamorphose zurückzuführen,  welche  nach  der  Erstarrung  der 
ef  fusi  ven  Diabase  auf  die  durchbrochenen  Schichtgesteine  ein- 
wirkte und  weil  dieselbe  wesentlich  auf  der  Gasdiffusion  bei 
hoher  Temperatur  und  unter  hohem  Druck,  beruht  daher  als 
pneumatolytische  Kontaktmetamorphose  aufzufassen  ist.  Da- 
gegen gehört  die  Ausbildung  der  natrolithführenden  Adinole  bereits 
der  h  y  datothermischen  Periode  an. 


Notizen  zur  Flora  von  Mähren. 

Von  A.  Wildt. 


1.  Equisetum  maximum  Lam.,  bei  Radoschtitz  (Bez.  Brunn,  Dr.  Iltis). 

2.  Stipa  Joannis  Cel.,  massenhaft  bei  Rebeschowitz  (Bez.  Brunn). 

3.  Sieglingia  decumbens  Bernh.,  bei  Wratzow  (Bez.  Bisenz). 

4.  Arrhenatherum  elatius  Koch  var.  cylindriciim  Podpěra.  Pflanze 

robust,  die  Blätter  bis  über  1  cm  breit,  die  Rispe  25  cm, 
deren  Zweige  bis  15  cm  lang.  Ahrchen  dicht  gestellt  bis  50 
an  einem  Zweige.  Granne  der  oberen  Blüte  des  Ahrchens 
bald  vorhanden,  bald  fehlend.  Bei  Tobitschau  (Dr.  Podpěra) 
und  an  der  Schwarza  unter  dem  Roten  Berge  (Brunn). 

5.  Festuca  pseudovina  Hackel,  bei  Lösch  (Bez.  Brunn). 

6.  Bromus  seealinus  L.  var.  Billotü  Asch.  u.  Grœbn.  Syn.,  Bd.  II, 

S.  605,  auf  Äckern  im  Schreibwalde  (Brunn)  und  bei  Eibenschitz. 

7.  Bromus  racemosus   L.,    bei  Kojetein    (Dr.  Podpěra)    und    bei 

Klosterhradisch  bei  Olmütz  (Dr.  v.  Teuber). 

8.  Bromus  arvensis  L.,  bei  Tischnowitz. 

9.  Carex  tomentosa  L.  var.  Nordmanni  Kern.,  am  Hadiberg  (Brunn). 

10.  Carex  pilulifera  L.,  im  Rzizkatale  (Brunn). 

11.  Carex  hirta  L.  var.,  hirtaeformis  Pers.,  bei  Orscheschin  (Brunn). 

12.  Allium   oleraceum    L.  var.  pauciflorum  Asch.  u.  Grœbn.  Syn., 

Bd.III,  S.  148, auf  der  Stránská  skala  und  der  Juranshöhe  (Brunn). 

13.  Muscari  tenuiftorum  Tausch,  eingeschleppt  und  häufig  auf  den 

Ackern  bei  Czernowitz  (Brunn). 

14.  Colchicum  autwmiaWL.  forma  vernäh  Hofm.,  im  Kaminkabachtale 

bei  Braslawek  (Lissitz),  am  26.  Dezember  1910  in  reichlichen 
Mengen  blühend,  vorgefunden  vom  Herrn  A.  Berger  jun. 

15.  Polygonatwn  reriiciUatum  All.,  in    zirka    600  m    Seehöhe,  bei 

Radeschin  (Neustadtl,  Dr.  Iltis). 

16.  Qalanthus  nivalis  L.,  mit  zweiteiligen,  äußeren  Perigonblättern, 


80 

wurde  vom  Herrn  A.  Berger  jun.  bei  Billowitz  (Brunn)  gefunden 
und  mir  übergeben. 

17.  Butomus  umbellatus  L.,  in  der  Fischergasse  (Brunn)  ein  Nest 

10  blühender  Stücke. 

18.  Rumex  Schmidtii  Hausskn.,  ein   Stück  bei  Billowitz  (Brunn). 

19.  Chenopodium  glaucum  var.  prostraium  (Beck,  Flora  von  Nieder- 

österreich, S.  331),  bei  Kumrowitz  (Brunn). 

20.  Amarantus  caudatus  L.,  als  Gartenflüchtling  bei  Schimitz  (Brunn). 

21.  Alsiue  fasciculata  Mert.  u.  Koch,    am   Julienfelder  Berge  und 

auf  der  Stránská  skala  (Brunn). 

22.  Dianthm  Carthusianorum  L.  var.    sabuletorum  Heuffel   (Beck. 

Flora  von  Niederösterreich,  S.  373),  bei  Eibenschitz. 

23.  Anemone  silvestris  L.,  am  Hadiberge  (Brunn)  noch  immer  ein 

Nest  derselben. 

24.  Pulsatüla  grandis  Wender,  mit  Blättern,  die  in  der  Form  jenen 

der  P.  styriaca  ähneln,  bei  Znaim  (Dir.  Oborny),  mit  solchen, 
die  an  die  Blätter  des  Ranunculus  polyanthemos  mahnen,  daher 
wohl  auch  die  ganze  Pflanze  dafür  angesehen  und  weiter 
nicht  beachtet  wurde,  auch  auf  der  Stránská  skala  (Brunn). 
Weiters  kann  wenigstens  betreifend  den  Standort  bei  Siluvka 
gesagt  werden,  daß  heuer  dort  nur  normale  Blätter  dieser 
Art  zu  sehen  waren,  wo  sich  in  den  Vorjahren  in  Menge 
abnormale  gebildet  hatten. 

25.  Clematis    Viticella  L.,    ein  Stück    als   Gartenflüchtling    an    der 

Straße  Eisgrub-Prittlach. 

26.  Ceratocephala  orthoceras  DC,  ein  Nest  bei  Obergerspitz  (Brunn, 

Finanzkommissär  Horaček). 

27.  Ranunculus  rircinnatiis  Sibth.,   im  Holaseker  Teiche  (Brunn). 

28.  Ranunculus  paiicistamineus  Tausch   var.    radicans   Revel,    im 

Rzizkabache  bei  Ochos  und  bei  Zwittau. 

29.  Ranunculus  repens  L.  var.  myrrhiphyllits  Wallr.,  bei  Czernowitz 

(Brunn). 

30.  Ranunculus   sxipervepens  X  cicer.    Vom  Ansehen    eines    R. 

repens,  aber  die  Läufer  fehlen,  oder,  wenn  vorhanden,  sind  sie 
aufrecht  und  nie  wurzelnd  (also  stengelartig).  Die  Blätter  sind 
wie  beim  typischen  R.  repens  einfach  gefiedert;  die  drei  Ab- 
schnitte derselben  im  Umfange  verkehrt  eiiörmig-keilig  und  deren 
Zähne  sehr  ungleich,  bis  15  mm  lang  und  4  mm  breit,  also 
lanzettlich,  während  sie  auf  den   eiförmigen  Blattabschnitten 


81 

des  R.  repens  reichlicher  und  eiförmig  sind.  In  einigen  Stöcken 
bei  Czernowitz  (Brunn)  von  Dr.  Podpěra  entdeckt. 

31.  Ranunculus  polyanthemos  L.  var.  BreynianusCr.,  bei  Tscheitsch. 

32.  Thalictrum  minus  L.  var.  virens  Wallr.,  bei  Rebeschowitz  (Brunn). 

Alyssum  Wierzbicläi  Heuffel.  In  Übereinstimmung  mit  Dr. 
Podpěra  uud  Direktor  Oborny  bezeichne  ich  jetzt  so  jenes 
AI.,  das  ich  an  der  Eisenbahnstrecke  G-aya-Wlkosch  gesammelt 
und  im  Bande  XLIV  der  Verhandlungen  des  Naturforschenden 
Vereines  in  Brunn  als  Al.  montanum  var.  magnum  angeführt 
habe.  Leider  scheint  diese  dem  westlichen  Siebenbürgen  und 
Oravicza  im  Banate  angehörige  Pflanze  bei  uns  wieder  ver- 
schwunden zu  sein,  da  ich  sie  später  vergeblich  suchte. 

33.  Lepidium  perfoliatum  L.,    ein  Nest   mit   üppigen  Stücken    bei 

Czernowitz  (Brunn,  phil.  cand.  Skyva). 

34.  Hirschfeidia  Pollichü  Fritsch,  reichlich  auf  der  Stránská  skala 

(Brunn). 
3ö.  Viola  ambigua  W.  u.  Kit.,  auf  diversen,  früheren  Fundorten 
bei  Brunn  heuer  vergeblich  gesucht.  Sie  wird  in  Mähren  immer 
seltener,  nur  deren  Bastarde  erhalten  sich  hier  noch  länger. 
Viola  ambigua  X  odorata  (V.  hungarica  Deg.  u.  Sabr.)  ein 
Stück  mit  18  cm  langen  Blattstielen  aus  einem  nassen  (die 
Temperatur  möglichst  gleich  haltenden)  Mniumpolster  heraus- 
wachsend, bei  Eibenschitz. 

36.  Mercurialis  o  rata   Sternb.  u.  Hopp.,    bei    Neslowitz  (Tetschitz, 

Finanzsekretär  Rehwinkel). 

37.  Dictamnus  albus  L.,  junge,    bisher    nicht   zur    Blüte    gelangte 

Stücke  am  Hadiberge  (Brunn)  noch  ziemlich  reichlich. 

38.  Caucalis  muricata   Bisch.,    auf   einem   Acker    bei  Siluvka 

(Eibenschitz)  ein  Stück. 

39.  Turgenia  latifolia  Hoffm.,  4  Stücke  eingeschleppt  im  kultivierten 

Rasen  der  Nordbahnstraße  in  Brunn. 

40.  Sedum  villosum  L.,  bei  Radeschin  (Neustadtl,  Dr.  Iltis). 

41.  Epilobium  obscurum  Schreb.,  bei  Saar  (Dr.  v.  Teuber). 

42.  Pirits  nivalis  Jacq.  ssp.  austriaca  K.  Schneid.,  Asch.  u.  Graebn. 

Syn.,  Bd.  VI,  S.  65,  auf  der  Juranshöhe  (Brunn). 

43.  Pirus  nivalis  X  communis  C.  K.  Schneid.,  Asch.  u.  Graebn.  Syn., 

Bd.  VI,  S.  68,  in  einer  Hecke  bei  Wranau  (Brunn)  halbwild. 

44.  Rosa  Schmidtii  H.  Br.,  auf  der  Juranshöhe  (Brunn). 

45.  Cytisus  nigricans  L.,  ein  Stück,   seinen  Blütenstrauß  über  die 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums.  XI.  Q 


82 

Gipfel  des  l1,^  m  hohen  Buschwaldes  erhebend,  am  Hadiberge 
(Brunn  i. 

Nachdem  ich  mich  bisher  vergeblich  bemüht  habe,  mein 
fragliches  Cytisusmaterial,  das  der  Sektion  Viborgia  angehört, 
nach  den  mir  zu  Gebote  stehenden  Florenwerken,  ferner  nach 
Kerners  Arbeiten  über  diese  Gattung,  nach  Griesebach  und 
Schenk  iter  hungar.  und  anderen  zu  bestimmen,  habe  ich  das- 
selbe, mit  Hilfe  des  Bd.  VI  der  Synopsis  von  Ascherson 
und  Grœbner  überprüft  und  hier  seien  die  Resultate  dessen, 
soweit  sie  mährisches  Material  betreifen,  mitgeteilt.  Die 
genannten  Verfasser  folgen  hier  der  monographischen  Arbeit 
von  Briquet,  und  ich  darf  an  die  oben  erwähnte  Unzulänglich- 
keit der  ausreichenden  Florenwerke,  die  bei  anderen  Gattungen 
vollständig  hinweisen,  um  die  Schwierigkeiten  darzutun,  die 
sich  beim  Bestimmen  der  Viborgiaarten  ergeben,  und  so  Fehler, 
die  sich  innerhalb  gewisser  Grenzen  halten,  der  Nachsicht  zu 
empfehlen.  Mir  liegt  aus  Mähren  vor: 

46.  Cytisus  hirsutus  L. 

ssp.  1.  leucotrichus  Schur. 

Rasse:  polytrichiis    Briqu.,     bei    Adamstal    von    Theumer 

entdeckt,  bei  Kiritein  und  in  dortiger  Gegend,  wahrscheinlich 

auch  anderwärts  zu  finden, 
ssp.  2.  cüiatus  Wahlb. 

forma  alpestris  Beck.,  ein  Stück  unter  zahlreichen  anderen 

Cytisusstücken  bei  Wlkosch  (Bez.  Gaya). 
ssp.  3.  ratisbontnsis  Schaefí",  auf  den  bei  Oborny  angegebenen 

Standorten.  Im  Bezirke  von  Gaya  nicht  häufig. 

47.  C  supinus  L. 

ssp.  1.  albus  Hacq.,  bei  Gurdau  und  bei  Auspitz;  hier  weiß, 
gelblich  und  gelb  blühend. 

ssp.  2.  austriacus  L.  (die  Blättchen  unserer  Pflanze  sind 
häufig  stumpf).  Hierher  gehört  die  Pflanze  von  Poppitz 
(Bez.  Auspitz),  welche  (vielleicht  infolge  des  Mähens) 
manchmal  rein  weiß  blüht.  In  der  Umgebung  von  Gaya  ist 
C.  austriacus  selten  und  auf  den  bei  Oborny  angeführten 
Standorten  kommen  auch  Stücke  vor,  die  wohl  dem  C. 
austriacus  X  capitatus  angehören. 
yax.paucifJorus  Briqu.  (C.  Tomasini  Vis.),  ein  Stück  bei  Bisenz. 

ssp.  3.  capitatus  Scop.  Verbreitet  und  meist  gut  ausgesprochen. 
Im  Walde  Chrast  (Gaya)  fand  ich  im  tiefen  Schatten  schlanke, 


83 

fast  weiß  blühende  Stücke  und  unweit  davon  bei  Wlkosch 
und  Jeschow  solche,  die  als  supercapitatus  X  austriacus 
aufgefaßt  werden  können.  Hier,  wo  die  typische  (um  Brunn 
häufige)  Form  relativ  selten  ist,  wächst  auch  jene  Form, 
die  Schur  C.  aggregatus  genannt  hat,  und  die  Ascherson 
und  Grsebner  hier  beizählen. 

48.  C.  austriacus  X  capitatus  ist  eine  vielgestaltige,  von  Briinn  nach 

Süden  an  Häufigkeit  zunehmende  Pflanze  der  Raine  und 
Waldränder,  die,  stets  durch  strichelhaarige  Blätter  aus- 
gezeichnet, sich  bald  mehr  dem  C.  austriacus  bald  mehr  dem 
andern  in  den  Eigenschaften  nähert  und  in  Südmähren  die 
Stammeltern  an  Häufigkeit  bedeutend  übertrifft.  Tkany  fand 
sie  um  Brunn,  Dr.  Formanek  bei  Wostopowitz,  ich  besitze 
sie  von  den  Pollauer  Bergen  und  vielen  Stellen  aus  der  Um- 
gebung von  Gay  a  und  Bisenz. 

49.  Medicago  falcata  L.  var.  glandulosa  Koch  (Oborny  Flora  von  M. 

u.  Schi.,  pag.  1002),  bei  Czernowitz  (Brunn)  und  sicher  auch 
weiter  verbreitet. 

50.  Vicia  pannonica  Cr.  typica  Beck.,  trat    heuer  häufig  auf  den 

Ackern  bei  Czernowitz  (Brunn)  auf. 

51.  Hottonia  palustris  L.,  bei  Chirlitz  (Brunn,  Dr.  Iltis). 

52.  Armeria  vulgaris   L.,    bei    Rebeschowitz    (Brunn,    Fachlehrer 

Zdobnicky). 

53.  Nicotiana  rustica  L.,  zwei  Stücke  am  Raine  der  Gemüsefelder 

der  Dörnrösselgasse  (wo  nie  Tabak  gebaut  wurde),  aus  Atriplex 
tatarica  herauswachsend. 

54.  Thymus  oratus  Milí.  var.  subcitratus  Schreb.,  rein  weiß  (nicht 

ausgeblaßt)  blühend,  ein  Nest  bei  Knezowes  (Kunstadt). 

55.  Thymus  praecox   Opiz  typicus  Beck,   Flora  von  N.-Ö.,  in  der 

ganzen  Umgebung  von  Brunn  sehr  häufig. 

56.  Thymus  praecox  Opiz  var.  spathulatus  Opiz,  am  Hadiberge  und 

auf  der  Stránská  skala  (Brunn). 

57.  Thymus  praecox  var.  hadensis  H.  Br.  (Th.  lanuginosus  X  spathu- 

latus), mit  obigem. 

Thymus  Serpyllum  L.,  fehlt  bei  Brunn.  Was  dafür  gehalten 
wurde,  sind  schmalblätterige,  diesem  auch  im  Wüchse  ähnliche 
Formen  des  Th.  Marschallianus. 

58.  Thymus   Marschallianus    Willd.    var.    calvifrons  Borb.   (Symb. 

Thym.  Europ.  med.),  bei  Kromau. 

59.  Thymus  lanuginosus  Mill.,    auf  der  Schwedenschanze  und  im 


84 

Rzizkatale  (Brunn)  auch  in  einer  Form,  die  als  ein  Th. 
collinus  X  superlanuginosus  angesprochen  werden  könnte. 

60.  Thym// s    lanuginosus    Milí.   var.    Kosteleckianus   Opiz,   auf  der 

Stránská  skala,  am  Hadiberge  und  im  Rzizkatale  (Brunn). 

61.  Prunella   grandiflora  X  laciniata,    am    Gelben    Berge    (Brunn, 

Prof.  Murat)  und  ein  Nest  am  Hadiberge. 

62.  Verbascum   Kernen   Fritsch    (V.    Thapsus  X  phlomoides),   bei 

Wranowa  (Lettowitz). 

63.  Verbascum  ramigerum  Schrad  (V.  thapsiforme  X  Lychnitis),  im 
•     Josefstale  (Blansko). 

Veronica  opaca  Fr.  Bei  Berücksichtigung  der  neuesten  und 
gründlichen  Arbeiten  über  Veronica  von  E.  Lehmann  (Kiel) 
zeigt  es  sich,  daß  diese  kritische  Art  in  Mähren  noch  nicht 
gefunden  worden  sei,  so  wie  sie  ja  nach  Beck,  Flora  von 
Niederösterreich,  S.  1049,  auch  in  diesem  Kronlande  bis- 
her noch  nicht  beobachtet  worden  ist. 

64.  Mela/nvpyrum  fallax  Cel  forma  typicum  Beck  (M.  bohemicum 

Kern.),  bei  Knezowes  (Kunstadt). 

65.  Orobanche  minor  Sutt.,  am  Hadiberge  (Brunn),  heuer  häufiger 

als  andere  dortige  Orobanchearten,  z.  B.  0.  major! 

66.  Orobanche  alba  Steph.,  bei  Eibenschitz. 

67.  Utricularia   major    Schmidel,    bei    Hatschein    (Olmütz,    Ober- 
leutnant Hofmann). 

68.  Utricularia  minor  L.,  bei  Radeschin  (Neustadtl,  Dr.  Iltis). 

69.  Galium  Schultern  Vest,  bei  Wlkosch  (Gaya). 

70.  Scabiosa  suaveolens  Desf.,  bei  Rebeschowitz  (Brunn). 

71.  Elichrysum  arenarium  DC,  mit  obigem. 

72.  Inula  Oculus  Christi  L.,  im  Rzizkatale  (Brunn). 

73.  Artemisia  scoparia  W.  u.  Kit.,  bei  Lettowitz. 

74.  Artemisia  pontica  L.,  ein  Nest  am  Hadiberge  (Brunn). 

75.  Echinops   spliceroceplialus   L.,  eingeschleppt,    2    Stück   an    der 

Reichsstraße  mitten  im  Dorfe  Rzezkowitz  (Brunn). 

76.  Arctium  nemorosum  Lej.,  bei  Czernowitz  (Brunn)  zwischen 

den  gewöhnlichen  Arcticumarten  spärlich. 

77.  Ai'ctium  iieinoroswm  X  minus  mit  dem  obigen. 

78.  Cii'siiini  bracfiycephalwm  Jur.,    spärlich  auf  einer  Wiese 

bei  Kostel.  Ich  glaube  aber  diese  Kratzdistel  aus  dem  Waggon- 
fenster an  mehreren  Stellen  auch  weiter  nördlich  bis  Poppitz 
be  ob  achtet  zu  haben. 

79.  Crépis  mollis  Koch,  bei  Kleppel  in  den  Sudeten. 


Die  oberkretazisclie  Korallenfaima  von  Klogsdorf 

in  Mähren. 


Von  Dr.  Friedrich   Trautb. 


Vorwort. 

Die  erste  Anregung  zu  der  hiermit  der  Öffentlichkeit  über- 
gebenen  Studie  kam,  als  vor  ungefähr  drei  Jahren  eine  ansehn- 
liche Zahl  von  Versteinerungen  aus  dem  Gebiete  von  Klogsdori 
und  Liebisch  in  Mähren,  welche  Seine  kaiserliche  und  königliche 
Hoheit  der  durchlauchtigste  Herr  Erzherzog  Joseph  Ferdinand, 
der  ebenso  großmütige  als  hochherzige  Begründer  des  Höchst- 
dessen  Namen  führenden  natur-  und  kunstgeschichtlichen  Museums 
in  Olmütz,  von  hier  zwecks  näherer  Untersuchung  dem  k.  k.  natur- 
historischen Hofmuseum  in  "Wien  hatte  übermitteln  lassen,  mir  zur 
Bestimmung  anvertraut  wurde. 

Bei  dieser  Gelegenheit  gelangten  mehrere  besonders  inter- 
essante Fossilien  aus  dem  umfangreichen  Olmützer  Petrefakten- 
material,  dessen  Auffindung  man  dem  unermüdlichen  Sammeleifer 
des  Pfarrers  von  Liebisch,  Joseph  Slavíček,  ausschließlich  zu  ver- 
danken hat,  schenkungsweise  in  den  Besitz  der  geologisch-paläonto- 
logischen Abteilung  des  k.  k.  naturhistorischen  Hofmuseums. 

Die  vorliegende  Publikation  beschäftigt  sich  mit  der  vor- 
wiegend aus  stockbildenden  Kreidekorallen  bestehenden  Fauna  des 
Karpathensandsteines  von  Klogsdorf,  während  die  Behandlung  der 
aus  der  Diluvialregion  von  Liebisch  stammenden  Versteinerungen 
einer  weiteren  Veröffentlichung  vorbehalten  bleiben  möge. 


86 

Es  geziemt,  allen  jenen  meinen  Dank  auszusprechen,  welche 
diese  Studie  durch  Rat  und  Tat  gefördert  haben:  Herr  Pfarrei- 
Joseph  Slavíček  hat  mir  seine  bei  Klogsdorf  angestellten  Beob- 
achtungen in  uneigennützigster  Art  mitgeteilt  und  sein  gastliches 
Haus  liebewarm  geöffnet,  als  ich  im  vorigen  Frühjahre  die  geo- 
logisch bedeutsamen  Ortlichkeiten  von  Liebisch  und  Klogsdorf 
besuchte.  Die  für  meine  Arbeit  nötige  Kenntnis  der  die  bezeichnete 
Gegend  behandelnden  tschechischen  Literatur  hat  Herr  med.  univ. 
Dr.  Mauriz  Remeš  in  Olmütz  durch  die  Anfertigung  eines  deut- 
schen Auszuges  aus  derselben  vermittelt  und  zugleich  die  Abfassung 
der  historischen  Einleitung  zu  dieser  Veröffentlichung  auf  sich 
genommen.  Die  Herren  Professoren  Emil  von  Marenzeil  er 
aus  Wien  und  Johannes  Felix  aus  Leipzig  gingen  bei  der  Be- 
stimmung einiger  Korallen  gütig  an  die  Hand,  und  den  Herren 
Professoren  Kustos  Ernst  Kittl  und  Viktor  Uhlig  in  Wien  verdanke 
ich  manchen  für  die  Beurteilung  des  geologischen  Vorkommens 
bemerkenswerten  Rat.  Ferner  ermöglichten  Herr  Professor  Friedrich 
Frech  in  Breslau  und  Rudolf  Zuber  in  Lemberg  durch  die 
Zusendung  der  Kreidekorallen  von  Oppeln,  bezüglich  Delatyn,  deren 
unmittelbaren  Vergleich  mit  den  von  mir  beschriebenen  Anthozoën. 

Der  Untersuchung  des  wertvollen  Fossilienmaterials  von 
Klogsdorf  nun  verlieh  Seine  kaiserliche  Hoheit  durch  huldvollste 
Annahme  nachstehender  Abhandlung  ungeahnte  Auszeichnung.  Ob 
diese  meine  Arbeit  solch  hohen  Namens  wert  und  würdig  sei, 
mute  ich  mir  zu  beurteilen  nicht  zu,  huldige  aber  unter  allen 
Umständen  treugehorsamst  und  tiefinnigst  dankbar  dem  durch- 
lauchtigsten Herrn  Erzherzog,  Höchstweicher  so  hohe  Ehre  mit 
so  schlichtem  Können  gnädigst  zu  verknüpfen  geruht  hat! 

Wien,  im  Jänner  1911. 

Dr.  Friedrich  Trauth. 


I.  Einleitung. 

Von  Dr.   Mauriz  Remeš. 

Das  Gebiet  von  Klogsdorf,  aus  welchem  die  in  der  vorliegenden 
Abhandlung  beschriebene  Korallenfauna  stammt,  liegt  unmittelbar 
nordöstlich  von  der  in  der  mährischen  Bezirkshauptmannschaft 
Neutitschein  befindlichen  Stadt  Freiberg  und  gehört  dem  als 
„schlesische  Beskiden"  bekannten  Teile  des  Karpathengebirges  an. 

L.  Hohenegger,  dem  wir  die  erste  geologische  Durchforschung 
dieses  Berg-  und  Hügellandes  verdanken,  schied  auf  seiner  1861 
publizierten  „geognostischen  Karte  der  Nordkarpathen"  bei  Klogs- 
dorf ein  erratische  Malmkalkblöcke  führendes  Eozän1)  aus,  zu  welcher 
Fomiationsgruppe  er  in  den  Beskiden  graue,  glimmerreiche  und 
schiefrige  Sandsteine,  Mergelschiefer,  grobe  Konglomerat-  oder 
Breccienschichten  mit  großen  Blöcken  älterer  Formationen  (Granit, 
Gneis,  Chloritschiefer,  Devon,  Karbon)  sowie  feinere  brecciöse 
Sandsteine  stellte,  die  teils  infolge  ihres  Reichtums  an  Glaukonit 
grünlich  gefärbt  sind,  teils  aber  „bunt"  erscheinen,  wenn  sie  in 
ihrer  grauen  bis  rötlichen  Grundmasse  Trümmer  von  Glimmer- 
und Chloritschiefer,  Grünerde  und  weiße,  organogene  Flecken 
zeigen2).  Die  für  alle  diese  paläogenen  Straten  so  bezeichnenden 
Nummuliten  hat  Hohenegger  in  den  Konglomeratsandsteinen  von 
Klogsdorf  nicht  angetroffen,  sondern  erst  weiter  östlich  davon 
verzeichnet  er  einen  solchen  Fund  in  seiner  Karte. 

Ganz  ähnliche  brecciöse  Konglomeratbänke,  wie  sie  innerhalb 
des  eben  besprochenen  „Eozäns"  erscheinen,  finden  sich  nach  den 
1852   von  F.  Hochstetter3)   angestellten   Beobachtungen   auch 


*)  Unter  den  Begriff  des  „Eozäns"  im  Sinne  Hoheneggers  fallen  auch 
die  oligozänen  Schichten  der  karpathischen  Elyschzone. 

2)  Vgl.  L.  Hohenegger,  Die  geognostischen  Verhältnisse  der  Nord- 
karpathen in  Schlesien  und  den  angrenzenden  Theilen  von  Mähren  und  Galizien 
als  Erläuterung  zu  der  geognostischen  Karte  der  Nordkarpathen.  Gotha  1861, 
pag.  34. 

3)  Notiz  über  eine  Kreideschichte  am  Fuße  der  Karpathen  bei  Friedek 
in  k.  k.  Schlesien.  Jahrb.  der  k.  k.  geol.  R.-A.,  Bd.  III  (1852),  Heft  4,  pag. 
33  und  35. 


88 

in  anscheinend  innigem  A7erbande  mit  den  Baculitenschichten  von 
Friedek.  Der  genannte  Forscher  sah  hier  im  Liegenden  der  senonen 
Friedeker  Mergel  harte,  sandsteinartige  Konglomeratlagen,  welche 
mit  ihrem  kalkigen  Zement  Glimmerblättchen,  Quarzkörner  und 
Steinkohlenteilchen  einschlössen  und  eine  Menge  von  Polyparien, 
Cidaritenstacheln  und  anderen  Fossilresten  beherbergten,  ihm  aber 
keine  Nummuliten  geliefert  haben. 

Eine  weitere  Mitteilung,  welche  die  uns  interessierende  Region 
betrifft,  hat  1887  L.  v.  Tausch  im  „IL  Reisebericht  des  Sections- 
geologen  der  2.  Section"1)  gelegentlich  der  Besprechung  der  im 
Norden  und  Osten  des  Spezialkartenblattes  „Neutitschein"  vor- 
kommenden Friedeker  Schichten  gemacht,  indem  er  sagt:  „Nicht 
geringe  Schwierigkeit  bot  das  Studium  der  Tektonik  der  einzelnen 
Kreideinseln,  welche  aus  dem  Alttertiär,  resp.  Diluvium  allenthalben 
emporragen.  Das  Alttertiär,  welches  auf  der  Hohenegger'schen 
Karte  so  reichlich  ausgeschieden  erscheint,  konnte  nur  an  wenigen 
Punkten  anstehend  gefunden  werden,  da  es  fast  allenthalben  von 
Diluvium,  das  vielfach  erratische  Blöcke,  zumeist  roten,  porphyr- 
artigen Granit,  enthält,  überdeckt  wird."  Wie  der  Verfasser  dieser 
Zeilen  aus  verläßlicher  Quelle  weiß,  kannte  v.  Tausch  übrigens 
auch  den  bei  Klogsdorf  gelegenen  Fundort  von  Versteinerungen, 
die  er  samt  den  daselbst  auftretenden  kristallinen  Gesteinsbrocken 
für  nordische  Geschiebe  hielt2). 

Zum  erstenmal  geschieht  der  Lokalität  Klogsdorf  in 
meinem  1898  veröffentlichen  Aufsatze  „O  zkamenělinách  bludných 
balvanů  okolí  Příbora"(zu  deutsch  „Über  Versteinerungen  erratischer 
Blöcke  aus  der  Umgebung  von  Freiberg"3)  ausdrückliche  Erwäh- 
nung: Es  wird  hier  unter  dem  Namen  Polytremacis  (=  Heliopora4) 
Lindströmi  Rem.  eine  neue,  als  Hornstein  erhaltene  Korallenart, 
die  etwa  20  Jahre  vorher  bei  Hájov,  einem  zwischen  Freiberg  und 
Hochwald  (OSO  Freiberg)  gelegenen  Dorfe,  lose  aufgelesen  worden 
war,  beschrieben.  Den  Fundort  bildete  eines  der  von  Lehm-  und 
Schotterablagerungen    bedeckten    Felder,    welche    sich    längs    des 


!)  Verhandl.  d.  k.  k.  geol.  R.-A  ,  1887,  pag.  284—285. 

2)  Vgl.  meine  diesbezügliche  Angabe  in  d.  Verhandl.  d.  k.  k.  geol.  R.-A., 
1898,  pag.  182. 

3)  Věstník  klubu    přírodovědeckého  v  Prostějově   (=  Jahrb.  d.  naturw. 
Klubs  in  Proßnitz).  Jahrg.  1  (1898),  pag.  5  —  10,  Proßnitz  1898. 

4)  Nach  Traut  h  mit  diesem  Gattungsnamen  zu  belegen. 


89 

kleinen  Baches  Klenos1)  hinziehen.  Nachdem  ich  meiner  Ansicht 
Ausdruck  verliehen  habe,  daß  die  genannte  Anthozoë  erratisch 
sei  und  vermutlich  aus  der  baltischen  Kreide  stamme,  gedenke  ich 
noch  des  Vorkommens  von  verkieselten  Korallen  und  Spongien 
bei  Klogsdorf,  die  gleichfalls  dieselbe  Provenienz  haben  könnten. 

Als  später  nach  wiederholtem  Besuch  der  Klogsdorfer  Felder 
durch  meinen  Vater  eine  größere  Anzahl  der  erwähnten  und  von 
mir  für  nordisches  Diluvium  gehaltenen  Hornsteinpetrefakten  auf- 
gesammelt war,  schickte  ich  mehrere  derselben  an  die  kgl.  preu- 
ßische geologische  Landesanstalt  nach  Berlin,  um  von  den  dortigen 
Geologen  Näheres  über  ihre  Herkunft  in  Erfahrung  zu  bringen. 
Es  ward  mir  bald  die  Auskunft  zuteil,  daß  den  eingesandten 
Stücken  ähnliche  Kieselkorallen  und  -spongien  in  Norddeutschland 
unbekannt  seien,  dagegen  gelegentlich  im  Kreidegebiet  von  Oppeln 
in  Preußisch-Schlesien  aufträten.  Dieser  Hinweis  veranlaßte  mich, 
die  Anthozoe'n2)  behufs  genauerer  Untersuchung  dem  gewiegten 
Korallenkenner  Professor  J.  Felix  in  Leipzig  mit  dem  Ersuchen 
zu  übergeben,  womöglich  auch  deren  Verhältnis  zu  den  Funden 
in  der  Gegend  von  Oppeln  aufzuklären.  Das  Resultat  seiner  Unter- 
suchung hat  Felix  in  der  1903  erschienenen  Studie  „Verkieselte 
Korallen  als  Geschiebe  im  Diluvium  von  Schlesien  und  Mähren"3) 
niedergelegt,  zu  welcher  ich  eine  das  geologische  Vorkommen  der 
Versteinerungen  erörternde  Einleitung  geschrieben  habe.  Der  wesent- 
liche Inhalt  dieser  Arbeit  möge  nun  in  Kürze  wiedergegeben  werden: 

Das  Fundgebiet  der  mährischen  Spongien  und  Korallen, 
welche  zumeist  wallnuß-  bis  kopfgroße,  rundliche  Hornsteinknollen 
mit  rauher,  unebener  Oberfläche  bilden,  erstreckt  sich  von  den  am 
rechten  Ufer  des  Lubinaflüßchens  gelegenen  Klogsdorfer  Häusern 
Nr.  48 — 60,  auf  deren  Grundstücken  sie  zusammen  mit  erratischen 
Gneis-  und  Granitgeschieben  zerstreut  herumliegen,  einerseits  gegen 
Nordosten  bis  in  den  nahen  Wald  Osyčina,  anderseits  ost-  und 
südostwärts  am  rechten  Ufer  des  Bächleins  Klenos  gegen  die 
Gemeinde  Hájov   hin.    Nach   meiner  damaligen   Erfahrung  traten 


1)  Ein  bei  Hájov  entspringendes  Bächlein,  welches  nach  nordwestlichem 
Laufe  bei  Klogsdorf  in  die  Lubina  einmündet. 

2)  Eine  Reihe  von  Schwämmen  wurde  gleichzeitig  an  Herrn  Professor 
H.  Rauff,  damals  in  Bonn,  eingesandt,  der  sie  aber  infolge  Zeitmangels  nicht 
näher  untersuchen  konnte. 

3)  Zentralblatt  für  Min.  usw.,  Jahrg.  1903,  pag.  561—577.  Stuttgart. 


90 

die  Fossilien  vornehmlich  auf  jenen  Feldern  auf,  unter  deren 
20 — 30  cm  mächtigem  Humus  gelblicher  Löß  und  lettenartiger 
Lehm  mit  Sand  und  kleinen,  erbsen-  bis  nußgroßen  Kieselsteinen 
vorkamen1).  Dabei  war  die  Verteilung  derselben  so  ungleichmäßig, 
daß  man  sie  stellenweise  in  Menge  auflesen  konnte,  während  sie 
an  anderen  Punkten  fast  ganz  fehlten. 

In  dem  ungefähr  V/2  km  nordöstlich  von  Klogsdorf  befind- 
lichen Osyčina-AValde  traf  ich  neben  den  fossilen  Cölenteraten  auch 
eine  in  eine  Hornsteinkoralle  eingewachsene  Serpula  an. 

Die  Anthozoënfauna  der  Lokalität  Klogsdorf  wird  noch  durch 
ein  paar  in  derselben  Weise  erhaltene  Stücke  aus  der  weiteren 
Umgebung  Freibergs  ergänzt,  und  zwar  durch  die  bereits  früher 
angeführte  Polytremacis  (=  Heliopora)  Lindströmi  Rem.  von  Hájov, 
ein  kleines  Exemplar  der  gleichen  Art  aus  der  Region  von  Stram- 
berg,  das  ich  vor  mehreren  Jahren  erhalten  habe,  und  schließlich 
durch  eine  aus  dem  Schotter  der  unteren  Ondřejnica2)  stammende, 
verkieselte  Koralle,  die  mit  einer  Klogsdorfer  Spezies  übereinstimmen 
dürfte  und  im  Vlastenecký  musejní  spolek  (zu  deutsch  im  „Vater- 
ländischen Museum")  zu  Olmütz  aufbewahrt  wird. 

Das  von  Felix  bearbeitete  und  aus  acht  Anthozoënexemplaren 
bestehende  Material  umfaßte  nachstehende  fünf  Arten: 

Isastraea  sp.  (Spezies  I.), 

Thamnastraea  sp., 

Astrocoenia  äff.  hexaphylla  Qu.  sp., 

Actinacis  Remeši  Fei.  und 

Polytremacis  (=  Heliopora)  Lindströmi  Rem., 
welche   mit  Ausnahme   der  bei  Hájov  und   Stramberg   gefundenen 
letztgenannten    Form    insgesamt    von     den    Klogsdorfer    Feldern 
stammten. 

Auf  eine  an  Professor  F.  Frech  gerichtete  Anfrage,  ob  sich 
verkieselte  Korallen  aus  der  Gegend  von  Oppeln  in  der  geologischen 
Sammlung  der  Breslauer  Universität  befänden,  erhielt  Felix  von 
dort  vier  graubraune  und  gelbliche,  mehr  oder  weniger  abgeriebene 
Hornsteinstücke  zugesandt,  die  er  als 


1)  Nach  unserer  jetzigen  Ansicht  hauptsächlich  stark  zersetzte  Partien 
des  Klogsdorfer  Karpathensandsteines,  aus  dem  die  verkieselten  Petrefakten  frei 
herausgewittert  sind. 

2)  Ein  nordöstlich  von  Frankstadt  entspringendes  Flüßchen,  welches  über 
Richaltitz  und  Braunsberg  in  nordnordwestlicher  Richtuno-  der  Oder  zuströmt. 


91 

Isastraea  sp.  (Spezies  IL), 

Astrocoenia  decaphylla  E.  H.  (2  Exemplare)  und 
Polytremacis  (=  Heliopora)  Lindströmi  Rem. 
bestimmen  konnte.  Wie  aus  den  ihnen  beigelegten  Etiketten  her- 
vorging, war  die  erste  Spezies  in  einer  Kies-(Schotter-)grube  bei 
Groschowitz  an  der  Oder  ^SSO  Oppeln),  die  eine  Astrocoenia  in 
einer  Sandgrube  bei  Groß-Peterwitz  an  der  Ratiboř — Leobschützer 
Bahn,  die  andere  Astrocoenia  lose  mit  kieseligem  Cenomansand- 
stein  und  Hornsteinspongien  in  Groschowitz  und  die  zuletzt  ge- 
nannte Koralle1)  geschiebeartig  an  der  Oder  in  der  Nähe  von 
Oppeln  aufgefunden  worden.  Als  Muttergestein  dieser  Petrefakten 
galten  die  in  Preußisch-Schlesien  anstehenden  Cenomansandsteine. 
Nachdem  die  Hornsteinkorallen  der  Region  von  Oppeln  hinsicht- 
lich ihres  Fossilisationsmaterials  (Si  02)  ausnahmslos,  bezüglich 
ihrer  Farbe  und  Erhaltung  zum  Teil  vollständig  mit  den  mähri- 
schen übereinstimmten  und  außerdem  beiden  Territorien  die  Poly- 
tremacis (=  Heliopora)  Lindströmi  gemeinsam  war,  gelangte  Felis 
zu  dem  Schlüsse,  daß  die  ihm  von  mir  als  erratisch  geschilderten 
Klogsdorfer  Anthozoën  im  Cenomangebiete  Preußisch-Schlesiens 
ihre  Heimat  haben  müßten,  aus  der  sie  durch  das  nordische  In- 
landeis in  die  Umgebung  von  Freiberg  in  Mähren  entführt  worden 
seien2). 

Zum  Schlüsse  bespricht  Felix  noch  einige  kleine  Kalkkorallen 
(drei  Stücke  einer  nicht  näher  bestimmbaren  Oculinide  und  eine 
Astrocoenia  cf.  hexaphylla  Qu.  sp.),  die  ich  aus  einem  später  zu  er- 
wähnenden Kreidemergel  etwas  nordöstlich  von  Klogsdorf  erhal- 
ten habe. 


1)  Dieselbe  war  ursprünglich  von  F.  Roemer  („Über  die  Diluvial- 
geschiebc  von  nordischen  Sedimentgesteinen  in  der  norddeutschen  Ebene". 
Zeitscbr.  d.  Deutsch,  geol.  Ges.,  1862  pag.  617;  1863,  pag.  755)  für  einen 
erratischen  Chaetetes  radians  aus  dem  russischen  Kohlenkalk  gehalten  worden. 

2)  Wie  schon  E.  F.  Glocker  in  seiner  1853  erschienenen  Abhandlung 
„Über  die  nordischen  Geschiebe  der  Oderebene  um  Breslau"  (Nova  acta  aca- 
demiae  Caesareae  Leopoldinae-Carolinae  Germanicae  naturae  curiosorum.  vol. 
XXIV,  p.  I,  Breslau)  bemerkt,  drang  das  nordische  Diluvium  mit  seinen  erra- 
tischen Blöcken  nur  bis  in  das  Gebiet  von  Freiberg  vor,  während  ihm  südlich 
desselben  die  Höhen  der  Beskiden  endgültig  Halt  geboten.  Vgl.  auch  die 
Karte  „Das  Kuhländchen  zur  diluvialen  Zeit"  in  H.  Schuligs  Buch:  Meine 
Heimat,  das  Kuhländchen.  Herausgegeben  im  Jubeljahre  der  60  jährigen  Re- 
gierung- des  Kaisers  Franz  Josef  I..  Jäfferndorf  1908. 


92 

Wegen  der  Bedeutung,  welche  die  hiermit  besprochene  Publi- 
kation Fei  ix',  für  die  paläontologische  Kenntnis  der  Umgebung 
meiner  Vaterstadt  Freiberg  hatte,  entschloß  ich  mich,  dieselbe  in 
etwas  gekürzter  Form  ins  Tschechische  zu  übertragen  und  die 
Übersetzung  unter  dem  Titel  ., Zkameněliny  bludných  balvanů  z 
okolí  Příbora"  (zu  deutsch  „Die  Versteinerungen  der  erra- 
tischen Blöcke  aus  der  Umgebung  von  Freiberg")  im  VI.  Jahr- 
buche des  naturwissenschaftlichen  Klubs  in  Proßnitz1)  zu  veröffent- 
lichen. 

Die  Lektüre  dieser  Schrift  bewog  Pfarrer  J.  S 1  a  v  í  č  e  k,  in 
dem  Freiberg  gegen  Südwesten  benachbarten  Diluvialgebiet  von 
Liebisch  nach  erratischen  Feuersteinpetrefakten  zu  suchen,  von 
denen  er  bald  eine  ansehnliche  Kollektion  zustande  brachte.  Sein 
1905  erschienener  Aufsatz  „Zkameněliny  bludných  pazourkwýeh 
valonnû  od  Libhoště  u  Příbora"  (zu  deutsch  „Versteinerungen  erra- 
tischer Hornsteingeschiebe  von  Liebisch  bei  Freiberg"2),  in  welchem 
er  über  seine  Beobachtungen  berichtet,  berührt  die  uns  eben  be- 
schäftigende Frage  nur  insofern,  als  Slavíček  daselbst  der  Ver- 
mutung Kaum  gibt,  daß  die  Versteinerungsfundorte  von  Liebisch 
und  Klogsdorf  einander  geologisch  entsprechen  könnten  und  die 
Fossilien  wegen  ihres  bei  Liebisch  konstatierten  Zusammenvor- 
kommens mit  skandinavischen  Gneis-  und  Granitblöcken  durch  das 
diluviale  Inlandeis  eher  aus  dem  hohen  Norden  (d.  h.  der  balti- 
schen Kreideprovinz)  als  aus  der  Umgebung  von  Oppeln  in  die 
Freiberger  Region  gebracht  worden  seien. 

Einen  weiteren  Beitrag  zur  Geologie  dieser  Gegend  habe  ich 
im  Jahre  1906  durch  meine  Mitteilung  „Vrchní  vrstvy  křídové  v 
Klokočově  u  Příbora"  (zu  deutsch  „Obere  Kreideschichten  in 
Klogsdorf  bei  Freiberg"3)  geliefert:  An  einer  nordöstlich  von 
Klogsdorf  gelegenen  Stelle,  die  ungefähr  durch  die  Buchstaben 
„og"  des  Wortes  Klogsdorf  im  Spezialkartenblatte  Neutitschein 
(1 :  75.000)  bezeichnet  wird,  traf  man  gelegentlich  einer  Schürfung 
auf  Kohle  unter   dem  zirka  3/4  m   starken  Humus  und   einer  fast 


v)  Věstník  klubu  přírodovědeckého  v  Prostějově  VI  (1903)  Proßnitz  1904. 

2~)  Věstník  klubu  přírodovědeckého  v  Prostějově  (=  Jahrbuch  d-es  natur- 
wissenschaftlichen Klubs  in  Proßnitz.)  VII  (1904),  Proßnitz   1905. 

3)  Zprávy  komisse  pro  přír.  prozk.  Moravy  (=  Berichte  der  Kommission 
für  die  naturwissenschaftliche  Durchforschung  Mährens.)  Oreol.  pal.  Abt.  Nr.  5, 
Brunn  1906. 


93 

2  m  mächtigen,  gelben  Lelimschichte  auf  einen  dunkelgrauen  Mergel- 
schiefer,  der  mit  hellgrauer  Farbe  verwitterte  und  nachstehende 
Fauna  enthielt: 

F  o  ramin  if  er  a  (nach  freundlicher  Bestimmung  von  Fr.  Chapman): 

Reophax  cylindrica  Brady, 

Nodosaria  (Dentalina)  soluta  Rss., 

Nodosaria  (Dentalina)  expansa  Rss., 

Pulvinulina  elegans  d'Orb.  sp. 
Anthozoa  (nach  J..  Felix): 

Astrocoenia  cf.  hexaphylla  Qu.  sp.  (A.  hexaphylla  ist  aus  der 
Gosauformation  bekannt.) 

Oculinidenfragmente,  nicht  näher  bestimmbar. 

Echinoidea  (nach  P.   de  Loriol),  die  als  Fragmente  ziemlich 
häufig  vorkommen: 

Cidaris  clavigera  König,  ein  paar  gut  erhaltene  Stachel. 
Cidaris  sceptrifera  Mantell.  Einige  Stachelfragmente  konnten 
mit  ziemlich  großer  Sicherheit  dieser  sowohl  in  den  böhmi- 
schen Priesener  Schichten  (Untersenon)  als  auch  in  der 
ostalpinen    Gosauformation1)     auftretenden     Spezies 
zugerechnet  werden. 
?  Echinocorys  granulosus  Schlüter,  durch  einige  Tafeln  ver- 
treten. 
Ferner  mehrere  unbestimmbare  Seeigeltafeln  und  -stachel. 
Crinoidea: 

Stielgliederfragmente  der  Gattung  Pentacrinus. 
V  e  r  m  e  s  : 

Serpula  cf.  semisulcata  Reich. 
Crustacea: 

Pollicipes  sp.,  ziemlich  reichliche,  aber  nicht  näher  bestimm- 
bare Reste. 
Extremitätenglied  eines  Krebses. 
B  r  y  o  z  o  a,  einige  nicht  genauer  bestimmbare  Reste  und  eine 

?  Petalopora  sp. 
Brachiopoda: 

Thecidea  hieroglyphica  Defr. 


*)  Vgl.  J.  Lambert,  Étude  sur  quelques  Échinides  des  couches  àHippurites 
de  Gosau.  Bull,  de  la  Soc.  Belge  de  Géol.,  de  Paléontol.  et  ď  Hydrol.  (Bruxelles) 
Mém.  Tome  XXI.  (1907),  pag.  83. 


94 

Bi  v  al  vi  a  : 

Fragmente  glatter  und  berippter  Schalen,  die  sich  leider  nicht 
näher  determinieren  ließen. 

Gastropoda  (nach  A.  Fric): 

Unter  den  ziemlich  zahlreichen  Gehäusen  ließen  nur  ein  paar 

eine  sichere  Bestimmung  zu;  es  sind  dies  die  folgenden: 

Turbo  decemcostatus  v.  Buch.    Zu  dieser   auch  in  den  Prie- 

sener  und    Teplitzer    Schichten    Böhmens    auftretenden 

Art  gehört  die  Schale  eines  jungen  Tieres. 

Cerithium    Luschitzianum   Gem.,    eine    aus    den    böhmischen 

Priesener  Schichten  bekannte  Form. 
Sehr  bemerkenswert  ist  die  Tatsache,  daß  viele  von  den  vor- 
handenen Cerithiengehäusen  auffallend  an  die  von  Ze- 
keli1)  aus  der  ostalpinen  Gosau formation  beschriebe- 
nen Spezies  erinnern;  insbesondere  glaube  ich  in  dem 
Klogsdorfer  Material  zwei  derartige  Gosauformen  wieder 
erkannt  zu  haben: 
Cerithium   trifidum  Zek.   (nach  Stoliczka2)    als  C.  furca- 

tum  Zek.  zu  bezeichnen)  und  ein  Fragment  von 
?  Cerithium  fenestratum  Zek.  (nach  Stoliczka2)  Cerithium 
Haidingeri  Zek.  sp.  zu  benennen). 
Den  Beschluß  des  Fossilverzeichnisses  machen: 
?  Fusus  cf.  depauperatus  Rss.  und 
Rissoa  sp. 

Auf  Grund  dieser  Petrefakten  fühlte  ich  mich  berechtigt,  die 
obigen  Mergel  als  senone  Friede  ker  Schichten  anzu- 
sprechen. Wenngleich  uns  ihr  Streichen  und  Fallen  unbekannt 
sind  und  auch  ihr  Zusammenhang  mit  den  konglomeratischen 
Brecciensandsteinen  des  Klogsdorfer  Steinbruches,  welcher  vorwie- 
gend die  von  F.  Trauth  untersuchte  Korallenfauna  geliefert  hat, 
sich  nicht  unmittelbar  beobachten  läßt,  so  halten  wir  gegenwärtig 
doch  die  innige  geologische  Zusammengehörigkeit  beider  Ablage- 
rungen für  außerordentlich  wahrscheinlich,  ja,  fast  für  sicher;  denn 
dafür  spricht  nicht  nur  die  recht  geringe  (ungefähr  350  m  betra- 
gende)  Entfernung    beider   Aufschlüsse,    sondern    auch    das    Vor- 

1)  Vgl.  L.  F.  Zekeli,  Die  Gasteropoden  der  Gosaugebilde.  Abhandl.  d. 
k.  k.  geol.  R.-A.,  II.  Bd.,  Wien  1852. 

2J  Vgl.  F.  Stoliczka,  Revision  der  Gastropoden  der  Gosauschichten. 
Sitzungsber.  d.  kais.  Ak.  d.  Wiss.  Wien,  math.  nat.  KL,  Bd.  LH  (1865). 


95 

kommen  gleichartiger  im  Sandstein  des  Steinbruches  eingeschalteter 
Mergellagen  und  die  fast  völlige  Übereinstimmung  des  stratigra- 
phischen  Niveaus,  das  ich  nach  den  eben  aufgezählten  Versteine- 
rungen für  die  erschürften  Mergelschiefer  und  Trauth,  unabhängig 
von  mir,  auf  Grund  der  Korallen  für  den  konglomeratischen  Breccien- 
sandstein  abgeleitet  hat.  Auch  das  gleichzeitige  Auftreten  gosauischer 
Typen  (von  Cerithien  und  der  Astrocoenia  im  Mergel,  vieler  Antho- 
zoën  im  Konglomeratsandstein)  scheint  mir  bei  der  Beurteilung 
dieser  Frage  nicht  übersehen  werden  zu  dürfen. 

Mergelschiefer  von  der  zuvor  charakterisierten  Beschaffenheit 
haben  sich  bei  Klogsdorf  auch  unfern  eines  Brunnens  gefunden, 
welcher  im  Klenos-Tale  nahe  an  der  Misteker  Kaiserstralie    liegt. 

Jetzt  müssen  wir  noch  kurz  der  ebenfalls  im  Jahre  1906  von 
Professor  J.  Felix  publizierten  Studie  „Über  eine  Korallenfauna 
aus  der  Kreideformation  Ostgaliziens"  *)  gedenken,  da  hier  das 
Vorkommen  einer  sonst  nur  von  Klogsdorf  bekannten  Anthozoë 
innerhalb  eines  Flyschkonglomerates  von  Delatyn  am  Pruth  kon- 
statiert wird:  Es  handelt  sich  um  die  1903  als  Astrocoenia  äff. 
hexaphylla  Qu.  bezeichnete  Form,  die  Felix  nunmehr  mit  dem  neuen 
Namen  Astrocoenia  hexaphylloides  belegt  hat. 

Nach  der  Abfassung  seines  früher  angeführten  Aufsatzes  über 
die  Gegend  von  Liebisch  wandte  sich  J.  Slavíček  der  Unter- 
suchung des  Klogsdorfer  Gebietes  zu,  deren  Ergebnisse  sich  in  der 
1907  erschienenen  Studie  „Starší  třetihory  na  Novojicku"  (zu 
deutsch  „Das  ältere  Tertiär  in  der  Gegend  von  Neutitschein"2) 
niedergelegt  finden  und  wegen  der  Wichtigkeit,  die  sie  für  die 
Beurteilung  der  geologischen  Verhältnisse  von  Klogsdorf  besitzen, 
genauer  mitgeteilt  zu  werden  verdienen: 

Nachdem  Slavíček  hervorgehoben  hat,  daß  sich  die  Verbrei- 
tungszone der  von  ihm  im  Liebischer  Diluvium  entdeckten  Fossilien 
gegen  Osten  nicht  bis  Klogsdorf  erstrecke,  was  er  früher  gedacht 
hatte,  bespricht  er  seine  bei  diesem  Orte  gemachten  Funde  von 
zahlreichen  verkieselten  Korallen  und  Spongien,  neben  denen  auch 
mehrere  halb  verkalkte  und  halb  verkieselte  sowie  eine  rein  kalkige 
Anthozoë  aufgesammelt  wurden.  Von  den  gelegentlich  in  den  Lie- 
bischer Moränen  vorkommenden    silifizierten,    erratischen   Korallen 

1)  Zeitschr.  d.  Deutsch,  geol.  Ges..  Bd.  58,  pag.  38—52  (Berlin  1906). 

2)  Věstník  klubu  přírodovědeckého  v  Prostějově  (=  Jahrb.  d.  naturw. 
Klubs  in  Proßnitz)  IX  (1906;,  Proßnitz  1907,  pag.  49—58.  Mit  4  Textfig. 


96 

unterscheiden  sich  die  Klogsdorfer  Formen  durch  ihre  in  der  Regel 
rauh  erhaltene  Oberfläche  und  die  nicht  selten  deutlich  sichtbaren 
Kelche.  Während  die  verkieselten  Klogsdorfer  Schwämme  häufig 
unter  gleichzeitiger,  völliger  Zerstörung  ihrer  einzelnen  Skelettnadeln 
ihre  natürliche,  äußere  Gestalt  und  das  maschige  Innengerüste 
bewahrt  hätten,  wären  bei  den  Feuersteinspongien  von  Liebisch 
hingegen  manche  Nadeln  erhalten  geblieben,  das  Maschenwerk  des 
Gerüstes  aber  nur  ganz  undeutlich  oder  gar  nicht  konserviert. 

Als  ursprüngliche  Lagerstätte  der  bisher  nur  lose  angetrof- 
fenen Klogsdorfer  Cölenteraten  erkannte  Slavíček  im  Frühjahre 
1906  den  konglomeratisch  oder  brecciös  entwickelten  und  mit 
grauen  Mergelschiefern  verbundenen  Karpathensandstein,  welcher  an 
einigen  Stellen  der  nordöstlich  von  Klogsdorf  gelegenen  Anhöhe 
aus  diluvialen  Bildungen  —  Lehm  und  Schottern  mit  nordischen, 
erratischen  Blöcken,  wie  z.  B.  in  und  bei  dem  Walde  Osvcina  — 
hervorschaut.  Die  meisten  Korallen  und  Spongien  lieferte  Slavíček 
ein  in  diesen  Flyschgesteinen  angelegter  Steinbruch,  welcher  sich 
zwischen  dem  Punkte  327  der  Spezialkarte  (1  :  75.000)  und  der 
Ortschaft  Klogsdorf  befindet1).  Während  Slavíček  demnach  die 
Annahme,  daß  die  Klogsdorfer  Cölenteratenfauna  erratisch,  und 
zwar  durch  das  nordische  Inlandeis  aus  dem  Oberkreidegebiet  von 
Oppeln  in  die  Umgebung  von  Freiberg  gebracht  worden  sei2),  für 
endgültig  beseitigt  und  ihre  Bodenständigkeit  im  Karpathensand- 
stein für  unbedingt  erwiesen  hält,  läßt  er  die  Frage,  ob  es  sich 
dabei  um  alttertiäre  oder  kretazische  Petrefakten  handle,  offen. 
Zugunsten  der  ersteren  Eventualität,  die  ihm  die  größere  Wahr- 
scheinlichkeit für  sich  zu  haben  scheint,  möchte  er  das  Auftreten 
der  Versteinerungen  in  den  von  Hohenegger  für  Eozän  gehal- 
tenen Schichten,  ferner  die  seiner  Ansicht  nach  vorhandene  habi- 
tuelle Ähnlichkeit  einiger  Klogsdorfer  Anthozoënarten  mit  Formen 
aus  dem  Paläogen  von  Oberburg,  Crosara  und  Castelgomberto 
sowie  das  (vermeintlich!)  jugendliche,   d.  h.  an  rezente  Schwämme 

*)  In  einem  zweiten,  kleineren  Steinbruche,  welcher  auf  der  höchsten 
Stelle  des  Fundgebietes  der  Klogsdorfer  Fossilien,  zwischen  dem  Osycina-Walde 
und  der  Kaiserstraße,  liegt  und  ebenfalls  den  Konglomeratsandstein  aufschließt, 
hat  Slavíček  nur  Spongien  angetroffen. 

2)  Dagegen  betrachtet  Slavíček  die  verkieselten  Korallen  und  Spongien 
von  Liebisch  sowie  einige  von  Felix  1.  c.  aus  der  Region  von  Oppeln  beschrie- 
bene Anthozoën  als  erratische,  aus  der  nordischen  Kreide  stammende  Petre- 
fakten. 


97 

erinnernde  Aussehen  der  Spongien  von  Klogsdorf  geltend  machen. 
Gegen  die  Möglichkeit,  die  Fossilien  könnten  aus  zerstörten  Kreide- 
schichten in  den  eozänen  Flyschsandstein  eingeschwemmt  worden 
sein,  scheine  ihm  die  allzuwenig  abgerollte  Gestalt  der  unmittel- 
bar aus  dem  Steinbruch  gewonnenen  Petrefakten  —  nur  manche 
der  frei  auf  den  Feldern  liegenden,  herausgewitterten  Stücke  seien 
abgerundet  — ■  zu  sprechen.  Höchstens  könne  eine  derartige  Ein- 
schwemmung aus  nächster  Nähe,  keinesfalls  aber  ein  weiterer  Fern- 
transport durch  bewegtes  Wasser  angenommen  werden.  Als  Gründe 
für  ein  eventuelles  kretazisches  Alter  der  in  Rede  stehenden  Cö- 
lenteratenfauna  ließen  sich  das  Vorkommen  der  Gattung  Poly- 
tremacis  und  das  Auftreten  der  von  Remeš  1906  konstatierten 
„Friedeker  Schichten"  in  nur  geringer  Entfernung  von  dem  fossil- 
führenden Klogsdorfer  Steinbruch  anführen.  In  diesem  Falle  gehör- 
ten die  brecciös-konglomeratischen  Sandsteine  als  das  Lager  der 
Korallen  und  Spongien  natürlich  auch  zur  Kreideformation  und 
nicht  zum  Alttertiär. 

Mehrere  Einwendungen  gegen  diese  Darlegung  S  1  a  v  í  č  e  k  s 
habe  ich  in  meinem  1908  publizierten  Aufsatze  „Erraticum  a  jeho 
zkameněliny  v  poříčí  Odry  na  Moravě"  (zu  deutsch  „Das  Errati- 
cum und  seine  Versteinerungen  im  Odergebiete  von  Mähren"1) 
erhoben,  dessen  Gedankengang  nun  in  Kürze  wiedergegeben  wer- 
den soll: 

Gelegentlich  eines  Aufenthaltes  in  Freiberg  während  des  Früh- 
jahres 1907  besuchte  ich  den  von  Slavíček  beschriebenen  Klogs- 
dorfer Steinbruch,  wo  ich  tatsächlich  in  den  angewitterten  und  an. 
die  Erdoberfläche  reichenden,  konglomeratischen  Sandsteinschichten 
unter  Stückchen  von  Chloritschiefer,  Quarzit  und  Kohle  eine  An- 
zahl verkieselter  Spongien  auffand.  Dieselben  glichen,  abgesehen 
von  ihrer  etwas  geringeren  Größe,  makroskopisch  ganz  den  von 
meinem  Vater  und  mir  früher  lose  auf  den  Feldern  bei  Klogsdorf 
aufgesammelten  Schwämmen  und  schienen  auch  zum  Teil  durch 
ihre  äußere  Form  an  die  von  W.  De  ecke2)  aus  dem  Diluvium 
von   Vorpommern  und   Mecklenburg  dargestellten    eozänen  Kiesel- 


1)  Věstník  klubu  přírodovědeckého  v  Prostějově  (=  Jahrb.  d.  naturw. 
Klubs  in  Proßnitz)  X  (1908),  Proßnitz  1908,  pag.  59—62. 

2)  Eocäne  Kieselschwämme  als  Diluvialgeschiebe  in  Vorpommern  und 
Mecklenburg.  Mitt.  d.  naturw.  Ver.  f.  Neuvorpommern  und  Rügen.  26.  Jahrg., 
1894,  Fig.  4  und  6. 

Zeitschrift  des  mähr.  Landesmuseums,  XI.  ' 


spongien  zu  erinnern.  Dagegen  konnte  ich  mich  damals  nicht 
von  dem  Auftreten  der  Korallen  im  anstehenden  Konglomerat- 
sandsteine überzeugen,  weshalb  ich  die  Behauptung  Slavičeks, 
daß  alle  Klogsdorfer  Oölenteraten  (d.  h.  die  Spongien  und  die 
Korallen)  aus  diesen  Flyschschichten  stammten,  nicht  unbedingt 
akzeptieren  wollte,  sondern  für  einen  Teil  der  Versteinerun- 
gen noch  die  erratische  Herkunft  aus  dem  Cenoman  von  Oppeln 
beanspruchen  zu  dürfen  glaubte.  Ich  wies  dabei  auf  die  Möglich- 
keit hin,  daß  es  sich  hier  in  der  Freiberger  Region,  welche  unge- 
fähr der  Südgrenze  der  nordischen  Vereisung  entspreche,  um  ähn- 
liche diluviale  Mischschotter  handeln  könne,  wie  sie  von  V.  H  üb  er, 

E.  Tietze  und  V.  Uhlig  in  Galizien  und  der  Umgebung  von  Teschen 
gerade  für  dieselbe  Karpathenzone  nachgewiesen  worden  seien 1). 
Unter  dieser  Annahme  ließe  sich  ein  eventuelles  Nebeneinander- 
vorkommen fremder  und  einheimischer  Fossilien  im  Erraticum  der 
Gegend  von  Freiberg  leicht  begreifen.  Jedenfalls  müsse  aber  erst 
die  genaue  paläontologische  Bestimmung  der  Klogsdorfer  Ver- 
steinerungen abgewartet  werden,  bevor  sich  über  deren  Provenienz 
ein  endgültiges  Urteil  abgeben  lasse. 

Heute    müssen    wir    allerdings    gestehen,    daß    die    nun    von 

F.  Traut  h  durchgeführte  Bearbeitung  des  Petrefaktenmaterials 
sowie  seine  im  Frühjahr  1910  an  Ort  und  Stelle  angestellten  Be- 
obachtungen dem  von  Slavíček  vertretenen  Standpunkt,  daß  die 
Oölenteraten  der  Klogsdorfer  Region  aus  dem  hier  zutage  treten- 
den Karpathensandstein  stammen,  so  gut  wie  vollständig  recht 
gegeben  haben.  Immerhin  zeigen  die  Funde  mehrerer  Korallen  und 
Spongien  in  und  bei  dem  auf  erratischem  Diluvium  stehenden 
Walde  Osyoina,  daß  manche  der  lose  gefundenen  Hornsteinfossilien 
eine,  wenn  auch  nur  geringfügige  Umlagerung  (vielleicht  Umschwem- 
mung)  erfahren  haben  können,  durch  welche  sie  unter  die  errati- 
schen Blöcke  gemengt  worden  sind  und  so  mit  diesen  eine  Art 
lokalen  Mischschotters  bilden. 

Die  jüngste  Publikation,  welche  sich,  wenn  auch  nur  kurz, 
mit  der  von  uns  behandelten  Gegend  beschäftigt,  ist  H.  Becks 
1910  veröffentlichter  Vortrag  „Zur  Kenntnis  der  Oberkreide  in  den 


*)  Mit  den  am  Außenrand  der  Karpathen  auftretenden  diluvialen  Misch- 
schottern befaßte  sich  unlängst  W.  v.  Loziiiski  in  seiner  Studie  „Glazial- 
erscheinungen am  Rande  der  nordischen  Vereisung"  (Mitt.  d.  geol.  Ges.  in 
Wien,  II.  ßd.  (1909),  pag.  162  ff. 


99 

mährisch-schlesischen  Beskiden"1).  In  demselben  wird  die  Ansicht 
ausgedrückt,  daß  die  von  V.  Uhlig2)  zur  subbeskidischen  Decke 
der  Karpathen  gerechneten  senonen  Friedeker  Baculitenmergel  und 
Baschker  Sandsteine  über  die  schlesische  Neokomserie  transgre- 
dierten,  wie  schon  L.  Hohenegger  erkannt  habe,  und  deshalb  mit 
dieser  zur  beskidischen  Decke  gehörten.  Der  grobkörnige,  durch 
Nulliporenführung  kalkige  und  von  brecciös-konglomeratischen  und 
schiefrigen,  mergeligen  Zwischenlagen  begleitete  Klogsdorfer  Sand- 
stein, dessen  Korallenfauna  nach  Trauth  ein  jungoberkretazisches 
Alter  besitze,  weise  weder  zu  den  Baschker,  noch  zu  den  Friedeker 
Schichten  eine  fazielle  Verwandtschaft  auf.  Da  er  tektonisch  innig 
mit  dem  subbeskidischen  Alttertiär  verknüpft  erscheine  und  wie 
dieses  häufig  größere  Brocken  des  sudetischen  Grundgebirges  ent- 
halte, stelle  er  wohl  die  erste  in  Mähren  bekannt  gewordene  sub- 
beskidische  Senonbildung  dar. 

Mit  der  Behauptung,  daß  zwischen  den  in  Rede  stehenden 
Klogsdorfer  Sedimenten  und  den  Friedeker  Schichten  gar  keine 
fazielle  Ähnlichkeit  bestehe,  scheint  uns  wohl  Beck  zu  weit  zu 
gehen3).  Inwieferne  seine  übrigen  Darlegungen  berechtigt  sind,  wird 
man  erst  nach  der  Bekanntgabe  näherer  Details  ermessen  können. 

Wenn  wir  nun  einen  flüchtigen  Rückblick  auf  den  Entwick- 
lungsgang unserer  Kenntnisse  über  die  Klogsdorfer  Cölenteraten- 
fauna  werfen,  so  können  wir  dabei  folgende  Etappen  unterscheiden: 

1.  Zum  ersten  Male  finden  die  bei  Klogsdorf  auftretenden 
Korallen  und  Spongien  in  M.  Remeš'  1898  veröffentlichtem  Auf- 
satze „Über  Versteinerungen  der  erratischen  Blöcke  aus  der  Um- 
gebung von  Freiberg"  Erwähnung,  wobei  sie  für  erratisch  erklärt 
werden. 

2.  Im  Jahre  1903  beschrieb  J.  Felix  fünf  Arten  der  ver- 
kieselten  Klogsdorfer  Anthozoën,  deren  oberkretazisches  Alter  er 
festzustellen  vermochte.  Da  ich  ihm  dieselben  als  erratisch  bezeich- 
net hatte  und  eine  identische  und  ein  paar  ganz  ähnlich  erhaltene 
Hornsteinkorallen  im  Bereiche  des  Cenomangebietes  von  Oppeln 
gefunden  worden  waren,  hielt  er  das  preußisch-schlesische  Cenoman 
für  die  Heimat  unserer  mährischen  Fossilien. 


!)  Verhandl.  d.  k.  k.  geol.  R.-A.,  1910  pag.  132—136,  Wien  1910. 
')  Über  die  Tektonik  der  Karpathen.  Sitzungsber.  d.  kais.  Ak.  d.  Wiss. 
in  Wien,  math.  nat.  KL,  Bd.  CXVI,  Abt.  I  (1907),  pag.  8—9. 
3)  Vgl.  pag.  94  der  vorliegenden  Arbeit. 

7* 


100 

3.  J.  Slavíček  kommt  unstreitig  das  Verdienst  zu,  als 
Erster  erkannt  zu  haben,  daß  die  Cölenteraten  von  Klogsdorf  nicht 
Erratica  aus  dem  Cenoman  von  Oppeln  darstellen,  sondern  im 
Karpathensandstein  unseres  Gebietes  selbst  auftreten.  Dagegen 
schwankte  er,  ob  es  sich  dabei  um  eozäne  oder  um  kretazische 
Versteinerungen  handle. 

4.  Wie  aus  den  folgenden  Ausführungen  F.  T  r  a  uth  s  zu  erse- 
hen ist,  hat  dieser  die  Richtigkeit  der  Slavicek'schen  Behauptung 
bezüglich  der  Bodenständigkeit  der  Anthozoën  und  Spongien  von 
Klogsdorf  bestätigt,  eine  ziemlich  bemerkenswerte  Übereinstimmung 
unserer  mährischen  Korallenfauna  mit  jener  der  ostalpinen  Grosau- 
schichten  und  südfranzösischen  Hippuritenkreide  erkannt  und  ihr 
deshalb  ein  jungoberkretazisches,  dem  Angoumien  bis  Santonien 
entsprechendes  Alter  zugeschrieben.  Ferner  hat  er  paläontologische 
Beziehungen  derselben  zu  der  Anthozoënfauna  des  Kreideflysches 
von  Delatyn  in  Galizien  festgestellt  und  schließlich  die  Vermutung 
ausgesprochen,  daß  einige  der  bei  Oppeln  gefundenen  Hornstein- 
korallen  aus  der  Klogsdorfer  Region  durch  die  Oder  nach  Preußisch- 
Schlesien  eingeschwemmt  worden  seien. 

IL  Der  Korallen  und  Spongien  führende  Karpathen- 
sandstein von  Klogsdorf. 

Das  Fossilien fu n dgebiet  von  Klogsdorf.  Wie 
zuerst  von  Joseph  Slavíček1)  erkannt  worden  ist,  haben  wir  als 
die  Lagerstätte  der  im  Gebiete  von  Klogsdorf  bei  Freiberg  in 
Mähren  auftretenden  Anthozoën  und  Schwämme  den  vielfach  grob- 


i)  Joseph  Slavíček  erblickte  1866  zu  Milkov,  einem  kleinen  bei  Kladek 
in  Mähren  gelegenen  Dorfe,  als  Sohn  ehrsamer  Bauersleute  das  Licht  der  Welt. 
Nach  Abschluß  seiner  Gymnasialstudien  in  Olmütz,  während  welcher  er  mit 
Eifer  Numismatik  trieb,  bezog  er  die  theologische  Fakultät  dieser  altehrwürdigen 
Metropole,  die  er  1889  als  junger  Priester  verließ, .  um  eine  Kooperator- 
stelle  in  Groß-Bistritz  bei  Walachisch-Meseritsch  anzutreten.  Im  dortigen 
Karpathensandstein  Kohlenschmitzen  bemerkend,  verfiel  er  auf  den  Gedanken, 
nach  Flözen  zu  suchen.  Wenngleich  dieses  sein  Schürfen  von  keinem  Erfolge 
begleitet  war,  so  hatte  es  ihn  doch  zum  Studium  der  Geologie  angeregt,  dem 
er  fortab  mit  ganz  besonderer  Vorliebe  oblag.  Nachdem  Slavíček  1892 
nach  Proßnitz  versetzt  worden  war,  trat  er  dem  daselbst  von  Professor 
W.  Spitzner  begründeten  naturwissenschaftlichen  Klub  bei  und  wurde  auch 
Ausschuß     sowie     endlich    Kustos     des     Proßnitzer     Museums,     welchem     er 


101 

körnig  oder  konglomeratisch-brecciös  entwickelten  Karpathensand- 
stein1)  zu  betrachten,  der  gewiß  einen  ansehnlichen  Teil  der 
bezeichneten  Region  einnimmt.  Da  er  sich  an  der  Erdoberfläche 
ziemlich  rasch  in  ein  durch  seine  Quarzkörner,  resp.  Gerolle  ver- 
unreinigtes, lehmartiges  Gestein  zersetzt,  aus  dem  die  Hornstein- 
Cölenteraten  frei  herauswittern,  und  auch  stellenweise  von  Diluvium 
bedeckt  erscheint,  ist  es  nur  zu  begreiflich,  daß  M.  Remeš  lange  Zeit 
die  lose  auf  den  Feldern  gefundenen  Korallen  und  Spongien  für  erra- 
tisch gehalten  hat.  Eine  richtige  Beurteilung  der  geologischen  Verhält- 
nisse unserer  an  Aufschlüssen  so  überaus  armen  Gegend  war  erst 
möglich,  als  Slavíček  den  später  zu  besprechenden  Steinbruch  unter- 
suchen konnte,  in  welchem  der  Flyschsandstein  schön  zutage  tritt. 
Bevor  wir  die  Ausdehnung  des  Fundgebietes  der  Klogsdorfer 
Cölenteraten  skizzieren,  wollen  wir  noch  in  wenigen  Worten  der 
diluvialen  Bildungen  dieser  Region2)  gedenken.  Nach  Remeš 
liegen  auf  den  Grundstücken  der  am  rechten  Lubina-Ufer  befind- 
lichen Klogsdorfer  Häuser  Nr.   48 — 60   neben  verkieselten    Cölen- 


seine  schöne  Münzensammlung  widmete  und  durch  prähistorische  Aus- 
grabungen in  der  Umgebung  der  genannten  Stadt  ebenso  zahlreiche  als 
wertvolle  Altertümer  gewann.  Für  seine  um  das  Museum  erworbenen  Verdienste 
ernannte  ihn  dieses  zum  Ehrenkustos,  als  ihm  im  Jahre  1901  die  zwischen 
Neutitschein  und  Freiberg  befindliche  Pfarre  Liebisch  verliehen  wurde.  Auf 
botanischen  Streifzügen,  die  er  von  seinem  neuen  Wohnsitz  aus  unternahm, 
zog  das  durch  nordische  Granite  und  Gneise  wie  durch  fossilführende  Horn- 
steine  ausgezeichnete  Liebischer  Diluvium  seine  volle  Aufmerksamkeit  auf  sich 
und  bewog  ihn,  eine  Sammlung  dieser  erratischen  Bildungen  anzulegen.  Schließ- 
lich entdeckte  er  im  Karpathensandstein  von  Klogsdorf  die  reiche  Fundstätte 
der  Cölenteraten,  welche  den  Gegenstand  obiger  Abhandlung  bilden.  Getreu- 
lich von  seinem  Freunde  Rudolf  Sobek,  dem  geistlichen  Leiter  der  mährischen 
Landesbesserungsanstalt  in  Neutitschein,  unterstützt,  hat  hier  Slavíček  mit 
bewundernswertem  Eifer  und  ungewöhnlicher  Ausdauer  das  ansehnliche  Korallen- 
material aufgelesen,  welches  dann  durch  die  Munifizenz  des  Herrn  Prälaten 
Msgr.  Max  Ritter  Mayer  von  Wallerstain  und  Ahrdorff  dem  Erzherzog 
Joseph  Ferdinand-Museum  in  Olmütz  zugeführt  wurde  und  jetzt  einen 
interessanten  Bestandteil  dessen  geologisch-paläontologischer  Sammlung  dar- 
stellt. Wir  hoffen  zuversichtlich,  daß  es  dem  Pfarrherrn  von  Liebisch  vergönnt 
sein  wird,  der  Wissenschaft  noch  so  manchen  wertvollen  Dienst  zu  leisten! 

*)  Von  Slavíček  nach  dem  gelegentlichen  Vorkommen  von  Hieroglyphen